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am 11. Februar 2016
Ex-Freundin Ingrid (Anna Bache-Wiig) ist noch einmal in John's (Kristofer Joner) Wohnung, um einige Besitztümer abzuholen. Sie blickt öfter aus dem Fenster, wo ihr Freund warte, John ist gekränkt, dass sie ihm damit unterstellt, er könne gewalttätig sein und habe diese Lüge auch noch weiterverbreitet. Die Verbrühung ihres rechten Unterarms sei ein Unfall gewesen, für den er sich entschuldigt habe.
Kurz darauf lernt er im Flur vor der Wohnung eine bisher unbekannte Nachbarin (Cecilie A.Mosley) kennen, die ihn um einen Gefallen beim Möbelrücken bittet, er soll mit ihr einen Schrank vor die Eingangstür schieben!?
Bald bittet sie ihn erneut um einen Gefallen: Er möge doch bitte auf ihre traumatisierte Schwester Kim (Julia Schacht) aufpassen, die vom Vormieter seiner Wohnung vergewaltigt worden sei, sich nicht mehr raustraue und nicht unbeaufsichtigt bleiben solle.
Die aufreizende Kim (Shorts und dünnes graues Top, durch das sich die Brustwarzen drücken und die dunklen Warzenhöfe schimmern), macht keinen traumatisierten Eindruck, sie führt in durch dunkle Gänge in eine Art Liebesnest (wie groß ist denn die Wohnung!?), und schon bald gibt es brutalen Sex, bei dem auch von beiden Seiten die Fäuste fliegen.
Ist die Nachbarwohnung nur Symbolik, ein Albraum des sichtbar traurig-melancholischen verlassenen Mannes? Er erscheint am nächsten Tag bei der Arbeit, und sein Kollege wundert sich: John weist einige Blessurenn auf, die er selber mit Möbelrücken erklärt, recht geglaubt wird ihm nicht.
Beim nächsten Besuch der Nachbarwohnung wird es wirklich albtraumhaft. John darf durch noch mehr zum Teil klaustrophobisch enge Gänge irren, Kim beschimpft ihn wegen seiner Brutalität. Fluchttüren sind plötzlich abgeschlossen, dann taucht auch noch der neue Freund der Verflossenen (Michalel Nyqvist,"Verblendung" nach Stieg Larsson) auf, John wird fast irre vor ungläubigem Entsetzen, als er auch noch eine Frauenleiche unter einer Decke in einem der zahlreichen Räume des Albtraumlabyrinths entdeckt.
Spielen alle ein perfides Spiel mit ihm? Er kann sich endlich wieder in seine Wohnung retten, verbarrikadiert seine Eingangstür, beginnt ein Loch in die Wand zur Nachbarwohnung zu schlagen, Als die vom besorgten Arbeitskollegen alarmierte Polizei in seine Wohnung einzudringen beginnt, scheint John aus einem Traum aufzuwachen und kriecht zu der nackten Ingrid ins Bett, sich an sie kuschelnd und ihre Blößen bedeckend.

Die FILMSTARTS.de-Redaktion kritisierte, dass der Film sich auf eine überraschende Idee stütze und diese rasch durchschaubar sei, der Film dann langweilig.N ach dem Ende ist man schlauer, wir Medici nennen unsere Kollegen von der Pathologie gelegentlich scherzhaft "postmortale Klugschei**er", und so scheint es sich auch hier zu verhalten. Nicht nur ich scheine den Plot nicht zu früh durchschaut zu haben, und bis zum grausig-makabren Ende des Filmes konnte man insbesondere von Kristoffer Joner und Julia Schacht eine eindrucksvolle Darstellung genießen. Der zurückhaltende, fast schüchterne John, der nicht weiß, was mit ihm getrieben wird, der doch wirklich kein Wässerchen trüben kann, und die laszive, aufreizende, sadomasochistische junge Verführerin werden sehr überzeugend gespielt.
Der Film entführt uns durch Türen in eine Albtraumwelt, in der es zu Gewaltausbrüchen und sexuellen Exzessen kommt, in der sich weitere Türen öffnen, uns andere die Fluchtwege versperren, sodass auch kein Ariadnefaden genützt hätte. Ein Traumlabyrinth von verdrängten Wünschen, Obsessionen, albtraumhafte Erinnerungen aus dem früheren Leben, zu dem wir die Türen nicht verschließen können, weil sich das Gewissen, verdrängte Erinnerungen wieder melden, wir öffnen die Türen nicht, sondern werden durch sie eingesogen? Bis zum Ende lässt der Film das offen und präsentiert die Lösung in einer Horrorszene.
Lest Kritiken im Netz später und lasst euch mit John in einen grausigen Albtraum entführen! Grauen stellte sich bei mir zwar nicht ein, aber Spannung, Spaß an einer guten Idee und der tollen Umsetzung.

