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27 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Triumph des Denkens !
Friedrich Weimer (Max Riemelt) erhält die Chance seines Lebens. Aus einfachen Verhältnissen stammend wird der 17-jährige Amateurboxer nach einem Kampf von einem Talentsucher eingeladen eine Eliteschule zu besuchen, welche ihm neben professionellem Boxtraining auch eine hohe akademische Ausbildung anbieten könnte. Der junge Berliner nimmt die...
Veröffentlicht am 26. August 2006 von Alex Winter

versus
11 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Schöne Bilder, aber insgesamt zu klischeehaft und vorhersehbar
Vielleicht hatte ich ja zu hohe Erwartungen an den Film, nachdem ich im Vorfeld soviel davon gehört habe und er mit Lob überschüttelt wurde. Aber dennoch: Ich habe versucht, ihn so offen und vorurteilsfrei wie möglich zu schauen. Viel geholfen hat es, dass ich Max Riemelt noch nie in einem Film gesehen habe und Tom Schilling bereits aus "Crazy"...
Veröffentlicht am 6. November 2007 von schwertlilie1981


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27 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Triumph des Denkens !, 26. August 2006
Rezension bezieht sich auf: Napola - Elite für den Führer (DVD)
Friedrich Weimer (Max Riemelt) erhält die Chance seines Lebens. Aus einfachen Verhältnissen stammend wird der 17-jährige Amateurboxer nach einem Kampf von einem Talentsucher eingeladen eine Eliteschule zu besuchen, welche ihm neben professionellem Boxtraining auch eine hohe akademische Ausbildung anbieten könnte. Der junge Berliner nimmt die Gelegenheit war und stellt sich damit gegen den Willen seines Vaters, der ihm die Möglichkeit verwehren möchte mehr aus seinem Leben zu machen. Auf der Schule lernt Martin den introvertieren Albrecht Stein (Tom Schilling) kennen. Zwischen beiden entwickelt sich eine enge Freundschaft, die bald eine harte Bewährungsprobe zu bestehen hat als Albrecht an der Politik der Schule Anstoß nimmt.

Was sich hier bis jetzt wie eine typische Aufsteiger-Geschichte gelesen hat, stellt sich im Film durch den politischen Hintergrund anders dar.

Die Handlung spielt in Deutschland während des zweiten Weltkriegs. Bei der Schule in die es Daniel verschlägt handelt es sich um eine Kaderschmiede der Nazis, eine sogenannte 'National politische Erziehungs-Anstalt' (NAPOLA), in der für Hitlers tausendjähriges Reich die kommende Elite herangezogen werden soll. In der ersten Hälfte des Films wird dieser Aspekt nur als Aufhänger verwendet. Es wird der Blickpunkt ganz auf Friedrichs Werdegang gelegt, ohne dass Kritik am bestehenden System geübt wird. Der Regisseur Dennis Gansel hat bewußt diese Art der Dramaturgie gewählt, um dem Zuschauer die damalige Faszination der Menschen an den Nazis vor Augen zu führen. An der Sympathiefigur Friedrich wird gezeigt wie leicht junge Menschen sich zu einem nach außen hin makellosem politischen System hingezogen fühlen können.

Gerade das ist ein Aspekt der in ähnlichen Filmen zur Bewältigung der NS-Vergangenheit bisher viel zu kurz gekommen ist. Erst in der zweiten Hälfte des Films, nach einer Jagd auf entflohene Kriegsgefangene kommen den Protagonisten Zweifel an Sinn und Moral der Anstalt.

Der Film ist ein Lehrstück für das Eintreten zu persönlichen Idealen auch gegen eine erdrückende fehlgeleitete Mehrheit.

