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4.0 von 5 Sternen Frau im Spiegel, 1. August 2005
Rezension bezieht sich auf: 11:11 (Audio CD)
Wüsste der beschränkte Horizont des Cowboys aus Texas den Blick über diesen hinaus nicht zu verstellen, würde sich Schorschi-Boy entweder in einer Gebärde gastrischer Unpässlichkeit an den Bauch fassen oder lousy Omaha kurzerhand pulverisieren: Ausgerechnet in Bush-Juniors Vaterland des neokatholischen Reinheitsgebots treibt nämlich das malefizlumpige Geschwür vom Inzest sein Unwesen. Mitten in Nebraska existiert ein achsenböser Hort der Un- wie Inzucht, wie er den ollen Ptolemäern gefallen hätte, denen jede Körperöffnung ihrer heiligen Verwandten ein vertrauter Ort der Zuflucht war. "Saddle Creek" nennt sich Omahas musikalische Talentbefruchtungsschmiede, wo jeder mit jedem und wieder alle mit allen mal hier und mal dort miteinander wohltemperierte Klänge fernab proteinarmer Gendefekte fabrizieren. Und irgendwie schlitterte ein zierliches Geschöpf namens Maria Taylor in diese Geschichte hinein. Als zweite Hälfte der 2003 zusammen mit Orenda Fink zum Saddle-Creek-Label hinzugestossenen Band Azure Ray und inzwischen auch einem Viertel der Combo Now It's Overhead fand Maria Taylor nicht nur den Weg in die Kiste vom rotweindurchbluteten Songwriter-Genius und Bright-Eyes-Boss Conor Oberst, sondern auch ihre musikalische Erfüllung und gehört mittlerweile zur Kreativabteilung des "Familienunternehmens". Auf ihrem Solo-Debüt "11:11" schmachtet sich die grazile Elfe mit charmanter Stimme und atemberaubender Lässigkeit in einer Late-Night-Atmosphäre durch 10 folkig angehauchte Songs voll düsterer Melancholie, bei denen - natürlich - auch andere SC-Grössen wie Computer-Frickler Andy LeMaster (Now It's Overhead) oder Cellistin Gretta Cohn (The Cursive) Hand anlegten. Selbstredend leiht zudem Herr Oberst sein zerbrechliches Stimmchen, als klemme er noch zwischen den Taylorschen Schenkeln fest, dem berührendsten Moment der Platte, dem Refrain in "Song Beneath The Song". Selbstreflektierende Texte, aufblitzende Elektronik-Schnipsel und die Vocals tragenden organischen Instrumente runden das Ganze ab. Möge weiterhin bei Saddle Creek viel Wälsungenblut blühen, damit der Hörer solcherart Wohlgefühlen fröne.
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11:11
11:11 von Maria Taylor (Audio CD - 2005)
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