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13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 19. April 2005
In den letzten zwei Jahren erschienen die sechs Werke der Go-Betweens aus den Achtziger Jahren in vorzüglichen Neueditionen. Ich mochte sie alle, und der kleinen treuen Fangemeinde jener Jahre bedeuteten die Go-Be's meistens mehr als U2 und andere hochgehandelte Stadionfüller. Wer die Musik der Australier mochte, holte immer wieder die alten Platten aus dem Schrank, und man konnte sich trefflich darüber "streiten", ob "Liberty Belle and the Black Diamond Express" ihr Meisterwerk war oder "Spring Hill Fair". "16, Lovers Lane" wurde mit der Zeit ähnlich hoch gehandelt, "Before Hollywood" enthält jenen berühmten Song namens "Cattle and Cane", der zurecht in einer deutschen Musikzeitschrift zu den 500 besten Songs der Rockgeschichte gezählt wird. Und jetzt "Oceans Apart": neue Energien werden aktiviert, die herbstlich-entspannte Grundstimmung von "Bright Yellow Bright Orange" wird aufgeladen mit Großstadtatmosphäre und Melodien, die mit jedem Hören tiefer "ins Ohr gehen"! Die "Chemie" zwischen den Songschreibern Robert Forster (rauh, pointiert, dynamisch) und Grant McLennan (romantisch,innerlich, subtil) ist bestens ausbalanciert. Es macht Spaß, sich in die Texte zu vertiefen, die Raum für die Phantasie lassen. Es gab in diesem Jahr schon etliche exzellente Songalben, "I'm a Bird Now" etwa von Antony and the Johnsons, Archer Prewitts "Wilderness" oder Sam Prekops "Who's Your New Professor?" Die Go-Betweens reihen sich in diese Klassewerke ein und werden auf ihrer Tour durch deutsche Lande im Mai und Juni sicher in lauter ausverkauften Clubs spielen!
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17 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Die Go-Betweens sind so etwas wie das Popmusik-Äquivalent zu Franz Schubert. Da verfertigt man jahrelang ein Meisterwerk nach dem anderen und niemand merkt es. Immer verfeinertere, reifere Musik entsteht und kaum jemand hebt auch nur sein Augenlid. Als man dann zu Grabe getragen wird, dauert es nicht lange und die Musikwelt schreit auf. Hätten all jene, die sich plötzlich als Fans und Nachfolger bezeichnen, die Musik gekauft - der Schubert Franz, wie auch Grant McLennan und Robert Forster wären reich und berühmt. Und dann
stelle man sich vor, Schubert wäre nach zehn Jahren plötzlich einfach wieder aufgetaucht. Hatte ein paar Jahre auf irgendeinem estnischen Landgut verbracht und in Ruhe komponiert, nachgedacht und Landpartien unternommen...
Was um alles in der Welt hatten die Go-Betweens seinerzeit nur falsch gemacht? Wollten Forster und McLennan doch nichts anderes, als mit klassischen Songs, ausgefeilten Texten und zartem Gitarren-Pop etwas Sonne, Poesie und Gefühl in die Welt der Musik zaubern und dazu Geschichten erzählen. Wahrscheinlich war genau das der Fehler in einer Welt, deren Mainstream von Namen wie Boney-M und Duran Duran dominiert wurde und in deren Untergrund pechschwarzer Postpunk sein metallenes Zepter schwang. Es fehlte auch die sarkastisch-theatralische Provo-Attitüde der Smiths oder der Wille zu radikalen Sound-Experimenten. Die Go-Betweens klangen eher, als ob Bob Dylan und Leonard Cohen bei den Beatles eingesprungen wären. Auf der einen Seite das lange Elend Robert Forster und seine lakonischen Songs, stets mit einer Portion Seelenqual, auf der anderen Seite der kleine, freundliche Grant McLennan, dessen Songs einen mit einem Lächeln an die Hand nahmen und in den Pop-Himmel entführten. Sie hatten sich im australischen Brisbane zusammengefunden und sich schließlich in Schottland niedergelassen. Immer edler wurden die Alben, sparsam mit ein paar Gitarren, etwas Geige und einer unauffälligen Rhythmussektion instrumentiert. Dazu Gesang, treffsichere Texte, die auch im Gedichtband stehen könnten. Natürliche Klangfarben, wie blanchiert anstatt im Eighties-Pudding zu Tode gekocht. 1988 erschien 16 Lovers Lane - eine Meditation über das Wesen von Liebe und Liebesleid in zehn sanften Songs. Müßig zu erwähnen, dass dieses Weltwunder neben Lambada und den schon zur Unkenntlichkeit aufgeblähten Simple Minds einfach unterging. Forster und McLennan warfen das Handtuch und begannen solo, ihr Handwerk zu perfektionieren - wie gehabt größtenteils unter den Augen respektvoller Kritiker.
