Kundenrezensionen


7 Rezensionen
5 Sterne:
 (4)
4 Sterne:
 (1)
3 Sterne:
 (1)
2 Sterne:
 (1)
1 Sterne:    (0)
 
 
 
 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
Eigene Rezension erstellen
 
 

Die hilfreichste positive Rezension
Die hilfreichste kritische Rezension


1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einer der besten deutschen Abenteuerfilme
Produkt: DVD (1 Stück). Herausgeber: Universum Film GmbH. ASIN: B000850G92.
Filmtitel: S.O.S. Eisberg.
Produktionsland: Deutschland. Premiere: 1933
Mit: Leni Riefenstahl, Ernst Udet, Gustav Diessl, Sepp Rist, Gibson Gowland, Max Holzboer, Walter Riml u. A.
Regie: Arnold Fanck
Musik: Paul Dessau (schöne Orchestermusik sehr treffend die...
Veröffentlicht am 21. Februar 2012 von Mladen Kosar

versus
11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen manchmal etwas schwer nachvollziehbar
der film lebt sicherlich von zwei aspekten:
zum einen der schauspielerischen leistung, zum anderen von den bildern aus grönland (der film entstand dort unter oftmaliger lebensgefahr für die akteure). die landschaftsaufnahmen sind stets noch beeindruckend.
irritierend wirkt an mancher stelle, dass der film offenbar für heutige sehgewohnheiten mit...
Am 2. Dezember 2005 veröffentlicht


Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen manchmal etwas schwer nachvollziehbar, 2. Dezember 2005
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: SOS Eisberg (DVD)
der film lebt sicherlich von zwei aspekten:
zum einen der schauspielerischen leistung, zum anderen von den bildern aus grönland (der film entstand dort unter oftmaliger lebensgefahr für die akteure). die landschaftsaufnahmen sind stets noch beeindruckend.
irritierend wirkt an mancher stelle, dass der film offenbar für heutige sehgewohnheiten mit einer tonspur unterlegt wurde. ein unnötiges vorgehen, das manchmal auch zu gewollter(?), dann aber leidiger komik beiträgt ("im frühtau zu berge" als begleitmelodie für eine kajakfahrt der inuit kann ich mir kaum als originalbegleitmusik denken).
von der handlung her ist er zwar nicht ohne spannung, leidet aber unter einigen schwer nachvollziehbarer momenten: so ist nicht ganz ersichtlich, warum es zu zwei recht unmotivierten flugzeugabstürzen kommt oder wie es möglich sein soll, stundenlang im eiswasser zu schwimmen, anschließend einen sturm auf einem winzigen eiland zu überstehen, um am schluss doch recht frisch geföhnt dem wasser zu entsteigen, zudem noch ohne tiefgefroren zu sein.
auch der titelgebende eisberg erlebt im filmverlauf erstaunliche größenveränderungen.
trotz alledem ein atmosphärisch weitgehend dichter und spannender film.
aufgrund der missstände bei der tonspur, für die der film an sich aber nichts kann, nur 3 sterne.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einer der besten deutschen Abenteuerfilme, 21. Februar 2012
Von 
Mladen Kosar (Austria) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: SOS Eisberg (DVD)
Produkt: DVD (1 Stück). Herausgeber: Universum Film GmbH. ASIN: B000850G92.
Filmtitel: S.O.S. Eisberg.
Produktionsland: Deutschland. Premiere: 1933
Mit: Leni Riefenstahl, Ernst Udet, Gustav Diessl, Sepp Rist, Gibson Gowland, Max Holzboer, Walter Riml u. A.
Regie: Arnold Fanck
Musik: Paul Dessau (schöne Orchestermusik sehr treffend die romantisch-dramatische Abenteuerstimmung)
Kamera: Richard Angst, Hans Schneeberger
Flugaufnahmen: Ernst Udet
Wissenschaftliche Beratung: Ernst Sorge und Fritz Loewe (zwei international renommierte Polarforscher und Glaziologen)
Ton: gut. Bild: gut / SW / 4:3 / Originalformat.
Sprache und UT: deutsch. Filmlänge: 86 Minuten (Originallänge)
Genre: Abenteuerfilm
Specials: keine