Zum Bonusmaterial: Hervorzuheben ist ein sehr informatives Audiokommentar des Regisseurs, die kommentierten 'Deleted Scenes' und das MakingOf in der auch ein ehemaliger Schüler der NAPOLA zu Wort kommt.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Verführung der damaligen Jugend durch verharmlosende Werbung für die Napola, 15. April 2011
Von 
Josephine Sterner "Bücher-Liebhaberin" (Hérimoncourt, Frankreich) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Napola - Elite für den Führer (DVD)
"Napola" ist ein Film von unglaublicher Härte und Machtspielchen im dritten Reich. Wer nicht jeder Vorstellung der Napola-Erzieher entsprach, wurde als schwach und untauglich für das Deutsche Reich abgetan. Nicht nur der körperliche Druck im Sinne von härtestem Sport (Tauchen im Eiswasser, Werfen von Handgranaten etc.), sondern vor allem der Psychische belasten die Schüler dieser NS-Eliteschulen. Unwissende junge Burschen werden durch verharmlosende Werbung der Leiter dieser Schulen angelockt und verführt, sodass sie glauben Mitglied in der Napola zu sein, sei ein Traum und man könne viel im Leben erreichen, doch die Realität gestaltet sich sofort anders nach Einzug dorthin. Die Figur Albrecht begeht Selbstmord, um nicht weiter als Untertan dieses totalitären Staates zu dienen und in seiner Meinungsfreiheit unterdrückt zu werden. Viele Komponenten machen diesen Film zu etwas Besonderem, als da wären zwei Selbstmorde als Lösung dem Horrorszenario dieser Schulen zu entkommen, die Meldung gefallener Väter an sehr junge Schüler durch den Pastor, der Zwang dem deutschen Bild eines starken Mannes durch Vollkommenheit zu entsprechen, das Ausführen von Schießbefehlen gegenüber russischen Kindern und das Sich-Fügen und Unterordnen in den Staat und seinem Führer. Obwohl einige Handlungsstränge und die Napola Allenstein als geografischer Ort fiktiv sind, so ist der Film dennoch sehenswert, da die eiserne Disziplin und das "Im-Keim-ersticken" gegenüber allem was schwach war nicht zu leugnen sind und von diesen Elite-Schulen größtenteils ausging.

~Bücher-Liebhaberin~
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22 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Vergangenheitsbewältigung auf hohem Niveau, 4. Oktober 2005
Rezension bezieht sich auf: Napola - Elite für den Führer (DVD)
Nach "Der Untergang" und "Sophie Scholl" war dies der dritte deutsche Spielfilm der Jahre 2004/2005, die sich mit der nationalsozialistischen Vergangenheit Deutschlands beschäftigten.
Griffen die beiden erstgenannten Filme auf real existierende Figuren zurück, basiert "Napola" auf Augenzeugenberichten ehemaliger Napola-Schüler und Fachliteratur über die Grundsätze der National-sozialistischen Bildungspolitik.
In dem gründlich recherchierten Film treffen die beiden Jugendlichen Friedrich und Albrecht in einer sogenannten Napola (National-Politischer-Landesschulanstalt) aufeinander. Zwischen ihnen, dem "Vorzeige-Arier" Friedrich und dem schöngeistigen Albrecht, entwickelt sich eine ungewöhnliche Freundschaft.
Der Film wiegt den Zuschauer am Anfang in einer trügerischen Sicherheit. Abgesehen von den schwarzen Uniformen, dem Drill des cholerischen Sportlehrers und dem sadistischen Gruppenführer gewinnt man anfangs den Eindruck, dass sich die Abläufe in einer Napola wenig von dem Leben eines Internatsinsassen z. B. eines kirchlichen Trägers unterscheiden.
Durch seinen neuen Freund lernt Friedrich eines Tages dessen Vater, den Gauleiter Heinrich Stein, kennen. Dieser verachtet seinen schmächtigen Lyrik-schreibenden Sohn und bewundert den kraftvollen, athletischen Boxer Friedrich, ja geht zeitweise sogar so weit, dass er diesen seinem Sohn vorzieht.
Doch völlig unvorbereitet trifft den Zuschauer dann mit voller Wucht der Climax des Films. Wie so häufig werden die Schüler zu einer Nachtübung geweckt. Allerdings stellt sich schnell heraus, dass es diesmal ernst wird: sie werden als Helfer bei der Jagd nach entflohenen Gefangenen eingesetzt. Völlig unerfahren und auf sich selbst gestellt verliert die Gruppe die Nerven, als sie auf die Gefangenen trifft und eröffnet das Gewehrfeuer, dass 5 Menschen sofort tötet. Als sie sich den Toten nähern, stellen sie fest, dass es sich bei den Erschossenen um Kinder und Jugendliche in ihrem Alter handelt. Albrecht versucht verzweifelt, den einzigen Überlebenden medizinisch zu versorgen. Sein Vater tritt jedoch herbei und erschießt kaltblütig auch dieses Kind...
Allen Beteiligten ist ihr hohes Engagement anzumerken. Die schauspielerischen Leistungen sind exzellent. Vor allem Max Riemelt als Friedrich, Tom Schilling als Albrecht und Justus von Dohnanyi als Gauleiter Stein liefern eine brillante, erschütternde Vorstellung.
Welcher Aufwand vom Regisseur betrieben wurde, zeigt sich alleine daran, dass er drei Jahre benötigt hat, alleine um das Drehbuch fertig zu stellen. Über 600 Jugendliche wurden für die Rollen von Friedrich und Albrecht gecastet, bis man glaubte, die Idealbesetzung zu haben - und man hat sich darin nicht getäuscht.
Als Beigaben auf der DVD befindet sich noch der sehr informative Audio-Kommentar des Regisseurs sowie ein fast 40-minütiges Dreh-Tagebuch, dass weitere, beim ersten Anschauen verborgen gebliebene Aspekte des Films beleuchtet.
Die schon beinah obligatorischen Deleted Scenes runden die Specials ab. Die unter dem Menü-Punkt Interviews versteckten Schnipsel hätte man sich sparen können. Diese sind so kurz gehalten, dass ausführliche Statements der Darsteller etc. nicht zustande kommen.
Fazit: Besonders empfehlenswert
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5.0 von 5 Sternen Kammerspiel, 24. September 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Napola - Elite für den Führer (DVD)
1942, Berlin, im roten Wedding. Friedrich ist begeisterter Boxanhänger. Der Sportlehrer einer NaPoLa wird auf ihn aufmerksam und empfiehlt ihm dringend, dort weiterzumachen. In einer der Kaderschmieden der Nazis hätte er die wirklich einmalige Chance, bar jeder sozialen Stellung Karriere zu machen, eine fundierte Ausbildung zu bekommen, sogar in die SS aufzusteigen. Oder zu studieren, was immer er möchte. Eine Verlockung, der Friedrich unmöglich widerstehen kann; seine Familie gehört der Arbeiterklasse an und teilt die Ansichten Adolf Hitlers nicht. Friedrich ist Politik egal, er will nur Boxen und eine Zukunft haben.

