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am 8. April 2012
Als meine Gymnasialklasse 1970 eine Woche Skiurlaub in unserem Schullandheim in Altenau im Harz verbrachte, las ich heimlich und total begeistert die beiden Grace Metalious Romane "Die Leute von Peyton Place" und die Fortsetzung "Rueckkehr nach Peyton Place", denn zu Hause haette ich es nicht unbemerkt lesen koennen. Diese beiden Buecher gefielen mir wesentlich besser als "Das Tal der Puppen" und aehnliche beruehmte Romane aus jener Zeit.

Da dies die pre-Internet Jahre waren, hatte ich keinen blassen Schimmer, dass "Peyton Place" fuers US Fernsehen als TV Serie verfilmt worden war (1964 - 1969), aber mir waren die beiden alten Spielfilme natuerlich ein Begriff, auch wenn sie erst in den 90er Jahren im deutschen Fernsehen ihre Erstausstrahlung hatten. Falls sie je in den deutschen Kinos gelaufen sind, dann muss das "vor meiner Zeit" gewesen sein.

Mia Farrow, Ryan O'Neal, Barbara Parkins, Susan Oliver und Dorothy Malone wurden beruehmte Stars dank dieser ersten soap opera im US Fernsehen. "Peyton Place" hatte die hoechsten Einschaltquoten bis JR Ewing in "Dallas" angeschossen wurde.

Die HOER ZU interviewte von Zeit zu Zeit die Fernsehallgewaltigen des ARD und ZDF (damals gab es ja nur drei West Sender und im Raum Braunschweig konnte man ausserdem noch das DDR Fernsehen empfangen) und die behaupteten munter, dass ALLES, was im US Fernsehen erfolgreich ist, auch im deutschen Fernsehen ausgestrahlt wuerde.
Schoen waer's gewesen, aber die deutschen Fernsehmacher schliefen tief und fest, verpassten den phaenomenalen Erfolg von "Peyton Place" und enthielten den deutschen Fernsehzuschauern eine der spannendsten Fernsehserien aller Zeiten vor.

Gluecklicherweise las ich 1971/1972 eine franzoesische Fernseh- und Kinozeitschrift namens Ciné Télé Revue mit dem woechentlichen Fernsehprogramm in Frankreich. Zu meinem masslosen Erstaunen begann dort die Ausstrahlung aller 514 Folgen von "Peyton Place" mit Mia Farrow in der Rolle der Allison MacKenzie. Mia Farrow spielte bis 1966 in der Serie mit, dann verliess sie die Produktion, um Frank Sinatra zu heiraten und schnitt sich die Haare ganz kurz ab.

Von 1966 bis 1969 wurde "Peyton Place" in Farbe gedreht, Mia Farrow wurde von Leigh Taylor Young als Rachel Welles ersetzt.
Ich wurde 18 und lernte schreibmaschineschreiben und tippte einen meiner ersten Briefe ans ARD und ZDF mit der instaendigen Bitte, doch endlich "Peyton Place" auch im deutschen Fernsehprogramm zu zeigen.
Als Antwort erhielt ich einen nichtssagenden Standardbrief mit einer hoeflichen abschlaegigen Antwort.

Die Jahre gingen ins Land, "Peyton Place" lief immer noch nicht im deutschen Fernsehen. Ende der 80er Jahre startete das Privatfernsehen und ich schrieb an Pro7, Kabel1, RTL, SAT1 und wie sie alle hiessen, aber keiner wollte "Peyton Place" ausstrahlen, obwohl zunaechst alle moeglichen erfolgreichen alten TV Serien ausgestrahlt wurden, ehe all diese Sender anfingen, ihre eigenen mehr oder weniger schlechten Fernsehserien und langweiligen Shows wie "Gluecksrad" etc zu produzieren.

Schliesslich schlug ich ahnungslos die neue HOER ZU auf (mittlerweile war es ca. 1993/1994) und stutzte, denn Kabel1 kuendigte an, dass ALLE 514 Folgen von "Peyton Place" mit Mia Farrow ausgestrahlt wuerden. Meine Freude kannte keine Grenzen.
Zwar lief PP nur in aller Herrgottsfruehe am Samstagmorgen um 5 Uhr, aber wozu hatte ich einen Videorekorder :)?

