wintersale15_finalsale Hier klicken Jetzt Mitglied werden Reduzierte Hörbücher zum Valentinstag Cloud Drive Photos UHD TVs Learn More HI_PROJECT Hier klicken Fire Shop Kindle PrimeMusic Autorip WSV

Kundenrezensionen

4,9 von 5 Sternen111
4,9 von 5 Sternen
Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung


Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

am 12. August 2002
Dieser Film ist ein Meisterwerk, ohne Frage.
Aber wer DIESE DVD kauft, wird niemals die volle Magie von Chaplin spueren koennen. Der ganze Film zeichnet eine brilliante Satire ueber deutsche sowie italienische Faschisten. Das beeindruckenste fuer mich an dem Film war die Voraussicht Chaplins, aber besonders auch diese so gut getroffene Tonmelodie der Ansprachen Hitlers.
Es ist eine Schande, dass diese DVD keine Original-Tonspur hat.
Ich kann nur jedem, der wirklich etwas von Chaplins Zauber einfangen will, empfehlen, sich die amerikanische Version des Diktators zu holen. Oder das Video fuer weniger Geld.
0Kommentar47 von 49 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 1. Dezember 2005
Im September 1939, kurz nach dem Einfall der deutschen Wehrmacht in Polen, begann Chaplin endgültig mit den Dreharbeiten zu seinem Film über der Welt größten Diktator. Chaplin, im selben Jahr und Monat wie Hitler geboren, von ähnlicher Statur und mit demselben Bart ausgestattet, hatte sich bereits seit 1935 mit der Absicht getragen, einen Film über diesen Menschen zu machen, dem er mit Abscheu, zugleich aber auch mit Faszination begegnete: "Er ist der Wahnsinnige und ich bin der Komiker", sagte er über Hitler, "doch es hätte genauso gut umgekehrt werden können".

Chaplin spielt eine Doppelrolle. Er ist zum einen Adenoid Hynkel, der machtbesessene, verrückte Führer Tomaniens. Auf der anderen Seite spielt er einen bescheidenen jüdischen Frisör, der unter den Repressalien des Diktators zu leiden hat. Paulette Goddard, Chaplins damalige Ehefrau, ist in der Rolle seiner heimlichen Liebe zu sehen, der rundliche Komödiant Jack Oakie wiederum verkörpert den nicht minder verrückten Gegenpart Hitlers zu seiner Zeit, den italienischen Diktator Mussolini, der in Chaplins Film zu Benzino Napaloni mutiert, dem Diktator von Bacteria.

Die berühmteste Szene des Filmes ist jene unglaubliche Sequenz, in der Chaplin (in der Rolle des Diktators) mit einer aufblasbaren Weltkugel einen Liebestanz vollführt. Nie zuvor wurde Machtbesessenheit beeindruckender karikiert als in dieser Szene. Die Situationskomik ist schnell und scharf gespielt, für Chaplin war dies jedoch nicht genug. Statt mit Humor endet der Film mit einer sechsminütigen Rede des Frisörs, in der er die Menschheit zu Frieden aufruft und ihnen eine hoffnungsvolle Zukunft prophezeit, wenn sie einander nur mit Respekt und nicht mehr mit Krieg und Terror behandelten. Der große Diktator wurde zu Chaplins erfolgreichstem Film und zum letzten, in dem er in der Rolle des kleinen Tramps zu sehen war, gleichzeitig war es sein erster durchgängiger Tonfilm.