Die fiktive Geschichte spielt sich im Jahre 1920 ab.
Der 5. April, 1920 ist der 187-ste Tag, den Professor Lorenz in seiner mit Eis belegten Steinhütte neben dem Karajak-Gletscher verbringt, dem höchsten Gletscherrand der Welt, am Ufer eines Fjordes. Er schreibt in sein Tagebuch: Was noch nie ein weißer Mensch gesehen hat: die Geburtsstunde eines Eisberges. Man sieht die riesigen Eisfelsen brechen und ins Meer krachen (Kalben der Gletscher). Das kann Professor Lorenz aus sicherer Entfernung beobachten, wo er seine Hütte aufgebaut hat. Die Filmaufnahmen beginnen also mit diesen dokumentarisch schönen Bildern und setzen fort mit der Beobachtung eines Seehundes und eines Polarbären. Von daher ist der Film schon allein von seinem dokumentarischen Inhalt her sehenswert.
Professor Lorenz ist nach einer mißlungenen Grönland-Expedition verschollen und wird gemeinhin für tot betrachtet. Als aber eine Eintragung auf einem Holzbrett gefunden wird, auf dem er seine Position an der Küste Nordgrönlands angab und darum bat, seine Tagebücher zu retten, wird ein Rettungsquartett nach Grönland entsandt.
Historischer Hintergrund:
Die authentischen Aufnahmen auf Grönland konnten stattfinden, weil die dänische Regierung die Erlaubnis zur Betretung der Insel erteilte, unter der Bedingung, dass es sich bei dem Projekt um eine wissenschaftliche Expedition handelte. Das Spielfilmprojekt wurde daher als reine wissenschaftliche Expedition getarnt.
Das Filmteam bestand aus Filmfachleuten und den beiden echten Polarforschern und Glaziologen Ernst Sorge und Fritz Loewe, der ein Jude war. Diese Beiden hatten in der Tat 1929 und 1930/31 zwei Expeditionen unter der Führung Alfred Wegeners auf Grönland unternommen. Bei der letzteren verlor Fritz Loewe infolge Erfrierung und der darauffolgenden, unumgänglichen Amputation mit einer Blechschere alle zehn Zehen. Alfred Wegener kam ums Leben. Mitten in Grönland (Eismitte) überwinterten Fritz Loewe, Ernst Sorge und Johannes Georgi in einer Firnhöhle und schliefen in Schlafsäcken. Am 7. Mai, 1931 erst wurden sie von einem Propellerschlitten erreicht und damit gerettet. Während des Aufenthaltes in der Firnhöhle führten sie wissenschaftliche Messungen durch. Johannes Georgi schrieb seine Erfahrungen nieder in dem Buch: Im Eis vergraben. Fritz Loewe verlor als Jude im Jahre 1934 seine Anstellung und verbrachte nach der Denunzierung seitens Ernst Sorge einen Monat in Haft. Er emigrierte daraufhin nach England und später nach Australien, wo er seine wissenschaftlichen Arbeiten erfolgreich fortsetzte.
Den Karajak-Gletscher gibt es wirklich.
Zum Film zurück: Das Rettungsteam findet nach dem Winter eine verlassene Steinhütte vor. Lorenz hinterließ seine Tagebücher und eine Benachrichtigung, dass er vier Tage zuvor auf einem Eisberg versuchen wolle, eine Inuit-Siedlung am anderen Ufer des Fjordes zu erreichen. Die vier Männer kämpfen sich von Scholle zu Scholle, um Lorenz ausfindig zu machen. Die Szenen auf den Schollen sind interessant und spannend. Auch ein Schlittenhund ist dabei. Ein Polarbär wandert ebenfalls auf einer benachbarten Scholle und beobachtet neugierig die Fremdlinge. Sie untersuchen einen riesigen Eisberg, auf dem sich jedoch auch der Polarbär einfindet, der mit Schneebällen vertrieben werden kann. Als einer der Männer auf den Gipfel des Eisbergs klettert, entdeckt er eine Höhle und darin den vermissten Lorenz, der ansprechbar ist.
Selbstverständlich gibt es im Film viel Unlogik, die man jedoch freiherzig vergeben darf. Schnell wird ein Zelt aufgebaut, ein Funkgerät aktiviert, obwohl die vier Helden zuvor auf den Eisschollen ohne irgend etwas herumgehüpft sind. Aufgrund der sicher schwierigen Drehbedingungen im äußerst unwirtlichen, gefährlichen und unbequemen Gelände kann man diese Ungereimtheiten getrost übersehen, um sich dem visuell-naiven Abenteuergenuß hinzugeben.
Es war in den frühen Dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts die Phase, als der National Sozialismus seine hässliche Fratze noch nicht gezeigt hatte und die internationalen Funkstationen einander unterstützten. Ein Symbol für die friedliche Verständigung und Kooperation der Völker, als Zeichen für eine friedliche Koexistenz, die sein hätte können, wenn sich der NS-Staat in den folgenden Jahren nicht zu einem alles verschlingenden Monster aufgeplustert hätte.
Die Flugaufnahmen von Horst Udet sind sehenswert, die gleissenden Eisschollen im Sonnenlicht märchenhaft. Die Eisbären sind hungrig, die Eisberge brüchig. Alles kracht und bewegt sich gefährlich unter der wärmenden Sonne. Die Menschen unwesentliche Elemente im Tönen der Gewalten, die sich gehörig anstrengen müssen, um ihr Leben zu retten. Leni Riefesntahl war eine schöne, deutsche Frau, charismatisch, intelligent und mutig. Was nachher kam, ist Geschichte,bzw. die propagandistische Dokumentation und Anpreisung des Bösen. Schöne und ursprüngliche Inuit im Finale zu sehen als Dokument einer faszinierenden Ethnie. Sehenswert die Kajakfahrt einer großen Gruppe von Inuit aus mehreren Kameraperspektiven.
Für die damalige Zeit ein toller Abenteuerfilm mit semidokumentarischem Charakter und gerade darum gut. Ein sehenswerter Film.
Mladen Kosar
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen In the great tradition of the 1930's German mountain movies, 13. März 2011
Rezension bezieht sich auf: SOS Eisberg (DVD)
An expedition of explorers was striking out across Greenland (The Karajak Glacier.) Dr. Karl Lorenz (Gustav Diessl) was missing and presumed dead by all of his fellow explorers. New evidence, however, shows the Dr. Lorenz has survived! So now, it is time to send out a rescue party.