Wie sich eine Woche spaeter bei Beginn der Ausstrahlung dann herausstellte, wurde absolut nicht die GANZE Serie mit allen 514 Folgen von Kabel1 ausgestrahlt. Nein, den Deutschen wurde wie meist mal wieder nur ein Haeppchen vorgesetzt, naemlich die zweite Haelfte der Serie beginnend mit dem Auftreten von Rachel Welles, nachdem Mia Farrow aus der Serie ausgestiegen war.

Gezeigt wurden lediglich die Farbfolgen, die ersten 250+ schwarz-weiss Folgen enthielt man den Bundesbuergern vor, denn die kannten "Peyton Place" ja eh nicht. So zumindest muss Kabel1 gedacht haben.

Erbost schrieb ich einen Brief an Kabel1 und ein paar Wochen spaeter kam die nichtssagende Antwort: da die ersten 260+ Folgen "nur" in schwarz-weiss gedreht worden waren, hatte sich Kabel1 dazu entschlossen, lediglich die Farbfolgen einzukaufen. Sie ignorierten die Tatsache, dass sich Peyton Place Fans um den Aufbau/Entwicklung der ganzen Saga gebracht fuehlen mussten. Kabel1 versicherte mir allen Ernstes, dass sich niemand eine alte schwarz-weiss Serie anschauen wuerde.

Soviel Bloedsinn konnte ich natuerlich nicht unwidersprochen hinnehmen und ich schrieb zurueck, wie es denn kaeme, dass film noir Filme wie "Tote schlafen fest" und "Der Malteser Falke" oder die Edgar Wallace Filme so gut beim deutschen Fernsehpublikum ankaemen? Kabel1 blieb mir eine vernuenftige Antwort schuldig.

Egal, ich nahm alle Farbfolgen von "Peyton Place" auf und sah sie mir mehrmals an im Laufe der Zeit und fuer ueber 10 Jahre blieb das auch das Einzige, was ich von PP ergattern konnte.

Im Jahr 1998 begann fuer mich das Internet Zeitalter und ich machte mich auf die Suche nach den schwarz-weiss Episoden dieser hervorragenden Serie, aber sie waren in den USA leider nie auf Kauf VHS Kassetten erschienen, so unvorstellbar das auch erschien, denn PP war ein Riesenerfolg in den USA gewesen.

Es gab sogar eine ganz tolle Website ueber PP im Internet und dadurch erfuhr ich, dass PP nicht nur in Frankreich ausgestrahlt wurde, sondern auch in Holland und Grossbritannien. Nur wieder mal nicht in Deutschland, aber das war der leidgepruefte deutsche Fernsehzuschauer ja gewohnt. Man bekam nur Haeppchen vorgesetzt, der Schwerpunkt lag auf deutschen Eigenproduktionen, US Serien wurden nur zu 13 Teilen oder 26 Teilen eingekauft und mit wenigen Ausnahmen ("Bonanza") war's das halt. Man konnte gegen die Willkuer der deutschen Fernsehallgewaltigen leider nichts unternehmen ausser Protestbriefe schreiben, die HOER ZU zwar hin und wieder veroeffentlichte (schliesslich lebten wir ja in einer Demokratie :)), die aber herzlich wenig ausrichteten.

Zum Glueck entdeckte ich dann 2008 dank eines amazon dot com Forums ueber "Peyton Place" eine Sammler Website, in der einige Verkaeufer PP mit allen 514 Folgen, den beiden Spielfilmen aus den 50er und 60er Jahren und den beiden spaeteren Fernsehfilmen "Murder in Peyton Place" (eher mittelmaessig) und "Peyton Place: The Next Generation" (hervorragend) anbot. Ich griff zu und sah mir schliesslich im Januar/Februar 2009 ENDLICH alle 514 Episoden (jede Folge dauert 24 Minuten) innerhalb von 2 1/2 Monaten an, oft bis zu 14 Folgen pro Tag.

Es war ein Traum, der endlich wahr wird! Ich war wie im Fieber, hatte voruebergehend fuer nichts anderes Zeit - darauf hatte ich ja seit 1970 sehnsuechtig gewartet, 39 Jahre lang!
"Peyton Place" stellte sich als noch besser heraus als ich mir haette vorstellen koennen, nachdem ich alle Farbfolgen auf Kabel1 gesehen hatte (damals hatte ich mich oft gefragt, wie gut erst die schwarz-weiss Folgen sein muessen, wenn selbst die spaeter entstandenen Farbfolgen dermassen spannend waren...bekanntlich geht ja den Drehbuchschreibern irgendwann der Ideenreichtum aus).
Nun hatte ich die Bestaetigung, dass die deutschen Fernsehsender da wirklich etwas Gutes ignoriert hatten anstatt es einzukaufen und in aller Vollstaendigkeit wie in England, Frankreich und Holland auch bei uns in Deutschland auszustrahlen.

Apropos Holland: ich las einmal, dass die hollaendischen Fernsehzuschauer von PP dermassen begeistert waren, dass sie einen Teil der amerikanischen Film Crew (u. a. Ed Nelson) nach Holland einflogen, um eine befriedigendere Abschlussfolge zu drehen.
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PEYTON PLACE (so auch der Originaltitel des Films/1957) ist eine typische amerikanische Kleinstadt des Jahres 1941, kurz vor dem Kriegseintritt Amerikas. Scheinbar herrscht überall bürgerliche Wohlanständigkeit - aber nur scheinbar: Es ist noch GLUT UNTER DER ASCHE. Gefühlskälte, Verständnislosigkeit, Alkoholismus, sexueller Missbrauch und letztendlich Mord lassen die Kleinstadt in einem anderen Licht erscheinen.
Der handlungsreiche Bestseller von Grace Metalious wurde fesselnd verfilmt und ist als Dokument der guten alten Zeit Hollywoods noch heute sehenswert.
Regisseur Mark Robson (1913-1978) ist als Person kaum noch bekannt. Aus seinen insgesamt 33 Filmen mit meist hochkarätiger Besetzung werden Titel wie "Schmutziger Lorbeer" (1956), "Der Preis" (1963), "Sie fürchten weder Tod noch Teufel - LOST COMMAND" (1965), "Das Tal der Puppen" (1967) oder "Erdbeben" (1974) in Erinnerung bleiben.
Leider enthält die FOX-DVD weder den - sicher aus nostalgischer Sicht interessanten - Trailer noch sonstiges Bonusmaterial. Bis auf den zusätzlichen Pappschuber (neue Fox-Reihe "Große Filmklassiker") ist die DVD mit der bereits im Frühjahr 2005 veröffentlichten Ausgabe identisch.
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VINE-PRODUKTTESTERam 7. November 2009
...aber sonst ist der Film gelungen, der in guter Qualität incl. der englischen Sprachfassung (aber ohne Extras) vorliegt. "Peyton Place", wie er im Original heißt, kann nicht ganz mithalten mit den großen (Melo-)Dramen von Douglas Sirk und Vincente Minnelli, kommt ihnen aber ziemlich nahe. Hier wird ein buntes Panorama einer mikrokosmischen US-Provinzstadt entworfen, wie etwa in "Was der Himmel erlaubt" (Sirk) oder "Verdammt sind sie alle" (Minnelli). Und was für eine tiefe Provinz das ist! Regisseur Mark Robson geht es zwar als period picture an (Handlungsjahr 1941), aber auch der Film-Entstehungszeit (1957) wird es das noch gegeben haben: Bigotterie, Tratscherei, gespielte und echte Entrüstung, Schwäche, autoritäre Eltern, Ablehnung von Aufklärung vor der Ehe, Vertuschen von echten und Aufbauschen von falschen Skandalen. Dies alles exerziert der Film anhand mehrerer verwobener Personen durch, es gibt viele wichtige Nebenhandlungen, so dass eine vollständige Inhaltsangabe durch die Schilderung dieser Atmosphäre ersetzt sein möge.

