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65 von 79 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein grosser Klassiker über die Dekadenz unserer Zeit...
Im Jahre 1973 drehte der Regisseur Marco Ferreri "La grande bouffe" ("Das grosse Fressen") und landete gerade damit in Frankreich (bekanntlich DEM Land des Genusses und des Gaumenschmauses schlechthin) einen der grössten Skandalfilm Erfolge aller Zeiten...
"Das grosse Fressen" bietet im Grunde eigentlich keine wirkliche Story, wenn man so will: weit über...
Veröffentlicht am 28. September 2005 von Alex

versus
2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Wann kommt die Blu-ray?
Das große Fressen zählt ohne Zweifel zu den großen und wichtigen Filmen - die Gewalt der Bilder, die Genialität der Erzählung, die schauspielerische Leistung und die soziologische Brisanz - so etwas gibt es nicht alle Jahre.

Wann kommt endlich die Blu-ray?
Veröffentlicht am 14. Oktober 2012 von Barbar


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65 von 79 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein grosser Klassiker über die Dekadenz unserer Zeit..., 28. September 2005
Rezension bezieht sich auf: Das große Fressen (DVD)
Im Jahre 1973 drehte der Regisseur Marco Ferreri "La grande bouffe" ("Das grosse Fressen") und landete gerade damit in Frankreich (bekanntlich DEM Land des Genusses und des Gaumenschmauses schlechthin) einen der grössten Skandalfilm Erfolge aller Zeiten...
"Das grosse Fressen" bietet im Grunde eigentlich keine wirkliche Story, wenn man so will: weit über ein dreiviertel der insgesamt 125 Minuten Laufzeit wird lediglich wirklich nur (um es mal passend im Kontakt des Filmes zu sagen) "gefressen, gesoffen, gerülpst, rumgehurt, gefurzt, und Obszönitäten von sich gegeben" bis ein Darsteller nach dem anderen (wortwörtlich) "den Löffel abgibt".
Aber was macht den Film nun zu so einem Klassiker seiner (und auch noch der heutigen) Zeit? Ganz einfach:
Diese ganze extrem überspitzt dargestellte "Schlemmerorgie des Todes", stellt einen zynischen und gnadenlosen Seitenhieb auf unsere extreme Konsumgesellschaft dar und ist ebenso ein "Zerrbild" des menschlichen Verfalls (in Körper und Geiste), bedingt durch seine unermessliche Dekadenz, Arroganz und "Übersättigung".
Bezeichnend ist auch die Tatsache das gerade die 4 männlichen Protagonisten alle in diesem Film aus der gesellschaftlichen Oberschicht kommen (je ein Richter, Pilot, Gourmet-Koch und Fernsehmoderator) und sozusagen alle persönlichen und individuellen "Grenzen" für sich schon "ausgelotet und genossen" haben... doch was kommt danach? Richtig: die grosse, tiefe und alles umfassende Leere! Jene Leere, keinen (aber auch gar keinen) Sinn mehr in seinem Leben zu sehen und zu finden...
Also: warum sich dann nicht kollektiv zusammenschließen und sich dann genau SO aus dem Leben wieder verabschieden? Nämlich durch puren Überfluss, Habgier, Masslosigkeit, persönlichen Sittenverfall und Dekadenz!
Den lediglich mit insgesamt 5 permanenten Hautdarstellern (Michel Piccoli, Marcello Mastroianni, Philippe Noiret, Ugo Tognazzi und Andréa Ferréol) besetzte Film, könnte man zugleich auch als "Kammerschauspiel" bezeichnen, da sich gut 95% des Filmes in einer alten Pariser Villa abspielen. Was dem Film aber nichts von seiner grotesken und zynischen Art nimmt, sondern eher durch dieses extreme Gefühl der "Beengtheit" (frei nach dem Motto: es gibt kein Zurück und keinen Ausweg mehr aus dieser Situation) noch gesteigert wird!
