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am 24. September 2014
1942, Berlin, im roten Wedding. Friedrich ist begeisterter Boxanhänger. Der Sportlehrer einer NaPoLa wird auf ihn aufmerksam und empfiehlt ihm dringend, dort weiterzumachen. In einer der Kaderschmieden der Nazis hätte er die wirklich einmalige Chance, bar jeder sozialen Stellung Karriere zu machen, eine fundierte Ausbildung zu bekommen, sogar in die SS aufzusteigen. Oder zu studieren, was immer er möchte. Eine Verlockung, der Friedrich unmöglich widerstehen kann; seine Familie gehört der Arbeiterklasse an und teilt die Ansichten Adolf Hitlers nicht. Friedrich ist Politik egal, er will nur Boxen und eine Zukunft haben.

Die NationalPolitischeAnstalt zeigt sich zunächst von ihrer besten Seite. Ein Schloss, gutes Essen, hervorragende schulische Betreuung, nette Stubenkameraden. Einer von ihnen weckt Friedrichs Interesse besonders: Albrecht Stein, Sohn des Gauleiters, Herausgeber der Schülerzeitung. Vom Vater abwertend "Schöngeist" genannt, leidet er unter der väterlichen Ignoranz seiner schriftstellerischen Fähigkeiten, denn an den Napolas werden sportlicher Drill, Kadavergehorsam und absolute Loyalität als Maß aller (deutschen) Dinge gefeiert.

Albrecht leidet, aber er hält durch. Friedrich bewundert die innere Härte, die viel stärker zu sein scheint als die anerzogene Moral der Herrenmenschen, die die Napola bevölkern und befehligen. Er bewundert aber auch die Schneidigkeit der Ausbilder, die Symbole, die Lieder, die Fahne, die mehr zählt, als das Leben. Hitler wollte eine grausame Jugend, ohne Mitleid, ohne Empathivermögen, kalt wie Kruppstahl und schön wie ein Riefenstahlfoto. Albrecht und Friedrich aber bewahren sich ihre innere Verletzlichkeit, was am Ende den Ausschlag für das Geschehen gibt.

Tom Schilling als Albrecht Stein und Max Riemelt als Friedrich Weimer sind die perfekte Besetzung und liefern ein kleines Kammerspiel großer Gefühle.
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am 17. Juli 2016
Der knapp 18jährige Amateurboxer Friedrich (Max Riemelt) ergreift nach einem Kampf, den ein Trainer gesehen hat, die Chance, auf eine NAPOLA zu gehen, da er dort unabhängig von seiner Herkunft vorankommen kann, gegen den Willen des Vaters , Nazigegner, meldet er sich dort und nimmt begeistert an Kameradschaft, Drill und Ausbildung teil. Das ändert sich, als er den sensiblen schmächtigen literarisch interessierten Sohn des Gauleiters Stein (Justus von Dohnanyi), Albrecht (Tom Schilling kennenlernt, der das Geschehen hinterfragt, besonders nachdem die Jungmannen bewaffnet auf die Jagd nach entflohenen bewaffneten Kriegsgefangenen geschickt wurden und dann feststellen mussten, dass es unbewaffnete Jugendliche waren, die sie erschossen hatten.
Ein gedemütigter Bettnässer wird zum Helden hochstilisiert, nachdem er sich auf eine Stabhandgranate geworfen hatte, die einem Trümpel nach Scharfmachen auf den Boden gekullert war (pardon lieber Co-Kritiker, auch bei der Bundeswehr wird nicht mit Dummies geübt!). Ich habe hier eher einen Suizid mit gleichzeitiger Rettung der Kameraden als zweites Motiv gesehen). Und war der Ausbilder so eine Pfeife, dass er das Teil nicht aufheben und wegwerfen konnte? Bei 4,5 sec Zündverzögerung? Albrecht, dessen Übernazi-Vater ihn verachtet und das vor einer Gesellschaft zu seinem Geburtstag auch sehr deutlich spüren lässt (hier Claudia Michelsen als seine Mutter als "Gast"?), öffnet Friedrich durch seinen Selbstmord unter dem Eis (sonst hätte er mit der SS an die Ostfront gemusst) die Augen, und er findet einen besonderen Weg, von der Eliteschmiede gefeuert zu werden.

