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12 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Es wird dunkel in der Seele - und die Geigen spielen dazu...
Mal vorneweg: Selbst ein schwaches Morrissey Album ist bei weitem Interessanter als alles andere, was andere Musiker seiner Generation so verfassen. Der Mann der beinahe im Alleingang (lediglich unterstützt von Johnny Marr, Stephen Street und Co.)die zweite Hälfte der 80er rettete kehrt also erneut zurück.

Das Album besitzt zwar ein...
Veröffentlicht am 22. April 2006 von Citizen K

versus
7 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Die wohl schlechteste Kopie seiner selbst
Was mit "Viva Hate" als einer genialen quasi- Fortsetzung der späten Smiths sehr vielversprechend begann, fand spätestens mit "You are the Quarry" seine Auflösung in der überproduzierten Belanglosigkeit. Von Ausrutschern wie "Southpaw Grammar" einmal abgesehen, waren Morrisseys Solo- Longplayer immer wieder kleine Kunstwerke mit mal mehr, mal weniger...
Veröffentlicht am 14. September 2006 von photona


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12 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Es wird dunkel in der Seele - und die Geigen spielen dazu..., 22. April 2006
Von 
Rezension bezieht sich auf: Ringleader Of The Tormentors (Audio CD)
Mal vorneweg: Selbst ein schwaches Morrissey Album ist bei weitem Interessanter als alles andere, was andere Musiker seiner Generation so verfassen. Der Mann der beinahe im Alleingang (lediglich unterstützt von Johnny Marr, Stephen Street und Co.)die zweite Hälfte der 80er rettete kehrt also erneut zurück.

Das Album besitzt zwar ein eigenständiges Soundgewand, erinnert aber dennoch auffallend an seine Frühtat "Viva Hate", man höre nur "Altasian Cousin" und danach "The youngest was the most loved". Das soll allerdings keine Kritik sein sondern nur klarstellen, dass Morrissey auch mit diesem Album an seine Glanzzeiten anknüpft. Davon zeugen schon die typisch großartigen Songtitel (vor allem "To me you are a Work of Art"). Auch ansonsten wird textlich vom Leder gezogen, dass es eine Freude ist. Das Teenager-Sex-Trauma wird hier weniger aufgegriffen stattdessen gibt es Geschichten über Vatermord und das Leben, dass ein Schweinestall ist...

"I am a Ghost and as far as I Know I haven't even died"...

Da stellt man sich die Frage: Ist Morrissey jetzt der beste englischsprachige Lyriker unserer Zeit, als der er oft betitelt wurde? Gegenfrage: Wer solls denn sonst sein?

"I just want to see this boy happy" singt er in einem Song. Wenn er einen glücklichen Jungen sehen will, kann er zu mir kommen wenn ich dieses Album höre.

He is a Light that never goes out.
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10 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Neugeburt eines exzentrischen Genies, 4. Dezember 2006
Rezension bezieht sich auf: Ringleader Of The Tormentors (Audio CD)
Das höchste Gut eines Kritikers ist die Objektivität. Doch es gibt Fälle, da ist man förmlich dazu gezwungen, Ausnahmen zu machen und der feine Spur der Schwärmerei zu folgen. Steven Patrick Morrissey ist so ein Fall. Er polarisiert, es gibt nur schwarz oder weiß. Für die einen ein aufgeblasener, zynisch-boshafter Egomane, der sich von der Welt unverstanden fühlt und dies jahrein jahraus kundtut, für seine Fans ist der ehemaligen Frontmann der Manchesterpop-Band "The Smiths" ein Popphilosoph allererster Güteklasse, ein Heilsbringer, bei dem sie sich – trotz (oder gerade wegen) allem Zynismus - geborgen fühlen und dessen Liedtexte eine magische Ausstrahlungskraft besitzen.

2004 war sein Jahr. Sieben lange Jahre ließ er seine Anhänger darben, um mit seinem Album "You are the Quarry" wieder dahin zurückzukehren, wo er sich selber am liebsten sieht. Auf dem Pop-Olymp. Diesmal ließ der "Mozzer", wie er von Fans genannt wird, sich weniger Zeit, um mit "Ringleader of the tormentors" ein neues Werk in den CD-Spielern der depressiv angehauchten Klientel rotieren zu lassen. Anstatt sich aber auf das Erfolgsrezept der Vorgängerplatte zu verlassen, änderte der Engländer nahezu alles. Sogar seine Grundeinstellung gegenüber dem Leben an sich ("Living longer than I intended - something must have gone - RIGHT!"). Unerwartet positive Zeilen überraschen Fans und Kritiker gleichermaßen, ohne dass er auf seine mit gewohnt spitzer Feder vorgetragenen Attacken und feinen Anspielungen (auch auf seine sexuelle Neigung) verzichtet hätte. Der Umzug in die "Ewige Stadt" Rom scheint Morrissey Inspirationsquelle par excellence geboten zu haben. Mit der Singleauskopplung "You have killed me" ließ er direkt einmal ein locker-leichtes Sommerlied auf das Publikum los, um auf dem Album mit unfassbar bombastisch instrumentierten Pop-operetten wie "Life is a pigsty" zu antworten. Sogar vor Kinderchören wie in der zweiten Auskopplung "The youngest was the most loved" schreckt Morrissey nicht mehr zurück.

