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Kundenrezensionen

3,7 von 5 Sternen10
3,7 von 5 Sternen
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am 18. Dezember 2006
Um es gleich vorwegzunehmen, Peter Greenaways "The Pillow Book" richtet sich an durchaus anspruchsvolle, aber vor allem sehr aufgeschlossene Filmfreunde, denn er durchbricht die liebgewonnenen Sehgewohnheiten einer Zentralperspektive. In erster Linie stellt sich das in Form einer Montage dar, wobei durch ein Collage-artiges Bild-im-Bild-Verfahren zeitgleiche Geschehnisse oder Erinnerungen zeitgleich gezeigt werden. Dem auf Anhieb zu folgen, ist freilich nicht einfach, da es schlicht ungewohnt ist. Aber darin liegt der enorme Wert dieses ästhetischen und erotischen Kunstfilms. Man gönnt sich diesen Film am besten im Original, denn es handelt sich dabei um sehr verständliches Englisch. Manche Anspielung wird durch das Original deutlicher, kurze Zitate sind hier daher im Original wiedergegeben.

Erotik, Sinnlichkeit, Liebe und Rache sind die maßgeblichen Motive des Films, der sich an dem Kopfkissenbuch der Sei Shonagon" orientiert. Diese über 1000 Jahre alte Literatur hat aufgrund der Niederschrift quasi-alltäglicher Erlebnisse gewissermaßen Tagebuchcharakter, ist jedoch sprachlich höchst geschliffen und lässt die selbstbestimmte Persönlichkeitsentfaltung Sei Shonagons am kaiserlichen Hofe erkennen. So ist es auch im Falle Nagikos (Vivian Wu), der Protagonistin des Films, der Fall. Die erste Sequenz des Films zeigt ihren Vater, der - die Kunst der Kalligraphie beherrschend - Nagiko mit Schriftzeichen beschreibt und dazu, stets an ihrem Geburtstag, immer dieselben Formeln aufsagt:
"When God made the first clay-model of a human being, he painted in the eyes, the lips, and the sex."
Während des Aufsagens der Worte "und das Geschlecht", berührt der Vater jedes Mal den Pinsel mit dem Finger und malt ein kaligraphisches Schriftzeichen eigenhändig über die Lippen. Hier ist bereits die Andeutung von Sinnlichkeit gemacht, die sich über den gesamten Film hindurch zieht: das Erotisieren und Semantisieren der Haut.

Als Nagiko schließlich erwachsen ist, beschließt sie, Autorin zu werden. Die enge Beziehung, die Schriftsprache und Sexualität eingehen, führt sich den gesamten Film hindurch fort: Nagiko will sich künstlerisch und sexuell ausdrücken, ihre Texte auch verlegen lassen - auf der Suche nach einem Liebhaber und Kalligraphen war sie Jerome (Ewan McGregor) begegnet, der der Liebhaber eines Verlegers ist. Jerome weckt in ihr die "Lust" am aktiven Schreiben; sie ist nicht länger die Beschriebene, sie schreibt nun aktiv auf Jerome und schickt ihn damit zum Verleger, der den Text drucken lässt, auf die Dienste seines Liebhabers jedoch nicht verzichtet. Nagiko lässt daher weitere Körper-Bücher mit anderen Männern folgen. Jerome ist für Nagiko die perfekte Schreibunterlage, gleichbedeutend damit ist er der perfekte Liebhaber.

Der Nexus aus Text und Sexualität ist zentraler Aspekt in "The Pillow Book", so ist der Verleger in seinen Büroräumen meist nur beim Liebesspiel zu beobachten und der Ort des ersten Kennenlernens von Nagiko und Jerome, eigentlich ein Bordell, heißt "Café Typo", was ebenfalls auf den Akt des (maschinellen) Schreibens referiert. Eine Bibliothek ist nach Greenaways gebrauchtem Wortsinn von "Schreiben" ein der Ort des Zusammenfließens, der Konzentration von Lüsten. Jeromes Tragik, die sich dem Zuschauer entfalten wird, gründet darauf, dass er Nagiko verfallen ist - seine Abschiedsworte versinnbildlichen nochmals die Bedeutung einer Bibliothek als Ort gesammelter und konzentrierter Sexualität: "Nagiko, I am waiting for you. Meet me at the library. Any library. Every library."

Fazit: Es braucht einiges, um diesen Film zu würdigen - Geduld, ein aufgeschlossenes Gemüt, Wille zur Auseinandersetzung. Der Reifungsprozess der Heldin Nagiko bedarf der Interpretation des Zuschauers. Mit einem Unterhaltungsfilm hat das Ganze also herzlich wenig zu tun. Was allerdings den Film zu einem Meisterwerk macht, ist seine sinnliche-erotische Verbindung aus Schreiben und Beschrieben-Werden. Zudem vermag das Duo - Vivian Wu und der damals noch ein wenig unbekannte Ewan McGregor - voll und ganz zu überzeugen. Die visuelle Perfektion Greenaways, die zugleich visuelle Originalität ist, macht diesen Film zu einem Meisterwerk modernen Kinos, das höchsten Ansprüchen gerecht wird.
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am 8. Mai 2007
Die vielfältigen ästhetischen Aspekte dieses Films wurden in den bisherigen Rezensionen ausführlich dargelegt. Hier ein überfälliges Wort zur Umsetzung auf dieser DVD: Sie ist des künstlerischen Ranges dieses Werkes nicht würdig und eine Frechheit, einem Künstler wie P. Greenaway gegenüber, ebenso wie den Konsumenten.

Selten sind die Bilder eines Film so durchgängig so differenziert und sorgfältig bis ins Detail durchgestaltet wie hier - und ausgerechnet diese Bilder werden hier kontrastarm und mit hohem Grundrauschen dargeboten. Die dunklen Flächen sind grünstichig, ausserdem schwankt die Bildqualität von Bildsorte zu Bildsorte markant. Ich rate vom Kauf dieser DVD ab und stelle den Machern der Scheibe (Galileo) ein schlechtes Zeugnis aus. Film top, Produkt eine Schande!
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am 30. April 2007
Es ist eindeutig ein schwer verständlicher, ja komplizierter Film. Sowohl vom Inhalt als auch von der Machart her. Allerdings fesselt er durch seine wundervollen Bilder: durch Einblendungen anderer Szenen und Hintergrund-Kalligrafie (also teilweise 3 Bilder in einem) entstehen Kunstwerke, die es wert wären, als Bild gerahmt zu werden. Nach leicht zögerlichem, spröden Beginn ist man aber auch in der Geschichte drin. Und gefangen. Was für eine wundervolle und extreme Idee, dem widerstrebenden Verleger die Texte auf dem Körper eines Boten, dem Geliebten des Verlegers zu senden; so gute Texte, dass der Gefallen findet und die Texte abschreiben lässt und so sammelt. Die andere Geschichte, das Liebesdrama zwischen der Verfasserin und dem Boten, ist ebenso fesselnd. Es lohnt sich, sich auf den Film einzulassen und dabei zu bleiben bis zum Ende. Er wird nachwirken.
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am 3. November 2005
Dieser Film ist ein Fest für das cineastische Auge.
Als ich ihn erstmals im Kino sah, hoffte ich in den ersten fünf Minuten, daß es nicht die ganze Zeit in schwarz und weiß mit Untertiteln weitergeht. Ich wurde keineswegs enttäuscht. Die Anfangssequenz ist beim ersten Mal ein wenig zäh, aber essentiell für das Verständnis der Hauptfigur. Danach wird man mit einer traurig-schönen Liebesgeschichte, ungewöhnlichen Schnitten, einem wunderschönen Soundtrack und Perfektion bis in Einbindung kalligraphischer Texte ins Bild belohnt.
Man fühlt sich, als ob man durch ein Schlüsselloch Einblick in eine fremde Kultur erhaschen darf. Besonders die Verknüpfung von Tradition und Moderne, von Geschichte und Gegenwart sind in diesem Film gelungen.
Die Figur der Nagiko kommt im DVD-report ein bißchen zu kurz, deshalb noch dies: Sie sucht Frieden in der alten Tradition des Geburtstagssegens, den ihr verstorbener Vater ihr auf die Stirn schrieb. Wie besessen sucht sie die Kombination aus perfektem Liebhaber und Kalligraphen, die sich ausgerechnet in Form einer ausländischen Langnase zu manifestieren scheint.
Technisch fulminant, gefühlsmäßig unendlich poetisch, sinnlich, hinreißend!
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Die künstlerische Gestaltung dieser Geschichte ist nun wirklich überaus künstlerisch, anders kann man es wirklich nicht nennen. Wenn man sich aber darauf einlässt - und die über zwei Stunden Konzentrationsfähigkeit mitbringt, die man braucht um diesen Film in allen Nuancen wahrzunehmen (und ihn sich vielleicht drei- bis viermal anschaut) - dann bekommt man wirklich ein Meisterwerk präsentiert. Sollte man sich nicht entgehen lassen.
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am 19. November 2001
ein sehr schön ästhetischer film in dem nicht zuviel gesprochen wird .Die Handlung ist bizarr und gibt einen tiefen Einblick in die fernöstliche Schreibkultur . Interessante Kameraführung und sehr viel Sinn für`s Detail . Ein Film den man gerne mehrmals schaut !
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am 16. Oktober 2010
The Pillow Book ist ein toller Film von Peter Greenaway mit fantastischen Bildern und hätte fünf Sterne verdient - leider ist die Bildqualität dieser FR Import DVD miserabel und genau die Bilder sind es die diesen Film ausmachen.
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am 13. November 2015
Ob einem der Film gefällt oder nicht, ist Geschmacksache. Mir wird definitiv zu viel auf Körpern herumgemalt und die Bild-in-Bild-Sequenzen sowie die Musik gefallen mir persönlich gar nicht. Ich habe mir mehr erwartet...
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am 2. Juli 2009
Wie immer bei Peter Greenaway wird man von der Bilderflut (oft auch split screen) fast erschlagen und man muss verschnörkelte Untertitel rasch entziffern. Nach der langen Einleitung kristallisiert sich dann eine Handlung heraus, in der es um Rache, Liebe und Kalligraphie geht. Der Körper als Unterlage für das geschriebene Wort. Die Schreibe als erotische Erfüllung. Der Federkiel als männliches Sexsymbol und die Haut als weibliches, notwendiges Gegenstück für das Festhalten der produzierten Gedanken. Dabei werden immer verborgenere Stellen gesucht und gefunden mit dem Tod als letzte Konsequenz. Die Anleihe bei Shakespeares Romeo und Julia ist allerdings etwas unpassend, überstürzt und befremdend. Keine leichte Kost. Aber warum sollte Kunst auch immer leicht sein. Man ist halt ziemlich gefordert, wenn man sie entdecken will.
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am 20. April 2001
Ein schön gezeichneter Film, aber leider ist die Handlung ziemlich wirr, und die Handlungsstränge kaum miteinander verknüpft. Einzig die passablen Schauspieler überzeugen, und der süsse Ewan McGregor zeigt und sehr oft wie gut er bestückt ist. Allein wegen seiner Nacktszenen lohnt sich der Film!
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