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20 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Alptraumhafte Kriegsbeute
Nachtmahr
Wer dieses Album kauft, sollte wissen, worauf er sich einläßt.
Sich von einem geisterhaften Wesen Sprache und Regung rauben lassen oder fortan von Alpträumen verfolgt zu sein - alles ist möglich. Eine Gewähr für seelische und geistige Unversehrtheit nach dem Konsum der 11 Titel ist ausgeschlossen.
Nachtmahr ist ein...
Veröffentlicht am 6. Dezember 2005 von nibelheim2

versus
1 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Wo sind eigentlich Janus?
Mit großer Spannung, zugegebenermaßen aber auch Skepsis erwartet: die neue Janus Scheibe. Nun ist sie endlich da und der erste Eindruck ist ernüchternd. Das was Janus in der Vergangenheit zu meiner absoluten Lieblingband gemacht hat ist schlicht nicht da. Die ersten 5 Lieder beschäftigen sich mit Themen aus dem 2. Weltkrieg, können jedoch...
Am 26. November 2005 veröffentlicht


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20 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Alptraumhafte Kriegsbeute, 6. Dezember 2005
Rezension bezieht sich auf: Nachtmahr,Ltd.Erstauflage (Audio CD)
Nachtmahr
Wer dieses Album kauft, sollte wissen, worauf er sich einläßt.
Sich von einem geisterhaften Wesen Sprache und Regung rauben lassen oder fortan von Alpträumen verfolgt zu sein - alles ist möglich. Eine Gewähr für seelische und geistige Unversehrtheit nach dem Konsum der 11 Titel ist ausgeschlossen.
Nachtmahr ist ein typisches JANUS-Produkt geworden. Und andererseits genau das Gegenteil.
Typisch, weil der Gesang sofort erkennen lässt, wer am Mikro steht. Es ist die eine Hälfte des Duos, die JANUS bilden. Dirk Riegert, allgemein nur RIG genannt, verfasste als Texter und Sänger kleine Geschichten, die den Hörern Alpträume bescheren könnten.
Der zweite Teil von Janus, Tobias Hahn aka Toby , verantwortete wie immer die Studioaufnahmen und steuerte programmierte Sounds und das Klavierspiel bei. Beide gemeinsam schrieben alle Lieder mit einer Ausnahme.
Typisch ebenfalls die opulente Produktion mit nicht weniger als 15 Gastmusikern sowie das im Vergleich zum Vorgänger "Auferstehung" nochmals ins beinahe gigantische gesteigerte äußere Erscheinungsbild, gestaltet von Allessandro Bavari und Oliver "OLI" Schlemmer.
Untypisch hingegen das völlige Fehlen von E-Gitarre und heftigem Schlagzeug, das gesamte Album kommt eher orchestral bis kammermusikalisch ruhig daher. Außerdem erschien es "nur" 18 Monate nach dem letzten regulärem Album und gar noch exakt zum angekündigten Termin. Janus-Zeitrechnung in völlig neuem Gewand. Respekt für dieses untypische Gebaren.
Ein sogenanntes Konzept-Album liegt auch diesmal nicht vor - Begehrlichkeiten dieser Art gibt es seit "Schlafende Hunde" bei der Hörerschaft immer wieder - ein roter Faden verbindet allerdings die meisten Titel. Auf einen kurzen Nenner gebracht - Krieg. Eine weitere Spur, nämlich der mehrmalige "Auftritt" von Hunden, scheint eher zufälliger Natur zu sein.
Unter Verwendung eines Zitats von Cees Noteboom , welches dem ersten Track den recht sperrigen Titel "Ein Hund , der sich hinlegt, wo er will" , erzählt die Story von einem Kriegsbeteiligtem , der als alter Mann seinen Erinnerungen an den letzten Weltkrieg nachhängt. Interessanterweise nicht von einem Wehrmachtssoldat ist die Rede , wie man anhand der aus Deutschland stammenden Künstler vermuten könnte, sondern von einem Helden der Sowjetarmee bzw. befreundeter Sieger, die sich mit dem roten Sowjetstern schmückten.