So gelingt ihm – unter Mithilfe Ennio Morricones (ja, der "Spiel mir das Lied vom Tod"-Morricone) – ein Feuerwerk an grandiosen Songs, ein wahres Popmeisterwerk, dass von wundervollen Melodien und seiner grandiosen Stimme getragen wird. Wer Musik liebt, wird "Ringleader of the tormentors" anbeten. Für mich jetzt schon das Album des Jahres – ach was, das Album der letzten 10 Jahre. Wer sagte hier noch etwas von Objektivität?
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5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Der Modzfather lebt weiter und das Leben bleibt beschissen, 20. Juni 2006
Rezension bezieht sich auf: Ringleader Of The Tormentors (Audio CD)
Es ist schön Morrissey auf erneut hohem Niveau wiederzuhaben - und das nur zwei Jahre nach seinem wundervollen Comeback mit "You Are The Quarry". Rom und seine melancholische Ausstrahlung auf Besucher im Herbst haben ihn wieder zu einem weiteren kreativen Höhenflug verholfen. Fast perfekt. Die Lyrics auf "YATQ" waren einfach bissiger, pointierter und lebendiger. Es gibt für mich nur wenige Popalben die vom ersten Takt an so beeindrucken und mitreissen. ("I will die with both hands left untied.") ZU ROTT: Der eher willig und billig anmutende Opening Track "Far Off Places", erinnert eher an den wirklich grandiosen Bowie der Spätsiebziger ("Lodger" - ebf. von Visconti mitproduziert) und hat nicht die überzeugende Energie von "Irish Blood, English Heart". Die erste Hälfte inkl. "Life is a Pigsty" finde ich sonst sehr gelungen. Morrissey tut sein Bestes: Melancholie, Sensibilität, Inspiration, Witz, Charme und Galgenhumor wird hier niemand vermissen. Es ist schön dass es noch erfolgreiche Sänger und Songwriter von seinem Format gibt. Nur "You Have Killed Me" klingt eher nach englischem Eurovisions-Songcontest als nach Morrissey.
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5.0 von 5 Sternen Für alle Gepeinigten dieser Welt, 25. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: Ringleader Of The Tormentors (Audio CD)
Nach dem grandiosen Comeback "You are the Quarry" (2004) ließ sich Morrissey gerade einmal zwei Jahre Zeit, der Welt ein neues Album zu schenken. Und was soll man sagen, außer, dass alle Gepeinigte, Melancholiker und Hobbypessimisten sich in diesem Album wiederfinden werden?

1 - I will see you in far off places: Flotter Opener, der den geneigten Hörer schon auf das Soundgewand des Albums einstimmt.
2 - Dear God, Please help me: Ennio Morricone untermalte diesen Song, und wie alles, wo Ennio Morricone seine Finger im Spiel hat, ein grandioser Song, der am Ende tatsächlich Glauben macht, dass Morrissey auf seine Art der religiöseste aller Menschen ist. Auch wenn er das natürlich rigoros ablehnen würde.
3 - You have killed me: Der typische Hit, den jedes Album braucht, starker Refrain und mitreißend!
4 - The Youngest was the most Loved: Rabenschwarzer Text, erinnert ein wenig an "First of the Gang to Die" im besten Sinne. Schöne Fortsetzung!
5 - In the Future when all's well: Tolle Gitarre in diesem Song, genauso gehört das gespielt! Seien wir froh, dass Morrissey dafür sorgt, dass in der Zukunft alles gut wird, er ist auch der Einzige, der dafür sorgen kann ;).
6 - The Father who must be killed: Wie auf jedem Morrissey-Album muss jemand sterben, diesmal ist es der Vater, der einfach im Weg war. Toller Kinderchor, animiert zum Mitsingen!
7 - Life is a Pigsty: Normalerweise stehe ich nicht auf sieben Minuten lange Popsongs, aber Morrissey schafft es, diese sieben Minuten wie einen Wimpernschlag wirken zu lassen. Monumental, düster, und mit mächtig viel Regen im Hintergrund ein Highlight des Albums!
8 - I'll never be Anybody's Hero: Elegische Ansage an das Anti-Heldentum, das die Aussage des vorigen Liedes noch einmal bekräftigt.
9 - On the Streets I ran: Take people from Pittsburgh, Pennsylvania, just spare me! Genauso sieht es aus, jeden kann Gott zu sich nehmen, nur den guten Moz lässt er besser noch eine Weile hier unten, schließlich muss er noch ein wenig rennen ;).
10 - To me You are a Work of Art: Mein Gott, dieser Mann hat vielleicht Emotionen! Es mag ja sein, dass Morrissey asexuell ist, von der Liebe versteht er aber was. Eines der besten Liebeslieder, das ich kenne.
11 - I Just want to See the Boy happy: Wenn das seine Ansage an den geneigten Hörer ist, hat er es geschafft, zum Ende des Albums bin ich mehr als happy, ja sogar euphorisch und überglücklich. Danke Moz!
12 - At Last I am born: Das obligatorisch wehmütige Abschlusslied, das uns sagt, schade, dass es vorbei ist, aber wir hören uns bald wieder. Einfach auf Replay drücken!

12 Hits hat Morrissey auf diesem Album versammelt, ein Album, das man immer wieder und wieder hören möchte. Das Leben ist eine Schweinerei, aber dank Morrisseys Gesangs- und Kompositionsküsten auf schopenhauerianische Weise zu ertragen. Danke dafür, ganz ehrlich und aus vollem Herzen, mein lieber Morrissey!
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2 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Fast wieder ein Meisterwerk, 9. Mai 2007
Von 
Thomas Gebauer (Kirchberg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Ringleader Of The Tormentors (Audio CD)
Da ist er nun also, der Nachfolger zu Morrissey endlos erfolgreichem Comeback - Werk "You are the quarry"!

Wie jedes Morrissy - Album hat auch "Ringleader of the tormentors" seinen Aussetzer, der aber diesmal gleich am Anfang kommt: "I will see you in far-off places". Produzent Tony Visconti hat für den Titel wirklich alles, was er an Effekten in seinem Studio finden konnte in den Song gepackt und ihn mit seinen dröhnenden Gitarren und besagten Effekten schlicht überladen. Auf ihn folgt jedoch die brillante Ballade "Dear god please help me", deren Streicher von Ennio Morricone arrangiert wurde, in dessen Studios in Rom das ganze Album eingespielt wurde. Darauf folgen die 3 ersten Singles des ALbums, die (zurecht) solide Platzierungen in den Charts errreichten. Das schnoddrige "You have killed me" ist sicher die Beste dieses Triumvirats. "The father who must be killed" und "On the streets I ran" sind als solide Füller zwischen den großen Werk "life is a pigsty" (besonders live ein ungeheuer beeeindruckendes Stück)und dem ebenso schönen "I'll never be anibodies hero now",sowie dem wunderbaren "To me you are a work of art" ("To me you are/ a work of art/ and I'd give you my heart/that's if I had one.") zu betrachten. "I just want to see the boy happy" ist dann kurz vor Ende ein ordentliches Rock - Stück, was von dem ungewöhnlich optimistischem, melodiös aber nicht allzu gelungenen "At last I am born",welches das Album abschließt, gefolgt wird.

Alles in allem ist "Ringleader of the tormenters" abermals ein sehr gelungenes Werk von Morrissey und dürfte - trotz einiger Schwächen - mit seinen Liedern all dem überlegen sein, was wir im Radio vorgesetzt kriegen. Zudem ist es ingesamt inhaltlich stimmiger als sein Vorgänger "You are the quarry". Spätestens wenn man die Lieder live gehört hat, wird man das Album wirklich schätzen, nicht zuletzt, weil Morrissey neuer Co- Writer Jesse Tobias Mozzers Sound sowohl auf der CD, als auch live um einige Nuancen rockiger gemacht hat.
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2 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Unnachahmlich, 15. Juni 2006
Von 
dreamjastie (Dresden) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Ringleader Of The Tormentors (Audio CD)
Schon wieder ein Morrissey-Album, das nicht nach The Smiths klingen will. Wie das wohl kommt? Wäre es beabsichtigt, stünde es wohl auch draußen drauf. Aber nein, dort steht „Morrissey“. Und der macht dort weiter, wo er mit dem letzten Studioalbum aufgehört hatte. Obwohl, die neue CD ist etwas schwerer zugänglich, ich brauchte einige Durchläufe, bevor ich mich mit den Songs wohlfühlte. Ach, und dann ist da noch ein Kinderchor dazugekommen. Sicher, das kann ins Auge gehen. Aber wenn die Kinder artig singen: „The father who must be killed“, dann ist das nicht kitschig, sondern subversiv.

Ansonsten alles wie gehabt: es wird getötet und geboren, und Morrissey reibt sich wieder auf unnachahmliche Weise ironisch an Gott und der Welt und den USA: „If your God bestows protection upon you / and if the USA doesn't bomb you / I believe I will see you.“ (Man beachte dazu auch das unscheinbare Grafitti auf dem Foto der Booklet-Rückseite.) Am Morrissey'schen Wesen kann ruhig noch immer die Welt genesen. Wenn sie mag.

Mein Highlight: „Life is a pigsty“. Denn wer intoniert so hingebungsvoll wie er, dass das Leben doch eigentlich ein ziemlicher Saustall ist und lässt es dazu noch so richtig gepflegt krachen und scheppern? Meine späte Erkenntnis: Morrissey ist eine Klasse für sich. Chapeau!
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3 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein sehr reifes Album, 4. Mai 2006
Von 
Martin Oehri (Hannover) - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Ringleader Of The Tormentors (Audio CD)
Nach seinem 2003 Album "You Are The Quarry" ist Morrissey so etwas wie der Liebling der Kritiker, des Feullitons und einer der letzten Intellektuellen der Popmusik. Und mit seinem neuen Album wird er diesem Ruf auch noch gerecht.

Trotz einer Altherrenriege wie Produzent Tony Visconti, der jede Lücke im Sound auffüllt (Kinderchor o.ä.) oder Ennio Morricone, der auch orchstrales hinzu fügen darf. Doch all diesen Unkenrufen zum Trotz bleiben am Ende die wunderbaren melodischen Kleinode unbeeindruckt von solchen Äußerlichkeiten stehen. Gefüllt werden die musikalischen Eingebungen mit den üblichen, meist jammernden Zeilen, doch im Gegensatz zu früher gibt es immer wieder explicit lyrics sowie den einen oder anderen humoristischen Schlenker, welcher aufkommende inhaltliche Schwermut wegwischt.

Ein sehr reifes Album eines der letzten s.o. der Popmusik. Aber auch nicht mehr.
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6 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eintöniges vom Mann im Anzug, 12. Dezember 2006
Von 
Thomas Schmitz (Mechernich) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Ringleader Of The Tormentors (Audio CD)
Jaja, der geschniegelte Morrissey. Würde er sich selbst aufnehmen, während er unter der Dusche singt, den Gesang von Tony Visconti mit ein paar kitschigen Streichern unterlegen lassen und das als Album verkaufen: die Musikpresse würde ihn lieben. Sie würde ihn wohl auch lieben, wenn er den Ententanz neu interpretieren würde - oder gar Wolle-Petry-Songs.

Ganz so schlimm ist es nicht, aber beim Hören des Openers "I will see you in far-off places", diesem überdimensionalen Orient-Kitsch, hofft man eigentlich, den guten Morrissey nie zu sehen, noch nicht mal in "far-off places". Oder sollte das gar eine Drohung sein? Noch schlimmer wird's ganz am Schluss: "At last I am born". Stimmt, zumindest wurdest du geboren, hast uns die Smiths geschenkt und einige tolle Solo-Songs (später dazu mehr). Aber muss diese Theatralik wirklich sein? Das klingt wie Oper, schlechte Oper, Glam-Rock-Schmonz.

Doch zwischen diesen beiden Ärgernissen liegen zehn weitere Songs, mal schwach, mal aber auch ausgesprochen gut. Einmal sogar gigantisch: "Life is a pigsty" dürfte einer der besten Songs dieses Jahres werden. Keine Sekunde der 7:22 Minuten ist zu viel. Und wann kann man das schon mal von einem solchen Radioformatkiller behaupten? Ansonsten ist Morrissey am besten, wenn er auf Theatralik, Kitsch und gesangliche Ausflüge in die Schlagerwelt der 70er-Jahre verzichtet und einfach Mid-Tempo-rockt. Die Single "You have killed me" sei hier als Referenz genannt.

