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Maria (Hanna Schygulla) und Hermann (Klaus Löwitsch) heiraten während eines Bombenangriffs im zweiten Weltkrieg. Als am Ende des Krieges Maria die Nachricht von seinem Tod an der Front erhält, glaubt sie nicht daran. Sie arbeitet als Animiermädchen, freundet sich mit einem schwarzen Soldaten an. Gerade als sie mit ihm im Bett liegt, kommt Hermann aus der Kriegsgefangenschaft zurück. Aus Liebe zu Hermann erschlägt Maria den Amerikaner mit einer Flasche. Hermann nimmt die Schuld auf sich und wird zu einer Zuchthausstrafe verurteilt. Maria will inzwischen die Basis für ein Leben in materieller Sicherheit schaffen. Sie wird Geliebte und Teilhaberin des Fabrikanten Oswald (Ivan Desny), dessen Buchhalter Senkenberg (Hark Bohm) die Beziehung mit wachsendem Missfallen beobachtet. Hermann, der von dem Verhältnis erfährt, wandert nach Kanada aus. Am Tag des Fußball-Weltmeisterschaftsendspiels 1954 zu Maria zurückgekehrt, wird ihm und Maria von einer Notarin mitgeteilt, dass der verstorbene Oswald ihnen die Fabrik hinterlassen hat. Da fliegt das Haus - und mit ihm die schön geplante Zukunft - wegen eines nicht ausgeschalteten Gasherdes in die Luft.

Rainer Werner Fassbinder (1945-1982) erzählt in seinem erfolgreichsten Film die Geschichte einer ebenso schönen wie ehrgeizigen Frau, die mit Skrupellosigkeit und Gefühlskälte den sozialen Aufstieg schafft, ihre Träume von Liebe und Ehe aber nicht verwirklichen kann. Der Film verknüpft das Einzelschicksal mit der Geschichte der Geschichte der frühen Bundesrepublik und ihrer Entwicklung zur egoistischen, mitleidlosen Gesellschaft. DIE EHE DER MARIA BRAUN (1979) ist der erste Film von Fassbinders BRD-Trilogie, zu der auch LOLA (1980) und DIE SEHNSUCHT DER VERONIKA VOSS (1982) - alle bei STUDIOCANAL als DVD erschienen - zählen.

Die DVD enthält neben dem in sehr guter Qualität vorliegenden Film den Trailer sowie die 30 minütige Dokumentation "Eine deutsche Geschichte - Rainer Werner Fassbinder und sein Film Die Ehe der Maria Braun" (WDR 1995, von Peter Kremski), in der Hanna Schygulla, Margarethe von Trotta, Filmkritiker Hans Günther Pflaum und Autor Peter Märthesheimer zu Wort kommen.

Für Sammler des anspruchsvollen deutschen Films ein Pflichtkauf!
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TOP 1000 REZENSENTam 19. Juni 2015
BRD 1978: Der neue deutsche Film war auf seinem Höhepunkt angelangt. Denn er hatte sich nun durch Filme wie "Nosferatu" (Werner Herzog), "Ehe der Maria Braun (Rainer Werner Fassbinder) oder "Die Blechtrommel" (Volker Schlöndorff) erfolgreich in der Kinolandschaft etabliert und den Machern gelang neben den Kritikerzuspruch auch noch der große Publikumserfolg.

Einer der großartigsten Filme dieser Zeit ist sicherlich Rainer Werner Fassbinders galliger Wirtschaftswunderfilm, ich denke es nicht verwegen zu sagen, dass er mit "Die Ehe der Maria Braun" vielleicht DEN deutschen Film über die Nachkriegszeit geschaffen hat. Der grandios fotografierte Film (Michael Ballhaus) zeichnet das Portrait einer Frau, die vom Schicksal in die Selbständigkeit gezwungen wird. Maria Braun ist auch Hanna Schygullas beste Darstellung, denn der Leidensweg dieser Frau ist nicht nur private Geschichtsschreibung sondern gleichzeitig auch Spiegelbild deutscher Nachkriegsgeschichte, die Fassbinder immer wieder aufleben lässt in Form eines Soundtracks alter deutscher Schlager dieser Zeit, die eine sehnsuchtsvolle Stimmung beschwören bis hin zum Ende des Films. Dort fliegt am 4. Juli 1954 ein Haus in die Luft, weil der Gashahn des Herdes nicht abgedreht war - gleichzeitig wird an diesem Tag die deutsche Fußballnationalmannschaft im Berner Stadion Wankdorf Weltmeister und aus dem Radio hören wir Herbert Zimmermanns emotionale Radioreportage über das Wunder.