Die NationalPolitischeAnstalt zeigt sich zunächst von ihrer besten Seite. Ein Schloss, gutes Essen, hervorragende schulische Betreuung, nette Stubenkameraden. Einer von ihnen weckt Friedrichs Interesse besonders: Albrecht Stein, Sohn des Gauleiters, Herausgeber der Schülerzeitung. Vom Vater abwertend "Schöngeist" genannt, leidet er unter der väterlichen Ignoranz seiner schriftstellerischen Fähigkeiten, denn an den Napolas werden sportlicher Drill, Kadavergehorsam und absolute Loyalität als Maß aller (deutschen) Dinge gefeiert.

Albrecht leidet, aber er hält durch. Friedrich bewundert die innere Härte, die viel stärker zu sein scheint als die anerzogene Moral der Herrenmenschen, die die Napola bevölkern und befehligen. Er bewundert aber auch die Schneidigkeit der Ausbilder, die Symbole, die Lieder, die Fahne, die mehr zählt, als das Leben. Hitler wollte eine grausame Jugend, ohne Mitleid, ohne Empathivermögen, kalt wie Kruppstahl und schön wie ein Riefenstahlfoto. Albrecht und Friedrich aber bewahren sich ihre innere Verletzlichkeit, was am Ende den Ausschlag für das Geschehen gibt.

Tom Schilling als Albrecht Stein und Max Riemelt als Friedrich Weimer sind die perfekte Besetzung und liefern ein kleines Kammerspiel großer Gefühle.
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15 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Jugend im Dritten Reich, 17. Juni 2006
Rezension bezieht sich auf: Napola - Elite für den Führer (DVD)
Dieser Film weißt viel Ähnlichkeit zu "Der Club der toten Dichter" auf. Inhaltlich geht es um die Freundschaft zweier Jugendlicher, die unterschiedlicher nicht sein könnten, und um deren Widerstand gegen ein kollektives System:

Friedrich Weimar (Max Riemelt) stammt aus einer Arbeiterfamilie. Aufgrund seines Boxtalents wird er vom Sportlehrer für die NaPolA Allenstein vorgeschlagen. Gegen den Willen seiner Eltern nimmt er das Angebot an und stiehlt sich nachts aus dem Elternhaus davon.

