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47 von 50 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Toller Film, starke Blu-ray
Dr. Seltsam ist, ohne Frage, einer der ganz großen Filme, sowohl von Regisseur Kubrick, als auch von Hauptdarsteller Peter Sellers. Eine starke Story, durchtränkt mit unvergleichbarem Humor, der genauso komisch wie bitter ist und einen nicht kalt läßt. Kurzum ein Film, den man nicht verpassen darf und zurecht zu den größten Meisterwerken...
Veröffentlicht am 6. Juni 2009 von hilbili

versus
11 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Kultfilm ja wahrscheinlich, aber woher dieser Enthusiasmus?
Es mag mit Blick auf die Entstehungszeit ein Meilenstein gewesen sein. Aber wie der heute noch zum "Kultfilm" hochstilisiert wird, ist für mich unverständlich. Wenn man bedenkt, das er im kältesten Krieg gedreht wurde und diesen trefflich parodierte, mag man auch anerkennend mit dem Kopf Nicken, dass das damals sicher viel Weitblick und Mut erforderte...
Veröffentlicht am 9. Dezember 2006 von Gerd


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47 von 50 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Toller Film, starke Blu-ray, 6. Juni 2009
Dr. Seltsam ist, ohne Frage, einer der ganz großen Filme, sowohl von Regisseur Kubrick, als auch von Hauptdarsteller Peter Sellers. Eine starke Story, durchtränkt mit unvergleichbarem Humor, der genauso komisch wie bitter ist und einen nicht kalt läßt. Kurzum ein Film, den man nicht verpassen darf und zurecht zu den größten Meisterwerken aller Zeiten gehört.

Die Blu-ray wird dem Film in allen Belangen gerecht. Das Bild ist schlicht und ergreifend klasse geworden und beweist einmal mehr, dass auch s/w-Filme auf BD eine Daseinsberechtigung haben. Das Bild ist mitunter knackig scharf und dabei vor allem in der Detailschärfe mehr als nur überzeugend. Der Kontrast stimmt und auch die Sauberkeit des Ganzen ist einwandfrei. Nur das Filmkorn, welches an einigen wenigen Stellen etwas zu stark ausgefallen ist, kann so manchen stören. Ansonsten aber sah Dr. Seltsam nie so gut aus, wie hier!

Beim Ton handelt es sich um den gleichen Upmix wie schon auf der DVD. Sprich wirkliche Surroundeffekte sollte man nicht erwarten, wenngleich der Subwoofer so manchesmal schon ordentlich zu tun hat. Zudem klingt alles sauber und human. Für einen Film dieser Art reicht das Ganze jedenfalls völlig aus.

Bei den Extras wurden nicht nur die höchst informativen Extras der 40th Anniversary-Version übernommen, mit dem PIP & Trivia-Track-Feature kommt hier zudem noch ein recht interessant ausgefallenes neues Extra hinzu, in dem der kalte Krieg und seine Facetten in Videoeinspielern und Gesprächen zwischen Historikern durchleuchtet wird, während der Hauptfilm läuft. Kurzum ein dickes Extra-Paket erwartet den BD-Käufer hier.

Fazit: Toller Film, gelungene Blu-ray, wass will man mehr. Das Bild wird den hohen Ansprüchen an das Medium nahezu durchgehend gerecht, der Ton klingt sauber und die Extras sind dick und informativ geschnürt. Kurzum ein Update das sich lohnt und wer den Film noch nicht im Schrank hat, braucht erst recht nicht lange überlegen. Hier heißt es ZUGREIFEN!!!

