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3.0 von 5 Sternen Shanice Stimme wow, Musik leider teilweise mau, 9. April 2006
Rezension bezieht sich auf: Every Woman Dreams (Audio CD)
Shanice, die wir alle noch als breit lächelnden Teenager aus dem Musikvideo für „I love your smile", ihren größten Hit, kennen, liefert ihren Fans nach ganzen 7 Jahren der Warterei endlich ihr fünftes Album ab. „Every woman dreams" heißt das gute Stück. An dem Titel ist sicherlich was Wahres dran, denn jeder von uns, und im Übrigen nicht nur Frauen, träumen von Zeit zu Zeit. Nun präsentiert uns die Sängerin in 14 (beinahe) neuen Titeln ihre eigenen Träume und Wünsche, gibt den Frauen dieser Welt weise Ratschläge und besingt ihr Glück als relativ frisch gebackene Ehefrau und Mutter. Sie mögen es vielleicht bereits erraten haben - Dies ist eine Platte für die Damenwelt! Männer sollten bei den Texten jedoch nicht weghören, denn Shanice lässt sie keinesfalls schlecht wegkommen. Es wird u.a. in dem Titelsong allzu deutlich, dass ihr Ehemann, Flex Alexander, ein amerikanischer Comedian, ein ganz passables Exemplar der Gattung Mann zu sein scheint. So schenkt er ihr Diamantenringe oder Taschen von Gucci, um sie glücklich zu machen. Da werden doch gleich Erinnerungen an J.Los gegenteiliges „Love don't cost a thing" wach. Da komme ich, im Sinne von Carrie Bradshaw „nicht umhin mich folgendes zu fragen": Wollen Frauen jetzt wieder beschenkt werden, anstatt sich selbst ihre Brötchen zu verdienen?
In Shanice Fall scheint das so zu sein. Frauen sollten auch ihren Freundinnen niemals erzählen, wie gut es sexuell mit dem Partner so läuft („Keep it to yourself"). Die schnappen einem nur den Mann weg! Vertrauen und die typischen Frauengespräche im Stil von „Sex and the city" sind also auch out?
Frauen sollten des weiteren ihren Männern nach einem harten Arbeitstag bedienen („Take care of u"). Auch Destiny's Child hatten bereits so etwas in ihrem Hit „Cater 2 u" proklamiert.
Nun aber Spaß beiseite;) Trotz einiger fragwürdiger und protoypischer Texte über Liebe und Leid ist „Every woman dreams" gar nicht mal so schlecht. Der Opener „Get up" mit Sheila E geht ordentlich in die Beine und klingt sehr modern. Der Titelsong verfügt über innovative Background-Arrangements in den Strophen und einer umwerfenden Shanice in den Leadvocals. „Things in the movies" ist sehr melodiös und stellt das erste Highlight des Albums dar. „Keep it to yourself" und „Take care of u" sind zwei typische R&B-Songs im mittleren Tempo, die eher so dahindümpeln und lediglich von Shanice Stimme gerettet werden. Etwas langweilig! „So sexy" erinnert auf Grund der elektronischen Beats an die Stücke von Ciara, ist schnell und tauglich für die Tanzfläche. Mike City steuerte mit „That's why I love you?" einen weiteren schnelleren Track bei. Ich habe allerdings mehr von ihm erwartet, da er bereits mit Brandys "Full moon" ein echtes Juwel geschrieben hatte. Damit kann dieser Track nicht mithalten. Nach einigen Hängern in der Albummitte folgt jetzt aber mit „Crazy 4 u" wieder ein stärkerer Titel. Die Ballade hat eine süße Melodie und wird schön gesungen. Sie wurde, wie die zweite Häfte der Platte von Shanice und Jamey Jaz geschrieben. Der nächste Track „So free" ist leider wieder durchschnittlicher R&B. Erst „Chocolate" zeigt erneut innovative Züge. Shanice vergleicht ihren Liebsten hier mit der Süßigkeit. „Loving you", ein Cover des Hits von Minnie Ripperton, hat Shanice bereits auf ihrem zweiten Album „Inner child" gesungen. Hier wurde lediglich das Meeresrauschen gegen Vogelgezwitscher im Hintergrund eingetauscht. Das Schlagzeug wurde außerdem weggelassen und Shanice singt das Ganze stellenweise in noch höherer Tonlage. Mit gefiel ihre erste Version besser, wobei diese nicht schlecht ist. „Forever like a rose" ist der Höhepunkt der Platte. Shanice hat den Song ihrem Vater gewidmet. Die Ballade verfügt über einen Chor im Background und sehr viel Gefühl. „I can't imagine" handelt von dem Glück des Mutterseins. Der Titel ist fast genauso stark wie der Vorgänger und im mittleren Tempo gehalten. Mit „Joy" rundet Shanice das Album stimmgewaltig ab. Dem Gospelsong fehlt jedoch das letzte Quäntchen zum opulenten Meisterwerk und glänzt hauptsächlich durch die fünf Oktaven der Sängerin.
Fazit: Shanice Album startet anfangs gut durch, zeigt aber im Mittelteil einige Schwachstellen. Erst die zweite Hälfte, welche Shanice mit Songwriter Jamey Jaz verfasst hat, zeigt, wie gut Shanice mit dem richtigen Material klingen kann. Leider fehlt ihr fast durchgängig das Näschen für gute Texte. So singt sie durchgängig über ihre Ehe und Familie, was zwar sehr persönlich ist, mich hätten jedoch auch mal ihre Gedanken zu weltlicheren Themen interessiert. Stimmlich reicht kaum jemand an Shanice heran. Die Frau verfügt über ein unvergleichliches Organ. Dennoch wird es für sie mit diesem Album, welches sie auf ihrem eigenen Label produziert und veröffentlicht hat, in den Charts schwer werden. Die gerade angesagten Werke von Mariah Carey, Keyshia Cole oder auch Kelly Clarkson haben da mehr Pfiff.
Anspieltipps: „Forever like a rose", „Things in the movies", „Get up"
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Every Woman Dreams
Every Woman Dreams von Shanice (Audio CD - 2006)
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