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23 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bach, Mozart und... Beethoven
sind neben dem von ihm geliebten Jazz die Fixsterne des Friedrich Gulda gewesen. Nach zahlreichen Aufnahmen , die ich von den 32 Beethovens besitze und die ich zu einem großen Teil auch im Konzert höre durfte (Schiff, Korstick, Fellner, Brendel, Lewis und vor vielen Jahren auch ein einmaliges Konzert mit Zimerman mit späten Sonaten) bin ich zunächst...
Veröffentlicht am 26. Juni 2009 von Frank Michael Ludwig

versus
41 von 53 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Guter Einstieg, aber nichts für Jedermann
"Hier rockt einer los, dass die Fetzen fliegen." hat einer meiner Vorrezensenten geschrieben und damit ist leider schon vieles zu dieser Einspielung gesagt...

Der zur Entstehungszeit dieser Aufnahmen noch sehr junge Gulda interpretiert hier Beethoven so, wie man seinen Mozart kennt - mit viel Schwung, Leichtigkeit und Temperament, aber sehr eigenwillig - fast...
Veröffentlicht am 8. Januar 2009 von hartmutw


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23 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bach, Mozart und... Beethoven, 26. Juni 2009
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Gulda spielt Beethoven: Klaviersonaten 1-32 + Klavierkonzerte 1 - 5 (Audio CD)
sind neben dem von ihm geliebten Jazz die Fixsterne des Friedrich Gulda gewesen. Nach zahlreichen Aufnahmen , die ich von den 32 Beethovens besitze und die ich zu einem großen Teil auch im Konzert höre durfte (Schiff, Korstick, Fellner, Brendel, Lewis und vor vielen Jahren auch ein einmaliges Konzert mit Zimerman mit späten Sonaten) bin ich zunächst sehr zögernd aufgrund einschlägiger Literatur an der legendären Amadeo-Einspielung hängen geblieben. Früher war mir diese Einspielung zu grob, schnell, scheinbar uneinfühlsam und fast lapidar. Zwischenzeitlich habe ich diese Einspielung für mich entdeckt. Nach wie vor drängt sich das hohe Tempo Guldas auf (er selbst räumte die ungewöhnlich rasche Spielweise ein); allerdings entdecke ich mit jedem Hören, wie sehr Gulda zu einer Art Kernaussage von Beethovens Musik vordringt wie kein anderer, will sagen, man gewinnt die Überzeugung, dass alles genau so und nicht anders zu spielen ist. Alles klingt natürlich, logisch, zwingend und mitreissend, als ob es kein Wenn und Aber und vor allem keine anderen, ebenfalls bzw. vielleicht noch virtuosere Einspielungen gäbe. Gulda scheint - wie bei Mozart - ein Seelenverwandter gewesen zu sein der die Sprache Beethovens nicht nur verstanden hat, sondern selbst zum Ausdruck bringen konnte. Wie Joachim Kaiser ausführte: Hier dringt Beethoven direkt zu uns durch und zwar jenseits aller pianistischen Virtuosität. Die Aufnahme der Sonaten bedarf des mehrmaligen Hörens, man muss sich darauf einlassen und entdeckt auf den zweiten Blick die tatsächliche Größe und Bedeutung dieser Einspielungen - und letztlich zeichnet das Qualität im eigentlichen Sinne gerade aus.
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47 von 50 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gutes Preis/Leistungsverhältnis, 9. November 2006
Rezension bezieht sich auf: Gulda spielt Beethoven: Klaviersonaten 1-32 + Klavierkonzerte 1 - 5 (Audio CD)
Um ein wenig differenzierter zu bewerten als die vorigen Bewertungen (entweder 5 oder gleich nur 1 Stern zu vergeben)