Albrecht Stein (Tom Schilling) ist der Sohn des Gauleiters, möchte anstelle einer Karriere in der NSDAP aber viel lieber Schriftsteller werden und ist auch sonst - zum Missfallen seines Vaters - eher "zart beseitet". Während Friedrich (aus dessen Perspektive der Film erzählt) sich anfangs noch durch Uniform und elitäres Gehabe blenden lässt, hat Albrecht das System schnell durchschaut. Die Freundschaft der beiden bekommt bald Risse und wird auf die Zerreißprobe gestellt, als beide einem Kommando zur Erschießung russischer Gefangener zugeteilt werden. Albrecht wendet sich nun endgültig gegen das Sytem und damit gegen seinen Vater. Wie in "der Club der toten Dichter" steht am Ende ein Selbstmord. Friedrich wird erst durch den Tod des Freundes wachgerissen und findet schließlich seine Form des Widerstands gegen das System...

Der historische Hintergrund des "Dritten Reiches" bleibt hier leider nur Staffage und erfüllt die gängigen Klischees. Gezeichnet wird das Bild eines Nazis, den man schon aufgrund seiner menschlichen Attribute als solchen erkennt:

Der Sportlehrer ist ein Leuteschinder, der ständig schreit, ansonsten aber feige ist. Der Gauleiter ist korrupt, ein Frauenheld und ein Trinker. Der Boxlehrer versucht seine gescheiterten Karriere-Träume als Boxer in seinen Schülern auszuleben. Auch was den Unterricht betrifft bleibt vieles unglaubwürdig: Granatenwerfen mit scharfen (!!!) Granaten und Eistauchen unter der Decke eines zugefrorenen Sees. Meiner Meinung nach hätte auch im Dritten Reich ein Sportlehrer, der aufgrund seiner Methoden bereits zwei Schüler auf dem Gewissen hat, seine Unterrichtserlaubnis verloren. Historisch ließe sich insofern sicher Vieles anzweifeln. Eine ausführliche Dokumentation zu den NaPolAs, in der auch Zeitzeugen zu Wort kommen, hätte vieles ins rechte Licht rücken können. Dass der Film dafür atmosphärisch sehr dicht ist, wozu auch die stimmige musikalische Untermalung beiträgt, macht wieder vieles wett. Dem Film gelingt es gerade zu Anfang ausgezeichnet die Begeisterung und Faszination junger Menschen für den Nationalsozialismus wiederzugeben. Selbst als Zuschauer wird man von Kameradschaft und elitärem Gehabe mitgerissen... Auch das im Film immer wieder auftauchende Leitmotiv "Eis" bzw. "Winter" ist hervorragend gewählt um den Film in seiner Aussage unterstützen... das eisige Gemäuer der Schule und ihre kaltherzige Ideologie, das Erfrieren jeglicher Freundschaft unter den Schülern, bis schließlich auch Friedrich und Albrecht von einer sprichwörtlichen Eiswand voneinander getrennt werden.

Zur Bonus-DVD: Hier finden sich einige deleted Scenes mit Audio-Kommentar des Regisseurs Dennis Gansel, die den Film aber nicht wesentlich berreichern und zurecht entfallen sind, sowie ein Video-Tagebuch, indem gezeigt wird, wie sich die Schauspieler auf den Dreh und ihre Rollen vorbereitet haben (Marschieren, Strammstehen etc.).

