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33 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Neue Referenz, 27. August 2006
Von 
Marcel Bartnik (Luxemburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Klavierkonzert 1,2 (Audio CD)
Die Klavierkonzerte von Johannes Brahms nehmen in mehrerer Hinsicht eine Sonderstellung ein: Sie sind erheblich länger als nahezu alle Werke dieses Genres, stellen dem Interpreten eine schier unerschöpfliche Vielzahl manueller Herausforderungen und erfordern dennoch des öfteren eine Integration des Pianisten in das Spiel des Orchesters, die diesen weniger als Solisten als vielmehr als gleichberechtigten Partner kennzeichnen. Auch wenn die anfangs zeitweise benutzte abfällige Bezeichnung "Sinfonie mit obligatem Klavier" eine Fehleinschätzung ist - der Pianist erhält in beiden Konzerten genug Gelegenheit, seine Virtuosität unter Beweis zu stellen -, verlangen diese Werke zweifellos ein hervorragendes Orchester, um ihre ganze Strahlkraft zu entfalten.

Dies ist auch das erste, was bei der vorliegenden Aufnahme von Nelson Freire mit dem Gewandhausorchester unter seinem neuen Chef Riccardo Chailly auffällt: Das Leipziger Ensemble ist in erstklassiger Verfassung. Differenziertes, hochpräzises Spiel, dabei ein wuchtiger aber dennoch schlanker Ton und ein aufmerksamer Dirigent. Chailly kommt dabei sicherlich zugute, dass er mit dem brasilianischen Pianisten seit langer Zeit gut befreundet ist und beide diese Werke schon oft zusammen aufgeführt haben. Dies zeigt sich deutlich in ihrem homogenen, wie aus einem Guß wirkenden Zusammenspiel - wie das Cover-Foto es nahelegt, haben sie sich ihre Konzeption dieser Konzerte gemeinsam erarbeitet. Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang, daß es sich bei den Aufnahmen und Live-Mitschnitte handelt, welche - nach Aussage des Pianisten - nahezu ausschließlich in langen Abschnitten (ein Satz pro Take) aufgezeichnet wurden. Das Resultat hiervon ist beeindruckend. Das d-moll-Konzert gehen Orchester und Pianist mit zügigen Tempi an, die an das Duo Fleisher/Szell (Sony) erinnern und dem Jugendstil Brahms' hervorragend gerecht werden. Dabei geht nichts an Dramatik verloren; gerade die Ecksätze sind Paradebeispiele für eine gelungene Mischung aus Dynamik, Virtuosität und Ausdrucksstärke. Freire stellt seine nahezu grenzenlosen technischen Möglichkeiten auf unnachahmliche Art und Weise in den Dienst der Musik und zieht den Hörer durch sein flexibles, klangschönes und dennoch kraftvolles Spiel in den Bann (man höre etwa die hochdiffizile Passage ab 8:00 im 1. Satz, die Oktaven ab 10:08 oder den Schluß ab 19:24). Auch der Mittelsatz wird nicht unnötig in die Länge gezogen und verliert dabei dennoch nichts von seiner Expressivität.

Das zweite Klavierkonzert gilt zu Recht als eines der schwersten der Klavierliteratur überhaupt und verlangt dem Pianisten schon zu Beginn mit Akkordkaskaden und riesigen Sprüngen alles ab. Hier zeigt sich sofort, wer diesen Anforderungen gewachsen ist oder ihnen durch Tempoverschleppung ausweicht. Freire gehört ohne jeden Zweifel zur ersten Kategorie. Auch wenn man weiß, daß dieses Stück seit langem zu seinem Kernrepertoire gehört, sind die ersten beiden Sätze aus rein pianistischer Perspektive dennoch ein beeindruckendes Hörerlebnis. Die Eleganz und Souveränität, mit der er jegliche manuelle Hürde meistert, ist auch in heutiger Zeit außergewöhnlich. Man höre nur etwa die absurd schwierige Stelle ab 7:42 (1. Satz) oder die gefürchteten pianissimo-Oktaven ab 4:52 (2. Satz). Das Faszinierende daran ist jedoch, daß all dies nicht nur bewältigt, sondern auch aktiv gestaltet wird und sich die Virtuosität mit Sensibilität und Musikalität paart. Alles wirkt organisch, das Stück wird auf natürliche Art und Weise aus sich selbst entwickelt. Zweifellos ist das oft spontan und frisch wirkende Spiel zu einem Teil auch der Live-Atmosphäre geschuldet.

Die Kombination aus erstklassigem Orchester und überragendem Pianisten übertrifft meiner Ansicht nach auch bisherige Referenzen wir Gilels/Jochum (DG) oder Fleisher/Szell. Hinzu kommt die exzellente Klangqualität mit einer gelungenen Integration des Klaviers in das Klangbild des Orchesters sowie der verhältnismäßig moderate Preis. Ein Muß nicht nur für Klavier-Fans!
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27 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine echte Bereicherung durch einen echten Ausnahmepianisten!, 29. August 2006
Von 
Bernd Grill "b_grill" (Königsbronn, Germany) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Klavierkonzert 1,2 (Audio CD)
Brahms' Klavierkonzerte gehören nicht nur zu den beliebtesten, sondern auch zu den bedeutendsten Beiträgen ihrer Art in der Romantik. Daher ist es nicht verwunderlich, daß der Aufnahmenkatalog mit diesen Werken reichlich strapaziert ist, wobei viele Aufnahmen leider nicht über Durchschnittsniveau hinauskommen. Wer indes meint, daß Gilels' alte Referenzaufnahme mit Eugen Jochum (DGG) ausreiche, der sollte trotzdem hier einmal reinhören. Ich kenne bestimmt ein gutes Dutzend Interpretationen dieser Werke, und doch war diese Aufnahme für mich etwas ganz Besonderes.

Chailly gelingt es sofort, mit seinem "neuen" Gewandhausorchester eine Klangkultur zu erzeugen, die außergewöhnlich nobel und erhaben wirkt (und damit insbesondere dem B-Dur-Konzert überaus zugute kommt). Chailly verliert trotz einer Fülle liebevoll herausgearbeiteter Details nie den Schwung und sorgt dafür, daß diese ausladenden Konzerte trotzdem als homogenes Ganzes erscheinen.

Was wäre indes diese Aufnahme ohne Nelson Freire, dem ungemein talentierten und kultivierten Pianisten aus Brasilien? Freire ist zwar längst nicht so bekannt wie viele seiner jüngeren Kollegen (er gibt maximal 50 Konzerte pro Jahr), beweist aber mit dieser "Visitenkarte", daß er zu den herausragendsten Pianisten unserer Zeit zu rechnen ist. Der mittlerweile über 60-jährige Pianist setzt seine gesamte Farbpalette bei der Gestaltung dieser Werke ein und verzückt den Zuhörer dabei mit einer wie selbstverständlichen technischen Leichtigkeit, die aber immer der Interpretation zugute kommt und sich nie um des reinen Selbstzwecks willen präsentiert. Würdig abgerundet wird diese Produkt vollends durch die brillante Klangqualität.

Fazit: Selbst diejenigen, denen diese Werke bestens vertraut sind, sollten sich mit dieser Aufnahme vertraut machen, denn die Wahrscheinlichkeit, immer noch etwas Neues zu entdecken, ist hier sehr, sehr groß!
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13 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen keine Alternative, 27. September 2011
Rezension bezieht sich auf: Klavierkonzert 1,2 (Audio CD)
Diese Aufnahme der beiden Klavierkonzerte von Johannes Brahms ist keine Alternative zur nach wie vor bestehenden Referenzaufnahme der Konzerte mit Gilels, Jochum und B'PHIL und zur Aufnahme mit Pollini, Abbado und B'PHIL, sondern die Dritte im Bunde.Von vielen, allzuvielen Aufnahmen der Klavierkonzerte der letzten fünf Jahrzehnte, einzeln und im Zweierpack, die eigentlich fairerweise berücksichtigt werden müssten, da nahezu jede "etwas" an sich hat (z. B.: Opitz/SFO'BR/Davis!!), abgesehen, bleibe ich bei dieser "TRINITÄT".Freire spielt nicht um sein Leben, sondern lustvoll, unbekümmert und unbeschwert, jenseits technischer Probleme oder interpretatorisch-eigenwilliger Grübeleien. Chailly und das LeizigerGewandhaus sind in Bestform dabei. Dass die brillante Aufnahmetechnik und Klangästhetik kongenial "stimmen" ist eine glückliche Zugabe dieser Produktion. Wer also einen ganz einfach nur schönen und guten "Brahms" in bester Tradition musiziert hören will, der greife zu dieser Aufnahme. Glücksgefühle inbegriffen und höchstwahrscheinlich!
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Glänzende Einspielung mit viel Kraft, Emotion und Empathie, 28. Juli 2010
Von 
Andre Arnold "Lateingott" (Rödental, Bayern) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Klavierkonzert 1,2 (Audio CD)
Die beiden Klavierkonzerte von Johannes Brahms zählen zu den gewichtigsten Gattungsbeiträgen. Obwohl er sich mit der Komposition nicht leicht tat und viel Kritik einstecken musste, sprühen sie vor Einfall, Kraft und Melodik.

Sein erstes Konzert d moll op. 15 ist ein Frühwerk. Er würde lange danach keine bedeutenderen Orchesterwerke schreiben. Genau wie seine beiden frühen Serenaden aber ist das Werk umfangreich und bemerkenswert. Das schicksalsschwere Maestoso des Kopfsatzes wirkt hart und wuchtig, wird nur bisweilen von leidenschaftlicheren, getrageneren Abschnitten abgewechselt. Im schlichten Adagio empfindet Brahms einen Choral nach, den er auf seine heimliche Liebe Clara Schumann schrieb. Dieser Satz wirkt weniger einfallsreich, ist an einigen Stellen freilich etwas spröde. Aber das rondoartige Finale knüpft an das Pathos und den Esprit des ersten Satzes an. Nach einem mitreißenden Teufelsritt endet dieses schöne Konzert.

Das viele Jahre später entstandene B Dur Konzert op. 83 konzipierte Brahms noch wesentlich sinfonischer als das erste. Von Kadenz kaum eine Spur und sogar ein Scherzo baute der große Hamburger ein. Der umfangreiche und komplexe erste Satz ist wahrlich eine brahmssche Meisterleistung. Dann folgt gleich das leidenschaftlich aufbegehrende Scherzo, das packend und eindrucksvoll ist. Im langsamen Satz schöpft der Komponist schier unendliche Weiten aus, lässt das Klavier über dem leise spielenden Orchester schweben. Im Finale verzichtet er auf einen ausgelassenen Kehraus zugunsten eines zarten Allegrettos, das sich am Ende in ungeahnte Höhen steigert.

Nelson Freire meistert diese höchst anspruchsvollen Werke einwandfrei. Sein Anschlag ist singend und zugleich zupackend. Begleitet wird er vom perfekt aufspielenden Leipziger Gewandhausorchester unter Riccardo Chaillys Regie. Pianist und Orchester harmonieren in beeindruckendem Maße. Die Tempowahl ist sehr angenehm und die herrliche Akzentuierung Chaillys eröffnet dem Hörer zahlreiche neue Nuancen und Facetten dieser häufig dargebotenen Stücke. Die Aufnahmequalität dieser Konzertmitschnitte ist famos.

Fazit: Fantastische Konzerte in herausragender Einspielung - was will man mehr...
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einmal Freire - immer wieder Freire, 8. November 2013
Von 
Weiss Roland (Bern) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Klavierkonzert 1,2 (Audio CD)
Piano Konzerte, geschrieben von Brahms versprechen schon mal per se musikalischen Genuss. In der Interpretation durch Nelson Freire kommt da noch etwas dazu, das man wohl am besten mit "magisch" umschreibt.
Auch die Aufnahmequalität lässt nach meinem Empfinden nichts zu wünschen übrig. Und eben: Einmal Freire - immer wieder Freire!
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6 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wiedergutmachung, 28. November 2011
"Lauer Beifall und Unverständnis bei der Premiere 22. Januar 1859 in Hannover und ein spektakulärer Mißerfolg wenig später im wichtigeren Leipziger Gewandhaus waren für Brahms erst einmal der Lohn für sein jahrelanges Ringen um die Fertigstellung seines ersten Klavierkonzerts. Material, das später im Konzert verwendet wird, taucht zuerst in einer verworfenen Sonate für zwei Klaviere auf, die nach Schumanns Selbstmordversuch entstand; es ging dann erst in Entwürfe für eine Symphonie ein, bevor es endgültig Bestandteil des Konzerts wurde. Es muß allein schon vonseiten der Schumanns ein ungeheurer Druck auf dem noch jungen Brahms gelastet haben, endlich ein Orchesterwerk zu produzieren." so die Einführung in das erste Konzert in einem Klassikforum.

Brahms war sehr selbstkritisch. Speziell Leipzig, wo angeblich jeder Beifall verweigert wurde, muss ein Schock gewesen sein.

Umso erfreulicher, dass gerade das Gewandhausorchester unter Chailly eine so schöne Version dieses Konzerts abliefert. Diese gehört für mich zu den besten. Es ist sicher nicht nur der Aufnahmetechnik geschuldet, dass die Leipziger viel durchsichtiger klingen als die Berliner unter Jochum und filigraner als die Dresdener unter Thielemann.

Ich kann mich wegen des Pianisten nicht zur vollen Punktzahl entschliessen. Wenn man Gilels hört oder Katchen oder Gelber, wie sie das erste Konzert angehen, dann ist mir der Zugang von Freire zu " harmlos". Die gefürchteten Oktavtriller klingen ein wenig "mulsch", keinesfalls so metallisch -präsise wie bei den genannten. Es war immerhin ein Konzert, das wirklich erschreckte. Davon erlebe ich bei Freire zu wenig.

Wenn man diese Aufnahme kennen sollte, dann vor allem wegen Chailly mit dem Gewandhaus.
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1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Fast wie im Konzertsaal, 9. Januar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Klavierkonzert 1,2 (Audio CD)
Ich bin Fan des Berliner DSO und habe das erste Klavierkonzert gerade in der Berliner Philharmonie gehört. Von der Aufnahme mit dem Gewandhausorchester bin ich ebenso begeistert. Sehr schöne Aufnahme!
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Klavierkonzert 1,2
Klavierkonzert 1,2 von Nelson Freire (Audio CD - 2006)
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