Und um den FSK-Flatschen braucht man sich auch keine Sorgen machen. Sony-typisch gibt es ein Wendecover ohne Flatschen!
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52 von 56 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Ritt auf der Bombe, 21. März 2007
Von 
Christian von Montfort (Barcelona, Katalonien) - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Dr. Seltsam oder wie ich lernte, die Bombe zu lieben [2 DVDs] (DVD)
Ein durchgeknallter General nimmt das Schicksal der Welt in die Hand und befiehlt den Atomangriff. B-52-Bomber fliegen auf Russland zu. Erst jetzt, angesichts des Ernstfalls, fällt der US-Regierung auf, dass sie durch eine unglückliche Kombination aus Sicherheits- und Notfallplänen keine Mittel zu Hand hat um den General zu stoppen. Bei den Russen wurde mit der "Weltuntergangsmaschine" (Doomsday Machine) ebenfalls ein automatischer Mechanismus für den Gegenangriff installiert. Was der Abschreckung dienen sollte, lässt sich nun nicht mehr aufhalten'.

Der Film aus dem Jahr 1964 gilt als Satire, denn anders kann man wie Kubrick feststellte den zigfachen Overkill der Erde kaum noch behandeln. Auch unterdrückte Triebe und Allmachtsphantasien kommen symbolisch immer wieder zum Ausdruck. Mit der Idee, mit 10 Frauen pro Mann für die kommenden Generationen unterirdisch leben zu müssen, können sich zum Schluss alle anfreunden. Der Zustand ist krank, und das kommt in den genial gespielten Persönlichkeiten wunderbar zum Ausdruck. Es ist ein Genuss, wie Sterling Hayden und George C. Scott die Generäle darstellen. Peter Sellers spielt gleich drei Rollen. Szene für Szene ist durchdacht und brillant umgesetzt.

Nur wenige Filme erhalten Kultstatus über viele Jahrzehnte hinweg - interessanterweise fast alle Filme von Stanley Kubrick. Kubrick ging einen Schritt weiter in die Abgründe des menschlichen Charakters hinein und hat diese so gekonnt wie kaum ein anderer erfasst.
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27 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kubrick und Peter Sellers=der beste Film der Filmgeschichte, 8. Dezember 2006
Rezension bezieht sich auf: Dr. Seltsam oder wie ich lernte, die Bombe zu lieben [2 DVDs] (DVD)
Ich bin zwar ein großer Fan von Kubricks 2001, Barry Lyndon, Uhrwerk Orange u.s.w.-doch mit Dr Seltsam schuf Kubrick einen der sozialkritischsten Film der Filmgeschichte. Peter Sellers in drei Rollen rundet das Vergnügen noch ab. Neben Vertigo der beste Film.

Doch nun zur Storry: Ein verrückter General schickt Bomber nach Russland, und entfacht damit einen beinahe Krieg, in welchem die Russen gestehen, dass sie eine kostengünstige Weltvernichtungsmaschine haben. Die Amerikaner tun natürlich alles um ihren Hals zu retten, was sie leider nicht schaffen. Der Ritt auf der Bombe, das Rote Telefon, ein Plakat auf dem "Unsere Aufgabe ist der Frieden" während draußen Krieg herrscht...all das macht den Film großartig und zeigt Kubricks Liebe zum Detail. Ausserdem beeinhaltet der Film die besten Dialoge der Filmgeschichte wie z.B.: Hallo Dimitri, Sie können im Kriegsministerium nicht Krieg spielen ...

