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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Es ist alles ein Haufen Lügen..., 29. Oktober 2010
Von 
Andre Arnold "Lateingott" (Rödental, Bayern) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Schreie und Flüstern (DVD)
Filme des schwedischen Regisseurs Ingmar Bergman sind keine leichte Kost. Das wortkarge, 1972 entstandene Drama "Schreie und Flüstern" befasst sich mit drei Schwestern, die sich gemeinsam mit der Bediensteten Anna auf einem schwedischen Landgut befinden. Die Handlung ist zum Ende des 19. Jahrhunderts zurückgesetzt (Achtung: Auf der DVD Hülle steht "18. Jahrhundert"!).

Von den dreien lebt nur noch Agnes längerfristig auf dem elterlichen Hof. Sie ist an Krebs erkrankt und liegt im Sterben. Mit ihren beiden Schwestern Karin und Maria verbindet sie nichts weiter als ihre Jugend, sie haben sich nichts zu sagen, besuchen Agnes nur ihres nahenden Todes wegen.
Anstatt ihrer Schwester beizustehen, sehen sich Karin und Maria während ihres Aufenthaltes aber mit der Frage nach dem Sinn ihrer eigenen Existenz konfrontiert, so dass der Sterbenden, die ihren Schwestern voller Neid gegenüber steht, die propere Magd Anna, die selbst ihre Tochter verloren hat, beisteht und sich mütterlich um sie sorgt.

In einfühlsamen Bildern schildert Bergman die Persönlichkeiten von Maria und Karin, untersetzt seine Bilder mit einem roten Film, der die Handlung wie von ferne erscheinen lässt, und untermalt vor allem Szenen, die Erinnerungen an vergangene Begebenheiten darstellen, mit der passenden Musik - Chopin und Bach.
Maria - gefühlskalt und oberflächlich - betrügt ihren Ehemann mit dem hiesigen Arzt und ist überhaupt scheinbar unfähig, ein tieferes Gefühl, eine ergreifendere Emotion zu fassen oder zu ertragen. Karin hingegen - herablassend und gefühlsleer - ist sich der ausweglosen Situation ihrer bedeutungslosen Existenz bewusst und hasst sich dafür. Um wenigstens ein Gefühl zu empfinden, erniedrigt sie andere - sogar ihre verscheidende Schwester Agnes - oder sich selbst.
Das Dasein der drei Schwestern ist von abgründiger Einsamkeit überschattet. Nach dem Tode von Agnes wird der familiäre Landsitz verkauft, Anna schonungslos abserviert und auch ein geradezu verzweifelter Versuch von Seiten Marias, ihrer Schwester näher zu kommen, muss an der Oberflächlichkeit derselben scheitern und an Karins Arroganz.

Bergman kann mit Liv Ullmann (Maria), Ingrid Thulin (Karin) sowie Harriet Andersson (Agnes) und Kari Sylwan (Anna) auf hervorragende Schauspieler zurückgreifen. Ullmann und Thulin ziehen den Zuschauer unweigerlich in ihren Bann, indem sie sich faszinierend in ihre Rolle einfühlen und den Film mit Leben füllen, so dass er trotz der wenigen Dialoge stets packend, hypnotisch und an einigen Stellen beinahe furchterregend wirkt.
Die Requisiten und die Wahl des Schauplatzes sind stimmig und korrespondieren mit der Handlung in selten gesehenem Maße. Die dominierende Farbe ist Rot. Als Hintergrundgeräusch setzt Bergman ein beständiges Ticken von Uhren ein.

Bergmans Regie ist wie immer beklemmend und fesselnd. Gerade dadurch, dass er auf größere Dialoge verzichtet, erschafft er eine unglaubliche innere Spannung. Sein Kameramann Sven Nykvist hält die Szenerie in beeindruckenden, einengenden Bildern fest.
Die Bild- und Tonqualität sind sehr gut. Als Sprache steht neben Deutsch noch Schwedisch zur Verfügung. Das Bildformat ist 1,66:1, als Ländercode ist 2/ PAL angegeben. Als Extra befinden sich eine Biografie Ingmar Bergmans, der Trailer zum Film und Informationen zur Produktion auf der DVD.

Fazit: Ein intensives, verstörendes Kammerspiel der Extraklasse - nichts für schwache Nerven!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unter den lauten Schreien des Todes liegt das leise Flüstern schockierender Tabubrüche, 30. Oktober 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Schreie und Flüstern (DVD)
Der nahende Tod, der mit seinem bedrohlich kalten Atem eine Ansammlung ungleicher Menschen im Angesicht des bitteren Endes noch einmal zu einer Notgemeinschaft zusammenfügt, in deren Bande sich jedoch die trennende Kluft stärker herauskristallisiert als eine loyale Verbundenheit, weil all jene seelischen Abgründe ins gleißende Licht gerückt werden, die vorher so mühsam verdeckt wurden, ist ein Motiv, das sich wie ein roter Faden durch viele Filme von Ingmar Bergman zieht. Es wird nicht die einzige Obsession des schwedischen Regisseurs mit dem Hang zur schwarzen Romantik bleiben, die sich hier ein Stelldichein gibt. Der Glaube an Gott, die Zweifel an seiner Existenz, dessen Abstinenz, die Sinnsuche, der beklemmende Prozess des Sterbens, die Einsamkeit dabei, die Probleme mit der Sexualität, der verzweifelte Versuch von Frauen, in einer Partnerschaft selbstbestimmt zu leben, die verschiedenen Ebenen von Raum, Zeit, Traum und Realität, all das wird in diesem von Sven Nykvist wunderschön bebilderten Drama noch einmal in leicht abgewandelter Form durchexerziert. Erneut spielt auch der Aspekt der Sprachlosigkeit eine große Rolle und wieder sind es Frauen, die sehr wortkarg agieren, um genauer zu sein, vier an der Zahl, die sich um die Jahrhundertwende auf einem malerischen Landsitz einfinden, wo sie geisterhaft durch die weiten Flure und großräumigen Zimmer eines bourgeoisen Anwesens wandeln. Ihnen haftet etwas Unheimliches an, denn sie reden wenig und wenn sie sprechen, dann lügen sie oder ergehen sich in Phrasen, sodass nur all das von Bedeutung ist, was alles nicht gesagt wird.

Karin und Maria sind zu Besuch bei ihrer Schwester Agnes, die gemeinsam mit ihrer Zofe Anna das Gut bewohnt. Ausgerechnet in der Blütezeit ihrer Jahre liegt Agnes auf dem Sterbebett. Ihr Körper ist ausgemergelt, die Augen blutunterlaufen, die Lippen spröde, ihre Haut bleich. Die Schwestern sind gekommen, um der Todgeweihten in ihrer letzten Stunde beizustehen. Sie wollen Trost spenden, doch sie können nicht, den unter den schmerzvollen Schreien von Agnes liegt das leise Flüstern schockierender Tabubrüche, das subtil andeutet, warum eine solche Gefühlskälte zwischen den Geschwistern herrscht. Eingestreute Rückblenden in die Vergangenheit gewähren einen kleinen Einblick hinter die aufgesetzte Maske dieser zwei nur sehr begrenzt mitleidfähigen Damen: Während die selbstsüchtige Maria ihren Ehemann mit einer Affäre in einen Suizidversuch treibt, schneidet sich die frustrierte Karin mit einer Glasscherbe den Unterleib auf, weil sie die physische Nähe zu ihrem autoritären Diplomaten-Gatten kaum mehr erträgt. Beide Schwestern haben sich von Agnes entfremdet. Sie sind zu Schauspielerinnen degeneriert, da sie in ihren Ehen dazu gezwungen sind, eine gesellschaftlich konforme Rolle zu spielen, die sie in einem Sarg aus hochgeschlossenen Kleidern zu lebendigen Toten macht, bis sie kaum mehr etwas empfinden, sodass sie sich und andere verletzen, um den Schmerz zu spüren, der ihnen signalisiert, dass sie noch existent sind. Der Glaube von Agnes, mit ihren Schwestern noch einmal einmütig vereint zu sein, entpuppt sich als Illusion. Die Menschlichkeit und das Mitgefühl, das die Sterbenskranke im Augenblick des Todes einfordert, wird daher nur von ihrer Zofe Anna erwidert, deren eigenes Kind bereits mit drei Jahren verstorben ist. Als die Leiche von Agnes aufgebahrt auf dem Bett liegt, findet ihr Geist keine Ruhe. Noch einmal ruft sie aus dem Jenseits die drei Frauen zu sich, um eine letzte Bitte zu äußern.

Eigentlich sollte man Bergman-Filme einfach so stehen und auf sich wirken lassen, weil sie sowieso sehr schwer zu interpretieren sind. Als Kernaussage könnte man vielleicht noch extrahieren, dass dort wo Nächstenliebe versagt wird, die Hölle auf Erden herrscht. Das Sterben der sensiblen Agnes könnte auch eine Metapher für den sozialen Tod sein, den man erleidet, wenn man sich nicht wie Karin und Maria in aller Selbstverleugnung an die gesellschaftlichen Konventionen anpasst. Die Bildsprache fällt sehr impressionistisch aus, wobei die visuelle Ästhetik die unwirkliche, traumhafte Atmosphäre zusätzlich hervorhebt. Die Räume des Anwesens wurden sehr abstrakt und in einem diabolisch flammenden Rot ausgestattet, während die Rückblenden wie vergilbte Fotographien erscheinen, die voller Erinnerungen sind, sodass dieses Elternhaus der drei Schwestern zugleich fremd und vertraut wirkt. Frauen werden wieder einmal als Personen mit zwei Gesichtern porträtiert, insbesondere wenn in intimen Close-Ups der Kopf im Dunkeln mit rotem Neonlicht grell von der Seite ausgeleuchtet wird, wodurch eine Gesichtshälfte (das wahre Ich) immer im Schatten verborgen bleibt. Da nur wenige Dialoge gesprochen werden, sind die Darstellerinnen dazu gezwungen, sich mehr über die Mimik zu artikulieren. Ingrid Thulin kehrt den inneren Schmerz der neurotischen Karin mit ihren weit aufgerissenen, konsternierten Augen sehr egozentrisch nach außen. Wenn sie vor einem Spiegel steht und aus ihrem eng geschnürten Kleid steigt, in ein weißes Nachthemd schlüpft, die streng nach hinten frisierten Haare öffnet und zu einem Zopf flechtet, wirkt das wie eine Metamorphose, die sie von den Fesseln des großbürgerlichen Milieus befreit. Dagegen kaschiert Liv Ullman als leichtlebige Maria ihren narzisstischen Kern mit abschätzigen Blicken und einem äußerst maliziösen Lächeln, das vergeblich versucht, ihr sexuelles Verlangen zu unterdrücken. Ausgerechnet in dem Moment, als die ganze Wahrheit endlich einmal aus beiden Schwestern von innen nach außen herausbricht, ertönt Bachs Sarabande, sodass man leider nicht hört, was sie sich offenbaren. Auffällig ist, dass die Abstinenz der Mutter eine große Rolle spielt. Möglicherweise werden die einzelnen Facetten ihres Charakters in den vier Frauen aufgefächert. Zumindest wird dies mehrfach angedeutet. Da Ingmar Bergman immer sehr viel Autobiographisches in seine Filme einfließen ließ, könnte man fast meinen, dass die drei Schwestern und die Zofe gemeinsam das Bild seiner eigenen Mutter reflektieren. Dies bleibt jedoch sein süßes Geheimnis.
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5.0 von 5 Sternen Warum so böse?, 27. Juni 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Schreie und Flüstern (DVD)
Hier wird einmal mehr durch Bergmann gezeigt, wie verzwickt das Zusammenleben ist. Guter Film mit einiger Belastung for oneself.
Einmalige Bilder!
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7 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine der besten Filme..., 12. April 2009
Von 
S. Maihs "semai25" (Hannover) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Schreie und Flüstern (DVD)
die ich je gesehen habe.
Mich ließ dieser Film auch nicht mehr los, nachdem ich ihn gesehen hatte.
Diese Präzens ist ein Wahnsinn.
Diese Schauspielerinnen sind der Hammer. Überhaupt sind solche Schauspieler
heute gar nicht mehr vorhanden, die an die Grenze und darüberhinaus gehen.
Die Bilder sind eine Wucht.
Nach dem Ende mußte ich mich erst sammeln und war nicht ansprechbar.
Ein Meisterwerk! Einfach phantastisch!
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4 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ...!, 10. Dezember 2008
Rezension bezieht sich auf: Schreie und Flüstern (DVD)
Ich hatte von diesem Film drei Nächte lang hintereinander Alpträume. Aber es hat sich voll gelohnt. Mehr muss ich eigentlich nicht dazu sagen. Ein echter Bergman der Oberklasse, der langsam beginnt und dann in sehr heftigen Ausschlägen endet, und zum Teil auch ein etwas surrealistisch wird. Es gibt zwar noch bessere Bergman-movies, aber einfach zu wenig Sterne dafür ;-)
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2 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Abstoßend, abgründig, düster, beklemmend, hoffnungslos..., 17. Januar 2008
Rezension bezieht sich auf: Schreie und Flüstern (DVD)
Rund um das Sterbebett der (und die folgende Worte habe ich mit Bedacht gewählt) elendig an Krebs verreckenden Agnes fragen sich die Schwestern nach dem Sinn des Lebens - und der Zuschauer bekommt in beklemmend langen Sequenzen, akustisch glgtl. untermalt vom Ticken der (Lebens-)Uhren nebem dem Sterbeprozeß Einsamkeit, Enttäuschung, Hass, Versagensängste und ganz viel Verzweiflung zu sehen und zu hören.

= Wahrlich kein "schöner" Film !

Aber insofern wertvoll, da er genau die Seiten des Lebens zeigt, die es, folgt und glaubt man den "üblichen" und "bekömmlicheren" Filmen, gar nicht gibt...

Ich habe mit mir gerungen, ob ich 3 oder 4 Sterne gebe. Für 3 Sterne spricht, daß sich das Geschehen sehr einseitig auf der dunklen Seite des Lebens abspielt und der Zuschauer genau hier auch nach ca. 90 Minuten stehengelassen wird. Ich habe mich für 4 Sterne entschieden, weil der Film nach-wirkt und weil ich persönlich in der Beschäftigung mit den Abgründen der menschlichen Existenz auch durchaus Positives sehe. Sich nicht damit zu beschäftigen heißt ja nicht, daß sie damit - schön wär s... ;-) - nicht da wären. - Und wohin die Verdrängung führt, können wir täglich in den Nachrichten oder im Alltag sehen...

Insofern durchaus ein "therapeutischer" Film, der aufwühlt. Da ich die Bergmann-Box mit 10 Filmen mein Eigen nenne, warten also noch ein paar "Sitzungen" auf mich ;-). Da fällt mir gerade ein: 5 Sterne z.B. für "Das Fest" (des dänischen Regisseurs Vinterberg), da dieser Film nach meiner Auffassung bei aller Finsternis und Tragödie im Vergleich zu "Schreie und Flüstern" einfach näher an "Normalnull" verläuft.
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Schreie und Flüstern
Schreie und Flüstern von Harriet Andersson (DVD - 2006)
EUR 10,74
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