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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen erstklassige Literaturverfilmung, werkgetreu, stilsicher und hervorragend besetzt und gespielt, 29. März 2013
Rezension bezieht sich auf: The Heiress [UK Import] (DVD)
Literaturverfilmungen dürften wohl zu den am schwierigsten zu realisierenden und am meisten kritisierten Filmprojekten gehören.
Möglichst werkgetreu sollen sie sein, insoweit herrscht wohl Einigkeit.
Nun erreicht man "Werktreue" aber nicht unbedingt dadurch, ein Buch einfach haargenau Szene für Szene, Dialog für Dialog nachzustellen; vielmehr möchten die Stimmung und die Atmosphäre der Vorlage möglichst genau eingefangen sein.

In "Die Erbin" ist dies wunderbar gelungen.
Enorm stilsicher, mit detailgetreuer Ausstattung, schöner Kameraarbeit und vor allem vier wunderbaren Hauptdarstellern wird die Geschichte von Catherine (Olivia De Havilland) erzählt, eine gebildete, aber auch schüchterne, wenig wortgewandte und nur mäßig attraktive junge Frau, die von ihrem verwitweten Vater (Ralph Richardson) aufgrund dieser Eigenschaften nur gering geschätzt wird.
Als sie jedoch den gutaussehenden Morris Townsend (Montgomery Clift) kennenlernt, der sie hofiert, blüht sie zusehends auf und widersetzt sich sogar erstmals ihrem Vater, der in Morris sofort einen Mitgiftjäger sieht und die Beziehung zu unterbinden versucht.
Catherine und Morris wollen "durchbrennen" und heimlich heiraten, aber als Morris erfährt, daß Catherine in diesem Fall kein Geld von ihrem Vater zu erwarten hat, lässt er sie sitzen.
Jahre später nimmt die inzwischen zur alten Jungfer und reichen Erbin gewordene Catherine eiskalte und perfide Rache an dem ehemaligen Geliebten...

Obwohl der Film einige Dialoge aus dem Buch nahezu wörtlich übernimmt, nimmt er andererseits auch einige recht deutliche Veränderungen vor:
So kommt zum Beispiel Dr Slopers zweite Schwester, die im Buch die einzige Person ist, deren Ratschläge der gefühlsarme und wenig zugängliche Doktor akzeptiert, im Film nicht weiter vor, Morris' Schwester wird deutlich lebensküger und sympathischer dargestellt, was ihr im Film mehr Respekt Dr Slopers einbringt und im Buch wird Catherine trotz allem von ihrem Vater enterbt, so daß ihr nach seinem Tod "nur" das Einkommen aus dem kleinen Vermögen ihrer Mutter bleibt.
Einige der stärksten Szenen des Filmes dagegen, so die, in der Catherine eine Nacht lang vergeblich auf Morris wartet, oder auch die wunderbare letzte Szene zwischen Catherine und ihrem Vater, kommen im Buch so gar nicht vor.

Der Film schafft es aber auf nahezu unglaubliche Weise, daß man diese Änderungen, auch, wenn man den Roman kennt, nicht als störende Verfälschung empfindet.
Ich bin vielmehr geneigt zu sagen, daß der Film das Kunststück vollbringt, trotz (oder gerade wegen?) einiger zum Teil sogar deutlicher Veränderungen den Effekt des Buches noch zu verstärken.
Die Tatsache, daß Morris merklich sympathischer dargestellt wird, als dies der auktoriale Ich-Erzähler in James' Roman tut, führt sogar dazu, daß der Film deutlich mehr Interpretationsmöglichkeiten bietet als der Roman.
Wenn zum Beispiel Catherine im Film ihrem Vater sagt, daß sie auch mit ihm zwanzig Jahre lang zusammengelebt habe, ohne daß dieser sie je geliebt habe und daß sie in einer Ehe mit Morris zumindest die Chance gehabt hätte, irgendwann seine wahre Liebe zu erringen, so zeugt dies von mehr erlangter Reife und Scharfsichtigkeit, als Henry James sie seiner Romanheldin zugesteht.
Und Catherines Bemerkung über Morris "Damals wollte er nur mein Geld, jetzt ist er gierig geworden und will meine Liebe dazu" ist ebenfalls ein Aspekt, den der Film eigenständig der Geschichte hinzufügt.
Es bleibt so im Film die Frage offen, ob Morris Catherine nicht doch immer schon gemocht und letztlich auch zu lieben begonnen hat (wenngleich er natürlich auch gerne in eine reiche Familie einheiraten wollte).
Der geniale Schluss mit Catherines letzten Worten "I can be very cruel - I have been tought by masters" kommt im Buch übrigens so auch nicht vor und ist ein wahrer Kunstgriff der Drehbuchautoren Ruth und Augustus Goetz, der das Ende des Romanes nicht verfälscht, aber ungemein effektvoll ergänzt.

Es liegt mir fern zu behaupten, daß William Wyler hier aus einem mittelmäßigen Roman einen guten Film gemacht hätte, die Romanvorlage von Henry James ist ein ohne Zweifel fesselndes und psychologisch einfühlsames Buch.
Wyler ist hier vielmehr etwas ganz anderes gelungen, nämlich aus einem schon sehr guten Buch einen sogar noch besseren Film zu machen.
Absolut empfehlenswert und für mich eine der gelungensten Literaturverfilmungen überhaupt.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen He MUST COME! HE MUST!!!, 10. März 2013
Von 
Isabelle Klein "vintage books" (Hannover & Würzburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 100 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: The Heiress [UK Import] (DVD)
Regie: William Wyler, mit: Olivia de Havilland, Montgomery Clift, Miriam Hopkins und Ralph Richardson, Paramount, USA 1949, 111 Min.

Catherine Sloper (de Havilland) lebt als alte Junger gemeinsam mit ihrem vermögenden Vater Dr. Austin Sloper (Richardson) am Washington Square New Yorks. Nach seinem Tod wird die Erbin äußerst vermögender Eltern einen Marktwert von 30.000 Dollar wert sein. Klar, dass da der ein oder andere Mitgiftjäger zu erwarten ist. Leider ist Catherine ein rechtes Mauerblümchen - weder gut aussehend, noch sonderlich selbstbewusst - schüchtern und extrem unsicher trifft es eher. Der ständige Vergleich Austins mit der von ihm innig geliebten Superwoman, seiner verstorbenen Frau, zugleich Catherines Mutter, die reich, schön und in vielerlei Hinsicht äußerst talentiert war, macht es für Catherine nicht einfacher. Sie wird zunehmend in eine Ecke gedrängt und komplexbeladener. Eines Abends, auf einem Ball, ist sie einmal mehr in einer unerträglich peinlichen Situation, als der charmante und gutaussehende Morris Thompson (Clift) in ihr Leben tritt. Er umgarnt sie und die schüchterne Frau taut auf. Eine zarte Romanze entwickelt sich und Catherine glaubt sich geliebt, bis ihr Vater meint, sie habe es mit einem rücksichtslosen Mitgiftjäger zu tun ...

Der Film DIE ERBIN/THE HEIRESS beruht auf der Henry-James-Erzählung "Washington Square", die William Wyler auf der Basis des gleichnamigen Theaterstücks inszenierte. Dass es sich um eine Theatervorlage handelt merkt man schnell - sehr dialoglastig und zumeist in geschlossenen Räumen entfaltet sich das Innenleben der Figuren. Dabei glänzt vor allem de Havilland in ihrer Rolle, die durch einen Schicksalsschlag über sich hinauswächst und sich schlussendlich Selbstbewusstsein entwickelt. Für ihre exzellente Darstellung erhielt sie dann auch den Oscar als die Beste Hauptdarstellerin; weitere drei Oscars gab für das Bild, Kostümdesign und Filmmusik.
Der Film ist eine meisterhafte Charakterstudie einer sich emanzipierenden Frau. Aber neben de Havilland überzeugen auch die weiteren Akteure voll und ganz. Clift spielt den Morrison derart überzeugend und von Anfang an sehr liebevoll, dass ich mich über weite Strecken hinweg gefragt habe, ob er nun wirklich ein Mitgiftjäger ist, oder ob Austin ihm vielleicht doch Unrecht tut. Auch der Konflikt Vater-Tochter wird psychologisch sehr tief, glaubhaft und psychologisch ausgefeilt dargestellt. Dazu dann eine Aunt Penniman (Miriam Hopkins), die als Counterpart zu Austin und der erstarkenden Catherine, wie ein Fähnchen im Wind schwankt: war er es oder nicht ... liebt er sie oder nicht ... ?!
Dazu die wunderbar inszenierte Kulisse, bei der jedes kleinste Detail in sich stimmig ist. Wyler versteht es seine Figuren meisterhaft im Raum zu arrangieren und inszenieren. Dazu geschliffene, psychologisch ausgefeilte Dialoge.
Und erst das Ende - BRAVO - und ehrlich: ein anderes Ende, wäre auch nicht gegangen, soll die Figur Catherines glaubhaft gezeichnet werden. Das ist wie bei INFAM/The Children's Hour, im Gegensatz zum weichgespülten THESE THREE.

