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5.0 von 5 Sternen Vorstufe der Apokalypse, 31. August 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Si Monumentum Requires,Circumspice (Audio CD)
Deathspell Omega schafften es, nach dem meines erachtens in der Szene unterschätzten "Inquisitors of Satan", welches noch als typisches Black Metal Album der zweiten Welle und deshalb eher unspektakulär daher kommt (aber unbedingt empfehlenswert), mit diesem Werk etwas wirklich Innovatives, Eigenständiges zu kreieren. Die Finsternis, die hier verbreitet wird, konnte später nur von ihnen selbst übertroffen werden. Vorher dachte ich, dass es nahezu unmöglich ist Angst und Schaudern allein beim Hören von Musik zu bekommen. Meine Ohren waren zwar sehr wohl mit vielen Black Metal Bands geeicht, dennoch erschütterte mich das Album beim ersten Hören.
Beim ersten Hören sucht das Ohr sich noch die melodiösen Stellen heraus und ignoriert das sonstige dissonante Riffing der Gitarre(n). Erst bei mehrmaligem Hören kann man das Werk in seiner Gesamtheit genießen und wirklich "hören" bzw. "wahrnehmen". So sollte es ja beim Black Metal sein, dennoch bewegen sich Deathspell Omega weiter und stehen eine Stufe tiefer am Abgrund als der Großteil der übrigen Szene (zahlreiche Norweger miteingeschlossen).

Was am Anfang als komisch wahrgenommen wird, entpuppt sich schließlich als herrlich und majestätisch. Die Männerchöre, sowie die langsamen relativ clean aber mit sehr viel Hall gespielten Gitarrenzerlegungen sind Elemente, die sich gut mit dem "typischeren" Black Metal Geballer verbinden. Old School Riffing ist jedoch auch in großem Ausmaß vorhanden, wird jedoch zum Teil von der Doublebass zertrampelt, was aber nicht schlecht ist und im Zusammenhang wahrgenommen werden muss.

Extremer Metal muss nicht total runtergestimmt und auf sieben- oder achtsaitigen Gitarren geholzt werden, sondern kann sich auch der Dissonanz bedienen. Das genretypische Element steigern Deathspell Omega aber immens, verfahren hier damit aber noch relativ eingängig und melodiös, wobei verglichen mit dem Vorgänger die Melodien im ersten Moment nicht gleich rauszuhören sind, sich aber nach und nach erschließen. Verglichen mit dem Nachfolger "Fas", das wahrscheinlich hasserfüllteste und musikalisch "ärgste" Album, was ich je gehört habe, ist hier jedoch alles eingängigst und simpel.

Zuerst schwierig hörbar, aber musikalisch oft reduziert und atmosphärisch gruselig kommen Deathspell Omega daher. Die lange Spielzeit des Albums macht das Album nicht stellenweise fad, sondern passt genau. Das Album ist (verglichen mit den späteren Werken) noch relativ songlastig, dennoch aber als eine Einheit zu verstehen, die in einem durchgehört werden sollte. Also fällt es schwer Anspieltipps zu geben. Einfach alles anhören! Erst dann offenbart sich ein Einblick in den Abgrund. Toll für das erste Reinhören sind aber vielleicht die noch relativ straighten "Sola Fide I & II" oder "Carnal Malefactor".

Die oftmals zu abrupten Fadeouts der Songs sind noch im Zusammenhang mit "Inquisitors of Satan" zu stellen, welches besser wäre, wenn die Songs mehr Zeit zum Ausklingen hätten. Bei "Si Monumentum Requires, Circumspice" ist das aber zu verkraften, da sie nicht derart abrupt und harsch (nicht)produziert sind wie beim Vorgänger.

Oft hört man, dass sich die Band eigentlich nur über die Texte ausdrücken will und die Musik nur als Beiwerk zu ihrem Anliegen versteht, den Satanismus bzw. ihre Philosophie zu verbreiten und die Welt zu verdunkeln. Jedoch gelingt es ihnen meiner Ansicht besser mit der Musik die Welt zu verdunkeln als mit den Texten. Die großteils englichen Passagen sind oftmals Beschwörungen Satans und heben sich von der übrigen Szene nur bedingt ab. Latein in Ehren, aber viele Menschen verstehen das heutzutage leider nicht mehr. Zumal auch zahlreiche lateinische Passagen von christlicher Kirchenmusik übernommen wurden (Bsp.: grandioser Männerchor in "Carnal Malefactor"). Dies sollte sich auf den nächsten Alben und Songs aber verändern!

Als Einstieg zur Kunst von Deathspell Omega ist dieses Album sehr gut geeignet, steht es doch genau am Wendepunkt ihrer Musik weg vom straighten, primitiven und (auch starken!!) Darkthrone-ähnlichen (um hier ein Beispiel zu nennen) Black Metal, hin zu einer neuen und erstmaligen Vertonung der Apokalypse, welche hier eingeläutet wird. Das darauffolgende "Fas" kann wirklich als Soundtrack dieser verstanden werden.

Wer denkt, dass z.B. Meshuggah hart und kalt sind und neue Maßstäbe im (Math-)Metal gesetzt haben, der sollte sich dieses Album (und die folgenden CDs)von Deathspell Omega zulegen, denn diese sind noch viel viel kälter und härter und setzen Maßstäbe im Black Metal, die eigentlich auch von ihnen selbst (mit "Paracletus") nicht mehr derartig erreicht werden konnten, wie mit diesem Album hier und mit "Fas".
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Si Monumentum Requires,Circumspice
Si Monumentum Requires,Circumspice von Deathspell Omega (Audio CD - 2011)
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