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39 von 43 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein göttlicher Al Pacino gibt einen tragischen Shylock
Inhalt:
Um für seinen Freund Bassanio (Joseph Fiennes) eine aufwendige Brautwerbung finanzieren zu können, nimmt der Kaufmann Antonio (Jeremy Irons) einen Kredit bei dem jüdischen Geldverleiher Shylock (Al Pacino) auf. Dieser verlangt aber keinen Zins sondern, für den Fall dass Antonio die Schuld nicht rechtzeitig bezahlt, ein Pfund von Antonios...
Veröffentlicht am 14. März 2007 von Woodstock

versus
0 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Schön, aber anstrengend...
Der Kaufmann von Venedig ist ein Film, der sich gut zum Philosophieren und Nachdenken eignet. Die Sprache ist schön, jedoch auch sehr anspruchsvoll, nicht unbedingt was für den gemütlichen Abend vor dem Fernseher, wo man sich einfach so berieseln lässt ;)
Vor 13 Monaten von Esther veröffentlicht


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39 von 43 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein göttlicher Al Pacino gibt einen tragischen Shylock, 14. März 2007
Rezension bezieht sich auf: Der Kaufmann von Venedig (DVD)
Inhalt:
Um für seinen Freund Bassanio (Joseph Fiennes) eine aufwendige Brautwerbung finanzieren zu können, nimmt der Kaufmann Antonio (Jeremy Irons) einen Kredit bei dem jüdischen Geldverleiher Shylock (Al Pacino) auf. Dieser verlangt aber keinen Zins sondern, für den Fall dass Antonio die Schuld nicht rechtzeitig bezahlt, ein Pfund von Antonios Fleisch.
Shylock, der zeit Lebens unter den Repressalien seiner christlichen Mitbürger zu leiden hatte, ist voller Groll, denn nun ist auch seine einzige Tochter mit einem christlichen Liebhaber durchgebrannt.
Als dann Antonio die Nachricht erhält, dass alle seine Schiffe gesunken sind und er die Schuld nicht zurück zahlen kann, scheint Shylock endlich zu seinem Recht und seiner Rache zu kommen. Aber da gibt es noch die kluge Portia, frisch vermählt mit Bassanio, die dem Geschehen eine andere Wendung gibt.

Bewertung:
Al Pacino wurde hier schon viel gelobt, und dieses Lob hat er tausendfach verdient! Man kann es gar nicht oft genug betonen, dass er allein dieses Shakespearestück zu einem atemberaubenden Filmerlebnis macht. Er charakterisiert Shylock auf sensible und überzeugende Weise, lässt den Zuschauer spüren wie verhärmt und unversöhnlich der alte Mann ist und wie tragisch und bedauernswert doch sein Schicksal. Al Pacino ist in jedem Moment der 126 Minuten der Meister dieses Filmes und Shylock Dank ihm der wahre "Held" des Stücks.
Man mag Jeremy Irons vorwerfen, dass er die Rolle des Antonio nicht in ihrer ganzen Bandbreite ausgeschöpft habe und gewiss hat man auch Joseph Fiennes schon inbrünstiger spielen sehen, aber vielleicht liegt die vermeintliche Blässe dieser beiden großen Darsteller auch nur daran, dass ein leidenschaftlicher, überragender Al Pacino als Shylock sie alle überstrahlt.

Als Kostümfilm wurde der Film im realen Venedig gedreht und Regisseur und Drehbuchautor Michael Radford hat dem venezianischen Ambiente einen recht düsteren Charme verliehen. Im Gegensatz zum bunten und freundlichen Belmont, wo Bassanio um Portia (Lynn Collins) freit, wirkt die Serenissima geradezu morbide. Auch hat Radford (bewusst?) auf einige Facetten des Shakespeare-Originals verzichtet, die Vielschichtigkeit der shakespeareschen Hauptfiguren kommt nur bei Shylock zum Vorschein, die anderen Helden bleiben eindimensional.
Schade drum, aber kein Grund um Sterne abzuziehen, denn Al Pacino hat alleine schon 100 Sterne verdient.
Und einen extra Stern gibt es von mir für das wunderbare Shakespeare Englisch (auch die deutsche Synchronisation ist ausgezeichnet), das gekonnt gesprochen, dennoch gut verständlich ist und für mein Ohr eine wahre Orgie darstellte ;-).