Insgesamt ist dieser Film nicht als Dokumentation historischer Ereignisse zu verstehen, sondern als Wiedergabe der Stimmung einer Zeit. Jedem, der Filme über Freundschaft mag, sei dieser Film ans Herz gelegt. Besonders den Jugendlichen, an die sich der Film richtet...
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15 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eine verführte Jugend..., 27. Juli 2005
Rezension bezieht sich auf: Napola - Elite für den Führer (DVD)
Deutschland im Spätsommer 1942. Die deutsche Öffentlichkeit ist noch fanatisiert im Glauben an den Endsieg. So auch der junge Friedrich Weimar, der, wie er glaubt, die Chance seines Lebens nutzen will, um Napola, eine Eliteschule der Nationalsozialisten, zu besuchen. Seine Familie ist dagegen und in seinem jugendlichen Idealismus kann er dies nicht verstehen. Er fälscht eine Unterschrift und begibt sich zur Ausbildung. Voller Optimismus unterwirft er sich den Ideologien der Ausbilder und glaubt voller Stolz das Richtige für sich und sein Vaterland zu tun. Doch seine Überzeugungen bekommen erste Risse, als sein Zug ein paar entflohene russische Kriegsgefangene jagen soll und er erkennt, daß so gar nicht zimperlich mit denen umgegangen wird. Friedrich ist in seinem Inneren abgestoßen von der Art und Weise, wie mit Schwachen und Wehrlosen umgegangen wird. Prägend ist dabei für ihn die Freundschaft zum sehr sensiblen Sohn des Gauleiters, der an der kompromißlosen Härte seines Vaters zerbricht. Desillusioniert erkennt Friedrich, daß er sich entscheiden muß, Teil der Maschinerie zu werden oder sich eben dem zu verweigern...
Dennis Gansel entwirft ein beeindruckendes Drama über deutsche Geschichte und eine Jugend, die von einer verbrecherischen Ideologie geblendet wurde bis sie ihr ganz verfallen war. Zweifelnde junge Männer wie Friedrich Weimar mögen die Ausnahme gewesen sein und doch zeigt der Film ganz genau den Werdegang eines solchen „Jungmanns". Beseelt vom Idealismus und dem Glauben an die Richtigkeit der Sache macht man irgendwann Kompromisse und schaut über Dinge hinweg, die man eigentlich nicht akzeptieren kann. Die Dinge nehmen ihren Lauf und gipfelten schließlich in der deutschen Jahrhundertkatastrophe. „Napola" zeigt auf senible Weise die Entwicklung des introvertierten Friedrich und gerade die leisen Töne wecken Mitgefühl und erzeugen eine unglaubliche Nähe zur Hauptfigur. Der Film ist bestes Beispiel, daß deutsche Geschichte am besten doch durch Deutsche aufgearbeitet werden kann.
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23 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Beindruckende Abrechnung mit totalitären Erziehungssystemen, 28. September 2005
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Napola - Elite für den Führer (DVD)
Ein Hinweis vorab: diese Rezension enthält _keine_ Spoiler, es wird also nichts verraten, was die Spannung beim Ansehen schmälern könnte.
Der Film spielt im Jahr 1942. Wir beobachten die Erlebnisse des sechzehnjährigen Friedrich, der aufgrund seiner hervorragenden Leistungen beim Boxen als Schüler in einer Napola aufgenommen wird, einer jener Internatsschulen, die im dritten Reich gegründet wurden, um Führungsnachwuchs für den NS-Apparat heranzuziehen. Dabei hatten die Schüler jede menschliche Regung wie Gewissen und Mitgefühl abzulegen und sich bedingungslos der NS-Ideologie und ihren verblendeten Anführern unterzuordnen. Als Friedrich dies erkennt, wird seine anfängliche Begeisterung von Zweifeln getrübt. Er freundet sich mit Albrecht, dem Sohn des Gauleiters, an. Albrecht ist ein Schöngeist und beginnt bald offen gegen das System zu rebellieren, während Friedrich sich widerwillig anpasst und unter dem Einfluss der Erzieher mehr und mehr verroht. Die Freundschaft dieser beiden ungleichen Charaktere ist das zentrale Motiv des Films. Je deutlicher die jugendlichen Protagonisten erkennen, dass sie missbraucht werden, desto gespannter stellt sich der Zuschauer die Frage, welche Konsequenz die Jungen daraus ziehen werden und ob es den perfiden Erziehern gelingen wird, den Willen der Schüler zu brechen.
In stimmigen, düsteren Bildern wird der Schulalltag dargestellt, bei dem nicht die geistige Bildung, sondern der militärische Drill im Vordergrund steht. Beklemmend authentisch erlebt der Zuschauer mit, was es heißt, Tag und Nacht von sadistischen Ausbildern bis aufs Blut gepeinigt zu werden. Die Rollen sind hervorragend besetzt: Friedrich, der naiv-sympathische Draufgänger, wird von Max Riemelt überzeugend dargestellt, während Tom Schilling den sensiblen, nachdenklichen Albrecht spielt. Auch Martin Goeres als Stubenkamerad mit Bettnäss-Problem und Michael Schenk als menschenverachtender Ausbilder wissen zu überzeugen.
Technisch gibt es an der DVD wenig auszusetzen, das Bild ist perfekt, der Sound gut, wenn auch die Dialoge manchmal schwer zu verstehen sind, vor allem wenn geflüstert oder im Hintergrund gejubelt wird. Hörgeschädigte werden keine Freude an dem Film haben, weil es keine Untertitel gibt.