Was ist der Film nun letztendlich eigentlich? Drama, Groteske, (Soft-)Erotik oder Komödie? Letztendlich muss man doch sagen, das der Film wirklich von allem etwas bietet und dies in einer extrem gelungen (und schmackhaften *gg*) Mischung in sich vereint!
"Das grosse Fressen" ist ohne Übertreibung einer der besten und wichtigsten europäischen Filme, der jemals gedreht wurde und nicht umsonst damals den Spezialpreis der Jury in Cannes einheimste...
Zur DVD selbst sei gesagt, das der (Mono Dolby Digital-)Ton in deutsch und französisch komplett in Ordnung geht und auch die Bildqualität als weit überdurchschnittlich gut zu bezeichnen ist. Als Bonus gibt es zusätzlich noch ein deutsch untertiteltes Interview mit der Darstellerin Andréa Ferréol und einige Trailer zu begutachten.
Fazit:
Ein grosses, filmisches Meisterwerk das wirklich jeder mal gesehen haben sollte. Denn auch heute ist die inhaltliche Thematik und Tragik des Filmes unübersehbar und nur zu gut auf unsere "Überflussgesellschaft" zu übertragen.
(Selbstverständlich ist die hier vorliegende 16er Fassung komplett ungeschnitten (vormals auf VHS war der Film erst ab 18 Jahren freigegeben!) und die DVD-Verpackung selber steckt zudem in einem wunderschönen und passenden Pappschuber!)
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ich esse also bin ich...nicht mehr, 25. Januar 2012
Rezension bezieht sich auf: Das große Fressen (DVD)
Anfang der 70er Jahre war der Film ein Skandal und heute ist diese Groteske über den Konsum als Todesursache immer noch für viele ziemlich gewagt. Der animalische Drang zum Essen des Tierwesens Mensch wird auf einer Ebene mit der sexuellen Gier gezeigt, der totale Genuss von Sex und Speisen als ultimatives Prinzip. Dabei folgt der Film formal einem strengen Aufbau.
Im ersten Teil werden die vier Freunde vorgestellt: Michel, Marcello, Philippe und Ugo. Nie wieder standen diese Leinwandlegenden zusammen vor der Kamera. Hier stehen sie für den Balletomanen und Kunstliebhaber, den Autofreak und Frauenhelden, das Muttersöhnchen und natürlich den Koch.
Im zweiten Teil werden die Nahrungsmittel und ihre Herkunft kurz eingeführt.
Teil drei, der anfangs noch lustig und frivol daherkommt, enthält das Kernstück der Aussage mit allen Steigerungen und Entartungen. Man mästet sich! Wir hören das Entweichen der Gase aus dem Mund und aus der gegenüberliegenden Körperöffnung. Man treibt es querbeet, jeder mit jedem. Die Mutter der Kompanie ist die Rubensfrau Andrea Ferreol. Eine für alle.
Im vierten Teil sehen wir das Ende der Helden. Und es gibt jede Menge geistreicher Jokes und philosophische Überlegungen über den Vanitas-Gedanken.
Und dann reicht Ferreri noch einen Epilog nach. Philippe, der einzig Ehrbare, ist noch übrig und darf an Andreas Busen entschlafen.
Die zweite Lieferung von Frischfleisch wird im Garten deponiert. Vielleicht für die Hunde!? Großartig fotografierte Idee, von grandiosen Akteuren dargestellt, mit tödlicher Konsequenz.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das große Fressen zum Fressen gern, 3. Februar 2011
Rezension bezieht sich auf: Das große Fressen (DVD)
Es ist schön mal wieder einen "alten Schinken" zu sehen. Für mich ist dieser Film ein Klassiker der Moderne, indem alles was die "guten Sitten" betrifft ausgeschaltet wird. Der Film hat keine Längen und birgt immer wieder Überaschungen.

Ich empfehle dieses Video allen, die skuriles lieben und nicht gerade ein empfindliches Gemüt haben.

Friedrich
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37 von 49 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Dekadente Schlemmerorgie - ein köstliches Vergnügen., 26. August 2005
Rezension bezieht sich auf: Das große Fressen (DVD)
..und wieder mal tippe ich die Titel meiner Lieblingsliste ein.. in der stillen Hoffnung der eine oder andere könne von den Geistern der Verlagsobrigkeiten erhört worden.. und in DVD-Form in die Welt geworfen worden sein. Und wieder einmal - wie bereits des Öfteren in den letzten Monaten.. (betrachtet man die beachtliche Anzahl "überraschender" Neuerscheinungen von Bergman, Kurasawa, Wong Kar Wai, von Trier, Wenders, Greenaway etc.) - beginnt mein Herz schneller und meine Seele Purzelbäumchen zu schlagen..
"Das grosse Fressen" alias "La grande bouffe" wird in Bälde das Lichte der DVD-Welt erblicken (und mich vielleicht zu einigen dekadent-völleirischen nächtlichen Kochattacken verleiten :-).
Ich muss gestehen, ich liebe "Ess"- bzw. Kochfilme.. (wie z.B. "Big Night" von Stanley Tucci, "Eat Drink Man Woman" von Ang Lee oder "Bittersüsse Schockolade" von Alfonso Arau..). ..aber "La grande bouffe" lässt sich „vielleicht" nur bedingt mit diesen vergleichen..
Den Titel "Das grosse Fressen" kann man/frau im wahrsten wörtlichen Sinne verstehen. Das Essen wurde hier seiner triebgebundenen, existentialistischen Notwendigkeit beraubt und ins Gegenteil verwandelt....... in die Zelebrierung des kulinarischen Genusses mit dem Ziele einer absoluten und tödlichen Masslosigkeit.
Der Inhalt:
Vier erfolgreiche Freunde im reifen Alter, der TV-Produzent Michel (Michel Piccoli), der Pilot und unsägliche Casanova Marcello (Marcello Mastroianni), der begnadeten Koch Udo (Ugo Tognazzi) und der Jurist Phillippe (Philippe Noiret) begeben sich auf unbestimmte Zeit in letzteren Landhaus... um im gastronomischen Einklang dem Leben zu entsagen..
..Ugo zaubert mit seinen Kochkünsten eine Delikatesse und Köstlichkeit nach der anderen.. die den Protagonisten (als auch dem kundigen oder hungrigen Zuschauer) anfänglich alle Gewässer der Lüste erwecken lassen.. sie aber im immer obsessiver werdenden (Schlemmer)Verlauf mehr und mehr zu ersticken drohen. Als sich die Lehrerin Andrea (Andrea Ferreol) zu dem ausgelassenen Treiben des Männerquartetts gesellt, kennen dessen orgiastische Exzesse endgültig keine Grenzen mehr..
Marco Ferreri schuf im Nachklang der sexuellen Revolution ein eigenwilliges Sittengemälde auf die hedonistische (laustmaximierende) Überflussgesellschaft seiner Zeit..
Für viele Filmliebhaber eine Delikatesse.. - für Einige vielleicht ganz und gar unverdaulich oder geschmacklos.. die Geschmäker sind bekanntlich verschieden.. und La grande bouffe" sicher keine "einfache Hausmanns-Kost".. für mich aber ein abslolutes Juwel der Filmgeschichte! Ich kanns kaum erwarten ihn wieder einmal genüsslich mit meinen (visuellen) Sinnen zu verschlingen..
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ich habe alle Beteiligten zum Fressen gern!, 4. August 2013
Rezension bezieht sich auf: Das große Fressen (DVD)
Welch ein unglaublicher, herrlich grotesker, frech subversiver Klassiker.
Wie viele wunderschöne Anekdoten reihen sich um diesen Film.
Publikum, das sich während der Kinovorstellung in die Sessel erbrach.
Michel Piccoli, der für seine sehr authentische Darstellung auf öffentlicher Strasse angespuckt wurde.
Proteststürme ohnegleichen. Ja wo gibt es sowas noch in der heutigen Kinolandschaft.
Die Story um vier hochkultivierte ältere Herren, die in ihrer Dekadenz, in ihrem Lebensüberdruss sich in eine aristokratische Villa zurückziehen um sich übers Wochenende mit erlesensten Köstlichkeiten, hemmungslosen Sex mit einigen Gespielinnen ins Jenseits zu befördern ist so einfach, dreist wie absolut genial.
Je länger gefressen wird, desto eklatanter werden allerdings auch die auftretenden Beschwerden, ja innerlich organischen Verwesungsprozesse erkennbar.
Zu tiefschürfenden, kulturellen Exkursen wird kopuliert, gemästet, geschlungen, gerülpst, gefurzt.
Am Ende explodiert die Toilette in einem Schwall von Fäkalien.
Und irgendwann ist die letzte Hähnchenkeule verköstigt, der letzte Wackelpudding verdrückt, der letzte aufgestaute Orgasmus verpufft, das letzte Klavierliedchen gespielt und es geht ans Sterben.
"Furze ruhig weiter wir sind ja dran gewöhnt", doch dies sollte Piccolis letzte Körperaufwallung sein.
Wie ein Heissluftballon entweichen ihm sämtliche Gase, stirbt er in seinen Exkrementen, ein Anderer erfriert, und die beiden letzten erleiden Herzversagen.
Oh du fröhliche, sinnliche Zeit!
Krasser und vor allem skandalös lustiger konnte man die Völlerei, die Dekadenz, die Überflussgesellschaft nicht aufs Korn nehmen.
Die Bourgeoisie erstickt an ihrer eigenen Gier, explodiert quasi in lächerlichster Weise an ihrer sinnlosen Maßlosigkeit.
Volle zwei Stunden lang ist irgendjemand immer am essen, werden allerunglaublichste Speisenzusammenstellungen ins Bild gerückt, allerschwärzester Humor ist zu erleben, und nach spätestens einer Stunde wird auch den abgebrühtesten Zuschauer ein flaues Gefühl in der Magengegend befallen, nur unterbrochen durch zwerchfellermüdende Schnappatmung vom Lachen.
Fürwahr dieser Film ist ein irres witziges Erlebnis und er trifft mit seinen töffelig, skurilen Charakterdarstellungen mit vollen fünf Hähnchenkeulen genau in mein Humorzentrum.
Ja, dieses Quartett finde ich echt zum knuddeln.
Und wenn Piccoli, zwischen zwei Flatulenzen einmal wieder hilflos versucht mit seiner Körperfülle Ballettübungen zu machen, wenn die dralle Liebesgespielin mit ihrem ausgeprägten, gigantischen nackten Hinterteil mit voller Breitseite in der Pastete sitzt, dann muß man konstatieren bei aller Gesellschaftskritik, dieser Film ist hemmungslos sympathisch und zum schlapplachen.
Eine einzigartige urkomische Satire, exquisit gefilmt, ekelhaft verdorben, zum Sterben schön.
Selten wurde so hübsch das Zeitliche gesegnet, ja eher gesagt genussvoll verendet.
Wie sagte Marco Ferreri bei einer damaligen Pressekonferenz:"Ich hoffe , dass wir noch ein bisschen weiter Anarchie mit dem Kino betreiben können".
Dem kann man nur beipflichten, und jetzt lieber Interessent achten Sie auf ihre Fett-, Leber und Humorwerte.
Das Mahl ist angerichtet.
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9 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Der Koch, der TV-Produzent, der Flugkapitän, der Richter & ihre Liebhaberin, 4. August 2007
Von 
Klein Tonio - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Das große Fressen (DVD)
Na dann guten Appetit! In "Das große Fressen" haben sich vier des Lebens überdrüssige Herren eine genauso originelle wie blödsinnige Idee ausgedacht, aus dem Leben zu scheiden: Durch Fressen. Ob das geht? Das soll hier nicht verraten werden, jedenfalls ist das Ergebnis dieses Experiments allemal hochinteressant, unterhaltsam, nachdenklich, eklig, und gelegentlich auch saukomisch. Dabei ist der "Skandalfilm" des Jahres 1973 bei weitem mehr als nur en Schmuddel-Pseudo-Porno, auch wenn sich zu dem perversen Gefresse diverse sexuelle Perversitäten gesellen. Zunächst einmal haben wir es mit einem A-Film zu tun, der vier illustre Stars des französisch-italienischen Kinos zusammenführt: Philippe Noiret, Ugo Tognazzi, Marcello, Mastroianni und Michel Piccoli, hinzu kommt Andréa Ferrol. Interessant ist bereits die durchdachte Spielweise dieses 4+1-Teams: Ein bisschen nähern sich die Rollen den Darsteller-Images an, so ist z.B. Noiret der eher zurückhaltende Gemütliche und Mastroianni der Sexbesessenste. Dazu passt ganz gut, dass alle fünf den Rollenvornamen haben (Nachnamen werden im Dunkeln gelassen), den sie auch im wirklichen Leben tragen. Auch soll sich, wie das hochinteressante Bonus-Interview mit Andréa Ferrol verrät, bei den Dreharbeiten (im Wesentlichen in einem abgeschiedenen Haus bei sehr gutem und vor allem reichlichem Essen) eine Annäherung von Spielern und Gespielten ergeben haben - so fügt sich alles zu einem harmonischen Ganzen zusammen.
Ästhetisch und inhaltlich schlummert in dem Streifen so manche Perle, die zu entdecken sich lohnt. Die Optik kann man am ehesten mit dem Wort dionysisch beschreiben, die Farben sind ein bisschen blass gehalten, Andréa Ferrol kann man mit Fug und Recht als vollschlank bezeichnen, so dass die ganzen Gelage mit einiger nackter Haut etwas von alten Gemälden haben (haha, gibt es nicht den Ausdruck der "Rubensfigur"???). Dies wird durch eine oft (aber nicht immer) statische Kamera und interessante Personenarrangements auf mehreren Ebenen unterstützt. Dazu kommt ein recht interessanter und mannigfaltiger Einsatz von Spiegeln - hält da der Regisseur der Konsumgesellschaft den Spiegel vor? Kann sein, kann aber auch nicht sein. Dafür spricht jedenfalls, dass in einer bemerkenswert ekligen Szene die Verdauungsprodukte (und es gibt hier wirklich viel zu verdauen) mittels eines zusammenbrechenden Aborts auf die Fresser (und die Zuschauer) mit Wucht zurückgeworfen werden. Nicht nur das Leben, auch das große Fressen ist ein einziger Kreislauf, ohne Ausweg.
Und warum, ja warum bloß, tun sich die vier Männer das an? Haben die tatsächlich keine Freude mehr am Leben? Doch, aber auf eine extrem pervertierte Art, und irgendwie wird man das Gefühl nicht los, dass das alles mit dem anderen, angeblich ach so schwachen Geschlecht zu tun hat. Frauen sind auf eine etwas schräge Art omnipräsent und gehen den Männern gehörig auf die Nerven, schon in den Anfangsszenen, in denen jeder der vier eine kurze Exposition geschenkt bekommt. Die Frau von Ugo spricht (eigentlich eine filmische Sünde) penetrant in die Kamera, die Stewardess von Marcello sieht sehr blond aus, wie man sich das halt so vorstellt (und das scheint ihn nicht im geringsten anzumachen, obwohl er sich später als höchst perverser Sexmaniac erweist), und die alte Amme von dem gar nicht mehr so jungen Philippe, der ein honoriger Richter ist, holt ihm, pardon, erst mal einen runter. Auch als die vier in dem Fresshaus angekommen sind, wird es nicht besser. Man holt sich zu dem Gelage noch ein paar Nutten, Marcello kann (auch optisch interessant dargestellt) die Schönheit von Oldtimern von der Schönheit von Frauen kaum unterscheiden und besorgt es einer erstmal mit einem, nun ja, Auspuff-Rohr. Frauenfeindlich??? Ich denke nicht, und meine, dass diese vier Herren zutiefst Angst vor Frauen haben, Angst davor, sie ernst zu nehmen und sich vielleicht ein bisschen sogar nach der Normalität sehnen, die sie doch so sehr zu verachten scheinen, nur wissen sie echt nicht, wie man die bekommt. Nicht mal Philippe, der noch einen Hauch von Romantik in sich hat, bekommt eine Chance, denn zum einen ist uns halt klar, dass sein Verhältnis zu Frauen schon einen Knacks wegbekommen hat (s.o. - die Amme hat das offensichtlich nicht zum ersten Mal gemacht) und zum anderen ist die von Andréa Ferrol gespielte Lehrerin, in die er sich zumindest ansatzweise verliebt, genauso frustriert und zu Exzessen bereit wie die vier Herren. (Die Nutten sind hier noch die Normalsten, und konsequenterweise halten sie es in dem Haus nicht lange aus und verschwinden bald aus diesem und aus dem Film.) Dass Philippe Andréa durchgehen lässt, wenn sie munter mit allen vieren was hat, ist nicht einer Größe, sondern der jahrelang eingeübten Unterdrückung geschuldet.

