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45 von 49 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein schwer verdaulicher, brillant konstruierter Film
Der Österreicher Michael Haneke macht Filme nicht der Unterhaltung wegen, was "Funny Games" aus dem Jahr 1997 auf eindrucksvollste Weise belegt. Die Handlung ist in wenigen Sätzen zusammenzufassen, doch was den Zuschauer letztendlich dabei erwartet, ist in keinster Weise daran abzulesen; nicht einmal ein prüfender Blick auf das beunruhigende Cover kann...
Veröffentlicht am 24. November 2008 von Media-Mania

versus
8 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Nicht lustig...
Gott ist der Film krank! Aber gleichzeitig auch mit einem unglaublichen Realismus gekennzeichnet, das es einem kalt den Rücken runterläuft.
Obwohl das vereinzelte direkte "In die Kamera sprechen", das ganze doch ein wenig ins Groteske verzerrt und damit wieder ein wenig den Schrecken nimmt.
Athmosphärisch ist der Film phänomenal und...
Veröffentlicht am 6. Juni 2009 von Natascha Wahl


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45 von 49 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein schwer verdaulicher, brillant konstruierter Film, 24. November 2008
Rezension bezieht sich auf: Funny Games (DVD)
Der Österreicher Michael Haneke macht Filme nicht der Unterhaltung wegen, was "Funny Games" aus dem Jahr 1997 auf eindrucksvollste Weise belegt. Die Handlung ist in wenigen Sätzen zusammenzufassen, doch was den Zuschauer letztendlich dabei erwartet, ist in keinster Weise daran abzulesen; nicht einmal ein prüfender Blick auf das beunruhigende Cover kann einen darauf vorbereiten, was man bald darauf auf dem Bildschirm miterleben wird. Hanekes Film ist pure Provokation, die schon beim Titel beginnt, denn "funny" ist hier sicher absolut gar nichts. Haneke will nach eigener Aussage zeigen, dass Gewalt im Film nicht konsumierbar ist, und dafür inszeniert er ein schier unerträgliches Kammerspiel des Schmerzes, das keinen kalt lässt und bis ins Innerste nachhallt. Dabei sind es interessanterweise nicht die wenigen vorhandenen Gewaltdarstellungen an sich, die derart schockieren - da hat der Horrorfan schon Schlimmeres über den Fernseher flimmern sehen. Nein, es sind die Demütigungen, die Anna und Georg ertragen müssen, die unglaubliche Sinnlosigkeit der verübten Brutalität und die Ausweglosigkeit der Situation, in die die Familie gerät. Die grandiosen Schauspieler unterstützen die unheilschwangere Atmosphäre, die Haneke aus einer Alltagssituation beschwört, und zeigen Darstellerleistungen, die das Geschehen absolut real wirken lassen. Man will diesen Leuten helfen, man kann das alles nicht mit ansehen, man will den DVD-Player aus dem Fenster werfen - und man merkt dabei gar nicht, dass man bereits Teil von Hanekes Experiment geworden ist. Das beweisen auch die direkten Ansprachen der Täter an die Zuschauer - "Haben Sie schon genug?" - und die kleinen Hoffnungsmomente, die Haneke einstreut, um Erwartungshaltungen zu hinterfragen. Im Grunde ist "Funny Games" ein Spiel mit den Sehgewohnheiten des Zuschauers, die hier gnadenlos ad absurdum geführt werden. Und dieses Spiel ist kein Krimi, kein Thriller, kein Horror- oder Splatterfilm, nicht mal ein Drama, sondern eine cineastische Gehirnerschütterung, die unsere Auffassung von Gewalt in den Medien heftig durchrüttelt, um sie zumindest für kurze, vielleicht auch für lange Zeit zu verändern. Gewalt ist nämlich, wie Haneke sagt, nicht konsumierbar - will jemand dagegen wetten?

Bild und Ton der DVD von Concorde Home Entertainment sind nicht berauschend, aber noch im grünen Bereich. Unter den Extras ist vor allem das Interview mit dem Regisseur informativ, den Rest (Trailer, Infos zur Besetzung und Medienzitate) kann man sich schenken.

