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15 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Warum sollte man sich dieses Album kaufen?
Manchmal wird einem bei diesen Songs, diesen Stücken schlecht, als hätte man benzingeschwängerte Luft eingeatmet. Beim Vorgängeralbum "Tilt" hat sich das schon angedeutet. Hier wird es eminent. Und es ist doch nur eine Seite dieses schillernden Meisterwerks. Erstaunlich ist es, zu hören, wie ein Sänger im Laufe seiner langen Karriere - mit...
Veröffentlicht am 3. August 2006 von supur

versus
5 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Düstere Verse, schräge, neo-klassizistische Musik
Wenn man dieses Album hört, erwartet man nicht, dass es von einem Künstler ist, dessen Werdegang seit vielen Jahrzehnten (mit Unterbrechungen) bekannt ist. Zwar waren seine Solo-Alben schon immer etwas verschroben, eigen und der Popwelt schwer zugänglich, doch "The Drift" übertrifft in dieser Beziehung alles. Ist das nun große Kunst oder einfach...
Veröffentlicht am 21. Juni 2006 von Martin Oehri


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15 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Warum sollte man sich dieses Album kaufen?, 3. August 2006
Rezension bezieht sich auf: The Drift (Audio CD)
Manchmal wird einem bei diesen Songs, diesen Stücken schlecht, als hätte man benzingeschwängerte Luft eingeatmet. Beim Vorgängeralbum "Tilt" hat sich das schon angedeutet. Hier wird es eminent. Und es ist doch nur eine Seite dieses schillernden Meisterwerks. Erstaunlich ist es, zu hören, wie ein Sänger im Laufe seiner langen Karriere - mit Umwegen und Irrwegen - immer weiter in die Richtung künstlerischer Selbstverwirklichung geht, und doch ein Kanon von Themen variiert, die ihn schon

vor 40 Jahren beschäftigten. Manchmal scheint man gar über die Jahrzehnte direkte Linien zwischen den Songs ziehen zu können. ("Time Operator" 1970 > "The Cue"; "Montague Terrace" 1967 > "Jolson and Jones", etc.)

Seine großartige,kraftvolle Stimme setzt er - popuntypisch - kunstvoll ein. Er singt zuweilen in einer Höhenlage die ihm hörbar unbequem ist. Diese Stimme führt durch eine opulente, fein zieselierte, extrem präzise Instrumentierung, die sicher nicht leicht zu verdauen ist und beständig mit den Elementen der Hässlichkeit spielt. Laut-Leise-Kontraste, ein Dudelsack, schreiende Esel, martialische Trommeln, enervierende Schritte, Pssst-Rufen, ein lautes Klopfen an die Tür - als klopfe der Tod an.

Manches hier erinnert auch entfernt an Joy Division ("Cossacks are", "Psoriatic") oder Radiohead ("Buzzers").

Scott Walker hat bei "The Drift" die Hülle aus wohliger Melancholie zerstört. Was hervortritt ist voller Düsternis, schwarz und kalt.

Erträgt man das?

Ja! Denn es ist auch absolut faszinierend, es gibt nicht einen Moment der zu viel ist. Die Spannung in diesen Aufnahmen ist unfassbar.

Bitte kaufen, laut hören und nicht wegrennen!

Eine Anmerkung noch: LP-Fans werden von der Qualität der Erst-Pressung enttäuscht. 4AD hat versprochen, sich des Problems anzunehmen.
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13 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen hoch 2, 10. September 2006
Rezension bezieht sich auf: The Drift (Audio CD)
Eines gleich vorweg - die meisten Menschen teilen beim Hören dieses Albums augenblicklich das Empfinden, von einem T-Rex gefressen zu werden. Im ersten Moment tut es höllisch weh - unmittelbar gefolgt von jenem innigen Flehen, dass es möglichst schnell vorbei ist. Wer jedoch schon in frühester musikalischer Kindheit in den imaginären (!) Zaubertrank halluzinogener Bewusstseinserweiterung gefallen ist, dem werden sich beim "Ertragen" dieses Meisterwerks wahre Abgründe auftun...

