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5.0 von 5 Sternen Monteux und Franck - was für eine Symbiose!, 11. Dezember 2007
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Living Stereo: Franck: Symphony in d Minor / Stravinsky: Petrouchka (Audio CD)
Es ist schon ein wenig paradox: wo andere Plattenfirmen sich heutzutage mit langbeinigen Geigerinnen oder bildhübschen Sängerinnen, die dafür aber oftmals nur mittelmäßig begabt sind, zu überbieten suchen, schickt RCA die Legenden der Nachkriegsjahre in die Schlacht: Reiner, Monteux, Rubinstein, Heifetz, Munch - um nur einige zu nennen. Noch paradoxer erscheint indes die Tatsache, daß die RCA-Strategie Früchte trägt und sich Qualität bisweilen doch noch gegenüber schöner Optik erfolgreich beahupten kann. Mancher junge Hörer wird vielleicht verwundert die Ohren spitzen, wenn er nicht nur hört, wie gut diese fast schon vergessenen Interpretationen zum Teil sind, sondern auch welch phänomenalen Klang man schon in den 50ern bei entsprechender Technik einfangen konnte.
Von großer Bedeutung am Erfolg dieser Strategie ist vor allem, daß diese Wiederveröffentlichungen nicht lieblos, sondern mit höchster Sorgfalt sowie nach neuesten Standards aufgearbeitet wurden und dem geneigten Sammler die Möglichkeit bieten, legendäre, teils heute noch unerreichte Aufnahmen (von denen manche überhaupt bislang nur auf heute vergriffenen LPs erhältlich waren) zu erwerben.
Zwei der herausragenden Tondokumente jener Ära sind Pierre Monteuxs Einspielungen von Strawinskys Ballett Petruschka und César Francks Symphonie in d-moll. Strawinskys Werk erfährt hier eine Deutung, die vor allem auf spieltechnische Präzision und Transparenz in der Stimmführung setzt. Das Ergebnis, das Monteux hier mit den Bostonern erzielt, ist sicherlich qualitativ hochwertig; dennoch wird so mancher Zuhörer vielleicht aufgrund teils recht langsamer Tempi ein wenig den dramatischen Impetus der Handlung vermissen. Ich selbst ziehe beispielsweise Abbados Version (DGG) vor, wenngleich die vorliegende Einspielung zweifellos ihre Meriten hat. Es mangelt dieser Aufnahme keineswegs an Farbigkeit oder Brillanz, nur scheint mir Monteuxs Interpretation eher auf eine Darbietung einzelner Szenen ohne rechten Zusammenhang als auf eine stringente Handlung hinzuweisen.
Absolut unnachahmlich geriet dagegen die d-moll-Symphonie César Francks mit den Chicagoern. Selbst wenn einmal nicht der damalige Chefdirigent Fritz Reiner den Taktstock schwenkte, so wird auch unter anderer Ägide mehr als deutlich, welchen Ausnahmerang dieses Orchester und insbesondere seine Blechbläser zur damaligen Zeit einnahmen.
Die vergleichsweise unbekannte Symphonie Francks ist ein frühes Meisterwerk französischer Symphonik, das allerdings dreisätzig konzipiert ist. Gefürchtet ist es vor allem wegen seiner hohen technischen Ansprüche an die Spieler und die schwer auszulotende Balance im Tonsatz, da die Blechbläser allzu leicht das ganze Orchester zudecken können. Spätestens wenige Sekunden nach der Einleitung wird klar, daß diese Interpretation bis heute praktisch ihresgleichen sucht. Das forsche Thema mit den markanten Bläsereinwürfen springt den Hörer geradezu an, und doch schafft es Monteux irgendwie, den Spannungsbogen bis zur letzten Klimax des Satzes sogar noch weiter zu treiben. Nicht nur die heiklen Bläserpassagen sind vorzüglich ausbalanciert und traumwandlerisch sicher gespielt, nein, alle Musiker spielen, als ob es um ihr Leben ginge. Monteuxs sicheres Gespür für dramatische Momente und Effekte kommt dem Werk außerordentlich zugute und verhindert jederzeit ein Abdriften in seichte Untiefen, die diesem Werk im Falle mittelprächtiger Darbietungen so oft den Todesstoß versetzen. Des tragischen Eindrucks, den dieses Werk im Kopfsatz hinterläßt, scheint sich Monteux bewußt gewesen zu sein, denn selbst der langsame Satz, der als Bindeglied zwischen dem Dur-Finale und dem dunklen ersten Satz fungiert, gerät auf eigentümliche Weise ins Spannungsfeld dieser Kontraste. Wer das Werk also nicht kennt, dürfte hier zwischen den Eindrücken regelrecht hin- und hergerissen sein. Das Finale selbst ist die pure Spielfreude, die reine Lust am Musizieren - und geanu so verstehen es die Chicagoer auch! Brillante Farben in den Bläsern und triumphale, der Orgel nachempfundene, Klänge - das sind die Kennzeichen dieses Schlusses, die das Werk zu einem versöhnlichen und strahlenden Ende bringen. Und wer dieses Ende unter Monteux einmal gehört hat, wird es nicht wieder vergessen - garantiert!
Fazit: unbedingt zugreifen!!!
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Absolute Referenzeinspielung der Franck-Symphonie, 6. Januar 2009
Von 
Miehle (Baden-Württemberg) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Living Stereo: Franck: Symphony in d Minor / Stravinsky: Petrouchka (Audio CD)
Diese Einspielung der Franck-Symphonie ist bis heute völlig unerreicht. Der dritte Satz alleine rechtfertigt die Anschaffung eines SACD-Spielers. Die damit gekoppelte Petruschka-Einspielung ist die beste von Monteux, der das Werk uraufgeführt hatte. Aufgrund seiner damaligen engen Zusammenarbeit mit den Ballets russes von Diaghilev wählte er Tempi, die die Musik tanzbar sein ließen.
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