Doc Halliday
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am 22. Juni 2015
Der schüchterne Büroangestellte John durchlebt eine schlimme seelische Krise.
Einsam und verloren ist sein Blick, tief verunsichert wirkt der schlanke, vielleicht dreißigjährige Mann. Gerade hat seine Ex- Freundin noch ihre letzten Habseligkeiten wütend aus der Wohnung geholt.
"Es ist aus zwischen uns. Ich brauch dir nicht zu sagen, weshalb !"
Draußen auf der Strasse wartet schon im Auto der neue Lover,
John bleibt zurück. Allein in seiner verwinkelten Dachwohnung in einem düsteren Mietshaus. Auch allein mit seinen Ängsten, dem Trennungsschmerz, und vielleicht der Hoffnung noch einmal eine Chance auf eine Unterredung zu bekommen.
"Ich will nur sagen, dass es mir besser geht. Vielleicht treffen wir uns auf einen Kaffee ?" flüstert er auf den Anrufbeantworter. Doch die verlorene Herzensdame antwortet nicht.
Dieser schüchterne introvertierte , von dem Ende einer Beziehung seelisch erschütterte John zieht uns sofort auf seine Seite, alleine schon durch die Tatsache, daß wohl jeder schon einmal das Gefühl Verlassen zu sein, das darauf folgende Einigeln in der lastenden Stille der eigenen vier Wände erlebt hat.
So folgen wir mit Spannung und Empathie jedem verstörten Blick, jeder fahrigen Geste von John ( Kristoffer Joner) nehmen Anteil an seiner Ausnahmesituation, die ihn hilflos, scheu werden lässt und gleiten mit ihm ab in die Finsternis eines surrealen Terrors, der uns Stück für Stück den Boden unter den Füssen wegzieht.
Wie im Würgegriff einer Schlange wird uns "Next Door" immer mehr die Kehle vor Anspannung zuziehen. Leise, unaufhaltsam, und mit teuflischer Geschmeidigkeit.
Mit John stehen wir eines Abends im Fahrstuhl, auf dem Weg in das oberste Stockwerk zu seiner Dachgeschoßwohnung. An der Decke des Fahrstuhls Gemälde die an Bosch's Höllenvisionen erinnern. Angsterregende kleine Verschiebungen der Normalität. Schon hier kippt die Balance zwischen Realität und angstneurotischer nervöser Halluzination.
Die junge Frau, die eine Handbreit vor ihm im Fahrstuhl steht, hat unter ihrem Mantel einen zerfetzten Rock. Warum ?
Ungläubig folgen wir Johns Blick, und noch ungläubiger schauen wir, als die geheimnisvolle Dame mit ihm aussteigt, und zu einer neben Johns liegenden weiteren Wohnungstür geht.
Gar nicht ersichtlich ist diese Nachbarswohnung hinter einer Eckbiegung des schäbig schummrigen Ganges.
Wie lange war wohl diese bisher unentdeckte Wohnung schon wieder vermietet ohne das John dies in seinem Trennungsschmerz bemerkte ?
"Können sie mir helfen einen alten Schrank in meiner Wohnung zu verrücken. Für mich und meine Schwester ist er zu schwer und sie sind doch stark!"
Lauernd laszive Blicke der Unbekannten auf den schmächtigen John, und zögernd begibt sich dieser in die dunkle Wohnung um Nachbarschaftshilfe zu leisten.
Totenstille, außer dem Ticken einer Uhr.
Essenvorräte lagern auf wurmstichigen Sesseln. Dunkle Schatten in jeder Nische verschlucken fast jedes Geräusch.
Hier lauert unberechenbare Gefahr suggeriert uns die beklemmende Atmosphäre in jeder Minute.
"Wir schieben den Schrank immer vor die Tür. Dann kann keiner hereinkommen.
Meine Schwester hat, müssen sie wissen, eine traumatische Erfahrung gehabt. Sie wurde einst in dieser Wohnung brutal vergewaltigt. "
Hätte der sich sichtlich unwohl fühlende John noch die Möglichkeit gehabt die Wohnung zu verlassen ?
Doch aus Anstand lässt er sich nach getaner Arbeit noch auf ein Glas Wein einladen. Fast ziehen die beiden Schwestern den jungen Mann mit Blicken aus. Schwüle Begehrlichkeit durchdringt die Luft. Erotisch aufgeladene Gefahr, gleichzeitig Verlangen, mühsam unterdrückte Leidenschaft, wenn die eine der beiden, sinnlich räkelnd sich die Lippen leckt und dabei wie zufällig die Hand von John berührt.
"Wir wissen, dass sie sich mit ihrer Freundin zerstritten haben. Durch die Wände hört man alles."
John wird dem sardonisch gewebten Spinnennetz der beiden Femme fatale nicht mehr entkommen.