Die eingängige, sofort im Ohr hängenbleibende Melodie beginnt mit 18 Sekunden Bassgegrummel, die bei ordentlich aufgedrehter Lautstärke die Lautsprechermembran fast zum flattern bringen. Später wird’s ziemlich orchestral mit einer besonders fein eingefügten Klarinette. Wer wissen will, was Soldaten im Krieg erleiden mussten, gut zuhören. Ohrwurm mit ernstem Hintergrund!
Track 2 bringt ein bereits mehrfach live aufgeführtes Gänsehaut-Stück. "Anita spielt Cello". Eine historisch verbürgte Geschichte, vorzüglich in ein musikalisches Gewand gekleidet. Traurig aber wahr, was RIG da singt. Wer herausbekommen möchte, welches Lager beschrieben wird und warum das Cello ausgerechnet aus Kanada kam, der sollte unbedingt die Erlebnisse der besungenen Cellistin im Taschenbuch "Ihr sollt die Wahrheit erben" von Anita Lasker-Wallfisch nachlesen. Empfehlenswerte Lektüre, trefflich untermalt von der sehr ruhig gehaltenen Ballade.
Track 3 ist der traurigste und zugleich längste der gesamten CD, musikalisch für mich zunächst wenig einprägsam, aber der Text !! Das die Grausamkeiten eines Krieges auch vor Kindern nicht halt machten, dürfte allgemein bekannt sein, aber wie das hier geschildert wird, das rührt an und lässt sensiblen Gemütern sicher die Tränen fließen. Ein Kinderkreuzzug, der es in sich hat.
Track 4, "Dorinas Bild" lässt Hoffnung aufkeimen, mit dem Bild der Geliebten im Herzen den Wirren des Krieges entkommen zu können, das begleitende Orchester läuft hier zur Hochform auf. Allein , die Hoffnung schwindet mit jedem Takt........
Mit Track 5 verläuft sich der rote Faden ein wenig in den privaten Bereich. Dank der Vorarbeit des Herrn mit der Brille namens Kunze bekam RIG eine feine Vorlage, sich selbst dem Kadaverstern zu nähern. Er tut das in einer neuen Version, die ich so live noch nie hörte. Eine kurze "Propaganda"-Sequenz verweist erneut auf das Thema der CD. Der instrumentale Ausklang streckt den Titel recht vergnüglich auf beachtliche 6 Minuten
Im 6. Stück lebt Nellie nicht nur im Bauch einer Stadt, sondern auch im hier und jetzt. Was natürlich nicht ausschließt, sich im Kriegszustand zu befinden. Mit dem Leben zum Beispiel. Mir scheint allerdings eher, am Ende schließt Nellie Frieden mit ihrer Umwelt. Weil sie lebt.
Teil 7 gelangte ebenfalls zu mehrfachen Live-Ehren, begeistert mich immer wieder. So auch aktuell auf der Nachtmahr-CD . Bevor die Dämme lautlos brechen - bemerkenswert, wie leise RIG bis hierher seine Sangeskunst vorführt - fiel mir beim hören des Textes unmittelbar die politisch-wirtschaftliche Situation in Deutschland ein. Sollte dieser Titel ein Fingerzeig für alles Kommende sein? "Denk ich an Deutschland in der Nacht..." dieses bekannte Zitat hätte Pate stehen können für "Was uns zerbricht".
Track 8 markiert eine Ode an die Zweisamkeit, in der die Protagonisten der sprachlichen Enthaltsamkeit frönen. Selbsterkenntnis, gepaart mit flehendem Verlangen......ein schöner, sentimentaler Titel, in einer sparsam instrumentierten Sanftheit vorgetragen.
Nummer 9 führt den Kriegstitel im Namen, obwohl das Geschehen wiederum privater Natur ist. Aber ein "Grabenkrieg" muss schließlich nicht zwangsläufig mit monströsen Militärwaffen geführt werden, sondern kann sich gut und gern mit Worten zwischen zwei Menschen abspielen. Der einzige Track, auf dem Gastsängerin Diana Nagel ihre vortreffliche Sangeskunst unter Beweis stellen kann. Live kommt dieser Titel regelmäßig sehr gut beim Publikum an.