Von der Technik her spielt Gulda, wie gewohnt, sehr gut. Er nimmt die Tempi wie er auch selber mal erwähnt hat, oft ziemlich zügig die seiner Einschätzung nach "manchmal an der Grenze" liegen. Das kommt sicherlich auch auf den subjektiven Geschmack an und bei manchen Sätzen paßt es sehr gut bei manchen würde man sich ein wenig mehr Zurückhaltung wünschen. Die Klavierkonzerte sind gut, aber hier gibt es am Markt einige bessere Alternativen. Was aber mehr stören könnte ist die Aufnahmetechnik - die Ende der 60er Jahre aufgenommenen Stücke kann man ihr Alter leider anmerken. Teilweise, vor allem bei der Nr.17 d-moll "der Sturm" sind Altersabnutzungserscheinungen der Originalbänder zu merken wo plötzlich ein Stereo-Kanal leiser wie der andere wird bzw. das Klangbild für paar Sekunden dumpfer. Alles in Allem gebe ich aber trotzdem noch 4 Sterne da man letztendlich auch das Preis/Leistungsverhältnis beachten sollte, da mein Vorposter Alfred Brendel erwähnt sollte man berücksichtigen das Guldas Gesamteinspielung um ca.70,- Euro günstiger ist, ein Preisunterschied der nicht in dem Ausmaß, in der Relation zur Qualität steht, noch dazu wo sogar Quantitätsmäßig mit den Klavierkonzerten mehr geboten wird und daher allemal eine gute um einiges preisgünstigere Alternative dazu darstellt.
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15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Göttlich, 11. März 2011
Von 
Lulu "Penny" - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 100 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Gulda spielt Beethoven: Klaviersonaten 1-32 + Klavierkonzerte 1 - 5 (Audio CD)
Ich kenne die Klaviersonaten von Beethoven in vielen unterschiedlichen Interpretationen, die von Gulda überragt für mich alle anderen um Längen.

Woran liegt es? Da ist einerseits diese wunderbar schnörkellose und ausgesprochen männliche Herangehensweise Guldas zu nennen. Während andere Interpreten an manchen Stellen vor lauter Weltschmerz und Pathos zu vergehen scheinen, sodass dann mancher Ton zuweilen erst deutlich später zum Klingen kommt als man es eigentlich erwartete (damit nun auch wirklich jeder hören kann, wie sehr man gerade leidet), rockt Gulda über solche Banalitäten des Lebens in herrlich erfrischender und moderner Weise mutig hinweg. Vermutlich hätte man ihm noch Bass und Drums zur Seite stellen können, ohne dass dabei jemand aus dem Tritt gekommen wäre.

Beethoven ist normalerweise schwere Musik. Hier haben wir es aber eher mit der unerträglichen Leichtigkeit des Seins zu tun. Und dies führt zu unerwarteten Höhepunkten. Wie man längst weiß, hat nicht der bereits taube Beethoven die finale Arietta aus Opus 111 (Nr. 32) komponiert, sondern der liebe Gott (ich darf dies als Atheistin einmal so sagen). Und der führt nun bei der vorliegenden Aufnahme Gulda auch noch die Hand. Seitdem ich diese Interpretation einmal gehört habe, gefällt mir keine andere mehr. Guldas gewähltes Tempo ist relativ schnell und konstant, doch auf dieser Grundlage gelingt es ihm, eine Stimmung der völligen Entrückung entstehen zu lassen, die schlicht und ergreifend himmlisch ist.

Die Aufmachung der Sammlung ist recht schlicht. In der Packung befinden sich 12 CDs in einer dünnen Hülle und ein dünnes Beiheft. Dies hat sich sicherlich günstig auf den Preis ausgewirkt. Auf der anderen Seite würde man sich für eine solche Aufnahme eine etwas aufwendigere Aufmachung wünschen.
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60 von 66 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Spannende Gesamtdarstellung. Ein Meilenstein., 13. Januar 2006
Rezension bezieht sich auf: Gulda spielt Beethoven: Klaviersonaten 1-32 + Klavierkonzerte 1 - 5 (Audio CD)
Gulda hat gerne den Bürgerschreck gegeben und sich dann darüber beschwert, dass die Bürger verschreckt waren. Dass er einer der ernsthaftesten Pianisten des 20. Jahrhunderts war stellt er mit dieser Gesamtdarstellung unter Beweis. Das perfekte Spannungsverhältnis von Werktreue und persönlicher Interpretation. Nie hat man das Gefühl, ein kleineres Werk wäre nur der Vollständigkeit halber auch aufgenommen worden. Es gibt auch nicht wie oft bei Brendel den erhobenen Zeigefinger. Gulda holt das Beste aus den Noten ohne über die Grenze der Effekthascherei zu gehen. Bei den Klavierkonzerten hätte man Gulda einen spannenderen Partner als den durchaus solide musizierenden Horst Stein gewünscht. In Anbetracht der Gesamtleistung ist dies aber getrost zu verschmerzen. Die Klaviersonaten sind zweifelsohne ein Meilenstein der Interpretationsgeschichte und immer noch Referenz.
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26 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Genius trifft Genius, 20. August 2008
Rezension bezieht sich auf: Gulda spielt Beethoven: Klaviersonaten 1-32 + Klavierkonzerte 1 - 5 (Audio CD)
Für den renommierten, inzwischen leider verstorbenen Musikkritiker Ulrich Schreiber war der Wiener Pianist Friedrich Gulda (1930-2000) "der modernste Beethoven-Interpret unserer Zeit".
Diese Aussage aus dem Jahr 1973 hat noch heute, 35 Jahre später, uneingeschränkte Gültigkeit. Gerade zwanzig Jahre alt, spielte Gulda bereits öffentlich Beethovens 32 Sonaten "mit phänomenaler Laufkultur und ungemein ausgereifter Stimmführung, mit fantastischem, ja, fanatischem Brio und ritterlicher Grandezza" (Klaus Umbach). Jenseits aller Skurrilitäten und verbalen Ausfälle blieb er zeitlebens ein Beethoven-Spieler höchsten Ranges, dessen hier wieder veröffentlichter Sonaten-Zyklus von 1968 für das Label AMADEO als glanzvoller Meilenstein in der Schallplattengeschichte zu gelten hat. Der Zyklus, "ein Muß selbst für Beethoven-Zweifler", hält Guldas souveräne, höchst eigenwillige Auslegung dieses "Neuen Testaments der Klaviermusik" für alle Zeiten fest. Gulda entpuppt sich als ein Interpret, der mehr als andere entscheidenden Wert auf die objektive Aussage des Notentextes legt und nicht seine eigene Persönlichkeit in den Vordergrund zu stellen versucht. Sein Beethoven klingt rückhaltlos intensiv, ist von unerhörter, manchmal geradezu unerträglicher Spannung erfüllt und ist von einer wirklich aufregenden, schier rastlosen Motorik, ohne jemals in Hektik oder Aufgeregtheit abzugleiten. Bewunderswert sein rhythmischer Elan, die unverzärtelte, ja herbe Beseelung, mit der er die Werke erfüllt. Höhepunkte herauszugreifen fällt schwer, doch scheinen mir die "Sturm"-Sonate (Nr. 17), die "Appassionata" (Nr. 23) und die Nr. 32 in ihrer Ekstatik und besonders sorgfältigen Artikulation einer ausdrücklichen Erwähnung wert. In der frühen Sonate Nr. 4 kommt das "con gran espressione" des langsamen Satzes bei keinem seiner Kollegen so eindrucksvoll zur Geltung. George Bernard Shaw, der scharfzüngige Kritiker, nannte einmal die "Waldstein"-Sonate (Nr. 21) "ein langes, zusammengestoppeltes Stück, das weder Bravour noch Poesie besitzt, obgleich es sich nach beiden Richtungen hin spreizt". Dies hätte er bestimmt nicht gesagt, wenn er Guldas großartige Auslegung mit ihrem Drive und ihrer wunderbaren Klarheit der Phrasierung gekannt hätte. Hier trifft wirklich Genius auf Genius!