Mit ihm verlieren wir uns zusehends in den langen verwinkelten Gängen der düster, zunehmend verdreckter werdenden Wohnung und versinken in einem langsam schwebenden tückischen Psycho-Horror, der eiskalt unter die Haut kriecht.
Was schleichend unheimlich, hypnotisch langsam beginnt kulminiert in der Hälfte in einem urplötzlichen Schock aus Sex und Gewalt.
Und wenn mit angstgeweiteten Augen John am nächsten Morgen im Spiegel sein verletztes blutendes Ebenbild sieht, dann ist unser eigenes Entsetzen nicht minder gross, über diese beinharte vorherige Szene, die in ihrer psychischen und physischen Destruktionskraft eine FSK 18 Einstufung rechtfertigt.
Surreal und unwirklich, verschachtelt konstruiert und von schauerlicher, bedrückender Melancholie weckt "Next Door " Erinnerungen an Polanskis "Der Mieter " aber auch David Lynch's "Blue Velvet", wobei der norwegische Regisseur Pal Sletaune zu ganz eigenständigen Metaphern und Traumstrukturen findet.
Massgeblich zur hypnotisch diffusen Spannung tragen neben den hervorragenden Schauspielleistungen, die sich unmerklich verändernde Architektur und Lichtsetzung zur morbiden Faszination bei.
So undurchdringlich und verschlungen, wie hier kranke psychische Strukturen aufgezeigt werden, so bildhaft werden die Seelenzustände in einer zunehmend labyrinthisch verwinkelten Struktur der Zimmer reflektiert.
Türen führen plötzlich ins Nirgendwo, verborgene Räume erweisen sich als ekelerregende Messie- Stuben, verzweigen sich plötzlich in finsteren schlauchartigen Gängen, durch die sich John durchzwängen muss.
So eng sind diese, daß es dem Zuschauer selbst die Luft abschnürt.
Ein Gefängnis aus Einsamkeit innerhalb der Menschen und außerhalb in dem Gefängnis der Wohnräume. Eingemauert, in fremdartig feindselige labyrinthische Metaebenen ist der einzelne auch hilflos erstickend ausgeliefert den eigenen seelischen Abgründen, ohne Lichtschein und Erlösung von außen.
Oder gibt es gar kein innerhalb und außerhalb ?
Als ein Lichtstahl von außen durch ein Loch in der Mauer fällt, und John durch den Türspalt plötzlich in das Tageslicht blinzelt, zerbricht die Illusion, um nur den wahren Schrecken zu zeigen.
Der Horror der Psyche, und die Monster , die sie gebärt- dreimal schlimmer als jede brüllende Kreatur die bereits über die Leinwände flimmerte.
Trostlose Tristesse und exzessive sadomasochistische Sexphantasien. "Next Door" spielt kongenial mit Stille, langsamer Verstörung, einem Gefühl von kränkelnd vergiftetem Stillstand und plötzlich zuschlagender (im wahrsten Sinne des Wortes) Gewalteruption. Zwanghafte Triebe, die in einer Tragödie enden, brütender Wahnsinn, der wie ein Nachtmahr die Seele umhüllt.
Mit gerade einmal 72 Minuten Laufzeit ist dieser Film ein Paradebeispiel für Beschränkung auf das Essentielle, und dieses ist so hervorragend konstruiert, dass unser Blick in jeder Sekunde angsterfüllt und voller ambivalenter Vorahnung auf den Bildschirm gefesselt wird.
Kristoffer Joner spielt hier authentisch in jedem unsicheren Blick, auch später in der Erkenntnis der eigenen inneren Dämonen,
und wir Zuschauer kommen seinen Gefühlswelten fast schon unangenehm nahe .
Schuld, Verdrängung, Selbstbetrug, Abgründe von gewalttätigen schwül erotischen Bildern, und zwei mysteriöse Frauen in einer unheimlichen Dachkammer.
Nichts ist wie es scheint, und das letzte morbide schockierende Bild von tragischer Endgültigkeit lässt den Atem gefrieren.
Tauben umschwärmen ein zerwühltes Bettlaken.
Ein in sich zusammengesunkener Mann auf der Bettkante, eine reglose nackte Frau in den Kissen.
"Du hast nicht gut geschlafen ?"
"Nein"
"Bist du immer noch wütend ?"
Glasige Augen , die ins Jenseits starren, ein Grauen, das noch lange nachhallt.
"Next Door"- skandinavische Thrillerkost, kalt , unerbittlich, meisterhaft, wie sie nur aus dem hohen Norden kommen kann.
Absolute Filmempfehlung.
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TOP 1000 REZENSENTam 13. November 2012
Vorweg:

Meine Rezension bezieht sich nur auf den Film - wer Informationen zum beworbenen Film-Paket und den enthaltenen Extras sucht, kann meine Rezension einfach überspringen.

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Das Fazit vorneweg:
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*Mmmmmhhh* Ein richtig schön verschrobener Psychothrill-Schocker: Vielleicht ein My zu wenig Horror, dafür jedoch viel Intensität und Atmosphäre. Dass Aggressivität und Sexualität in Kombination eine deviant-gefährliche Mischung darstellen wusste ich schon, aber hinter dieser oberflächlichen Thematik steckt hier doch noch eine ganze Menge mehr - insbesondere eine psychopathologisch denkbare Erklärung zum Filmende. Gute Untermalung mit "Psychomusik". Authentische schauspielerische Leistungen, insbesondere in der Hauptrolle und in der Besetzung der jüngeren "Borderline-Nachbarin". Sowohl inhaltlich als auch filmisch (skandinavischer Ursprung) angenehm andersartige Wirkung vom Althergebrachten.

Inhalt und Wirkung:
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Nach einem verworrenen Beginn und den folgenden 40 Minuten aggressiv-implusiven Lusterlebens und erotisierend-extremer Raserei ("Was treibt ihr mit mir?") macht es noch den Anschein, als ginge es um den individuellen Umgang mit "perversen" Gelüsten und um die Verarbeitung (verzweiflungs- und) erregungsgesteuerter Extremereignisse. Dann aber treten massive Unklarheiten im Erleben der Hauptperson auf und wir sind als Zuschauer aus dem Konzept gebracht. Die ohnehin schon drückende Atmosphäre steigert sich mehr und mehr zu einigen sehr intensiven Höhepunkten. Immer gerade zu dem Zeitpunkt, an dem wir eine Idee bekommen, was da vor sich gehen könnte, wird uns ein neuer, uneinsichtiger Brocken hingeworfen und wir sind wieder aus dem Konzept gebracht. Schlussendlich wird dem "Psychothriller" unter uns in angemessener Form eine Ahnung vermittelt, was hier vor sich gegangen sein könnte. Ein gleichermaßen erhellender wie schockierender Zenit.

Was fehlt?
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Nach knapp 70 min ist das Spektakel auch schon vorbei - da hätte man meiner Meinung nach noch ein wenig mehr hineinkonstruieren können. Obwohl sich schlussendlich ein abgeschlossenes Bild ergibt wäre die Intensität der Wirkung nach 90 min wohl größer als nach bloßen 70. Zudem fehlte mir eben dieses nicht beschreibbare Quentchen, das einen guten von einem grandiosen Film unterscheidet ... was auch immer das heißen soll.
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am 24. November 2010
Ich habe diesen Film zum ersten Mal vor ca. vier Jahren auf Arte gesehen und ihn mir in diesem Jahr endlich bestellt. Ich war begeistert von der beklemmenden Atmosphäre und der verwirrenden und gleichzeitig perfekten Kameraführung. Voraussetzung für diesen Film: Der Zuschauer sollte vorher im besten Falle nicht wissen worum es geht! Denn dann gelingt den Machern genau das, was sie erreichen wollen: Eine Gänsehautatmosphäre zu schaffen die an Genialität kaum zu übertreffen ist, wenn Realität und Wahnsinn regelrecht miteinander zu verschmelzen scheinen.

Ferner tun auch die Schauspieler ihr übriges, um diesen Streifen zu einem Gesamtkunstwerk werden zu lassen. Verzweiflung, Wut, Hoffnungslosigkeit, sexuelle Gier und Trauer lassen sich aus jedem einzelnen Gesicht exzellent ablesen.

Wer mal etwas anderes Kino für Zuhause möchte, der sollte sich diesen skandinavischen Psychothriller bestellen und sich auf dieses besondere Erlebnis freuen.

Ich kann den Kauf nur empfehlen!
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am 4. Dezember 2014
Wer kennt das nicht: Die Lieblingsband bringt ein neues Album raus, drei gute Songs dabei, der Rest ist Füllmaterial. Vielleicht hat sich das auch Pål Sletaune gedacht, denn Next Door ist anders. Sozusagen die Maxi-Single unter den Psychothrillern. Füllmaterial sucht man hier vergelblich. Schon in den ersten 5 Minuten hat man den Köder geschluckt und wird fortan von Sletaune durch den immer dichter werdenden Plot gezogen. Wollt Ihr wirklich alles wissen? -- Aber selbstverständlich! -- Selber schuld!

Merkt man es eigentlich, wenn man langsam den Verstand verliert? Eine schwierige Frage, denn wie soll das Organ, das selbst betroffen ist, feststellen, dass es nicht ganz richtig tickt? Die Darsteller liefern eine überzeugende Leistung ab, das gelungene Drehbuch rundet alles ab. Eigentlich kann man froh sein, dass man nach 65 Minuten mehr oder weniger erlöst wird, würde die Spannung mit gleicher Intensität noch eine halbe Stunde weiter steigen, hätte man die Fingernägel bis zur Wurzel abgekaut.

Insgesamt sehr empfehlenswert. Noch empfehlenswerter ist ein ausgedehnter Spaziergang oder eine lockere Komödie nach diesem Film.

Um auf die Frage zurückzukommen: Aber ja!
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TOP 1000 REZENSENTam 11. Januar 2012
John (Kristoffer Joner), ein Büroangestellter, wurde erst vor kurzem von Freundin Ingrid (Anna Bache-Wiig) verlassen. Der Film beginnt mit dieser zerbrochenen Beziehung. Er hängt alleine im ehemals gemeinsamen Apartment rum, als Ingrid noch einmal auftaucht, um einige Sachen mitzunehmen, die ihr gehören. Der neue Freund wartet draussen im Auto.
Wie immer geht John dann zur Arbeit. Als er wieder nach Hause kommt, bittet ihn Nachbarin Anne (Cecilie A. Mosli) um einen Gefallen, der sich zunehmend als sonderbar darstellt.
John soll helfen einen Schrank zu verstellen. Komisch nur, dass dieses schwere Möbelstück vor die Eingangstür gestellt werden soll.
Der schüchterne John registriert dann auch, dass Anne nicht alleine wohnt. Ein weiteres Girl Next Door ist die laszive Kim (Julia Schacht), die reichlich neugierig wirkt.
Der hilfreiche Nachbar bekommt nach getaner Arbeit etwas zu trinken und Anne bittet ihn, ihnen etwas Gesellschaft zu leisten. John denkt sich zuerst nichts weiter dabei.
Doch die Fragen der beiden Frauen werden zunehmend distanzloser, John veraschiedet sich reichlich irritierend von dieser eher verstörenden Begegnung.
Kurze Zeit später klingelt Anne bei John und bittet diesen erneut um einen Gefallen. Er soll kurz bei der ängstlichen Kim bleiben, bis Anne in der Apotheke war.
Er geht darauf ein. John geht in die Wohnung gegenüber, aber zuerst keine Spur von Kim. Zudem wird die Wohnung der beiden Frauen immer mehr zu einem sonderbaren Labyrinth, ein Strudel aus Sex und Gewalt nimmt seinen verhängnisvollen Lauf...
Der Zuschauer wandelt ständig an der Grenze zwischen Realität und Fiction in "Next Door - Manche Türen sollten nie geöffnet werden" (Original: Naboer), diese beiden Ebenen laufen ineinander und erfordern gute Konzentration beim Zuschauer.
Bizarr und irgendwann keiner Logik mehr folgend irrt John durch eine Odyssee, die sich auf zwei Wohnungen beschränkt.
Mit 76 Minuten ist der Film von Pal Stetaune, der auch das Drehbuch schrieb, extrem kurz geraten. Die 2005 entstandene Co-Produktion aus Norwegen, Dänemark und Schweden setzt auf ein mysteriösen Kammerspiel, dass erst in der letzten Sequenz des Rätsels Lösung sichtbar macht.
Verglichen wird "Next Door" mit Lynch, Polanski oder Hitchcock, was zwar nicht abwegig erscheint, aber dennoch etwas hoch gegriffen ist. Vor allem deshalb, weil die besten Arbeiten der Vorbilder auch nachhaltige Emotionen auslösen, eine Eigenschaft, die m.E. diesem unterhaltsamen nordischen Genrebeitrag nicht so ganz gelingen mag.
Die Einschätzung liegt irgendwo in der Mitte von 3 bis 4 Amazon Sternen.
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am 19. Februar 2008
Dieser Film war für mich eine absolute Enttäuschung, ich kann echt nicht nachvollziehen, warum und wieso gerade dieser Film mit "Meisterwerk" oder ähnlich lobenden Begriffen bezeichnet wird.
Wie ich zu dieser Meinung komme? Nun, die Schauspieler spielen mässig, ihre Rollen sind aber auch simpel konstruiert; von den Charakteren, wenn man überhaupt davon reden kann, merkt man nicht viel. Die Protagonisten haben einfach kein Profil, es sind nur leblos agierende Figuren.
Jetzt werden natürlich die (ach so) kunstversierten Avantgardisten entgegnen, gerade dies sei von den Machern so beabsichtigt, dies sei eine künstlerische Reflexion der modernen, anonym-entpersonalisierten Gesellschaft, sozusagen eine "kafkaeske", filmisch umgesetzte Metapher voller Symbolik zur frei(en erfundenen) Interpretation. Sorry, so funktioniert es meines Erachtens nicht, nicht alles was chaotisch ist, ist deswegen gleich Kunst; nicht alles was modern ist, ist deswegen gut. Tatsache ist, die Handlung ist wirr, sie geht auch nicht ganz auf. Die Locations, praktisch nur eine reale und eine imaginäre Wohnung, sind chaotisch, dies ist zwar beabsichtigt und soll (wohl) tatsächlich etwas über den Geisteszustand der Protagonisten aussagen, aber Spannung kommt deswegen trotzdem keine auf. Dieser Film sei ein spannender Thriller, gar eine Studie über den Wahnsinn? Fehlanzeige, total unglaubwürdig. - So gut gemacht wie ein Hitchcock? Wohl kaum.
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am 4. Juli 2012
Ein junger Mann wird von seiner Freundin verlassen. Kurz darauf wird er von seiner Nachbarin um einen Gefallen gebeten. Von diesem Moment an, scheint nichts mehr so zu sein, wie es ist.

Ich bin kein Freund von "Freak-Filmen" - sprich, abgedrehte Fantasie-Realität. Dieser Film ist eine Mischung aus Mysterie und Crazy Elementen. Ohne jedoch zu sehr zu überdrehen, wird er aber sicher nicht den Geschmack von jedem Treffen. Die Story an und für sich einfach gehalten aber ordentlich erzählt. Für den neutralen Betrachter kurzweilig verwirrend, doch seien Sie sich gewiss, das Ende klärt einen auf und hinterlässt kaum offene Fragen.

Fazit:
Mystery der derberen Art, ohne viel Blut. Ein bisschen strange und kaum Mainstreamtauglich, aber für experimentierfreudige Zuschauer, die das 0-8-15 Kino leid sind, eine Sichtung wert.
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am 15. Juni 2007
"Next Door" ist ein ganz besonderer Film, ein Reiseführer in die Abgründe von Sex, Eifersucht und Obsession, ein düsterer Korridor ins Reich der Schizophrenie. Er zeigt, wie aus einem biederen Büroangestellten ein Mörder werden kann. Er zeigt auch, wie die Psyche dieses Mannes Fantasiefiguren hervorbringt, um die begangene Tat sich selbst erklärbar zu machen.

Ort des Geschehens ist ein Altbau in Oslo. In dessen 5.Etage wohnt John, der gerade von seiner Freundin Ingrid verlassen worden ist. Im Aufzug lernt er die verführerische Anne kennen. Frivol umgarnt sie ihn und lockt ihn in ihre Wohnung, die sie mit ihrer angeblichen Schwester Kim teilt. Dort geht Sonderliches vor. Viele Zimmer sind verschlossen, aber fast jeder Raum hat einen eigenen Telefonanschluss. Vor die Eingangstüre wird nach jedem Betreten oder Verlassen der Wohnung ein Wandschrank gerückt. Wenig Licht, dafür labyrinthartige, düstere Korridore. Kim hat zudem ein masochistisches Faible. Beim Vorspiel boxt sie John das Gesicht blutig, um selbst geschlagen zu werden. Nichts für DVD-Seher, die sich leicht verstören lassen.

In Rückblenden oder Zwischenschüben - so leicht ist das vorerst nicht unterscheidbar - taucht Johns Freundin Ingrid wieder auf. Um ihn anzuturnen, muss sie ihm Geschichten über Sex mit anderen Männern erzählen. Irgendwann scheint ihr das genug zu sein. Ingrid holt ihre Sachen und zieht aus. Ihr neuer Lover, Ake, tritt in Erscheinung. Johns Amoklauf beginnt. Und die Grenzen zwischen Kim und Ingrid verschwimmen.

Existieren die verruchten Nachbarinnen tatsächlich? Ist Kim ein Sukkubus oder einfach nur ein Wahngebilde? Horrorfilm oder Tiefenpsychothriller? Die letzte Antwort liegt beim Zuseher.

"Next Door" trägt Züge von "Memento" wie auch von "Blue Velvet" oder "The Machinist". Gedreht wurde der Film in Norwegen. Das Setting ist sehr minimalistisch, ähnlich einem modernen Theaterstück. Die Handlung kommt im wesentlichen mit fünf Akteuren aus. Nach dem Ansehen der "nichtverwendeten Szenen" wird der Plot leichter verständlich. Ebenfalls unter den Extras: ein Doppelinterview, in dem Julia Schacht (Kim) und Cecilie Mosli (Anne), beide sehr attraktiv, erklären, wie sie sich auf ihre Rollen vorbereitet haben. Trotz der Erotik werden simple Voyeure wahrscheinlich enttäuscht sein. "Next Door" gibt weit mehr her als nur nackte Haut. Regisseur Pal Sletaune hat Talent.
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am 24. November 2006
Der Protagonist John befindet sich in einem Streitgespräch mit seiner Exfreundin Ingrid. Sie hat die Beziehung beendet und ist ausgezogen. Heute ist sie hier um noch einige ihrer Sachen mitzunehmen. Zwischen den beiden entbrennt ein Streitgespräch. Beide Standpunkte liegen weit auseinander. Ingrid behauptet, John sei grausam, habe sie absichtlich mit heißem Wasser verbrannt und können nur Sex machen, wenn sie ihm vorher Vergewaltigungsgeschichten erzähle. John bestreitet dies. Die Verbrennung mit dem heißen Wasser nennt er Unfall und an die Geschichten kann er sich nicht mehr erinnern.

Woran sich John während des Gesprächs erinnert sind die Erlebnisse mit den beiden Nachbarinnen eine Tür weiter. Unter einem fadenscheinigen Motiv locken sie ihn rüber in ihre Wohnung. In der weitläufigen Wohnung mit vielen Zimmer, engen Korridoren und altmodischem Mobiliar erlebt John jene Ereignisse, die Ingrid ihm vorwarf. Er hat gewalttätigen Sex und sie erzählen ihm erotische Geschichten über wilde Orgien. Doch das Ganze scheint nicht zu stimmen. John bewohnt allein diese Etage des Hauses, seine Nachbarinnen haben kein Telefon angemeldet und für andere Besucher sind sie unsichtbar.

Freunden und Bekannten, die John besuchen wollen, lässt er nicht mehr in die Wohnung. Er verbarrikadiert sich.

Das Streitgespräch mit Ingrid gipfelt darin, dass John sie erwürgt und sich anschließend mit ihr ins Bett legt, so wie in früheren Zeiten.

Der Film zeigt das Krankheitsbild einer Schizophrenie. John entfernt sich während des Gesprächs mit Ingrid immer weiter von der Realität. Die surrealistische Nachbarswohnung mit ihren absonderlichen Bewohnern dienen zeitweise als Ventil für die in John schlummernde Gewalt. Erst als dieses Reservoir erschöpft ist, wird Ingrid getötet. Kein Film für zartbesaitete Seelen.
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