Man sollte gar nicht erst versuchen, die einzelnen Songs zu beschreiben, man kann sie nur er- oder vielmehr durchleben, obgleich sie zum Sterben schön sind. Und wem es schon beim Vorgängerwerk "Tilt" genau so erging, für den wird sich das Warten auf dieses neue Delirium mehr als lohnen. Da wird u. a. auf Schweinehälften geklopft, da wird gezirpt, getrommelt, geschrammelt - und, ach ja - gejault und geheult. Für die einen mag das zum Gotterbarmen sein, für die anderen ein masochistisches Hinabfahren in die Untiefen der Seele oder sogar noch tiefer.

Letztendlich ist diese Scheibe nur als seismisches, avantgardistisches Gesamtkunstwerk zu erahnen.

Übrigens - der eine "Krankenwagen", der vom Kritiker des Rolling Stone Magazins - im Gegensatz zu den fünf "inkommensurablen" Sternen des "Tilt"-Albums - verliehen wurde, könnte als Beschreibung nicht passender sein..."The Drift" kann man wirklich hören, "bis der Arzt kommt"! Wer das kann und möchte - dem wünsche ich "A Hell Of a Time"!
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9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die heilende Kraft der Depression, 12. Mai 2006
Rezension bezieht sich auf: The Drift (Audio CD)
Seit vor ca. 22 Jahren (1983) das schwer verdauliche Album "Climate of hunter" erschien, ist Scott Walker für die alte Fangemeinde, die den schmachtenden Bariton der Walker Brothers Ära (u.a. 1965 Kult-Hit: "The sun ain't gonna shine anymore") sowie den Jacques-Brel-Interpreten aus den Solojahren der LPs "Scott 1 - 4" verehren (1967-69 u.a. "Amsterdam"), hoffnungslos verloren. Daran ändert auch "The Drift", das neueste Album des mittlerweile zum Antipopstar gereiften Singer/Songwriters nichts.
Scott Walker hat seine Sicht seit dem letzten Album dem hochgelobten aber als unhörbar eingestuften Kunstwerk "Tilt" (1995) kaum wesentlich verändert. Nur wenige Nuancen machen das neue Werk möglicherweise etwas transparenter, direkter und damit auch etwas rauer, der Grundtenor des verletzlichen Künstlers auf eine hinter einer bunten Fassade versteckten grausamen Welt, die man fassen, riechen aber vor allem auch hören kann, ist geblieben.
Die Entwicklung von "Tilt" zu "Drift" könnte von impressionistisch (Kritiker Wolfgang Doebeling im Rolling Stone 1995) zu expressionistisch im Sinne von -Musiktüpfelchen als Teil eines Ganzen entwickeln sich zu einem auf das wesentliche beschränkten Entwurf- noch am ehesten beschrieben werden.Die Sicht der Walkerschen Tongemälde scheint wesentlicher. Der gewillte Hörer wird mit dem Kopf gegen die Wand gestossen und holt sich eine blutige Stirn. "Tilt" war ein Rätsel, "Drift" ist grausame Wirklichkeit. Manierismen, wie das Trommeln auf einer Schweinshälfte, dienen Walker uns ihm wesentliche