Über gut die Hälfte der Zeit hatte mich dieses Sittenbild total überzeugt; man konnte sich in Probleme einfühlen, die nicht mehr überall die unseren sind, aber auch noch nicht so ausgetilgt, wie es wünschenswert wäre. Der Film macht sich diese bigotte Welt nicht zu Eigen, sondern reflektiert sie. Es ist schon wahr, da werden Moralvorstellungen zur Schau gestellt, die heute weh tun. Nur ein Beispiel: "Die Schande... die Schande", murmelt eine Frau immer wieder, so als ob sie sich auch noch dafür schämen müsste, dass ihr notorisch besoffener Mann die Tochter vergewaltigt hat und Letztere nun entehrt wäre. Aber der Film zeigt, dass es in Peyton Place schwer ist, solchen Moral-Urteilen zu entgehen. Damit macht er das Gegenteil vom Sich-Aneignen veralteter Moralkodizes: Er stellt sie an den Pranger und schickt sie auf den Strich, nie ohne Verständnis für die Menschen, die sich ihnen fügen, weil sie halt nicht (oft schon finanziell nicht) aus Peyton Place herauskommen und nur das wollen, was alle Menschen wollen: geliebt werden. Bei Licht besehen ist der Film bemerkenswert kritisch, wenn er beispielsweise zeigt, dass die junge Generation droht, genauso verbittert, unaufrichtig, und in einer seltsamen Mischung schwach und streng zu werden wie deren Eltern.

Das alles lässt sich an Einzelschicksalen festmachen. Constance MacKenzie (Lana Turner) ist Mutter der achtzehnjährigen Allison, letztere vergöttert den unbekannten Vater, der vor sechzehn Jahren verstarb und als Bilderbuchpapa dargestellt wurde. Indes war dieser Mann anderweitig verheiratet und hatte mit Constance in Ehebruch gelebt. Klar wird da irgendwann eine Welt für Allison zusammenbrechen, aber wenn sie ihrer Mutter voller Verachtung die Schande der (und dieses Wort wird sehr betont) Unehelichkeit vorwirft, so ist das keine Sekunde lang moralinsauer, sondern zeigt nur, wohin dieses ganze Umfeld führt, aus dem ja auch die scheinbar notwendige Lüge geboren war. Allison fühlt sich zu dem schüchternen Norman (da steckt schon "Norm" drin) hingezogen, dessen strenge Mutter ihn emotional auf Kleinkindniveau zu drücken versucht hat. Betty ist der Vamp der Clique, möchte aber damit bloß Rodney gefallen, der der Aufreißerkönig ist. In Wirklichkeit ist er schwach und unter der Knute seines reichen Vaters, für den nur eine "standesgemäße" Heirat in Frage kommt. Bei einer Auseinandersetzung zwischen Rod und seinem Vater leistet sich der Film einen bemerkenswert offenen Dialog, in dem klar wird, wie sehr die eingeübten Sitten zu einem Automatismus geworden sind, und wie sehr die Protagonisten dies auch wissen (und doch nicht anders können, was das Schlimmste ist). Rodney sagt in etwa: "Soll ich also so leben wie Du, eine Tochter aus gutem Hause heiraten und sie dann betrügen?" Der Vater leugnet es nicht, knallt dem Sohn auch nicht eine, sondern sagt, jaja, so in etwa... Ein stärkeres Plädoyer für ein selbstbestimmtes Leben kann es kaum geben!

Um Constance kümmert sich der zugereiste Schulleiter Michael, der sie aus ihrer schuldkomplexbeladenen Härte erlösen will, und auch der Arzt des Ortes steht erfreulich über den Dingen. Sie können jedoch nicht verhindern, dass es zu folgendem besonders tragischen Ereignis kommt: Wie oben bereits einmal angedeutet, gibt es eine Familie, in der das "Oberhaupt" ein versoffener, gewalttätiger Tunichtgut ist. Mit ihm müssen eine Ehefrau und deren Kinder aus erster Ehe leben, und besonders auf die Tochter Selena hat es der Stiefvater abgesehen. Selena, Allisons beste Freundin, verliert gewaltsam ihre Unschuld durch den Stiefvater. Und es wirkt glaubwürdig statt lächerlich, dass das in Peyton Place Gemurmel um eine angebliche Mitschuld des Opfers auslösen könnte bzw. dass Selena Angst um die Liebe ihres Freundes hat, wenn der es erführe (zumal seine Augen verschließt, wer behauptet, diese Probleme seien mittlerweise vollständig abgehakt). Also wird erstmal alles unter den Teppich gekehrt.

Aber natürlich müssen die Bewohner des Ortes irgendwann wachgerüttelt werden. Der Film rüttelt im letzten Drittel ein bißchen zu dialoglastig. Während diese erwähnte unverblümte Antwort von Rodneys Vater ein angenehm unpathetischer Fingerzeig ist, wird gegen Ende alles etwas zu direkt und pathetisch ausgesprochen. In zwei unmittelbar aufeinander folgenden Szenen erklären wichtige Personen mit großer Geste (Constance und Rodneys Vater), was sie alles falsch gemacht haben und dass sie dies nun einsehen. Das ist ein bißchen schlecht montiert und geschrieben. Immerhin, da ist Regisseur Mark Robson wieder ganz Minnelli und Sirk, hat man ein so knalliges Knallrot noch nie gesehen wie das von Constances Kleid in der besagten Szene. Sie öffnet sich ihrem Lehrer-Lover voll und ganz mit all ihrem roten Herz-Blut, bereit seiend, ihre Lektionen des Lebens zu lernen und ihn in ihre Seele (äääh, nur in die Seele???) eindringen zu lassen. Doch später kommt es zu einem dramatischen Höhepunkt, in dem leider wieder genauso salbungsvoll erklärt wird, was der Film in den ersten zwei Stunden so wundervoll zeigen und darstellen konnte. Selena ist wegen Mordes angeklagt, weil sie den Stiefvater erschlagen hatte, der sich erneut an ihr vergehen wollte. Das ist eigentlich eine gute Idee, um am Ende fast alle Handlungsfäden zusammenzuführen, und es führt noch einmal zu einem Klimax an Emotion und Spannung. Aber die pathetische Predigt, mit der der Arzt allen (zu Recht) den Spiegel vorhält, ist als Zeugenaussage vor Gericht eigentlich unangebracht (offenbar bricht der Richter das bloß nicht ab, weil der Dramaturg es so wollte). Vor allem aber ist es zu direkt, da war der Film zuvor mitunter besser. Allzu sehr schmälern solche Dinge (wie auch die Tatsache, dass der Film das große Thema des Kriegseintritts nur ansatzweise nutzt) den guten Eindruck nicht. Auch wenn ich mir gewünscht hätte, dass ein zu Beginn auffällig oft angenehm beiläufig in verschiedenen Varianten präsentiertes Thema weniger im Sande verlaufen wäre. Zuerst scheint es, das würde ein Film über die schöne und scheinbar unfilmische Macht der Worte werden: Eine beliebte Lehrerin bekommt ein Wörterbuch geschenkt, weil man der Worte des Dankes nicht genug finden könne; zwei Personen gestehen einander ein, sich heimlich "Aufklärungsbücher" in neutralen Umschlägen bestellt zu haben; Allison möchte Schriftstellerin werden und beschreibt ihre Liebe zu den Worten und zum Schreiben damit, dass sie sich dann fühle, wie andere, die verliebt in Jungs seien. Gute Ideen, leider später nicht mehr ganz so wichtig.