Besonders hervorzuheben ist das Bonusmaterial. Neben den üblichen weggefallenen Szenen gibt es nämlich ein Making-of, das in Form eines Produktions-Tagebuchs gehalten ist und mit seiner Länge von gut 30 Minuten selbst schon als (Kurz)Film durchgehen würde. Hier lernt man die Hauptdarsteller einmal ohne ihre Uniformen kennen und erfährt einige interessante Details über die Dreharbeiten.
Fazit: Dieser Film ist eine Abrechnung mit dem totalitären System des Nationalsozialismus. Es wird nichts verherrlicht oder beschönigt. Um den Alltag in der Napola realistisch darzustellen, wird auch zu brutalen Bildern gegriffen - zwar nicht im Sinne von Splatter-Szenen, aber in Form ungeschminkter körperlicher und psychischer Gewalt, und es kommen Menschen durch Schusswaffengebrauch zu Tode. Wer da zart besaitet ist, sollte sich diesen Film nicht antun. Auch gibt es die eine oder andere Szene, die empfindsamere Gemüter zu Tränen rühren wird - Gefühlsduselei kann man dem Film aber dennoch nicht vorwerfen.
Konsequenterweise wurde auch auf Komik vollständig verzichtet. Angesichts der Thematik haben die Produzenten der Versuchung widerstanden, den für Pennäler-Filme typischen Klamauk einzubauen. Der Botschaft des Films kommt diese Ernsthaftigkeit nur zugute - 5 Sterne!
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22 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Elite für den Führer, 1. Juni 2005
Von 
Carl-heinrich Bock "Literatur- und Kinofan" (Bad Nenndorf) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (HALL OF FAME REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Napola - Elite für den Führer (DVD)
Wir schreiben das Jahr 1942, die Bombentrichter sind noch zählbar, die Schornsteine der Konzentrationslager rauchen scheinbar noch unbemerkt, das Hitler Regime befindet sich auf dem Höhepunkt seiner politischen und militärischen Macht. Der 17-jährige Friedrich Weimer (Max Riemelt), ein begabtes Boxtalent, entflieht seinem sozialdemokratischem Elternhaus im schäbigen Berliner Arbeiterbezirk Wedding. Über seinen Sportlehrer Vogler (Devid Striesow), öffnen sich für ihn die Türen zu der Nationalpolitischen Erziehungsanstalt NAPOLA, im ostpreußischen Allenstein. Hier verfolgt der Führer seine Schreckensvision von der Züchtung der Herrenmenschen.
Friedrich, der hier die Chance seines Lebens sieht aus der Arbeiterklasse aufzusteigen, wird uniformiert und wie seine Kameraden nationalsozialistischer Zucht und Ordnung unterworfen. In den Unterrichtstunden werden die Schüler mit Geschichtslügen und Rassenwahn konfrontiert ohne es zu bemerken. Der Konkurrenzkampf ist hart, es zählen nur Auslese, Leistung und bedingungslose Disziplin, und bei absolutem ideologischem Zwang herrschen nahezu sadistische Lehrmethoden.
Friedrich wird zum Boxchampion aufgebaut und befreundet sich mit dem sensiblen Albrecht Stein (Tom Schilling), dem Sohn des Gauleiters. Als dieser" Brachialnazi" Stein (Justus von Dohnanyi) auf seinem Herrensitz, an dem Tage seines Geburtstages, klar zu erkennen gibt, lieber einen Sohn wie Friedrich zu haben, die beiden Jungens gegeneinander boxen lässt, da bekommt die Freundschaft den ersten Knacks. Bei einem Einsatz gegen entflohene russische Kriegsgefangene, drückt auch Friedrich ab und beteiligt sich an dem Gemetzel. In einem Aufsatz prangert Albrecht das grausame „Abschlachten" an. Die Freundschaft zu Friedrich zerbricht. Albrecht kann einer Versetzung an die Front nur durch den Freitod entkommen. Jetzt erst wird Friedrich klar, dass er sich hat blenden und verführen lassen. Er bestreitet den letzten Boxkampf, verliert ihn absichtlich zum Entsetzten der Lehrer, Kameraden und nationalsozialistischer Parteigrößen, muss die Anstalt verlassen, ist dennoch der moralische Sieger.
Es ist ein überwältigendes Drama von einer ergreifenden Jugendfreundschaft. Bleibenden Eindruck hinterlassen vier Szenen, obwohl an allen Plätzen, an denen die Kamera auftaucht der absolute Ausnahmezustand herrscht.
Einer der unmenschlichen Lehrer, demütigt den Bettnässer Gladen (Martin Goeres), der zunächst vor versammelt angetretener Klasse seine Matratze vollpinkeln muss und dann bei einer Wehrübung mit scharfen Handgranaten den Opfertod wählt, um seine Kameraden zu retten. Diese beiden Szenen haben ein Dach, ebenso wie die nächsten beiden, nämlich die brutale Ermordung der russischen Kriegsgefangenen, und der grausame Lehrplan mit der Mutprobe unter dem Eis, bei dem „Napola", mit dem Tod Albrechts durch „Ertrinken", endet. Und so ist es Gansel gelungen einen Einblick ins braune Milieu zu vermitteln, ohne für das Thema mit seiner künstlerischen Darstellung zu werben.
Denken und Handeln im Bewusstsein der Würde des Menschen, ist im Kino eine Frage der vollständigen Gewissheit und Deutlichkeit, nicht der des guten Gewissens. Und so hinterlässt doch dieser aufwühlende Stoff, den Gansel „kritisch und intensiv", mit brillanten Schauspielern, ergreifend inszeniert hat, ein flaues Gefühl in der Magengegend.
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14 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Viel zu wenig beachteter Film!!!, 29. Dezember 2006
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Napola - Elite für den Führer (DVD)
Sehr sehenswerter Film,der sich hinter "Sophie Scholl"