Im Gegensatz zu der billig überspielten DVD-Erstausgabe von 1999, wurde das Filmmaterial für dieses edle 2 DVD-Set komplett neu von den Original-Negativen abgetastet und remastert. Bild und Ton erstrahlen in nie zuvor gesehenem Glanz. Enthalten ist auch ein 16-seitiges Booklet mit vielen Fotos und Informationen.
review image
11 Kommentar49 von 54 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 16. August 2005
Lange, lange und beschwerlich war der Weg für Sir Charles Chaplin bis er endlich sein filmisches Meisterwerk im Jahre 1940 Uraufführen konnte: denn kein Filmstudio in den USA hatte den Mut, diesen Film zu dieser schwierigen Zeit zu finanzieren und viele distanzierten sich auch selbst zu Chaplin in jener Zeit. Somit gab es für Chaplin nur eines = er finanzierte den kompletten Film alleine und übernahm mehrere Aufgabenbereiche gleichzeitig (Regisseur, Drehbuchschreiber, Produzent und Musikkomponist).
Bis es dann aber dennoch, nach unglaublichen 559 Tagen, es endlich soweit war: "Der grosse Dikator" startete mit unglaublichen Erfolg in den US-Kinos und gab den Menschen das zurück, was sie zu dieser Zeit nicht mehr kannten: Gefühl, Leidenschaft, Humor (besser gesagt: bissige Satire) und viel menschliches Einfühlungsvermögen und wärme.
"Der grosse Diktator" ist Chaplins kongeniale und zynische Antwort auf Hitlers Grössenwahnsinn und grausamer Brutalität! Chaplin wusste, das Hitler ein grosser Verführer und Schauspieler ist.. und genau als solchen stellt Chaplin ihn dar: und das so dermassen überdreht und entlarvend, das es ihm gelang, das das Publikum nur eines konnte: über diese Witzfigur von Nationalsozialisten zu lachen... ja, Hitler ganz frech und mit erhobenen Haupte mitten ins Gesicht zu lachen!
Der Weg dahin allerdings war sehr schmal und nicht ganz ungefährlich, zumal man eben um die reale Gefahr Hitlers wusste. Aber Chaplin gelang in diesem (seinem ersten Tonfilm überhaupt) das einmalige Kunststück, den Spagat zwischen entlarvender Politsatire, Drama, Komödie und Geschichtsfilm mehr als nur erfolgreich vollziehen zu können.
"Der grosse Diktator" ist ein Appell für die Menschlichkeit und seinem facettenreichen Miteinander und zugleich eine bitterböse Groteske über (und gegen) den Faschismus, die Manipulation von Menschen und der Kriegstreiberrei. Dies alles wird besonders in den zwei wohl bekanntesten Szenen dieses Meisterwerkes deutlich: einmal Hynkel's (Chaplins) "Tanz mit der Weltkugel" und einmal die minutenlange Schlussansprache (über Frieden, Freiheit, Demokratie und einem gemeinsamen Miteinander) des jüdischen Frisörs (wiederrum Chaplin), den man fälschlicherweisse für den Führer hält (während der "echte" Führer statt dessen versehentlich zuvor gefangengenommen wurde).
Zur DVD selber ist zu sagen: Bild und Ton wurden digital überarbeitet und das kann sich wirklich sehen lassen! Zusätzlich gibt es auf der Bonus-DVD noch über 130 Minuten hochinteressantes Bonusmaterial rund um Charlie Chaplin und die Entstehungsgeschichte des Filmes, mit u.a. nie zuvor gesehenen Szenen (z.B. das anfangs ursprünglich von Chaplin gedachte und gedrehte Ende des Filmes). Zudem rundet das informative und liebevolle 16seitige Booklet zum Film, den positiven Gesamteindruck noch komplett ab.
Fazit: ein Film der wirklich in jede gute Sammlung gehört und zu den wichtigsten je gedrehten Filmen zählt. Ein unerreichtes Meisterwerk voller Liebe und zugleich ein Plädoyer für den Frieden und die Menschlichkeit!
11 Kommentar47 von 52 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 22. Oktober 2002
Charlie Chaplins Abrechnung mit Hitler. Als etwas Anderes kann man den Film wohl nicht bezeichnen. Und obwohl der Film selbst nie einen Oscar® bekommen hat, gehört er zu den Meisterwerken der Filmgeschichte. Mit der Premiere im Oktober 1940 ergoss sich in Amerika zunächst eine Hetzkampagne über den Film. In den USA gab es viele Anti-Kommunisten besonders die deutsch-freundliche Hearst Presse, die den Film kritisierte. Und als 1942 Chaplin auf mehreren Veranstaltungen des Amerikanischen Komitees, Russlandhilfe forderte, rückte man ihn sehr schnell in die Nähe der Kommunisten. Die Ablehnung Charles Chaplin gegenüber, fand 1952 ihren Höhepunkt als man dem Briten die Wiedereinreise-Genehmigung verwehrte.