Schwierig ist es, zu den Schauspielern etwas zu sagen, sie sind gut, aber beeindruckender ist die Gesamtstimmung statt einer Einzelleistung. Stilistisch ist der Film gelungen! Er stammt von Mark Robson, dessen Werdegang sich wie der von Robert Wise liest - sie waren langjährige Freunde und Partner. Nun scheint mir Wise der bessere, persönlichere Regisseur, aber Robson schlägt sich gut. Witzigerweise schneidet Robson bei einer Gewaltszene (hier: der Vergewaltigung) auf Tiere außerhalb des Hauses, was Filmbuchautor Lars-Olav Beier in mehreren Filmen von Wise beobachtet hat. Es scheint, als gehe hier etwas so Schreckliches vor, dass man sich auf Wesen zurückziehen muss, die dessen Bedeutung nicht erfassen können (zudem sind es auch noch Schafe und Lämmer, im christlichen Kontext friedlich konnotiert). Die üppigen Farben fügen sich gut in den Fünfziger-Melodram-Kontext (hier fallen mir wiederum Sirk und Minnelli ein). Es gibt teilweise interessante Montagen, ein Beispiel: Mehrere Pärchen fahren zu einem See, was Dramatisches auslösen wird, und zwischendurch zeigt die Kamera immer mal wieder Selenas kleinen Bruder, der sich auf einem Fest von Rodneys Vater die Wampe vollschlägt - er hat niemanden mehr, der die Brötchen in der Familie verdient, der reiche Gastgeber bekommt genauso wenig mit, wie er von den Befindlichkeiten seines Sohnes merkt, solche Einfälle sind wunderbar. Ferner hat der Film von Anfang an eine Liebe zum Detail bei der unterschiedlichen Fotografie der Jahreszeiten, bereits in den Credits, später durch einen (vielleicht etwas zu direkten) Off-Kommentar unterstrichen. Und am Ende fahren zwei Kinder auf dem Fahrrad versetzt Schlangenlinien, um sich immer wieder zu kreuzen - als Symbol für die nun anbrechende "Zeit der Liebe". Das ist ein bißchen kitschig, aber schön. Der Film hat bei aller Kritik einen gewissen Optimismus nicht verloren.
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Auch wenn der Film von 1957 ist, hat er meiner Meinung nach nichts von seiner Aktualität verloren. Gefühlskälte, Gewalt in der Familie, die Angst zum Opfer von Gerüchten zu werden und noch mehr, alles auch heute noch aktuell.

Der Film wurde zu recht für 9 Oscars nominiert, leider hat er keinen bekommen.

Gemächlich fängt er an, alles ist gut und schön und so idyllisch. Doch dann fängt der Lack langsam abzublättern und man blickt hinter die schöne Fassade. Was ich ein ganz klein wenig bedauer ist, das am Anfang soviel Zeit darauf verwendet wird Personen einzuführen und die Verhältnisse zu schildern, aber am Ende dann alles recht schnell zu ende geht. Das ist aber auch der einzige Kritikpunkt am Film. An der DVD ist zu bemängeln, das es keine Extras gibt. Aber man hat wenigstens den englischen Originalton, das ist ja auch schon was.

Sehr empfehlenswert!
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am 26. Juli 2015
Zweifelsohne zeigt die erste Hälfte der 57er Verfilmung "Glut unter der Asche" Parallelen mit den Kasdanwerken rund um James Dean auf. In den Dean-Filmen wird der Generationenkonflikt jedoch eher aus der Perspektive des/eines Hauptakteurs gezeigt. Hier, in "Glut unter der Asche", mehr aus der Sicht einer Handvoll Jugendlicher mit ihren Eltern, die in der idyllischen Kleinstadt Peyton Place unter dem konservativen Deckmantel von Traditionen erdrückt und durch den aufbrechenden II Weltkrieg das Regelwerk und die Konventionen der spießbürgerlichen Gesellschaft in Frage stellen, somit zersetzen.
Aus der Sicht des 50er Jahre US-Kinos ist der Film äußert kritisch und "offenherzig" inszeniert. Mit dem Thema -voreheliche- Sexualität wird nicht gegeizt. So schwängert z.B. ein Stiefvater im Suff, durch eine Vergewaltigung, seine Tochter. Alkoholismus, jugendliche Auflehnung, Selbstmord, Totschlag etc. alles findet sich im Film und wird eigentlich für die damalige Zeit mehr als konsequent angegangen bzw. deutlich -auch in der deutschen Synchro- in den Dialogen angesprochen (fotografisch natürlich nur angedeutet).

In Verbindung mit der rührseligen und toll fotografierten Location (schade das der Film nicht als BluRay vorliegt) ist das eine Kombination, kennt man das alte 50er Hollywood mit dessen Hays Code (mit diesen Filmen wurde dann wohl auch das Ende des Production Code eingleutete), die damals nur selten zum Vorschein kam.
Konventionen niederreißendes Kino und die grandiosen Fototechniken des frühen Cinemascope vereinen sich hier zu einen seltenen Filmstil, der wohl so nur unter dem damaligen "Rebellenkino" eines Marlon Brando, James Dean, Paul Newman und Montgomery Clift zum Vorschein kam.
So schimmert dann auch hier, durch die kinematografische Umsetzung, ein wenig Douglas Sirk durch Filmgebälg. Ebenfalls die Handschrift eines Georg Stevens scheint erkennbar zu sein; so wie auch oben erwähnt, Filme des "Rebels" Montgomery Clift, der mit "Wilder Strom", "Ein Platz an der Sonne" oder "Das Land des Regenbaums" ähnlich wie "Glut unter der Asche" aufsehen erregte.