Das klingt recht trostlos, ist es im Ergebnis auch, macht aber mitunter einen Heidenspaß. Kleine Sahnehäubchen auf der opulenten Tafel sind gewisse Anspielungen für Cinéasten, wenn z.B. Marcello, der einen Damenslip als Augenklappe benutzt, als Raoul Walsh (einäugiger Filmregisseur mit Augenklappe als Markenzeichen) tituliert wird (nur in der Origialfassung) oder wenn Ugo Marlon Brando als den Paten nachäfft. Ja, diese Herren wären alle gern jemand anders, nur nicht sie selbst, aber indem sie das hemmungslos ausleben wollen, sind es doch wieder nur ihre eigenen Obsessionen, die an den Tag gelangen und wie, pardon, die Scheiße des zusammenbrechenden Klos auf sie zurückfliegen.

Wie das Ganze ausgeht, möge hier nicht verraten werden. Was bleibt unterm Strich? Aus sehr persönlichen Gründen gebe ich nur vier statt fünf Sterne, der Film ist allemal intellektuell erfahrbar, aber letzten Endes, wie das große Fressen selbst, Geschmackssache, und ich konnte ihn recht gut goutieren, war aber emotional nicht so begeistert, dass ich ihn zu meinen All-Time-Favoriten zählen würde. Last but not least: Wer abwechslungsreiche Filmmusik mag, kommt hier leider nicht auf seine Kosten; die Musik besteht aus einem einzigen Thema, das aber recht variantenreich durch den Fleischwolf gedreht wird, bis man es am Schluss singen kann. Es sei Ihnen überlassen, was davon zu halten ist.
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5.0 von 5 Sternen Ein Klassiker und eine Vision, 2. August 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Das große Fressen (DVD)
Hatte den Film vor 20 jahren mal gesehen, las dann vor paar Monaten eine Rezension darüber in der SZ im Zusammenhang mit dem Thema Überflussgesellschaft und Food Waste. Daraufhin habe ich die DVD gekauft und mit "reiferen" Augen wie damals gesehen. Sehr empfehlenswert
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bewertung des Films Das große Fressen, 10. September 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Das große Fressen (DVD)
Dieser Film wurde mir von Bekannten empfohlen und bin bei Amazon fündig geworden. Habe es nicht bereut,
von der Qualität her auch sehr ok. Über den Inhalt kann man natürlich geteilter Meinung sein.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einfach lecker!, 21. Mai 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Das große Fressen (DVD)
Hier wird man nicht geschont, eine Seite der Wohlstandsgesellschaft präsentiert zu bekommen, die einem den Magen umdreht! Klassiker und Meisterwerk.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen genialer film, 16. Januar 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Das große Fressen (DVD)
einfach ein kultfilm ! story und regie sowie die darsteller begeistern - die story ist kultige unterhaltung, die in keinem haushalt fehlen sollte
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Das große Fressen
Das große Fressen von Marcello Mastroianni (DVD - 2005)
EUR 7,99
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