Daraus zog Chaplin Konsequenzen: Seine Frau Oona löste den gesamten Besitz der Chaplins in den Amerika auf und holte das komplette Archiv mit allen Chaplin Filmen nach Europa. Die Chaplins ließen sich in der Schweiz nieder. Erst 20 Jahre später - 1972 - reiste er wieder in die Staaten, um den Ehren-Oscar® für sein Lebenswerk in Empfang zu nehmen.

FAZIT: Mit seiner komisch-tragischen Auseinandersetzung über eines der dunkelsten Kapitel der Menschheitsgeschichte hat Chaplin in seiner Doppelrolle als Adenoid Hynkel und jüdischen Friseur für alle Zeiten Filmgeschichte geschrieben. Auch wenn Chaplin für die meisten Fans eigentlich 'der Tramp' bleibt. Wer 'Der große Diktator' nicht kennt, misst ein Stück Filmgeschichte. Auch wenn die deutsche Fassung nicht an das Original rankommt, sollte man diesen Film unbedingt als Klassiker im Filmarchiv haben. Ein Film der Sie wie mich zum Lachen und Weinen rühren wird, da bin ich mir ganz sicher.
0Kommentar14 von 16 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 22. Mai 2010
Die Blu-ray von 'Der große Diktator' weist ein sehr gut restauriertes HD-Bild auf, das oft sehr knackscharf und plastisch wirkt. Der Ton liegt in DTS-HD Mono-Ton vor und klingt trotz des (originalen) Monotracks sehr füllig.
Dies gilt für die deutsche sowie auch für die englische Tonspur. Unter den interessanten Extras wie eine Doku über die Entstehung, dem Chaplin ABC, das aus verschiedenen Ausschnitten aus CC-Filmen besteht, befindet sich auch eine Art Making of, das Charlies Bruder Sidney mit einer Farbkamera gedreht hat.
Fazit: Für Liebhaber dieses Klassikers ist die Blu-ray Pflichtprogramm. So scharf hat man den Film bisher noch nicht gesehen.
1111 Kommentare42 von 49 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
Der Film ist natürlich ein Klassiker, einerseits unter allen Filmen Chaplins, andererseits in der Welt der parodierenden Filme, die das Dritte Reich zum Hauptopfer ihrer Possen nehmen. Viele Parallelen bezüglich des Dritten Reiches lassen sich hier vorfinden: Die Worte sind ähnlich, wie z.B. der Führer Adolf Hitler wird zu Anton Hynkel oder aber die Worte bleiben gleich, wie "Blitzkrieg" oder "Sauerkraut". Der Film wurde verschieden aufgefasst - in der amerikanischen Welt wurde Chaplin der Kriegshetze bezichtigt, andere wiederum empfanden den Film als den vielleicht wichtigsten Film aller Zeiten. Hitler hat "Der große Diktator" sogar persönlich zwei Mal angefordert, jedoch bleibt umstritten, ob er ihn wirklich gesehen hat oder nicht. Jede nazistische Gewohnheit wird im Film auf den Arm genommen, die Rassenproblematik bleibt jedoch bestehen und die Schere zwischen Juden und Ariern wird im Film auch behandelt und hierbei werden die Namen der beiden "Rassen" auch wörtlich übernommen. Die bekannteste Szene ist wohl die, als Hynkel vor den Mikros sich aufspielt und wie Hitler redet, indem er eine Mischung aus englischer und deutscher Sprache anwendet, die sich im Film als "Tomanisch" erweist. Die Mikros verbiegen sich bei Hynkels lauter Stimme, er gestikuliert übertrieben und schreit dementsprechend herum, gleichzeitig wendet er sich an Feldmarschall Hering (Bezug auf Hermann Göring) und Dr. Gorbitsch (Bezug auf Joseph Goebbels). In dieser Szene trägt er die berühmte Mütze, die das Doppelkreuzsymbol zeigt, das auch den Hintergrund bei seiner Rede ziert. Der berühmt berüchtigte Satz "Demokratie Schtonk, Liberty Schtonk, Free Sprecken Schtonk" kommt hierbei heraus, etwas, das bis heute Kult ist und 1992 als Vorlage für den satirischen Film "Schtonk!" diente, der die Hitler-Tagebuch-Affäre thematisiert.

