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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Im Rausch des süßen Lebens, 6. März 2007
Von 
RockBrasiliano (Costa Banana) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Das süße Leben - SZ-Cinemathek 34 (DVD)
Dieser Film zeigt das Dolce Vita, das süße Leben der italienischen und interantionalen Prominenz im Rom gegen Ende der 50er Jahre. Marcello ist der Held des Films und auch ein beliebter Typ, ein Journalist, der in der Schickeria ein und aus geht, ständig verfolgt von einer Meute bilder- und storyhungriger Papparazzi. Ihre Storys und Bilder jedenfalls sollen sie bekommen. Marcello hangelt sich durch von Frau zu Frau und von Party zu Party, allerdings ist da noch seine Verlobte, die mit diesem Leben überhaupt nichts anfangen kann und schwer darunter zu leiden hat. Alles spitzt sich gewaltig zu und auch Marcello begreift irgendwann, dass das Glitzer- und Partyleben auch nicht das wahre sein kann.. Jedenfalls ist in diesem Film ständig schwer was los und die Welt der Prominenten wird in einer famosen Satire abgebildet. Auch klingt hier eine sehr witzig und gut verpackte Medienkritik mit an, ob es jetzt um eine Wundererscheinung geht oder ein Sternchen vom Film sich am Flughafen feiern lässt, überall ist die Presse dabei und alle wollen ein bißchen berühmt sein. Eitles Geschwätz und Affengetue gibts in Massen zu hören und zu sehen. Der Film jedenfalls hat mir sehr viel Spaß gemacht und bei der Detailversessenheit mit der Fellini dieses Meisterstück fertiggestellt hat, lohnt es sich sicher den Film mehrfach anzusehen. Achja, die Musik muss auch noch lobend erwähnt werden!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Es gibt nur zwei Dinge: die Leere und das gezeichnete Ich." ( G. Benn),, 10. Februar 2008
Von 
Helga König - Alle meine Rezensionen ansehen
(#1 HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Das süße Leben - SZ-Cinemathek 34 (DVD)
Jeder kennt die Filmszene, in der die vollbusige Anita Ekberg lasziv durch die "Fontana de Trevi" tanzt. Dieses Sexsymbol der frühen 60er Jahre visualisiert und verspricht zugleich - wie kaum eine andere Darstellerin - das " Dolce Vita " im Rom der frühen 60er Jahre, das dem Zuschauer von heute allerdings etwas befremdlich erscheint. Dennoch spielt Ekberg keineswegs die Hauptrolle in dem 167 Minuten andauernden Streifen. Fast scheint es so als habe Fellini durch diese Schauspielerin für sein Werk im Vorfeld Aufsehen erregen wollen, denn das Bild ging bereits um die Welt, lange bevor der Film abgedreht war.
Der junge Marcello Mastroianni spielt einen Klatschkolumnisten, der sich gemeinsam mit einem Heer von Paparazzis auf der Via Veneto bewegt . Dort treffen sich die Reichen und die Schönen Roms , aber auch die Intellektuellen, die Künstler und die Filmleute.

Marcello ist diesen Leuten, die ihn mögen, immer ganz nah, um über ihr Jet-Set-Leben berichten zu können, vielleicht aber auch, weil deren abgefahrenes Dasein einen gewissen Reiz auf ihn ausübt.

Der Journalist nimmt an den dekadenten Partys teil, lässt sich von den gelangweilten, reichen Frauen verführen und natürlich gehen diesem "Latin Lover" die Augen über als sich besagte blonde, wuchtbrummige Brunhilde als lebendig gewordene Männerfantasie im Brunnen räkelt. ( Eine ganz ungemein amüsante Szene!)

Alle Sequenzen wirken surreal. Vom alten Rom sieht man außer dem Trevi- Brunnen kaum etwas. Stattdessen werden neu erbaute Hochhäuser gezeigt, die wohl als Symbol für den wirtschaftlichen Aufschwung galten, aber auch zeigen sollen, dass das , was sich abspielt, ebenso gut an einem anderen Ort ereignen kann. Es geht nicht um das Lebensgefühl in Rom jener Jahre , sondern um das Lebensgefühl einer Gesellschaftsschicht in der damaligen Zeit, weltweit.