DVD:
Typ 9, 16:9 Widescreen, 2.35:1, Laufzeit 126 Minuten, Deutsch, Englisch, Untertitel: Deutsch, Englisch, Türkisch, Dolby Digital 5.1
Bonusmaterial: Kommetnare: Michale Radford und Lynn Collins, Making of, verschiedene Trailer.
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13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Atemberaubend, kontrovers, poetisch, 5. Juli 2007
Rezension bezieht sich auf: Der Kaufmann von Venedig (DVD)
Dieser Film ist ein atemberaubendes, künstlerisches Erzeugnis. Da wäre an erster Stelle die überaus kontroverse und ungewöhnliche Thematik, welche der Film beinhaltet. ein allseits verschmähter Jude fordert nach einer Bürgschaft sein Recht in Form eines ihm zustehenden Pfandes ein, wie es nicht seltsamer sein könnte. Die Liebe zu einer Frau ist die Ursache dieses Missstandes. Mehr will ich an dieser Stelle auch nicht verraten. Kombinationstechnisch präsentiert er sich als eine gekonnte Verschmelzung von tragisch-komödischen Elementen. Einige sehr überraschende Wendungen im Gefüge der Ereignisse machen den Film durchweg zu einer wahren Achterbahnfahrt der Leidenschaften und Gefühle. Die schauspielerischen Leistungen sind permanent äusserst bestechend und virtuos, es wird hingebungsvoll interpretiert, die Besetzung wurde ausserordentlich treffend gewählt. Atmosphärisch legt dieser Film aber noch einen drauf. Das berauschende Kostümdesign trägt viel zur Authentizität, aber auch zur atmosphärischen Dichte des Filmes bei. Wunderschöne Schauplätze und Kulissen sorgen für ein ungemein stimmiges Gesamtbild. Wenn hier im Hintergrund erst noch die traumhafte Musikuntermalung erklingt, kann man sich einfach nicht mehr halten. Die allgemein hochklassige Bildqualität unterstreicht die sinnliche Ästhetik des Streifens noch etwas weiter. Zu all dem wird in einer unglaublich schönen, poetischen, dichterischen Sprache miteinander gesprochen. Manchmal erscheint es dem Zuschauer wie ein Rätsel, das er erst noch entziffern muss. Wer aber etwas Fantasie mitbringt, wird hier keine grosse Mühe im Verständnis haben.