Fazit: Ein schwer verdaulicher, brillant konstruierter Film - unvergessliche Anti-Unterhaltung zum Nachdenken!
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130 von 146 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ich glaube, Haneke würde sich freuen....., 29. Mai 2007
Rezension bezieht sich auf: Funny Games (DVD)
Es ist schon ein absolutes Mahnmahl für diesen Film, sich die hier vorliegenden Rezensionen durchzulesen. Ein Film, der provozieren und die Zuschauer reizen und fordern will, kann eigentlich kein besseres Feedback bekommen. Menschen, die den Datenträger zerstören, selbst Gewalt gegenüber den Protagonisten ausüben wollen und auch noch dem zentralen Strang für die Zuschauer folgen, nämlich der Hoffnung, dass es doch noch gut ausgehen soll.

Eigentlich alles, was Haneke offensichtlich versucht, mit dem Zuschauer anzustellen, scheint geglückt. Nur die zweite und dritte Ebene der Reflexion findet anscheinend nicht bei allen statt. Zu merken, wie stark man sich selbst von dem Medium hat beeinflussen und in seiner Gefühlswelt hat steuern lassen, und in einem weiteren Schritt die Inhalte des Films als satirischer Spiegel einer großen Medienlandschaft zu betrachten, scheint doch einigen Menschen schwer zu fallen.

Doch ist es dem Film anzulasten, dass er provoziert und die Menschen in zwei Lager spaltet?

Ich denke gerade hierin liegt die Stärke des Filmes.

Ohne direkte Gewaltdarstellung ist er zweifelsohne der brutalste Film, den ich kenne. Empfindsame Naturen sollten wirklich zweimal entscheiden, ob sie sich den Film anschauen wollen, und vor allem sollte er wirklich nie in die Hände von Kindern fallen.

Nichtsdestotrotz finde ich den Film großartig. Zum einen muss ich als jemand, der selber dreht, die handwerkliche Klasse in einigen Einstellungen einfach bewundern (Zum Beispiel die ellenlange Einstellung, in der die Mutter bei laufendem lauten Fernseher auf dem Sofa sitzt), ebenso wie die Leistung der Schauspieler. Zum anderen finde ich es grandios, wie sehr es Haneke schafft, mit den Zuschauern zu spielen. Gerade die hier vorliegenden Rezensionen freuen mich in diesem Zusammenhang besonders.

Ziel erreicht? Absolut!

Erschreckend nur, dass aus einer Rezension zu sprechen scheint, dass einige Menschen für diese Art der psychischen Gewalt nicht mehr empfänglich zu sein scheinen, sondern lieber seichte Psychothriller wie "Saw" sehen wollen, die allerdings mit einer deutlich gewaltbetonteren Bildsprache protzen. Worin hier wieder eine Aussage über die gesellschaftliche Entwicklung zu finden ist, sei jedem selbst überlassen.
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19 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen noch nie dagewesenes gefühl beim zusehen, 4. März 2009
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Funny Games (DVD)
ich habe mich noch nie so elend gefühlt wie beim ansehen dieses films. ich war sowieso traurig - er lief in der nacht nach mühes tod - und dann auch noch das! allein die tatsache, daß er beim publikum so unglaublich starke gefühle der hilflosigkeit, des ekels, des schauderns und vorallem des direktem miterlebens aus nächster nähe auszulösen vermag, macht diesen film zu einem noch nie dagewesenen meisterwerk! man wird zum komplizen der mörder, als einer von beiden sich direkt zur kamera dreht und den zuschauer mit blickkontakt persönlich anspricht. auch schauspielerisch brilliant und fesselnd bis zur letzten minute! natürlich finde ich sehr bedrückend was gezeigt wird - darüber kann man woanders diskutieren - aber ich finde das thema hervorragend umgesetzt!
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24 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Verstörend!, 4. Oktober 2006
Rezension bezieht sich auf: Funny Games (DVD)
Dieser Film ist sicherlich nicht zur Hintergrund-Unterhaltung geeignet!

Eine Familie macht Urlaub und wird dann von "Max und Moritz" heimgesucht. Der Film liefert keine Erklärung für das, was gezeigt wird und genau das ist der Unterschied zu sonstigen Action oder Gewaltfilmen: Auch keine vermeintliche Rechtfertigung für Gewalt wird vorgeschoben. Haneke - der Regisseur - wollte nach eigener Aussage Gewalt als das zeigen was sie sei, unkonsumierbar.

In einer der Schlüsselszenen kommt eben diese "Medienkritik" bezgl. Gewaltdarstellung auch deutlich zum Vorschein.

Sicherlich kein Film, der ständig wieder angesehen wird, aber allein wegen der Wirkung sollte man ihn als einigermaßen gefestigter Mensch doch einmal ansehen.

Wegen der deutlich (!) auftretenden Einteilung der Zuseher in Pro und Contra sollte man allerdings den Kauf eventuell "absichern", indem man sich ihn einmal ausleiht.
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38 von 45 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen was zum ...?!?, 6. Oktober 2007
Rezension bezieht sich auf: Funny Games (DVD)
jetzt ist der film knapp 10 jahre alt und endlich hab' ich es mal geschafft (aufgrund der stetigen empehlungen von sämtlichen seiten) ihn anzuschauen.
endlich? hätte ich denn, abgesehen von einem völlig verstörendem und deprimierendem psycho-schocker, etwas verpasst?
vorab muss ich erwähnen, dass ich mal wieder gänzlich unvoreingenommen an die sache rangegangen bin. ich wusste nicht, dass es sich hierbei um ein österreichisches werk handelt, ich konnte nichtmals etwas mit dem namen 'haneke' anfangen.
dass der film nichts für schwache nerven sei, wurde mehrfach angepriesen, dass der film ziemlich brutal sei, konnte ich verschiedenen rezensionen auch entnehmen. aber unter diesen voraussetzungen hab' ich mir eine art 'hostel für arme' ausgemalt. so 'funny' wie bei 'saw' konnten die 'games' vor 10 jahren noch nicht sein, und eine beklemmende psycho-terror-atmosphäre a'la 'hard candy' zu erschaffen hielt ich auch für unmöglich.
doch da lag ich wohl gaaanz weit daneben, denn was hier geboten wird, ist wirklich nicht mehr feierlich.
der aufbau des streifens wirkt tatsächlich (hier gelesen) wie eine art 'soap'. österreich, relativ unbekannte schauspieler, idylle, kranker soundtrack ... was tu ich mir hier eigentlich an? soll ich nicht lieber auf rtl schalten? da läuft wahrscheinlich was brutaleres ...
doch diese unterschwellige angst, die anna (susanne lothar) schon ziemlich zu beginn vermittelt, wirkt irgendwie ansteckend.
ich hab' keine ahnung, ob es daran liegt, dass es ein deutscher film ist, oder ob es die verdammt nochmal besten schauspieler der welt sind, denn ich habe noch nie einem film gesehen, der auch nur ansatzweise eine annähernd so verstörende atmosphäre schaffen konnte.
der 'gesellschaftskritische' hintergrund (mediengewalt) kommt im nachhinein ganz klar so rüber, wie geplant. allerdings wirklich erst im nachhinein, wenn man eine nacht drüber schlafen konnte, da man während des anschauens selber andere gedanken hat als 'ach, guck mal, das war aber wirklich ein seitenhieb an die medienwelt'. was mich allerdings schon während des anschauens überwältigte, war die umsetzung der ereignisse. die untermalung der extremen brutalität nur durch akustik und unterschwelliges gedankengut, das einem eingetrichtert wird.
ich erlaube mir jetzt einfach mal, keinerlei informationen über die story zu entblößen, da hier ja schon mehr als genug spoiler veröffentlicht wurden. aber fakt ist, dieser streifen ist trotz geschmackloser und übertriebener foltereien für die seele (oder gerade deshalb) ein wirkliches meisterwerk.
sämtliche kritikpunkte, die man überall erlesen kann, sind für mich ganz einfach ein puzzle-teil, ohne die der film nicht vollständig wäre.
wenn ich auch mal wieder nicht verstehen konnte, warum die fsk solche kinderfilme wie 'hostel2' und 'tcm - the beginning' in deutschland nur geschnitten zulässt, und dafür so einen streifen bedenkenlos zum verkauf freigibt. man muss im zeitalter des hardcore-horrors doch endlich mal 'geistig' und 'körperlich' auseinanderhalten können.
warum ich trotzdem nur 4 sterne gegeben habe? bei allem respekt, ich bin leider nicht soziopathisch genug veranlagt, als dass mich dieser film nicht belastet, und da kann ich mich einfach nicht überwinden für so etwas grausames 5 sterne zu vergeben ...
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12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Finden Sie Quentin Tarantino Filme unterhaltsam?, 25. Oktober 2009
Rezension bezieht sich auf: Funny Games (DVD)
Wer diesen Film sieht, sich ekelt, sich darüber echauffiert, was einem mit diesem Film zugemutet wird, ja, vielleicht sogar den Raum verlässt, der reagiert genauso, wie der Regisseur es erwartet.
Michael Haneke, einer der letzten Autorenfilmer unserer Zeit, möchte mit diesem Film den Zuschauer als Voyeur entlarfen. In unserer Gesellschaft sieht man ständig Gewalt in Filmen ohne sich aufzuregen, ja es wird sogar über zerplatzende Köpfe laut gelacht. Gewalt wird zur seichten Unterhaltung. Doch nicht so in diesem Fall.
Mit diesem erschreckend real wirkendem Film, soll dem Zuschauer gezeigt werden, wie abstoßend Gewalt eigentlich ist, und wie viel abstoßender noch der Spaß an der Gewalt. Die Grenzen zwischen Zuschauer und Täter verschwimmen während des Films immer mehr, man wird vor einen grausamen Spiegel geführt.
Obwohl ich diesen Film erst 2 Mal gesehen habe, denn er ist absolut keine leichte Kost, kann ich sagen, dass dieses Werk meisterhaft ist. Die schauspielerische Leistung aller Beteiligten, die Musik, der Schnitt, die Kameraführung, alles ist einfach perfekt!

Fazit:
Ein Muss für alle Cineasten, sowie für jeden, der jemals während eines Tarantinofilms gelacht hat.
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17 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ein wichtiger Film!, 19. August 2007
Rezension bezieht sich auf: Funny Games (DVD)
Es heißt, dieser Film sei nichts für "Weicheier". Nun, ich finde, dieser Film ist vor allem nichts für Menschen, die es mögen, wenn "Täter" dumm und sozial schwach sind. Sie sind auf eine Art und Weise höflich, dass einem schon fast schlecht wird. Hier ist alles bis ins kleinste Detail bedacht und während es in anderen Filmen genügt, dass die Schauspieler gut sind, braucht dieser Film unbedingt "exzellente" Darsteller. Man glaubt sowohl Susanne Lothar als auch Ulrich Mühe jede Träne, jeden Wutausbruch, jeden Zusammenbruch. Auch die stillen Aufnahmen, in denen sich minutenlang niemand bewegt, beweisen Authentizität.
Es gibt Filme, die sind Geschmackssache. Und es gibt Filme, die sind ohne jede Diskussion sensationell. "Funny Games" gehört zur zweiten Sorte. Denn der Zuschauer darf mitdenken. Das passiert nicht mehr oft in Filmen.
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15 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen ein sehr schwer verdaulicher Film, 6. Oktober 2006
Rezension bezieht sich auf: Funny Games (DVD)
"Funny Games" ist einer der Filme, die sehr sehr schwer zu bewerten sind. Der österreichische Regiesseur Michael Haneke versteht es ungemein gut Gewalt so darzustellen was sie ist. Nämlich schmerzhaft und sinnlos. Zusätzlich manipuliert er das Publikum und macht die Zuschauer des Filmes gleichzeitig zu Mittätern.

Fazit:

Funny Games ist für den Zuschauer wie ein Faustschlag ins Geschicht, von dem man sich nur schwer erholt.
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13 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen eier, milch + zucker, 19. Mai 2010
Rezension bezieht sich auf: Funny Games (DVD)
normalerweise läufts beim horrorfilm so ab: unschuldige menschen, viel gewalt, viel blut, gekreische und rumrennerei, schwingende äxte, klirrende ketten und fette handfeuerwaffen. folter, mord und totschlag, und am ende bleibt mind. einer übrig, der das glück hatte zu entkommen. zwischendurch halten wir die hand vor augen oder kuscheln uns irgendwo an. und bei den ganz großen klassikern dieses genres wird der übeltäter am ende auch noch seziert, zerstückelt, abgeknallt und sonstwie um die ecke gebracht. das ist die situation, in der wir uns als zuschauer FREUEN. na endlich, jetzt bekommt er die quittung! imma feste druff!