Man kann also sagen, dass es eine gelungene Parodie ist, die, obwohl der Krieg ein Verbrechen war, zeigt, dass man trotzdem über die Lächerlichkeit der Person Adolf Hitler lachen kann. Charlie Chaplin ist für dies Rolle perfekt geschaffen mit seinem kleinen Adolfbärtchen und seinen großen Augen, nicht zuletzt aufgrund seines schauspielerischen Talents, er bleibt eine Legende.

~Bücher-Liebhaberin~
0Kommentar2 von 2 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 4. Januar 2006
Nie zuvor und auch später nie wieder hat ein Film einer Person auf derart umfassende Weise den Spiegel vorgehalten - in Form einer unvergleichlich stilvollen Karikaturorgie.
Chaplin, das Mediengenie dieser Zeit, spielt nicht Hitler, er tut das einzige was noch blosstellender ist: er spielt den, der Hitler gerne wäre. Aller Größenwahn, alle Hybris verkörpert sich in Hynkel, dem Monster, das mit der ganzen Welt Roulette spielt.
Und dann, wenn alle die Konsequenzen die aus dieser Machtpolitik folgen, aufs Schrecklichste vergegenwärtigt sind, stellt der kleine Chaplin sich ans Mikrofon und beschämt die Welt mit einem Fanal der Humanität.
Diese Kritik an der damaligen Politik ist so groß, dass heute von vielen Hitler und der große Diktator in einem Atemzug genannt werden. Chaplins Hynkel ist für immer als schwarzer Schatten hinter dem ohnehin abgründigen Hitler in die Geschichte eingegangen, was den Film nur nochmals als strahlendes Glanzwerk adelt.
0Kommentar17 von 20 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 16. Januar 2006
Diesen Film zu produzieren war in dieser Zeit nicht einfach. Verblüffend die sensationell guten "Karikaturen" der Figuren Herring, Garbitsch, Napaloni und natürlich Hynkel. Betroffen macht einem heute, dass es Chaplin nur aufgrund von Vermutungen vermochte, die Geschichte vor dem Hintergrund des Weltkrieges II sehr wiklichkeitsgetreu zu erzählen, leider! Auch die Szene mit der Weltkugel, die in ihrer Weise allein schon Kult ist, hat unheimliche Gefühle ausgelöst, nachdem man tatsächlich im April 1945 in der zerbombten Reichskanzlei einen solchen Globus nahezu unversehrt vorfand. Auch die Rasierszene in seinem Frisöladen zu der entsprechenden Musik sowie die (im Original) nachgeahmte, unverständlich gehaltenen Reden als DIktator Hynkel mit der schnarrenden Stimme (Schtonk!), sind unnachahmlich und bereits legendär. Die Rede, die der als Hynkel gedachte Frisör zum Schluss des Films hält, ist aufrüttelnd und geht sehr tief und könnte heute noch jederzeit gehalten werden, ohne an Aktualität zu verlieren. Alles in allem ein grandioser, zu jener Zeit unglaublicher Film, der auch heute noch uneingeschränkt jedem empfohlen ist.
0Kommentar21 von 25 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
TOP 500 REZENSENTam 26. August 2014
Ein jüdischer Friseur kämpfte im Ersten Weltkrieg auf tomanischer Seite und rettete dem tomanischen Piloten Schultz das Leben, bezahlt dies aber mit einer Amnesie und einem jahrelangen Aufenthalt im Krankenhaus aus dem er 20 Jahre später flieht.
Tomanien hat sich jedoch verändert. Nun herrscht Anton Hynkel über das Land und hat alle Juden in Ghettos einsperren lassen, in denen sie terrorisiert und schikaniert werden.

Diese Satire ist in vielerlei Hinsicht einfach nur gelungen. Sie persifliert die damalige Realität in Deutschland ist zugleich aber unglaublich gut recherchiert.
So rettete wirklich ein Nazi einem Juden im Ghetto das Leben, dieser Nazi war Hitler persönlich. Hitler rettete Ernest Hess, unter welchem er im Ersten Weltkrieg gedient hatte, indem er dessen jüdische Vorfahren unter den Tisch fallen ließ und ihm einen neuen Pass besorgte. Hess kam wohl trotzdem ins Arbeitslager, überlebte den Krieg jedoch durch diese Hilfe Hitlers.
Auch die Affäre von Hitler und Eva Braun wird thematisiert (die damals wohl nur dem Geheimdienst bekannt sein durfte) so wie Hitlers Globus. Aus heutiger Sicht sind so viele damals nicht bekannte Fakten in diesem Film verarbeitet, dass man wohl vermuten kann, dass Chaplin Zuträger aus den Geheimdiensten hatte, die ihn mit Informationen versorgten.
So ist dieser Film sehr, sehr nahe an der Realität, aber nimmt dieser mit Slapstick ein wenig den Schrecken, denn damals wie heute galt es wohl, dass man die wahren Nachrichten und Neuigkeiten nur noch in der Satire findet und nur in der Satire die Wahrheit aussprechen darf.
Dieser Film ist heute aktueller denn je, wo viele Ereignisse sich zu wiederholen beginnen und Chaplins Rede am Schluss des Films passt auf unsere Zeit erneut, wie die Faust auf Auge und sollte den heutigen Politikern täglich vorgespielt werden.
Eine zeitlose Mahnung an die Menschlichkeit, zu Recht ein Klassiker.
Dem ist nichts hinzuzufügen:
"Das Leben kann ja so erfreulich und wunderbar sein. Wir müssen es nur wieder zu leben lernen. Die Habgier hat das Gute im Menschen verschüttet und Mißgunst hat die Seelen vergiftet und uns im Paradeschritt zu Verderb und Blutschuld geführt. Wir haben die Geschwindigkeit entwickelt aber innerlich sind wir stehen geblieben. Wir lassen Maschinen für uns arbeiten und sie denken auch für uns. Die Klugheit hat uns hochmütig werden lassen, und unser Wissen kalt und hart. Wir sprechen zu viel und fühlen zu wenig. Aber zuerst kommt die Menschlichkeit und dann erst die Maschinen. Vor Klugheit und Wissen kommt Toleranz und Güte. Ohne Menschlichkeit und Nächstenliebe ist unser Dasein nicht lebenswert. Aeroplane und Radio haben uns einander näher gebracht. Diese Erfindungen haben eine Brücke geschlagen, von Mensch zu Mensch. Die erfordern eine allumfassende Brüderlichkeit, damit wir alle Eins werden. Millionen Menschen auf der Welt können im Augenblick meine Stimme hören. Millionen verzweifelter Menschen, Opfer eines Systems, das es sich zur Aufgabe gemacht hat Unschuldige zu quälen, und in Ketten zu legen. Allen denen die mich jetzt hören rufe ich zu : Ihr dürft nicht verzagen! Auch das bittere Leid das über uns gekommen ist, ist vergänglich. Die Männer, die heute die Menschlichkeit mit Füssen treten werden nicht immer da sein. Ihre Grausamkeit stirbt mit ihnen, und auch ihr Hass. Die Freiheit, die sie den Menschen genommen haben, wird ihnen dann zurückgegeben werden. Auch wenn es Blut und Tränen kostet, für die Freiheit ist kein Opfer zu groß. "
0Kommentar6 von 7 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 9. Juli 2010
"Der große Diktator" wurde an anderer Stelle schon hoch in den Himmel gelobt und ich kann mich all jenen die von diesem Film begeistert sind nur anschließen. Meiner Meinung nach ist dieser Film der beste Chaplin und einer der besten Filme überhaupt. Auf alles hat Chaplin geachtet, er parodiert nicht nur die Personen und ihre Art, sondern auch die Symbole und Namen. Außerdem beweist Chaplin, dass er auch den Tonfilm beherrscht, denn "Der große Diktator" ist eine herrliche Mischung aus Wortwitz und altbekannter Situationskomik. Selten habe ich eine so scharfe, intelligente Parodie gesehen.
In diesem Film wird Hitler als das entlarvt was er ist, ein größenwahnsinniger Hochstapler mit Minderwertigkeitskomplexen, der leider viel zu viel Macht hatte. Chaplin hat Hitler bis ins kleineste Detail studiert und das merkt man in jeder Sekunde. Besonders während der Rede Hynkels wird das deutlich, aber auch wenn er sich von Kindern Blumen überreichen lässt und ein Baby auf den Arm nimmt. Heutzutage lassen sich solche Szenen in sogut wie jeder Dokumentation dieses Thema betreffend beobachten.
Einige Kritiker dieses Films, werfen Chaplin vor die ganze Situation ins Lächerliche zu ziehen und so der Ernsthaftigkeit der Thematik nicht gerecht zu werden. Dem kann ich nicht zustimmen, denn Chaplin war einer der wenigen, die die Bedrohung durch Deutschland und Hitler früh erkannten. Chaplin hat die Situation in Deutschland sehr genau analysiert und "Der große Diktator" hält sich, bei aller Parodie, sehr genau an die realen Verhältnisse. Allein die Konzentrationslager wurden zu psoitiv dargestellt, aber wie hätte Chaplin 1940 das Grauen in den KZs erahnen können.
Es ist wirklich erstaunlich, dass dieser Film schon zu Anfang des Krieges ein so genaues Bild zeichnen konnte und die Zusammenhänge erkannte.
So beginnt der Film mit dem 1.Weltkrieg, der einen maßgeblichen Einfluss auf die spätere Machtübernahme Hitlers hatte. Der 1. Weltkrieg ist Ausgangspunkt für eine Reihe von Ereignissen (Versailler Vertrag, Verbreitung der Dolchstoßlegende,...) die es Hitler erst ermöglichten Gehör beim Volk zu finden. So wurde auch von vielen Deutschen der 2.WK lediglich als Fortführung des 1.WK gesehen.
Auch die "Schaukelpolitik" Hitlers und die Rolle der Frau im 3.Reich wird in der Rede Hynkels thematisiert.
Chaplin geht auch auf die gespaltenen Ansichten der Ghettobewohner ein, von denen einige meinen, dass es nicht so schlimm ist und sich ihre Situation nicht weiter verschlechtern werde und die anderen, die meinen, dass die Ghettos erst der Anfang sind.
Der Film ist wahrlich lustig, doch zugleich birgt er eine unendliche Tragik in sich, die man erst nach Ende des Kriegs erfassen konnte.
So alt dieser Film auch ist, würde ich ihn trotzdem noch einem jungen Publikum empfehlen. Allerdings ist ein grundlegendes geschichtliches Vorwissen nötig um das Ausmaß dieses Meisterwerks begreifen zu können.

Zu DVD lässt sich sagen, dass man sich über die Bildqualität und Ton nicht beklagen kann. Ich kann nicht sagen in wie weit die Blu-Ray diesbezüglich besser ist, aber ich bin mir sicher, dass jeder Käufer mit der Qualität der DVD zufrieden sein müsste. Das Bonusmaterial ist auch ganz nett. Vor allem die 26 minütige Dokumentation hilft dem Zuschauer den Film besser zu verstehen, besonders wenn nur wenige geschichtliche Vorkenntnisse vorhanden sind. Auch ein Sketch wurde dem Bonusmaterial hinzu gefügt, der durchaus amüsant, meiner Meinung nach, allerdings nicht unbedingt einer von Chaplins besten gewesen ist.

Alles was jetzt noch zu sagen bleibt ist: SHTONK! ;)
1212 Kommentare32 von 39 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden