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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen 80-er Wave + 90-er Indie-Rock = Ein erfolgreich modernisiertes "Disintegration", 8. Oktober 2006
Rezension bezieht sich auf: Fear Is on Our Side (Audio CD)
Ach ja, schon wieder so eine neue Band, die an die alten Tugenden des 80-er Waves anknüpfen will. Als wenn wir davon nicht schon mehr als genug hätten...müsste man eigentlich meinen.
Doch halt, bevor ich hier tatsächlich so ignorant abwertend klinge, es gibt ja schließlich auch äußerst positive und erfolgreiche Versuche einer modernen Adaption, siehe "Interpol". Während man bei "Interpol" aber ganz klar "Joy Division" als geistigen Urspung erkennt, grübelt man bei der hier besprochenen Band mit dem (vorsichtig ausgedrückt) merkwürdigen Namen "I Love You But I've Chosen Darkness" etwas länger über die musikalischen Einflüsse.

Die Band nimmt sich nämlich auch dem Sound der Bands aus der unmittelbaren Wave-Vergangenheit an, allerdings versteht sie es gleichzeitig ebenso gut, die im Moment sehr modernen, auf die 90-er zurückzuführenden Indie-Wurzeln in die Songs einzuweben. Besonders der Gesang erinnert gar nicht so sehr an alte Wave-Helden, wie es bei "Interpol" oder "Bloc Party" der Fall ist, deren Gesang ganz klar und unmittelbar im Vordergrund steht, sondern wirkt durch den sehr zurückhaltenden, ja fast schon nebensächlich wirkenden Gebrauch gegenüber anderen Bands erfrischend modern.

Der übergreifende Sound der Band mutet beim ersten Hören vom Grundton her ziemlich düster an. Der Bass gibt die klare Linie vor und grummelt zumeist vor sich hin ('According To Plan'), ('At Last Is All'), das Schlagzeug ist an Minimalismus kaum zu überbieten und wirkt am ehesten wie ein monotoner, aber überlebenswichtiger Herzschrittmacher ('Lights'), ('Long Walk'), die Gitarren und Keyboardsounds flüstern wie entfernt wahrzunehmnde Stimmen ('The Ghost'), ('Last Ride Together'). Wobei man wirklich sagen muss, dass fast auschließlich alle Töne durch einen schwächeren oder stärkeren Hallfilter rauf- und runtergejagt werden.

So ergibt sich dann auch zumeist keine klare, knackige Linie, sondern man wird in eine sehr atmosphärische und nebulöse Stimmung versetzt. Statt glatt produziertem Pop, der in jeder Indie-Disco gespielt werden könnte, verlässt man sich hier auf die einnehmende Wirkung der verschiedensten Stimmungsnuancen, die man breitflächig auf die Songs auswälzt; Viele Songs entwickeln erst mit der Zeit ihre einmalige Wirkung. Erstaunlicherweise wird dabei die nahezu perfekte Mischung aus Eingängigkeit und Komplexität erreicht. Kein Song wirkt entweder zu kalkuliert Single-tauglich, noch übertrieben aufgeblasen.

Und spätestens beim zweiten Durchlauf merkt man dann auch, dass die Band eine hervorragende Abwägung in den verschiedenen Stimmungen getroffen hat. Was beim ersten Hören eher wie eine düstere Gothic-Neurose klang, wirkt beim mehrmaligen Hören auf einmal wie eine durchdachte Komposition aus traurig-depressiven und freudig-euphorischen Momenten.
So folgt auf das extrem düstere Instrumentalstück ('The Owl'), mit dem Zwischensong ('Today'), der als erweitertes Intro gelten muss, das geradezu übereuphorische ('We choose Faces'), das sich sehr langsam zu einer treibenden Hymne hochschaukelt, wie man es zuletzt bei "Snow Patrol" mit Songs wie 'Run' oder 'Chasing Cars' gehört hat.

Dieser Dualismus aus tiefschwarzen und alles überstrahlenden Momenten, als würde man aus einem Kerker ausbrechend schließlich das Tageslicht erblicken, macht einen Großteil der Faszination des Albums aus.
Es arbeitet. Es ist dieses typische Album, das bei den ersten Hördurchläufen noch relativ langweilig und unspektakulär klingt, nur um einen dann immer weiter in seinen Bann zu ziehen. Eben ein Album mit Gehalt, den man erst auf dem zweiten Blick so richtig zu schätzen lernt.

Und hier kommt schließlich auch der größte musikalische Vergleich zum Vorschein. Hat man sich einmal in das Album eingehört, kann man klar die eindeutige musikalische Wurzel der "Disintegration" Phase von "The Cure" erkennen, allerdings mit den erwähnt indiehaften Momenten konstruktiv modernisiert. So wirken manche Passagen tatsächlich wie die sehr robotisch anmutenden Nuancen von "Tool" ('Fear Is On Our Side'). Als größter Indie-Rock Vergleich lässt sich zudem am ehesten der einzigartige Sound von "Pavement" heranziehen ('If It Was Me'). Eine äußerst mutige Kombination, die allerdings hervorragend aufgeht!

Sind also "Interpol" die würdige Fortführung von "Joy Division", so sind "I Love You But I've Chosen Darkness" das Beste seit den "The Cure" der späten 80-er Jahre. Der Gesang von Robert Smith kann da schließlich ruhig bei Kele Okereke von "Bloc Party" verbleiben...
Ein erschreckend gutes und eigenständiges Debüt, klare Empfehlung!
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen You've chosen right!, 4. November 2006
Von 
Norman Fleischer "it's about progress" (Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Fear Is on Our Side (Audio CD)
Ja, was soll ich da noch sagen. Rezensent "J.Lu" hat bereits alles richtig erwähnt. Aber falls ihr da draußen noch ne zweite Gutachtermeinung einfordert... hier kommt sie: Dieses Album ist ganz, ganz groß! Allein der Bandname ist einer des besten und treffensten in der jüngeren Musikgeschichte. "...Chosen Darkness" entscheiden sich gegen die Liebe und für die Dunkelheit und wir folgen ihnen auf diesem Pfad ins Dunkle und lassen uns von diesen faszinierenden, stimmungsvollen, teils morbiden, teils melancholischen aber auch kraftvollen Songs packen, die ganz in der Tradition britischer New-Wave-Bands á la Joy Division oder Echo and The Bunnymen stehen. "Fear is on our Side" ist purer Retro-Musik, garniert mit hallenden 80er Drums, düsteren Synthie-Einspritzern, markanten Gitarren und druckvollen Bassläufen.

Dazu kommen diese unglaublich packenden Songs, mal druckvoll wie "According to Plan", "Lights" oder "At Last is all", mal hymnisch wie bei "We choose Faces" oder einfach nur traurig, wie bei dem unglaublich packenden "Long Walk". Dazwischen finden sich immer wieder unglaublich atmosphärische Interludes.

I Love You But I've Chosen Darkness machen alles richtig. Das ist natürlich keine neue Musik, aber die Intensität, die sie mitbringen kann bewusst als "zeitlos" bezeichnet werden. Die Musik ist es sowieso. Düster und faszinierend.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Shoegazer's Paradise, 1. Oktober 2007
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Fear Is on Our Side (Audio CD)
Stellen Sie sich vor, Sie befinden sich nachts irgendwo im Industriegebiet in einer stillgelegten Fabrikhalle. Blaues Dämmerlicht beleuchtet spärlich die nackten Betonwände und eine Bühne, auf der fünf introvertierte Männer in Schwarz stehen, die Instrumente in der Hand, ihre Blicke gesenkt.

Der stampfende Bass und scheppernde Drums geben den Takt vor. Aus scheinbar unendlichen Fernen perlen einzelne Gitarrentöne dazu, brechen sich an den kahlen Wänden, erklingen von überhall und nirgends, verlieren sich in abgrundtiefem Hall. Dann eine leicht angezerrte Rhythmusgitarre, sperrige Riffs, die sich ineinander verkanten. Dazu kommt jetzt ein unterkühlter Gesang; irgendwo schwebt die Stimme im Raum, wie in Trance. SHOEGAZE ist angesagt! Die Band spielt; ob sie wissen, dass ihnen jemand zuhört? Aber sie sind weit, weit weg, irgendwo in ihrer eigenen Welt - einer ebenso dunklen wie schönen Welt.

Man kann sich der Faszination dieser bittersüßen Musik einfach nicht entziehen. Irgendwo zwischen INTERPOL, THE DEPARTURE und U2 wallen, kratzen und locken diese melancholischen Klänge. Für 50 Minuten werden wir entführt in eine geisterhaft Welt des zelebrierten Selbstmitleids. Wir geraten in den Sog, verlieren uns in der musikalischen Dämmerung und werden schließlich wieder aus dem Dunkel zurückgestoßen. Der Schweiß auf unserer Stirn ist gekühlt, die Seele gesammelt, und wir treten aus der schattigen Fabrikhalle wieder hinaus in den beginnenden Tag. Zurück bleibt eine wohlige Gänsehaut.

Das hier ist dunkelschöne Musik und wirklich zu empfehlen!
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Fear Is on Our Side
Fear Is on Our Side von I Love You But I've Chosen Darkness (Audio CD - 2006)
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