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21 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Studie über Schein und Sein: Bilder sind nicht immer gleich Wirklichkeit
Hier heißt es nicht "Wer war der Mörder?" sondern "Gibt es einen Mord?" Denn als der Photograph Thomas seinen spontan in einem Park entstandenen Film entwickelt, glaubt er eine Geschichte zu sehen. Ein Mann und eine Frau spielen verliebt miteinander. Dann verschwindet der Mann, die Frau reagiert merkwürdig - mit einem schwer zu durchschauenden, vielleicht...
Veröffentlicht am 4. Februar 2007 von Niclas Grabowski

versus
10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Leider zensiert! Es fehlen etwa 5 Minuten
Laut IMBD-Datenbank hat der Film eine Länge von 111 Minuten. Hier hat er nur 106 Minuten. Es fehlen diverse Einstellungen, die noch im Kino und auf VHS vorhanden waren. Meist wurden Einstellungen erotischer Art entfernt, etwa eine Topless-Einstellung mit Vanessa Redgrave. Und es fehlen Bilder in der Szene, in der der Hauptdarsteller mit 2 Mädels herum tollt...
Veröffentlicht am 8. März 2010 von max-berlin


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21 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Studie über Schein und Sein: Bilder sind nicht immer gleich Wirklichkeit, 4. Februar 2007
Von 
Niclas Grabowski "niclas grabowski" (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Blow Up - SZ-Cinemathek 47 (DVD)
Hier heißt es nicht "Wer war der Mörder?" sondern "Gibt es einen Mord?" Denn als der Photograph Thomas seinen spontan in einem Park entstandenen Film entwickelt, glaubt er eine Geschichte zu sehen. Ein Mann und eine Frau spielen verliebt miteinander. Dann verschwindet der Mann, die Frau reagiert merkwürdig - mit einem schwer zu durchschauenden, vielleicht suchenden Gesichtsausdruck. Und am Ende, versteckt im dunklen Hintergrund eines Bildes, findet sich eine Leiche.

Dass hinter dieser Photostory auch etwas Wirklichkeit steckt, vermittelt sich nicht über die Bilder. Erst muss die Frau wieder auftauchen und die Herausgabe des Films verlangen, erst dann wird klar, dass hier wirklich ein Verbrechen passiert ist. Doch über die Tatsache eines toten Menschen hinaus bleiben die Hintergründe völlig unklar. Und so geht es in Blow Up auch nicht um die Aufklärung eines Verbrechens, sondern um die Frage, was eigentlich wirklich ist und was nicht.

Und so sind die vielleicht stärksten Episoden des Films die, die scheinbar nichts mit der Handlung zu tun haben. So leben fast alle Menschen in Thomas Welt im schönen Schein. Beziehungen, Jobs, Machtverhältnisse haben etwas Unwirkliches. Eine junge Jane Birkin kommt mit einer Freundin in das Studio des Photographen, es kommt zu einem One-Night-Stand. Aber am Ende sind eigentlich alle betrogen. Der Nachwuchs wird kalt abgefertigt und darf doch nicht Modell werden. Aber auch Thomas ist nicht zufrieden, hat schlechte Laune und begibt sich wieder auf die Suche nach scheinbar wichtigem - auf jedem Fall aber nach etwas anderem. Eine ähnliche Szene mit einem auch aus der Wirklichkeit bekannten Modell (Veruschka) transportiert zu Beginn eine ähnliche Botschaft: Eine Photosession endet fast schon als Sex mit der Kamera, die Sprüche von Thomas könnten auch im Schlafzimmer fallen - aber dann ist wieder alles vorbei, alles kalt und unpersönlich. Das Modell zieht sich wieder an, und die Welt sieht wieder anders aus.

Als die Frau aus dem Park zu Beginn in dem Photostudio auftauscht, bietet auch sie sich Thomas an. Aber auch das ist nur eine Finte, Sex kann genauso Illusion sein wie Liebe. Am Ende ist auch noch der rätselhafte Film mit der grobkörnigen Vergrößerung der Leiche verschwunden. Was ist nun wirklich passiert?

Zugegeben, der Film verliert sich manchmal selbst in der Schönheit seiner Bilder, ohne immer sagen zu können, welche Substanz, also welche Aussage wirklich dahinter steckt. So sehen wir schöne Bilder aus den Randbezirken Londons in den 60er Jahren, erhalten Einblick in den Aufbruch einer neuen, jungen Generation, sehen schöne Autos, Menschen und Einrichtungsgegenstände. Hat der Film eine klare Botschaft? Nein, nicht wirklich, aber vielleicht würde auch gerade das nicht zum oben beschriebenen Thema passen. Was den Film aber auf jeden Fall rettet, sind die großartigen Schauspielerleistungen. Insbesondere Thomas als scheinbar leidenschaftsloser Photograph und Beobachter ist brillant dargestellt.

Zuletzt: Eine weitere Hauptrolle spielt in diesem Film die Musik und - man glaubt es kaum - auch die Stille, die Abwesenheit von Musik und manchmal auch von allen Geräuschen. Selten habe ich einen Film erlebt, in dem die Tonspur so unauffällig, so leise dem Film doch einen prägenden Stempel verpasst hat.

Ein Erlebnis.
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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Leider zensiert! Es fehlen etwa 5 Minuten, 8. März 2010
Rezension bezieht sich auf: Blow Up - SZ-Cinemathek 47 (DVD)
Laut IMBD-Datenbank hat der Film eine Länge von 111 Minuten. Hier hat er nur 106 Minuten. Es fehlen diverse Einstellungen, die noch im Kino und auf VHS vorhanden waren. Meist wurden Einstellungen erotischer Art entfernt, etwa eine Topless-Einstellung mit Vanessa Redgrave. Und es fehlen Bilder in der Szene, in der der Hauptdarsteller mit 2 Mädels herum tollt. (Mehr Infos auch auf IMBD.) Es ist zwar nicht so, dass die Sequenzen für das Verständnis des Films absolut notwendig wären, aber der Film ist ja kein x-beliebiger Horrorthriller, in dem man herumschnippeln kann, ohne dass es schade um den Film wäre. Bei so einem Weltklassefilm sollte man ihn so auf DVD herausbringen, wie er einst vom Filmemacher vorgesehen wurde. Ich habe den Film im Kino gesehen und mal auf VHS und warte auf eine vollständige Version. Vielleicht könnte die SZ mal ihre Filmkollektion überarbeitet und vollständig neu auf den Markt bringen. Beim "Leoparden" (Cinemathek Nr 1) war die SZ noch ganz stolz, den Film zum ersten Mal ungeschnitten auf DVD auszuliefern.
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14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Was ist Wirklichkeit?, 8. April 2007
Rezension bezieht sich auf: Blow Up - SZ-Cinemathek 47 (DVD)
Gleich zu Beginn: Blow up ist einer meiner Lieblingsfilme. Es ist eine als Krimi in den londoner "Swinging Sixties" inszenierte sozialpsychologische resp. philosophische Studie zur Frage was Wirklichkeit sei. Die filmische Antwort: Das was die Anderen als real betrachten.

Zur Handlung: Der erfolgreiche und extrem arogante Modefotograf Thomas (David Hemmings)will sich neben seiner Modefotografie als Dokumentarfotograf profilieren. Dazu schleicht er sich getarnt als Obdachloser auch in eine Obdachlosenunterkunft ein. Das Leid der anderen lässt Thomas ziemlich kalt - ihm geht es nur um die Bilder. Sein Verleger rät ihm als Ergänzung einige weniger harten Bilder aufzunehmen. Dazu fotografier er ein Paar und wird ohne zu wissen Zeuge eines Mordes. Er kann die Tatwaffe aus den Negativen herausvergrössern (daher der Titel des Films "blow up") und findet im Park die Leiche. Da ihm bis auf die eine Vergrösserung sämtliche Bilder und Negative gestohlen werden, kann er den Mord nicht nachweisen.

