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30
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Mephisto
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23 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 25. November 2006
István Szabó ist mit der Umsetzung des gleichnamigen Romans von Klaus Mann etwas ausgesprochen Großes gelungen. Als "Mephisto" 1981 das Licht der Welt erblickte, da war es noch nicht lange her, dass das Publikationsverbot des Texts aufgehoben war. Wer je den Text Manns gelesen hat, der wird darin ein psychologisch plausibles Bild des Mitläufertums finden, dem wird allerdings auch die fehlende Distanz des Autors aufgefallen sein. Die kühne Abrechnung des Anschmeißens eines der ganz großen Mimen, Gustaf Gründgens, hat nämlich auch leider einige Schwächen. Szabó nimmt sich die überzeugend gestalteten Passagen aus dem Roman heraus und veredelt diese in der Manier eines großen Regisseurs.

Was am Ende des Film im Gedächtnis bleiben dürfte, ist allerdings vor allem das grandiose Spiel Klaus Maria Brandauers in der Rolle des Hendrik Höfgen. Die Arbeit des Duos Brandauer/Szabó wurde folgerichtig mit dem Oscar als bester ausländischer Film ausgezeichnet. Dem wird ein jeder, der diese Art Schauspielfilm mag, sicher zustimmen. Szabó packt das Dritte Reich in faszinierende Bilder, sein Held sträubt sich vor allen moralischen Bedenken - Kunst geht über das Klima, in dem sie entsteht hinaus; Kunst ist autonom.

Eine von vielen grandiosen Passagen ist gewiss diejenige mit der abendlichen Gesellschaft: Höfgen wird von einer Gruppe Mephisto-Darsteller umringt, die zu einem völlig seichten, aber eingängigen Liedchen "Im Grunewald ist Holzauktion" um ihn herumtanzen. Mephisto, der Verführer schlechthin, findet sich hier gleich zigfach multipliziert. Mit billigen Tricks gelingt es, den Menschen einzuspannen und zu begeistern.

Fazit: Leider erfüllt die DVD, wie schon von einigen angesprochen, nicht die technischen Erwartungen, die man eigentlich in unseren Zeiten an eine DVD stellen darf. Das ist zwar ausgesprochen ärgerlich, sollte aber Filmfreunde anspruchsvoller Unterhaltung nicht abschrecken.
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
"Mephisto" ist die hervorragende Verfilmung des gleichnamigen Romans von Klaus Mann. Es handelt sich dabei um eine Arbeit des Regisseurs Istvan Szabo.

Der Schauspieler Hendrik Höfgen (Klaus Brandauer) arbeitet am Hamburger Künstlertheater.

Befreundet ist er mit dem Kommunisten Otto Ulrichs, mit dem er gemeinsam ein " Revolutionäres Theater " plant. Handlungszeit dieser Sequenzen sind die 20er Jahre.

Höfgen leidet darunter ein Provinzschauspieler zu sein. Er weiß, dass er das Zeug hat an großen Bühnen aufzutreten und verhält sich ziemlich arrogant und tyrannisch gegenüber seinen Schauspielerkollegen.

Bei der dunkelhäutigen Juliette Martins nimmt er Tanzunterricht. Sie wird seine Geliebte und bleibt es auch während seiner ersten Ehe.

Brandauer erinnert durch seine dargestellte Geschmeidigkeit in diesem Film immer wieder an eine Katze. Das gilt für seine Sprache, seine Mimik und seine Bewegungen, besonders beim Tanzen.
Er heiratet nicht Juliette, sondern Barbara Bruckner, eine Frau aus intellektueller, nicht unvermögender Familie und gelangt schließlich nach Berlin, wo er ein Engagement am Staatstheater erhält.
Man erlebt Höfgens Aufstieg am Theater. Dort spielt er schließlich seine Traumrolle " Mephisto " und lebt fortan nur noch für das Theater.
Seiner Frau wirft er ihr liberales Verhalten gegenüber den immer stärker werdenden Nazis vor.
Als die Nazis 1933 die Macht erringen verlassen wenig später seine Frau und sein Schwiegervater Deutschland. Höfgen bleibt, weil er an einer deutschsprachigen Bühne Theater spielen möchte. Plötzlich sind ihm die politischen Verhältnisse einerlei.
Aufgrund von Protektion seitens Lotte Lindenthal, die den Nazis nahesteht, " vergessen " die Entscheider sein vormaliges Engagement bezüglich des " Revolutionären Theaters ".
Nun entwickelt sich der Schauspieler zum Opportunisten und wird fortan vom Ministerpräsidenten ( in ihm erkennt man unschwer Göring) persönlich protegiert.
Höfgens Frau lässt sich scheiden, Juliette wird nach Paris abgeschoben. Höfgen wird Intendant des Staatstheaters und gilt als die Schauspielergröße im Naziregime...