Zur DVD: Da die UK-Variante um einiges billiger (5 GBP) ist UND über eine deutsche und englische Tonspur verfügt, und ich sowieso eine größere Bestellung bei der UK-Schwester tätigte, fiel die Wahl nicht scher. Zumal ich hörte, dass das Bild der dt. Ausgabe nicht sonderlich gut sein soll. Ich kann mich nicht beklagen - auch auf 116 cm Bildschirmdiagonale ist das Bild sehr gut und der Ton rauschfrei. Die deutsche Übersetzung ist allerdings stimmlich so daneben, als auch schlecht übersetzt (ebenso wie die dt. UT), dass ich nach 20 Minuten kapitulierte und mir die OF anschaute, die sehr gut verständlich ist! Ansonsten keinerlei Extras!

Fazit: Meisterwerk William Wylers - muss man unbedingt mal gesehen haben, vielleicht auch zwei oder drei Mal...!
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5.0 von 5 Sternen Masterclass !, 17. Januar 2014
Von 
movie victim (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: The Heiress [UK Import] (DVD)
Es soll hier ausschließlich um den UK- Import gehen.

Diese Version enthält im Unterschied zu der in Deutschland erschienenen DVD eine deutsche Tonspur, die nicht asynchron läuft !

Olivia de Havilland liefert hier eine mustergültige Vorstellung, selten hat eine Schauspielerin den Oscar so sehr verdient wie sie.

Der Wandel vom schüchternen, unterwürfigen Mauerblümchen zur stolzen ( wenn auch verbitterten ) Frau ist faszinierend.

Ich habe die de Havilland selten so unattraktiv gesehen, aber das sollte sie ja sein. Und wie kalt sie in der zweiten Hälfte des Films ist, da bleibt einem doch glatt die Spucke weg.

Sie hat wunderbare Partner, die über jeden Tadel erhaben sind.

Der göttliche Ralph Richardson, der hier toll aussieht, eiskalt und mitleidig die Fehler seiner nicht gerade attraktiven Tochter analysiert und es ihr sogar ins Gesicht sagt, was er von ihr hält und wie wenig sie ihrer schönen verstorbenen Mutter ähnelt.

Die Szenen zwischen ihm und seiner Tochter sind das Beste am Film. Vor allem, wenn sie in einer finalen Konfrontation ihren Hass auf ihn heraus lässt, obwohl er mit dem Mitgiftjäger Morris Townsend ( Monty Clift ) ja durchaus Recht hatte. Er ist schockiert, wie sie auf einmal reden kann, wo sie vorher nicht gerade eloquent war. Das muss man gesehen haben.

Für seine Leistung wurde Richardson als "Bester Nebendarsteller" nominiert. Ein toller Mime, später Dank ihm auch
Gänsehaut- Feeling mit "Die Strohpuppe".

Miriam Hopkins als frisch verwitwete Tante Lavinia, die eigentlich ja nur zu Besuch bei ihrem Bruder ist, sich aber länger einnistet und Catherine bei Morris hilft, der es ja ehrlich zu meinen scheint und zunächst auch alles richtig macht. Nur der Vater hat einen untrüglichen Instinkt und prüft den mittellosen Brautwerber...

Montgomery Clift: Wow, was kann man über so ein Sahneschnittchen sagen??? Natürlich verfällt ihm jede Frau, erst recht so ein Mauerblümchen wie Catherine, die Schüchterne. Er weiß ein solches Blümelein zu pflücken, oh ja.
Sie sieht sich schon glücklich der Obhut ihres Vaters entronnen, endlich will sie jemand. Aber dann...

Ich kenne das Buch nicht, weiß nur, es gibt eklatante Abweichungen. Aber der Film ist stimmig und funktioniert auch allein.
Sicher ist das auch der Regie des großen William Wyler zuzuschreiben, der mit Bette Davis "Die kleinen Füchse" drehte.
Zwei durchaus atmosphärisch dichte und komplexe Dramen, gut geschrieben und gespielt. Er und Joseph L. Mankiewicz sind durchaus in einem Atemzug zu nennen, was Charakterzeichnungen angeht.

Es wurde über die deutsche Synchro gemeckert. Nun, gerade die hat mich veranlasst, dem Film hinterher zu jagen.
Speziell wenn Catherine ihrem Vater, der schon an seiner Lungenentzündung leidet, eiskalt sagt, was sie von ihm hält.
Das hätte man besser gar nicht machen können. Und auch das Ende hat Gänsehaut- Feeling.

Fazit: Fünf Sterne sind noch zu wenig. Der Film ist toll, toll, toll.
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The Heiress [UK Import]
The Heiress [UK Import] von William Wyler (DVD - 2006)
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