Fazit: Ein hochwertiges, künstlerisches Filmwerk. Selten etwas Derartiges gesehen.
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60 von 70 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bewegend, genial, 20. November 2005
Rezension bezieht sich auf: Der Kaufmann von Venedig (DVD)
In Shakespeares Drama wird mehrfach davon gesprochen, dass der Jude Shylock von den Christen angespuckt wird. Was für einen Unterschied es ausmacht, wenn man das in der Verfilmung tatsächlich sieht - wie die guten Christen dem alten Mann ins Gesicht spucken. Man sieht es gleich in der Eröffnungssequenz des Films, man sieht es während des Films, und man sieht es wieder am Ende während der Gerichtsverhandlung. Am Verhalten der Christen hat sich nichts geändert; nur haben sie jetzt endlich eine Rechtfertigung für ihr Verhalten. Von Anfang an haben sie Shylock gedemütigt und ihn als Hund beschimpft; endlich verhält er sich wie einer.
Beim Lesen des Dramas ist es mir noch nie so klar geworden wie bei dem Film, dass die abschließende Gerichtsverhandlung in mehr als einer Hinsicht eine Falle ist, in die Shylock tappt. Man bereitet eine Situation vor, in der der Jude als bösartiges Hassobjekt überhaupt erst erzeugt wird. Durch Al Pacinos herausragendes Spiel, aber auch durch kluge Regieentscheidungen fängt man wirklich zu zweifeln an, ob Shylock tatsächlich von Anfang an die Absicht hatte, von seinem Anspruch auf Antonios Fleisch Gebrauch zu machen. Vielleicht fasst er den Entschluss erst, als er von Jessica verraten worden ist und verzweifelt und einsam in seinem Haus zusammensinkt.
Der Film schafft etwas ganz Außergewöhnliches: er verwandelt das Stück von einer schadenfrohen Verlach-Komödie in die Tragödie Shylocks, der sich von seinem Schmerz und seiner Rachlust hinreißen lässt.
Interessant allerdings, dass dies nur auf der Ebene der Haupthandlung geschieht. - In der Nebenhandlung um den primitiv und selbstgefällig von seinen sexuellen Erfolgen prahlenden Prinzen von Marokko, in dem einem das Fremde in Gestalt eines Krummsäbel tragenden schwarzen Moslems erscheint, haben die Filmemacher offenbar kein Problem damit, die Karikatur des kulturell Anderen der Lächerlichkeit preiszugeben ...
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25 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen TOLL!, 9. September 2005
Rezension bezieht sich auf: Der Kaufmann von Venedig (DVD)
Ein wirklich großartiger Film. Shakespeare wie es spannender und atmosphärischer nicht geht.
Al Pacino spielt den verbitterten Geldgeber Shylock so meisterlich, dass es einem Schauer über den Rücken treobt.
Jeremy Irons hatte sich lange Zeit vom Film distanziert. Hier zeigt er, dass er es noch kann. Und wie! Man spürt förmlich die Verzweiflung aber auch die Arroganz des Kaufmanns Antonio am eigenen Leib.
Die anderen Schauspieler ebenfalls alle sehr gut.
Eine intelligente Regie, tolle Bilder und eine wunderschöne Musik machen diesen Film auch für Theater- und Shakespearehasser unvergesslich.
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10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Filmkunst in Vollendung, 3. September 2007
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Kaufmann von Venedig (DVD)
In den letzten Jahren gab es eine ganze Reihe von Shakespeare-Verfilmungen, die auch erfolgreich im Kino liefen, darunter ROMEO UND JULIA von Buz Luhrmann, mit Claire Dannes und Leonardo DiCaprio, RICHARD III mit Sir Ian McKellen in der Titelrolle, und natürlich HAMLET, HENRY V und VIEL LÄRM UM NICHTS, von und mit Kenneth Brannagh, um nur einige Beispiele zu nennen. Eine der jüngsten Adaptionen nahm sich des vielleicht kontroversesten Werkes des weltberühmten Dichters an.

Ich gebe zu, dass ich DER KAUFMANN VON VENEDIG nie gelesen habe, sondern lediglich in der Filmversion von Michael Radford kenne. Ob es sich dabei um eine werkstreue Umsetzung des Dramas von William Shakespeare handelt, kann ich also nicht beurteilen. Daher bin ich relativ unbefangen an das Werk herangegangen und war davon zutiefst beeindruckt. Wenn Shakespeares Botschaft lautet, dass Vergebung der einzig wahre Weg ist und Rache nur zum Untergang führt, so ist es Radford hervorragend gelungen, diese Aussage präzise herauszuarbeiten.