In dem Film von Dennis Gansel, auch Drehbuch-Koautor, spielen wirklich gute Darsteller, überzeugend ist nur der junge Max Riemelt, der sehr natürlich und glaubhaft wirkt, der Gauleiter ist eine Karikatur, ebenso der Schinder von Ausbilder, und auch Tom Schilling als sensibler Literat, der von seinem Vater gedemütigt wird, bleibt (un!)dank der Inszenierung blass. Viele Darsteller hätten differenziertere Rollen spielen dürfen und das sicher auch gekonnt. Und war die bezaubernde Julie Engelbrecht, Tochter der leider viel zu früh verstorbenen Constanze, nicht auch nur "Gast"?
Der Film war eine derart plumpe und vorhersehbare Schwarz-Weiß-Malerei, dass es stellenweise schon peinlich war, sehenswert war alleine Max Riemelt, und das hier auch nicht zum letzten Mal.
Ich kann zu dem Film nur raten, wenn man sich mal richtig ärgern will, die DVD bekommt das Soziale Kaufhaus in Geldern.

Doc Halliday
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am 19. April 2016
Da ich glaube, dass dieser Film sehr ausführlich von einigen Rezensenten bereits beschrieben ist, beschränke ich mich auf meinen Eindruck des Films. Es geht hier also um die NAPOLA, die Eliteschule Hitlers, die im zweiten Weltkrieg halbe Kinder in den Krieg schicken, um sie als Kanonenfutter zu verheizen, und die , um sie tauglich dafür zu machen, einem harten Drill unterworfen werden mit unsäglichen Grausamkeiten.und Demütigungen. Ich habe sehr mitgelitten in diesem Film , da ich ihn sehr realistisch fand, auch wenn einige Rezensenten meinen, dass hier wieder Klischees aufgearbeitet wurden. Mich hat die die Freundschaft zwischen dem jungen idealistischen Friedrich (Max Riemelt) und dem sensiblen Albrecht , dessen Vater Gauleiter ist, und er (der Sohn) das System ablehnt, sehr beeindruckt. Einige Rezensenten haben es sehr gut beschrieben, hier der eine, der aus ärmlichen Verhältnissen kommt und seine Chance ergreifen will und dort der Feingeist, der spürt, was für eine Schreckensherrschaft die Nazis aufgebaut haben. Klischee ist vielleicht, dass Friedrich eine athletische Figur hat und Albrecht klein und körperlich unterlegen dargestellt wird. Sein Vater sagt bezeichnenderweise nach dem Selbstmord seines Sohnes "zu schwach" . Er hat ihn nie akzeptiert, seine Talente nie gewürdigt, sondern im Gegenteil kleingemacht. Sehr gute Schauspieler;. David Striesow als Boxlehrer , sehr hart und ohne Mitleid, um den Gegner im Ring bis zum K.O. fertigzumachen, alles für den Führer. So versucht er auch den jungen Friedrich, in dem er ein grosses Talent sieht, hinzubiegen, Max Riemelt als "normaler", kumpelhafter und symphatischer Typ und Tom Schilling, der den Schöngeist spielt, der mehr hinter die Kulissen blickt und was wirklich hinter all diesen "Äusserlichkeiten" dieses Internats steckt, Uniform, schönes Gebäude, gute Verpflegung, vordergründige Kumpelhaftigkeit. Dahinter ein grausames und verachtendes Menschenbild. Er hält diese Grausamkeiten, auch gegenüber den Menschen nicht mehr aus, als sie nachts in einer sogenannten "Übung" Flüchtlinge wieder "einfangen" sollen und es zur Schiesserei kommt gegen diese unbewaffneten Menschen, die 'alle sterben. Er ist entsetzt über die Grausamkeit seines Vaters., der diese "Übung" angeordnet hat. Denn alle, die starben, waren noch halbe Kinder bzw. Jugendliche , zum Teil in dem Alter von Albrecht und Friedrich. Das stellt ihre Freundschaft auf eine harte Probe. Auch Justus von Dohnany spielte seine Rolle als böser Nazi überzeugend - ohne Mitleid mit irgendjemandem, noch nicht einmal mit seinem Sohn. Diese Rolle wirkte allerdings etwas klischeehaft, da viele nicht so waren, sondern viel subtiler. Was mich sehr berührt hat, war, wie die Jungen dann im See in ein Eisloch steigen mussten im Winter ohne Bekleidung, um dann im nächsten Eisloch einige Meter weiter weg wieder herauszukommen. Um das Eisloch zu finden, mussten sie sich an einem Strick entlang hangeln. Diese Szene mit Albrecht war sehr berührend. Man merkte, dass er das als Ausweg suchte, um dem Leben, das er nicht wollte, zu entkommen. Seine Alternative wäre für den jungen Schöngeist, der Gedichte schrieb und das Nazi-Regime hasste, zur Waffen-SS einberufen zu werden, was sein Vater bereits in die Wege geleitet hatte. Man sah noch, wie er einen kurzen Moment überlegte und dann den Strick losliess und ertrank. Er wusste, er hatte in diesem Regime keine Überlebenschance mehr, und er wollte auch nicht auf Menschen schiessen. Als der Freund starb, war das das "Wachwerden" von Friedrich und er stand der NAPOLA nicht mehr so kritiklos gegenüber. Er wehrte sich auf seine Weise, u.a. in dem er einen wichtigen Boxkampf verlor, wahrscheinlich absichtlich, weil er nicht mehr der Spielball für dieses Regime sein wollte und auch seinen toten Freund vielleicht auf seine Art rächen wollte. Danach musste er die NAPOLA verlassen, nicht ohne noch einmal tief von dem Direktor gedemütigt worden zu sein. Somit war sein Traum ausgeträumt. Er hatte nicht das gemacht, was man von den "Jungmannen" , die schliesslich alles für den Führer geben sollten in allen Bereichen, erwartet. Somit wurde er ausgeschlossen und gedemütigt. Dieser Film konnte schon etwas klischeehaft sein, um zu zeigen, wie das System funktionierte. Und soweit ich gelesen habe, hat man sich auf Augenzeugenberichte gestützt. Es erinnerte mich auch so ein bisschen , wie das in der HJ funktioniert haben muss, vordergründig Kumpelhaftigkeit, Abenteuerspiele und Zusammenhalt (wie beim CVJM oder der KJG - Evangelische und Katholische kennen das, aber da ist es ja positiv). damit die Jungen unbemerkt "auf Linie" gebracht worden sind. Es sind ganz subtile Mittel. Und ich glaube deshalb, dass so etwas auch heute wieder passieren könnte, gerade heute, obwohl ich gedacht habe, auch wir haben etwas aus den beiden Weltkriegen und ganz besonders aus dem 2. Weltkrieg gelernt: Nie wieder einem heilversprechenden Führer oder Führerin hinterherlaufen, der/die für alles eine Lösung hat. Dafür steht dieser Film exemplarisch: Für die Verführbarkeit der Menschen, nicht nur der Jugend, auch der Älteren. Da spielen Ethik und Moral keine Rolle mehr, wenn man erst einmal in dem System drin ist. . Nicht die Verführbarkeit ist das eigentliche Problem, sondern dass man es rechtzeitig erkennt und aussteigt. Und hier in dem Film war es ja offensichtlich, welches Menschenbild herrschte. Aber wer sich gegen die Diktatur auflehnte, war unter Hitler so gut wie tot. Wer will es denn dann verurteilen, dass die meisten Menschen sich so durchlavierten. Viele andere, die später sagten "Aber Ihr müsst das doch gewusst haben......" , hätten nicht anderes gemacht. Denn ich denke schon , jeder hängt an seinem Leben. Um so mehr muss man den Widerstandsbewegungen Respekt zollen, die es damals gab und auch viele Menschen in Deutschland haben anderen Menschen, die verfolgt wurden, geholfen. Auch das muss man dann sagen, und nicht jeder Deutscher war ein Nazi, nur weil er diesen Krieg irgendwie überleben wollte. Allerdings kennen die ganz Jungen keine Kriege mehr, ich weiss nicht, inwieweit die Generation der 15-16-17järigen und darüber in der Schule heute sprechen und ob auch alles richtig transportiert wird. Denn es gibt kaum noch Zeitzeugen. Die Nachkriegsjugend, die im Krieg bis etwa in die 60-er Jahre geboren worden ist, hat das noch hautnah mitbekommen, weil alles im Aufbau war und die Väter noch selbst im Krieg waren. In den 60er und 70erJahren wurde viel gesprochen und diskutiert darüber in den Familien. Und es stimmt längst nicht, dass alle Eltern geschwiegen haben und nicht mit ihren Kindern darüber geredet haben, wie es heute immer dargestellt wird. Deshalb habe ich auch meine Zweifel, ob heute die Geschichte nicht auch oft etwas verfälscht in den Schulen wiedergegeben wird, wenn überhaupt, weil man sich eben nicht mehr auf die Zeitzeugen und höchstens noch auf die Generation danach stützen kann, die aber auch schon um die 70 sind. Wenn diese Generation mal ausstirbt, befürchte ich auch, dass das Vergessen mehr überhand nimmt. Heute würde es sogar - so ist meine Meinung - genauso passieren können. Darum finde ich diesen Film wichtig und richtig und sehenswert.
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am 11. September 2015
Der Film ist eigentlich eine Schande !!!!! Und zwar insoweit das es die Blu-ray nur in Spanien zu kaufen gibt !!!
Obwohl es ein Deutscher Film ist der auch noch mit Deutschem Geld gefördert wurde !
Dasselbe gilt für Sophie Scholl Blu-ray die es nur in England zu kaufen gibt .
Ansonsten gibt es nichts zu klagen , bild und Ton sind Top .
Der Film sowieso .
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am 28. November 2015
Gut gemachter Film, bei dem der historische Hintergrund meines Erachtens jedoch ein wenig zu knapp abgehandelt wird. Daher ein Stern Abzug.
Beinahe interessanter als der Hauptteil selbst ist erstaunlicherweise das Bonusmaterial, welches die Hintergründe zur Entstehung dieses Films
schildert.

Insgesamt empfehlenswert.
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am 26. August 2006
Friedrich Weimer (Max Riemelt) erhält die Chance seines Lebens. Aus einfachen Verhältnissen stammend wird der 17-jährige Amateurboxer nach einem Kampf von einem Talentsucher eingeladen eine Eliteschule zu besuchen, welche ihm neben professionellem Boxtraining auch eine hohe akademische Ausbildung anbieten könnte. Der junge Berliner nimmt die Gelegenheit war und stellt sich damit gegen den Willen seines Vaters, der ihm die Möglichkeit verwehren möchte mehr aus seinem Leben zu machen. Auf der Schule lernt Martin den introvertieren Albrecht Stein (Tom Schilling) kennen. Zwischen beiden entwickelt sich eine enge Freundschaft, die bald eine harte Bewährungsprobe zu bestehen hat als Albrecht an der Politik der Schule Anstoß nimmt.

Was sich hier bis jetzt wie eine typische Aufsteiger-Geschichte gelesen hat, stellt sich im Film durch den politischen Hintergrund anders dar.

Die Handlung spielt in Deutschland während des zweiten Weltkriegs. Bei der Schule in die es Daniel verschlägt handelt es sich um eine Kaderschmiede der Nazis, eine sogenannte 'National politische Erziehungs-Anstalt' (NAPOLA), in der für Hitlers tausendjähriges Reich die kommende Elite herangezogen werden soll. In der ersten Hälfte des Films wird dieser Aspekt nur als Aufhänger verwendet. Es wird der Blickpunkt ganz auf Friedrichs Werdegang gelegt, ohne dass Kritik am bestehenden System geübt wird. Der Regisseur Dennis Gansel hat bewußt diese Art der Dramaturgie gewählt, um dem Zuschauer die damalige Faszination der Menschen an den Nazis vor Augen zu führen. An der Sympathiefigur Friedrich wird gezeigt wie leicht junge Menschen sich zu einem nach außen hin makellosem politischen System hingezogen fühlen können.

Gerade das ist ein Aspekt der in ähnlichen Filmen zur Bewältigung der NS-Vergangenheit bisher viel zu kurz gekommen ist. Erst in der zweiten Hälfte des Films, nach einer Jagd auf entflohene Kriegsgefangene kommen den Protagonisten Zweifel an Sinn und Moral der Anstalt.

Der Film ist ein Lehrstück für das Eintreten zu persönlichen Idealen auch gegen eine erdrückende fehlgeleitete Mehrheit.

Zum Bonusmaterial: Hervorzuheben ist ein sehr informatives Audiokommentar des Regisseurs, die kommentierten 'Deleted Scenes' und das MakingOf in der auch ein ehemaliger Schüler der NAPOLA zu Wort kommt.
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"Napola" ist ein Film von unglaublicher Härte und Machtspielchen im dritten Reich. Wer nicht jeder Vorstellung der Napola-Erzieher entsprach, wurde als schwach und untauglich für das Deutsche Reich abgetan. Nicht nur der körperliche Druck im Sinne von härtestem Sport (Tauchen im Eiswasser, Werfen von Handgranaten etc.), sondern vor allem der Psychische belasten die Schüler dieser NS-Eliteschulen. Unwissende junge Burschen werden durch verharmlosende Werbung der Leiter dieser Schulen angelockt und verführt, sodass sie glauben Mitglied in der Napola zu sein, sei ein Traum und man könne viel im Leben erreichen, doch die Realität gestaltet sich sofort anders nach Einzug dorthin. Die Figur Albrecht begeht Selbstmord, um nicht weiter als Untertan dieses totalitären Staates zu dienen und in seiner Meinungsfreiheit unterdrückt zu werden. Viele Komponenten machen diesen Film zu etwas Besonderem, als da wären zwei Selbstmorde als Lösung dem Horrorszenario dieser Schulen zu entkommen, die Meldung gefallener Väter an sehr junge Schüler durch den Pastor, der Zwang dem deutschen Bild eines starken Mannes durch Vollkommenheit zu entsprechen, das Ausführen von Schießbefehlen gegenüber russischen Kindern und das Sich-Fügen und Unterordnen in den Staat und seinem Führer. Obwohl einige Handlungsstränge und die Napola Allenstein als geografischer Ort fiktiv sind, so ist der Film dennoch sehenswert, da die eiserne Disziplin und das "Im-Keim-ersticken" gegenüber allem was schwach war nicht zu leugnen sind und von diesen Elite-Schulen größtenteils ausging.

~Bücher-Liebhaberin~
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am 4. Oktober 2005
Nach "Der Untergang" und "Sophie Scholl" war dies der dritte deutsche Spielfilm der Jahre 2004/2005, die sich mit der nationalsozialistischen Vergangenheit Deutschlands beschäftigten.
Griffen die beiden erstgenannten Filme auf real existierende Figuren zurück, basiert "Napola" auf Augenzeugenberichten ehemaliger Napola-Schüler und Fachliteratur über die Grundsätze der National-sozialistischen Bildungspolitik.
In dem gründlich recherchierten Film treffen die beiden Jugendlichen Friedrich und Albrecht in einer sogenannten Napola (National-Politischer-Landesschulanstalt) aufeinander. Zwischen ihnen, dem "Vorzeige-Arier" Friedrich und dem schöngeistigen Albrecht, entwickelt sich eine ungewöhnliche Freundschaft.
Der Film wiegt den Zuschauer am Anfang in einer trügerischen Sicherheit. Abgesehen von den schwarzen Uniformen, dem Drill des cholerischen Sportlehrers und dem sadistischen Gruppenführer gewinnt man anfangs den Eindruck, dass sich die Abläufe in einer Napola wenig von dem Leben eines Internatsinsassen z. B. eines kirchlichen Trägers unterscheiden.
Durch seinen neuen Freund lernt Friedrich eines Tages dessen Vater, den Gauleiter Heinrich Stein, kennen. Dieser verachtet seinen schmächtigen Lyrik-schreibenden Sohn und bewundert den kraftvollen, athletischen Boxer Friedrich, ja geht zeitweise sogar so weit, dass er diesen seinem Sohn vorzieht.
Doch völlig unvorbereitet trifft den Zuschauer dann mit voller Wucht der Climax des Films. Wie so häufig werden die Schüler zu einer Nachtübung geweckt. Allerdings stellt sich schnell heraus, dass es diesmal ernst wird: sie werden als Helfer bei der Jagd nach entflohenen Gefangenen eingesetzt. Völlig unerfahren und auf sich selbst gestellt verliert die Gruppe die Nerven, als sie auf die Gefangenen trifft und eröffnet das Gewehrfeuer, dass 5 Menschen sofort tötet. Als sie sich den Toten nähern, stellen sie fest, dass es sich bei den Erschossenen um Kinder und Jugendliche in ihrem Alter handelt. Albrecht versucht verzweifelt, den einzigen Überlebenden medizinisch zu versorgen. Sein Vater tritt jedoch herbei und erschießt kaltblütig auch dieses Kind...
Allen Beteiligten ist ihr hohes Engagement anzumerken. Die schauspielerischen Leistungen sind exzellent. Vor allem Max Riemelt als Friedrich, Tom Schilling als Albrecht und Justus von Dohnanyi als Gauleiter Stein liefern eine brillante, erschütternde Vorstellung.
Welcher Aufwand vom Regisseur betrieben wurde, zeigt sich alleine daran, dass er drei Jahre benötigt hat, alleine um das Drehbuch fertig zu stellen. Über 600 Jugendliche wurden für die Rollen von Friedrich und Albrecht gecastet, bis man glaubte, die Idealbesetzung zu haben - und man hat sich darin nicht getäuscht.
Als Beigaben auf der DVD befindet sich noch der sehr informative Audio-Kommentar des Regisseurs sowie ein fast 40-minütiges Dreh-Tagebuch, dass weitere, beim ersten Anschauen verborgen gebliebene Aspekte des Films beleuchtet.
Die schon beinah obligatorischen Deleted Scenes runden die Specials ab. Die unter dem Menü-Punkt Interviews versteckten Schnipsel hätte man sich sparen können. Diese sind so kurz gehalten, dass ausführliche Statements der Darsteller etc. nicht zustande kommen.
Fazit: Besonders empfehlenswert
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am 11. März 2016
Dramatischer Film der sehr drastisch die Aufzucht der HJ zeugt,
Wie die jungen Männer manipuliert und unter Druck gesetzt wurden.
Die Ausselektierung der jungen Männer für den "Anspruch nicht genügen"
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TOP 1000 REZENSENTam 29. März 2013
Im dritten Reich wurden die Nationalpolitische Erziehungsanstalten auch "Napola" genannt. Es waren Internatsoberschulen, die vor allem aus Gemeinschaftserziehungsstätten fungierten. Der Besuch der Schule führte zur Hochschulreife. Die Schulen waren Eliteeinrichtungen zur Heranbidlung des nationalsozialistischen Nachwuchses. "Tüchtig an Leib und Seele für den Dienst an Volk und Staat" - so war der Leitgedanke. Die Lehrer hatten die Aufgabe ihre Schüle zur kommenden Führungsschicht Deutschland auszubilden. Es bliebt aufgrund des Krieges nicht aus, dass sich diese Schulen immer mehr zu Nachwuchsschulen für Wehrmacht und SS entwickelten. Dennis Gansels Film "Napola" aus dem Jahr 2004 erzählt seine Geschichte über eine Freundschaft von zwei sehr unterschiedlichen, gleichaltrigen Napola-Schülern. Der 17jährige Friedrich (Max Riemelt) ist ein begeisterter Sportler, vor allem das Boxen hat es ihm angetan. 1942 wird er von einem Sportlehrer der Napola (Devid Striesow) bei einem Boxkampf im Berliner Wedding gesehen und erhält von diesem den Rat sich dringend um einen Platz in die Napola Allenstein (fiktiv) zu bemühen. Tatsächlich schafft Friedrich ohne Wissen seines regimekritischen Vaters die Aufnahmeprüfung an der Eliteschule. Doch der Vater verbietet ihm die Schule zu besuchen. Heimlich fälscht Friedrich die Unterschrift des Erziehungsberechtigten und ist somit neuer Schüler des Nazi-Internats. Dort freundet er sich sehr schnell mit dem sensiblen Schöngeist Albrecht Stein (Tom Schilling), dessen Vater (Justus von Dohnany) ein angsehener Gauleiter ist und sich eher für seinen sanften Sohn zu schämen scheint. Die Methoden in der Schule sind mitunter nicht nur hart, sondern sehr unmenschlich. So muss der Bettnässer Siegfried Gladen (Martin Goeren) drakonische Strafen über sich ergehen lassen. Nur schwer kann Friedrich von der Faszination des Nazi-Menschenbildes abrücken....Dennis Gansels "Napola" ist erst in zweiter Linie Geschichtsaufarbeitung, dominierend funktioniert das Jugenddrama als Genrefilm mit viel Ähnlichkeit zu Filmen wie "Evil" oder "King of Devils Island", also so eine Art "Club der toten Dichter" in historischem Gewand. Dabei kann Gansel auf zwei hervorragende Jungdarsteller zurückgreifen, die den Film mühelos tragen können. "Napola" ist für mich eine viel bessere Arbeit als Gansels "Die Welle", dem populären Jürgen Vogel Film über ein Sozialexperiment und offensichtliche Parabel über das dritte Reich. "Napola" setzt auf eine effektive Kameraarbeit: Thorsten Breuers Bilder zeigt perfekt ausgeleuchtete blonde Jünglinge mit nacktem Oberkörper - die Riefenstahl Optik sorgt bein Zuschauer für das zwiespätige Gefühl, dass der Film lange Zeit vermitteln will. Erst durch die Erschießung der polnischen Jugendlichen wird der Zuschauer wachgerüttelt. Dies hat Gansel dramaturgisch sehr gut gemacht, denn spätestens hier erfolgt dann auch Demaskierung der Ideologie.
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