Ein großer Film über Glücksvorstellungen und Wertebegriffe. Die eigentliche Tragödie ist der bittere Zustandsbericht über das Wirtschaftswunder. Am Ende steht nämlich die Vereinsamung. Vielelicht weil man nach der Stunde Null und einem neuen Anfang alles in Richtung Kommerz gelenkt hat. Jeder achtet auf seinen Vorteil, so die Maxime des Films, und hier wird die gesellschaftliche Tragik sichtbar. Die Nazizeit mündete in den Kapitalismus. Es geht alles um den finanziellen Erfolg, man verkauft.

Mit Maria Braun wird eine deutsche Symbolfigur gezeigt. Während des zweiten Weltkriegs fallen rund um das Standesamt die Bomben. Die Ehe der Maria Braun (Hanna Schygulla) dauert zuerst mal nur einen halben Tag und eine Nacht, dann muss Soldat Hermann Braun (Klaus Löwitsch) an die Ostfront. Sie hört nichts mehr von ihrem Mann. Nach dem Krieg kämpft sie ums Überleben, sie arbeitet in einer amerikanischen Bar und wohnt bei ihrer Mutter (Gisela Uhlen). Gemeinsam mit ihrer Schwester Betty Glenze (Elisabeth Trissenaar) steht sie oft am Bahnsteig, wo die Züge mit den Kriegsheimkehrern anhalten. Betty kann nach einer gewissen Zeit ihren Mann Willie (Gottfried John) wieder in die Arme schließen. Dieser berichtet Maria vom Tod ihres Mannes. Sie beginnt ein Verhältnis mit dem dunkelhäutigen Soldaten Bill (George Byrd). In der Schlüsselszene des Films wird Maria ihren Lover im Schlafzimmer erschlagen, nachdem die beiden vom Kriegsheimkehrer Hermann, der wider Erwarten in der Kriegsgefangenschaft überlebt hat, beobachtet wurde. Hermann nimmt die Schuld auf sich und wandert ins Gefängnis. In der Zwischenzeit wird Maria Braun die Geliebte des Industriellen Oswald (Ivan Desny) und macht in dessen Betrieb die große karriere...

"Die Ehe der Maria Braun" wirkt wie eine Mixtur von zwei Bilanzen: Zum einen die der noch jungen Bundesrepublik Deutschland und der ganz privaten Bilanz der Heldin, die es versteht Verstand und Gefühl als zwei Seiten ihrer Persönlichkeit zu trennen. Sie lebt für einen Traum, für ein Ziel - dieses bleibt aber irgendwo abstrakt. Real sind aber die Mittel zum Zweck, sie geht Beziehungen ein, weil sie Vorteile versprechen. Am Ende steht Erfolg und Ansehen, vor allem auch Geld. Aber der Traum von der Liebe erfüllt sich nicht. Für ihr Handeln zahlt sie einen hohen Preis. Sie wirkt unglücklich. Eine Geschichte vom Fall, vom Aufstieg und vom Fall. Ober dieser Fall am Ende nun ein Unglück ist oder gar durch Absicht herbeigeführt, wird ungeklärt bleiben.

Das 1978 entstandene Meisterwerk bildet den Auftakt zu Fassbinders sogenannter BRD-Trilogie, die ihre Fortsetzung in den Filmen "Lola" und "Die Sehnsucht der Veronika Voss" fand. Alle drei Filme fungieren als Bestandsaufnahmen der deutschen Nachkriegszeit mit der Besonderheit, dass sie aus einer spezifisch weiblichen Sicht erzählen.
Für mich ist dies Fassbinders bester Film.
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TOP 100 REZENSENTam 14. Februar 2016
Es ist Deutschland nach Kriegsende 1945. Zerbombte Häuser und Straßen. Schutt, hungernde Menschen und hin und wieder heimkehrende und zerlumpte ehemalige Soldaten, GI's beleben das Stadtbild und auch das Nachtleben.