Die Geschichte erzählt vom venezianischen Kaufmann Antonio (Jeremy Irons), der sich zugunsten seines besten Freundes Bassanio (Joseph Fiennes) ausgerechnet in die Hände des jüdischen Geldverleihers Shylock (Al Pacino) begibt, den er zuvor stets ausgesprochen geringschätzig und sogar feindselig behandelt hat. Mit Hilfe der geliehenen Summe möchte Bassanio um die wunderschöne und wohlhabende Portia (Lynn Collins) werben, um damit sowohl die Liebe seines Lebens für sich zu gewinnen als auch fortan aller finanzieller Sorgen ledig zu sein. Sollte Antonio allerdings nicht in der Lage zu sein, seine Schulden pünktlich zu begleichen, fordert Shylock anstelle von Geld ein Pfund Fleisch seiner Wahl aus dem Körper des Kaufmanns. Antonio, der mit der pünktlichen Rückkehr seiner reich beladenen Flotte rechnet, stimmt dem ungewöhnlichen Handel zu. Während Bassanios Bemühungen um Portia von Erfolg gekrönt sind, versinken Antonios Handelsschiffe in den Fluten des Ozeans. Nun sieht Shylock die Stunde seiner Rache gekommen, und selbst die Dogen und Richter von Venedig müssen die schriftliche Vereinbarung zwischen dem Geldverleiher und dem Kaufmann als rechtmäßig anerkennen. Zutiefst verletzt durch ein Leben voller Kränkungen und besessen vom Wunsch nach Rache, lehnt Shylock jede ihm angebotene Summe ab und beharrt auf das vereinbarte Pfand. Und so erwartet Antonio ein grausames Schicksal...

Shylock, der grimmige alte Jude und Wucherer, der seinen ärgsten Feind, einen aufrechten und ehrbaren Edelmann, quälen und töten will und dazu sogar das Gesetz auf seine Seite bringt... sehr leicht könnte man in DER KAUFMANN VON VENEDIG antisemitische Tendenzen ausmachen. Es ist daher Radfords Feingefühl und der überragenden Darstellung Al Pacinos zu verdanken, dass man als Zuschauer durchaus Verständnis für Shylocks Motive hat, auch wenn man sein Handeln nicht gutheißen kann. Der Film, an faszinierenden Originalschauplätzen gedreht und um historische Genauigkeit bemüht, zeigt eindringlich die widrigen Umständen, unter denen die jüdischen Venezianer damals im Ghetto leben mussten, ständig geschmäht, beschimpft und bedroht. Die täglichen Erniedrigungen haben Shylocks Herz verbittert, doch der Verlust seiner Tochter Jessica, die sich mit einem Christen aus Bassanios Gefolgschaft einlässt und dabei einen Großteil der Barschaft ihres verhassten Vaters stiehlt, ist zuviel des Schlechten und der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt. Shylocks Wunsch, nach all den Verletzungen, die er ertragen musste, seinem ärgsten Peiniger ebenfalls unermessliche Schmerzen zuzufügen, als sich die Gelegenheit dazu ergibt... wer kann es ihm verdenken?

Wie der gramgebeugte Geldverleiher nicht von Grunde auf böse ist, sondern geprägt durch ein Leben voller Demütigungen und Widrigkeiten, so ist auch der Kaufmann Antonio kein untadeliger Heiliger. Er bespuckt Shylock ohne jeden Grund, nur weil dieser ein Jude ist, und weil es eben den guten Sitten der damaligen Zeit entspricht. Als er jedoch erkennt, in welch missliche Lage ihn seine Überheblichkeit und sein bester Freund Bassanio gebracht haben, beweist er Mut, indem er dem scheinbar unausweichlichen Ende so tapfer wie möglich ins Auge blickt. Bassanio hingegen, dem zuliebe sich Antonio überhaupt erst an Shylock gewandt hat, präsentiert sich zunächst als charmanter, aber auch egoistischer Draufgänger, der zulässt, dass sich Antonio an den Geldverleiher ausliefert. Er nutzt die Zuneigung des älteren Mannes für seine eigenen Zwecke, lässt jedoch nichts unversucht, um seinem Freund in dessen dunkelster Stunde beizustehen. Selbst die liebreizende und engelsgleiche Portia scheint es über Gebühr zu genießen, Shylock weit mehr mit seinen eigenen Waffen zu schlagen, als es notwendig wäre, um Antonio in letzter Sekunde zu retten. Am Ende kann man für den alten Shylock, der alles riskiert und verloren hat, fast nur Mitleid empfinden.

Shakespeare und Radford beschreiben die Menschen, wie sie sind, mit all ihren guten und schlechten Eigenschaften. Die Sprache des Dichters und die Zeit, in der das Stück spielt, mögen der Vergangenheit angehören, die Thematik selbst ist so aktuell wie eh und je, denn unsere Gesellschaft ist noch immer geprägt von Vorurteilen, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit.

Abgesehen davon ist DER KAUFMANN VON VENEDIG Filmkunst in Vollendung, atmosphärisch dicht und spannend inszeniert, bis in die Nebenrollen glänzend besetzt und mit Liebe zum Detail ausgestattet. Großes Kino, wie es sein sollte, nicht nur für Shakespeare-Fans.
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18 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Al Pacino, 30. Oktober 2006
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Kaufmann von Venedig (DVD)
Alleine für ihn schon fünf Sterne. Was für ein Schauspieler. Zu Recht hat er sich in "looking for Richard" über die Lordsiegelbewahrer von Shakespeare lustig gemacht und zeigt uns, wie er als " ungebildeter" Amerikaner Shakespeare zum Glühen bringt. Schauspielkunst auf allerhöchsten Niveau.

So ein Film müsste für jeden Eleven der Schauspielkunst zum Pflichtfach werden. Pacino kann die vielen Facetten, die Shakespeare anbietet, alle entfalten- hier den Täter aus Verzweiflung über die erlittenen Kränkungen.

Es ist ein reiner Genuss, diesem Mann bei der Arbeit zuzusehen !
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21 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein negativer Nathan, 17. November 2005
Rezension bezieht sich auf: Der Kaufmann von Venedig (DVD)
Wie Al Pacino im Interview sagte, handelt es sich bei der Verfilmung um eine Adaption, was den Verantwortlichen einen gewissen Freiraum in der Anlage und Deutung des Stücks läßt. Dem Shakespeareschen Personal eigentümlich ist bekanntlich ihre psychologisch angelegte Ambivalenz: wie im Leben gibt es auch auf der Bühne des Meisters (all the world's a stage!) keine Figur, die nur schwarz oder nur weiß ist. Im Unterschied zu anderen, häufig sehr kritischen Interpretatoren (z.B. Rolf Hochhuth: "Spielt das Stück nicht mehr!") legen Regisseur und Darsteller in diesem Fall besonders die Rolle des Shylock so an, daß Verbitterung und Rachlust des verachteten Juden menschlich nachvollziehbar erscheinen. Ich meine, dieses Stück ist in unserer Zeit nur noch so zu spielen. Der seit dem Holocaust gehegte (kultivierte) Verdacht, das Stück sei antisemtisch, greift hier nicht. Pacino ist in seiner Darstellung grandios. Als Shylock das Messer ansetzt und Portia (in der Verkleidung des Advokaten) ihm im letzten Moment mit einem Ruf Einhalt gebietet, entlädt sich Shylocks spannungsgeladene Erregung in einem Schrei: Pacino gelingt es, den Zuschauer im unklaren zu lassen, ob er den tödlichen Schnitt auch wirklich ausgeführt hätte.
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16 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Shakespeare lebt! Meisterhaftes Kino!, 15. April 2007
Von 
Dieter Salmen "Mariachijin" (Stadthagen bei Hannover) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Der Kaufmann von Venedig (DVD)
Hier haben wir eine absolut gelungene Shakespeare-Verfilmung.Punkt!

Die Dialoge sind sehr eng an der englischen Vorlage und - was leider sehr selten vorkommt - berücksichtigen auch die Akzente der verschiendenen Sprecher! Ich sage nur Spanien und Marokko... ;-)

Wie erwähnt überstrahlt ein grandioser Al Pacino alle anderen Darsteller,

was deren Leistung aber nicht schmälert!

Die besonders gelungene Musik der Zeit zusammen mit den Originalkulissen (Venedig)geben dem Stück eine hohe Glaubwürdigkeit.

Der Vorwurf des Antisemitismus läßt sich nicht ganz abstreiten, allerdings bleibt zu berücksichtigen, dass alle Protagonisten im Geiste und als Kinder ihrer Zeit sprechen - welcher der heutigen unter anderen Vorzeichen nicht ganz unähnlich ist.

Summa summarum ist der Film gelungenes Kino: Atmosphäre,Kulissen,Musik,Darsteller und Message - ein grandioses Plädoyer für Menschlickkeit und Toleranz ausgesprochen in der Anklage von Shylock - alles ist da.

Cineastenherz was willste mehr?
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8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen shakespeare, you are so beautiful, 26. Oktober 2008
Rezension bezieht sich auf: Der Kaufmann von Venedig (DVD)
Venedig 1596,

Einen Schuldschein auf ein Pfund seines eigenen Fleisches -

ohne Bedenken unterschreibt Antonio (Jeremy Irons) diesen Vertrag, den er mit dem Juden Shylock (Al Pacino - einfach großartig) abschließt. Aus den Geschichtsbüchern bekannt durften Juden seinerzeit keiner "normalen Tätigkeit" nachgehen, wurden aber als Geldverleiher von den Machthabern geduldet. Im damaligen Venedig durften die Juden sich auch nur in einer bestimmten Region - dem sogenannten Ghetto (das heutige Cannaregio)- aufhalten.

Antonio verschafft seinem verschuldeten Freund Bassanio (Joseph Fiennes) ein Darlehen, um sich als Mann von Welt ausstaffieren und um die Hand der schönen Portia, Herrin von Belmont, werben zu können. Belmont ist eine teure Gegend auf dem Land und Bassanio ist hoch verschuldet.

So einfach ist die Brautwerbung aber nicht. Ein Rätsel verbirgt sich in drei Kästchen aus Gold, Silber und aus Blei. Nur wer das Richtige wählt, bekommt Portia als Frau und deren Mitgift.

Während auf dem Land die Bewerber um des Rätsels Lösung suchen, steht in Venedig Shylock vor Antonio, der großes Pech mit seinen Handelsschiffen erleiden muss. Shylock ist voller Vorfreude und "wetzt schon das Messer", um Antonio eines Pfund seines Fleisches zu erleichtern, Vertrag ist eben Vertrag.

Aber auch Shylock muss Niederlagen einstecken, so verlässt ihn seine über alles geliebte Tochter Jessica heimlich, um sich ihrem christlichen Verehrer zuzuwenden und erleichtert dabei noch ihren Vater um eine Menge Geld.

Shylock ist daraufhin so verbittert und besessen, sein Pfand eigenhändig einzufordern, denn Antonio verachtete Shylock öffentlich und hat ihn bespuckt und getreten. Warum sollte er also Mitleid mit dem Verpfänder haben?

Bevor jedoch Shylock zum Zuge kommt, erscheint ein weiser "Mann" auf der Bildfläche, der sich genau mit dem "Streitfall" befasst hat.

Der weise Mann klärt den Fall auf intelligenteste Art und Weise. Wie wird es wohl ausgehen? Aber das soll sich jeder selbst anschauen.

Dieses wundervolle Drama besticht nicht nur durch die hervorragend besetzten Schauspieler und Kostüme, sondern auch durch die berauschende Kulisse Venedigs und des Soundtracks.

Ein Muss für alle Kostüm-, Shakespeare- und Venedigliebhaber.
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16 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen meisterlich inszeniert, 30. Juni 2006
Von 
rurue "rurue" - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Der Kaufmann von Venedig (DVD)
Selten habe ich eine so gute Umsetzung eines Stücks von Shakespear gesehen. Kostüme, Maske, Austattung und Drehorte wurden wunderbar gewählt. Bis in die Nebenrollen exzellent besetzt. Vor allem Al Pacino und Jeremy Irons zeigen Oscar-würdige Leistungen. Besser gehts wirklich nicht mehr. Die Sprache wurde nur soweit modernisiert wie es für das Verständnis unbedingt notwendig ist. Alles in allem keine leichte Kost, aber unbedingt sehenswert.

Die Extras auf der DVD sind zwar nett aber etwas dürftig ausgefallen, da hätte man noch ein bisschen mehr draufpacken können.
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Der Kaufmann von Venedig
Der Kaufmann von Venedig von William Shakespeare (DVD - 2005)
EUR 7,99
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