Ein TOP KubrickFilm, der zugleich die schwärzeste Komödie und beste Satire ist.
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37 von 42 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen DER Film über den Wahnsinn des kalten Krieges, 18. Juli 2002
„Es könnt ja sein der General wird leicht verruckt,
sodass er irgendwie aufs falsche Knopferl druckt.
Dann geht am End' die ganze Welt zugrund.
Das wäre fürchterlich, denn was macht dann mein Hund" *g*
General Ripper hält die ständige Bedrohung durch die Kommunisten nicht mehr aus und befiehlt seinem B-52 Geschwader Ziele in der Sowjetunion mit Atombomben anzugreifen.
Der General weiß das die USA mit allem zuschlagen werden was sie haben, wenn es ihnen nicht gelingt die Bomber zurückzurufen, denn sonst würden sie ja vom sowjetischen Gegenschlag vernichtet....
Wie man über die Vernichtung der Menschheit eine Komödie schreiben kann mag vielleicht schwer vorstellbar sein, aber schließlich ist nicht die Apokalypse das lustige am Film, sondern wie die Militärs und Regierungsmitglieder darauf reagieren. Denn die Charaktere sind fast so grotesk wie in „Die letzten Tage der Menschheit" von Karl Kraus.
Z.B. Der Präsident am roten Telefon, „He...Hello? Dimitri?" :))),
oder General Thurginson, der eine Mappe mit der Aufschrift „World Targets in Megadeath" trägt. 1 „Megatoter" sind 1 Million Tote....Praktisch, dann stehen nicht so viele Nullen hinter der Anzahl der Toten ^^ .
Übrigens wurde im Kalten Krieg tatsächlich von „Megatoten" gesprochen.
Oder der deutsche Nazi-Wissenschaftler Dr. Strangelove, der schon im 3.Reich mit Massenmord sein Geld verdiente, und der nun in der USA wieder in seinem Element ist...
Er spricht den Präsidenten mit „Mein Führer" an, und seine rechte Hand hat noch immer die gleichen Reflexe.
Besonders beeindruckend ist die schauspielerische Leistung von Peter Sellers. Er spielt im Film gleich 3 wichtige Rollen. Diese spielt er so überzeugend, das es mir erst aufgefallen ist als es im Making-Of erwähnt wurde.
Falls sie glauben der Film wäre übertreiben, habe ich noch 2 Zitate für sie, eines stammt aus dem Film, das andere von einem echten Politiker:
"My fellow Americans, I'm pleased to tell you that I have signed legislation that will outlaw Russia forever, we'll beginn bombing in 5 minutes."
„I can no longer sit back and allow communist infiltration, communist indoctrination, communist subversion, and the international communist conspiracy, to sap and impurify all of our precious bodily fluids."
Alle die den Film gesehen haben wissen wohl dass das 2. Zitat aus dem Film stammt.
Aber von wem kommt wohl das 1. Zitat? Von Präsident Ronald Reagan, und zwar aus der Zeit als er noch Präsident war (kein Witz!)
Die Realität ist schlimmer als jede Satire... :)
Zur DVD selbst: Die Filmqualität ist gut und als Bonus gibt's den Original Kino-Trailer und ein interessantes Making-Of.
Wussten sie z.B. das Ronald Reagan gleich nach seiner Angelobung als Präsident den „War Room" im Pentagon sehen wollte? Als ihm ein Offizier sagte das es so einen Raum nicht gäbe meinte Reagan: „Aber den hab ich doch in Dr. Strangelove gesehen".
Das ist nur eines der vielen interessanten Dinge über die Schauspieler und andere mitwirkende im Making-Of plaudern.
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18 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gebrauchsanweisung für Anfänger in der sorgenfreien Liebe zu Atomwaffen, 4. Juni 2009
Endlich gibt es diesen großartigen Film auch auf Blu-ray. Zwar muss man diesen Klassiker der Satire nun nicht unbedingt als Blu-ray-Version besitzen, doch wer auf umfangreiche Extras steht, der kommt hier voll auf seine Kosten. Trailer, Making of, Interviews mit Sellers und Kubrick sowie zahlreiche weitere Features runden diese Box ab.

Zudem ist dieser Film einfach zeitlos genial. Auch wenn er inzwischen 45 Jahre auf dem Buckel hat, ist und bleibt er nach wie vor schlicht die beste Satire aller Zeiten. Der geniale Stanley Kubrick setzt insbesondere den unsterblichen Peter Sellers - in Dreifachrolle als britischer Austauschoffizier, amerikanischer Präsident und deutscher Wissenschaftler Dr. Seltsam (Strangelove) - gekonnt in Szene. Dabei zeigt Kubricks Atomkriegs-Satire die politischen und militärischen Umtriebe rund um den Atomkrieg als Pandämonium des Irrsinns. Das Ganze geschieht im Schatten der Kuba-Krise und das angebliche "Gleichgewicht des Schreckens" wird als labiles Konstrukt entlarvt.