bei FUNNY GAMES läuft das irgendwie anders ab. um es drastisch auszudrücken: der film ist totlangweilig.
kein filmblut, keine extremitäten, keine kunstkotze, kein irrer massenmörder, keine sadistischen experimente, keine explosionen, kein feuer. nichts.
manchmal hatte ich den eindruck, der film sei in zeitlupe gedreht worden. und trotzdem waren wir alle total aus dem häuschen und konnten gar nicht fassen, was da auf dem bildschirm passierte: psychofolter der zuschauer und brutale misshandlungen auf der leinwand.
am liebsten wären wir aufgesprungen und hätten uns diese beiden "früchtchen" geschnappt und "sonstwas" mit denen angestellt. genau dieses maß an brutalität und kaltblütigkeit, was uns so in rage brachte, wollten wir selbst mit den protagonisten machen.
und dann dieses absolut hoffnungslose und schonungslose ende. kein happy end, keine genugtuung, keine rache.

und während wir den film sahen und mitgefierbert haben, wurden wir alle als widerliche voyeure entlarvt, die mit blutbädern und brutalitäten überhaupt kein problem mehr haben. HOSTEL beglückt jeden splatterfan aber die tagesschau langweilt uns. und hier bei FUNNY GAMES fiebern wir mit den opfern, aber würden sofort mit aller gewalt einschreiten. natürlich "nur um zu helfen"....

die schlimme erkenntnis: es gibt keinen grund, andere menschen zu verletzen. und es gibt auch eigetlich keinen grund, sich filme anzusehen, in denen genau das praktiziert wird. niemand will krieg. aber das ballerspiel geht grad noch durch. und keiner möchte sehen, wie einem familienmitglied irgend etwas abgehakt wird. doch der blöde nachbar oder der typ mit dem doofen glauben oder der kerl mit der falschen nase......naja, bei DEM wärs nicht so schlimm, denn der hätte es ja eigentlich verdient....

FUNNY GAMES bietet nichts "fürs auge". aber dafür umso mehr "fürs hirn".

5 sterne.
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10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Funny Games sind überall, 7. Juni 2011
Rezension bezieht sich auf: Funny Games (DVD)
Was ist der Zweck dieses Film? Ich denke: Einmal 'Funny Games' sehen und dann geheilt sein vom Vergnügen an all den 'Funny Games', die wir selbst manchmal spielen oder an denen wir als Zuschauer Gefallen finden - nicht nur im Kino.

In diesem Film sehen wir uns einerseits selbst leiden - und erleben andererseits kurzzeitig, dass wir selbst Quäler oder Komplizen der Quäler sind, wenn die Folterer uns zublinzeln. Wir spielen diese 'Funny Games' selbst mit.

Ebenso die Frage nach dem Warum: Es gibt kein Warum. Wir tun es einfach, weil wir abgestumpft und gelangweilt sind. Abgestumpft gegen Gefühle, die Gefühle anderer, das Leiden anderer. Quälen und Zusehen beim Quälen sind Unterhaltung.

Wir spielen selbst gerne 'Funny Games' im alltäglichen Leben oder unterhalten uns an den 'Funny Games' Anderer. 'Funny' für uns - demütigend für die Gequälten. Nicht nur im Kino - im alltäglichen Leben, am Arbeitsplatz. Kleine Demütigungen anderer Menschen machen uns Freude. Und die Schuld des Gequälten wird prompt mitgeliefert: "Warum sind Sie denn plötzlich so unfreundlich? Warum wollen Sie uns die Eier nicht geben?" Warum ist er auch so, wie er ist? DSDS Castings: Funny Games. Für uns. Warum demütigen Casting-Jurys Teenagermädchen? Weil es Freude macht. Warum gehen sie auch dorthin! Selber schuld. Des Opfers 'Schuld' = unser Recht auf Unterhaltung durch Demütigung.

Erst wenn wir selbst leiden, wird uns bewusst, wie weh es tut. Wir sehen die subtilen Zeichen des Schmerzes bei Anderen nicht mehr. Andere verhalten sich nur 'seltsam': Die Todesangst der Nachbarn zu Beginn wird nicht erkannt. Was haben sie denn bloß? Warum sind sie nicht die geselligen Unterhalter, die sie immer waren? Komisch! Achselzucken.

Aufmerksamkeit und Mitgefühl hätten das Böse mit gemeinsamen Kräften unschädlich gemacht. Denn das Böse kommt nicht übermächtig daher, oft ganz harmlos, grundlos, mit weißen Handschuhen, geradezu schüchtern und höflich. Die Waffe ist dann ein harmloser Golfschläger und Einschüchterung. Entfremdung von den eigenen Instinkten und unter den Menschen sind es, die dem Bösen die Macht geben, sich durch ein Loch im Zaun einzuschleichen.
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