(Spoiler)

Maria Braun (Hanna Schygulla) ist jung verheiratet und kann sich nicht damit abfinden, dass ihr frisch angetrauter Mann Hermann (Klaus Löwisch) als verschollener Soldat gilt. Sie wohnt mit ihrer zur Witwe gewordenen Mutter und dem Großvater in einer kleinen mit Bombendurchschüssen durchsiebten und notdürftig eingerichteten Wohnung inmitten der Trümmerstadt.

Hunger, Kälte und Arbeitslosigkeit trifft, wie soviele andere auch, die Familie. Maria quält eine unbändige Sehnsucht nach ihren Hermann und das gibt ihr eine innere Stärke. Immer wieder geht sie zum Bahnhof zu ankommenden Heimkehrern, mit dem Ziel ihn zu finden. Der gegenwärtige Überlebenskampf um das tägliche Brot indes verlangt ihr alles ab. Schwarzhandel ist für kein Thema und hält sie und ihre Familie über Wasser.

Als Maria die Nachricht bekommt, dass ihr Mann im Krieg umgekommen sei, bricht für sie eine Welt zusammen, aus der sie sich jedoch mit Härte und genauen Zielsetzungen zu befreien weiß. Sie will leben und das so gut es geht!

Maria wird Bardame und geht ein Verhältnis mit dem afroamerikanischen GI Bill ein. Die Liason hält eine Weile an und Maria wird schwanger. Als ihr Mann eines Tages überraschend vor ihr steht, kann sie ihr Glück kaum fassen und erschlägt in einer Affekthandlung ihren Geliebten.

Es kommt zu einer Gerichtsverhandlung, in dessen Verlauf Hermann das Verfahren so zu lenken weiß, dass er sich als der Mörder des Farbigen zu erkennen gibt.

Maria ist somit frei, besucht ihren Mann jeden Tag im Gefängnis und verspricht ihm, für ihr späteres gemeinsames Leben nach seiner Freilassung eine ausreichend finanzielle Basis mit Wohlstand zu erarbeiten.

Sie lernt den Fabrikanten Oswald kennen (Ivan Desney) und wird dessen Geliebte und Assistentin. Aus dieser Beziehung gestaltet sich Marias Zukunft und sie schafft ohne jeglichen Skrupel das, was sie ihrem Hermann im Gefängnis versprochen hat. Sie ist durch und durch Pragmatikerin, fordert alles von sich und anderen und lebt nur für ihren Hermann. Sie verschmäht die tiefe Liebe des Oswald zu ihr und zieht nur finanzielle Vorteile für sich. Maria ist inzwischen vermögend.

Als Hermann aus dem Gefängnis entlassen wird, entzieht er sich einer gemeinsamen Zukunft mit Maria und wandert angeblich nach Kanada aus. Seiner Frau lässt er jeden Tag eine rote Rose zukommen. In Maria geht eine Wesensveränderung vor, sie agiert eiskalt und gefühllos . Als Oswald stirbt, steht Hermann plötzlich vor ihrer Tür...

Was für ein Film! Was für eine Handlung und phantastisch gespielte Emotionalität insbesondere der Schauspielerin Hanna Schygulla. Der melodramatische Film des Regisseurs Rainer Werner Fassbinder aus dem Jahr 1979 katapultiert den Betrachter schonungslos in die Nachkriegsjahre der zerbombten Häuser und Straßen, zerlumpten Menschen, Geflüster in den Gassen der Schwarzhändler und deren Käufer oder Dealer, notdürftig eingerichtete Wohnungen, kaum zu Essen und glücklich sein über jede kleinste Errungenschaft eines in Nachkriegzeiten besseren Lebens.

