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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bereichernde Einspielung, 26. August 2010
Von 
Andre Arnold "Lateingott" (Rödental, Bayern) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Violinsonaten 1-6 (Audio CD)
Im Bereich der Violinsonate hat Mozart Ludwig van Beethoven ein enormes Erbe hinterlassen. Mozarts späte Sonaten zeugen von unglaublichem melodiösen Reichtum und schier unerschöpflicher Vielfalt.
Beethoven beschritt ähnliche Wege, wobei er in seinen insgesamt zehn Violinsonaten verstärkt noch die lyrische und die virtuose Komponente betonte. Bereits seinen frühen Sonaten merkt man an, dass ihr Komponist durchaus gewillt ist, in Mozarts Fußstapfen zu treten.

Die ersten drei Violinsonaten veröffentlichte Beethoven mit seinem Opus 12. Die erste Sonate in D Dur eröffnet mit einem spritzigen, heiteren Allegro, das sofort das typisch Beethovensche offenbart und sich damit sofort von Mozart abgrenzt. Auf einen wirklich langsamen Satz verzichtet der Meister zugunsten eines üppigen Variationszyklus'. Den Abschluss bildet ein beflügeltes, energiegeladenes Rondo.
Die zweite Sonate in A Dur beruft sich auf einen unwiderstehlich lieblichen Tonfall. Das zeigt schon das zarte, harmlose Allegro des Anfangssatzes. Auch wenn der Komponist hier erneut einen wirklich Einhalt gewährenden Abschnitt ausspart, so ist das Andante doch in jedem Falle berührend. Das friedfertige Finale rundet das pittoreske Stück gekonnt ab.
Mehr Biss hingegen hat die Es Dur Sonate, die mit einem kernigen Kopfsatz beginnt. Von besonderer Tiefe ist das feingliedrige Adagio, das gerade durch seine Schlichtheit überzeugt. Leichtgewichtiger ist erst das Finale, ein munteres Rondo voller entzückender Momente.

Seine Sonaten op. 23 in a moll und op. 24 in F Dur wollte Beethoven als Paar aufgeführt wissen, was heute freilich kaum der Fall ist. Tatsächlich könnten die Werke verschiedener nicht sein. Die a moll Sonate steckt voller Wut und Härte, was sich vor allem im Kopfsatz zeigt. Der langsame Satz ist eher ein Scherzo als ein kontemplatives Intermezzo. Im Finale kennt der Meister kein Erbarmen, zelebriert vor den Ohren des Hörers einen wilden, teuflischen Ritt.
Eine der bekanntesten Violinsonaten Beethovens ist seine sogenannte "Frühlingssonate". Zugleich ist sie überhaupt die erste viersätzige Violinsonate. Der Habitus des Werkes ist völlig in sich gekehrt, pastoral und unendlich friedlich. Der Kopfsatz offenbart sich als gleitend und fein perlend. Von unfassbarer Gutmütigkeit ist der langsame Satz. Nach dem kurzen Scherzo folgt das luftige Finale, das wie geläutert wirkt.

Die letzte hier eingespielte Sonate ist die in A Dur op. 30,1. Die berührenden Melodien des Kopfsatzes wirken unmittelbar einnehmend. Diese Musik zu beschreiben, ist beinahe unmöglich. Auch das Adagio überzeugt durch tiefste Empfundenheit, erklingt fast wie von ferne. Einzig das Finale in Form eines fragilen Variationszyklus' kann nicht ganz an die vorherige, hehre Stimmung anknüpfen.

Als ich mir diese Doppel CD zulegte, rechnete ich mit einer netten Unterhaltung und einigen schönen Stunden. Nach dem Hören aber kann ich jetzt attestieren, dass die Einspielung Daniel Barenboims und Pinchas Zukermans zu den besten in der umfangreichen Diskographie der vorliegenden Kompositionen zählen. Ihr Spiel ist flott und harmonisch. Barenboims Anschlag steckt voller Wärme und Lyrik. Zukermans singendes Spiel korrespondiert perfekt dazu und sorgt für lückenlose Transparenz: Nie beispielsweise habe ich die Sonate op. 30,1 berührender gehört. Die feine Nuancierung, die perlende Bewegung und die punktgenaue Akzentuierung - gepaart mit der ausgezeichneten Tonqualität - bescheren ein musikalisches Ereignis der Extraklasse, das in Erinnerung bleibt.
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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine sehr gute Aufnahme, 12. Dezember 2006
Rezension bezieht sich auf: Violinsonaten 1-6 (Audio CD)
Dies sind die herrlichen fruehen Beethoven-Sonaten, darunter die Fruehlingssonate mit der wunderschoenen Anfangsmelodie, aber auch die Werke Opus 12, die schon ganz Beethovensch sind, wenn sie auch den Hoerer noch nicht so sehr herausfordern wollen wie die ganz spaeten Werke (dies soll keine Kritik sein, ich liebe die jungen Sonaten genauso).

Gespielt werden die Sonaten hier von Zukerman und Barenboim. Es ist eine klare Aufnahme, ohne Pathos, fast moechte man meinen, eine Aufnahme, in der die Abgeklaertheit der Moderne sich noch einmal der Emotionalitaet Beethovens stellt und diese vollkommen ernst nimmt: es ging mir so, als wuerde ich durch die Moderne noch einmal ganz Beethoven hindurchhoeren - vielleicht eine Ihnen gar nicht zugaengliche Beschreibung, aber besser kann ich das Gefuehl nicht fassen.

Die Stuecke sind glasklar gespielt, dennoch mit genuegend Eigenem. Es ist interessant, man merkt, dass es nicht Anne-Sophie Mutter ist, die die Stuecke ganz einfach, ganz klar, ohne Zusatz gespielt haette; es ist auch nicht Kennedy, der alles ganz neu interpretieren muss; auch ist es nicht Haifetz, der alles irrsinnig virtuos brilliant gespielt haette und es ist eben auch nicht Oistrach, der seine zarte Seele vorsichtig hineingegeben haette. Es sind klare, moderne Musiker, die aber in ihrer brillierenden Klarheit noch immer Herz zeigen.

Hoerenswert.
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