Mit Titel 10 findet ein letztes nagelneues Lied ans Licht der Öffentlichkeit, endlich hat RIG Gelegenheit, die Stimme zu erheben und seine von der Bühne gewohnte Lautstärke zu erreichen. Was tatsächlich als Beschreibung einer Beziehung und Aufforderung zu mehr Mut ruhig beginnt - eine sehr schön in Worte gefasste Liebesbeziehung, die dem Ende entgegensieht - mündet in einer kurzen Schreiorgie ICH BIN DIE RUHE SELBST , ein Titel, der für sich spricht.
Der letzte Track bringt ein seit Jahren bekanntes Lied endlich regulär auf CD. "Das Gesicht" läßt Nachtmahr ruhig ausklingen, nur RIG, Toby und eine einsame Violine verabschieden den Käufer dieser CD mit "...geh da raus...".
54 Minuten und 54 Sekunden wundervoller Musik zogen am gewillten Zuhörer vorbei und ihn in seinen Bann. Einen Favoriten zu nennen, fällt schwer. Sollte es sein müssen, würde ich mich wegen der hohen Authentizität für "Anita spielt Cello" entscheiden, 10 weitere Titel hätten den "Sieg" aber ebenfalls verdient.
Ein Album voller Höhepunkte, ohne Ausfall! Und wo waren die E-Gitarren? Ich vermisste sie nicht.
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wieder ein Meisterwerk!, 24. November 2005
Rezension bezieht sich auf: Nachtmahr,Ltd.Erstauflage (Audio CD)
Wie ich das von früheren Janus CD's kenne, offenbaren mir einige Lieder ihre ganze Schönheit sofort, andere Titel entfalten sich zögerlicher, und das ist gut so. So ist für lange Zeit ein nicht langweilig werdender Hörgenuss garantiert.
"Nachtmahr" ist musikalisch wieder einmal ganz anders als jedes bisher erschienene Janus-Album. Dieses Mal wurde vollständig auf E-Gitarren und herkömmliches Schlagzeug verzichtet. Manche Lieder sind minimalistisch gehalten und werden z. B. nur durch Klaviermusik getragen, andere kommen orchestral und pompös daher. Die Texte sind allerdings wie gewohnt tiefgründig, ergreifend und bis ins letzte Detail ausgefeilt. Inhaltlich geht es diesmal um Krieg und zwar nicht nur den im üblichen Sinne.
Nicht unerwähnt sollte die grandiose Aufmachung sein. Die limitierte Erstausgabe kommt im A5 Format mit fadengebundenem Inlay für Texte und Bilder heraus. Der Hardcovereinband beherbergt im Deckel die CD "Nachtmahr" und in der Rückseite das Hörbuch "Die Alpträume des Herrn Riegert". Auch die Bilder sind, jedes für sich, meisterlich.
Ich für meinen Teil empfehle "Nachtmahr" jedem, der bereit ist, sich auf ernste Texte und Musik abseits des Mainstreams einzulassen.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gut....Besser....Janus!, 4. Dezember 2005
Rezension bezieht sich auf: Nachtmahr,Ltd.Erstauflage (Audio CD)
Ich hab die Nachtmahr ausgepackt (was bei diesem absolut einmaligen Digipack eine wahre Freude ist!!!) eingelegt und dacht erst "Mein Gott wie langsam und langweilig" zwei tage später hab ich die scheibe nochmal gehört und mittlerweile läuft die seit Wochen bei mir rauf und runter. Janus hat sich mal wieder selbst übertroffen! Die Musik und die Texte (Die sich auf der Nachtmahr viel mit Krieg beschäftigen aber auch gleichzeitig ganz klar aus dieser Kriegs-Texte-Welle herausstechen) überzeugen auf ganzer Linie. Gewöhnungsbedürftig ist einzig der Verzicht auf elektrische Instrumente doch so kommt die gänsehaut-Stimme von Dirk Riegert noch besser zur Geltung... flüsternd, redend, singend und sich die Seele aus dem Leib schreihend ("Die Ruhe selbst").
