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3,9 von 5 Sternen
American Splendor (Digipack)
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13 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
...habe zuvor weder die Comicreihe noch den Regisseur, noch Harvey Pekar, noch irgendetwas anderes von dem Film bzw. der DVD gehört.

War ein reiner Blindkauf und naja - die Aufmachung der DVD und die Tatsache, dass der Film in Cannes war bzw. äußerst erfolgreich am Sundance Filmfestival mitgemacht hat, hat mich auf den Kauf nur noch neugieriger gemacht.

Also. Zum Film. Zur DVD.

Der Film ist eine quasi eine ungewöhnliche Mischung aus Comicverfilmung und Autobiographie. Und zwar gibt es in Amerika tatsächlich die Comicreihe "American Splendor" und dieser Film ist quasi der Leinwand-Pendant zu den Comics.

Zuerst war ich etwas verwirrt, als ich den Film zum ersten Mal sah - da ist Harvey Pekar anfangs zu sehen, wie er durch die Straßen von Philadelphia zieht und von seinem Leben erzählt und plötzlich - Schnitt - sieht man den Sprecher der Stimme in einem Tonstudio stehen. Nur ist dieser ein komplett anderer Mensch bzw. Schauspieler. Also - wieso um Himmels Willen wird da der Off Sprecher so aufdringlich gezeigt und wieso erzählt dieser von "seinem" Leben einfach so in die Kamera weiter? Was ist jetzt mit dem Typen, der vorher noch beim Schlendern durch die Straßen gezeigt wurde, geschehen?

Die Aufklärung ist, dass dieser Mann im Tonstudio der richtige, der wahrhafte Harvey Pekar ist und - man höre und staune - mehr oder weniger sein vom Schauspieler "nachgespieltes" Leben kommentiert. Eine für mich komplett neue Kombination.

Der Vorteil dieser Technik ist, dass es das Passierte immens auflockert bzw. hatte es für mich den Effekt, dass sich der Film nicht bzw. wie es bei mancher biographischen Verfilmung gerne vorkommt, unnötig in die Länge zieht.

Naja - sei's wie's sei - der Film bleibt jedenfalls doch ein kleinwenig dem Klischee verfilmter Autobiographien treu. Gegen Ende hat er seine leichten Längen und irgendwie ist mir die ganze Geschichte doch ein wenig zu abrupt zu Ende gewesen.

Mein Kurzresümee ist jedenfalls doch sehr positiv, weil der Film einfach aus der Masse heraussticht und der ganz eigene Humor bzw. die Dinge die in Harvey Pekars Leben passieren doch irgendwie einzigartig ist.

Was noch zu erwähnen wäre, ist der Soundtrack. Schönster Jazz. Aber am besten selbst hören.

Zur DVD:

Feines Bild. Stimmige Menüs. O-Ton. Leider nur deutsche Untertitel.

Das Bonusmaterial ist dabei auch nicht übel. Neben einen wirklich schönen Audiokommentar (wo endlich wieder einmal mehrere Leute vor dem Mikro versammelt sind und wo eine ganz besondere "Gruppendynamik" herrscht) ist auch ein kurzes Making-Of bzw. Interviews mit den Schauspielern enthalten. Hervorzuheben ist dabei auch noch ein kurzer Beitrag über die Festspiele in Cannes, wo man den richtige Harvey Pekar samt Familie zu Gesicht bekommt.

Also, die DVD bekommt eine klare Empfehlung von mir - für mich hat es sich ganz bestimmt ausgezahlt, diesen Film zu erstehen.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 22. Juni 2007
Kurzrezension? Der Film ist eine Perle! Weniger eine typische "Komödie für die ganze Familie" und vielmehr spezieller Subkultur-Humor. Wer über Filme wie "Der Mondmann" oder "Herr Lehmann" lachen kann, ist hier genau richtig.

Die verschiedenen Erzählebenen (der echte Pekar damals und heute, Giamatti als Pekar, und die Comics) sind anfangs etwas ungewohnt, aber man findet sich schnell ein. Die Story ist kaum existent - eben die Biographie eines ganz normalen Lebens. Was den Film so einzigartig macht, sind die Charaktere: Giamatti läuft in seiner Hauptrolle als skurriler Alltagsmensch Pekar zu Höchstform auf. Jedes genervte Augenrollen, jedes Satzende mit "..., man!" in so ungewohnt hoher Stimme ist ein Brüller. Aber auch die Nebendarsteller überzeugen: der bekennende "Genuine Nerd" Toby, die exzentrische Joyce, alle sind ungemein sympathisch und passend wunderbar zusammen.