Klaus Brandauer ist es gelungen den Schauspieler und Opportunisten Hendrik Höfgen ( er ist ein Abbild Gustaf Gründgens) überzeugend zu mimen und anhand der dargestellten Figur zu zeigen, wozu Menschen ohne Wertevorstellung fähig sind, wenn sie durch Ehrgeiz und Eitelkeit in ihrem Tun angetrieben werden .

Ein beeindruckender Film, mit ganz hervorragenden, hochintellektuellen Dialogen.

Die Ton- und Bildqualität sind bestens.
Empfehlenswert.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Das Sujet ist zeitlos und simpel: Wenig überraschend bezahlt der maßlos Ehrgeizige und Gewissenlose am Ende den Preis für seine Taten.

Mir war seit jeher weniger am Sujet gelegen, als mehr am von mir sehr verehrten Brandauer, der in dieser Rolle für mich aber auch nicht so wahnsinnig gut wegkommt, wie Kritiker gerne behaupten. So hat Brandauer seit jeher eine viel zu wenig-dimensionale Mimik.

Der Ton der vorliegenden DVD ist okay, wennauch nicht brillant und über der Bildqualität will ich nicht meckern, die muss man hier nehmen wie sie ist; mir wäre auch keine weitere Ausgabe davon bekannt, die besser wäre.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 15. Juni 2015
"Wie ist es nun derart im Licht zu sein ?"

" Was wollen sie von mir. Ich bin doch nur Schauspieler."

Mit angstverzerrter Miene schaut uns Brandauer als Hendrik Höfgen frontal an.
Die Lichtkegel riesiger Scheinwerfer blenden ihn. Er ist allein, doch von allen Seiten wird er beobachtet.
Ein einzelnes kleines hin- und herirrendes Menschlein im riesigen Rondell des neu entstandenen Reichsparteitagsgeländes.
Hier in diesem gigantisch hallenden Steinbau wird bald noch ein ganz anderer Schauspieler und Manipulator die tobenden Zuschauer verführen.
Aus der Vogelperspektive in nachtschwarzer Dunkelheit wird Hendrik von gleißenden Lichtsäulen umzingelt. Ein beängstigender letzter Akt eines Ausnahmefilms, der die kafakaeske Aussichtslosigkeit des Schuldig/Unschuldigen im Spinnennetz einer Diktatur zeigt, die den Untergang des Einzelnen, so unabwendbar beschließt , wie sie auch Gunst und Wohlwollen an denjenigen vorher verteilte.
Wie nähert man sich einem Film wie Istvan Szabo's "Mephisto "?
Am besten über das individuelle Empfinden. Selten kommt der Zuschauer in den Genuss eine präzisere, durchdachtere und gleichzeitig wuchtig bewegendere Glanzleistung in allen filmischen Bereichen geboten zu bekommen.
Istvan Szabo kreiert mit Klaus Maria Brandauer in einer Tour de Force eindringlicher Schauspielkunst das faszinierende Porträt eines Opportunisten, eines Künstlers, eines Ehrgeizlings, labil, kindlich auch voller Enthusiasmus für seine berufliche Passion. Ein Mann, der verrät und sich betrügt, der zaudert, und explodiert, der täuscht, und doch auch einfach nur unbehelligt zu überleben versucht.
Eine unglaublich vielschichtige Parabel darüber, wie schnell sich der Einzelne mit menschenverachtenden Strukturen verbinden , mit ihnen sympathisieren, in ihnen sich verstricken kann.
Schnell und doch für das eigene Empfinden schleichend, unmerklich , verbunden mit einem teuflisch unabwendbaren Identitätsverlust und einer Abkehr von moralischen Werten.
Ist dieser Hendrik Höfgen , der sich plötzlich real in einem mephistolischen Pakt mit den Dämonen der Nazidiktatur befindet, wirklich innerlich hohl , nur dann Persönlichkeit ,wenn er auf der Bühne in andere Charaktere schlüpfen kann, eine " Rolle" ausfüllen darf ?
Istvan Szabo's Interpretation ist viel komplexer, als dass jedwede verkürzende Einordnung greifen würde.
Ist Hendrik nicht eher ein Mensch, wahrscheinlich wie wir alle , und das Gros der deutschen Bevölkerung damals ?
Und bieten nicht gerade menschliche Fehlbarkeiten, dieser Hang zum Selbstbetrug, zum Ignorieren, zum Egoismus, zur Mutlosigkeit, Überschätzung , das Straucheln und dann wieder durchlavieren müssen, kurzum diese unspektakuläre Mittelmäßigkeit ,wiederzufinden in Millionen eines Volkes den Nährboden für die Saat des Bösen, wenn sie erfolgreich manipuliert werden ?
Istvan Szabo steht für dieses Porträt mit Klaus Maria Brandauer ein Über- Schauspieler zur Verfügung, der an Ambivalenz, an unvergesslicher Intensität, an Gefühl für Nuancen mit einer unendlichen emotionalen Bandbreite seinesgleichen sucht.
Dieses Verschmelzen mit der Rolle , in der ein Charakter auf flacher Kino- Leinwand fühlbar, plastisch wird und 140 Minuten im Spiel der Facetten den Atem anhalten lässt , gehört zu den Sternstunden der Filmgeschichte.
Was kann Film leisten an Metaphern, Hintergründen, erschütternd klugen Reflektionen ?
" Mephisto" dürfte hier staunend machendes Anschauungsmaterial für selten erreichte Größe des Kintopps sein.
Und ein weiteres Merkmal von grosser Kunst zeichnet " Mephisto" aus : Das Meisterwerk ist kein schwer konsumierbarer, verkopft didaktischer Film. Istvan Szabo gelingt eine atmosphärische Kraft, eine dramaturgische Spannung in jedem messerscharfen Dialog, in der soghaft authentischen Atmosphäre, die fast leichtfüßig und damit einhergehend unterschwellig bestürzend grosse tragische Themenkomplexe transportiert.
" Mephisto" ist begeisternder Kinogenuss, der niemals schulmeisternd, wertend von Charakterwandlungen eines " ganz normalen" Mensch erzählt, weder besonders gut, noch besonders schlecht ist dieser Homo Sapiens und der Film schafft dadurch Identifikation, die an der Kehle packt, und fragt, wie hätten wir gehandelt, in gefährlicher Zeit, im Sog der geschichtlichen Umwälzungen zwischen Auflehnung, Wegschauen, Verdrängung, Feigheit und Ehrgeiz.
Gerade letztere Eigenschaft wird dem in der Weimarer Republik mässig erfolgreichen Bühnenschauspieler Hendrik Höfgen zum Verhängnis.
" Schon als Kind wollte ich im Chor besser sein als andere, und beschloss bei einer Aufführung einfach immer eine Oktave höher zu singen ".
"Sei doch einfach nur still" hatte ganz leise da der Chorleiter gesagt.
" Und da schämte ich mich zum ersten Mal in meinem Leben".
Wie brillant, weitsichtig ist so eine Episode in den Ablauf des Films integriert, wie eindrucksvoll das Mienenspiel Brandauers, wenn er hier Facetten von seiner labil, zart, verletzlichen , gleichzeitig gefährlich von Egomanie gezeichneten Psyche offenbart. Nur einer von tausenden Mosaiksteinen, die in 140 Minuten auch den verborgensten Untiefen des Hauptcharakters Ausdruck verleihen werden.
Wie besessen trainiert Höfgen nun Musik und Tanz in Hamburg.
Äusserst unangenehm ist es ihm, wenn seine dunkelhäutige Ballettlehrerin, die gleichzeitig auch Vertraute und Geliebte ist ihn despektierlich " Heinz" nennt. Ihn , den kommenden Weltstar.
Glühender Vertreter der bolschewistischen Idee ist Hendrik damals noch, schwärmt von der avantgardistischen Kraft französischer Theaterstücke, und legt sich sogar mit einem der, neuen nationalsozialistischen Idee anhängenden Kollegen an.
" Der Nationalsozialismus beschmutzt uns alle und politische Richtungslosigkeit ärgert mich" , und wenn wir in Hendriks aufgebrachtes Antlitz schauen , wissen wir, dass er wirklich zu diesem Zeitpunkt von seinen eigenen freiheitlichen Prinzipien überzeugt ist.
" Der österreichische Kabarettist ist wirklich Kanzler geworden ?".
Die Nachricht von der Machtergreifung Hitlers überrascht Höfgen buchstäblich im Schlaf.
" Ich kann als Künstler doch nichts dafür, dass ich in diese Zeit geboren bin".
Während viele Künstler -Kollegen das Land verlassen, bleibt Höfgen. Sein besonderes Dilemma ist natürlich ,die deutsche Sprache vehement als künstlerische Ausdrucksform auf der Bühne zu brauchen, weswegen ihm ein Exil unmöglich scheint.
Die Droge Ruhm und Erfolg, die die meisten Menschen korrumpieren kann ,lässt Höfgen alsbald willige Marionette der neuen politischen Herrscher werden.
Am 27. November brennt der Reichstag. Eine Tat, die den Kommunisten in die Schuhe geschoben wird, und Henriks Nähe zum sozialistischen Gedankengut ist schnell vergessen.
" Warum haben sie bloss einen so schwachen Händedruck", begrüßt ihn nun der preussische Ministerpräsident ( unvergesslich maliziös Rolf Hoppe), worauf sich Henrik an einer Stuhllehne die ganze kommende Nacht abmüht, einen festeren Händedruck zu üben.
Die Mühen der Anpassung werden sich lohnen. Während überall Kollegen und Wegbegleiter aus dem Theatermilieu denunziert und ermordet werden , bekommt Höfgen seine Traumrolle.
Und wie eine höhnische Spiegelmetapher auf die reale Heuchelei und Scheinheiligkeit des menschenverachtenden Systems und Höfgens Rolle im selbigen ist es die Rolle des Mephisto .
Kalkweiss ist das geschminkte Gesicht, raumgreifend dramatisch die Wucht des Schauspielers, der nun allabendlich zu Begeisterungstürmen das Publikum hinreißen lässt, und der Mann hinter der Maske, der einst voll Inbrunst noch moralische Werte verteidigte , und der, selbst wie ein Dr. Faustus in spielerischer Leichtsinnigkeit den Pakt mit dem Bösen einging ist nun selbst Verführter und verführender Mitläufer.
Unfassbar grandios, wie Brandauer den Selbstbetrug spielt. " Ich bin Künstler und Kunst ist immer rein und wahr."
Die versuchte Negierung aller politischen Ereignisse um in herum, bekommt endgültig gefährliche Risse, als sowohl seine Beziehung zu der farbigen Tanzlehrerin auffliegt, als auch verfolgte Freunde ihn um Hilfe bitten.
" Passen sie auf, dass sie nicht wie ein Käfer zertreten werden" , doch diese Warnung kommt für Henrik zu spät.
Die nationalsozialistische Propaganda- Maschine wird sich zunehmend gegen ihn wenden , so schleichend schlangenhaft zieht sich der Würgegriff der Macht zu, dass nun die Bedrohung selbst auf Höfgens eigener Hochzeit spürbar wird.
Waren es einzig egoistische Gründe, die Höfgen in das zermürbenden Dilemma stürzten ?
" Mephisto" s grosser Verdienst ist es, die Frage ambivalent zu lassen. Denn ist es wirklich nur Selbsttäuschung, wenn Höfgen argumentiert, durch seine Stellung und Verbindungen auch anderen Kollegen zur Flucht verholfen zu haben ?
Auch dieser Tatsache wird im Film Rechnung getragen.
So bleibt diese Charakterstudie schillernd mehrdeutig, und diffus, so letztlich unerklärlich in den Handlungsmotivationen, wie nun mal die menschliche Psyche auch angelegt ist und dabei fesselnd wie ein Hochspannungsthriller .
Szabo's Inszenierungs- Stil weist keine Hänger auf. Wie einzelne Schlaglichter aus dem Leben des Theaterstars formieren sich die Szenerien in einer stetig , emotional bezwingender werdenden Dramaturgie des unaufhaltsamen Verhängnisses.
Dreh - und Angelpunkt, und das ,obwohl alle Schauspielleistungen phänomenal sind, ist Klaus Maria Brandauer ,wie er jede Szene mit Wucht zu einem einmaligen Erlebnis macht.
Wenn er kindlich verzweifelt, wenn er sich die Haare rauft, die Schweissperlen über sein gemartertes Gesicht rinnen ,die Stimme mal leise flüsternd vibriert, dann wieder in egomanischem Gefühlsausdruck sich fast überschlägt , wenn Angst seine Stirn in Falten legt, oder er verzückt von dem Bühnenapplaus ,wie in einer anderen Welt erscheint, dann ist das eine Authentizität, von der andere Filme nur träumen können.
Oft lässt Szabo die Darsteller direkt in die Kamera sprechen, oder etwas versetzt in den Raum, macht brillant jedes Mienenspiel zu einem visuellen Ereignis.
Bewusst lasse ich hier einmal alle Verweise auf das Dilemma realer deutscher Schauspielgrößen , wie Gustaf Gründgens , man könnte auch noch Heinz Rühmann, Hans Albers anführen,beiseite.
Die Biographien derer ,die sich im Künstlermilieu in irgend einer Form mit dem Naziregime arrangierten, sich und ihre Moralvorstellungen verleugneten , die einzelnen Bewegründe und Verläufe sind jederzeit zu recherchieren, und sprengen hier den Rahmen.
Auch das gesamte Spektrum der Ausblutung an kultureller Kraft , dadurch ,dass die grossen Dichter und Denker rechtzeitig in das Exil gingen , würde hier zu beleuchten zu weit führen .
Genügend Kritiker haben hier eher Schwerpunkte gesetzt.
Für mich stellt " Mephisto" in erster Linie eine Parabel dar, unfassbar genau beobachtet, über psychologische Indifferenzen, die den Charakter des Einzelnen in den Rollen ,die er im Alltag spielt, zu Spielball und Werkzeug in diktatorischen Unrechts- Systemen transformiert.
Dies erschütternd und bewegend zu verdeutlichen ist selten so phantastisch gelungen ,wie in diesem Meisterwerk.