So bleibt ein Album, dass von der Fachpresse hüben wie drüben wieder über den grünen Klee gelobt wird, das aber bei genauerer Betrachtung nicht mehr ist, als ein okayes Pop-Rock-Album eines (tschuldigung) alten Mannes.
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0 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Viva Music! Viva Morrissey..., 18. April 2006
Rezension bezieht sich auf: Ringleader Of The Tormentors (Audio CD)
Lang lebe Musik! Lang lebe Steven Patrick Morrissey! Mit "Ringleaders Of The Tomentors" gelang dem "Mozzer" der verdiente Erfolg: Das Album setzte sich in Großbritannien auf Anhieb an die Spitze der Charts - das gelang Morrissey zuletzt im Jahr 1994 mit dem Album "Vauxhall and I". Produziert wurde das neue Werk von Tony Visconti (der u. a. David Bowie produzierte), in den in Rom befindlichen Tonstudios von Soundtrack-Legende Ennio Morricone (von "Spiel mir das Lied vom Tod" bis "Kill Bill)! Zwölf unverkennbare Songs, ausgestattet mit den schon traditionell kontroversen Texten, bilden das Gerüst für eines der Album-Highlights des Jahres 2006...KAUFEN!!!
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3 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Morrissey „turns sickness into popular song"!, 4. April 2006
Rezension bezieht sich auf: Ringleader Of The Tormentors (Audio CD)
Vorab gesagt, würde ich nicht behaupten, daß „Rott" eine große Veränderung zum Vorgänger „...Quarry" bringt - vielmehr gibt es Parallelen:
Die ersten Sekunden, als hätte man versehentlich Morissette („Hand in pocket") aufgelegt, erinnert „I will see you..." abgesehen von Morrisseys typischem Gesang vor allem an britische Bands der frühen 90er, wie etwa Ride. Der dominante Baß unterstützt die orientalischen Harmonien von Gitarre und Bläsern und diese wiederum den Titel und den (ähnlich wie bei „America is not the world") mit Anti-USA Zeilen versehenen Text. *** „Dear God..." ist der fast schon zu frühe Ruhepol, den „Camden" beim Quarry Album darstellte. Die Streicher untermalen die schöne, eingängige Melodie. *** „You have killed me" ist eine Gitarren-Nummer im Stil eines „Irish Blood..." und ist fast schon zu dominant im Refrain - der Clou: Es endet mit „There is no point saying it again - I forgive you" und könnte dabei an das auf Quarry ebenfalls an #3 stehende „I have forgiven Jesus" anspielen". *** Das kurz gefaßte „The youngest..." ist wiederum eine Mid-Tempo Nummer im Stile eines „How can anyone possibly...", deren bemerkenswertester Moment der einsetzende Kinderchor bleibt - das erste von drei eher schwächeren Liedern auf dem Album. *** „In the future..." ist ebenfalls nur durchschnittlich und es entsteht der Eindruck, daß manche B-Seite von Quarry besser war (insbes. „Friday Mourning") - Morrisseys Gesang am Ende reißt es aber wieder raus. *** „The father..." verwendet wiederum den Kinderchor und kann nur durch die Melodieführung nach den jeweiligen Sequenzen von Strophe und Refrain überzeugen, die das Lied in der letzten Minute großartig ausklingen läßt. *** Mit „Life is..." setzt der Regen ein und der unterlegte Synthesizer erzeugt eine Stimmung wie bei Eminems „Stan". Das wieder originellere Lied klingt in den letzten Minuten orchestral - episch aus. *** „I'll never be..." ist das Pendant zu Quarrys „You know I couldn't last" oder „Let me kiss you" und leitet als sehr gelungene, Piano unterstützte Ballade die - meines Erachtens - besten Lieder des Albums ein. *** „On the streets..." ist dynamisch wie „Irish blood..." hat einen schönen instrumentalisierten Refrain und besonders amüsanten Text - fragt sich nur, was Morrissey gegen Leute aus Pittsburgh hat. *** „To me you are..." besticht bei aller Schönheit der Melodieführung vor allem durch einen brillanten Baß, der im Zwischenspiel und Coda von Streichern und Gitarre unterstützt wird. *** „I just want to..." ist wiederum rockig schlicht und ausklingend spielt die Trompete, wie man es von R.W.s „Let me entertain you" her kennt. *** Die Schlußnummer „At last..." beginnt ähnlich gewaltig wie Embraces „All you good good people" und Morrissey spricht zwischendurch fast wie Jarvis Cocker - von diesen sich schnell abnutzenden Effekten abgesehen, bleibt die Nummer jedoch eher eintönig.
Zur Einordnung: Hat Morrissey 2004 für mich (zusammen mit Kasabian) noch das Album des Jahres abgeliefert, reicht es 2006 wohl nicht für den Titel - aber immer noch für 4 Sterne.
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