Die Welt drehte sich weiter, und plötzlich fehlten die Go-Betweens schmerzlich, wie ein geliebter verstorbener Verwandter, von dem nur noch die Fotos bleiben. Vorbei, vorbei. Und das in einer Zeit, als Emotion und Substanz sich wieder in die Popmusik eingeschlichen hatten. Als hätten die Go-Betweens einst ein Apfelbäumchen gepflanzt, wuchsen in Schottland Edelgewächse wie die Delgados, Belle & Sebastian, die Pearlfishers heran. Die Zeit war reif. Geschichte, so viel ist klar, wiederholt sich nicht und wäre sie tatsächlich Magistra Vitae, wie es so schön heißt, dann würde vielleicht manches ganz anders laufen. Doch die Go-Betweens fanden sich zusammen, und die Chemie stimmte nach all den Jahren mehr als je zuvor. Die Ex-Frauen - einst am Trommeln und Geige dabei - wollten weder von ihren Ex-Männern noch von der Band etwas wissen, trotzdem gab es das wunderbare The Friends of Rachel Worth und die keinen Deut schlechtere Bright Yellow Bright Orange.
Oceans Apart, das dritte Album nach der Wiederauferstehung, ist Anwärter auf den Platz ihres besten Albums. Oceans Apart schimmert, leuchtet, irisiert. Kennt Ihr das Gefühl, an einem erstickenden Sommertag im Park an einem Rasensprenger vorbeizugehen und ein ganz leichter Nebel legt sich auf das Gesicht...? Robert Forsters Songs klingen versöhnlicher und McLennan arbeitet nach wie vor an herzzerreißenden Drei-Minuten-Epen mit
größtmöglicher Emotion und einfachsten Mitteln. "Here comes the city" ist feinster Gitarrenpop mit einer winzigen Idee von metallischer Härte.
McLennans "Finding You" ist ein kleines Wunder mit sehnsüchtigen Akkorden und leiser Traurigkeit. Was wie ein Bluegrass-Song mit Mandoline beginnt, entpuppt sich nach wenigen Sekunden als melancholische impressionistische Skizze, mit Gitarren wie zerbrechliche Schichten aus Blätterkrokant, die mit bitterer Süße dahinschmelzen. Forsters sechsminütiges "Darlinghurst Nights" glüht vor Wärme. Das alles kommt aus ohne vordergründige Virtuosität, Pose oder Maskerade. Die Texte sind weniger Gedichte als kleine Entwürfe zu
Kurzgeschichten. Sie loten die Natur des Vergehens der Zeit aus. Wie der Protagonist in "Darlinghurst Nights" sein altes Notizbuch wiederfindet und Namen, Erinnerungen und unverwirklichte Pläne am inneren Auge vorbeiziehen - das ist, mit wenigen Pastellfarben dahinskizziert von derart gediegener Meisterschaft, dass das Herz vor Glück zusammenkrampft. Und wer ein Herz hat, dem mag diese Platte zum besten Freund werden.
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12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 13. April 2005
So ausproduziert (nicht überproduziert) waren die Go Betweens noch nie. Doch das ist keinewegs ein Makel, sind unter den 10 Songs auf Oceans Apart doch mindestens 7 Lieder die zu den besten Songs ihrer Karriere gehören (und die anderen drei sind auch nicht von schlechten Eltern). Ein voller, warmer Sound begleitet einen durch das ganze Album dessen Höhepunkt sicherlich das Epos "Darlinghurst Night" bildet. Irgendwo habe ich gelesen, dass die Go Betweens wie guter Rotwein mit dem Alter immer besser und ausgereifter werden - es stimmt. Platte des Jahres? Zumindest ein heisser Anwärter. Das soll als Empfehlung genügen.
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11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 13. April 2005
Ich frage mich, was jemand denkt, der heute zum ersten mal die Go-Betweens hört, aber so alt ist, wie wir es waren, als wir begonnen, die Go-Betweens zu hören. Vermutlich denkt er sich gar nicht viel und sagt einfach: "Wie langweilig, das klingt ja alles gleich!" Nun, wir wissen: "Der hat ja keine Ahnung!". Aber wenn es uns auch ins Herz trifft, können wir es ihm noch nicht einmal verübeln, denn ganz nüchtern betrachtet könnte man übertriebene Stiltreue tatsächlich so umschreiben. Doch hier handelt es sich nun einmal um die Go-Betweens, bei denen nichts übertrieben ist, sondern nur konsequent. Und nur die dürfen die Chuzpe haben, heute noch solche Platten zu machen. Wer sonst könnte es auch, ohne zu langweilen. Niemand anders könnte uns geben, was wir wollen: Neue wunderbare Songs der guten, alten Go-Betweens. Wir brauchen diesen Wiedererkennungswert, diese Nostalgie, die Nonchalance eines "Here Comes A City" und die Freude über den unverhofft ergreifenden Zauber von "Statue". "Warum können wir nicht selber solche Musik machen?", fragen wir uns. Und dann fällt uns ein, dass wir eben nicht die Go-Betweens sind.
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16 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 15. Mai 2005
Das muss den Go-Betweens erst mal jemand nachmachen! Runde 25 Jahre nach ihrem Auftauchen in der New Wave/Gitarrenpop-Szene veröffentlichen die Australier nach vielen tollen Alben ihr absolutes Meisterwerk. Songs zum Niederknien vom Songschreiber-Duo Forster/McLennan, eine perfekte, knackige Produktion (mehr Bass und Schlagzeug-Drive als üblich und damit zwingender), zwei wunderbar sympathische Stimmen (auch der sonst eher spröde Robert Forster taut auf), Gitarren, Gitarren, Gitarren und Melodien, Melodien, Melodien.
Dabei fällt ins Auge/Ohr, dass die Unterschiede im Songwriting zwischen Forster und McLennan geringer ausgefallen sind als früher, was die Lieder aber nicht gleichförmig macht, sondern den Zusammenhalt der CD verstärkt. Höhepunkte lassen sich kaum benennen, denn jeder Song hat seine Reize. Versuchen wir es trotzdem: "Here comes a city" mit Talking-Heads-Groove (gelungene Hommage!) und der charmanten Erwähnung des deutschen Kaffs Etterzhausen; "Finding you" und "No reason to cry" als wehmütige, aber nie rührselige Erinnerungs-Balladen des Melancholikers McLennan; das sechsminütige "Darlinghurst nights" mit ungeheuer treibendem Rhythmusgespann und dem grandiosen Gebläse am Schluss; das verschmitzte "Lavender" mit Klarinette als Sahnehäubchen; am Ende einer 39-Minuten-CD ohne jeden Füller das ganz und gar träumerische/traumhafte "Mountains near Dellray".
Wer die Go-Betweens bisher für ein Kritiker-Phänomen gehalten hatte (mir ging das bei der einen oder anderen überschätzten Scheibe zugegebenermaßen auch so), muss bei "Oceans Apart" umdenken. Diese CD ist wirklich so gut, wie ausnahmslos alle Rezensionen sie bejubeln. In einem Frühjahr mit vielen klasse Neuerscheinungen (eels, Aimee Mann, Springsteen, Ben Folds) erweisen sich Forster/McLennan als Klassenbeste. Für mich neben dem fabelhaften "Nashville" von Josh Rouse schon jetzt ein, womöglich das Pop-Highlight 2005.
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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
HALL OF FAMEam 19. Mai 2005
Mit ihrem dritten Album nach ihrer Wiedervereinigung haben sie wieder die Qualität erreicht, die sie in den 80ern hatten. Das Rezept dazu ist nach wie vor das Gleiche: Melodisch einprägsame Folk-Rocksongs treffen auf Erwachsenen - Lyrik.
Das ist die Sorte Musik, die es selten in die Charts schafft (diesmal haben sie es kurzzeitig geschafft) und das ist schade so. Denn die Dynamik zwischen dem Songwriter - Duo Robert Foster und Grant McLennan schafft Songs zwischen herzerweichenden Balladen ("Finding You") und hektischen Rocksongs ("Here Comes The City"). Ein wunderbares Album voller Ideen und Energie, eingespielt abseits jeglichem kommerziellen Drucks.
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am 12. Juni 2011
Die Go-Betweens gehören seit fast 25 Jahren zu meinen musikalischen Begleitern, ich habe McLennan und Forster einige Male live sehen können und so ziemlich alle Platten von ihnen - solo oder mit Band. Doch wenn ich Oceans Apart spiele, überkommt mich jedes mal eine Mischung aus Wut und Trauer. Trauer, weil es die letzten Aufnahmen mit Grant Mclannan sind. Wut, weil diese Platte von den Produzenten beim Mastern völlig ruiniert wurde: Sie ist hoffnungslos übersteuert, die letzten beiden Stücke sind so stark verzerrt, dass sie schlicht unhörbar sind. Das zugehörige Stichwort lautet "dynamic range compression" und Oceans Apart ist eines der schlimmsten Beispiele dafür. Der "dynamic range" des Albums liegt bei 4 (gemessen mit dem "Dynamik Range TT Meter")! Leider leider scheint auch das Vinyl, das ich mir zusätzlich angeschafft hatte, von der gemasterten CD-Version abgenommen zu sein, denn es klingt fast genauso mies.

Fazit: Go-Betweens-Fans aller Länder vereinigt euch und fordert eine remasterte Version, die der Musik gerecht wird!

(Übrigens sollen von der CD angeblich zwei Versionen existieren, bei einer Neuauflage soll das US-Label - nachdem mehrere Käufer ihre CDs zurückgeschickt hatten - die insgesamte Lautstärke der CD reduziert haben, wodurch das Loudness-Problem zwar nicht gelöst aber zumindest abgeschwächt worden sein soll. Ob das für die europäische Pressung auch zutrifft? K.A.)
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am 27. November 2014
...der beiden Protagonisten der Betweens wachzurufen, da ich es nicht besitze sondern mir nur geliehen hatte.
Soweit ich weiß, hat es nicht die Geruhsamkeit der Reunion-Werke the friends of rachel worth/bright yellow bright orange.
Man kann dankbar sein, dass uns die Go-Betweens dieses urbane eigenständige Werk noch hinterlassen haben. Sie haben wohl unbewusst diesen re-union-Zyklus mit einem reifen Alterswerk beendet. Hiermit hat der Go-Between-eigene Kosmos nochmal ein geschichtsträchtiges Denkmal bekommen, bevor uns der Tod den liebenswerten Grant McLENNAN dummerweise geraubt hat. Mit diesem Werk wird er ewig in unseren Gehörgängen bestehenbleiben. Ich denke, dass Robert Forster kein Leichenfledderer ist und somit den schönen Rundumschlag "the go betweens" für immer beendet - es macht wahrhaftig keinen Sinn ohne Grant McLennan weiterzumachen. Deshalb ist dieses Werk ein unbedingtes Muss. Grant R.I.P - deine himmlische Stimme wird weiterleben und Robert Forster wird uns hoffentlich noch lange erhalten bleiben.
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13 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 25. Mai 2005
Als gesetzte Mittvierziger sind die Go-Betweens kommerziell erfolgreicher als in ihren jungen wilden Indie-Rock-Zeiten... dank Airplay auf Alternative-Radiosendern und den ihnen ohnehin stets wohlgesonnenen Kritikern finden ihre Alben seit der Wiederbelebung 2001 ein dankbares Publikum, welches einerseits (Konzertbesuche beweisen es immer wieder) aus alteingefleischten Fans und andererseits aus neugewonnenen Zuhörern besteht - eine Mischung die immer wieder für tolle Live-Erlebnisse garantiert!

Seit Robert Forster & Grant McLennan wiedervereint sind, und mit Glenn Thompson und Adele Pickvance geeigneter Ersatz an Bass und Schlagzeug gefunden wurde, scheint auch die persönliche Chemie zu stimmen und die Mittvierziger über interne Querelen wie in der Vergangenheit erhaben. Dass ein stabiles Bandgefüge einem kreativen Arbeitsprozess durchaus förderlich sein kann, zeigt der Output der "neuen" Go-Betweens mit 3 Alben in den letzten 4 Jahren.

"Oceans Apart" beginnt mit dem hektischen, ungewohnt rockigen und von Forster leidenschaftlich vorgetragenen "Here comes a city", um gleich danach mit "Finding you" in McLennan's melancholische Welt des 3-Minuten-Popsongs einzutauchen. Und in diesem Stil geht es auch weiter - es gibt keine großen Veränderungen und es ist unverkennbar ein Go-Betweens-Album geworden: die Handschrift des jeweiligen Songschreibers ist in jedem Song auf Anhieb erkennbar, und obwohl die beiden mit Bundfaltenhose (Forster) und Sweatshirt (McLennan) optisch wie auch akustisch der personifizierte Kontrast auf der Bühne sind, klingt das aktuelle Album des "besten zeitgenössischen Songwriter-Duos der Gegenwart" ("Der Spiegel") einmal mehr wie aus einem Guß.

Dennoch, um es gleich vorwegzunehmen, bleibt mein persönlicher Favorit der Go-Betweens im neuen Jahrtausend "Bright Yellow Bright Orange". Sowohl Forster als auch McLennan können bei ihren Beiträgen gegen Ende von OCEANS APART nicht ganz das Niveau des Vorgängers halten (welches dort mit "Something for myself" und "Unfinished Business" noch 2 echte Highlights anzubieten hatte). Auch der Sound ist nicht so warm und "mellow" wie am Vorgänger, besonders die letzten Stücke "This Night's for you" & "The mountains of Delray" klingen beinahe blechern.
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4 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 30. April 2005
verpaßt hatte man sie schnell
in den vergangenen jahrzehnten.
nur wenige waren ihnen
langzeitlich
wirklich zugetan.
und nachdem der bandsplit gekittet,
kehrte die band umso gestärkter wieder.
die sonne australiens
hinter sich lassend,
fielen sie wieder in london ein,
zogen in ein kleines studio
und nahmen ihr beste scheibe auf.
es bedarf keiner neuen hörgewohnheiten,
kein einstellen auf geküstelte musik,
entspannt darf man gegenüber treten,
was die go-betweens schon immer aufs podium brachten:
saubere melodien, die feinste ballade, rückhalte.
du wirst in musik immer etwas finden, was dich berührt.
ich zupfe mir noch ein paar stacheln aus dem leib,
rühr die thaisuppe um
und setze mich zum genießen auf die loggia.
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