So bin ich einfach nur froh, dass dieser Pflichtkauf, der in keiner Sammlung fehlen darf, endlich auf Blu-ray vorliegt. Denn der Film ist zum einen zeitlos witzig und zum anderen ist er ein wichtiges Dokument aus dem Zeitalter des Kalten Kriegs und der atomaren Abschreckung.

Volle 5 Sterne für Dr. Seltsam!
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29 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Welt am Rande eines Atomkrieges - Stanley Kubrick nimmt's mit Humor!, 14. März 2007
Von 
Michael Krautschneider "Filmfan & Musikliebhaber" (Scheiblingkirchen, Niederösterreich) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Dr. Seltsam oder wie ich lernte, die Bombe zu lieben [2 DVDs] (DVD)
Es war der erste große Auftritt Stanley Kubricks als Filmemacher (und Drehbuchautor).

Der Erfolg sollte ihm Recht geben. "Dr. Seltsam" staubte 1963 gleich 3 Oscars ab!

Wenn man sich den Film ansieht, weiß man auch warum:

Ein hervorragender Peter Sellers (der in Personalunion gleich 3 Rollen auf einmal übernimmt) führt uns den Wahnsinn der militärischen Aufrüstung und des systematischen Wetteiferns vor Augen.

Ein General, der davon besessen ist, dass die Russen mit einer mörderischen Intrige die Vereinigten Staaten von Amerika auszulöschen versuchen, befiehlt einen atomaren Angriff auf die Sowjetunion.

Schon bald stellt sich heraus, dass dieser Befehl völlig grundlos gegeben wurde, woraufhin im Pentagon die Hölle los ist (die Zivilbevölkerung weiß von nichts)!

Mit allen Mitteln versuchen renommierte US-Generäle sowie der Präsident der Vereinigten Staaten, Kontakt zu den Sowjets aufzunehmen und das Schlimmste zu verhindern (unvergesslich: das Telefongespräch zwischen den beiden unbeholfenen Staatschefs der Supermächte).

Tatsächlich scheint sich zum Ende hin alles zum Guten zu wenden, doch da ist noch ein Flugzeug, voller braver, pflichtbewusster amerikanischer Soldaten, das den Rückholbefehl nicht empfangen hat...

Das sich ein solches Szenario tatsächlich hätte ereignen können, erscheint aus heutiger Sicht etwas befremdend, sehen wir uns gegenwärtig ja nicht (direkt) mit dem Ost-West-Konflikt (so wie im Kalten Krieg) konfrontiert.

Trotzdem hat Mr. Kubrick den Nagel absolut auf dem Kopf getroffen. Wahrscheinlich zeigt "Dr. Seltsam" viel mehr Realität, als den meisten lieb ist.

Der Film (der übrigens Schwarzweiß ist) bezieht seine Klasse aus einzelnen Dialogen sowie aus der Zur-Schau-Stellung mehrerer "Welten" (die durch Atmosphäre, Musik und Räumlichkeiten zusätzlich verstärkt bzw. "differenziert" werden):

- zum Einen sind da die Piloten, die nichts anderes im Sinn haben, als ihrem Land zu

dienen und die nicht ahnen können, dass sie im Begriff sind einen Befehl auszuführen, der von einem Wahnsinnigen stammt (wobei: jeder, der diesen Befehl gegeben hätte/gibt müsste wohl als "wahnsinnig" bezeichnet werden!).

- Schließlich die militärische Führung, die der atomaren Auseinandersetzung gar nicht

so sehr abgeneigt scheint und die scheinbar über mehr Macht verfügt als ihr Vorgesetzter, der Präsident.

- Weiters: Die beiden Staatsoberhäupter, die nicht mehr als austauschbare Marionetten

zu sein scheinen. Sie haben bestimmt nichts Böses im Sinn, doch sie ahnen nicht, wie abhängig sie von ihren Untergebenen sind.

