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31 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wieder ein Teil im Coltrane Puzzle..., 9. Dezember 2005
Rezension bezieht sich auf: One Down, One Up: Live At The Half Note (Audio CD)
Nach „Thelonious Monk Quartet with John Coltrane at Carnegie Hall" (1957 / 2005) liegt mit diesen Radio Aufnahmen des John Coltrane Quartets ein weiteres Livedokument auf klangtechnisch und musikalisch hohem Niveau vor.
Im letzten Jahr des „klassischen" John Coltrane Quartets (Coltrane, ts, ss; Tyner, p; Garrison, b; Jones, d) bot die intime Atmosphäre des New Yorker „Half Note" Clubs den Musikern die Möglichkeit zu langen Improvisationen und konzentrierten Interaktionen im Zusammenspiel.
Die Radio Mitschnitte dauern jeweils eine knappe Dreiviertelstunde und entstanden im März und Mai 1965, also in der Phase zwischen den bekannten „A Love Supreme" und „Ascension" Aufnahmen. Das Radioformat gibt den Rahmen vor, die Anmoderationen sind belassen worden und leider wird zum Ende jeder Sendung das laufende Stück abmoderiert und ausgeblendet.
„One Down, One Up" ist sicherlich der zentrale Titel dieser Veröffentlichung. Fast dreißig Minuten lang lotet Coltrane alle Facetten des Tenorsaxophons aus. Nach etwa einem Drittel des Stücks setzt das Klavier und dann auch der Baß aus. Auf den ebenso feinfühligen wie energiegeladenen Rhythmen von Elvin Jones kann Coltrane sich harmonisch noch freier bewegen und entwickelt sein unbeschreiblich intensives Solospiel weiter (s.a. „Chasing The Train" auf „Live at the Village Vanguard"). Laut dem sehr informativen Booklet kursierte die Aufnahme lange als Bootleg unter Musikern und gilt als eine der besten Coltrane Improvisationen überhaupt.
„Afro Blue": Nach kurzer Themenvorstellung folgt ein brilliantes Tyner Solo, wunderbar von Baß und Schlagzeug begleitet. Coltrane übernimmt dann auf dem Sopransaxophon, wird nach einigen Minuten aber Opfer des Radioformats.
„Song of Praise" ist mit 20 Minuten Spielzeit doppelt so lang wie die Studioversion, auf das Baß Intro wird hier verzichtet. Der ursprünglich eher meditative Charakter des Titels weicht hier einer Stimmung, die dem „hymnischen" Spiel von „A Love Supreme" nahe kommt. Nach einem wunderschönen Coltrane Solo übernimmt McCoy Tyner. Sein spannendes Spiel wird zunehmend von Elvin Jones nach vorne getrieben. Nachdem es scheinbar etwas entspannter wird, übernimmt Coltrane mit einem energiegeladenem Tenorsolo. Hier gibt es dann auch freiere Elemente. Mein persönlicher Favorit.
„My Favorite Things" beginnt konventionell mit Thema - Improvisation - Thema auf dem Sopransaxophon. Es folgt ein langes Piano Solo. Tyner spielt sehr facettenreich, bleibt aber im tonalen (modalen) Rahmen. Das anschließende Sopran Solo ist sehr intensiv und energiegeladen. Leider ist an dieser Stelle die Radiozeit beendet und das Stück wird ausgeblendet!
(Deshalb nur 4 Sterne).
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26 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Heizen ohne Öl, 29. November 2005
Von 
Heinz Abler "habler" (Winterthur, Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: One Down, One Up: Live At The Half Note (Audio CD)
Bei den vorliegenden Aufnahmen handelt es sich um Radiomitschnitte, die im März und Mai 1965 im Half Note Café NYC aufgezeichnet wurden, was schon mal zur schlechten Nachricht führt: Bei gewissen Stücken wird vorzeitig ausgeblendet, statt dessen kommt man in den überflüssigen Genuss der Ansagen des „Master of Ceremonies“ Alan Grant, die keinerlei nützliche Informationen enthalten und leicht hätten weggeschnitten werden können.
Ansonsten gibt’s dann nur noch Ausserordentliches, für das 5 Sterne vergleichsweise bei weitem nicht reichen. Das „alte“ Coltrane Quartet mit John Coltrane ts,ss, McCoy Tyner p, Jimmy Garrison b und Elvin Jones dm war in der Endphase seines Bestehens und gleichzeitig auf dem Höhepunkt seines Potentials. Die Stücke, kaum mehr unter einer halben Stunde Länge (4 verteilt auf 2 CD’s), sind einerseits die bekannten „Afro Blue“ und „My Favourite Things“ sowie die weniger geläufigen „One Down, One Up“ und „Song of Praise“, welch letzteres auf die Spiritualität Coltranes verweist, die sich schon im wenige Monate zuvor aufgenommenen „Love Supreme“ niederschlug. Die Kleinstbühne des Half Note, welche dem Quartet kaum genügend Platz bot war die Plattform extensiver und exzessiver Improvisationsritte durch teilweise unbekanntes Land, getrieben von einer unheimlich anmutenden Energie in der Gestalt des Schlagzeugers Elvin Jones, der zuweilen noch der letzte Weggefährte auf Coltranes Reise war (One Down, One Up). Erstaunlich sind die Beiträge des Pianisten McCoy Tyner, der in „Afro Blue“ förmlich zu explodieren scheint und den man kaum jemals so gehört hat. Bassist Jimmy Garrison trägt das Ganze mit seinem satten Ton und führt souverän duch die Coltraneschen Kaskaden. Diese fallen ab und zu der beschränkten Sendezeit zum Opfer und werden schnöde abgewürgt. Die Tonqualität ist verblüffend gut, man spürt den Raum , wenngleich das Schlagzeug etwas stark zurückgesetzt und stumpf wirkt.
Soll also die gute Stube in kalter Winterzeit ohne übermässigen Verbrauch von teurem Öl aufgeheizt werden, lege man diese Scheibe ein.
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