Die zweite Hälfte des Films, die für mich etwas an Schwung verliert, gegenüber den ersten knapp 90 Minuten, mit dessen straffer Handlung und Annäherung der div. Charaktere, verliert dann etwas seinen Tenor und wechselt etwas harsch ins Gerichtsdrama. Unweigerlich sind dann für mich die Parallelen zu "Wer die Nachtigall stört" (hier steht jedoch der Rassismus einer Gesellschaft im Mittelpunkt) oder auch die gesellschaftliche Ignoranz aus "Wer den Wind sät" zu erkennen, die das W.A.S.P. kritisch hinterfragen (gut zu erkennen an der Szene in der die Kirchengattungen des sonntäglichen Kirchgangs der weißen Mittelschicht kurz gezeigt werden).

Fazit:
Auch heute noch weiß "Glut unter der Asche" zu begeistern, obwohl -mal wieder- für mich Lana Turner, trotz ihrer starken und damals zeitkritischen Filme wie "Stadt der Illusionen", "Solange es Menschen gibt" oder "Madame X" eine -zwar zu verschmerzende- Fehlbesetzung ist.
Und so ist es kein Wunder, dass "Peyton Place" in den 60ern eine gleichnamige TV-Serie nach sich zog, in der eine Mia Farrow und ein Ryan O'Neal ihr Debüt gaben. Die äußerst erfolglreiche Serie, die im Deutsche TV unbekannt blieb, wurde dann in ihrer Beliebtheit erst vom Dauerbrenner "Dallas" abgelöst.

4 Sterne; mit der Anmerkung: eine BluRay-Ausgabe in Verbindung (mit einem passenderen Coverbild) wäre wünschenswert !
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PEYTON PLACE (so auch der Originaltitel des Films/1957) ist eine typische amerikanische Kleinstadt des Jahres 1941, kurz vor dem Kriegseintritt Amerikas. Scheinbar herrscht überall bürgerliche Wohlanständigkeit - aber nur scheinbar: Es ist noch GLUT UNTER DER ASCHE. Gefühlskälte, Verständnislosigkeit, Alkoholismus, sexueller Missbrauch und letztendlich Mord lassen die Kleinstadt in einem anderen Licht erscheinen.
Der handlungsreiche Bestseller von Grace Metalious wurde fesselnd verfilmt und ist als Dokument der guten alten Zeit Hollywoods noch heute sehenswert.
Regisseur Mark Robson (1913-1978) ist als Person kaum noch bekannt. Aus seinen insgesamt 33 Filmen mit meist hochkarätiger Besetzung werden Titel wie "Schmutziger Lorbeer" (1956), "Der Preis" (1963), "Sie fürchten weder Tod noch Teufel - LOST COMMAND" (1965), "Das Tal der Puppen" (1967) oder "Erdbeben" (1974) in Erinnerung bleiben.
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TOP 1000 REZENSENTam 29. Dezember 2013
Bei Douglas Sirk hatte ich meistens das Gefühl, es ginge immer ein wenig zu banal zu und die meisten Probleme sind eigentlich keine.
Für diese Filme ( und ein paar Lieder ) erfand man das Wort Schnulze. Werke, die vor Banalität nur so strotzen, oberflächlich, ohne Tiefgang.

Hier jedoch, bei "Peyton Place", dem Ort der Handlung, ist alles irgendwie anders. Nicht umsonst trägt der Film auf Deutsch den Titel "Glut unter der Asche", denn man merkt nach etwa einer halben Stunde, dass dieses Kleinstadt- Idyll, welches wir ja so gut aus den Sirk- Filmen kennen ( mit allem dazu gehörenden Mief und Pief ), irgendwie als Lüge enttarnt wird.

Nur, dass es kein Film von Douglas Sirk ist. Regie führt hier Mark Robson.

