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51 von 52 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Leise, spannend und eine Prise Humor., 10. September 2006
Von 
Lothar Hitzges (Schweich, Mosel, Germany) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Intime Fremde (DVD)
Es ist schon nach Feierabend, das Personal ist gegangen und der Steuerberater Fabrice Luchini will gerade seine Kanzlei verlassen. Eine attraktive Frau steht ihm gegenüber, entschuldigt sich für ihr Zuspätkommen und bittet darum ihr Anliegen vortragen zu dürfen. Eigentlich wollte sie zu dem Psychologen eine Tür weiter, doch das große Mietshaus mit den vielen Etagen und ihre Eile führten wohl zu der Verwechslung.

Im Büro des Steuerberaters sieht es auch ein wenig so aus wie bei einem Psychologen, zumindest hat er die passende Couch. Beide sind sich fremd und man tastet sich so langsam an die Sache heran. Schon bald entdeckt Fabrice den Irrtum, aber irgendwie ist er von der Frau und ihrem Anliegen eingenommen und klärt den Sachverhalt nicht auf. Dies mag auch daran liegen, dass sie sehr plötzlich die Sitzung abbricht, allerdings mit dem Versprechen nächste Woche wieder zu kommen.

Erst in der dritten Sitzung kommt es zur Aussprache über die Verwechslung, aber das Vertrauensverhältnis ist bereits so weit gediehen, das die Treffen/Sitzungen fortgesetzt werden. Die Ehekrise der Frau wird durch ihren Fortgang beendet. Aber Fabrice hat sich verliebt und sucht sie an ihrem neuen Wohnort noch einmal auf.

Die Verwechslung der Bürotür gleich zu Anfang schafft eine eigenwillige Spannung, die über den ganzen Film anhält, weil hier etwas geschieht, was eigentlich nebenan geschehen sollte. Zwischendurch holt sich Fabrice dann auch nebenan bei seinem Psychologennachbarn, ein Prachtexemplar seines Standes, so wie man sich den alten Freud vorstellt, den Rat des Experten. Das schafft die notwendige Prise Humor. Thrillerartige Züge entstehen durch die Besuche des Mannes seiner Mandantin, der den Verlust seiner Frau vorausahnt.

Ein spannender humorvoller Film, der mit guten Dialogen und feinen Überraschungen dem Zuschauer gutes französisches Kino bietet.
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22 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Kammerspiel mit famosen Darstellern, 7. August 2007
Rezension bezieht sich auf: Intime Fremde (DVD)
Anna (Sandrine Bonnaire) verwechselt eine Tür und landet statt bei ihrem Psychotherapeuten im Büro des Steuerberaters William (Fabrice Luchini), dem sie von ihren Eheproblemen erzählt. Zwar klärt sich das Missverständnis bald auf, aber Anna hat Vertrauen gefunden in den schüchternen William, der ihr gebannt zuhört und sich alsbald in Anna verliebt.

Kammerspielartig ist diese ungewöhnliche Zweierbeziehung erzählt, die meisten Szenen spielen sich im kleinen Büro des Steuerberaters ab. Die beiden Hauptdarsteller und ihre innere Spannung zwischen Geheimnis und Vetrauen stehen im Mittelpunkt. Dieser Prämisse folgt die Inszenierung: Großaufnahmen in dunkler Beleuchtung, Annas effektvoll glimmende Zigaretten, auf das Notwendigste reduzierte Außenaufnahmen. Und immer steht die Frage im Raum: Erzählt Anna William eine wahre Geschichte? Hat sie das Zusammentreffen inszeniert? Ist William eine Marionette in ihrem Spiel?

Die beiden Hauptdarsteller brillieren in ihren Rollen:
Sandine Bonnaire ist als unduchschaubare Fremde die Idealbesetzung. Das wachsende Vertrauensverhältnis zu William spiegelt sich in ihrem Verhalten und vor allem in ihrem Gesicht wieder, von zunächst verschlossen und verletzt bis zu strahlend-selbstbewusst. Diese Metamorphose spielt sie glänzend.
Auch Fabrice Luchini verwandelt sich vom verklemmten Bürokraten zum von Anna faszinierten Mann. Er entdeckt das Leben, nimmt es in die Hand, und das nimmt man ihm jederzeit ab. Höhepunkt ist natürlich sein glücklich-einsamer Tanz zu "In the Midnight Hour".

Fazit: Ausgezeichnete Hauptdarsteller und faszinierende Dialoge machen diesen Film nicht nur für Fans des französischen Films sehenswert.
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13 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Zurückhaltendes Kammerspiel, 13. August 2008
Rezension bezieht sich auf: Intime Fremde (DVD)
Komödien leben von Verwechslungen. Gleich zu Beginn wird die Tür verwechselt, aber eine Komödie wird daraus nicht.

Zwei, die sich zufällig treffen ( ein wenig unwahrscheinlich) und miteinander nah werden,immer näher, ohne sich körperlich zu exponieren. Sie finden Interesse aneinander. Mittels dieses "Schmierstoffs" finden sie zu ihren eigenen Wünschen, Träumen.

Beide streifen ihre Vergangenheit ab,finden zu anderen Teilen ihres Seins durch die Freude aneinander.

Sie,Anna, löst sich von ihrem Mann, der sie auf verschiedene Weise beengt.
Er,William, löst sich aus der Fessel seiner Herkunft, überwindet seine Bindung an die vorgegebenen Strukturen.

Auch das Ambiente ändert sich gründlich. Die Praxis, in langen, unwirtlichem Gang erreichbar, wird zu einer lichten, grosszügigen, sonnendurchfluteten Raum im Süden.

Der Film ist sehr dezent.Keine Gewalt,kein Sex. Das Ende ist alles andere als ein zwanghafte happy-end. Es ist die logische Entwicklung der Bedürfnisse zweier Menschen. Angesichts der Überfülle von Filmen mit unglaubwürdig-schlechtem Finale ist dies sehr positiv zu bewerten.

Sandrine Bonnaire und Fabrice Luchini spielen grossartig. Die Bonnaire mit einer Vielfalt von Facetten einer scheinbar geheimnisvollen Frau, Luchini als ein immer Wollender, aber immer Gehemmter- gekonnt.

Ein ruhiges Kammerspiel.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein wunderbarer ruhiger Film mit subtilem Humor, 9. September 2008
Rezension bezieht sich auf: Intime Fremde (DVD)
Anna (Sandrine Bonnaire) - mit ihrer Ehe unzufrieden und in einer Sinnkrise - verwechselt auf dem Weg zu ihrer Erstkonsultation mit einem Psychoanalytiker wieder einmal links und rechts und gerät so in das Büro des Steuerberaters William Faber (Fabrice Luchini)auf der anderen Seite eines in dieser Szene düsteren und trotz seiner Schlichtheit geheimnisvollen Flurs. Schon in dieser Szene deutet sich eine besondere Stärke des Films an: der geschickte und durchgängig Bezug zwischen den Stimmungen der Protagonisten und den Ausleuchtungen des Raumes. Ähnliches gilt für die Musik, die nicht eklektizistisch von Szene zu Szene ausgewählt ist, sondern ebenso den gesamten Film in einen Guss bringt, weil weitestgehend ein Musikthema mit diversen Variationen vorherrscht. Ruhe in der Kameraführung und in den Schnitten sowie durchdachte harmonische Gestaltung der Filmmusik sind zwei Charakteristika des französischen Films, die insbesondere Patrice Leconte meisterlich beherrscht. Der Film erscheint als logische Fortsetzung des Theaters, und in der Tat könnte man sich diesen Film auch durchaus als Bühnenstück vorstellen.

Zurück zur Handlung: William ist von Anna fasziniert und schüchtern-verklemmt zugleich - er klärt die Situation nicht auf lässt sich von Anna ein weiteres Treffen vereinbaren, ohne zu wagen an dieser Stelle das Missverständnis aufzuklären. Der eigene Wunsch und die eigene Angst bleibt auch in dieser Szene in einer wunderbaren Schwebe - diese Ambivalenz wird ironisch in einer Dialog zwischen dem eigentlichen Psychoanalytiker Docteur Monnier (Michel Duchaussoy) und William bei einem Mittagessen aufgegriffen, wo Docteur Monnier auf die Bemerkung Williams, er wolle helfen, mit der Frage entgegnet: "Wem? Ihnen oder der Frau?".

Erst in weiteren Treffen zwischen Anna und William wird der Irrtum geklärt. Trotzdem besucht Anna weiterhin William, wobei in den weiteren Treffen auch gelegentlich der Spieß umgekehrt wird und William gezwungen ist, über sich und sein Leben nachzudenken, über seine Ordnung, die er trotz der Trennung von seiner Ex-Frau aufrecht erhält. Alles bleibt bei William wie es mal war - die Schminksachen der Ex-Frau bleiben im Bad stehen, den Beruf und das Büro hat er von seinem Vater übernommen, einschließlich der Sekretärin, und das, obwohl er eigentlich mal Forscher werden wollte. Ähnlich wie im Theater entwickeln sich diese Dinge nicht primär über das Bild, sondern weitestgehend über den Dialog.

Die vermeintliche Geschlossenheit der "therapeutischen" Gespräche zwischen Anna und William wird empfindlich von der Sekretärin gestört, die im Rahmen ihrer Möglichkeiten versucht Anna zu schneiden, und von Williams Ex-Frau, die sich nicht wirklich gegen oder für William entscheiden kann. Massiv gestört wird es von Annas Mann, der William nachstellt, ihn bedroht, und dann zum Augenzeugen eines Geschlechtsaktes mit Anna macht, indem er ein Hotelzimmer wählt, das von Williams Büro gut eingesehen werden kann. Doch auch das erfährt der Zuschauer über die Gespräche, und nicht über das Bild selbst, was dem Film eine ganz besondere Spannung verleiht. Die Einmischungen von außen sind das Tüpfelchen auf dem i zu einem Neuanfang beider im klaren Licht des Südens, in dem die scheinbar therapeutischen Gespräche ungestört fortgeführt werden können.

Der Film ist durchaus eine Komödie, aber keine Comedy, denn er lebt von den klaren und konsistenten Handlungssträngen mit Tiefe, die sich auch im Reichtum an Anspielungen und Zitaten in Wort und Bild manifestiert. Diesen Film sieht man wie eine Shakespeare-Kommödie gerne mehrfach wieder.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein stiller Film mit ungeahntem Ende, 3. November 2010
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Intime Fremde (DVD)
Der Anlass wird vermittelt, weshalb die junge Frau zum Psychiater gehen wollte, um ihre Ehe zu retten. Dass sie dabei die Praxis aber mit dem Büro eines Steuerberaters verwechselt hat, ist ihr tatsächlich gar nicht so wichtig: sie braucht Jemanden zum Zuhören, sie erzählt von ihren erotischen Gefühlen und ihren geheimen Wünschen. So kommt es, dass der Steuerberater selbst zum Psychiater gehen muss, weil er es nicht fertigbringt, die Frau abzuweisen und nicht weiss, wie er mit der Sache umgehen soll.
Seine Bereitschaft zum Zuhören bleibt und damit ist die junge Frau zufrieden, es ist das, was sie gebraucht hat. Nach mehreren Sitzungen macht sie sich auf, um wieder ans Meer, an den Ort von unbeschwerten Tag, zu ziehen. Dahin folgt der Steuerberater, der sich dort mit seiner Praxis ebenfalls niederläßt: er, ein eher verklemmter Typ, kann jetzt gut mit der ruhigen Art der jungen mitteilsamen Frau umgehen, es gefällt ihm sogar sehr und es tut ihm gut, weiterhin mit ihr zusammen sein zu können.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Interessanter subtiler Kontrapunkt zur Frau auf der Brücke von Leconte, 7. Februar 2008
Rezension bezieht sich auf: Intime Fremde (DVD)
Auch hier haben wir wie in seinem früheren Werk eine Frau, die ihres alten Lebens überdrüssig ist und in Gesellschaft eines älteren Mannes landet, der mehr und mehr zur Schlüsselfigur ihres Aufbruchs in ein neues erfüllteres Leben wird. Der bis dahin nur aus Nebenrollen bekannte französische Schauspieler Fabrice Luchini glänzt in "Intime Fremde" als zunächst biederer und dann durch die Gespräche mit Anna und seinem Nachbarn, dem Psychiater Dr. Monnier mehr und mehr erwachender Steuerberater William Faber.

Sandrine Bonnaire ist der weibliche Gegenpart zu Luchini. Die von ihr gespielte von ihrer Ehe frustrierte und im Verlauf des Films mehr und mehr ihrem eigenen Leben Raum gebende Anna bringt Williams Leben gehörig durcheinander, als sie eines Tages auf einmal "versehentlich" in seinem Büro auftaucht und Rat sucht. William bemerkt schnell, dass Anna keinen steuerlichen Rat möchte, klärt das Missverständnis aber erst einige Sitzungen danach auf.

Wichtige Nebenrollen haben Michel Duchaussoy als Psychiater Monnier und Gilbert Melki als Ehemann Marc. Während Duchaussoys Rolle dem Film ein wenig Komik verleiht, bringt Melkis Charakter eine gewisse Spannung in den sehr gesprächslastigen Plot, der vor allem von Annas schrittweiser Öffnung für ein eigenes Leben ohne ihren Mann lebt, was von Bonnaire durchaus überzeugend, manchmal aber etwas langatmig dargestellt wird. Die Musik stammt wieder - wie in L'homme du train von Pascal Estève, wirkt hier aber wesentlich dezenter, ganz dem subtilen Dienst an der Atmosphäre verpflichtet.

Die Extras sind etwas mager. Leider fehlt auf dieser DVD das sonst gewohnte Interview mit Patrice Leconte. Statt dessen kommentiert der Meister einige Szenen. Ansonsten sind lediglich etwa 6 kurze aber interessante Minuten Doku über das Produktionsdesign enthalten.

Fazit: Auf leisen Sohlen daher kommende französische Produktion von 2004, die sich nicht recht entscheiden kann, ob sie nun Ehedrama, Komödie oder Midlife-Crisis Doku sein möchte. So ist "Intime Fremde" von allem ein bisschen und zeigt mit seinem optimistischen Ende, dass es nie zu spät ist, die Dinge in die Realität umzusetzen, die man eigentlich schon immer tun wollte.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kribbelnd,sehenswert, 26. März 2011
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Intime Fremde (DVD)
kribbelnd sehenswert - und noch mehr ! Diese Spannung zwischen den Personen, der falsche Psychiater der seine Rolle nur schwer verlassen kann, sich vom echten Psychiater Ratschläge einholt wie man "gut zuhört". Eine grandiose Sandrine Bonnaire verwirrent, irritierend: was will sie? Was führt sie im Schilde ? Das Unausgesprochene wird fast unerträglich, mehr als unterhaltend, einfach sehenswert.
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5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Miserable Vertonung, 3. September 2008
Von 
roland klinger (switzerland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Intime Fremde (DVD)
In einem kammerspielartigen Film ist die Verständlichkeit der Dialoge von vorrangiger Bedeutung. Die Ueberbetonung von Musik und Hintergrundgeräuschen veranlasst den Zuschauer zu ständiger Regelung der Lautstärke, was eine ärgerliche Ablenkung von diesem hervorragenden Film bewirkt.
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5.0 von 5 Sternen Erstklassige Unterhaltung, 3. April 2012
Rezension bezieht sich auf: Intime Fremde (DVD)
Dies ist ein ruhiger Film, der ganz und gar von der Intensität seiner Schauspieler lebt und trotz der Konzentration auf Dialoge und Blicke nie langweilig wird. Es ist einfach faszinierend, den Gedanken und Vorstellungen zu folgen und zu sehen, wie das so ungleiche Paar ( älterer Anwalt, sehr steif, und junge Frau, betörend hübsch) sich langsam annähert. Auch die Nebenrollen sind erstklassig besetzt und das Spiel mit der doppelten Psychoanalyse ist einfach nur charmant. Das absolute Sahnehäubchen ist für mich aber der Schluss, sehr französisch, gar nicht kitschig und mit einer wunderbaren letzten Einstellung.
Erstklassige Unterhaltung!
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4.0 von 5 Sternen Ein viel zu intimes Vertrauensverhältnis, 3. April 2012
Rezension bezieht sich auf: Intime Fremde (DVD)
Patrice Leconte hat die Fähigkeit, aus einer kleinen Idee einen abendfüllenden Film zu machen. Hier ist es die Verwechslung von einem Psychiater mit einem Steuerberater, die einer Klientin unterläuft. Die beiden Darsteller in diesem Fast-Zweipersonenstück sind Sandrine Bonnaire und Fabrice Luchini, der mit eindrucksvollen, großen Augen erstaunt schweigen und zuhören kann. Und das ist eines der Geheimnisse, warum es zwischen den beiden funkt, weil das heute offenbar eine selten gewordene Fähigkeit ist. So ist der Motor für die sich entwickelnde Beziehung ein gegenseitiges Interesse, das aus einer Einsamkeit heraus entstanden ist und das gezielt mit einem wunderbaren Wilson-Pickett-Song unterlegt ist. Auch die Nebenfiguren werden pointiert charakterisiert, egal ob Ehemann (gefährlich Gilbert Melki) oder Ex-Freundin Jeanne (ironisch Anne Brochet), ihr gegenwärtiger Lover ein etwas schlichter Muskelprotz oder die etwas ältere Sekretärin. Die angetäuschte Therapiesitzung wird zum persönlichen Plausch, die Akteure verändern sich nicht nur äußerlich. Von allen Seiten hagelt es Ratschläge wie 'Weg mit ihr oder drauf mit dir!' oder 'Die Liebe ist eine unheilbare Krankheit'.
Nach einem kurzen Intermezzo gibt es dann ein versöhnliches Ende ohne den obligatorischen Kuss oder das Betthupferl.
Nett und liebevoll aber nicht zu süß, ein Neuanfang eben.
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Intime Fremde
Intime Fremde von Patrice Leconte (DVD - 2006)
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