Hella Lorenz (Leni Riefenstahl), wife of Dr. Lorenz and stunt pilot learns of the expedition's demise. In addition, that her husband may be alive on a rogue Iceberg.

This film has lots of ice action. Once again, the true actors are the icebergs in this instance. You get to see some flying stunts. In addition, almost everything is eaten; but do not worry, you do not have to see all these things are eaten except for raw fish. So sit back and enjoy the thrill of watching drama in the Arctic Ocean, as the iceberg is soon to turn over.

This KINO that I watched presentation has both the original German version and the English version. I must say that the English version was shorter, chopped up, incoherent, and misleading. The one redeeming value of the English version of this film is that in the end you can see that they had saved the dog. Evidently, the English or more dog friendly. However, the German version was a work of art. If you have trouble keeping up with the German version, there are English subtitles, and this is still far superior to the English version.

Being a fan of Leni Riefenstahl movies, I could not pass this one and I am Glad I did not. I figured that she would be burnt out by now but she just keeps getting better.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


8 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Seltene Bilder aus Grönland - spannend, 17. Juli 2000
Von 
silbertanne4 "silbertanne" (Offenbach) - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: SOS Eisberg [VHS] (Videokassette)
Leni Riefenstahl war 1932 eine bekannte Frau. Ihr Film"Das Blaue Licht" war ein weltweiter Erfolg. Selbst CharlieChaplin beeindruckte er noch 1936, so daß er seine Frau und Hauptdarstellerin in "Modern Times" exakt nach dem Lumpengewand der Einsiedlerin Junta kleidete. Dieser Film war wieder eine Zusammenarbeit zwischen Arnold Franck, der eine seltene Aufenthaltsgenehmigung in Grönland bekam und die Riefenstahl nochmals als Darstellerin gewann. Es sit die abenteuerliche Suche nach einem totgeglaubten Forscher, der doch noch lebte. Da wird auch das Rettungsteam auf einer Eisscholle aufs weite Eismeer abgetrieben. Leni R. versucht die Truppe mit dem Flugzeug und der Hilfe von Ernst Udet zu retten. Auch sie verunglückt. Gibt es doch noch einen Ausweg? Der Film zeigt einmalig die tosenden kalbenden Gletscher, deren Klang man nicht vergißt. Eskimos spielten auch mit. Ein gutes ideolgiefreies Werk von 1934, das auch im Ausland ankam. Die Zwanziger und teilweise noch Dreißiger waren eine große Zeit des deutschen Films, der auch international viele Bewunderer hatte.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Rezension, 8. Juli 2010
Rezension bezieht sich auf: SOS Eisberg (DVD)
Für die damalige Zeit und verfügbare Technik ein exzellenter Film. Raffinierte Schnitte und gut gewählte Kamerastandpunkte ergeben tolle Effekte. Leider ist auch eine Art Szene im Film, die vielleicht Vorbild für heutige stupide Ami-Produktionen war: Statt zügig bei den Eskimos zu landen, werden zu viele Kapriolen geflogen und anschließend ist der Tank leer!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Leni on the rocks, 3. November 2014
