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16 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein paradiesisches Gefängnis - doch zu welchem Zweck?
Die Regisseurin mit dem schwierigen Namen ist in ihrem Debüt vor allem eine Stimmungsmalerin, weniger Geschichtenerzählerin. Sie evoziert ein Kleinmädchengefühl, eine ungefähre Freiheit voller Spielezauber im fantastisch fotografierten Wald und reiner Kameradschaft, injiziert dieser zeitweisen Unbeschwertheit aber etwas Dunkles, Unheilvolles, so...
Veröffentlicht am 12. Oktober 2008 von Riyad Salhi

versus
4 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Misslungen
Dieser Film hat einige interessante Ansätze, die wohl im Wesentlichen aus der Vorlage von Frank Wedekind stammen. Leider verzichtet der Film darauf, diese zu entwickeln. So bleibt eine atmosphärische Darstellung von Kindheit? oder Schule? die für mich sowas aussagt wie ist doch schön ein Kind zu sein auch wenn man dafür Beschränkungen in Kauf...
Veröffentlicht am 20. August 2009 von Markus


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16 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein paradiesisches Gefängnis - doch zu welchem Zweck?, 12. Oktober 2008
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Innocence [UK Import] (DVD)
Die Regisseurin mit dem schwierigen Namen ist in ihrem Debüt vor allem eine Stimmungsmalerin, weniger Geschichtenerzählerin. Sie evoziert ein Kleinmädchengefühl, eine ungefähre Freiheit voller Spielezauber im fantastisch fotografierten Wald und reiner Kameradschaft, injiziert dieser zeitweisen Unbeschwertheit aber etwas Dunkles, Unheilvolles, so dass eine denkwürdige Mixtur aus echter Internatsromantik (ohne mahnende Lehrkörper, bis auf eine Szene mit peitschender Drangsale zwischen den Kindern) und diffuser Abhängigkeit entsteht. Die Darstellerinnen sind allesamt überzeugend, und man spürt gelegentlich, dass sie eventuell gar nicht alles verstehen, was da vor sich geht. Den Figuren, die sie verkörpern, geht es genauso. Es ist wie eine krude Suppe aus Lindgren und Lynch.

Werden die älteren Mädchen gefügig gemacht? Wofür? Vergewaltigt wohl kaum, denn sie wirken nicht zerbrochen, in ihr Inneres zurück gedrängt. Jungs treffen sie vermutlich auch nicht. Aber was passiert in diesem anderen Haus? Warum werden sie von ihren Familien getrennt, was lernen sie in diesen Waldjahren, wo kommen sie danach hin, was ist ihre Bestimmung? Das Internat, die Bäume, die Blätter, das Sonnenlicht: Ein paradiesisches Gefängnis. Die Frischlinge gelangen in einem Sarg durch das unterirdische Geflecht von feuchten Gängen in die Einrichtung. Bis auf zwei Pädagoginnen und einer Küchenkraft kein Erwachsener, außer in diesem einen anderen Haus und bei zwei weiteren, besonderen Gelegenheiten. Das Terrain ist von einer Mauer ohne Durchlass umgeben. Eine U-Bahn ist das einige Verkehrsmittel in die Außenwelt (wir erfahren spät davon), in der "Innocence" auch endet, inmitten eines städtischen Brunnens. Im Wasser beginnt dieser Film (eine luftblasige Ursuppe), in der Fontäne (Ejakulat?) und in der Begegnung mit einem Jungen und seinem zerknautschten Ball wird das Wasser wieder Bild und Ton bestimmen. Was geschieht danach? Ist der Brunnen nur eine Pause vor einer Übergabe? Erwartet sie Gefangenschaft? Aber warum ahnen sie dann so wenig? Oder sind die kleinen Darstellerinen nicht dazu in der Lage, die Unruhe, die Vorahnung in ihren Blicken zu spiegeln?

Das Internat organisiert sich selbst. Die Älteren managen das Ganze mit, sind aber nur Erfüllungsgehilfinnen eines Apparates dahinter. Einzelne Mädchen thematisieren schon recht früh, dass ihr Zustand nicht richtig sein kann, dass es da noch etwas anderes geben muss. Niemand fühlt sich sichtlich unwohl, aber Fragen dürfen auch nicht gestellt werden. Zumindest werden sie nicht beantwortet. Eine von ihnen wird fliehen. Was aus ihr wird: Der Film verrät es nicht. Dann die Tanzaufführung, auf die alles zusteuert. Das Publikum eine amorphe Männermasse. Eine Peepshow für Päderasten? Sklavenmarkt? Ich kann mir vorstellen, dass einige verständige Menschen den Film deshalb ablehnen: Er produziert zu viele Fragen, auf die es im schlimmsten Falle gar keine Antwort gibt. Es wird viel nebeneinander gestellt, was streng genommen nicht zusammen gehört. Und wer freudianisch denkt, der wird zum Ende hin allzu platte Symbole finden. Man kann das aber auch ausschalten und sich an den Bildern weiden. Die Fahrten durch den magischen Wald. Die leise Spieluhrmusik während man Mädchen mit dem Springseil zusieht (also doch Filmmusik!), beim Fangen, wenn sie einen Hirsch erblicken. Eine Zeit lang passiert im Grunde gar nichts. Die Kinder gehen schwimmen im See. Sie wechseln ihre Haarbänder. Sie formen ihren Körper beim Tanz. Sie werden von erwachsenen Frauen beschaut, ausgewählt, erwählt. Wofür? Für eine neue Unfreiheit, die unverstellter sich zeigen wird? Wer diesen Film mag, wird diese Fragen genießen, sich den Masterplan dahinter immer wieder anders ausmalen. Kein Mädchen würde mit denen im Film tauschen wollen. Trotzdem ist da etwas, was ich so noch nie gespürt habe: Ein Kinderfilm in der Schwebe, aber nicht für Kinder gemacht. Nur eines hätte man anders machen sollen: Der Vorspann ist viel zu lang und einschläfernd. Alles andere: Eine ästhetische, alle Sinne ansprechende Erfahrung, etwas sehr, sehr Schönes. Auch wenn man manchmal denkt, dass doch jetzt mal endlich etwas passieren sollte. Wenn sich die Dinge dann aber doch entwickeln, bekommt man Angst um die Kleinen. Die zweite Hälfte empfand ich als überaus spannend, obwohl alle Ingredienzen des Suspensekinos konsequent negiert werden.

Die DVD enthält auch ein Interview mit der Regisseurin und Autorin. Es beantwortet keine einzige meiner obigen Fragen. Aber es offenbart, mit wie viel Herzblut dieser Film geschaffen wurde.
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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein seltsamer Film, 1. September 2009
Rezension bezieht sich auf: Innocence [UK Import] (DVD)
Die bereits veröffentlichten Rezensionen befassen sich so ausführlich mit dem Inhalt und wichtigen Aspekten des Films, daß es mir überflüssig erscheint, hierauf ausdrücklich einzugehen. Ich beschränke mich darauf, meine persönliche Erfahrung und Meinung von "Innocence" abzugeben, dessen tatsächliche Qualität wirklich schwer zu bestimmen ist.
Da ist diese Schule für kleine Mädchen, völlig weltabgeschlossen, mit eigenen Spielregeln, mitten in einem mauerumschlossenen Park. Auf diesem fragwürdigen Fundament fußt der ganze Film; immer wieder entstehen in seinem Verlauf Situationen, die ohne die völlige Isolation der Anstalt unmöglich wären. Immer wieder reizt er dazu, Fragen nach dem Wie - und vor allem dem Was und Warum - zu stellen, ohne sie im geringsten zu beantworten. Interessanterweise aber wirkt dieser Umstand überhaupt nicht störend. Der Film ist von Ruhe geprägt, einer sehr natürlich und authentisch wirkenden Ruhe, die vor allem von den eher beobachtenden als aktiven Szenen ausgeht. Es ist diese Ruhe, diese Unaufdringlichkeit, die ihm seine Suggestivkraft verleiht. "Innocence" läßt dem Zuschauer die Zeit, das Gesehene zu überdenken, und vielleicht mag der manches merkwürdig finden, aber doch nicht "unrealistisch" in dem Sinne, daß der Film seine Überzeugungskraft verlöre.
Da ist diese Handlung ohne wirklichen Erzählstrang, die eigentlich "nur" die Entwicklung der Mädchen an drei Beispielen zeigt: Von Iris, der neugierigen Neuen, die mit dem Zuschauer die Welt dieser Schule entdeckt, verschiebt sich der Schwerpunkt - in einer einzigen, gut vorbereiteten Szene - auf Alice, die ehrgeizige Tänzerin, die die Spielregeln bereits vollendet beherrscht, der ihre begrenzte Welt aber nicht mehr genügt, und schließlich auf Bianca, die kleine Erwachsene, die sich ihrer kleinen Welt vollkommen angepaßt hat und sie nach ihrer ersten Blutung - Erwachen der Sinnlichkeit - doch verlassen muß, worauf sie wieder zum Kind werden darf.
Mit der Handlung und Erzählart des Films verwoben, macht das intuitive Spiel der jungen Darstellerinnen "Innocence" zu einem außergewöhnlichen Film.
Was ihn mir dennoch unheimlich macht, ist sein Voyeurismus. Der ist hier gar nicht wegzudenken; der experimentelle Charakter des Films macht ihn praktisch zum zentralen Element. Die ganze Zeit über wird ja nichts anderes gezeigt und erzählt, als wie sich völlig von der Welt isolierte, ohne Jungen, fern von allem Fremden und Bösen erzogene kleine Mädchen entwickeln. So besteht denn das Voyeuristische natürlich auch nicht in den wenigen, eigentlich unbedenklichen Nacktszenen, sondern in dem intellektuellen Spiel mit der Unschuld, das den Film ausmacht. Mit Pädophilie hat das wenig zu tun; es ist auch überflüssig zu spekulieren, ob hier vielleicht ein fiktives soziales Experiment gezeigt wird. Das Experimentelle an sich ist die Seele des Films.
Zweifellos ist "Innocence" ein Kunstwerk. Ich meine aber, daß in mancher Hinsicht auch der Kunst, wenigstens der öffentlichen, Grenzen gesetzt sein sollten.
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19 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Anatomie des Schützenswerten, 17. Januar 2009
Von 
Rolf Blatzheim "Rolf Blatzheim" (Bonn) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Innocence [UK Import] (DVD)
Es macht nachdenklich, dass es bis heute nur zwei Rezensionen zu diesem außergewöhnlichen Film gibt - und die sind von Männern. Nachdem mich Catherine Breillat mit ihren Filmen gefangen nahm und ich ihre - später auch als Film entstandene - Erzählung "Ein Mädchen" (Le Soupirail) gelesen hatte, empfinde ich Lucile Hadzihalilovics Film "Innocence" als Alter Ego zu Breillats zentriertem Kreisen um das Mädchen im allumfassenden Sinn. Weil es in "Innocence" nur weibliche Figuren gibt, ist es für eine Frau wahrscheinlich einfacher sich damit zu identifizieren. Männer sind distanzierter und haben einen anderen Blick auf die Mädchen - besser vielleicht -: das Mädchen.

"Innocence" (O-Ton französisch mit sehr gut synchronisiertem englischen Untertitel) basiert lose auf Frank Wedekinds Novelle "Mine-Haha oder: Über die körperliche Erziehung der jungen Mädchen". Diese eine der letzten Arbeiten Wedekinds ist Fragment geblieben. Der Film erzählt die Geschichte des sechsjährigen Mädchens Iris, die in einer im Wald an einem See gelegenen Internatsschule aufwächst, in der Folgsamkeit und Disziplin oberste Gebote darstellen. Das Gebäude, in dem die etwa sechs bis zwölfjährigen Mädchen leben, durchzieht eine irreale Angst vor der äußeren Welt, doch langsam gewöhnt sich das Mädchen an sein neues Leben. Schnell lernt sie die Regeln der Schule, in der nach den Worten ihrer Lehrerin (phantastisch: Marion Cotillard) Folgsamkeit der einzige Weg zum Glück zu sein scheint. In dieser scheinbar hermetisch abgeschlossenen weiblichen Welt wirkt die Angst der Lehrerin und damit ihre Zerbrechlichkeit vor der Welt draußen glaubhaft und bezwingend. Man möchte unmittelbar auch hier einen Schutzschirm über der Szene öffnen. Langsam gewöhnt das Mädchen Iris sich an sein neues Leben, auch wenn etwas an ihr nagt: jeden Abend um Neun, wenn die Lampen im Park eingeschaltet werden, begibt sich Bianca, die älteste Schülerin, zu einem geheimen Treffpunkt. Eines Abends folgt Iris ihr zu einem großen Haus, in dem die Lehrerinnen wohnen ...

Dieser Film und sein Stoff kann meiner Auffassung nach nur metaphorisch erzählt werden und lässt bewusst viele Fragen offen. Er zählt zu jenen Kunstfilmen im besten Sinne, die weder "handelbar" und damit auch unbezahlbar sind, will sagen: das macht eine Rezension zu einem schmalen Grat. Vor allem halte ich Urteile wie -: gut oder schlecht, unterhaltsam oder langweilig für oberflächlich und auch falsch. Frank Wedekind war früh mit medizinischem Wissen konfrontiert und seine naturwissenschaftliche Neugier, wie seine Lektüre medizinischer, psychopathologischer und psychoanalytischer Literatur belegt, dass sein Verhältnis zu diesen wissenschaftlichen Disziplinen lebenslang ungebrochen blieb. Seine Entscheidung, am Beruf des Schriftstellers und großen Themas der Geschlechterverhältnisse festzuhalten, könnte als vitale Identifikation mit dem Weiblichen verstanden werden, inhaltlich motiviert von dem Interesse, dessen Verkörperungen zu rekonstruieren. Ich denke, diese Rekonstruktionen hat sich Lucile Hadzihalilovic mit "Innocence" zu eigen gemacht und einen höchst ästhetischen, geradezu klassischen Film gedreht. Es ist ein klassischer Film. Es braucht aber eine gewisse Lust, sich hineinzubegeben. Eine erzählende Handlung ist oder scheint auch nicht zwingend. Es gibt keine Antworten. Der Zuschauer findet seinen eigenen Weg in den Film. Es gibt Menschen, denen gefällt das nicht. Sie finden ihn lang, ja langweilig und sphärisch. Andere bewundern ihn. Das ist natürlich. Macht aber einen auch zum Streiter für ihn.

Wedekinds Erzähl-Fragment spielt am Ende des 19. Jahrhunderts. "Innocence" ist aber kein Kostüm- oder Historienfilm, etwa in Anlehnung des mehrfach verfilmten anspruchsvollen Stoffes "Mädchen in Uniform". Die Handlung spielt deshalb in einem zeitlosen Raum, der ein wenig an die 1950er oder 1960er Jahre erinnert. In Wedekinds Erzählung gibt es nur ein Mädchen, das ins Internat eintritt, die Zeit dort verbringt und wieder herauskommt. Es ist aber sehr schwierig, ein Mädchen die ganze Metamorphose spielen zu lassen und so bilden drei Mädchen die Geschichte von einem ab. Deshalb gibt es im Film eines, das ankommt, eines das sich mitten im Zirkel befindet und eines, das schon alles durchlebt hat. Es wird so von einer zur anderen Welt gewechselt. Was zu Wedekinds Zeit normal war: dass niemand rebelliert in seiner Novelle. Alle Mädchen akzeptieren die Schule als solche. Heutzutage würde das nicht mehr gehen. Deshalb verkörpern zwei Mädchen im Film diese Bruchstelle: Bianca, die am meisten leidet und flüchtet und die kleine Iris, die versucht, sich durchzubeißen.

Der Titel von Wedekinds Novelle "Mine-Haha" ist ein indianisches Wort für "lachendes Wasser". Wasser als Leitmotiv im Film ist fast schon offensichtlich. Mädchen und Frauen integriert in das Elemet Wasser sind Ausdruck ungezählter Meisterwerke in Malerei und Bildhauerei. Ebenso, dass der Film in einem Brunnen endet. Das faszinierende am Wasser in "Innocence" ist, dass es viele Formen annehmen kann. Unter Wasser, der See, der Brunnen, das beschützende Wasser, aber auch das bedrohliche Wasser, in dem man ertrinken kann, oder das Gewitter. Im Film ist diese Ambivalenz von Sicherheit und Unsicherheit dargestellt. Das geht mit Wasser sehr gut. Wasser ist Teil des Waldes, in dem das Internat liegt. Der Wald ist die Natur. Im Film ist die Natur widersprüchlich. Einerseits beunruhigen, andererseits amüsieren sich die Mädchen dort auch. Er ist ein idyllisches Paradies. Am Abend ist der Wald aber anders. Die Lampen. Tiergeräusche. Das Wasser ist auch ein Teil davon. Man kann es nicht strikt trennen. Wasser ist visuell auch einfacher zum filmen. Wer selbst gerne fotografiert, weiß darum. Man macht leichter ein Motiv daraus. Der Sarg ist dann noch einmal was anderes. Er steht für Rituale und eine gewisse Ordnung.

Auf jeden Fall muss (aller begreiflichen und begründeten Angst, aber auch Paranoia zu Trotz) unterstrichen werden, das "Innocence" sich vollkommen der pädophilen Betrachtungsweise entzieht und verbietet, da er auf eine metaphorische Ebene gehoben ist. Der Film zeichnet sich durch den symbolischen Gebrauch von Farben und besonderem Licht aus. Die detailliert ausgestatteten Räume können, unter Einbeziehung der Farbsymbolik, als Metaphern für zwischenmenschliche Beziehungen angesehen werden - vornehmlich unter den Mädchen, aber auch zwischen den Lehrerinnen und den Mädchen. Dieser Film atmet durch sein besonderes ästhetisches Kunstverständnis und ist darin begründet, bzw. in der erkenntnisfördernden Qualität, die er der Kunst zuschreibt. Während des Films möchte man Antworten finden auf die Fragen, die nicht gestellt sind ... die ein Künstler sich vielleicht nicht einmal selbst stellt. Aber die Antwort ist plötzlich da und diese Antwort bringt die Frage(n) zur Welt, die es vorher nicht gab, die sich aber als fundamental herausstellt.

Ein wertvoller Film, ein berührender Film, ein unvergleichlicher Film, ein Film, der Fragen und Antworten in phantastischer Weise verschmelzt.
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4 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Misslungen, 20. August 2009
Rezension bezieht sich auf: Innocence [UK Import] (DVD)
Dieser Film hat einige interessante Ansätze, die wohl im Wesentlichen aus der Vorlage von Frank Wedekind stammen. Leider verzichtet der Film darauf, diese zu entwickeln. So bleibt eine atmosphärische Darstellung von Kindheit? oder Schule? die für mich sowas aussagt wie ist doch schön ein Kind zu sein auch wenn man dafür Beschränkungen in Kauf nehmen muss. Wer brav ist und die Grenzen akzeptiert wird belohnt, wer die Grenzen überschreitet (im Film eine Mauer) wird grausam bestraft. Diese Grenze muss zudem noch eingehalten werden, obwohl bewußt auf eine Erklärung oder Legitimation verzichtet wird. Dieses kleinbürgerliche Denken paßt zu Frank Wedekind nicht, der mit "Frühlingserwachen" eins der Rebellenstücke des Kaiserreiches gegen den kleinbürgerlichen Mief geschrieben hat. Diese Kritik teilt die Regisseurin aber bewußt nicht (dies ergibt sich aus dem Interview auf der DVD) So bleibt nur ein dumpfes Schön-ist-es-Kind (unwissend?)-zu-sein.
Dennoch ein Film zum Nachdenken, daher zwei Sterne.
(Ich habe bewußt auf eine Inhaltsdarstellung des Films verzichtet, da die Handlung in diesem Film unwichtig ist.)
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0 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen dvd, 23. Januar 2013
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Rezension bezieht sich auf: Innocence [UK Import] (DVD)
es ist ein gut dvd auch der film ist sehr gut gemacht gute schauspieler man kann sie kaufen gut soh
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Innocence [UK Import]
Innocence [UK Import] von Lucile Hadzihalilovic (DVD - 2006)
EUR 5,33
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