Blow up ist ein packender, atmosphärisch dichter Film, der von der Abwesenheit der Musik lebt. Wer das Rauschen der Blätter in der berühmten Parkszene gehört hat, wird es nie mehr vergessen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die Macht der Bilder, 8. August 2011
Rezension bezieht sich auf: Blow Up - SZ-Cinemathek 47 (DVD)
Beobachtet man die Welt durch ein Vergrößerungsglas, kann es passieren, dass plötzlich Dinge aus dem Nichts auftauchen, die man vorher mit bloßem Auge nie hätte sehen können und den Betrachter dermaßen überraschen, dass er mit zoomen beginnt, um immer dichter an die Wahrheit heranzurücken, bis die entdeckte Wirklichkeit schließlich so weit vergrößert wird, dass sie ihre Schärfe wieder verliert und sich in der Unkenntlichkeit verschwommener Konturen auflöst. Eben diese Erfahrung macht der erfolgreiche Modefotograf Thomas in Blow Up, als er in einem Londoner Park heimlich Bilder von einem verliebten Paar schießt. Nachdem die Frau ihn entdeckt, besteht sie aufgebracht auf die Herausgabe des Films und bietet ihm bei einem mysteriösen Besuch in seinem Atelier sogar ihren Körper gegen die Negative an. Diese vehemente Forderung weckt in Thomas ein argwöhnisches Misstrauen, so dass er beschließt, einen Teil der Fotostrecke zu vergrößern. Auf einem der Abzüge blickt die Unbekannte, während sie ihren Begleiter umarmt, auf seltsame Weise mit angstvollem Blick zur Seite in Richtung eines Gebüschs. Auf einer weiteren Vergrößerung ist an dieser Stelle scheinbar in undeutlichen Umrissen eine Person mit einer Pistole zu sehen. Ein anderes Bild, das wenige Sekunden später geschossen wurde, zeigt ein seltsames Gebilde, das unter einem Strauch liegt. Als Thomas deshalb nachts an den Ort des Geschehens zurückkehrt, entdeckt er einen toten Mann, der dem Freund der Frau sehr ähnlich sieht, weshalb er glaubt, Zeuge eines Verbrechens geworden zu sein. Doch alles verschwindet auch wieder spukartig: die Frau, die Bilder, die Negative und selbst die Leiche ist nicht mehr auffindbar. Ist dieser Mord tatsächlich geschehen oder wird Thomas zum Opfer der Suggestivkraft seiner eigenen Bilder?

Antonioni legt raffiniert die Spuren in verschiedene Richtungen aus, die einerseits zu einem Komplott um die Unbekannte im Park führen und andererseits die Theorie einer eingebildeten Realität offen lassen. Denn es ist die Macht der Bilder, die Thomas die Wirklichkeit mit anderen Augen sehen lässt, so dass er zwischen Schein und Sein nicht mehr unterscheiden kann, bis die so entstandene Ungewissheit sich systematisch in seine Psyche eingräbt, weil er beginnt, an seiner eigenen Wahrnehmung zu zweifeln. Man kann diesen Film daher auch als eine Parabel auf die manipulierende Kraft der Fotografie verstehen, die beim Betrachter einen Eskapismus nährt, indem die Bilder die Tür zu einer Welt öffnen, die reiner als die Wirklichkeit erscheint, aber dennoch nicht in der Lage ist, die Realität zu ersetzen. Thomas wirkt wie ein Vertriebener aus dem Paradies, der durch den mutmaßlichen Mord aus seiner Scheinwelt der Hochglanzmagazine gerissen wird, die eben doch nur eine illusorische Schönheit suggerieren, die in dieser Form gar nicht existiert und stattdessen eine simulierte Wirklichkeit erschaffen, in der das Design das Dasein diktiert, so dass auch der Film einer Oberflächlichkeit gehorcht, die in ihrer stilistischen Künstlichkeit keine tiefere Bedeutung besitzt. Dazu macht Antonioni den Zuschauer zu seinem Komplizen, indem er diesen Starfotografen pedantisch genau mit der Kamera durch den Alltag begleitet. Wobei die Fotosessions im Atelier mit äußerst ästhetischen Bildeinstellungen in Szene gesetzt werden, insbesondere die atemberaubende Sequenz, in der Thomas das knabenhafte Topmodel Veruschka mit dem Objektiv förmlich in sich aufsaugt, indem er sich auf sie setzt, sie auf rustikale Weise gefügig macht und mit sexistisch artikulierten Anweisungen antörnt, ehe er schließlich völlig erschöpft auf ein Sofa sinkt. Diese Szene wurde von Antonioni in kühle Blautöne getränkt, die eine distanzierende Sterilität zum Zuschauer aufbauen. Dabei werden die schnellen Bewegungen des Models mit groben Schnitten kurz zu Posen eingefroren.

Der Soundtrack stammt von Herbie Hancock, dessen Musik allerdings nur selten im Hintergrund zu hören ist. Doch selbst dieses sehr geringe Maß an Präsenz kann man durchaus noch als störend empfinden, weil die Stücke einerseits vollkommen gegen den Takt des Films eingesetzt werden (die Musik soll Thomas ablenken) und Blow Up andererseits seine geheimnisvolle Genialität vor allem aus den vielen stillen Momenten zieht. Insbesondere wenn Thomas die Bilder im Atelier betrachtet und der Schrecken in seinem Gesichtsausdruck allmählich Formen annimmt. Ansonsten diktieren stimmige Geräusche aus der Umgebung die Tonspur. So verdichtet das Blätterrauschen der Bäume die voyeuristische Atmosphäre im Park, als Thomas das Paar fotografiert, oder der Lärm einer Demonstration durchbricht die Stille. Denn Blow Up ist auch ein Spiegel der 60er Jahre, der unterschwellig einen visuellen Abriss vom Lebensgefühl der Mods-Ära reflektiert, das in popfarbenen Bildern durch den Übermut der Jugend, den Protest der Bürgerbewegung, all die ganzen Kifferpartys, den Rock N' Roll (der im Film durch ein Konzert der Yardbirds seinen Platz einnimmt) und den Aspekt der Freizügigkeit einen grell schimmernden Ausdruck erfährt.

Was Blow Up zu einem so wunderbaren Film macht, ist der Umstand, dass er unter seiner stringent geführten Oberfläche viele komplexe Deutungsmöglichkeiten bereithält. Man könnte beispielsweise meinen, dass die starke Affinität dieser Zeit zum Hedonismus kritisch hinterfragt wird, weil ein zu hohes Maß an Sex und Drogen ebenso wie die Kunst der Fotografie in eine Wirklichkeitsflucht führt. Als Thomas beispielsweise die Frau aus dem Park in seinem Atelier kritisch zu den Bildern befragt, beginnen beide plötzlich einen Joint zu rauchen, ehe der Coitus vollzogen werden soll, wozu es aber nicht kommt, weil es an der Tür klingelt und ein Mann einen Propeller abgibt, den Thomas kurz zuvor in einem Antiquitätenladen kaufte. Später wird er beim Rekonstruieren des Geschehens von zwei Groupies abgelenkt, die von einer Modelkarriere träumen und ihn um ein Shooting betteln, was in einer infantilen Orgie endet. Seinen Bekannten Ron, dem er von dem mutmaßlichen Mord berichten will, findet er vollkommen indisponiert vor, weil er restlos mit Marihuana zugedröhnt ist. Und es scheint fast so, dass alle Figuren des Films dermaßen mit sich selbst beschäftigt sind, dass sie den Sinn für die wirklich wichtigen Dinge im Leben längst verloren haben. Das imaginäre Tennismatch am Ende wird für Thomas somit zwangsläufig zum bizarren Eintritt in die mediale Irrealität der modernen Zeit.

Thomas wird von David Hemmings gespielt, die Unbekannte im Park von Vanessa Redgrave. Jane Birkin ist als eines der beiden Groupies mit von der Partie.
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25 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Genial aber unbekannt, 11. Dezember 2005
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Blow Up - SZ-Cinemathek 47 (DVD)
Dieser Film ist merkwürdiger Weise recht unbekannt. Dabei ist er nun wirklich genial. Endlich erlangt der Film in Deutschland mal die Würdigung die er verdient - durch die SZ-Cinemathek.
Ein Star-Fotograf fotografiert in einem Park ein streitendes Päarchen. Noch scheint nicht aussergewöhnliches Vorgefallen zu sein. Doch beim entwickeln der Bilder glaubt der Fotograf, dass er Zeuge eines Mordes geworden ist. Immer wieder vergrößert er einzelne Teile der verschiedenen Bilder. Während seiner akribischen Detektivarbeit lernt er die junge Jane kennen.
Die Geschichte ist unheimlich spannend. Zudem wird genial das Lebensgefühl der Beat-Generation transportiert. Drogen, Sex Orgien und Musik stehen dabei ebenso im Mittelpunkt des Films, wie die Faszination eines Bildes. Für anspruchsvolle Filmfans ist dieses künsterlisch hochwertige Werk empfehlenswert.
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6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Filmisches Meisterwerk, 1. August 2007
Rezension bezieht sich auf: Blow Up - SZ-Cinemathek 47 (DVD)
Blowup ist auch einer meiner absoluten "all time favorites". Antonioni zeigt hier, das er seine Kunst auch in London und auch in Farbe fortschreiben kann; Blowup ist ein Film, dessen leise Töne den Cineasten vom Beginn an in den Bann ziehen. Cineasten, das sind Filmfreunde - Menschen, die den Film als Kunstform sehen und schätzen. Cineasten sind keine Film"konsumenten" und keine Menschen, die einfach viele Filme gucken, auch wenn sich diese gerade gern als solche bezeichnen...

Insofern fordert der Regisseur auch in Blowup mehr als einen trägen Konsum. Denn Blowup ist ein "abstrakter" Film. Viele können mit den Begriffen der "abstrakten (bildenden) Kunst" etwas anfangen ("Farbkleckseln, das kann ich auch"), vielleicht noch mit der abstrakten Musik eines Karlheinz Stockhausen ("mit einem Eimer Herbstlaub rascheln, das kann ich auch"), aber "abstrakte Filme" - was ist denn das, da kann doch jeder gleich mitreden....

Was ist abstrakte Kunst, wie funktioniert sie ? Es ist eine Kunst, die nicht vom Künstler geschaffen wurde, um dem Betrachter vorzubeten, was er als schön erkennen soll. Abstrakte Kunst, und das betrifft Malerei, Musik und Film, kennt kein Vorbeten von richtig oder falsch. Sie gibt jedem Betrachter, der sich auf sie einlässt, die Möglichkeit, eigenes darin zu erkennen. Die individuelle Interpretation ist immer Teil des abstrakten Werkes. Und deshalb ist die abstrakte Kunst so solidarisch und spannend. Sie ist nicht für Kunsthistoriker alleine da, sie lässt jeden teilhaben.

So ist es auch mit Antoniones Filmen. Wenn man sich NICHT auf sie einlässt, wenn man das Vorbeten einer Handlung im klassischen Sinne erwartet, der man als Betrachter also nur folgen muss, dann wird man enttäuscht sein. Und man wird lediglich das gleiche empfinden, wie beim uninteressierten Betrachten abstrakter Malerei: "Farben kleckseln kann ich auch" oder im Film: "Einen Darsteller von rechts nach links durchs Bild schicken, das kann ich auch".

Mag sein, das man den o.g. grundlegenden Sinn der abstrakten Kunst schon kennen muss, um die Kunst genießen zu können. Lässt man sich jedenfalls ein auf Antonioni, lässt man sich ein auf eine individuelle, persönliche Betrachtung des Filmes, dann wird es spannend. "Involvement statt Berieselung", sozusagen.

Klar: Man darf nicht erwarten, das ein Meisterwerk wie Blowup es dem konsumfilmgeprägten Zuschauer leicht macht. Muss aber auch nicht; Stockhausen hören auch nur wenige, doch die, die es tun, sind dankbar um diese neue Erfahrung.

Und so ist es auch mit Blowup.
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0 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Wie sieht man den Film, 16. November 2008
Rezension bezieht sich auf: Blow Up - SZ-Cinemathek 47 (DVD)
Bei der Betrachung dieses Filmes spielt die Betrachtungsart eine grosse Rolle. Wer versucht sich rein als Zuschauer in den Film hineinzuversetzen geht häufig verloren. Zwischenszenen die manchmal nicht verständlich sind lassen häufig darauf schließen, dass sie erstellt worden sind die Spielzeit zu füllen.

Aus fotografischer Sicht ist der Film auch eine ironische Darstellung des Fotografenberufes zu dieser Zeit. Die scheinbar männliche Stärke die komplette Macht zu haben über das Leben und trotzdem frei zu sein hat zu dieser Zeit viele Leute ermuntert auch Fotografen zu werden.

Der Trugschluss zwischen Schein und Sein und die verstrickte Geschichte lassen jedoch zum Denken animieten. Auch hierdurch wird der sonst so starke Charakter in eine nachdenkliche und unsichere Situation gedrängt.

Weiterhin bietet der Film viel Interprätationspielraum und macht Ihn trotz der manchmal schleppenden Atomosphäre zu einen ansehbaren Film.

Es kommt aldo drauf an, was man sehen will.
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8 von 50 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Hoppla...., 2. April 2007
Rezension bezieht sich auf: Blow Up - SZ-Cinemathek 47 (DVD)
war da jetzt eigentlich was? Stimmt der Film lebt von Eindrücken, zeigt die oberflächlichkeit der scheinbar wohlhabendenen Gesellschaft. Aber leider verbirgt sich dahinter keinerlei Handlung. Alles passiert irgenwie und ist im Grunde völlig sinnfrei. Eine kalte trostlose Welt wird einam da präsentiert ohne dass alles irgendwann einmal Sinn ergeben könnte. Das ganz gipfelt in ein phantomimen Tesnnismatch, das nicht mehr aufhören will, beobachtet vom einzigen Zuschauer Thomas, dann ist der Film zuende. Sicherlich liegt hier ein eigenwilliges uns sonderbares Werk vor. Doch ist es im Grunde dermaßen leer von allem, dass man eigentlich nichts davon hat es anzusehen. Filmtechnisch gesehen sicherlich mal etwas ganz anderes. Aber selten war ein Film so sinnfrei wie dieser. Es erklärt sich nichts und ist damit irgenwie auch völlig sinnlos. Schade eigentlich denn Schauspielerisch ist er sehr anspruchsvoll und irgendwie auch mutig, doch allein das genügt dann doch wieder nicht.
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Blow Up - SZ-Cinemathek 47
Blow Up - SZ-Cinemathek 47 von Michelangelo Antonioni (DVD - 2006)
EUR 39,99
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