Bis auf Marcello und seinen Freund Steiner ( einem Intellektuellen) , der sich schließlich angewidert erschießt, sind die gezeigten Personen allesamt geistlos den Oberflächlichkeiten des Seins ergeben. Dialoge finden zwischen diesen Menschen nicht statt. Sie produzieren sich, saufen bis zum Abwinken und frönen dem Sex in dieser Welt des schönen Scheins und der Vergänglichkeit.
Marcellos Verlobte ist das ebenso unerquickliche Gegenbild des dargestellten Verhaltens der Schickeria . Kleingeistig, vereinnahmend und spießig versucht sie Einfluss auf Marcello zu nehmen. In meinen Augen ist ihr Verhaltensmuster noch schlimmer als das vom Rest der Bande.

Ist es Marcello möglich - unbeeinträchtigt von seinem Umfeld - seinen eigenen Weg zu gehen?
Oder ist diese Frage gar unerheblich in einem Film, der darauf verzichtet eine Geschichte zu erzählen?

Die Ton- und die Bildqualität sind gut. Ein handelt sich um einen künstlerisch wertvollen Film, der nicht grundlos mit Preisen überhäuft wurde.

Empfehlenswert.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "I'm too serious to be a dilettante and too much of a dabbler to be a professional." (Steiner), 4. Januar 2015
Rezension bezieht sich auf: Das süße Leben - SZ-Cinemathek 34 (DVD)
Das bewährte Autorenteam Federico Fellini, Ennio Flaiano und Tullio Pinelli hatte bereits 1958 eine Fülle von Material zusammengetragen, allerdings stand der Titel La dolce vita noch nicht fest. Als wichtige Inspiration diente Fellini auch die Montesi Affäre. 1953 fand man die fast unbekleidete Leiche von Wilma Montesi an einem Strand in der Nähe von Rom und es blieb unklar ob sie ertrunken war, Selbstmord begangen hatte oder gar ermordet wurde. Die Angelegenheit wuchs sich zu einem Skandal aus, der bis in die höchsten Kreise reichte. Hinzu kamen gefälschte Polizeiberichte, politische Vertuschungsmanöver, kriminelle Verschwörungen und eine neue hedonistische Welt von Drogen und Orgien an denen Filmstars, Gangster und Staatsminister beteiligt waren. Presseberichte gingen um die Welt und klangen immer hysterischer. Im Verlauf der Verhandlungen mussten sowohl Aussenminister Piccioni und der Polizeichef zurücktreten. Als bekannt wurde, dass die Schauspielerin Alida Valli dem Sohn des Aussenministers ein falsches Alibi gegeben hatte, uferten die Spekulationen total aus.

Damals bildete Rom wieder den Mittelpunkt des gesellschaftlichen Interesses, die olympischen Sommerspiele standen bevor, aber auch die amerikanische Filmwelt hatte die ewige Stadt in den 1950ern entdeckt. Es gab die kostengünstigen Studios von Cinecittà, niedrige Löhne, zuverlässig schönes Wetter, jede Art von Talent und natürlich unschlagbare Kulissen. Vor allem Quo Vadis? (1951) galt als Pionier für eine Anzahl amerikanischer Produktionen wie The Barefoot Contessa (1954) oder Three Coins in the Fountain (1954), praktisch eine Sightseeing Tour in der die Fontana di Trevi zur Touristenattraktion aufstieg, sie festigten den Ruf von Rom als "Hollywood on the Tiber". 1960 brüstete sich MGM mit einem ebenfalls in Rom gedrehten Monumentalfilm: "Dies ist das Jahr von Ben Hur," in Wirklichkeit war dies (zumindest in Europa) das Jahr von La dolce vita, das alle anderen Filme in den Schatten stellte, es war die Kulmination der anni caldi, der heissen Jahre, in denen Skandale jeder Art blühten oder explodierten, zumal auch der gestrenge Papst Pius XII gestorben war und nun ungestraft als Snob der schwarzen Aristokratie verhöhnt werden konnte. Das Nachtleben, das Jahrzehnte sehr bescheiden dahinvegetiert hatte "weil es der Papst verabscheute" revitalisierte sich praktisch von einer Nacht auf die andere und zog natürlich auch schillernde Figuren an. Amerikanische Schauspieler, die den Zenit in Hollywood überschritten hatten, sahen in Rom eine zweite Chance, so erhielt Lex Barker (früherer Film Tarzan) die Rolle von Anita Ekbergs meist betrunkenem Ehemann Anthony Steele. Das Leben Roms spielte sich auf der Via Veneto ab und die Währung bestand aus Gerüchten und vor allem schnell geschossenen, möglichst skandalösen und oft von den Fotoreportern selbst provozierten Fotos um die Gerüchte zu "beweisen."

Fellini hatte grosses Interesse an der Arbeit dieser aggressiven Fotografen und musste sich nicht lange durch die Schlagzeilen der Tabloids lesen, um die Eröffnungs-Szene für sein Drehbuch zu schreiben, am 1. Mai 1950 hatten die Titelseiten fast aller Zeitungen eine Christusstatue abgebildet, die an einem Hubschrauber hängend über Rom zum Vatikan geflogen und von Papst Pius XII in Empfang genommen wurde. Fellini stellte die Szene nach, mit einer fast vier Meter hohen Christusfigur, die an Stahlseilen unter einem Bell 47 Helicopter hängend die die Arme ausbreitet als wolle sie das ganze Erdenrund segnen. Ein zweiter Helicopter befördert den Journalisten Marcello Rubini (Marcello Mastroianni) und den Fotografen Papparazzo (Walter Santesso). Mit dem Überflug des Felice Aquädukts wird die Zeitlosigkeit Roms repräsentiert und gleichzeitig seine dreiste journalistische Gegenwart, denn als die Journalisten im zweiten Helicopter einige sonnenbadende Bikini-Schönheiten auf dem Dach eines Hochhauses entdecken, drehen sie ab, um sie zu fotografieren und ihre Telefonnummern zu erfragen. Ausserhalb katholischer Länder wurde häufig nicht erkannt, dass es sich bei dieser Kombination einer religiösen Ikone mit Charakteren die einer modernen Realität huldigen, geprägt von einer aufstrebenden Wirtschaft und Massen-Konsum, um eine parodistische Präsentation der Wiederkehr von Jesus Christus handelt, was die Kirche sofort als Herausforderung auslegte, zumal Fellini in den 1950ern kein Unbekannter war, sondern mit La strada (1954) und Le notti di Cabiria (1957) bereits zwei Oscars gewonnen und Weltruhm erlangt hatte.

La dolce vita wird oft als harsche Gesellschaftskritik gesehen, was jedoch nicht zutrifft, der Film zeigt eine ungewöhnliche visuelle Freiheit, bleibt aber auch der realen Welt Roms während der Nachkriegszeit treu. Abgesehen von etlichen Kleinkriegen, feingesponnenen Erkenntnissen über das tägliche Leben und verständnisvollen Andeutungen an den Neorealismus, ist La dolce vita ein gigantisches Gesellschaftspanorama mit eindrucksvollen visuellen Metaphern die an eine gottlose Gesellschaft gerichtet sind, die sich in einer Art Vorhölle vergnügt, worauf auch einige pointierte Bezüge auf Dante hinweisen. Im Zentrum der Handlung und der Schickeria ist Marcello eine gespaltene Persönlichkeit, einerseits geniesst er das süsse Leben als Teilnehmer und Beobachter (meist eine Welt von nächtlichen Lustbarkeiten und täglichen hangovers), andererseits beneidet er seinen Mentor Steiner (Alain Cuny) um dessen unabhängigen und intellektuellen Lebensstil der ihn am Sinn seiner eigenen Existenz zweifeln lässt. Dieser kritisiert zwar die umfassende moderne Korruption, kann aber auch keine konstruktiv hoffnungsvollen Wege anbieten. Ebenfalls gespalten ist Marcellos Verhältnis zu seiner sich selbst bemitleidenden und selbstmordgefährdeten Geliebten Emma (Yvonne Furneaux), der reichen nymphomanischen Maddalena (Anouk Aimée) und dem chimärenhaften Hollywood Star Sylvia (Anita Ekberg). Die wahrscheinlich berühmteste und meistkopierte Szene des Films zeigt Sylvia wie sie in eleganter Abendrobe durch das Becken der Fontana di Trevi watet um mit ausgestreckten Armen die Fontänen zu geniessen.

Fellini versucht eine Meditation über das Leben und vermeidet auch nicht, in einigen Passagen lächerlich oder naiv zu wirken, denn in einer schwer zu bemessenden Reichweite und einem gewissen Realismus ist er aufrichtig. Es gibt auch keine anrüchigen Nightclub Szenen, denn mit Striptease war das Publikum durch die Boulevardpresse bestens vertraut, und wenn Anthony Steele seine Ehefrau Sylvia ohrfeigt, war dies lediglich den Fotos der Paparazzi nachgestellt. Der Lebensstil der Schönen, Reichen und verarmten Adligen mitsamt ihrer Trittbrettfahrer wird nicht verurteilt, sondern in sieben Episoden während sieben Tagen und Nächten satirisch dargestellt, allerdings war dies vielen Kritikern, allen voran der katholischen Kirche, bereits zu viel. Der Osservatore Romano veröffentlichte zwei Artikel gegen den Film, der Jesuit Angelo Arpa hingegen verteidigte Fellini, ebenso Pier Paolo Pasolini und Italo Calvino, wenn auch mit einer gewissen Reserviertheit, denn ihnen war der Film eher zu wenig revolutionär. Schlussendlich sprach sich der Vorsitzende der italienischen Bischofskonferenz sowohl gegen ein Verbot als auch gegen Auflagen aus. Generalissimo Franco, der keine Opposition zu fürchten hatte, verbot den Film, sodass ihn die Spanier erst seit 1981 sehen können. Diese Kontroversen hatten sicher zum Erfolg von La dolce vita beigetragen, allein in Italien hatte er nach zwei Wochen die Produktionskosten eingespielt und danach begann ein Welterfolg.

Nachdem die Academy Fellini bereits mit zwei Oscars ausgezeichnet hatte, meinte man wohl, ein dritter in so kurzer Zeit wäre zuviel des Guten (obwohl er im Lauf seiner Karriere dann doch insgesamt vier Oscars einheimste), aber La dolce vita machte ihn weit über den Arthaus Zirkel berühmt. Ausserdem sind zwei Begriffe des Films aus unserer Sprache nicht mehr wegzudenken. Zum einen sind da die Paparazzi, benannt nach dem Fotojournalisten der Marcello begleitet und dann natürlich der Titel La dolce vita, mit dem man bis heute ironisch einen oberflächlichen materialistischen Lebensstil bezeichnet. Obwohl Fellini selbst immer wieder betonte, den Begriff nie ironisch benutzt zu haben, sondern damit die "Süsse des Lebens" umschreiben wollte und nicht das "süsse Leben". Das war auch die Botschaft des Films, nachdem Mussolini lange genug gepredigt hatte, wie süss es sei für das Vaterland zu sterben, protestierte Fellini indem er das Lebensgefühl der Nachkriegsjahre darstellte, aber er wusste auch, dass diese Süsse des Lebens ihren eigenen Preis forderte. Nicht zuletzt auch den Verlust der Kommunikation, der in der letzten Szene besonders deutlich zum Ausdruck kommt und ausserdem Fellinis gedanklichen Kreis der anfangs erwähnten Montesi Affäre schliesst, die übrigens bis heute nicht geklärt ist.
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16 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das süße Leben, 2. August 2007
Rezension bezieht sich auf: Das süße Leben - SZ-Cinemathek 34 (DVD)
Während seiner Recherchen für "Die Nächte der Cabiria" war Federico Fellini auf ein gesellschaftliches Phänomen gestoßen, das ihn mehr und mehr zu faszinieren begann: Die reiche Oberschicht des Landes führte gegen Ende der 50er Jahre ein Leben der Ausschweifungen und Dekadenz, deren Zentrum die römische Via Veneto mit ihren Bars und Straßencafes war. Diesem bunten Treiben nahmen sich der Regisseur und drei Drehbuchautoren an und entwarfen das ebenso faszinierende wie abstoßende Panorama einer Gesellschaft, die an ihrem eigenen Luxus und Wohlstand zu ersticken droht. Exemplarisch dafür ist der junge Reporter Marcello Rubini (Mastroianni), der für ein Skandalblatt schreibt, obwohl er insgeheim die Hoffnung hegt, eines Tages ein seriöser Schriftsteller zu sein. Vorerst lässt er sich jedoch von einer Party zur nächsten, von einem vermeintlichen gesellschaftlichen Höhepunkt zum anderen treiben und frönt den schnellen Vergnügungen der Menschen, über die er berichten soll. Innerhalb der episodenhaften Handlung hat er eine kurze Affäre mit einer reichen Erbin, macht mit einem Filmstar (Ekberg) die Nacht durch, berichtet über eine angebliche Marienerscheinung und nimmt an einer wilden Orgie teil. Zwischendurch muss er noch seine Geliebte, die aus Eifersucht einen Selbstmordversuch unternommen hat, ins Krankenhaus fahren und sich mit seinem Vater treffen, der vom Lebenswandel seines Sohnes schockiert ist.

Zu den bekanntesten Szenen dieses meisterlichen Werkes, das einen Meilenstein der Filmgeschichte darstellt, gehören mit Sicherheit die spektakuläre, symbolische Eröffnungseinstellung, in der eine riesige Christusstatue per Hubschrauber aus der Stadt geflogen wird, sowie das Bad von Anita Ekberg als Filmdiva Sylvia in Roms berühmtem Trevi-Brunnen. Die Dreharbeiten, für die man die Via Veneto teilweise nachgebaut hatte, dauerten ein halbes Jahr und brachten das Ergebnis von 92.000 Meter belichtetem Material, was einer Spieldauer von ungefähr 56 Stunden entspricht. Mit seiner Laufzeit von annähend drei Stunden stellte das fertige Produkt dann auch den ersten italienischen Spielfilm mit einer derart gewaltigen Überlänge dar. La dolce vita, ein Begriff, der mittlerweile in den allgemeinen Sprachgebrauch eingegangen ist, schlug im wahrsten Sinne des Wortes wie eine Bombe ein: Bei der Mailänder Premiere wurde er ausgepfiffen und es kam zu tumultartigen Szenen, als mehrere Besucher Fellini beschimpften und sogar anspuckten. Später beschäftigte sich das römische Parlament mit der angeblichen Amoralität des Films, der nach Meinung nicht weniger ganz Italien in den Dreck ziehen würde, und der Vatikan hielt seine Schäfchen an, die Kinos zu meiden. Der Regisseur selbst bemerkte zu diesen Vorwürfen: "Mein Film ist keusch, er beschreibt das Böse, ohne sich darin zu gefallen." Der ganze Wirbel war natürlich kostenlose Publicity, und das Publikum stürmte die Kassen - zunächst in Italien, später auf der ganzen Welt. Ein wahrer Preis-Regen folgte, darunter die Goldene Palme in Cannes, der Preis der New Yorker Filmkritiker als Bester ausländischer Film sowie ein Oscar für die besten Kostüme.
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4.0 von 5 Sternen Der süße Film, 23. Dezember 2014
Von 
Serenus Zeitblom (Köln, Europa) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 100 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Das süße Leben - SZ-Cinemathek 34 (DVD)
Nur außergewöhnlich informative Rezensionen bis jetzt, alle Achtung!
Ich beschränke mich also weitgehend auf die Ausstattung, die die SZ-Edition dem Film spendierte: Italienisch oder Deutsch nach Wahl, optional deutsche Hörgeschädigten-Untertitel. Dass bei fast 3h Film nicht noch mehr hinzugepackt wurde, ist gerade bei dem damaligen Preis in Ordnung.
Ein Journalist in dekadentesten römischen Kreisen verliert sich episodenhaft selbst im Trubel; wahrscheinlich wird die geschwätzige Don-Juan-Oberflächlichkeit wie bei seinem Vater die Oberhand über die idealistischen Träume behalten. Inbegriffen sind Anita Ekberg - sie war wirklich 'mal Miss Schweden? Doch das fügt sich ins sonstige Casting ein - im Trevi-Brunnen und Pseudo-Rock eines später Bekannteren.

Schon aus cinematohistorischen Gründen ein zu sehender Film. - Viereinhalb Sterne.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Fellinis Meisterwerk, 23. März 2013
Rezension bezieht sich auf: Das süße Leben - SZ-Cinemathek 34 (DVD)
Der Film verdankt seinen Erfolg und Ruhm einer der berühmtesten Szenen der Filmgeschichte: Das schwedische Sexsymbol Anita Ekberg tanzt im mitternächtlichen Rom in voller Abendgarderobe durch die Fontana di Trevi.
Dies löste nicht nur beim Haupthelden Marcello (Marcello Mastroianni) skandalöses Begehren aus.

Der monumentale, in Totalscope gedrehte, fast drei Stunden lange Film erhielt die Goldene Palme in Cannes und war für den Auslands Oscar nominiert.
In faszinierenden Schwarz/weiß-Aufnahmen entsteht ein Panorama voller Gegensätze der Weltstadt Rom Ende der 19fünfziger Jahre.
Schon der Beginn Films ist spektakulär. Ein Hubschrauber fliegt mit einer riesigen Jesusfigur über der Stadt. Im Hubschrauber sitzen der Starreporter Marcello und der Fotograf Paparazzo (!!).
Marcello liebt die Frauen, und die Frauen begehren Marcello.
Mit der reiche Erbin Maddalena (Amouk Aimee) nächtigt er in der erbärmlichen Vorstadtwohnung einer Prostituierten.
Am nächsten Morgen findet er seine Freundin Emma (Yvonnne Furneaux) nach einem Selbstmordversuch in ihrer Wohnung. Ihre Beziehung pendelt zwischen Überdruss und Anziehung.
Auf der Suche nach der nächsten Story verfällt er dem amerikanischen Star Sylvia (Anita Ekberg) und wird dafür von ihrem Begleiter (Lex Barker) zusammengeschlagen.
Das nächste Medienereignis ist eine monströse Wallfahrt. Zwei Kindern ist angeblich die Madonna erschienen.
Marcello Vater kommt nach Rom und will „ la dolce vita“ genießen. Doch als er mit einer Tänzerin in ihre Wohnung fährt und mit ihr schläft, versagt beinahe sein Herz. Reumütig und still kehrt er in sein tristes Leben in der Provinz zurück.
Nur bei seinem älteren Freund Steiner (Alain Cuny), intellektuell, asketisch und streng, der scheinbar als Einziger in einer harmonischen Welt mit liebender Ehefrau und zwei Kinder lebt, findet Marcello Halt. Doch irgendwann erwartet ihn dort eine böse Überraschung.
Marcello flieht wieder in die mondäne Partywelt des schönen Scheins, der blitzenden Oberfläche, sinnloser Vergnügungen und dem Spiel der Täuschungen.
Marcello, immer auf der Suche nach Skandalgeschichten, wird nach und nach selbst ein Teil dieser morbiden Gesellschaft; verliert sein Ich und seine Kreativität als Schriftsteller.
Nur hin und wieder wird eine melancholische Sehnsucht nach dem wahren Leben spürbar, aber mit der Gier nach Lust geht die Fähigkeit zur Liebe verloren.
Die letzte Einstellung des Films zeigt Paola, einen sechszehnjährigen, heiteren Engel, am Strand. Sie hat als Einzige unbeschwerte Erinnerungen an Marcello. Aus der Ferne lächelt sie ihm zu und ruft etwas. Doch Marcello ist unfähig, mit ihr zu kommunizieren.
Mit dem Abstand von 43 Jahren hat das scheinbar Skandalöse für die Zuschauer seinen Reiz verloren.
Um so klarer wird die herausragende Bedeutung des Regisseurs Federico Fellinis und seines Alten Egos Marcello Mastroinni für die Geschichte des Film.
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Das süße Leben - SZ-Cinemathek 34
Das süße Leben - SZ-Cinemathek 34 von Marcello Mastroianni (DVD - 2005)
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