Von 
Estragon - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: SOS Eisberg (DVD)
»SOS Eisberg« wurde 1933 für die Ufa produziert, und zwar von Paul Kohner, dessen Künstleragentur in Hollywood wenig später zu einer zentralen Anlaufstelle für diejenigen Filmschaffenden wurde, die vor den Nazis fliehen mussten. Regisseur Arnold Fanck und Hauptdarstellerin Leni Riefenstahl stellten dagegen ihre Fähigkeiten in den Dienst des NS-Regimes und gehörten nach 1945 zu den wenigen, die dafür auch zur Rechenschaft gezogen wurden, indem ihnen der Zugang zum bundesdeutschen Filmgeschäft verwehrt wurde.

Arnold Fanck (1889-1974) war in den 1920er Jahren durch seine Bergfilme bekannt geworden, die teils stark dokumentarische Anteile aufwiesen, teils komödiantisch waren, zum Teil aber auch eine heute ungenießbare Mischung aus Heldengesang und mythischer Überhöhung der Bergwelt (bspw. »Der heilige Berg« [1926]) darstellten. »SOS Eisberg« ist am ehesten als Abenteuerfilm zu charakterisieren, der streckenweise ausführlich in dokumentarischen Darstellungen der grönländischen Eis- und Seelandschaften schwelgt.

Die Geschichte scheint vage von den tragischen Ereignissen um die Nobile-Expedition im Jahre 1928 inspiriert. Doch die Story wurde für den vorliegenden Film ›nationalisiert‹, – dass ein sowjetischer Eisbrecher maßgeblich an den Rettungsbemühungen beteiligt war, ging 1933 natürlich gar nicht. Hier ist es so, dass sich am Beginn herausstellt, dass ein tot geglaubter Grönlandforscher, Professor Lorenz (Gustav Diessl), offenbar noch lebt. Die übrigen Mitglieder der Lorenz-Expedition sind tief betroffen, weil sie die Suche einst abgebrochen hatten. Erneut machen sie sich auf den Weg. Schnell finden sie die Spur von Lorenz. Auf der weiteren Suche verschlägt es sie auf einen Eisberg, wo sie zwar Lorenz finden, aber auch langsam aufs offene Meer hinausgetrieben werden. Notsignale werden ausgesandt und andernorts auch empfangen, so dass Schiffe und Flugzeuge sich auf die Suche machen.

Hella (Leni Riefenstahl), die Frau des Professors, fliegt eigenhändig nach Grönland, um dort die Vermissten über den Eiswüsten zu suchen. Als sie sie entdeckt, fliegt sie nicht etwa (wie es vernünftig wäre) zurück, um Hilfe zu holen, sondern zerschreddert ihr Flugzeug beim Landeanflug auf den Eisberg. Sie selbst bleibt unversehrt, so dass es auf dem Eisberg langsam voll wird. Der Leiter der Suchexpedition, Dr. Krafft (Sepp Rist), ist unterdessen an Land geschwommen, wobei man nicht so recht weiß, weshalb er das tut. Ohnehin wird die Story im Mittelteil reichlich wirr. Denn ein weiterer Flieger zerschreddert sein Flugzeug aus unbekannten Gründen auf dem Wasser und geht mit dem Wrack unter. Krafft springt wieder ins Wasser und erreicht mit Ach und Krach ein winziges Felsstück mitten im Meer. Dort steht er dann. Sturm kommt auf. Krafft wird sehr kalt.

Auf dem Eisberg gibt es Stress. Wasser und Nahrung sind zur Neige gegangen. Zum Problem wird das US-amerikanische Expeditionsmitglied, John Dragan, gespielt von Gibson Gowland (der Hauptdarsteller aus Erich von Stroheims »Greed« [1923]). Als Amerikaner ist Dragan natürlich Angehöriger eines bestenfalls halbzivilisierten Volkes, – folglich spricht er nur in Ein-Wort-Sätzen, ist genüsslich rohen Fisch (wovor selbst Leni Riefenstahl zurückschreckt) und zeigt Bereitschaft, auch den Hund der Expedition zu verspeisen (der Hund verschwindet später sang- und klanglos aus der Handlung). Dragan dreht schließlich komplett durch, tötet ein anderes Expeditionsmitglied, bevor er selbst vom Eisberg kippt (Abteilung: verdiente Strafe). Trotzdem sieht alles ziemlich hoffnungslos aus, doch der Film hat als Joker noch Weltkrieg-I-Fliegeras Ernst Udet (als er selbst) im Ärmel ...

Der deutsche Film hat in der frühen Tonfilmphase bis 1933 viele überaus bemerkenswerte Werke hervorgebracht. »SOS Eisberg« gehört nicht dazu. Die unbestreitbare Hauptattraktion dieses Films sind die Natur- bzw. Luftaufnahmen. Diese Karte spielt der Film ausgiebig aus, auch wenn das bisweilen den Fortgang der Geschichte stört. Diese Geschichte ist aber ohnehin äußerst dürftig. Sie vermag nicht zu bewegen. Teils liegt das an der unbeholfenen Dramaturgie, teils an dem antiquierten Schauspielstil. Vor allem die männlichen Darsteller müssen permanent vor lauter innerer Bewegtheit die Augen aufreißen und die Unterkiefer mahlen lassen. Das wirkt unfreiwillig komisch und verhindert jegliche Identifikation mit den Figuren. Riefenstahls Leistung besteht wesentlich im dekorativen Herumsitzen und -stehen. Fancks Stärke liegt erkennbar in der Naturdokumentation, für das Spielfilmformat fehlt ihm das Talent. Dem Film mangelt es ersichtlich an Struktur, was sich beispielsweise daran zeigt, dass Fanck völlig vergisst, dem Zuschauer mitzuteilen, in welchen Zeiträumen sich die Handlung eigentlich abspielt. Passiert das alles innerhalb von Tagen? Wochen? Monaten? Beim Zuschauer stellt sich kein Zeitgefühl bezüglich der Filmhandlung ein.

Tay Garnett drehte, wie damals üblich, gleichzeitig eine englischsprachige Fassung, in der auch Rist und Riefenstahl die Hauptrollen innehatten. Andrew Marton war als Cutter beteiligt und drehte ebenfalls parallel für die Universal eine »SOS Eisberg«-Parodie, die heute leider verloren ist.

Zur DVD: Der Film liegt in guter Bild- und Tonqualität vor (man lasse sich von den ersten Bildern nicht irritieren). Um Randläsionen auszublenden, hat man offenbar eine Verengung des Bildrahmens vorgenommen, was dazu führt, dass am oberen Bildrand oftmals Hüte und Köpfe angeschnitten sind. Extras gibt es nicht.

Fazit: Tolle Naturaufnahmen, aber ein ansonsten schwacher Film. Das Verhalten von Eisbergen liegt Regisseur Fanck deutlich mehr als das Verhalten von Menschen. Die Spielhandlung ist unerträglich pathostriefend und unbeholfen in Dramaturgie und Inszenierung. Zu empfehlen nur für filmhistorisch Interessierte und für unbelehrbare Riefenstahlfans.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


2 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Super, 4. Januar 2002
Von 
Rezension bezieht sich auf: SOS Eisberg [VHS] (Videokassette)
Also ich als Leni Riefenstahl Fan finde diesen Film als großartig,weil wegen diesen super Bilden auf Grönland und die schauspielerhafte Leistung von Leni Riefenstahl und der Regiseur Arnold Frank
als unwiedertrefflich.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

Dieses Produkt

SOS Eisberg
SOS Eisberg von Leni Riefenstahl (DVD - 2005)
Gebraucht & neu ab: EUR 15,98
Auf meinen Wunschzettel Zahlungsmöglichkeiten ansehen
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen