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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Empfehlung für eine eher unbeachtete Studioaufnahme, 22. September 2009
Rezension bezieht sich auf: Le Nozze di Figaro (Ga) (Audio CD)
In dieser Studio-Aufnahme mit Schöffler (Almaviva), Ludwig (Cherubino), Berry (Figaro), Jurinac (La Comtessa), Streich (Susanna), Malaniuk (Marcellina), Majkut (Basilio), Dickie (Don Curzio), Czerwenka (Bartolo), Dönch (Antonio), Schwaiger (Barbarina), Wiener Symphoniker, Karl Böhm (1956) tötet Böhm seine Sänger: Die Tempi werden in den Sopran-Arien teilweise zeitlupenartig gewählt, so dass Sena Jurinac tatsächlich ein einziges Mal an einer falschen Stelle atmet - als hätte Böhm ausprobieren oder beweisen wollen, was seine Sänger(innen) durchhalten. Ansonsten sind die Tempi aber in Ordnung, die Besetzung ist makellos. Berry als markiger Figaro wurde auf der Besetzungsliste (Rückseite) vergessen. Vielleicht wurde diese Ausgabe deshalb kurz nach Erscheinen wieder vom Markt genommen. Erich Kleiber hat zwar bei "seinem" Figaro mehr Charme und Flexibilität, aber gerade die markante Akzentuierung der Temporelation, das nicht so weich aber mit hoher Spielkultur spielende Wiener Orchester und die spannenden Rezitative machen diese Aufnahme herausragend. Böhms ernsthafte Autorität scheint hier auch das Orchester beeindruckt und sich auf dieses übertragen zu haben. Sena Jurinac und Christa Ludwig geben eine einzigartige, lebhafte Spitzenleistung ab. Vermutlich wussten sie damals kaum, wie gut sie waren und welche Maßstäbe hier gesetzt wurden. Eine echt wienerische, nicht reproduzierbare Aufnahme, die meines Erachtens manche der heutigen Wiener Produktionen mit Le Nozze di Figaro, die zwar oberflächlich ebenfalls (bis zu übertrieben) wienerisch klingen mögen, um Längen in den Schatten stellt. Außer auf dieser 3CD-Philips-/Universal-Ausgabe (Spielzeiten CD1: 44:55, CD2: 47:32, CD3: 74:22) habe ich bisher bei keinem anderen Label die kompletten, sehr lohnenden Rezitative dieser Mono-Einspielung gefunden.
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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Nostalgie pur, 1. Mai 2006
Von 
vully "vully" (Neuhausen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Le Nozze di Figaro (Ga) (Audio CD)
Diese Produktion der Wiener Festwochen 1956 mit ihrer (fast) rein deutschsprachigen Besetzung wirkt in der heutigen Zeit der Internationalisierung geradezu exotisch. Allein der deutsche Akzent, mit dem (nicht nur) drei der Hauptdarsteller singen, wäre heute in einer kommerziellen Aufnahme undenkbar - damals war es schon etwas besonderes, dass überhaupt italienisch gesungen wurde.

Die Kroatin Sena Jurinac allerdings wäre auch heute noch der Traum jedes Produzenten: Nachdem sie sich mehr als zehn Jahre an der Staatsoper hochgedient hatte - nicht zuletzt als bis heute legendärer Cherubino -, durfte sie endlich auch in Wien in der Rolle der Gräfin zeigen, was sie konnte, und singt sie so innig, so natürlich, so verletzlich wie kaum eine andere Sängerin vor oder nach ihr. Sie allein lohnt schon den Kauf der CD.

„Ihren" Cherubino durfte die damals blutjunge Christa Ludwig übernehmen - der zweite Trumpf der Aufnahme: Mit ihrer traumhaft schönen, dunkel glühenden Stimme ist sie ein ungewohnt zarter Page.

Rita Streich ist eine entzückende, allerdings etwas brave Susanna - wie gesagt, mit einem hörbaren, mich aber nicht wirklich störenden Akzent.

Walter Berrys Figaro hat nicht die erotische Energie und Gefährlichkeit von Cesare Siepi, aber sonst alles, was man für diese Rolle braucht - Humor und ein gutes Maß Aggressivität, Stolz und Verletzlichkeit, dazu eine sehr schöne Bassbaritonstimme - nicht umsonst war er damals auch international in der Rolle sehr gefragt - zumal er sein Italienisch in den kommenden Jahren noch weiter verbessern konnte.

Paul Schöffler - zum Zeitpunkt der Aufnahme schon 59 Jahre alt -war ein Wiener Urgestein, dessen Stimme erstaunlich intakt klingt, wenn auch nicht sehr schön: Eine recht harte, knorrige Stimme, aus der er aber das beste macht: Sein Graf ist kein Verführer, sondern ein herrisches Ekel und als solches - trotz seines wirklich starken Akzents - eindrucksvoll. Allerdings frage ich mich, warum die Gräfin diesen Kerl überhaupt wiederhaben will.

Karl Böhm dirigiert hier noch flüssiger und lebendiger als in seinen späteren Studioaufnahmen, wenn auch für heutige Verhältnisse mit recht langsamen Tempi.

Insgesamt ist dies eine heute ziemlich altmodisch wirkende Einspielung (anders als Erich Kleibers etwa gleich alte Decca-Aufnahme, die bis heute Maßstäbe setzt), aber eine mit viel Charme, die v. a. für Fans von Sena Jurinac, von der es ja leider nicht wirklich viele Aufnahmen gibt, unverzichtbar ist.
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Le Nozze di Figaro (Ga)
Le Nozze di Figaro (Ga) von Walter Berry (Audio CD - 2005)
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