Ergänzt wird die umfangreiche 12 CD-Box mit Beethovens Klavierkonzerten, die Gulda 1971 in Zusammenarbeit mit dem kürzlich verstorbenen Dirigenten Horst Stein und den Wiener Philharmonikern für DECCA aufgenommen hat. Obwohl es eine kaum übersehbare Anzahl von Aufnahmen dieser Konzerte gibt, gebührt diesen Auslegungen bis heute ein Sonderstatus, zum einen, weil Gulda "eine Technik besitzt, die ihm die Finger zu vergessen erlaubt" (Ingo Harden), zum anderen, weil Dirigent und Orchester mit ihm wirklich auf einer Wellenlänge liegen. Nie die große Linie außer Acht lassend, geht Gulda ganz unverkrampft, spontan, mit traumhafter Sicherheit in jeglicher Hinsicht, an die Werke heran. Auch hier sind wieder sein lockeres und virtuoses Musizieren und seine dynamische Expansionskraft nicht genug zu bestaunen. Man kann seine Herangehensweise schlicht nur als meisterlich bezeichnen. Gulda bringt auch das Kunststück fertig, den musikalischen Unterschied zwischen dem frühen B-dur-Konzert, das ganz schlank und fast mozartisch gespielt wird, und den späteren Werken, die mit viel größerem Ton angepackt werden, besonders herauszustellen. Das Orchester nutzt mit Freuden die Gelegenheit zu lustvollem, fast naturalistischem Spiel, jedoch nicht auf Kosten des schönen Klanges. Immerhin handelt es sich um die Wiener Philharmoniker, die nirgends einen Zweifel aufkommen lassen, dass sie zu den besten Orchestern der Welt zählen. Trotzdem, bei allem Respekt vor Horst Stein, hätte ich mir einen zupackenderen Dirigenten an seiner Stelle gewünscht. Insgeheim habe ich beim Abhören mehr wie einmal einen Künstler vom Range eines George Szell herbeigesehnt. Aber, wie meist im Leben, ein Erdenrest bleibt immer .....
Es ist nicht hoch genug zu loben, dass hier erstmals praktisch sämtliche Beethoven-Aufnahmen Guldas in einer preiswerten Kassette dem Hörer zugänglich gemacht werden. Sogar aus der 1973 für DECCA eingespielten Sonaten-Auswahl hat man zwei Werke (Nr. 23 u. 24) beigegeben, so dass diese hier in zwei verschiedenen Versionen vorliegen und zu vergleichendem Hören auffordern. Entgegen sonstiger Gepflogenheit in dieser Serie ist dem Album eine brauchbare Textbeilage beigefügt. Die Aufnahmen aus den Jahren 1968 (Sonaten) und 1971 (Konzerte) klingen nach neuer digitaler Bearbeitung beinahe rauschfrei und in ausgezeichnetem Stereoton. Auch die Verpackung lässt entgegen anderslautenden Aussagen kaum etwas zu wünschen übrig. Bei den günstigen Preis und dem großartigen Inhalt sollte man sich das Meckern ohnehin verkneifen. Darum gilt: Uneingeschränkte Kaufempfehlung!
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41 von 46 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Meine Referenz!, 8. Dezember 2005
Rezension bezieht sich auf: Gulda spielt Beethoven: Klaviersonaten 1-32 + Klavierkonzerte 1 - 5 (Audio CD)
Beethoven war ein Virtuose, und wer könnte sein Werk besser interpretieren, als ein wahrer Virtuose?
Und so einer ist Friedrich Gulda! Zugegeben, es gibt sicherlich vergeistigtere oder philosophischere Interpretationen von Beethovens Mammutwerk, man denke da z.B. an andere Beethoven-Spezialisten, wie (für viele allen voran) Brendel, Solomon, Kempf oder Backhaus, jedoch hat kaum einer von diesen (von mir ebenfalls sehr hochgeschätzten Pianisten) Beethoven mit derartigem Drive bei Einhaltung absoluter Werktreue interpretiert, wie der technisch makellose Friedrich Gulda.
Diese Sammlung darf einfach in keinem gut bestückten CD-Regal fehlen, zumal diese Box unschlagbar günstig ist.
Kaufen, sofort!!!
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29 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sensationelle Neuauflage!, 26. April 2006
Rezension bezieht sich auf: Gulda spielt Beethoven: Klaviersonaten 1-32 + Klavierkonzerte 1 - 5 (Audio CD)
Friedrich Guldas Beethovensonaten sind und bleiben Meilensteine der Interpretationsgeschichte des "Neuen Testaments der Klavierliteratur" (Hans von Bülow). Der kräftig zupackende und energische Stil Guldas trifft genau den Nerv der Musik Beethovens - hier begegnen sich zwei "unruhige Geister", die in einiger Hinsicht Seelenverwandte sein dürften: als Ausnahmepianisten und große Musiker, aber auch als unbequeme Zeitgenossen, die bei ihren Mitmenschen des öfteren angeeckt sind.

