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4.0 von 5 Sternen weil es niemand lesen wird....
Die Geschichte ist 100-fach bekannt, zwei junge Männer, Palestinänser und Automechaniker (letzteren habe ich sowieso nie getraut) aus dem von Israel besetzten Westjordan-Land werden rekrutiert und wollen sich und andere sprengen.

Der Film handelt von Gewalt, der Frage nach Gewalt, erlaubter Gewalt, vererbter Gewalt, erlebter Gewalt, notwendiger...
Veröffentlicht am 15. Januar 2009 von gerne_gut

versus
45 von 54 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Wer hat diesen Film verstümmelt?
Ich habe diesen Film bei seiner Premiere auf der Berlinale gesehen und war tief berührt. Endlich mal ein neutraler Film, der das Leben zeigt wie es ist. Ohne Wertung der eigenen Seite noch der Gegenseite.

Lange habe ich gewartet bis dieser Film auf DVD herauskommt, um ihn meinen Freunden zu zeigen. Habe ich auch. Aber Entsetzen machte sich bei mir breit...
Veröffentlicht am 11. Dezember 2006 von Elexis Freya


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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen weil es niemand lesen wird...., 15. Januar 2009
Rezension bezieht sich auf: Paradise Now (DVD)
Die Geschichte ist 100-fach bekannt, zwei junge Männer, Palestinänser und Automechaniker (letzteren habe ich sowieso nie getraut) aus dem von Israel besetzten Westjordan-Land werden rekrutiert und wollen sich und andere sprengen.

Der Film handelt von Gewalt, der Frage nach Gewalt, erlaubter Gewalt, vererbter Gewalt, erlebter Gewalt, notwendiger Gewalt. Und um Schuld. Kann ein Opfer jemals Täter sein? Erinnere mich gerade an "Die Nacht zu begraben, Elischa" von Elie Wiesel, der sich sein Leben lang damit beschäftigte... Das Bild einer aufgelösten, gebrochenen israelischen Soldatin, jung, ganz jung, die den Anblick sauber geputzter Stiefel an den Füssen ihrer jungen eben bei einem Attentat ermordeter Kollegen nicht ertrug... Formen von Gewalt; gerade gelesen, statistisch erfasst in meinem Land: Kinder mit arabisch klingenden Namen erhalten keine Lehrstelle, bleiben ohne Ausbildung; ist das Gewalt? Auf einem Acker wachsen Staub und Steine; kein oder zuwenig Wasser erhalten in einem Land, in dem es nicht regnet; ist das Gewalt? Einen Stein werfen, dann, ist das Gewalt? Gewalt in ihrer Form schlicht abhängig von den dazu zur Verfügung stehenden Mitteln? Katjuschas, die in Dörfer einschlagen, ein Land, das sich zurecht dagegen wehrt, gerade eben...

Paradise now.. Ich empfehle den Film, nicht weil er Antworten lieferte, aber weil er mich denken macht. Er mich zwingt, mich auseinander zu setzen, zu verstehen und ihn lösen suchen, einen Konflikt, der uns alle betrifft.
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45 von 54 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Wer hat diesen Film verstümmelt?, 11. Dezember 2006
Rezension bezieht sich auf: Paradise Now (DVD)
Ich habe diesen Film bei seiner Premiere auf der Berlinale gesehen und war tief berührt. Endlich mal ein neutraler Film, der das Leben zeigt wie es ist. Ohne Wertung der eigenen Seite noch der Gegenseite.

Lange habe ich gewartet bis dieser Film auf DVD herauskommt, um ihn meinen Freunden zu zeigen. Habe ich auch. Aber Entsetzen machte sich bei mir breit. Dieser Film wurde so zusammengeschitten, dass viele Dinge nicht erklärt werden, Handlungen untergehen, Hintergründe völlig undurchsichtig bleiben. Wichtige Szenen wurden einfach rausgeschnitten und somit wird der ganze Film verfälscht. Welcher Dilettant hat denn diesen Film geschnitten? Auf jeden Fall jemand, der den Film leider nicht verstanden hat. Der ganze Film ist eine Unverschämtheit. So wie dieser Film jetzt ist, wäre er weder für den Golden Globe noch für den Oscar nominiert worden.

Es ist eine Frechheit gegenüber dem Regisseur und den Schauspielern, die wirklich einen tollen, tiefgründigen Film geschaffen haben.

