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5.0 von 5 Sternen Oh, Mrs. O.!, 2. August 2006
Rezension bezieht sich auf: The Beauty of It (Audio CD)
Musikalisch betrachtet ist dieses Jahrtausend kein junges mehr. Das sah noch etwas anders aus, als Toktok sich vor 5 Jahren anschickten, die Elektroszene aufzumischen. Mit dem bei bpitch verlegten Debüt "Run.Stop.Restore." gelang das berechtigerweise auch ganz gut, nüchtern und kantig, aber immer einfallsreich wurde da mit Beats geklotzt. Umso überraschender, dass die Herren Weiss und Feyerabendt wenig später mit einer schwedischen Blondine den Clubber-Hit "Missy Queen Gonna Die" vorlegten, auf dem die immer etwas desinteressiert singende Sophia Larsson Ocklinds ihren Einstand ins Bizz gab. Das Herrenduo holte die Dame für weitere Songs ins Studio und man legte - nun als Toktok vs. Soffy O. firmierend - alsbald das selbstbetitelte Album vor. Soffy steuerte die Vocals und ihre gern etwas misanthrophischen Lyrics bei. Der Longplayer enthielt auch die zweite Single "Day of Mine", die dem Vorgänger nochmal locker die Schau stahl...

...es folgte das Übliche: Getoure durch die Clubs dieser Welt, auf deren Bühnen sich Miss O. gerne mal von ihrer eher derangierten Seite präsentiert haben soll und im Anschluß der unvermeidliche Sturz zurück in die Realität. Ausgelaugt kehrte Soffy ins Privatleben zurück, Toktok bastelte ohne sie am nächsten Album.

Nun, im Sommer 2006, meldet sich Soffy O. zurück. Ohne Toktok, ohne versus und das darf getrost als richtungsweisend betrachtet werden für dieses Solo-Debüt. Die Lady ist flexibler geworden, offenbar mit mehr Elan und Empathie bei der Sache. Wo die Stimme früher monoton oder gern auch mal unterschwellig gereizt klang, trägt sie heute ihre Songs mit wesentlich mehr Charme und Kultur vor. Obwohl die Themen nicht einmal weniger pessimistisch geworden sind. Optisch ist schnell klar, dass 60ies Reminiszenzen nicht zu kurz kommen sollen.

Den Opener bestreitet jedoch erstmal ein spröder Electrotrack, der durchaus noch zurück auf frühere Erfolge schielt, sich aber musikalisch klar zum Pop bekennt. Es folgt "Maybe a Dog", catchy arrangiert und prompt als potenzieller Hit zu identifizieren, folgerichtig als zweite Single auserkoren.

"You push me" präsentiert Electroclash, leicht angerockt und dieses Gewand steht Miss O. immer noch verflixt gut.

Wenig später legt sie mit "Haven't had much" nochmal einen Gang zu, zum spröden Groove - Beats und Tasten - legt sie eine eigensinnige aber mehr als geschmeidige Nummer hin, auf die sicher auch Róisíne Murphy ein neidisches ohr werfen würde. Der dramaturgisch folgerichtige Höhepunkt folgt mit den nächsten beiden Songs, die kompromisslos dem Girlpop der 60er huldigen. "Everybody's Darling" präsentiert sich als zynische Sing-and-Clap-Along Nummer. Hier spätestens verliebt man sich in diese Platte. "I never know" ist nicht minder hüftwippend. Von allen musikalischen Spielarten, die sie wagt, überzeugt sie hier am nachdrücklichsten.

Dann zieht Miss. O die Kurve wieder zurück in den Electropop, auch hier natürlich hörbar heimisch, aber etwas trauert man doch dem phantastischen Zwischenspiel hinterher. "Fun Fun Fun" hätte sicherlich ebenso gut auf dem Longplayer mit Toktok stattfinden können, um jedoch keinen falschen Verdacht aufkommen zu lassen wird das funkige "Does Anybody know" nachgereicht. Jeder Zweifel an der Berechtigung dieses Soloprojekts ist damit einmal mehr als hinfällig entlarvt.

Im nicht mehr gar so jungen Jahrtausend wirkt Soffy O. um Längen relaxter als noch vor einigen Jahren. Eine Lady eben, die es nicht mehr nötig zu haben scheint, mit Demontage zu kokettieren, der der Pragmatismus von früher ebenso wohltuend abhanden gekommen ist, wie eventuelle Unsicherheiten. Miss O. präsentiert mit "The Beauty of it" einen ersten Entwurf zu etwas, was hoffentlich mal ein Gesamtkunstwerk werden wird. Ein Grundstein ist gelegt. Sehr solide. Mehr bitte.
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The Beauty of It
The Beauty of It von Soffy O (Audio CD - 2006)
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