Die Bonus-CD enthält gesprochene Stücke, sie ist ein Monolog mit den eigenen Alpträumen. Quasi ein richtig nettes Hörspiel für die Zeit vor dem Einschlafen.
Trotz der Veränderungen werden Fans von Janus von der Platte mit Sicherheit nicht enttäuscht sein. Dem Rest kann ich nur empfehlen sich diese wirkliche Grosse Kunst mal anzuhören.
Mich hat diese Cd absolut begeistert!
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wie immer genial ! ! !, 5. Dezember 2005
Von 
Rezension bezieht sich auf: Nachtmahr,Ltd.Erstauflage (Audio CD)
Etwas ruhiger lassen Rig und Toby es auf dieser CD angehen. Auf Lieder wie z.B. "Ich will seinen Kopf" auf der "Auferstehung" wird diesmal komplett verzichtet, was jedoch exellent zum Gesamtwerk passt. Die Themen sind wie immer tiefgründig, wenn diesmal vieleicht sehr schwer. Der wirklich beklemmende Sound gepaart mit Rigs gänsehauterzeugenden Stimme ist bei Janus wie immer einmalig. Einziges Manko an dem Album ist, dass mir einige Reime in einigen Texten manchmal etwas gezwungen erschienen, was mich aber nicht dazu veranlassen würde, einen Stern abzuziehen. Dafür ist die Platte einfach zu genial. Wirklich ein Muß ! ! !
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Janus - Nachtmahr, 2. Dezember 2005
Rezension bezieht sich auf: Nachtmahr,Ltd.Erstauflage (Audio CD)
Das neue Janus-Album „Nachtmahr“ ist verglichen mit den vorigen Alben der Band sehr viel ruhiger ausgefallen, da diesmal auf Elektronik und harte E-Gitarrenriffs verzichtet wurde und stattdessen nur akustische bzw. klassische Instrumente zum Zuge kommen, weshalb sich Tobias Hahn (Klavier, Programmierung) und RIG (Gesang) auch eine beachtliche Anzahl von Gastmusikern ins Studio geholt haben. Allerdings sollte das für jeden halbwegs aufgeschlossenen Musikhörer kein Problem darstellen, da das Songwriting wirklich sensationell gut ist und die Emotionen kaum besser rübergebracht sein könnten. Das fängt schon mit dem Eröffnungsstück „Ein Hund, der sich hinlegt, wo er will“ an. Thematisch dreht es sich dabei um einen alten Kriegsveteranen, der nach vielen Jahren immer noch psychisch und physisch gezeichnet ist. Ein sehr abwechslungsreiches Stück, bei dem im Refrain innerhalb einer Sekunde von bombastisch zu sehr ruhig gewechselt wird. Weiter geht es mit „Anita spielt Cello“, einem sehr emotionalen Stück, welches sich um den KZ Aufenthalt von eben jener Anita dreht. Spätestens wenn das Cello-Solo beginnt, ist Gänsehaut garantiert! Anschließend folgt mit Kinderkreuzzug ein Lied, das textlich an Bertolt Brechts gleichnamige Ballade angelehnt ist. Die zumeist sehr spärliche Instrumentierung (tolles Klavier!) sorgt für eine enorme Atmosphäre über den ganzen, immerhin 8 Minuten langen, Song hinweg. Nach diesem, eher minimalistischen Stück folgt dann mit „Dorinas Bild“ das vielleicht bombastischste der ganzen CD. Der massive Bläsereinsatz im Refrain ist einfach überwältigend, die Chöre tun ihr übriges. Nachdem dann mit „Kadaverstern“ ein Heinz Rudolf Kunze-Cover, mit einem genialen Klarinettensolo von Daniel Schröder (Samsas Traum), eher jazzig daherkommt, folgt mit Nellie ein erneut sehr minimalistisches Lied, dass aber –nicht zuletzt durch den genialen Text- sehr emotional