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565
4,0 von 5 Sternen
Stolz und Vorurteil
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17 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 27. Januar 2015
Spoiler Alert: Ich liebe diesen Film. Er gehört zu meinen absoluten Lieblingsfilmen auch wenn ich sehe, dass er nicht unumstritten ist.
Einer der Hauptkritikpunkte scheint die weniger akkurate Haltung an die Buchvorlage zu sein, sowie die Besetzung von Mr. Darcy. Ich störe mich an beiden nicht im geringsten. So sehr es manchem Buchliebhaber auch an die Leser-ehre geht, so ist doch eine Buchverfilmung ihr eigenes Ding. Ich erwarte von keinem Film, dass er sich sklavisch an die Vorlage hält und das tut diese Verfilmung auch nicht. Da wird umgeschrieben und gerafft. Innere Monologe werden in Dialoge oder Briefe verwandelt, aber bei all der künstlerischen Freiheit beinhaltet diese Verfilmung doch alle wesentlichen Schlüsselszenen des Buches. Außerdem werden die Dialoge, die zu Austens Stärken gehören, wunderbar dargestellt. Besonders jene mit Keira Knightley sprühen funken. Ich finde sie wurde hier grandios besetzt (auch wenn ich nicht immer Fan ihrer Arbeit bin).
Manche der umgeschriebenen Szenen gefielen mir sogar besser als im Buch. Ja ich habe es gesagt. Besser als im Buch. Allein die Szene im Regen. Hach...
Was Mr. Darcy angeht: Ja, er ist nicht so gut besetzt wie in der Version mit Colin Firth. Aber wer möchte sich auch in dieser Rolle mit ihm messen? Ich fand ihn trotzdem gut. Er wirkte etwas schüchterner und verletzlicher als Colin Firth, der dafür die Darcy-typische Arroganz besser verkörpert hat.

Von diesen beiden Punkten einmal abgesehen sprechen noch viele andere Dinge für diese Verfilmung, als da wären:

- die Musik!!! Selten habe ich so eine wunderbare musikalische Untermalung in einem Film erlebt. Sie unterstreicht die einzelnen Szenen sehr feinsinnig.
- die Besetzung der Nebencharaktere. Mir fällt spontan wirklich nicht eine Figur ein, die nicht gut getroffen wurde außer der Tante von Elisabeth, aber ansonsten bin ich restlos begeistert. Die alberne und törichte Lydia wurde überzeugend von Jena Malone gemimt, Mr. Bennet von Donald Sutherland, der den sarkastischen, manchmal mürrischen und gerne auch unangebrachten Familienvater glänzend spielt. Die Darstellung der Jane hat mir auch sehr gut gefallen. Eine zurückhaltende english rose. Die Liste könnte ich beliebig lang weiterführen...
- Die Bilder: Der Film ist nicht nur für die Ohren ein Genuss, sondern auch fürs Auge. Die wundervollen Landschaftaufnahmen laden einfach zum Träumen und Schmachten ein. Aufnahmen von Pemberley, rauen englischen Küsten, Wäldern und Wiesen. Auch wurde hier das Licht sehr hübsch eingesetzt, z.B. in der einen Traumszene von Lissy.
- und last but not least: Es wurde imhO der Austensche Geist im Film sehr gut eingefangen. Auch wenn nicht jede Szene akribisch genau umgesetzt wurde, ist doch das wesentliche erfüllt und zwar, dass das charakteristische an der Arbeit von Jane Austen ins Filmformat übersetzt wurde: überzeichnete Charaktere (Mr. Collins, Mrs. Bennet...), spritzige Dialoge mit viel subtilem Witz, die romantischen Verwicklungen und teilweise auch die Sprache, die für meinen Geschmack nicht zu frei übersetzt wurde.

Es wird sicher immer viele Meinungen zu den verschiedenen Verfilmungen geben. Ich persönlich würde diese nicht unbedingt zur Vorbereitung auf einen Englisch-Test verwenden (dann lieber die mit Colin Firth), aber mehr für sich selbst stehend ist dieses Werk ein Hochgenuss für Augen, Ohren und Herz.
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20 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 23. April 2006
Stimmt, ein Schwein würde bei Jane Austen nicht durch das Haus der Bennetts laufen. Und ein Gentleman ginge naürlich nie in das Schlafzimmer der kranken Jane. Und auch ein romantisches Treffen von Darcy und Lizzie im Morgengrauen, nicht gerade korrekt gekleidet - unvorstellbar!! Trotzdem empfinde ich den Film als sehr gelungen.

Über den Inhalt muss wohl nichts mehr gesagt werden, dafür einiges zur Umsetzung. Sehr überzeugend werden die unterschiedlichen Lebenswelten gezeigt. Da vibriert die Tanzveranstaltung am Anfang vor Leben, während der Ball, den Bingley gibt, edel, aber auch deutlich zurückgenommen wirkt. Da zeigt sich das Haus der Bennets (sehen wir mal über die Bauernhofatmosphäre hinweg) als chaotisch, lebendig, während Darcys Tante in einem eindrucksvollen, aber leblosen Herrenhaus residiert, in dem selbst die Menschen zu Gemälden erstarren. Das Gegenbild zur romantischen Liebesgeschichte findet man in Charlotte, die in einem kurzen, aber überzeugenden Auftritt die Abhängigkeiten einer mittellosen Frau aus gutem Haus klarmacht. Lustig ist dagegen die Szene, in der Mutter und Töchter Bennet in ihrem Wohnzimmer sozusagen 'abhängen', um in Rekordzeit nach Ankündigung von Besuch alles "ganz natürlich" wie ein Bild wirken zu lassen. Es gefällt schon sehr, wenn die intelligenten Wortspiele nicht mehr funktionieren, weil man vor Verliebtheit oder peinlicher Situation plötzlich kaum ein vernünftiges Wort herausbekommt. Überzeugend auch die Interaktion der Familie Bennet, in der Donald Sutherland den Hausherrn inmitten seiner lebendigen Familie spielt, der gelassen, aber manchmal auch übermäßig Entscheidungen vermeidend, agiert. Herausragend ist Judi Dench, die in ihren kurzen Szenen arrogant und herrisch die Szene beherrscht und sich freundlicherweise auch in wenig schmeichelhaftes Licht setzen lässt.

Obwohl die Übersetzung gelungen ist und auch die Synchronstimmen überzeugen, ist dennoch deutlich das Original zu bevorzugen. Kleinere Kinker in der Übersetzung sind nicht zu vermeiden, aber manche Dinge sind nicht so recht nachzuvollziehen. Da lädt Darcy mitnichten zum Fischen am 'Teich' ein, nein, es ist ein See (korrekt in den Untertiteln). Und keineswegs befürchtet Darcy bei einer Ehe mit Lizzie den 'gesellschaftlichen Abstieg', sondern beklagt ihren Rang, der niedriger ist als seiner. Und es macht auch einen deutlichen Unterschied, ob nicht gewusst wurde, wieso Jane in London war oder dass sie überhaupt in London war. Manchmal werden ganze Sätze im Deutschen weggelassen. Schade auch, dass die singende Dienstmagd der Bennets, die im Original im Einklang mit der Filmmusik singt, im der Synchronisation plötzlich nur noch falsche Töne von sich gibt. Die Filmmusik ist im Übrigen sehr in den Film integriert.

Es gibt diverse Extras. Da ist einmal der Audiokommentar des Regisseurs, den er so energisch angeht, dass anfangs zweimal Flüche überpiept werden. Gegen Schluss lässt der Enthusiasmus allerdings dermaßen nach, dass man sogar ein heftiges Gähnen hören kann. Dazwischen erfährt man einige nette Dinge, z. B. dass er die Geschichte vorverlegt hat, weil er Empirekleider nicht mag (nur Bingleys Schwester trägt als Ausdruck höchsten Modebewusstseins die neue Mode), dass es sich im Grunde um einen Teeniefilm handelt oder dass Improvisation bei den Schauspielern sehr gefördert wurde. Nett auch zu erfahren, dass die Darsteller von Darcy und Bingley gar nicht reiten können oder dass ein Schinken während eines Heiratsantrags eher stört. Geradezu magisch muss es gewesen sein, als ein Gänseschwarm fast filmerfahren und völlig unerwartet im rechten Moment erschien. Ja, ein sehr netter Kommentar, der auch gerne angibt wo gedreht wurde, sehr hilfreich für den Fall, dass man sich diese tollen Landschaften selber einmal ansehen möchte.

Weitere Extras, fast immer in Interviews und Filmausschnitten: 1. Wie man sich damals verabredete 2. Die im Film verwendeten Häuser (sogar mit Homepage- und Adressangaben) 3. Die Bennets 4. Jane Austen 5. Familienstammbaum (etwas unübersichtlich) 6. Bilder 7. Set-Tagebücher 8. Alternatives US-Ende (so kitschig, dass man sehr gut verzichten kann)

Negativpunkt: Die Audioeinstellungen können nicht automatisch geändert werden, d. h. wenn man Englisch und Deutsch vergleichen oder hören will, was der Regisseur zu einer bestimmten Stelle zu sagen hat, muss man den Film beenden, die Einstellung ändern und neu starten. Das ist umso unverständlicher, als die Untertitelung problemlos zu ändern ist.

Fazit: Die Fans anderer Verfilmungen und evtl. auch des Buches sollten die DVD entweder unvoreingenommen oder gar nicht ansehen. Wer sich auf die Verfilmung aber einlässt, wird sicher seine Freude daran haben. Und sicher wird hier auch der eine oder andere neue Jane Austen-Leser gewonnen.
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 8. Februar 2008
Ich kenne Stolz und Vorurteil" erst durch den Kinofilm. Er wird für mich immer seinen Stellenwert behalten.
Trotzdem, es war erst das Buch, das mir Aufschluss über gewisse Dinge gab. Dadurch lernte ich vor allem Mr. Darcy besser kennen. Ich verstand ihn, sein Verhalten, seine Gefühle und Überzeugung. Auch die Missverständnisse zwischen Elisabeth und Darcy wurden mir klarer.
Das alles bringt Matthew McFadyen nicht überzeugend genug rüber. Sein Mr. Darcy ist nicht uninteressant, aber auch nicht verständlich. Natürlich verbreitet er Charme, auch als arroganter Snob, aber er verändert sein Verhalten zu plötzlich. Als würde ein Schalter umspringen. Vor Hunsford ist er mürrisch, und ohne jede Regung, danach liebenswert und sympatisch. Auch wenn er letzteres hinreißend spielt, befriedigt mich das nicht. Wo bleiben seine zwiespältigen Gefühle, seine aufkeimende Liebe zu Elisabeth? Er wirkt eher störrisch oder eingeschnappt. Es fehlt das Knistern und die Spannung zwischen den beiden.
Keira Knightley kichert mir zu viel, verkörpert aber eine gute Elisabeth. Nicht so gefühlvoll und selbstbewusst wie im Roman, aber spritzig, schlagfertig und lebendig. Da sie immer auf Achse ist, kann sie allerdings ihr Verhältnis zu Darcy auch nicht richtig zeigen.
Als Hauptfigur strahlt sie aber Wirkung aus.
Allerdings tun mir die Bennets leid. Warum ist ihr Zuhause so ein Schweinestall? Damals war doch der Landadel, ob verarmt oder nicht, genauso auf seinen Ruf bedacht. Man hätte sich nie auf ein Niveau unterhalb seines Standes herab gelassen. Ein gewisser, bescheidener Luxus musste sein. Wer sich Gäste einlud, wollte etwas vorzeigen. Eine Familie mit 5 Töchtern hatte das nötiger denn je. Niemand kehrt gern in ein Haus ein, wo Schweine, Gänse und Hühner umher laufen und Müll rum liegt. Um den Unterschied zwischen Longburn und Pemberley zu zeigen, hätten die Umgebung und das heruntergekommene Haus ausgereicht. Was hier maßlos übertrieben wurde, wäre für Mrs. Bennet treffender gewesen. Sie ist einfältig, nervig und hysterisch. Ihr hätte es gestanden überzeichnet zu werden. So bleibt sie eher blass und rückt immer mehr in den Hintergrund.
Lady de Bourgh als Dragoner erscheinen zu lassen finde ich auch fehl am Platz. Ihr Charakter wurde missverstanden. Sie ist eine Gewitterziege". Nichts gegen Judi Dench. Ich mag sie sehr. Ihre Lady kann nicht anders sein. Das gibt ihr Typ nicht her. Aber man hätte auch jemand anderes für die Rolle finden können.
Gut und wirklich liebenswert finde ich Rosamunde Pike. Sie spielt ihre Jane voller Anmut. Sie kann tatsächlich als hübschestes Mädchen auf einem Tanzsaal bezaubern. Allerdings würde das mehr zur Geltung kommen, würde der Tanzsaal in Meryton nicht so große Ähnlichkeit mit einer Scheune aufweisen.
Okay, ein Kinofilm soll in erster Linie unterhalten, und das tut er. Die Landschaft, die Musik, die Kostüme, das Flair und natürlich die Geschichte selbst, verbreiten einen gewissen Charme, dem ich mich nicht mehr entziehen kann. Nur gut, dass Jane Austen Bücher geschrieben und keine Filme gedreht hat. So kann ich mir das, was mir an Wissen fehlt eben erlesen.
Fazit: Ich mag den Film, trotz einiger Schwächen.
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12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 7. Januar 2012
...dass es zu diesem Film viele verschiedene Meinungen gibt, und vorallem die Fans der BBC-Verfilmung mit Colin Firth von dieser Stolz und Vorurteil Version nicht überzeugt sind.
Mir persönlich gefällt dieser Film jedoch bei weitem besser als die unendlich lange und zwischenzeitlich auch sehr langweilige BBC-Adaption. Es ist immer schwierig den Anforderungen der Vorlage in nur zwei Stunden gerecht zu werden, aber ich denke genau das ist Regisseur Joe Wright und Deborah Moggach gelungen. Alle wichtigen Szenen sind enthalten und man kann Elizabeths Gefühlswandel sehr gut mitverfolgen. Ich habe das Buch bestimmt zehnmal gelesen und finde nicht, dass wesentliche Szenen weggelassen wurden.
Matthew MacFadyen gibt einen hervorragend stolzen, aber auch verletzlichen, manchmal unsicheren und vorallem sehr menschlichen Mr. Darcy. In vielen vorherigen Rezensionen wird bemängelt, dass die Steifheit und Strenge der damals verlangten Verhaltensweisen fehlt, doch genau das macht den Film sehr viel interessanter als die vorhergehenden Versionen. Auch wenn Darcy und Lizzy sich in der ersten Antrags-Szene kaum an die im 18. Jahrhundert verlangte Etikette halten, erkennt man durch ihr Verhalten wie verletzt sie sind - Darcy weil Elizabeth seinen Antrag ablehnt und Elizabeth...nun ja, jeder Jane Austen Fan kennt ja die Geschichte.