nicht zu verstecken braucht.

Inhalt:Deutschland 1942:Der Arbeitersohn Friedrich geht gegen

den Willen seiner Eltern auf eine Eliteschule der Nazis.

Zunächst begeistert von den sich bietenden Lernmöglichkeiten,

freundet er sich mit seinem sensiblen Mitschüler Albrecht an.

Unter dessen Einfluss keimen bald auch in Friedrich Zweifel

am Nazi Regime. Die Inspiration zum Drehbuch lieferten Erzählungen

vom Grossvater des Regiesseurs Dennis Gansel,der im dritten Reich

einer Elite-Schule der Nazis angehörte.Und auch sonst beruht der Film

auf viele Aussagen von Zeitzeugen.

Wer sich für diese Thematik interessiert sollte sich diesen

Film nicht entgehen lassen.

Austattung:Bild:Sehr gut,Ton: gut,Extras: sehr gut.
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5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die DVD, 17. August 2005
Rezension bezieht sich auf: Napola - Elite für den Führer (DVD)
Da über den Film ohnehin schon viele Kritiken verfasst wurden und ich mir darüber hinaus auch nicht zutraue, einen von meinem persönlichen Geschmack unbeeinflusste Kritik zu schreiben, werde ich einfach nur ein paar Worte zu der DVD „Napola" an sich äußern:
Die Aufmachung ist sehr schön gelungen, das Menü ist übersichtlich und die Extras sehr liebevoll aufbereitet.
Es gibt Hintergrundinformationen zu den Napolas und den Darstellern, Interviews, zahlreiche nicht verwendete Szenen mit Audiokommentar des Regisseurs und ein wundervoll witziges Drehtagebuch (kein herzlos kommerzielles Making-of oder kommentarloses „Behind the scenes"), das einen den Entstehungsprozess des Filmes direkt und unmittelbar nachempfinden lässt.
Objektiv gesehen sind die Extras ausreichend, aber ich persönlich hätte gerne noch mehr; einfach, weil es so schön war...
Der sehr interessante und informative Audiokommentar zum Film wird ebenfalls vom Regisseur gesprochen, wobei es mir gefallen hätte, wenn sich auch einer der Hauptdarsteller daran beteiligt hätte, weil dadurch eine andere Dynamik entsteht und der Kommentar noch unterhaltsamer wird.
Leider fehlen jegliche Untertitel, auch Deutsch für Gehörlose, was die einzige Schwäche der DVD darstellt.
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Napola - Elite für den Führer
Napola - Elite für den Führer von Max Riemelt (DVD - 2005)
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