- Letztlich ist da noch dieser dubiose (Ex-)Nazi-Wissenschaftler, Dr. Seltsam (u. a. von Sellers gespielt), der gegen Ende des Films seinen großen Auftritt hat, als er vorschlägt, im Falle eines atomaren Gegenschlags, eine Rasse von Supermenschen im Bunker des Pentagon heranzuziehen, um für das Weiterbestehen der Menschheit (nach Ablauf der radioaktiven Halbwertszeit) zu sorgen. (Anm.: Die Idee mit den gesunden, kräftigen, schönen Menschen ist wohl aktueller denn je, denkt man beispielsweise an diverse Krankenkassendiskussionen!).

Sehr gelungen ist, neben den vielen anderen Dingen, vor allem auch das Ende des Films:

Während im Hintergrund eine fröhliche, unbeschwerte Musik spielt, sieht man Bilder mehrere explodierender Atombomben in Folge. Typisch Stanley Kubrick!

Fazit: Man kann herzhaft lachen, man kann aber auch bitterlich weinen.

Lassen wir nicht zu, dass die Staatschefs dieser Welt über unsere Köpfe hinwegentscheiden!

Absolut gelungen, nur manchmal etwas langweilig.

(Weiters toll: Extra-DVD mit Interviews und entfallenen Szenen!)
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15 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Mein Führer! I can WALK!", 28. Dezember 2004
Von 
robotgeorgie "robotgeorgie" (Wien) - Alle meine Rezensionen ansehen
(#1 HALL OF FAME REZENSENT)   
"Dr. Seltsam" ist eine exzellent inszenierte, rabenschwarze Komödie, bei einem das Lachen sprichwörtlich im Halse stecken bleiben wird. Nicht umsonst ist der Film längst Kult geworden und war Thema dutzender filmwissenschaftlicher Abhandlungen. Regie-Gott Stanley Kubrick schuf ein Werk, das vor Sarkasmus und Zynismus nur so trieft, in dem die in Wirklichkeit Hilflosigkeit und Lächerlichkeit des Systems, des Milliärs, von Machthabern geradezu triumphalisch enttarnt wird. Kein Wunder, daß der Film bei seinem Erscheinen 1963 für einen handfesten Skandal sorgte, wurde doch die während des kalten Krieges ständig existente Möglichkeit einer millitärischen Eskalation - eines Atomkrieges - wie selten zuvor schonungslos und radikal heraufbeschworen. Peter Sellers spielt etwa herrlich in gleich drei Rollen - es versteht sich fast von selbst, daß man diesen Film in der englischen OV genießen sollte. Allein die Szene am "roten Telefon" ist dermaßen göttlich, daß man sie in Worten hier nicht wiedergeben kann ;-).
"Dr. Seltsam" ist ein perfekt in schwarz-weiß fotografiertes Stück Kino, dabei griff Stanley Kubrick zu völlig neuen Stilmitteln, etwa variiert das Bildformat ganz bewußt zwischen 1:1,33 und 1:1,66, leider wurde dies - auch in der aktuellen Neuauflage - nur unbefriedigend auf DVD transferiert (mancher lernen es offenbar nie...?).
Recht witzig sind die Credits zu Beginn des Films: Ihr Stil findet sich 1:1 in Barry Sonnenfeld's "Men in Black II" wieder, der "Dr. Seltsam" immer wieder als seinen persönlichen Lieblingsfilm bezeichnet hat.
Die DVD bietet ein angenehm ruhiges Bild (vom Formatfehler mal abgesehen) und wurde sehr gut abgetastet. Der gesamte Kontrsatumfang des schwarz-weiß Materials kommt voll zum tragen und gibt dem Film seine ganz besondere visuelle Note, was auf sorgfältige Restaurierung schließen läßt. Als Bonus finden sich auf der zweiten Disc ein ausführliches "Making of...", ein Press-Kit sowie den Kino-Trailer. Der vorliegenden '40th Anniversary Limited Edition' wurde zudem ein schmuckes Booklet spendiert, das großartige Artwork macht dieses 2 DVD-Set zu einem echten Sammlerstück!
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Dr. Seltsam" seltsamerweise bis heute frisch, 1. Januar 2004
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
+++++++
Welche Begeisterung mag ein Schwarzweiß-Film von 1964 heute noch erzeugen, oder in welchem Maß wäre dieser Out-of-Date? Betrachtet man die Filmtechnik, mit größter Wahrscheinlichkeit; schaut man auf den Inhalt, vielleicht. "Dr. Seltsam" (engl. Titel: Dr. Strangelove) hat hierbei nicht im Mindesten Staub angesetzt - zur Erinnerung: Mit welchen Zielen wurden die letzten Kriege dieser Welt geführt? Kann man zu diesem Thema überhaupt eine Satire drehen? Wenn man es richtig macht, ja, dann kristallisieren sich die wesentlichen Aussagen nur um so deutlicher heraus. Aktuell? Aber ja, man müßte nur wenige Dinge anders benennen, und schon paßt es auf das uns umgebende Heute. "Dr. Seltsam oder wie ich lernte die Bombe zu lieben" ist als Referenzstreifen in diesem Genre zu bewerten.