Lange Zeit hat man diese legendären Einspielungen von 1968 auf CD vergeblich gesucht und teure Zufallsfunde im Marketplace oder bei eBay in Kauf nehmen müssen. Nun sind sie wieder da, zum sensationellen Preis und mit wundervollen Interpretationen der Klavierkonzerte mit den Wiener Philharmonikern unter Horst Stein angereichert, unter dessen Stabführung das Orchester herrlich kraftvoll mit Gulda harmoniert. Vor allem das Vierte und das Fünfte Klavierkonzert beeindrucken tief durch ihren interpretatorischen Glanz.

Fünf Sterne und uneingeschränkte Kaufempfehlung!
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13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Beethoven in Bewegung, 29. Dezember 2009
Rezension bezieht sich auf: Gulda spielt Beethoven: Klaviersonaten 1-32 + Klavierkonzerte 1 - 5 (Audio CD)
Um es gleich vorweg zu sagen: wer die Beethovensche Klangchrakteristik von Emil Gilels oder Wilhelm Kempff schätzt, wird bei dem jungen Friedrich Gulda eine Ünerraschung erleben. Gulda geht die Klaviersonaten schwungvoller und wuchtiger an, was ihnen gut bekommt: sie leuchten und blitzen wieder. Das reißt mit und verliert sich nicht im grüblerischen Ausloten welcher Tiefe auch immer. Eine Überraschung sind zudem die fünf Klavierkonzerte zusammen mit den Wiener Philharmonikers unter Horst Stein. Vergleicht man die Aufnahme von Emil Gilels und diese, so wirkts Guldas Interpretation konzertanter, lebendiger und jugendlicher.
Die analogen Aufnahmen von 1968 bis 1973 sind sorgfältig digitalisiert, können aber einige Schwächen der Originale nicht überdecken: gelegentlich schwankende Balance und Höhenverschleierung in einem der Stereo-Kanäle fallen heute eben mehr auf als damals. Zudem hätte ich mir das Booklet etwas auführlicher gewünscht, es listet nur die Titel auf, über Aufnahme(n) und Beteiligte erfährt man nichts.
Dafür ist die 12CD-Bos unschlagbar preiswert.
Deshalb dann doch fünf Sterne für dies Hörvergnügen.
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14 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Guldas Beethoven: Mutig!, 8. Dezember 2010
Von 
Andre Arnold "Lateingott" (Rödental, Bayern) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Gulda spielt Beethoven: Klaviersonaten 1-32 + Klavierkonzerte 1 - 5 (Audio CD)
Von Ludwig van Beethovens Klaviersonaten, dem "Neuen Testament der Klavierliteratur", gibt es zahlreiche Einspielungen. Beinahe jeder Pianist unserer Zeit macht sich früher oder später daran, die 32 Sonaten einzuspielen. Manche Interpreten wie etwa Wilhelm Kempff legten im Laufe ihrer Karriere sogar mehrere Gesamteinspielungen vor. Der österreichische Pianist Friedrich Gulda entschied sich verhältnismäßig früh, nämlich Ende der 60er Jahre im Alter von noch nicht einmal vierzig Jahren, die Beethoven Sonaten aufzunehmen. Was dabei herauskam, ist eine der bis heute umstrittensten Deutungen dieses unermesslichen Zyklus'. Fünf Jahre später, 1973, zeichnete Gulda dann noch zusammen mit den Wiener Philharmonikern unter Horst Stein sämtliche Klavierkonzerte des Vollenders der Wiener Klassik auf. Sowohl die Sonaten als auch die Konzerte sind hier eingespielt und erfreuen sich trotz ihres hohen Alters bester Tonqualität. Als kleine Zugabe gibt's eine Einspielung der 23. und der 24. Klaviersonate aus dem Jahre 1973. Leider muss der geneigte Hörer auf ein umfangreiches Booklet verzichten.