ist. Dann erklingt mit „Was uns zerbricht“ ein für „Nachtmahr“ ungewöhnlich eingängiges Lied, mit einem Refrain, den man, schon nach dem ersten Hören, kaum mehr aus dem Kopf bekommt. Nach dem genial gesungenen (überhaupt vollbringt RIG auf dem ganzen Album eine großartige Leistung), minimalistischen „Sag doch was“ geht es bei „Grabenkrieg“ wieder etwas bombastischer zur Sache. RIG wird dabei von Diana Nagel unterstützt, die ebenfalls sehr gut singt und das Lied so zu einem tollen Duett (oder eher „Duell) macht. Dann folgt ein für „Nachtmahr“ sehr untypischer, für „Janus“ hingegen eigentlich typischer Moment. Bei „Die Ruhe selbst“ kommen nämlich Electro-grooves zum Einsatz, wie man sie von den vorigen Alben kennt. Allerdings darf man auch hier keine wirklich „harten“ Momente erwarten, jedoch steigert sich das Lied gegen Ende hin in eine schon fast aggressive Stimmung hinein. Abgeschlossen wird die CD dann vom sehr ruhigen, melodischen „Das Gesicht“. Und besser als mit diesem genialen, getragenen Stück hätte man die CD auch nicht ausklingen lassen können.
„Nachtmahr“ ist definitiv ein großartiges Gesamtkunstwerk geworden, was durch das geniale Artwork und die edle Aufmachung nochmals unterstrichen wird. Es ist jedem(!) Freund guter Musik nur zu empfehlen!
In der limitierten Edition liegt dem Album noch das, von Sänger RIG geschriebene und von dem professionellen Sprecher Reinhard Schulat (der auch schon bei RIGs erstem Hörbuch „Kleine Ängste“ engagiert wurde) eingesprochene, Hörbuch „Die Alpträume des Herrn Riegert“ bei.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Stück finstere Offenbarung, 30. November 2005
Rezension bezieht sich auf: Nachtmahr,Ltd.Erstauflage (Audio CD)
24.11. - Es ist soweit! Ich gehe mit der Hoffnung zum Briefkasten, die CD könnte doch schon einen Tag vor Erscheinen in meine Hände geraten, fand mich aber auf dem Weg dorthin schon mit dem Gedanken ab, dieser Wunschtraum gehe nicht in Erfüllung. Einen Tag länger warten, würde das bedeuten!
Und doch, als ich den Kasten öffne, blickt mir zuerst der gestempelte Doppelkopf des Janus-Shops mit seinen finsteren Augen entgegen. Doch dieses bedrohliche Gesicht löst in mir einen Freudentanz aus.
Sofort nach oben, die Verpackung im Wahn zerrissen, erscheint ein Buch. Wie mir bereits bekannt war, werden die beiden CDs in Buchform ausgeliefert. Ich war jedoch einige Tage zuvor im Mediamarkt meines Vertrauens und fand dort die neue Blutengel EP, ebenfalls in Leinen gebunden, dies allerdings in erbärmlicher Qualität. Ich befürchtete also, Janus hätten ebenfalls einen Buchbinder angeheuert, der sein Handwerk ebenso verstand wie der der Blutengel.
Doch war diese Befürchtung unberechtigt. Sind wir es nicht schon von Janus gewohnt, beste Qualität geliefert zu bekommen?
Die hochwertige Verpackung aufgeklappt, flüchtig das Artwork begutachtet, die CDs ins Laufwerk, um sie zu rippen. Beim mehrfachen Hören der Original-CDs könnten diese unschöne Kratzer davontragen, weshalb ich fast ausschließlich mp3s höre.
Endlich war der langwierige Vorgang des Rippens abgeschlossen und der Hörgenuss konnte beginnen.
Extra für euch, Janus, habe ich meinen Termin im Fitnessstudio ausfallen lassen, die CD hatte Vorrang.