Assoziationen, hier das Geräusch des Schlagens (Folter) auf nackter Haut, zu verdeutlichen. Die Gitarre im Song "Cue" intoniert nur zwei Töne, die an das Löffelschlagen gegen eiserne Gitterstäbe eines irre gewordenen Gefangenen erinnern. In "Buzzers - faces of the grass" hören wir ein einsames Windspiel aus Metall oder das monotone Klingen einer im Wind schwingenden gusseisernen Mittagsglocke. Ein Bild das auch gern im Film verwendet wird, um die Verlassenheit eines Anwesens zu unterstreichen: die Stille nach dem Morden. Der Song selbst handelt von der Unglaublichkeit des Jugoslawienkonflikts in den 90ern, als sich einst als Bruderländer betitelte Staaten in einem grausamen Krieg an die Gurgel gingen: "Polish the fork - and stick the fork in him", singt Walker bewusst unbeteiligt resigniert.
Walkers neue Werke handeln von einer Welt aus Wiedersprüchen, nie gehaltenen Versprechungen, sinnlosem Hunger, Folter und der gleichzeitig scheinbaren Machtlosigkeit des wohlsituierten Individuums der 1. Welt. Die Musik ist nur noch am Rande Pop. Walker der stimmlich vom früheren Bariton zum Tenor wechselte, singt Arien abwechselnd mit rezitativ-beschwörenden Sprechgesängen zu moderner klassischer Musik. Anleihen aus Chanson und (Kurt) Weillschem Bildertheater bieten ihm die Möglichkeit eine Art Kulisse eines halbsynchronisierten Kunstfilms zu entfalten. Reines Kopftheater aus Licht und Schatten - schwierig wohl - und unhörbar für denjenigen der seine Sinnespforten vor dem Ungewöhnlichen vorzeitig verschließt. Ein bleibender langanhaltender wenn auch zwiespältiger Kunstgenuss für alle die sich einlassen.
Goreckies "Sinfonie der Klagelieder" sei da zum Vergleich noch erwähnt, oder auch die impressionistischen Violinkonzerte von Szymanowski oder der gegen den Strich gebürstete Chanson-Rock eines David Ackles in "Subway to the country" (1969). Echte musikalische Vorbilder wird man allerdings auch in diesen Werken nicht finden. Der "Tilt-Drift"sche Wahnsinn dürfte einmalig sein.
Warum sich die vereinte Kritikergemeinde mit "The Drift" diesmal überaus schwer tut, nachdem dieselben "Tilt" vor 11 Jahren als Meisterwerk feierten, bleibt wohl ein wohlgehütetes Geheimnis. Der beste Kritikersatz zu "The Drift" ist in der Kurzbeschreibung von amazon zu finden: "Sein letztes Werk "Tilt" spaltete seine Hörerschaft; all jene, die ihn seither als Genie verehren, werden auch das neue Album lieben." Stimmt genau!
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8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen wow, 16. Mai 2006
Von 
Rezension bezieht sich auf: The Drift (Audio CD)
es ist merkwuerdig wie sehr sich mein Eindruck mit dem deckt, was ich in Rezensionen (aus guten Zeitschriften wie Mojo) darueber gelesen habe -