Guldas Beethoven: Was ist das? Der österreichische Pianist verfolgt eine radikal andere Herangehensweise als seine Zeitgenossen. Stilbrüche sind keine Seltenheit und wie kein anderer betont er die Ecken und Kanten des beethovenschen Sonatenkosmos'. Das zeigt sich sogleich bei seiner kraftvollen, dynamischen Deutung der drei Sonaten aus op. 2. Selten hat es ein Pianist gewagt, das Prestissimo der f moll Sonate wirklich als solches zu spielen. Selten habe ich das wundervolle Allegro con brio der C Dur Sonate packender und mitreißender gehört.
Sein flottes Tempo gereicht ihm immer wieder zu glanzvollen Momenten. Doch mitunter gerät ihm die Partitur gehörig aus den Fingern. Sein Spiel verliert sich in ein untransparentes und undifferenziertes Geklimper. Was ihm innert op. 2 noch so gut gelang, missglückt ihm in den folgenden vier Sonaten opp. 7 und 10 gänzlich. Das weihevolle Largo der D Dur Sonate wirkt oberflächlich. Mit dem Lüften altehrwürdiger Perücken hat das nicht mehr viel zu tun. Auch die weiteren Sonaten überzeugen nicht wirklich, obschon ihm mit seiner interessanten Interpretation der "Pathétique" oder der "Mondscheinsonate" durchaus ein Coup gelingt. Großes Lob verdient auch die Darbietung der "Pastoralsonate", die Referenzcharakter besitzt.
Radikale Andersartigkeit um jeden Preis? Nicht, wenn solch herrliche Sonaten wie die aus op. 30 jedweden Zusammenhang verlieren. Auch die vermeintlichen "Sonate facile" wirken uninspiriert und leidenschaftslos. Wo ist der Esprit hingegangen, der beispielsweise Guldas Mozart Einspielungen so schmückt? Freilich können auch hier wieder nicht alle Sonaten über einen Kamm geschoren werden, Guldas Interpretation der "Waldstein Sonate" ist durchaus gelungen und auch die "Appassionata" kann man sich anhören. Doch das Gros seiner Auslegung fällt weit hinter andere Pianisten ab.
Ob Gulda zu jung war, um die philosophischen Selbstgespräche Beethovens innerhalb seiner letzten, unerreichten Sonaten zu durchdringen, halte ich für unwahrscheinlich. Es liegt jedoch auf der Hand, dass er es über weite Strecken nicht vermag, die letzten Winkel dieser sublimen Kompositionen auszuleuchten. Während das majestätische Allegro der berühmt berüchtigten "Hammerklaviersonate" noch wohlgeordnet und erhebend dargeboten wird, entgleitet Gulda das wundervolle Adagio komplett aus den Händen. Die fein gewobenen, motivischen Linien innerhalb dieses Satzes bleiben unverbunden. Was macht Gulda nur aus der grandiosen Schlussfuge von op. 110? Eine Referenzeinspielung hingegen legt er mit seiner herausragenden Deutung von op. 111 vor, besonders der himmlischen Arietta. Als passionierter Jazzpianist erfasst er die jazzartigen Ausbrüche im Zentrum dieses Satzes haargenau und prickelnd wie kein anderer.

Als herausragender Konzertpianist nimmt es nicht Wunder, dass Gulda die fünf wunderbaren Klavierkonzerte Beethovens mit Bravour meistert. Ihm zur Seite stehen die brillant aufgelegten Wiener Philharmoniker unter der Leitung des weniger bekannten Horst Stein. Den jugendlichen Charme und Esprit der beiden frühen, virtuosen Konzerte erfassen die Akteure punktgenau. Noch nie zum Beispiel habe ich das recht unspektakuläre zweite Konzert fesselnder und zwingender erlebt. Das kraftvolle, rhythmische Dirigat Steins, seine farbenfrohe und kontrastreiche Nuancierung und Phrasierung sowie seine detailverliebten Akzente machen das dritte Konzert trotz des recht mäßigen Tempos, das er wählt, spannend und brillant.
Den hohen Anforderungen an den Pianisten ist Gulda freilich gewachsen. Durch seinen lyrischen und zugleich zupackenden Anschlag verschafft er sich genügend Freiraum, um die beiden letzten Konzerte zu seinen eigenen zu machen. Es gibt praktisch keine kraftvollere, dynamischere Darbietung des berühmten "Kaiserkonzertes".

Was bleibt? Eine durchwachsene, unreife Darbietung der Klaviersonaten mit einigen glanzvollen Ausnahmen, aber eine hervorragende, kongeniale und beseelte Aufnahme der Konzerte. Freilich wird diese Einspielung umstritten bleiben, bemerkenswert und mutig ist sie allemal...
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Beethovens Klaviersonaten, wie ich mir die Interpretation vorstelle, 12. November 2012
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Rezension bezieht sich auf: Gulda spielt Beethoven: Klaviersonaten 1-32 + Klavierkonzerte 1 - 5 (Audio CD)
Ich besitze Einspielungen der Klaviersonaten Beethovens von mehreren Interpreten. Sie sind alle auf ihre eigene Art schön. Bei Gulda fasziniert mich die musikalische Intensität und Lebendikeit seines Spiels. Sie ist klar und führt überzeugend zu den Höhepunkten der Komposition. Man kann es sich als Zuhörer nicht schönervorstellen.
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