Die Figuren erscheinen mir hier sehr viel menschlicher und besser verständlich.
Keira Knightley ist wunderschön anzusehen (auch wenn sie extrem dünn ist) und wird der Rolle gerecht. Sie spielt frecher und jugendlicher, ja moderner als jede andere Darstellerin vor ihr. Und das ist auch gut so.
Ich finde sie und Matthew MacFadyen sind eine ideale Besetzung des berühmtesten Liebespaares der Literatur, und auch den Vorwurf, es gäbe keine Chemie zwischen den beiden, kann ich nicht verstehen. Gerade bei der schon vorhin genannten ersten Antrags-Szene fliegen die Funken bei der Andeutung eines Kusses und man kann Mr. Darcys Verlangen regelrecht spüren.
Auch die anderen Figuren sind sehr gut besetzt worden, allen voran Rosamund Pike als Jane, die nicht nur die allerschönste sondern auch die liebenswürdigste und glaubhafteste Jane von allen ist. Auch hier muss ich nochmals mit der BBC-Version vergleichen (die mir im Übrigen auch sehr gut gefällt und gleich an zweiter Stelle kommt). In der Mini Serie ist Jane zum einen überhaupt nicht wunderschön anzusehen und ich musste mich ständig fragen wie man nur diese Frau als Besetzung der "schönsten Frau in ganz Hertfordshire" auswählen konnte und zum anderen nervt mich ihre andauernde Schüchternheit und Zurückhaltung auf Dauer. Rosamund Pike stellt Jane bei weitem glaubwürdiger dar, auch wenn die Drehbuchautorin ihr noch mehr Beachtung hätte schenken sollen.
Lydia, Kitty und Mary sind genau so wie ich sie mir beim Lesen des Buches immer vorgestellt habe und ebenfalls schöner anzusehen als die Darstellerinnen früherer Verfilmungen (was man aber über fast alle Darsteller sagen kann).
Besondere Beachtung muss man auch Donald Sutherland als Mr. Bennet und Tom Hollander als Mr. Collins schenken. Sie sind einfach brilliant. Über Mr. Collins muss man oft schmunzeln, vorallem sein Antrag an Elizabeth ist sehr gelungen. Mr. Bennet ist sarkastisch und vernarrt in seine Tochter wie in der Romanvorlage und man kann ganz genau erkennen, dass er sich im Stillen über seine Frau amüsiert, die von Brenda Blethyn gespielt, meiner Meinung nach etwas zu warmherzig und klug ist. Beim Lesen von Stolz und Vorurteil muss man immer wieder den Kopf über ihre Naivität und ihr Verlangen ihre Töchter zu verheiraten schütteln und das habe ich vermisst.
Auch Lady Catherine de Bourgh, dargestellt von Judi Dench, ist wunderbar getroffen. Einzig ihre Tochter, die bei jeder Aufnahme von ihr nicht anderes tut als den Kopf zu senken und leidend zu gucken, irritiert.
Simon Woods als Mr. Bingley überzeugt leider überhaupt nicht, er wirkt, man kann es nicht anders sagen, dumm und unsicher ganz anders als der von Jane Austen beschriebene liebenswürdige und offene Charles.
Der Film ist untermalt von wunderschöner Musik, die nie zu aufdringlich ist und auch nicht zwanghaft die Gefühle des Zuschauers lenken soll. Gut gefällt mir zum Beispiel, dass während Mr. Darcys und Lizzys Konfrontation auf Musik gänzlich verzichtet wurde.
Die hinzugefügten Szenen gefallen mir gut, das Vergehen der Zeit wird in der Schaukelszene schön dargestellt und auch die Szene im "Statuenraum" auf Pemberley finde ich nicht überflüssig, weil sie zeigt, wie Lizzy sich langsam bewusst wird, dass sie Mr. Darcy trotz allem zu mögen beginnt.
Des weiteren fand ich nicht schlimm, dass man Mr. und Mrs. Hurst und Charlottes Schwester und Vater auf Netherfield bzw. in Hunsford weggelassen hat, da diese Figuren keinen besonderen Zweck erfüllen sondern meist nur als Dekoration im Hintergrund stehen.
Alles in allem lässt sich sagen, dass diese Verfilmung meines Lieblingsbuches auch zu meinem Lieblingsfilm geworden ist, den ich täglich anschauen könnte ohne dass es langweilig wird und die bei weitem nicht so langatmig ist wie die Version von 1995. Die Figuren sind meist gut getroffen und Kürzungen wurden an den richtigen Stellen und bei den richtigen Personen vorgenommen.
Allerdings sollte man den Film auf jeden Fall im Original ansehen, denn die deutsche Synchronisation ist schrecklich.
Und wer, da es ja ein Liebesfilm ist, unbedingt einen Kuss sehen will, sollte sich das alternative Ende ansehen. Ich finde es sehr gut, dass die Kussszene nur in den Extras enthalten ist, sie passt nicht so gut zum Rest und ist wirklich sehr sehr sehr süß und kitschig.
Dieser Film ist etwas für anspruchsvolle Filmegucker, hoffnungslose Romantiker und natürlich für alle Jane Austen Fans, auch wenn nicht jede Szene dem wortlaut nach im Film vorkommt.
Stolz und Vorurteil ist die schönste Liebesgeschichte aller Zeiten und sie wurde in diesem Film in grandiosen Bildern und Dialogen wunderbar umgesetzt.
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17 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Mit dieser Adaption von Jane Austens Stoff "Stolz und Vorurteile" hab ich persönlich so meine Probleme.

Auf der einen Seite hat der Film durchaus seine Stärken, wie zum Beispiel einen fabelhaft ironischen Donald Sutherland als Mr. Bennet und eine Kira Knightly die den sprühenden Charakter von Lizzie wunderbar verkörpert und ihren schnellen Geist gut einfängt.

Matthew MacFadyen hat sicherlich eine der undankbarsten Rollen überhaupt und zu meinem Leidwesen füllt er die Rolle des Mr. Darcy nicht annähernd so aus, wie man es sich beim Lesen vorstellt.

Allerdings ist das nach Colin Firths grandioser Darstellung auch äusserst schwierig, das muss ehrlicherweise gesagt werden.

Auf der anderen Seite überwiegen leider die Dinge die mich extremst stören. Die doch sehr freie Umsetzung finde ich nicht sehr gelungen, auch wenn ich mich mit diesem Statement sicher nicht sehr beliebt mache ;-)

Aber die Bennets lebten sicherlich nicht auf einem besseren Bauernhof und waren Mrs. Bennets familiären Beziehungen zum Handel zum Trotz eine Familie der guten (wenn auch nicht hochrangigen) Gesellschaft.

Hier allerdings hat man stellenweise das Gefühl, als ob die Bennet-Mädchen ohne einen entsprechenden gesellschaftlichen Hintergrund aufgewachsen sind.

Es darf aber nicht vergessen werden das Mr. Bennet ohne Zweifel ein Gentleman ist, der das Pech hatte sich für eine Frau entschieden zu haben, die nicht gerade mit viel Verstand gesegnet ist.

Aber bei all ihren unmöglichen Attidüden und oft peinlichen Auftritten, weiß Mrs. Bennet sehr wohl, was die sogenannte "Gute Gesellschaft" erwartet und was von ihr geduldet wird und was nicht.

Was mich allerdings weit mehr gestört hat, ist die Ausstattung. Die Frisuren und Kleider finde ich absolut unpassend, denn eine junge Lady der damaligen Zeit, hätte bestenfalls in ihrem Schlafzimmer die Haare offen getragen.

Auch die Kleider fand ich nahezu lieblos und nicht im mindestens der Welt Jane Austens angemessen.

Im Großen und Ganzen finde ich den Film schlichtweg zu "kommerziell" gedacht. Mir scheint, hier soll das breite Kinopublikum angesprochen werden... was vom Prinzip hier ja nicht falsch ist. Aber wenn dann eine Literaturverfilmung dabei herauskommt, die nur in kleinen Teilen dem entspricht was Jane Austen zu Papier gebracht hat, bin ich als begeisterte Leserin schon sehr enttäuscht.

Vermutlich gibt es einfach 2 Lager. Die einen die diese Verfilmung hoch loben und die anderen die der BBC-Fassung den Vorzug geben.

Zu denen zähle ich mich unzweifelhaft auch, denn ich finde dort den Geist des Buches sehr viel besser eingefangen, die ganze Gestaltung ist dort liebevoller und kommt nicht so "mainstream-like" daher.

Wer jedoch einfach einen netten Abend, mit einem netten Film erleben möchte, kann das mit dieser Version sicherlich tun.

Jedoch sollten sich diejenigen, die wahrhaft in die Welt von Mr. Darcy und den Bennets eintauchen wollen, für die BBC-Fassung entscheiden.

Ist allerdings nur meine, unmaßgebliche Meinung ;-)
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27 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Kann man einen Film mehr als 100 Mal sehen und immer wieder von ihm begeistert sein? Für den Film Stolz & Vorurteil kann ich dies voll bestätigen. Selten hat mich ein Film die letzten Jahre so fasziniert und berührt, obwohl Jane Austin sicherlich eher weibliche Leser im Sinn hatte, als sie die Vorlage für Stolz & Vorurteil schrieb, so ist es doch auch ein Film für Männer.

Opulente Bildervorlagen, grandiose Szenen und Gefühle im großen Stil gepaart mit altenglischen Herrensitzen des 17. und 18. Jahrhunderts mehr geht eigentlich nicht. Dass der Regisseur zwei Jahre an diesem Werk gearbeitet hat merkt man und er hat sich unsterblich in alle Akteure verliebt. Auch den Statisten räumt er großzügig Raum ein, dies wertet den Film noch mehr auf.

Wunderbare Kameraführung, sehr gute Bildschnitte und Übergänge, selbst kleine Fehler sind harmonisch im Ganzen eingearbeitet und fallen nicht auf. Mit diesem Film hat man sich sehr viel Arbeit gemacht. Kostüme und Szenerien sind gleichermaßen bedeutend und bis ins Detail hinein ausgestaltet.

Über die Geschichte im Allgemeinen muss man nichts erzählen, denn die beiden Hauptakteure gelten in der Literatur neben Romeo und Julia als das Liebespaar schlechthin. Generationen haben das Buch gelesen und waren hingerissen, der Film schafft es auf einfühlsame Weise die Welten der Jane Austin auf das Celluloid zu bannen.

Wer England liebt, insbesondere die altenglische Kultur und zudem eine ungewöhnliche Liebesgeschichte bevorzugt ist mit Stolz & Vorurteil bestens bedient.

Auch die zum Film komponierte Musik ist hinreißend. Selten habe ich eine so schöne Klaviersonate gehört, wie in diesem Film, ein echter Ohrwurm.

Die Kommentare des Regisseurs zum Film (auf der DVD) sollte man sich in jedem Fall antun, dann merkt man erst einmal die Tiefe des Films im Ganzen.

Ein Film den man getrost mehr als 100 Mal ansehen kann.

Sehr empfehlenswert!
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85 von 102 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 25. Januar 2008
Wie soll man diesen Film bloß unvoreingenommen beurteilen, wenn man die geniale BBC-Verfilmung mit Colin Firth und Jennifer Ehle von 1995 kennt? Diese Miniserie hat Maßstäbe gesetzt und kann kaum übertroffen werden und schon gar nicht von einem kompakten Kinofilm.
Umso mehr habe ich gestaunt, dass diese Verfilmung mit großer Kreativität eine absolut amüsante Interpretation von Austens "Pride and Prejudice" geschaffen hat. Und es grenzt schon an ein Wunder, wie Regisseur Joe Wright und Drehbuchautorin Deborah Moggach es geschafft haben, so viel Substanz aus Austens Novelle zu erhalten und in gerade mal 2 Stunden Film unterzubringen. Dafür ein ganz großes Lob!
Zwar sind einige Charaktere weggefallen und Handlungen sind drastisch gestrafft, beinahe im Zeitraffer brechen die wichtigen Ereignisse der Geschichte über die Helden herein. Und gelegentlich vermisste ich diese und jene Szene, die ich in P&P von BBC so lieb gewonnen hatte.
Aber dennoch hat auch dieser Film viel Charme und Witz und Romantik! Das liegt natürlich vor Allem an der uralten aber immer noch romantischen Buchvorlage. Eine Geschichte, die inzwischen hoffentlich jede(r) kennt: Der arrogante Mr. Darcy verliebt sich in Elizabeth Bennet eine geistreiche junge Dame, die er sich aber wegen ihres niedrigen Standes selbst versagt. Vergeblich kämpft er gegen seine Gefühle und macht ihr schließlich einen Heiratsantrag. Als Elizabeth ablehnt weil sie eine vorurteilsbeladene, schlechte Meinung von Darcy hat, fällt der aus allen Wolken...
Die andere Hälfte ihres großen Erfolgs verdankt diese britisch-französische Produktion (wohlgemerkt, es ist kein Hollywoodfilm!) jedoch dem Können von Regisseur, Kameramann und Darstellern, die fast durchweg hervorragend sind.
Allen voran ist Donald Sutherland zu nennen als der beste Mr. Bennet ever! Dann Judy Dench. Sie kann als Lady de Bourgh leicht mit Barbara Leigh-Hunt aus der 95er Verfilmung mithalten. Auch Rosamund Pike gibt eine herzallerliebste Jane und Tom Hollander(inzwischen in Fluch der Karibik 2 und 3 zu bewundern) einen perfekt-kleingeistigen Mr. Collins. Andere Figuren - besonders eine viel zu warmherzige Mrs. Bennet (Brenda Blethyn) und ein reichlich debiler Mr. Bingley (Simon Woods) sind in meinen Augen ein Fauxpas, aber dennoch nicht ohne einen irritierenden Reiz.

Einzig Keira Knightley halte ich als Lizzy für eine totale Fehlbesetzung.
Denn Keira Knightley spielt leider eine halbwüchsige und unreife Lizzy, die kaum etwas mit Jane Austens Elizabeth gemein hat. Ja, es stimmt: Auch der "neue" Darcy ist scheinbar nicht buchgetreu. Viele (Colin Firth) Fans kritisieren, dass Matthew MacFadyen keinen arroganten Darcy gibt, sondern einen spröden, schüchternen, ja fast schon bedauernswert unsicheren Knaben mimt. Aber ich möchte darauf hinweisen, dass in Jane Austens Novellen die männlichen Helden immer etwas nebulös bleiben und manchmal wenig greifbare Geschöpfe sind (Miss Austen kannte sie nämlich nicht besser, die Männer). Dem gegenüber beleuchtet sie die Gedanken und Verhaltensweisen ihrer weiblichen Helden stets sehr präzise. Und so weiß man wie Lizzy gedacht und gefühlt hat und wie sie sich verhielt. Und Jane Austen hat mit ihrer Elizabeth Bennet definitiv keinen in braune Fetzen gekleideten, albern herum kichernden und vorlauten Teenager schaffen wollen.
Austens Elizabeth ist eine schlagfertige, erwachsene und kluge Frau, die stets auf Etikette und gutes Benehmen achtet und die niemals die gesellschaftlichen Normen überschreitet - wie etwa unter einem Tisch sitzend anderer Leute Gespräche belauscht.
Das sei gewollt, sagen Kritiker, und dem Regisseur Joe Wright sei in der Besetzung der Elizabeth Bennet durch die klapperdürre, jungdynamische Piratenbraut Keira Knightley ein überzeugender Brückenschlag gelungen, nämlich zwischen der heutigen ungezwungenen Mädchengeneration und den damaligen gehemmten jungen Frauen. Wohlmeinende Kritiker behaupten Wright habe mit dieser Besetzung eine extrem moderne Lizzy geschaffen. Und das stimmt! Aber mir gefällt sie trotzdem nicht diese moderne Lizzy mit Unterbiss.
So, erst mal Luft holen und noch mal zur Klarstellung:
Ich finde es durchaus interessant wenn ein Regisseur sich künstlerische Freiheit erlaubt und bei der Verfilmung eines Buch vom Wortlaut abweicht oder seine Figuren ein wenig ummodelt - immer vorausgesetzt es kommt etwas Gutes dabei heraus.
Dass Longborn wie ein Schweinstall aussieht, regt zwar manche Austenpuristen auf, aber ich halte es für eine witzige und geistreiche Idee. Dass Keira Knightley angeblich absichtlich hässlich gemacht wurde ("uglying up Keira Knightley" titelte eine englische Zeitung seinerzeit) nun, das halte ich wiederum für ein Gerücht ;-). Im Übrigen hat sie in dem Film durchaus ihre "schönen Momente". Dass sie mit ihrem mageren und schlampigen Aussehen ganz und gar nicht dem damals üblichen Frauenidealbild entspricht (und das obwohl Austens Elizabeth als lokale Schönheit galt), das muss ich Kennern gegenüber eigentlich nicht extra erwähnen.
Jetzt zum Fast-Schluss noch ein paar Lobreden auf die begnadete Kameraführung, die wirklich einen Oskar verdient hätte. Roman Osin heißt der Kameramann und der ist in meinen Augen ein Meister seines Fachs. Manchmal aufdringlich und hektisch, manchmal idyllisch und pastoral, bietet uns die Kamera atemberaubende Bildkompositionen, wahre Orgien für die Augen. Allen voran die traumschöne Schaukelszene mit wunderschöner Musik untermalt und das Tête-à-tête des Traumpaares im Morgennebel, draußen auf der Heide mit einem so romantischen Szenenbild, dass es den Zuschauerinnen schlicht den Atem raubt.

Kurz und bündig:
Der Film ist witzig, geistreich und voller Romantik und auch (oder gerade) für Austen-Fans eine Pflichtübung. Aber auch allen, die es nicht so mit pompösen Literaturverfilmungen und Liebesgeschichten halten, die sich einfach nur köstlich amüsieren und unterhalten lassen wollen, kann ich diesen Film nur ans Herz legen. Und all jenen, die eben nicht das Sitzfleisch und die Geduld für 5 Stunden BBC-Romantik haben, denen konnte gar nichts Besseres passieren als der neue "Stolz und Vorurteil".

DVD:
Vor der Anschaffung dieses DVD-Buch-Kombi-Paktes empfiehlt es sich zu rechnen, ob eine getrennte Anschaffung von Buch und DVD nicht günstiger ist, denn inhaltlich unterscheidet sich der Film nicht von den anderen DVD Ausgaben.
Und noch ein kleine Info am Rande: Die deutsche DVD enthält eine Extra Schluss-Szene, die in der amerikanischen Kinofassung gezeigt wurde, den Europäern und dem Rest der Welt aber zum Glück erspart blieb. Das Traumpaar nach der Hochzeit befindet sich nun in Pemberly und wirft die verträumten Blicke, sich vorsichtig liebkosend über den weitläufigen Besitz. Diese Szene ist so was von peinlich und überflüssig, dass man sie eigentlich unbedingt gesehen haben muss ;-).
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16 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 6. März 2006
Eigentlich ist der Film ja ganz schön. Aber, wenn man sich die DVD dann auf Englisch ansieht, fällt einem auf, was durch die Synchronisierung verloren gegangen ist. Daher, bitte auch auf Englisch ansehen! Im Vergleich zu der BBC Verfilmung schneidet er meiner Meinung auch nicht schlecht ab. Zwar fehlt der Verfilmung etwas die Tiefe, dafür ist sie aber spritzig und mitreißend.
Positiv: einfach wunderschön gefilmt, überwältigend schöne Landschaftsbilder, sehr detailgetreue Darstellung, nicht so überdreht und kitschig. Bröckelnde Fassaden gehörten ebenso zum Leben, wie schlammige Straßen oder abgewetzte Hauspantöffelchen von Mrs. Bennet. Eine traumhafte Klaviermusik begleitet den Film, passend eingesetzt. Das Thema dürfte bekannt sein, es wird die Liebesgeschichte zwischen Elizabeth Bennet und Mr. Darcy gezeigt, mit vielen Emotionen, mit viel Humor, manchmal möchte man den Figuren einen Schubs geben, damit sie endlich zueinander finden. Und freut sich am Ende mit dem Liebespaar. Romatik pur!
Negativ: Sieht man die englische Version, fällt direkt auf, daß Matthew MacFadyen eine tiefe und sonore Stimme hat, die der Figur Stärke und Charakter verleiht. Die deutsche Stimme ist viel heller, wirkt zu weich. Dadurch geht der Figur des Mr. Darcy viel verloren. Im Englischen ist Mr. Darcy ein stolzer, selbstbewußter Mann, der schweigsam ist, wenige Emotionen zeigt, steif wirkt. Im Deutschen ist er dagegen fad, mürrisch, unsicher. Dadurch kommt gar nicht richtig rüber, wie sehr er sich durch Elizabeth und ihre fröhliche, liebenswerte Art ändert und lernt, aufgeschlossener zu sein und Emotionen zu zeigen. Schade auch, daß erst in der 2. Hälfte des Films Pemberley, sein Familiensitz gezeigt wird. Denn dadurch sieht der Zuschauer erst, aus welcher Gesellschaftsschicht Mr. Darcy kommt. Welche Welten zwischen ihm und Elizabeth liegen. Erst jetzt kann ein Nicht-Austen-Fan nachvollziehen, was es für ihn heißt, alle Konventionen über Bord zu werfen und gegen diesen enormen Standesunterschied Elizabeth einen Heiratsantrag zu machen. Erst jetzt versteht man die Tiefe seiner Gefühle. Das kommt im Deutschen kaum rüber.
Auch Elizabeth wirkt im Englischen viel liebenswerter, Keira Knightley hat eine tiefere Stimme, als die Synchronisierung. Im Deutschen wirkt Elizabeth durch die helle deutsche Stimme besonders am Anfang des Films ziemlich zickig, was sie gar nicht ist. Ihr Selbstbewußtsein wirkt überdreht und besserwisserisch. Schade!
Wenn man den Film als solchen sieht und nicht akribisch mit dem Buch und der BBC-Verfilmung vergleicht, finde ich, daß es eine schöne Verfilmung ist, die den Zuschauer mitreißt. Schade nur, daß die Synchronisierung nicht besser ausgefallen ist!
Als Bonus-Material ist auch das US-Ending dabei. Auf Englisch mit Untertiteln. Sehr romantisch! Aber überhaupt nicht zum Film passend! Eben noch der Heiratsantrag, man sieht den strahlenden Vater Mr. Bennet (Donald Sutherland, ein Lichtblick im Film!) und zack, die Hochzeit muß man sich als erledigt denken, küssen sie sich. Wer hat sich so einen Schwachsinn ausgedacht? Da hätte ich mir gewünscht, daß sich Elizabeth nach der Zustimmung ihres Vaters in die Arme des wartenden Mr. Darcy stürzt und *Cut* - Film Ende! Wäre wenigstens schlüssig gewesen ;-))
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 1. November 2011
Da die Geschichte hinlänglich bekannt ist, möchte ich nur anmerken, das diese amerikanische Adaption sehr gelungen ist. Man spürt wärend der einzelnen Momente des Aufeinandertreffens der beiden Protagonisten den Wandel der Gefühlen, was durch die ältere BBC-Verfilmung (Ehle/Firth) ein schauspielerisches schweres Erbe ist.
Nunden, ich habe mir extra die BluRay neu gekauft (habe auch die DVD) um auf unserem Großbild-TV eine bessere Bildqualität zu haben. Es ist leider sehr enttäuschend, was sich da auf der Mattscheibe zeigt, nämlich Matsch. So eine Pixelbildung und Gegrissel ist heute im Zeitalter der digitalen Möglichkeiten nicht akzeptabel! Leider hat die BR sonst keinen Fehler, so das eine Reklamation bei amazon nicht gerechtfertigt ist, aber die Filmgesellschaft sollte sich wirklich schämen! Wir haben viele BRs, auch alte Filme, und selten so eine schlechte Bildqualität erlebt. Schade, daher leider nur 3 Sterne, obwohl der Film volle Sternzahl verdient!
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am 23. Februar 2006
Erstmal vorneweg: ein Film ist kein Buch! Zum zweiten: dieser Film ist unmöglich mit der BBC Verfilmung zu vergleichen - die Rahmenbedingungen sind wesentlich andere. Da die BBC dankenswerterweise anlässlich des Erfolgs dieses Films die Güte hatte, ihre Fernsehfassung zu wiederholen, hatte ich die Gelegenheit beide Versionen zu sehen. Die BBC Version ist durchaus gediegen, gepflegt und passt sehr schön zu einer unaufgeregten Grundeinstellung und hat sich all die Zeit nehmen können, die sie brauchte.
Anderes Wrights Arbeit. Er hatte etwa 2 Stunden Zeit für die Kinoversion und die vergehen wahrlich viel zu schnell! Er erhielt kürzlich einen BAFTA (British Film Award) für das beste Film-Erstlingswerk, zu Recht würde ich meinen. Die Frische und Spritzigkeit, der Witz und der jugendliche Charme dieses Films holen Jane Austen aus dem Museum zurück, in das gesperrt zu werden sie nicht verdient hat. Lizzi ist 21 for God sake und keine milde alte Jungfrau, sie ist nicht so brav wie ihre Schwester Jane, deren Darstellung durch Rosalind Pike absolut hinreissend ist! Auch Lizzi will sich amüsieren und nicht bloss dozieren, hier darf sie. Das Leben junger Leute ist eine Achterbahnfahrt der Gefühle, das merkt man hier! McFadyens Mr. Darcy ist absolut konkurrenzfähig mit Colin Flirths Interpretation, eigentlich ist er sogar ein bisschen glaubwürdiger: er kann viel besser schmachten und dass er "handsome" ist, glaubt man ihm auch mehr als Colin Flirth. Lizzis Vater bringt hier seinen resignierten trockenen Humor besser zur Geltung, Lady Catherine ist unglaublich einschüchternd, sehr Grande Dame und auch die jüngeren Schwestern sind in ihrer jugendlichen Torheit besser charakterisiert und Lizzis Mutter ist in ihrer verzweifelten Hektik, ihre Töchter durch gute Partien zu versorgen sehr viel verständlicher, ebenso wie ihrem Charakter mehr Aufmerksamkeit zuteil wird als in der BBC Fassung. Ganz toll kommt auch Mr. Collins, zwar eitel, einfältig und lächerlich aber gleichzeitig auch bedauernswert. Dass die Handlung gestrafft wurde, braucht einem Film nicht grundsätzlich zu schaden - ein Film ist ja, siehe oben kein Buch. Man kennt sich schon aus - keine Sorge. Man kann ja das Buch lesen. Entscheidend ist, dass der Film das Buch seinem Gehalt nach darstellen kann und das gelingt über die Maßen gut. Viel Aufmerksamkeit wurde auf historische Genauigkeit verwendet, der Film spielt übrigens in der Zeit in der Jane Austen das Buch schrieb, nicht in der Periode, in der es erstmals erschien. Und er ist mitreissend und unterhaltsam. Dazu wunderschöne Aufnahmen der englischen Landschaft, traumhaft schöne Anwesen und ein wunderbarer Score. Da alle dauernd die BBC Serie vergleichen, war die Neuinterpretation schon ein Wagnis, aber es ist geglückt.
Ein schöner Erfolg für das mittlerweile sehr spannende Filmland England.
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