Als gut informierter Fan hatte ich natürlich eine Ahnung was mich auf Nachtmahr - so der Name des Silberlings - erwartet.
Weder Schlagzeug noch E-Gitarre - ein Fakt der mich zuerst zweifeln ließ, ob es Nachtmahr mit den restlichen Veröffentlichungen des Duos aufnehmen könne. Es kann! Die erstmals vorhandenen Bläser zaubern eine wundervolle, Gänsehaut erregende Atmosphäre, dazu RIGs mal flehender, mal klagender und mal zorniger Gesang ist sogar durchdringender als auf den vorherigen Silberscheiben.
Mal sing er, begleitet von besagten majestätischen Bläsern, von "einem alten Mann im Bad", der sich an seinen aussichtlosen Kampf in Stalingrad zurückerinnert, mal von "Anitas" Erlebnissen im Konzentrationslager, dieses Mal von Streichern untermalt. Der dritte Titel, Kinderkreuzzug, ist sehr traurig. Hier ist der Gesang mit Klavier begleitet und schildert eindringlich den Überlebenskampf einer Gruppe Kinder im Krieg in Polen. Der nächste Titel ist Kadaverstern, eigentlich ein Cover von Heinz Rudolf Kunze, aber mit vollem Einsatz von RIGs Organ und den schon besagten Bläsern. Ewig war ich auf der Suche nach dem Original um es mit der Janus'schen Fassung vergleichen zu können und als ich es neulich gefunden habe, stellte ich fest - wie könnte es auch anders sein -, die Kopie schlägt das Original um Längen. Die verwendeten Samples von Göbbelsreden lassen, kombiniert mit den parallelen Textzeilen, den Song nicht aus dem Konzept fallen, sondern ihn wie für das Album gemacht erscheinen.
Nellie, der sechste Titel also, tut das, was Janus beim Kadaverstern vermieden haben - er passt nicht ins Konzept, war er doch schon für Auferstehung, thematisch also Kindesmissbrauch, gedacht. Die Instrumentierung fügt sich aber hervorragend zwischen die restlichen Titel Nachtmahrs und macht aus einem "Außenseiter" ein vollwertiges Mitglied der Nachtmahr-Familie.
Im Gegensatz zu den ersten sechs Liedern erzählen die nächsten keine Geschichten, beschäftigen sich nicht so offensichtlich mit dem Thema Krieg, wie die ersten, mit Ausnahme von Grabenkrieg, einem musikalischen Wechselspiel zwischen Mann und Frau. Er wirkt eher wie ein "Beziehungskrieg" als noch die Demo des Songs, die auf der Webseite des Duos zu finden war. Im Gegensatz zu besagter Demo fallen Gitarren weg und werden durch erhabene Bläser ersetzt.
Die restlichen Lieder sind ruhig und mit sehr viel Interpretationsfreiraum getextet, sie scheinen sehr persönlich zu sein. Mein Lieblingsstück unter ihnen ist "Die Ruhe selbst", das am Ende sehr an Lautstärke und Kraft gewinnt und RIG das erste und letzte Mal seine Zornesschreie entlockt.
Als Beigabe zur limitierten Edition kommt ein Hörbuch daher, die sogenannten "Alpträume des Herrn Riegert". Sie sind in Form einer hämischen Rede eines Alptraums zu seinem Träumer verfasst und nur schwer zugänglich. Das soll aber nicht heißen, sie seien schlecht. Ganz im Gegenteil, sie laden ein sich stundenlang Gedanken zu machen.
Noch einmal zurück zum Artwork: Ich brauche nicht erwähnen, dass es wieder eines der besten ist, die ich je gesehen habe. Die Männer irrLicht und Alessandro Bavari verstehen ihr Handwerk. Die Bilder sind düster, voll von Tieren (der Tiefreund kommt also auch auf seine Kosten) und Albtraumvisionen, dieses Mal allerdings ohne Abbildungen der beiden Musiker. Das Artwork ist also wieder allererste Sahne, oder, um es passender auszudrücken, ein Stück finstere Offenbarung.