ja, diese Platte ist furchtausloesend, erschreckend und eventuell verstoerend aber merkwuerdigerweise hat mich eine Platte selten so sehr berruehrt wie diese.

Hinter dem Horror liegt etwas, was mich erreicht und anspricht im Positiven.

Nach Hoeren der Platte ist man zwar ueberwaeltigt aber keineswegs deprimiert. Diese Platte hat Kraft.

Alles in allem ist es wie ein Besuch in einem guten Theaterstueck oder einer guten Oper - Kunst ist Arbeit, nicht nur fuer den der sie schafft.

Aber auf dem Weg nach Hause fuehlt man sich berreichert, veraendert und ernstgenommen.

Diese Platte fordert einen heraus, baut aber viele Bruecken, die einem helfen, sich darauf einzulassen und hinter den Horror zu schauen.

Die Nachrichten bilden den Horror nur ab, hinter dieser Platte oeffnen sich Raeume und Welten, die dahinter liegen.

Das Leben eben, unbeschoenigt aber auch nicht vereinfacht und seiner Komplexizitaet berraubt.

Ich finde das schoen.
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10 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einzig- und eigenartig, 21. Mai 2006
Von 
Heino Walter - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: The Drift (Audio CD)
"The sun ain`t gonna shine anymore" war einer der wohlig-schmusigen 60er-Jahre Hits der "falschen" Walker-Brüder. Scott Engel, John Maus und Gary Leeds - so ihre bürgerlichen Namen - waren damals megaberühmt. Als sie sich 1967 trennten, begann Scott eine Solokarriere. Er schwelgte darauf in epischen Jacques Brel-Interpretationen und breitwandigen Eigenkompositionen. Scott Walker machte eine schrittweise Metamorphose vom konformen Chart-Topper zum eigenbrödlerischen Pop-Künstler durch, dem Qualität und Entdeckerfreuden wichtiger als Starruhm waren. 1975 reformierten sich die Walker Brothers und brachten ihr Opus Magnum "Nite Flight" raus. Kein Verkaufsschlager mehr, aber eine Songkollektion mit atemberaubenden Songs zwischen Eleganz und Improvisation, die bis heute ihresgleichen sucht. Erst 1983 hörte man wieder eine Scott Walker-Solo-Aufnahme. "Climate of Hunter" übertraf alle Erwartungen. Scott sang mit hellerer Stimme als sonst, wie ein Todes-Engel über weit ausufernden Sound-Landschaften. Erst 12 Jahre später kam das nächste Lebenszeichen in Gestalt von "Tilt". Die Platte war noch ungewöhnlicher geraten, sie verließ weiter die gewohnten Pfade des Liedaufbaus. Der neue Output "The Drift" reißt weiter Konventionen ein, ist Avantgarde, polarisiert, belohnt aber den neugierigen, geduldigen Hörer mit bislang unentdeckten Klangwelten. Eigen- und einzigartige albtraumhafte Gebilde mit großer Sogwirkung. Eine konsequente, mutige Entwicklung, wie sie nur wenige Künstler vorweisen können. The sun ain`t gonna shine anymore....(Veröffentlicht in ROADTRACKS #21).
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Dok für Nachgeborene, 28. Februar 2007
Rezension bezieht sich auf: The Drift (Audio CD)
War Tilt schon eine Landkarte in unentdecktes psychisches Terrain, legt Drift nochmal nach. Und das alles andere als knapp. Letztlich hat man gar keine andere Wahl als 5 Sterne zu geben, sonst wäre das Blasphemie oder Unverständnis. Ich sags mal so: Das hier klingt wie Musik zu einem Dokumentarfilm, den sich Ausserirdische nach dem Untergang über den Untergang von Homo Sap ansehn. Soviel zu Drift. Nur: Tilt kauft selbst David Bowie's Outside und Mark Hollis den schneid ab. Absolut etwas vom besten und interessantesten, das ich je gehört habe. Drift ist mir zu totelig und zu langweilig. Aber Scott ist halt einfach nicht beizukommen, selbst bei der Langeweile nicht. Keine Chance. Folglich werde ich nachhören müssen. Nur werde ich bei vollständigem Verstädnis wohl selber fast schon tot sein. Na dann, ahoi. Seht euch mal das Cover von Alan Vega's Deuce Avenue von anno 1990 an. Da sind die Türme schon im Visier. Von einem Amerikaner. Drift ist natürlich Klasse... nur will man nicht gerade in der ersten schon Bela Lugosi bei seinem Entzug beiwohnen. Anschnallen und Wahrnehmungsdämpfer einnehmen. Oder weglegen für später. Ab und zu Cossacks. Damit hat sichs erstmal. Zum Glück auch.
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9 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Scott Walker is drifting away..., 1. Dezember 2006
Von 
Thomas Schmitz (Mechernich) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: The Drift (Audio CD)
Elf Jahre hat es gedauert. Elf Jahre war Scott Walker weg. Kein Lebenszeichen seit 1995 und der Veröffentlichung von "Tilt". Und dann kommt er mit "The Drift" zurück. Zu fassen ist dieses beinahe 70-minütige Musikmonster eigentlich nicht. 70 Minuten, in denen der Hörer gefordert wird. Geräusche hört, die von Schweinehälften stammen, die in "Clara" als percussives Instrument genutzt werden. Eine Donald-Duck-Stimme, die im ansonsten recht ruhigen "The Escape" schockt. Ein Esel, der schreit, weil er geschlagen wird (zumindest, wenn man dem Text in "Jolson and Jones" glauben schenken darf"). Oder einfach nur Spiele mit der Lautstärke, wie in "Cue", wo nach fünf ruhigen Minuten die Hölle losbricht, nur um zwei Minuten später mit dem Klang eines Flügelhorns so etwas wie Schönheit darzustellen. Auch textlich mag's Walker ganz schon dick: Es geht um die "Twin Towers", die in eine Geschichte um Elvis Presleys nie existierenden, toten Zwillingsbruder verpackt wird. Es geht um Claretta Petacci, die Geliebte von Benito Mussollini. Es geht um Scott Walkers Frau.