Maria ist jung, bildschön und hat Träume. Diese Träume sind vermischt mit Sensibilität und Naivität einer ewig bleibenden Liebe, sowie Skrupellosigkeit, aber auch Gradlinigkeit und einem Ziel vor Augen. Maria verkörpert den Aufbruch zu Neuem, der sich für sie anders entwickelt als geplant. Unweigerlich fragt man sich nach Ende des Filmes, wie es weiter gegangen wäre, wenn...
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Maria Braun(Hanna Schygulla) hat mit ihren Gatten Hermann (Klaus Löwitsch) in diesem Fassbinderfilm nach der Eheschließung 1 1/2 Tage zusammengelebt, dann musste er wieder an die Front. Maria sucht nach dem 2. Weltkrieg nach Hermann, den sie immer noch liebt und läuft mit einem Such-Schild durch die Trümmer der Stadt, wo sie mit ihrer Mutter gemeinsam in einer spießigen kleinen Wohnung haust. Um zu überleben wird sie Bardame.

Als sie erfährt, dass Hermann gefallen ist, geht sie eine Beziehung zu einem schwarzen GI ein, wodurch sich ihre Lebensbedingungen erstaunlich verbessern. Maria ist eine Pragmatikerin, die sich der gegebenen Situation anpasst und das Beste daraus macht.Doch da taucht der tot geglaubte Hermann wieder auf und erwischt seine Frau mit dem Schwarzen beim Stelldichein. Maria erschlägt im Affekt ihren Liebhaber.

Hermann geht für Maria ins Gefängnis. Sie schwört ihm zwischenzeitlich ein Heim aufzubauen. Dieser Schwur von Maria geschieht freiwillig, wird also von Hermann keinesfalls abverlangt. Maria besitzt die innere Stärke aber auch die Kaltblütigkeit um ihr Versprechen in die Tat umzusetzen. Sie streift Vergangenes ab und lebt ausschließlich im Jetzt. Die Nazi-Zeit reflektiert sich nicht, sie gehört dem Gestern an.

Diese Haltung war möglicherweise für eine ganz Generation notwenig, um aufbauen zu können. Trauer hätte das Land stagnieren lassen, vielleicht konnte sich diese Generation Trauer gar nicht leisten. Der Trümmerberg musste beseitigt werden. Es blieb keine Zeit zum nachdenken. Vielleicht war es keine Unfähigkeit zu trauern, sondern einfach Zeitmangel. Ein weites Feld, über das sich viel diskutieren lässt.

Die tatkräftige Maria lernt im Zug den Fabrikanten Oswald (Ivan Desney) kennen, der sie von nun an fördert und in dessen Firma sie Karriere macht. Oswald wird ihr Geliebter. Maria trennt sehr genau zwischen Job und Privatleben, weil sie Abhängigkeiten verhindern möchte. Ihren Gatten besucht sie nach wie vor im Gefängnis, da ihm immer noch ihre ganze Liebe gilt.

Mittlerweile besitzt Maria eine Villa und ist bestens situiert. Hermann verschwindet zunächst nach Ablauf seiner Haftstrafe überraschend nach Übersee, um angeblich sein Leben neu zu gestalten. Als Oswald stirbt erscheint Hermann allerdings plötzlich vor der Tür der Villa, in der das Testament Oswalds vollstreckt wird. Maria und Hermann erhalten jeweils zu Hälfte Oswalds Vermögen.

Offenbar hat Hermann Oswald zu dessen Lebzeiten seine Frau überlassen, keineswegs aus Habsucht, sondern aus Freundschaft, weil er sah wie sehr dieser Mann Maria liebte. Hermann schenkt Maria unaufgefordert seine Vermögensteile, doch das Schicksal verwehrt Maria das gemeinsame Glück mit ihrem Gatten...Vielleicht wäre dieses fiktive Glück auch gar nicht möglich gewesen, weil die verschiedenen Lebenswege beide zu sehr voneinander entfernt hatten. Ein Problem mit dem sich sicher viele Ehepaare nach dem Krieg auseinandersetzen mussten, nach Jahren der Trennung durch Krieg und Gefangenschaft....