Auch für den deutschen Zuschauer sind die Probleme der Amerikaner gut nachvollziehbar. Wir haben hier auch ein Landleben, ein Stadtleben, egal ob Groß- oder Kleinstadt. Je kleiner, desto überschaubarer, die Nachbarn gucken über den Gartenzaun, tratschen, hier bleibt nix geheim.
Und manchmal, wie man hier noch sehen wird, reicht schon eine falsche Behauptung, das Leben mehrerer Leute zu ruinieren.

Der Film ist spannend, es menschelt auch ungemein, es gibt Gewalt ( spätestens da hört die Oberflächlichkeit auf ).
Was dann so alles ans Licht kommt, ist starker Tobak. Sex liegt in der Luft, Jungs und Mädchen entdecken die Liebe.

Dass neue Besen gut kehren, sieht man am neuen Schulleiter Mr. Rossi. Eigentlich war Miss Thornton für diese Position vorgesehen, deshalb machen auch nicht wenige Leute ein langes Gesicht. Doch löst sich dieses Problem in Wohlgefallen auf, denn der Neue ist ein Segen für das erstarrte Kleinstadtleben. Er bringt so einiges in Bewegung.

Die Darsteller machen den Film zum Erlebnis.
Wir sehen unter anderem:
Lana Turner als Constance, allein erziehende Mutter einer halbwüchsigen Tochter.
Diane Varsi als Allison, eben diese Tochter.
Hope Lange als deren Freundin Selena.
Lee Philips als der neue Schulleiter Michael Rossi.
Mildred Dunnock als Lehrerin Miss Elsie Thornton.
Russ Tamblyn als Norman.

Der Film war 1958 unglaubliche neun Mal für den Oscar nominiert ( bei Wikipedia fehlt die Nominierung für die Kamera ) und errang dabei in den Nebendarsteller- Kategorien je zwei Nennungen.
Er gewann jedoch nicht einen Preis.

Mein Fazit: Dieser Film ist zeitlos. Vieles mag überholt erscheinen, aber: In vielen Gegenden findet man so ein
"Peyton Place" sicher immer noch.

Aus der Liste der Darsteller ragen für mich persönlich Russ Tamblyn als Norman, Lee Philips als Schulleiter und
Mildred Dunnock als Miss Thornton hervor.
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am 8. November 2005
"Peyton Place" ist zweifellos ein grandioses Drama über die Moralvorstellung und Prüderie, mit grandiosen Darstellern wie Lana Turner, Russ Tamblyn (welcher einen netten Joke am Schulball von sich gibt, als er von Allison zum Tanzen aufgefordert wird: "Ehrlich gesagt weiss ich nicht wie das geht" - gehörte doch Russ zu den Top Tänzern wie in "Eine Braut für Sieben Brüder" und "West Side Story", "Tom Thumb".)

Die Veröffentlichung dieses Klassikers in schöner Verpackung ist an sich toll, aber ohne jegliches Bonusmaterial die es immerhin auf der Code 1 DVD gibt (die ich zum Glück seit längerem Besitze). Eine Schande hierfür.

Hoffentlich erscheint bald die Fortsetzung: "Return to Peyton Place" die es in den USA auch schon länger gibt. Ebenso hoffe ich, dass danach bald die Serien Version "Peyton Place", und "Return to Peyton Place" in Staffel-Boxen veröffentlicht wird, sowie die späteren TV Specials.

Das Bild und der Ton sind für die DVD angemessen und sieht auf einem 42 Full HD von Panasonic und einem bluRay Player sehr gut aus.

Trivia: einige New England Aussenaufnahmen (Herbstzeit) wurden für Alfred Hitchcocks "Immer Aerger mit Harry" gedreht.
Einige Szenen des Dorffestes wurden dann in der späteren TV Serie mit Ryan O'Neal verwendet (etwa die Szene mit dem kleinen Joe, der die KUchen probiert und Musik-Parade).

Lana Turner musste während den Dreharbeiten mit einem Schicksalschlag fertig werden: Ihr etwas gewalttätiger Lover und Gangster Johnny Stompanato von ihrer 14jähriger Tochter Cheryl Crane erstochen.
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