DVD: Glücklicherweise enthält diese Scheibe neben der englischen Sprachfassung auch die entsprechenden Untertitel. Schön auch das Making-of (46min) mit Hinweisen dazu, wie "Dr. Strangelove" erst zum späteren Zeitpunkt der Entwicklung als Satire aufgebaut wurde, Kubrick keine Unterstützung der US Air Force hatte (aber trotzdem ein recht getreues Cockpit der B52 aufbaute) und welches die vierte Rolle war, die Peter Sellers noch spielen sollte.
+++++++
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13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen sarkasmus pur - oder wie der weltuntergang spass macht, 18. November 2004
dieser film gehört schon rein thematisch zum düstersten, was es eigentlich gibt. es geht um nicht mehr und nicht weniger als die nukleare zerstörung der welt - aber dies ist kein grund, sich nicht den ganzen film hindurch köstlichst zu amüsieren. der überaus intelligente plot führt direkt - unterwegs angereichert mit wunderbaren filmischen details - ins absolute verderben der menschheit, welches man lächelnd zur kenntnis nimmt.
inhaltlich beginnt der film mit einem anruf beim kommandanten der strategischen bomberflotte, welcher besagt, dass ein stützpunktkommandant auf eigene faust den nuklearen erstschlag gegen die sowjetunion angeordnet hat. im führungsbunker des präsidenten wird dann erörtert, ob man mit allen mitteln nachdoppeln möchte um der zerstörung der gegenseite zu entgehen, oder ob es andere wege gibt. der präsident sucht das gespräch mit den sowjets und tätigt verschiedene vertrauensbildende massnahmen, um den frieden zu retten. die sache würde auch ein gutes ende finden, hätten die sowjets nicht eine weltuntergangsmaschine gebaut, welche alles leben zerstört, wenn eine einzige atombombe auf sowjet-gebiet explodiert. trotz allen bemühungen gelingt es nicht, eine letzte maschine zurückzurufen oder abzuschiessen, wodurch das unglück seinen lauf nimmt. dies ist aber nur ein randproblem für die führungsriege - denn die überlegen schon, wie sie nach hundert jahren nuklearem winter wieder die obermacht gewinnen können.
die geschichte spielt an drei orten - dem bomberstützpunkt, dem führungsbunker des präsidenten sowie in jenem bomber, welcher dann die verhängnisvolle fracht abwirft. an jedem ort sind skurrile personen anzutreffen und die kalte kriegslogik wird mit viel liebe zum detail und zynismus blossgestellt (zb: das motto der strategische bomberstreitkräfte ist 'peace is our profession'): der stützpunktkommandant hat den erstschlag aus gründen seiner persönlichen paranoia angeordnet ('die bewahrung der reinheit der säfte'); der oberkommandierende der bomberstreitkräfte würde sofort und ohne kritische reflexion handeln wollen ('bei einem sofortigen schlag kämen wir mit annehmbaren verlusten von 25 millionen davon'); der präsident ist wohlwollend, aber trotzdem schwächlich in der strategischen hackordnung und bei seinen gesprächen mit dem generalsekretär der sowjets geradezu putzig ('es kann mir etwas genauso leid tun wie ihnen'); der kommandant des entscheidenden bombers ist nichts anderes als ein cowboy mit 40 megatonnen bombenlast ('ich flieg doch nicht so weit und schmeiss das ding dann in den bach'); und der seltsame wissenschaftler fundiert das ganze mit den notwendigen morbiden theorien ('die auswahl der überlebenden wird ein riesiges elektronen-gehirn vornehmen').
in dieser ansammlung von schrägen charakteren spielt peter selles deren drei (ursprünlich waren vier geplant, aber er konnte einer verletzung wegen den bomberkommandanten nicht spielen). wunderbar ist im übrigen auch die namensgebung der personen (zb. colonel 'bat' guano = oberst fledermaus-exkrement) und wie erwähnt die vielen details, wie das überlebenspaket mit allem, was manN wirklich braucht!
der film wurde 1964 abgedreht, also lediglich zwei jahre nach der kuba-krise, auf welche hier klar abgezielt wurde. die charaktere sind teilweise angelehnt (bspw. an curtis lemay, den kommandant der strategischen bomberflotte; dr. seltsam an die verschiedenen 'deutsch'-stämmigen berater wie edward teller, john von neumann, herman kahn und wernher von braun) und andere eher an die archetypen in diesem umfeld. die rollen sind in ihrer absurdität sehr gut herausgearbeitet, insbesondere durch den wunderbaren wortwitz, welcher die dialoge kennzeichnet. nicht zuletzt die rigidität des denkens der akteure bringen einen grossteil des triefenden sarkasmus in den film hinein.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "...darum trinkt der Iwan nur Wodka!", 20. Februar 2008
Rezension bezieht sich auf: Dr. Seltsam oder wie ich lernte, die Bombe zu lieben [2 DVDs] (DVD)
Dieser Film stellt ein fantastisches Zeitdokument in Bezug auf die Ängste der Menschheit während des "Kalten Krieges" dar und weiß durch seine absurd-grotesken Situationen zu überzeugen.