Sehr gute schauspielerische Leistungen, nachdenkliche Dialoge, hervorragende Darstellung des Nachkriegs- und Aufbaumilieus.
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Maria (Hanna Schygulla) und Hermann (Klaus Löwitsch) heiraten während eines Bombenangriffs im zweiten Weltkrieg. Als am Ende des Krieges Maria die Nachricht von seinem Tod an der Front erhält, glaubt sie nicht daran. Sie arbeitet als Animiermädchen, freundet sich mit einem schwarzen Soldaten an. Gerade als sie mit ihm im Bett liegt, kommt Hermann aus der Kriegsgefangenschaft zurück. Aus Liebe zu Hermann erschlägt Maria den Amerikaner mit einer Flasche. Hermann nimmt die Schuld auf sich und wird zu einer Zuchthausstrafe verurteilt. Maria will inzwischen die Basis für ein Leben in materieller Sicherheit schaffen. Sie wird Geliebte und Teilhaberin des Fabrikanten Oswald (Ivan Desny), dessen Buchhalter Senkenberg (Hark Bohm) die Beziehung mit wachsendem Missfallen beobachtet. Hermann, der von dem Verhältnis erfährt, wandert nach Kanada aus. Am Tag des Fußball-Weltmeisterschaftsendspiels 1954 zu Maria zurückgekehrt, wird ihm und Maria von einer Notarin mitgeteilt, dass der verstorbene Oswald ihnen die Fabrik hinterlassen hat. Da fliegt das Haus - und mit ihm die schön geplante Zukunft - wegen eines nicht ausgeschalteten Gasherdes in die Luft.
Rainer Werner Fassbinder (1945-1982) erzählt in seinem erfolgreichsten Film die Geschichte einer ebenso schönen wie ehrgeizigen Frau, die mit Skrupellosigkeit und Gefühlskälte den sozialen Aufstieg schafft, ihre Träume von Liebe und Ehe aber nicht verwirklichen kann. Der Film verknüpft das Einzelschicksal mit der Geschichte der Geschichte der frühen Bundesrepublik und ihrer Entwicklung zur egoistischen, mitleidlosen Gesellschaft.
DIE EHE DER MARIA BRAUN (1979) ist der erste Film von Fassbinders BRD-Trilogie, zu der auch LOLA (1980) und DIE SEHNSUCHT DER VERONIKA VOSS (1982)- alle bei KINOWELT als DVD erschienen - zählen.
Die DVD enthält neben dem in sehr guter Qualität vorliegenden Film den Trailer sowie die 30 minütige Dokumentation "Eine deutsche Geschichte - Rainer Werner Fassbinder und sein Film Die Ehe der Maria Braun" (WDR 1995, von Peter Kremski), in der Hanna Schygulla, Margarethe von Trotta, Filmkritiker Hans Günther Pflaum und Autor Peter Märthesheimer zu Wort kommen.
Für Sammler des anspruchsvollen deutschen Films ein Pflichtkauf!
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am 31. Oktober 2013
Die Ehe der Maria Braun ist Fassbinders wohl kommerziell erfolgreichster Film geworden, was nicht heißt, dass er durchgehend glatt und den
Sehgewohnheiten des breiten Publikums angepasst ist. Es gibt Szenen, die mit älteren Fassbinder Filmen vergleichbar sind, lange Einstellun-
gen, nervende Geräusche, schwer zu verstehende Dialoge. Dann aber kommt der Film passagenweise völlig glatt daher wie nur irgendein Hollywood
Movie. Die Kameraarbeit von Michael Ballhaus ist wie immer ausgezeichnet.
Zum Inhalt muss nicht mehr viel gesagt werden. Im Nachkriegsdeutschland macht eine junge Frau Karriere, sie nimmt sich dazu Liebhaber, die
ihr behilflich sind, bleibt aber unverständlicherweise im Grunde ihres Herzens immer ihrem Ehemann verbunden. Das Letztere bleibt unverständ-
lich, weil der Ehemann Herrmann (Klaus Löwitsch) nur sehr oberflächlich charakterisiert wird. Es handelt sich hier um das Werk, das die Film-
welt auf Hanna Schygulla (hier Maria Braun) aufmerksam machte und ihr die Arbeit mit anderen Regiesseuren erleichterte und ihre internatio-
nale Karriere in Gang brachte.
Die Namensgebung Maria Braun ist der auffälligste Hinweis auf das 3. Reich - Eva Braun = Hitlers Ehefrau, ansonsten steht die rücksichtslose
Geschäftemacherei in der jungen Bundesrepublik im Vordergrund, verbunden mit harter Arbeit.
Großartige Leistungen bieten neben der gewohnten Fassbinder Truppe Ivan Desny, Gisela Uhlen und Hark Bohm. Ein durch und durch empfehlens-
werter, qualitativ wertvoller Film.
Die DVD bietet auch eine wirklich interessante Dokumentation.
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am 23. April 2009
Vorweg: Film- nicht DVD-Kritik

Maria Braun ist einen halben Tage mit ihrem Mann verheiratet, dann muss er zurück an die Front des sich zum Ende neigendem 2. Weltkrieges. Nicht viel und doch genug um alles was sie tut, für ihn zu tun. Auch als sie die Nachricht seines Todes erreicht, glaubt sie weiter an seine Rückkehr. Sie ergreift die Initiative und sichert sich und ihrer Mutter ein Überleben in einem zerstörten und mittellosen Nachkriegsdeutschland. Ein anderer Mann. Die Rückkehr des Ihren. Jemand stirbt. Ein zweites und drittes Mal wird das gemeinsame Leben verhindert. An der Seite eines weiterer Mannes hat Maria alles im Griff. Nichts bleibt dem Zufall überlassen, sie agiert und lenkt, sie ist erfolgreich. Und als, nach einer endlosen Zeit des Getrenntseins von ihrem Mann, das Happy End und endlich das ersehnte Zusammensein in Aussicht steht, nimmt sich Maria das Leben.

Fassbinder war 1979 kein Neuling mehr. Sein Name war bekannt, sein Budget und damit seine Möglichkeiten waren gestiegen. Fassbinder will weiter ein Querkopf und Sonderling bleiben und geht dennoch Kompromisse ein.
Das Ergebnis: Ein professioneller Film mit verstörenden Elementen. Fassbinder macht weiter Theater. Episches Theater. Brechts Einfluss ist unverkennbar. Statisch inszeniert, überladen mit Verfremdungseffekten. Keine Sekunde Stille. Immer Hindergrundsgeräusche: Maschinengewehrfeuer und Presslufthämmer, Schlüsselbundklirren und Kantinenlärm, Adenaueransprachen und Fußballweltmeisterschaftübertragungen. Die Dialoge werden übertönt, zum Teil bis zur Unverständlichkeit. Zu Beginn glaubt man noch, der Film sei schlecht abgemischt, doch die Konsequenz der Einsetzung dieses Stilmittels belehrt eines Anderen.
Ebenso inszeniert: die Figurenrede und das Spiel. Statisch und gekünstelt. Theater auf Zelluloid.
Maria Braun: eine Kunstfigur. Zielstrebig und taff. Projektionsfläche ohne Identifikationsmöglichkeit. Die Männer bleiben Randfiguren und Spielbälle. Gerade ihr Mann gewinnt kein Profil, so dass der Zuschauer nicht verstehen kann warum sie ihm so bedingungslos ergeben ist. Am Ende wird ihr das wohl selbst klar.

Darf man einen Klassiker kritisieren? 2009 - muss man filmgeschichtlich 30 Jahre zurückdenken. Alle sind sich einig: Fassbinder war ein Genie. Darf man daran Zweifel äußern?
Ein paar Fragen, statt Antworten und Interpretationen: Sind Fassbinders Verfremdungseffekt nur Spielerei? Selbstzweck? Was bewirken sie? Klar, sie verhindern eine Identifikation. Muss man das nach Brecht noch machen? Nach Fassbinder kommen Jelinek, Lars von Trier und das ganze Postdramatische Theater. Alle wollen das gleiche: Identifikation verhindern und mit Rezeptionsgewohnheiten brechen - verstören. War Fassbinder zu dieser Entwicklung nötig?

Am Ende bleibt man ratlos. Ist Fassbinder nicht immer überschätzt wurden? Oder war, was man soeben sah doch absolut genial und vielschichtig?
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am 5. Dezember 2015
schnell - gute Ware - guter Preis. Gerne wieder.
Habe mich gefreut, diese DVD so schnell und günstig zu bekommen.
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am 17. Januar 2008
Der Film beginnt mit ein Bild von Hitler in einer Kapelle, das sofort aufgepumpt wird. Maria und Hermann Braun heiraten in Berlin während des Luftangriffs. Hermann muss schnell gehen, und er ist später verloren geworden. Nach einer Weile gibt Maria mit der Fahndung auf, und sie arbeitet als Animiermädchen in einer Kneipe. Hier trifft sie Bill, einen schwarzen amerikanischen Soldat, und er gefällt ihr. Später fand sie heraus, daß sie von Bill schwanger ist. Plötzlich kommt Hermann zurück, und während einer Schlacht tötet Maria Bill zufällig. Hermann schuldet sich dafür und ist ins Gefängnis geworfen. Maria muss für sich selbst kümmern, und sie ist ganz erfolgreich. Sie begegnet Karl Oswald, einen französischen Geschäftsmann, und er gibt ihr einen Job als Assistant. Obwohl sie wird noch immer reicher, wird sie auch weiter von ihrer Familie und Mann entfernt. Sie spricht öffentlich über ihre Affäre mit dem Chef. Sie wird noch immer unangenehmer an andere Menschen.

Die Nachkriegszeit war natürlich eine interessante Zeit für Deutschland. Städte sind zerstört, und Deutschland muss ihrer Identität wieder bauen. In diesen Film kann mann das Leben von Menschen in Westdeutschland in der Nachkriegszeit sehen und erleben. In dieser Zeit werden Waren oft eingetauscht, und Luxus sowie Zigaretten waren sehr kostbar. Im Gegensatz wurden Bücher und andere Werke für Verbrennung benutzt. Es gibt auch viele Szene, in der wir die Ruine sehen können.

Ich fand die Geschichte relativ traurig, aber Maria ist gut gespielt, und der historische Kontext war sehr einsichtig.
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am 20. Juni 2012
Das ist vielleicht der beste Fassbinder-Film. Er brachte dem Regisseur, der auf dem Gipfel seiner Kreativität stand, Anerkennung im In- und Ausland. Anhand einer beeindruckenden Story, mit vielen Details aus Musik (Glenn Miller) oder Nachrichten (Adenauer!) schildert er eine Epoche als die BRD die ersten Schritte in Richtung Wohlstand machte. Insofern ist der Film ein anschauliches Zeitdokument.
Darüber hinaus hat Peter Märthesheimer ein Drehbuch geschrieben, mit treffenden Dialogen, das Fassbinder mit Superstar Hanna Schygulla in der Titelrolle hervorragend besetzt hat. Sie trägt und prägt den Film. Insofern wird hier ein Frauenschicksal der Nachkriegszeit beschrieben. Eva Braun (sic!) verdreht den Männern den Kopf, verbindet Emanzipation mit Geschäftssinn und einem ausgeprägten Durchsetzungswillen. Sie setzt ihre Weiblichkeit als Waffe im Kampf nach oben ein. Das schafft Raum für Emotionen. Echt tragische Figuren wie Oswald, (Ivan Desny), der in seiner Liebe zu ihr hoffnungslos gefangen ist pflastern ihren Weg. Wir sehen eine kluge Eva Braun, die, wenn es sein muss knallhart sein kann, aber auch zerbrechlich und voller Gefühl agiert. Und dann der dramatische Schluss, den es so in der Filmgeschichte noch nicht gegeben hat. Der Parallellauf mit der Reportage des Fußballendspiels in Bern 1954 und das unerwartet jähe Ende der alle Wünsche erfüllenden Zweisamkeit von Maria und Hermann Braun. Waoh! Einfach genial.
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