" Ich kann nicht mehr vernünftig handeln, es fallen mir dann sofort so viele Rollen ein, die ich einmal gespielt habe."
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9 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 8. Januar 2006
Mephisto nach dem gleichnamigen Roman von Klaus Mann, den dieser nach der Flucht aus Nazi-Deutschland in Amsterdam im Exil schrieb, erzählt die Geschichte des Schauspielers Hendrik Höffgen, der unter Görings Gnaden zum Theaterindendanten in Berlin aufsteigt und sich mit dem NS-Regime arrangiert um Karriere zu machen, während seine ehemaligen Kollegen entweder verhaftet werden oder emigrieren müssen. Dabei trägt die Figur des Höffgen soviel Ähnlichkeit mit der realen Person des Gustaph Gründgens, mit dem Klaus Mann befreundet war und der mit seiner Schwester Erika Mann kurzzeitig verlobt war bis es zwischen den Mann Geschwistern und Gründgens zum Zerwürfnis kam, dass die Erben von Gründgens ein Verbot des Romans in der BRD durchsetzen konnten, da sie das Ansehen ihres Vorfahren in Gefahr sahen.
Der Film wirkt nicht zuletzt durch das geniale Schauspieltalent
von Klaus Marian Brandauer der der Figur des Mephisto eine dämonische Leinwandpräsenz verleiht, die seinesgleichen sucht.
Der Roman Mephisto von Klaus Mann ist mittlerweile seit vielen Jahren wieder erhältlich und ebenfalls sehr empfehlenswert.
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19 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 29. Januar 2006
Der Schauspieler Hendrik Höfgen tut für seine Karriere alles. Durch Lug, Trug und Schleimerei führt sein Weg zum Erfolg. Selbst mit dem Naziregime liebäugelt er und vertritt äußerlich deren Werte, welche er innerlich für falsch hält.
Viel zu spät erkennt Höfgen, daß er sich selbst belogen und verraten hat. Sein Zustand entgleist von Schizophrenie bis hin in den Identitätsverlust...
Der Film ist eine hochintelligente Adaption des eigentlichen Faust-Stoffes in dem Braundauer sämtliche Register seines schauspielerischen Könnens zieht. Kurzum- ein Meisterwerk des deutschen Films.
Was übel aufstößt ist: das auf dem Cover versprochene anamorphe Bild, wird nicht geboten. Ferner wird das Bild durch einen Grauschleier mangelhaft.
Der Ton hingegen ist als sauberer Dolby Digital 2.0 Mono- Sound zu bezeichnen und fällt positiv auf.
Fazit: Das schlechte Bild schmälert den Gesamteindruck, deshalb nur 3 anstatt 5 Punkte.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 29. Januar 2012
Ein wirklich guter Film mit einem ausgezeichneten Klaus Maria Brandauer in der Hauptrolle. Unbedingt zu empfehlen, nicht nur für Klaus Mann Fans, dessen Roman die Vorlage zum Film gab. Mephisto
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8 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
TOP 1000 REZENSENTam 5. August 2011
1. Diese DVD von Concorde aus der "Classic Selection" ist NICHT digital remastered!
Bild- und Tonqualität (Mono 1.0) sind extrem dürftig. Das Bild ist im Format 4:3, sehr unscharf und grobkörnig. Entweder wurde der Film schon 1980 bei der Produktion großteils nachsynchronisiert oder die Mono-Tonspur wurde schlecht abgemischt, denn Brandauer und auch andere sprechen oftmals nicht lippensynchron.