Die große Frage, die nach den 70 Minuten bleibt: Ist das überhaupt Pop-Musik? Und wenn es kein Pop ist, ist es überhaupt Musik? Oder ist das nur eine Aneinanderreihung von Klängen, Rhythmen, Geräuschen, um Geschichten zu erzählen? Die Antwort ist so klar nicht. Als einziger richtiger Song ist "A lover loves" zu erkennen. Walker klingt wie ein Opernsänger und beherrscht auch mit seiner Stimme das Spiel mit Laut und Leise. So bricht auch hier und da mal sein Gesang über die Stille herein. Ein bedrohliches Werk. Meisterlich? Ich habe keine Ahnung...
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9 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ungeheuerliches Alterswerk des enigmatischen Genies., 27. April 2006
Rezension bezieht sich auf: The Drift (Audio CD)
Ein Film, ein Hörspiel, eine Avantgardeoper, ein Nachtmahr, ein Monster, ein Labyrinth, ein Befund. Auch ein Album, sicher, aber vorallem eine Reise. Wenn Climate of Hunter (1984) den Aufbruch des ehemaligen Boygroup-Sängers und Teenie-Idols auf seine letzte Fahrt darstellte und mit Tilt (1995) seine erste Flaschenpost von weit jenseits des Horizonts bei uns ungläubigen Hörern eintraf, so findet The Drift nunmehr in einer Region statt, die weit jenseits unserer Vorstellungskraft liegt. Wo Walker heute ist, war nie jemand zuvor, die Musik die er heute macht, erinnert an nichts anderes, selbst sein letztes, bereits ungeheuerliches, Album hat er hinter sich gelassen oder auf eine Spitze getrieben, die er uns in die Ohren rammt - The Drift ist ein Anschlag auf die Sinne. Ich habe Tausende Alben gehört - viele haben mich berührt, manche sogar mein Leben verändert. Angst gemacht hat mir noch keines. Bis jetzt. The Drift ist eine Reise in eine Nacht die man selbst nicht machen möchte, die über 68 Minuten zu begleiten schon schwerfällt und die doch mit jedem Hören noch mehr fasziniert, für die man dem Mann, der eigentlich Engel heisst, dankbar ist - weil er sie unternimmt, nicht wir.

Zerquält, atonal, kaum mehr an traditionelle Songstrukturen gebunden, voller Paranoia und Klaustrophobie erinnern die einzelne Nummern am ehesten an jene Szenen in David Lynchs Filmen in denen alles, das man bisher für wahr gehalten hatte, auf den Kopf gestellt wird, in denen einem der Boden wegzusinken scheint. Nur dass The Drift das in jeder Minute vollbringt. Kurze lyrische Passagen, in denen der unvergleichliche Bariton des 63jährigen durch die innere Nacht schwebt werden zerfetzt von Sounds, denen man oft nicht einmal Instrumente zuordnen kann (Ist das eine Holzkiste? Soll das Donald Duck sein? Klingt so Fleisch?). Die Texte kreisen um Elvis' totgeborenen Zwilling Jesse, Mussolinis Geliebte Clara, um 9/11, Folter, Kreuzigungen, Vögel, Krieg. Ein Album von beinahe unterträglicher Intensität, unbeschreiblich, ungeheuerlich - das erste wahre Album eines neuen Jahrtausends in dem zu leben plötzlich gefährlicher scheint denn je zuvor.
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5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen A late masterpiece from a completely unique artist., 26. April 2006
Rezension bezieht sich auf: The Drift (Audio CD)
Despite - or perhaps because of - his glacial work rate, Scott Walker remains one of the most influential figures in rock music. He is an icon, a man who turned his back on superficial pop stardom to create some the most resonant and compelling music ever made. Any new album from him would be a genuine event, but 'The Drift' is a truly astonishing achievement.

Although Scott started writing 'The Drift' in the late 1990s, he didn't start recording until late 2004. Working with longtime studio collaborator Peter Walsh (who also co-produced 'Climate Of Hunter' and 'Tilt') he brought an astonishing array of sounds and textures into the studio - tubax, shawm, flugelhorn, a 36 piece string orchestra, a huge wooden box, and much more besides. The result is a record of immense power and range and almost unfathomable emotional depth. Tracks like 'Cossacks' and 'Hand Me Ups' rock with a dark, insistent force that's quite unlike anything else in the Walker catalogue - while the vast open spaces of 'Clara', 'Jesse' and 'Cue' open up to admit beauty and horror in equal measure. In short, 'The Drift' is a record unlike any other - a late masterpiece from a completely unique artist.
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5.0 von 5 Sternen (Gewohnt) Schwere Kost, 11. August 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: The Drift (Audio CD)
Scott macht es einem wirklich nicht leicht. Manche sprechen gar von unhörbar. So weit möchte ich nicht gehen aber die Gelegenheiten zu denen ich dies Werk hören kann sind selten. Man darf keine Angst haben, dann dringt man vorzugsweise mit Kopfhörern in eine unglaubliche Klangwelt ein. Danach darf es dann ruhig wieder leichte Kost sein. Kann man nicht beschreiben und muss man (nicht) unbedingt gehört haben.
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The Drift
The Drift von Scott Walker (Audio CD - 2006)
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