Die Leute, die diese Cuts veranlasst haben, sollten sich in Grund und Boden schämen. Ich kann diesen Film in dieser Form überhaupt nicht empfehlen, da er einseitig geworden ist. Die unterdrückten Palästinenser und die bösen Israelis. Der Originalfilm zeigt eigentlich, dass BEIDE Seiten Opfer und Täter sind. Und das machte den Film so einzigartig. Schade.
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13 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Klasse Film!, 28. März 2006
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Paradise Now (DVD)
Ich habe zwar etwas völlig anderes erwartet, aber dennoch hat mich dieser Film sehr bewegt. Es ist eben nicht Sinn und Zweck des Films, zu polarisieren. Es soll eben nicht in dumpfes schwarz-weiß-Denken verfallen werden. Der Film gibt keine Lösungen und Antworten auf offene Fragen im palästinensisch-israelischen Konflikt, sondern er zeigt das Problem und stellt die Frage. Er fordert dazu auf, sich Gedanken zu machen und sich auseinanderzusetzen. Und genau das macht ihn so wertvoll. Und trotz dieses ernsten Themas schafft es der Film, seinem Zuschauer ab und zu ein kleines Lachen abzuverlangen. Man muss es sehen um es zu verstehen.
Dieser Film ist genial!
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19 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Authentisch und ohne jede Bewertung, 6. April 2006
Von 
Rezension bezieht sich auf: Paradise Now (DVD)
Interessant, was bereits geschrieben wurde.
Wer erwartet, dieser Film wird wie die übliche Berichterstattung eine Meinung für ihn vorgekaut und verpackt bereithalten wird bitter entäuscht. Dieser Film regt zum eigenständigen Denken an, dieser Film BILDET !
Spricht man mit 5 verschiedenen Leuten darüber (ich war auf der Premiere und tat das danach), erhält man 5 grundverschiedene Geschichten über den Eindruck, den Paradise Now vermittelt hat.
Das ist das eigentlich geniale, warum er auch so hoch ausgezeichnet wurde und warum selbst von westlichen Ländern nicht gewagt wurde, ihn zu boykottieren. Übrigens ist es eine Niederländisch/Deutsche Produktion mit einem deutschen Drehbuchautor und Produzenten. Die Authentizität wird durch den einheimischen Regisseur und grandiose Aufnahmen des dortigen Lebens gesteigert, selbst wenn man sich ein wenig mit dem Konflikt dort beschäftigt erhält man neue und wichtige Erkenntnisse über die Menschen, ihr Leben, ihre Gedanken und Träume.
Schaut Euch diesen Film an und erweitert Euren Horizont, mehrt Euer Wissen und befreit Euch von einigen Vorurteilen, die einseitige Berichterstattung hervorrufen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine neue Form von Antikriegsfilm, 15. April 2010
Von 
Richard Paraizs (Dierdorf im Westerwald) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Paradise Now (DVD)
Wer sich diesen Film ansieht, wird es nicht leicht haben ihn zu verdauen. Er beschreibt das Leben der Palästinenser im Westjordanland und deren Hoffnungslosigkeit unter der israelischen Besatzung. Der Film begleitet zwei Brüder auf ihrem Weg hin zur Entscheidung, Selbstmordattentäter zu werden. Die Charakterentwicklung wird gut dargestellt, insbesondere dadurch, dass trotz der oberflächlichen Gemeinsamkeiten beider zu Beginn, zum Ende hin die unterschiedlichen inneren Einstellungen deutlich werden.

Sehr sehenswert, ich denke, man sollte ihn häufiger sehen, da er mitunter sehr subtil arbeitet und die Wende doch überraschend kommt. Er beschönigt oder überdramtasiert nicht. Er wahrt immer die nötige Distanz und wirkt weder pathetisch noch zu simpel. Insbesondere die Schlussszene vermittelt die Botschaft des gesamten Filmes ohne dabei Worte zu verwenden.

Sehr gut!
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6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Wenn Gott es will...", 4. April 2006
Von 
Martin Ostermann "ostermannm" - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Paradise Now (DVD)
... dies antwortet der junge Palistinenser Said mehrmals in diesem sehr eindrücklichen Drama über das Leben in Nablus, die schizophrene Situation der Koexistenz mit Israel und über die Ohnmacht, aus der der Terror erwächst.

Einmal sagt Said "wenn Gott es will" auf die Frage einer jungen Frau, mit der sich eine Liebesbeziehung anbahnt, ob sie sich am nächsten Tag wiedersehen werden. Ein anderes Mal spricht er den selben Satz als Jamal ihn fragt, ob er bereit sei. Dieser Jamal ist führendes Mitglied einer Terrororganisation und hat ihm soeben die Nachricht überbracht, dass er und sein Freund Khaled für einen Selbstmordanschlag in Tel Aviv am nächsten Tag ausgewählt worden sind.

Was den Film auszeichnet ist, dass er über den Terror erzählt, ohne diesen wirklich zu zeigen. Nur einmal hört man eine Explosion und Schüsse von ferne. Gezeigt wird alltägliches Leben in seiner Schönheit (das Zusammensein der Freunde, mit der Familie und mit der Frau des Begehrens), aber auch in seiner Absurdität (das Nutzen von Nebenwegen, da wieder eine Straße gesperrt ist, der Verkauf bzw. Verleih von Selbstmordattentätervideos, aber ebenso von Videos von Kollaborateuren kurz vor ihrer Hinrichtung).