2. Es existiert noch eine zweite, teurere DVD Version, ebenfalls hier bei Amazon erhältlich - ob deren Qualität besser ist, kann ich nicht sagen.

3. Zum Film selbst ist nicht viel zu sagen, Inhalt und Hintergründe kann man bestens bei Wikipedia nachlesen. Popcorn-Mainstream-Anhänger werden hiermit keine Freude haben. Brandauer spielt die Rolle seines Lebens und schaffte damit auch als einer der wenigen deutschsprachigen Schauspieler international den Durchbruch. Schon allein deshalb sollte man diesen Film gesehen haben.

4. Als einziges "Extra" werden einem 6 Filmtips geboten - schriftlich - nicht als Trailer...

5. FAZIT: Für Cineasten ein wirklich sehenswerter Film, dessen DVD Version hier leider wirklich lieblos "hingerotzt" wurde.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 11. Juni 2015
Wie bei Anderen beschrieben eine historische, wichtige und gute Inszenierung mit tollen Schauspielern, doch leider ist die Bild und Tonqualität nicht mal mäßig, was das Vergnügen erheblich schmälert.
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5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 2. März 2007
Einer der dichtesten und immer wieder auf`s Neue anregenden Filme Szabos. Nach dem siebentenmal entdeckte ich immernoch kleine dramaturgische Details, die man in der "Überfülle" beim ersten Ansehen gar nicht mitbekommt, welche jedoch wichtig scheinen. Warum trägt "Leni Riefenstahl" bei Höfgens erster Hochzeit ein Trauerkleid?..

Als bekennender Gründgens-Fan zeigt mir der Film dessen pragmatisches Verhalten gegenüber den damaligen Machthabern. Leider sparte der große Mime in seinem Interview mit G.Gauss den gesamten damaligen Themenkomlex vollkommen aus. Somit fehlt die subjektive Bestätigung durch Gründgens selbst. Zuvor hatte ich dessen Biografie gelesen und muß sagen, daß Szabo diese filmisch ausgezeichnet umsetzte. "Mephisto" ist ein, in vielen Richtungen intensiver Film, der in keiner Privat-DVD-Sammlung fehlen sollte.
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