Aber um auf Kritikpunkte anderer Rezensenten einzugehen: In deutscher Fassung war er wirklich nicht lustig. Charme und Wortwitz gehen in der Übersetzung total verloren, die Synchronstimmen können nicht annähernd mithalten. Daher mein Tipp: unbedingt in O-Ton ansehen! Leider wurde versäumt, auch englische Untertitel mitzuliefern.

Das auf der Einzel-DVD enthaltene Bonusmaterial umfasst Trailer, Hinter-den-Kulissen-Material und ein Kurzspecial über die Pekars beim Filmfestival Cannes. Die Menüführung ist stilecht im Comic-Look gehalten.

Fazit: nur für Freunde speziellen Humors geeignet, und nur in der Originalfassung wirklich herausragend.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Es geschieht leider nicht so oft, wie man sich das wünscht, doch manchmal treten sie empor, die kleinen Wunder, Filme, die es schaffen, etwas gänzlich Originelles zu sein. "American Splendor" ist so ein Film, eine Independent-Perle, die überrascht, fasziniert, berührt und auch ein wenig irritiert.
Der 2003 entstandene Film, der eine Art seltsamer Hybrid aus Biopic, existenzialistischem Drama, lakonischer Komödie und Comicverfilmung darstellt, wurde auf sehr kreative Weise von dem Regisseur-Ehepaar Shari Springer Berman und Robert Pulcini inszeniert. "American Splendor" basiert auf der gleichnamigen Underground-Comicreihe von Harvey Pekar, einem notorisch schlecht gelaunten, schwermütigen und einfach gestrickten Krankenhausarchivar aus Cleveland, der eines Tages in seiner Verzweiflung auf die Idee kam, sein tristes Leben als Comic darzustellen.

Der Film folgt den prägenden Abschnitten seines Lebens, doch ist dabei nicht als eine konventionelle Filmbiografie zu verstehen. Den Filmemachern gelang es, die Comics auf faszinierende Weise filmisch zum Leben zu erwecken, indem immer wieder kleine Anmerkungen in Kästchen oben am Bildrand erscheinen, Sprechblasen über die Köpfe der Charaktere gesetzt werden oder eine Real-Einstellung nahtlos in eine Zeichnung übergeht. Darüber hinaus kommt es vor, dass das Gezeichnete in den Realfilm integriert wird, oder umgekehrt. Ein genialer Kniff ist auch, dass die realen Charaktere, vor allem Pekar selbst, oft selbst auftreten, das Geschehen aus dem Off kommentieren, von den Filmemachern in einem Tonstudio interviewt werden oder sogar mit ihren Darstellern auch mal im selben Bild sind. Dadurch entsteht eine faszinierende Überlagerung der Realitätsebenen, die den Film zu etwas wirklich erfrischend Einzigartigem machen.

Durch diese Nebeneinanderstellung ist es auch verblüffend, wie perfekt die Schauspieler ihre realen Gegenüber darstellen, scheinbar regelrecht ihr Wesen und ihre skurrilen Eigenarten übernehmen. Gespielt wird Pekar von Paul Giamatti, der hier den Nagel auf den Kopf trifft und eine meisterhafte Leistung bietet. Dasselbe ist über Hope Davis zu sagen, die die nicht minder verschrobene Joyce Brabner, Pekars langjährige Ehefrau, spielt. Auch exzellent besetzt ist der ohnehin schon etwas seltsam anmutende Judah Friedlander, der Toby Radloff, den "genuine nerd" und Kollegen von Pekar, verkörpert. Auch diesem gelingt es, seinen exzentrischen Charakter bis auf die Stimme genau zu treffen.

"Ordinary Life is pretty complex stuff", so lautet der passende Leitspruch der Comics. Pekar ist kein Comicheld wie Superman oder Batman, er ist ein einsamer Kerl, der ein langweiliges und ereignisloses Dasein im tristen Cleveland fristet und eigentlich nie gut gelaunt ist. Er ist ein unverbesserlicher Pessimist, der oft sehr unsympathisch rüberkommt und daher nicht unbedingt eine Figur ist, mit der man sich immer leicht identifizieren kann. Doch Pekar ist eine reale Person, ein Held des Alltags, der sich mit ganz üblichen Banalitäten rumschlägt und diese dokumentiert hat. Doch für ihn ist nichts trivial, denn das ist nun mal sein Leben. Der Film zeigt im letzten Drittel schließlich Pekars Kampf gegen den Krebs, den er gemeinsam mit seiner Frau in Comicform unter dem Titel "My Cancer Year" dokumentiert und damit vielleicht sogar besiegt hat.

"American Splendor" ist sicherlich kein Film, der jedermanns Geschmack treffen kann. Die schrulligen Eigenarten der Charaktere, die den Film und die Comics bevölkern, haben zwar immer ihren ganz besonderen Charme, können bisweilen aber irritierend sein. Den Filmemachern gelang es jedoch auf wirklich eindrucksvolle Weise, das Universum von "American Splendor" filmisch zu interpretieren, wodurch ein faszinierendes und höchst unkonventionelles Spiel mit Realität und Fiktion entstand.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 25. Juni 2007
Die Verfilmung des Kult-Comics „American Splendor“ von Harvey Pekar, die so gar nichts mit den sonst aktuellen Comic-Verfilmungen zu tun hat. Wer die „American Splendor“-Hefte kennt, weiß bereits, dass das Marvel-Universum mit ‚Spider-Man“, den „Fantastic Four“ und dem „Hulk“ weit entfernt ist. Verwandtschaft besteht hier eher zu Robert Crumb, oder, wenn man aktuelle Referenzen sucht, Adrien Tomine und Daniel Clowes (wer die Verfilmung von "Ghostworld" mag, wird vermutlich auch hier seinen Spass finden). Kurz: „American Splendor“ ist ein independent comic und auch die Verfilmung fällt in den Independent-Bereich. Also keine teuren Effekte, wer einen Film wie Spider-Man oder X-Men erwartet, ist hier definitv auf der falschen Party.

Die Autoren/Regisseure zeichnen mit viel Liebe zum Detail den Weg Harvey Pekars (sehr gut: Paul Giamatti) nach, von der ersten Idee zum Comic bis zu den legendären Letterman-Auftritten und darüber hinaus. Es wimmelt im gesamten Film nur so von kruden, aber durchaus liebenswerten und humorvollen (wenn auch der Humor oft etwas schräg ist) Charakteren. Das Ganze ist von Shari Springer Berman und Robert Pulcini äußerst effektiv in Szene gesetzt worden, sie lassen den Charakteren genug Zeit, sich zu entfalten, die einzigen auffälligen Tricks sind gelegentliche Einschübe von Comic-Bildern (als besonders gelungen hervorzuheben ist hier der Vorspann) und Einwürfe des echten Harvey Pekar.

Wer die Comics mag, wird diesen Film lieben, für alle anderen ist es auf jeden Fall einen Versuch wert. Der geneigte Zuschauer muss allerdings bereit ein, sich auf die Figuren und den Humor einzulassen, damit der Film funktionieren kann. Für das Drehbuch gab’s eine Oscar-Nominierung und in Sundance den großen Preis der Jury – zu Recht.

Die Ausstattung der DVD ist angemessen, ein paar Hintergründe vom Dreh und ein Audiokommentar einiger der beteiligten Personen, der aber eher unterhaltsam ist als wirklich informativ (mit u.a. den Regisseuren, dem echten Harvey Pekar und dem echten Toby). Trotz der durchaus gelungenen Synchronisation sollte man den Original-Ton zumindest einmal antesten.

Wenn irgendwo möglich, sollte man nach der Erstauflage Ausschau halten, ein schönes Digipak in einer bedruckten Plastikhülle, außerdem noch ein extra produziertes Comic-Heft.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 30. November 2006
Nett, sehr nett... man nehme die Biographie eines außergewöhnlichen ComicAutors und verquicke es mit den Bilder seiner eigenen, in Comics verwirklichten, Biographie.
Paul Giamatti in der Rolle des Autors, der als pessimistischer Eigenbrödler sein Dasein in Einsamkeit fristet. Enttäuscht vom Leben und dem Schicksal, sehnt er sich nach nichts mehr, als endlich mal ein wenig Glück.
Paul Giamatti ist für mich die Idealbesetzung für eine solche Rolle: den ewigen Verlierer.
Der Film ist außergewöhnlich und verdient sich daher seine 4 Punkte! Skurile Figuren und ein subtiler Humor würzen diese Biographie der anderen Art
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 23. Juli 2004
Synopsis: Harvey Pekar, Dokumentalist und Intellektueller, Kritiker und Sammler von Jazzplatten, Opfer von Zwangsvorstellungen und Neurosen, trifft per Zufall bei einem „Garage Sale" in einem Vorort von Cleveland den Underground-Zeichner Robert Crumb. Aus ihrer Zusammenarbeit entsteht „American Splendor", ein Zeichentrickfilm, in dem sich die Erfahrungen und das tägliche Leben Harveys wiederspiegeln.
Kritik: Ein Mann geht mit hängenden Schultern und mürrischem Ausdruck die grau verwaschenen Gehsteige eines amerikanischen Vororts entlang. Es ist Harvey Pekar - oder vielmehr der Mann, der die Rolle des Harvey Pekar spielt, während der echte Harvey Pekar den Part des Erzählers übernimmt und aus dem Off von seinem Leben erzählt. Diese Szenen bilden den Vorspann zu „American Splendor", dem Film, der sein Leben zeigt und in diesem Jahr bereits mit dem Jurypreis des Sundance Festivals ausgezeichnet wurde. Sie stimmen den Zuschauer sofort ein auf das, was ihn erwartet, auf die zerrspiegelartige Inszenierung des Geschehens als Hauptelement dieses Films: Den fiktionalen Teil, in dem Pekar von einem Double gespielt wird, die dokumentarischen Passagen, in denen er selbst mit rauher Stimme Episoden aus seinem kaputten Leben beschreibt, die wie kurze Randbemerkungen immer wieder eingestreuten Zeichentrickfilmelemente. Alle diese Versatzstücke stoßen aufeinander und vermengen sich zu einem recht amüsanten visuellen Potpourri.
Was Woody Allen für die Popularisierung der Figur des hypochondrischen und neurotischen Intellektuellen ist, der sich bis an die Grenzen des gesellschaftlich Lebbaren zerfleischt, das ist Harvey Pekar seit den 70er Jahren für den Zeichentrickfilm und die Literatur. Sein apokalyptisches Zusammentreffen mit seiner ihm seelenverwandten letzten Frau Joyce erleben wir als Anmachszene mit dem erwartet katastrophalen Resultat und dem faden Beigeschmack des bereits Erlebten. Das Leben Pekars in Cleveland ist vielleicht nicht besonders glamourös, aber sein Blick auf die Umwelt, in den sich Ironie, lächelnde Selbstkritik und tiefempfundene Zärtlichkeit für den Anderen mischen, ist tröstlich und weckt unausweichlich unser Mitgefühl, ähnlich wie für die anrührenden Versager von Baltimore, wie sie vom unbeschreiblichen Roger Waters in all seinen Filmen gefeiert werden oder vom Schriftsteller John Kennedy O'Toole in dessen wundervollem „A Confederacy of Dunces" beschrieben sind. Diese alles andere als glanzvollen Looser, die es jedoch verstehen, ihre Misere in einer zwangsläufig feindlich gesinnten Welt mit Humor zu nehmen, erzeugen schließlich beim Zuschauer eine sonderbare Art der Identifikation mit diesem Antihelden und eine dauerhaften Sympathie für diesen Film, getreu dem Motto: „I'm a nerd and I'm proud of it".
FIPRESCI Preis Cannes 2003 / OSCAR Nominierung 2004 / LAFCA Award 2004 / SUNDANCE Grand Jury Prize 2003 / etc.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Auf dem Cover, links oben steht "der witzigste Film des Jahres". Das muss ein sehr frustrierendes Jahr gewesen sein. Der Film unterhält, wird aber nicht vom Humor getragen. Wäre dies Bedingung, würde er unter seiner Last zusammenbrechen.

Es gibt Schmunzelmomente. Gerade zu Anfang denkt man, der könnte recht amüsant werden, aber -zack- geht ihm die Puste aus...noch bevor er richtig Anlauf genommen hat. Schade.

Nach der Krebsdiagnose bei unserem Akteur, kreist die Frustkeule in einem noch größerem Radius.

Verkehrt vermarktet, sage ich nur.

Klasse Schauspieler, ohne Frage, aber wer eine schräge Komödie erwartet, kann das Popcorn im Schrank lassen.

Ich werde ihn mir mit Sicherheit nochmal anschauen, aber aus einer anderen Stimmung heraus. Er ist hier und da schon eigenartig aber nicht einzigartig.

Fazit: nicht verschreibungspflichtig.
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am 5. Januar 2015
Im Grunde handelt der Film vom Leben des Comickünstlers Harvey Pekar. Streng genommen ist er also eigentlich eine Biografie. Andererseits ist genau dies auch die Handlung von Pekars Comicserie American Splendor, die auch nur sein Leben darstellt. Somit ist der Film auch wieder eine astreine Comicverfilmung, und eigentlich noch viel mehr. Harvey Pekar ist die Hauptfigur in seiner eigenen Comicserie. Sein langweiliges Leben, seine langweiligen Freunde, sein langweiliger Chef, einfach alles bringt Harvey Pekar zu Papier. Sein ganzes bes********** und erbärmliches Leben. Von seiner Kindheit an, bis zu seinem großen Erfolg als Comicautor und den Auftritten in der David Letterman Late Night-Show. Wie ihn seine erste Frau verlässt, er seine zweite Frau kennenlernt, und wie er an krebs erkrankt und ihn bekämpft. Also is American Splendor eigentlich ein comicbasierte, tragisch-komische, dramatisch-romantische Autobiografie, oder so ähnlich eben.

American Splendor lässt sich sehr schwer einordnen. Nicht nur wegen des Inhaltes, sondern auch wegen der Art und Weise der Umsetzung. Während Paul Giamatti als Darsteller von Harvey Pekar sehr wohl überzeugt, lässt es sich das Original dennoch nicht nehmen, ebenfalls vor die Kamera zu treten. Wenn auch nur in kurzen Sequenzen, um als eine Art Off-Sprecher und Führer durch de n Film zu fungieren. Des Weiteren gibt es immer wieder Szenen, in denen Animationen mit dem realen Schauspiel vermischt werden. Dies gibt dem Film einen weiteren besonderen Reiz. So vermischen sich Pekars Comics ganz leicht mit dem Film, hin und her, immer wieder gibt es zarte Übergänge oder ganze Szenen, in denen Paul Giamatti in einer animierten Umgebung umherwandert. Das Hauptaugenmerk liegt somit ganz klar auf Pekar selbst und seinem verkorksten Leben, oder wenigstens dem, was er dafür hält. Denn im Grunde wird nur gezeigt, dass Harvey Pekar ein sehr trübsinniger Mensch ist, der selbst bei allem Glück was ihm widerfährt, niemals so recht glücklich wird.

So komplex und verschroben der Inhalt des Filmes ist, so nüchtern kommt die visuelle Umsetzung daher. Selbst die bereits angesprochenen Mischszenen sind einfach gehalten. Jedoch ist genau dies auch ein großer Pluspunkt des Filmes in meinen Augen. Da sich die Handlung über mehrere Jahrzehnte erstreckt, ist es immens wichtig, diese auch visuell überzeugend darzustellen. Seien es die 60er, die 70er oder auch die 80er Jahre. Hier muss man nicht nur die Fahrzeuge und den jeweiligen Kleidungsstil beachten, sondern auch den Wandel in der Architektur und vielem mehr. Hier haben die Macher allerdings alles richtig gemacht und jedes Jahrzehnt perfekt und glaubwürdig in Szene gesetzt.
Einziges Manko ist in meinen Augen, dass Pekar-Darsteller Paul Giamatti kaum altert, sieht man einmal von seiner Kindheit bis zum Erwachsenenalter ab. Mehr als zwanzig Jahre deckt er ab, ohne sich merklich zu verändern. Davon abgesehen ist seine schauspielerische Leistung aber sehr gut und er spielt Pekar mit allen seinen Macken und in allen Facetten sehr überzeugend. Gleiches gilt aber auch für Hope Davis, welche Pekars zweite Ehefrau verkörpert und erst recht für Judah Friedlander, der Harveys Kollegen und Freund Toby Radloff spielt. Auch Harveys Freund und bekannter Undergroundcomiczeichner Robert Crumb taucht im Film mehrfach auf. Anders als Pekar jedoch wird Crumb hier „nur“ von James Urbaniak dargestellt und tritt nicht neben seinem Freund persönlich auf. Crumbs zweite Frau Joyce hingegen bekommt in den Off-Szenen, genau wie Toby die Chance sich vor der Kamera zu zeigen und einem Interview ähnlich ein Statement zu dessen Leben abzugeben. Hierdurch entsteht wiederum ein gewisser Dokumentationscharakter, ohne dabei den eigentlichen Film und dessen Stil zu verlassen.

Der sehr schön aufgemachte Digipak-Edition von Sunfilm Entertainment hat neben einem durchsichtigen Schuber mit zwei aufgedruckten Comicdamen, welche im Gesamtbild dann Paul Giamattin als Harvey Pekar „umrahmen“ auch ein eigens für den deutschen Markt angefertigtes Booklet mit Comic. Hier haben Gerhard Schlegel und Laska Comix eine kurze aber schicksalhafte Begegnung von Harvey und Robert umgesetzt und liefern noch dazu eine kurze biografische Zusammenfassung plus Schauspielerinfos.
American Splendor ist anders, aber auf jeden Fall sehenswert und nicht umsonst in vielen Rankings unter den Top 10 der besten Filme. Leider nur nicht in den Rankings, in denen es um die Einnahmen geht. Denn wirklich erfolgreich ist der Film leider nie gewesen. Etwas Besonderes ist er aber in jedem Fall und irgendwie bereue ich es, dass ich ihn so lange mit Missachtung gestraft habe.
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am 19. August 2013
"American Splendor" ist in Deutschland fast gänzlich unbekannt - völlig zu unrecht wie ich finde. Nur durch Zufall und da ich Comicfan bin, geriet ich an diesen Film. Zum Glück...

"American Splendor" ist ein gutes Beispiel für einen mehr als gelungenen Independent-Film, welcher vom Leben normaler Menschen erzählt. Und genau das ist es, was diesen Film so besonders macht. Geschichten aus dem Leben. "American Splendor" in wunderbar unaufgeregter Film, welcher Paul Giamatti endlich die schon längst fällige Hauptrolle bescherte, wie ich finde. In schon richtig comicmäßig anmutenden Szenen wird hier das Leben des Harvey Pekar gezeigt, ohne übertrieben zu wirken. Hierbei könnte man schon fast von einer Comic-Biopic-Verfilmung sprechen.

"American Splendor" ist wirklich ein Fest für jeden Comic-Liebhaber und bekennenden Außenseiter - und absolut bewegend noch dazu.

Die DVD erhält man hier in einem wirklich schönen Digipack, welches mit einem abnehmendem "Umschlag" geschützt wurde. Auf diesem Umschlag sind Teile des Covers abgebildet, welche man so hin- und abnehmen kann. Wie ein echtes Comic eben. :-) Desweiteren liegt als Booklet ein "American Splendor"-Comic, wohl exklusiv für diese DVD-Edition produziert, beiliegt. Die Exklusivität aber nur unter Vorbehalt. :-) Fakt ist, es liegt ein absolut super gutes Comic bei... ;-)

Fazit:

Ich denke, ich habe oben schon alles erwähnt. Empfehlenswert!
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Der witzigste Film des Jahres? Ich bin ein paar Mal eingeschlafen. Der Film hatte nicht einen Lacher. Es geht um einen obsessiven grantigen Loser, der das ganze Unrecht der Welt auf sich eintrümmern sieht. Nur ihm gehts schlecht. Ein mieser Egomane, der fanatisch Platten und Comics sammelt, viel zu schnell heiratet und dessen Ehefrauen es irgendwann einmal bei ihm ob des ganzen Frohsinns, den er versprüht und bei dem Platz den er hat, nicht mehr aushält. Er trifft Crumb, unnachahmtlichen Zeichner des Underground Comics Fritz the Cat und beginnt einen Comic über sein reales Leben und was er so erlebt. Und kaum zu glauben, die Reihe heimst Preise nach und nach ein. Nachdem Harvey Pekar von seiner zweiten Frau verlassen wird, gehts noch weiter bergab mit ihm. Irgendwann schreibt Comicladenbesitzerin Joyce ihm weil sie das aktuellste Heft von ihm nicht mehr hat. Die beiden treffen sich, lamentieren nicht lang und am gleichen Abend sagt sie ihm sie sollen heiraten obwohl er sterilisiert ist und sie irgendwann Bock auf Kinder hat. Ihr stinkt das Leben langsam in dem Loch, in dem er wohnt und sie flüchtet in eine wohltätige Arbeit mit Kindern. Da erfährt er dass er an Krebs erkrankt ist...

Ich habe mich von der schönen Aufmachung der DVD blenden lassen. Tolles Artwork, Comic bei, was will man mehr? Für mich ist letztlich klar, dass ich jedenfalls diesen Film nicht wollte. Er ist langweilig und depressiv.
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