"Paradise Now" schaut hinter die schon fast alltäglichen Bilder des Terrors, die wir aus den Nachrichten kennen. Wer sind diese jungen Männer, die sich selbst in die Luft sprengen, um damit andere Menschen ebenfalls in den Tod zu reißen?

Als der erste Anlauf die beiden mit Sprengstoffgürteln präparierten Freunde nach Israel zu schmuggeln scheitert, schlüpft Said doch noch einmal durch den Zaun, während Khaled bereits mit Jamal wieder auf dem Rückweg ist. Said wartet mit Israelis auf den Bus. Als er in diesen einsteigen will, steht ein kleines Mädchen vorne beim Fahrer und er zögert, winkt schließlich ab und lässt den Bus weiterfahren.

Der Fanatismus des Terrors macht keineswegs blind für Menschlichkeit, aber reine Menschlichkeit erscheint den meisten auch nicht als Lösung. Sicherlich wird jeder, der den Film gesehen hat, dennoch Terror und Mord ablehnen, aber es fällt schwerer, die Täter einfach zu verdammen, denn sie haben ein Gesicht bekommen. Sehr Sehenswert!

Als Extras enthält die DVD neben einem Making Of auch Interviews mit dem Regisseur und dem Darsteller des Said.
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13 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Glaube, das Gerechte und jene die das ausnützen., 16. Juli 2006
Von 
Lothar Hitzges (Schweich, Mosel, Germany) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Paradise Now (DVD)
Das Leben in Nablus scheint ein Leben im Getto zu sein. Überall sind die Straßenkontrollen der Israelis, Pässe zeigen, Gepäckstücke öffnen und Leibesvisitationen. Perspektiven gibt es kaum. Hier verdienen alle zu wenig um fortzuziehen. So leben auch die beiden Protagonisten Khaled und Said als Automechaniker von einen Tag zum anderen.

Als sich die Möglichkeit bietet, ein Selbstmordattentat zu begehen, sind beide bereit dies zu tun. Sie feiern ein letztes Mal, lassen sich eine Bombe an den Körper kleben und werden zum Ort des Ereignisses gefahren. Ihr Glaube scheint fest zu sein und für sie ist dies nur die heldenhafte Reise ins Paradies. Dies bestätigt auch ihr Begleiter, der ihnen versichert, zwei Engel würden sie in Empfang nehmen.

Das Attentat scheitert, beide können fliehen und damit haben sie Gelegenheit gründlich über das nachzudenken, was sie da vorhatten. Eine junge Frau, die für Said Sympathien hegt hinterfragt die Erfolgsaussichten einer solchen Tat. Zunächst scheinen die ausgesäten Zweifel keinen Erfolg zu haben, denn sie lassen sich erneut mit einer Bombe verkleben und ziehen wieder los. Bei Khaled siegen die Zweifel und er bricht das Attentat ab. Said, dessen Vater ein Kollaborateur war, wankt.

Die Film zeigt zunächst wie leicht Attentäter zu rekrutieren sind. Wie viel Glaube an das Paradies notwendig ist, um an ein besseres Leben danach zu hoffen. Der Dialog über Richtigkeit und Erfolg setzt erst nach dem Misslingen ein. Das Aufzeigen von Alternativen, die sicher langwieriger, dafür aber gewaltlos und erfolgsversprechender sind, gehört nicht zum Repertoire der Rekrutierungsbanden.

Viel Anspruch, wenige gute Dialoge und viel Raum zum Nachdenken bietet dieser Film. Das er gerade Palästinenser zeigt, macht das gezeigte Problem keineswegs lokal, vor dreißig Jahren hätte er mit IRA-Mitgliedern die gleichen fatalen Intensionen der Anwerberbanden gezeigt.
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9 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Warum?, 18. Januar 2007
Rezension bezieht sich auf: Paradise Now (DVD)
Warum nur hat dieser Film so eine schlechte Wertung? Zu wenig Oscars? Dabei sind doch gerade die heute kein Garant mehr für gutes Kino. Guten Wertungen aus Cannes kann man hingegen noch getrost vertrauen. Gerade hier hat Paradise Now! zurecht eine Auszeichung erhalten.

Die Story:

Zunächst bekommt der Zuschauer neben einigen bedrückenden Bildern über die Besatzungszonen nahe Israels einige wunderschöne Ausschnitte von der Landschaft zu sehen. Die beiden Protagonisten werden bald darauf für ein großangelegtes Selbstmordattentat rekrutiert. Von hier an nimmt die Story einen stetig rasanter werdenden Lauf in dem man die beiden Charaktere durch ihre vermeindlich letzten Lebensstunden begleitet. Viele Einblicke die man gewinnen kann leuchten die Märtyrertode im Nah-Ost-Konflikt ganz neu aus und vermitteln das Gefühl eigentlich doch nichts zu wissen.

Paradise Now ist dramatisch, und NICHT Moralfrei. Viele Vorredner haben den Eindruck hinterlassen es ginge hier um einen Spielfilm mit Dokucharakter. Dem ist nicht so. Wer nach Ende des Films meint die Aussage wäre nicht, das das "sinnlose" Sterben im Nahen Osten nie ein Ende finden wird, der hat umsonst zugeschaut. Da es um Palestinänser geht und nicht um Juden wird hier natürlich auch (wenn auch indirekt) zu Gunsten der Palästinenser gewichtet. Aber das ist ein Punkt über den man durchaus auch streiten kann.

Fakt ist: Paradise Now! ist ein politischer Film den es zu sehen lohn. Keine Partei wird als gut oder böse gewichtet. Was gemacht wird ist letztlich nur, die "Täter" und "Opfer" zu vermenschlichen. Daran ist und kann nichts falsch sein, den letztlich stecken auch immer Menschen mit einer Geschichte hinter Selbstmordanschlägen.
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4.0 von 5 Sternen Sehenswert.., 30. November 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Paradise Now (DVD)
Erwartet habe ich zwar etwas anderes, fand den Film aber jedoch bewegend und interessant. Der Film zeigt die bekannte Problematik und fordert einen dazu auf, sich Gedanken zu machen und sich damit zu befassen. Kann es nur weiter empfehlen!
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5.0 von 5 Sternen Ungetrübter Blick ins Westjordanland, 9. März 2012
Rezension bezieht sich auf: Paradise Now (DVD)
Dieser Film geht unter die Haut. Khaled und Saïd sind enge Freunde im Westjordanland, die beide gemeinsam für ein Selbstmordattentat ausgewählt werden. Die Operation scheitert jedoch bereits zu Beginn und die Freunde werden getrennt. Von diesem Moment an entwickelt sich die Denke der Freunde in verschiedene Richtungen.

Der Regisseur liefert hier einen Film ab, der meinen höchsten Respekt hat. Zunächst gelingt es ihm sehr gut, das tägliche Leben im heutigen Palästina darzustellen. Der Alltag der beiden Freunde ist trostlos und bedrückend. Auf diesem Nährboden fällt es den Organisatoren der Selbstmordanschläge leicht, neue Attentäter zu finden. Dennoch werden die Männer, die die Freunde anwerben, nicht als absolute Bösewichte dargestellt, wie das in einem Hollywoodstreifen sicherlich der Fall gewesen wäre. Diese offene Herangehenseise an die Thematik ist die grosse Stärke des Films. Sie führt sicherlich auch zu den hiesigen negativen Bewertungen. Viele Rezensenten verwechseln dies mit einer Unterstützung der Selbstmordattentäter. Dem ist nicht so! Durch die unterschiedliche Entwicklung der beiden Hauptdarsteller schafft der Regisseur es, beide Seiten darzustellen, ohne anzuklagen oder Stellung zu beziehen. Die Wertung bleibt dem Betrachter frei gestellt. Dankenswerterweise wurde auch auf Schockbilder von Terroropfern verzichtet.

Für mich ist dieser Film ein wichtiger Beitrag, in dem klare Meinungen geäussert werden, der es aber dennoch schafft, eine offene Haltung zu bewahren. In Situationen wie diesen, gibt es nur Veränderung, wenn es einer der beiden Seiten gelingt, ohne Gewalt auszukommen. Nur so kann ich die andere Seite bewegen, sich zu verändern. Solange dies nicht geschieht und Gewalt mit Gewalt beantwortet wird, bleibt alles so, wie es ist und es sterben weiter unschuldige Menschen und Kinder - auf beiden Seiten. Dies haben wir schon in diversen Krisenherden gesehen (Nordirland, Südafrika, Indien, etc.).

Dieser Film zeigt die menschlichen Wesen hinter dieser Spirale der Gewalt. Dies ist schon eine ganze Menge. Sicherlich hätte der Regisseur die Charaktere tiefer entwickeln können, aber darum ging es ihm nicht. Am Ende des Films werden noch einmal alle beteiligten Menschen in Stille gezeigt. Das ging mir sehr unter die Haut. Das Ende bleibt offen, aber mit einer sehr klaren Tendenz.

Ich empfehle diesen Film uneingeschränkt für alle, die einen Film sehen wollen, der einen Anspruch hat, und die einen Blick hinter die Kulissen unserer schnöden Nachrichtenwelt werfen wollen.
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Paradise Now
Paradise Now von Kais Nashef (DVD - 2006)
EUR 13,98
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