Genauso wie das Album selbst. Für jeden Freund von anspruchsvoller Musik mit Inhalt und Aussage ein Muss, Pop-Liebhaber sollten lieber die Finger von der CD lassen, gerade Kinderkreuzzug ist nichts für schwache Nerven. Die Lieder sind nicht auf Effekthascherei aus, sondern vermitteln subtil und durch das erzeugte Gefühl von Verzweifelung und Ohnmacht einen Kloß im Hals - genau wie ich es liebe.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein ruhiger Riese, 23. Dezember 2005
Rezension bezieht sich auf: Nachtmahr,Ltd.Erstauflage (Audio CD)
Nachdem ich mir Nachtmahr nun mehrere Wochen zu Gemüte geführt habe und endlich der waagen Meinung bin auch eine Rezension dazu schreiben zu können, schreibe ich nur knapp meine Gedanken auf, da der Inhalt ja schon vorbildlich und sehr ausführlich diskutiert wurde.
Man sollte sich viel Zeit (eine "Auszeit") und Ruhe für dieses Album gönnen, da es sehr viel Einfühlungsvermögen und Phantasie vom Zuhörer fordert. Jegliche Erwartungen und Voreingenommenheit ist nur hinderlich. Was den Hörer hier erwartet ist nichts für das Auto oder für den schnellen Hörgenuß zwischendurch. Ist nichts für die moderne, hektische Welt. Ist nichts für jemanden der gerne zu angesagten Liedern mitsingt. Aber für jemanden der sich gerne "wegträumen lässt".
Nachdem ich dann wieder die Auferstehung hörte, war das Resultat jedoch niederschmetternd! Janus haben sich einfach nicht mehr selbst übertreffen können. Ein Faustschlag ins Gesicht.
"Wie kann Janus nur", und "Warum ist diese CD so ruhig" mosert es schon in allen Foren umher.
Ob das nun bedeutet dass diese CD nicht wieder ein Meisterwerk geworden ist, nein, das eigentlich nicht. Dieses Janus Release ist ein ruhiger Riese, das nicht untergehen sollte in der Flut der Veröffentlichungen. Fraglich nur ob ein jeder menschlicher Kleingeist damit umgehen kann.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Dunkles Meisterwerk wieder den Mainstream, 8. August 2006
Rezension bezieht sich auf: Nachtmahr,Ltd.Erstauflage (Audio CD)
Im Gegensatz der letzten Janus CD wird hier auf drums und e-Gitarren verzichtet wovon dieses Album nur profitieren kann.
Textlich geht es in die Dunkelheit der menschlichen Existens oder überhaupt in die Dunkelheit dieser Welt was aber auch eine positive Energie in sich bergen kann.
Kurzum hier wird bewiesen daß es intelligente Musiker gibt mit einem handwerkilich großen können, die wissen was sie tun und warum.Ewig gestrigen sei dringend empfohlen sich Lieder wie "Anita spielt Cello" oder "Dorinas Bild" sich anzuhören und ich mal mit deren Texte genauer zu befassen.
Eine cd die sich nicht als Hintergrundsberieslung eignet sondern eine cd die mit Sinn und Verstand gehört werden muß, und so auch ihre gerechte Würdigung erfährt .
Hut ab vor diesen überaus begnadeten nachdenklichen Ausnahme musikern
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Janus in ruhig, 5. Dezember 2005
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Nachtmahr,Ltd.Erstauflage (Audio CD)
Seit circa einer Woche liegt jetzt die limitierte Ausgabe von Nachtmahr auf meinem Tisch. Die Verpackung sucht seinesgleichen: ein Buch im A5 Format, mit Hardcover - auf diesen Coverseiten sind im Innenteil die beiden CDs befestigt, dazwischen befindet sich das 40-seitige Booklet, natuerlich ebenfalls im A5-Format. Das Booklet ist im Stil des Vorgängeralbums Auferstehung gehalten - dies trifft aber für die Musik nicht zu.
Die neuen Lieder sind alle deutlich ruhiger gehalten, aber mit mehr klassischen Orchester-Elementen. Dadurch empfinde ich das Album als deutlich stimmungsabhängiger. Die älteren Alben konnte ich mir fast bei jeder Stimmung anhören, doch hier kann diese sehr ruhige Grundstimmung schonmal dazu führen, dass ich die CD ausstelle.
Der Kontrast zu der ruhigen Musik sind die teilweise sehr schonungslosen Texte, die sich entweder um Kriegsthemen oder Beziehungsprobleme drehen.
"Abzeichen gab es auch / für den Steckschuss im Bauch / und dann noch zwei von den kleinen / für die Kugeln in den Beinen". (aus "Ein Hund, der sich hinlegt, wo er will") Solche Textzeilen wirken auch so aus dem Kontext gerissen finde ich und bedürfen keiner weiteren Beschreibung. In wie weit mehrere Kriegsthemen und Beziehungsprobleme auf einer CD zusammenpassen, muss jeder fuer sich selbst entscheiden. Ich seh die Lieder mehr einzelnen 'Kapiteln' zugehörig - aber es sind wohl alles Albträume.
Die Hörspiel-CD ist ein netter Bonus, ich persönlich mag Hörspiele nicht so gerne, aber anhören sollte man es auf jeden Fall mal. Der Sprecher berichtet von den Albträumen des Herrn Riegert, während dieser schläft. Gesprochen wurde das Hörspiel von Reinhard Schulat, einer sehr markanten, sonoren Stimme, die bereits einem früheren Hörspiel die Stimme lieh.
Alles in allem ist das Album auf jeden Fall empfehlenswert, man muss aber bereit sein, sich auf die ruhige Stimmung einzulassen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Erinnerung ist wie ein Hund, der...., 4. Dezember 2005
Rezension bezieht sich auf: Nachtmahr,Ltd.Erstauflage (Audio CD)
Dieses neue Album von Janus zu beschreiben ist schwer,
einfach deshalb, weil man sich zwingen muss, keine einfache Aneinanderreihung von Superlativen zu benutzen...
Schon rein vom Äußerlichen her ist diese CD ein Prachtstück, zwei CDs in einem Buch,
voll mit Bildern und den Texten des Albums.
Spielt man die erste CD ist man überrascht, man denkt sich "hm, Janus, aber irgendwie anders, und trotzdem 100% Janus".. und ruhig. Wie versprochen ist dies ein ruhiges, "orchestrales" Album - wer von Janus also hauptsächlich Rohrschach mochte, sollte vielleicht erst einmal probehören. Aber das soll nicht heißen, dass das Album dadurch einseitig wirkt - es ist immer noch genause "schizophren" wie alle anderen Janus Alben, der Name passt halt einfach :]
Die CD scheint "zweigeteilt", ein Teil könnte des Oberthema "Krieg" bekommen, beispielsweise mit einer Interpretation Brechts "Kinderkreuzzuges" oder einem älteren, aber neu interpretierten Janus-Stück "Grabenkrieg", und ein Teil ist einfach ruhig und auf Gefühl fixiert (noch mehr :] ), mit Stücken der ehemaligen Winterreise - EP, dem verschollen geglaubten "Nellie", aber auch neuem, wie "Sag doch was" oder "Die Ruhe selbst" - übrigens doch ein "Schrei-Moment" von Rig auf diesem Album.
Auf jedenfall keine CD zum "Nebenbei-Hören", aber wenn man sich damit beschäftigt und sich darauf einlässt einfach absolut schön.
Die zweite CD enthält, wie schon bei der Auferstehung, ein Hörbuch, diesmal "Die Alpträume des Herrn Riegert".

Alles in Allem würde ich dieses Werk absolut weiterempfehlen, es sei denn man wäre ein absoluter Gegner ruhiger, gefühlvoller, schöner Musik und auch schon so festgefahen, dass man nichts Neuem mehr eine Chance gibt. :]

Janus berühren...
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