Ich habe den Film mit einem Komilitonen angesehen und wir haben stellenweise lauthals lachen müssen. Kubrick verstand es seinerzeit die
gegenseitigen Ängste der Supermächte auf den Punkt zu bringen, Schwachstellen im atomaren Verteidigungscorpus auf zu spüren und mit spitzfindigem Humor sowohl sowjetische als auch amerikanische Klischees auf zu greifen und gnadenlos immer wieder pointiert auf die Spitze zu treiben.

Da entsteht ein bunter Reigen zwischen dem US-Bomberpiloten, der sich bei der Ausrufung des Ernstfalls erst einmal den Cowboyhut aufsetzt, dem kriegsgeilen General, der von einer amerikanischen "Weltvernichtungsmaschiene" träumt oder dem durchgedrehten Base-Commander, der erklärt, dass die Sowjets die US-Trinkwasseranlagen mit Flour versetzt haben, um Amerika zu schwächen (was in den 60ern tatsächlich eine breite Gruppe von Amerikanern glaubte!).

Jeder der im Meer der üblichen 08/15-Komödien etwas außergewöhnliches sucht, sich von schwarz-weiß und stellenweise knisternedem Ton nicht stören lässt und etwas für die Thematik des Kalten Krieges übrig hat, kann bei diesem Meisterwerk Kubricks mit gutem Gewissen zugreifen.
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