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14 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Großartiger Film zur "Großen Depression" in den USA der 1930er Jahre
Der 1940 entstandene US-Schwarzweißfilm "Früchte des Zorns" der wesentlich von dem gleichnamigen Buch inspiriert wurde, erzählt das Schicksal und allmähliche Auseinanderbrechen der Pächtersfamilie Joad aus Oklahoma die, durch die Auswirkungen der großen wirtschaftlichen Depression ab 1929 und fortgesetzte verheerend wirkende Sandstürme...
Veröffentlicht am 7. August 2011 von Frankenthal

versus
1 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Eher enttäuschend
Sicher ein guter Film, aber nach dem grossartigen Buch von John Steinbeck war ich eher enttäuscht. Der Film zeigt nur einen kleinen Teil des umfangreichen Buches und geht auch nicht so in die Tiefe.
Vor 15 Monaten von Claudia Brülisauer veröffentlicht


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14 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Großartiger Film zur "Großen Depression" in den USA der 1930er Jahre, 7. August 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Früchte des Zorns (DVD)
Der 1940 entstandene US-Schwarzweißfilm "Früchte des Zorns" der wesentlich von dem gleichnamigen Buch inspiriert wurde, erzählt das Schicksal und allmähliche Auseinanderbrechen der Pächtersfamilie Joad aus Oklahoma die, durch die Auswirkungen der großen wirtschaftlichen Depression ab 1929 und fortgesetzte verheerend wirkende Sandstürme (Dust Bowl), von ihrem bisherigen Grund und Boden vertrieben und vor dem Nichts stehend, ihr Glück im scheinbar gelobten Land Kalifornien versucht.
Angekommen in Kalifornien müssen sie jedoch erkennen, dass die Mär von massenhaft zur Verfügung stehender und noch dazu gut bezahlter Arbeit als Erntehelfer eine schlichte Lüge ist und sie stattdessen mit Tausenden anderen Flüchtlingen aus den weniger glücklichen US-Staaten in teils katastrophale Lager gepfercht werden und mit diesen um Arbeitsplätze ringen müssen bei denen der Verdienst nicht einmal annäherend zum Überleben reicht. Auch die dortige Polizei und die eingeborene Bevölkerung steht ihnen feindlich gegenüber und wendet nur zu gern Gewalt gegen die unerwünschten Wirtschafts- und Umweltflüchtlinge an, die eigentlich ihre Landsleute sind.
Der von Henry Fonda überzeugend dargestellte Farmerssohn, Ex-Zuchthäusler und Hauptprotagonist Tom gerät schließlich als er die Ermordung eines mitgereisten Predigers, der sich gegen die Ausbeutung mittels Streik gewehrt hatte, rächt, nochmals mit dem Gesetz in massiven Konflikt und muss letztlich die Familie verlassen.

Insgesamt sicherlich ein sehr authentische und zeitnahe Literaturverfilmung zu einer von der damaligen Depression am schwersten getroffen Menschengruppen, der leider, gerade jetzt, kaum etwas von seiner dokumentarischen Aktualität verloren hat.

Obwohl Extras nicht vorhanden sind, gebe ich der DVD-Ausgabe dennoch 5 Sterne.
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19 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bärenstark, 21. Mai 2009
Rezension bezieht sich auf: Früchte des Zorns (DVD)
Das Buch ist zwar schwerer Stoff auch weil etwas slanghaft geschriebene Dialoge,der Film ist aber leichter verdaulich ohne die drückende Atmosphäre zu verwässern.
Unglaublich was in den frühen 30ern in USA abging.
Rassismus pur,selbst unter den weissen(Kalifornier gegen Okies).
Und wer aufmuckt weil der Lohn unter der Überlebensgrenze ist wird als Roter(Kommunist)abgestempelt.
Von den unmenschlichen lebensbedingungen und der unvorstellbaren Ausbeuterei damals nicht zu reden.
Schade dass die Personen im Film nicht die Tiefe der im Buch auftauchenden Leute haben(besonders Grossvater und die Beziehung Rosasharn und ihr Mann),so lang der Film auch ist wirkt es nachdem man das Buch gelesen hatte stellenweise etwas im Laufschritt.
Ausserdem wurden einige dramatische Teile(Unwetter,Baumwollernte)der Filmlänge geopfert,schliesslich geht es noch nach dem weggang von Tom viel weiter.Und das drastische Ende des Buches wurde ganz weggelassen.

Fazit zum Film:
Klassiker,unbedingt einmal sehen.
Buch:Achtung,recht schwere kost.

Keine Ahnung ob es verschiedene Fassungen vom Film gibt.Ich meine die mit dem alten Cover wo alle versammelt sind.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Grandiose Verfilmung, 18. März 2001
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Früchte des Zorns [VHS] (Videokassette)
Eine grandiose Verfilmung des Klassikers: selten wurden die düsteren Auswirkungen wirtschaftlicher Not eindrucksvoller gezeigt, selten wurde einem Buch in der Verfilmung so viel an Atmosphäre hinzugefügt. Eine von Fondas wirklich großen Rollen - unbedingt sehenswert!
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Genialer Film über die Wirtschaftskrise der 30er Jahre der USA, 31. Juli 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Früchte des Zorns (DVD)
Tom Joad (Henry Fonda) kommt nach mehrjähriger Haft nach einem Totschlag zurück zu seiner Familie die eine Farm in Oklahoma hat. Das Farmhaus findet er unbewohnt vor. Er trifft auf den ehemaligen Priester Casy ( John Carradine), der ihm die Geschichte der Farmer während seiner Abwesenheit im Gefängnis erzählt. Nach und nach werden die Farmer von den Großgundbesitzern des Landes vertrieben. Auch seine Familie will Oklahoma entgültig verlassen. Sie machen sich, zusammen mit hunderttausenden anderer Farmer mit ihren Familien, auf den Weg nach Kalifornien wo es angeblich Arbeit und Glück zu finden gibt. Seine Großeltern verkraften den Treck nach Westen nicht und sterben noch während ihrer Reise ins gelobte Land. In Kalifornien erwartet die Familie anstatt der erhofften guten Arbeit nur wirtschaftliche Ausbeutung, Hunger und Anfeindung.

Genial gelungenes Meisterwerk unter der Regie von John Ford, der den Roman John Steinbecks bis ins Detail in Szene setzt. John Steinbeck selbst hat einen dieser Trecks ende der 30er begleitet um seinen Roman so wahrheitsgetreu wie nur möglich niederzuschreiben.

Selbst 70 Jahre nach der Uraufführung in den USA ist der Film immer noch ein Hingucker, spannend und nachdenklich stimmend. 6 Sterne plus
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ein anspruchsvoller ehrlicher großer film, 15. Dezember 2010
Rezension bezieht sich auf: Früchte des Zorns (DVD)
Erst heute wieder (Wirtschaftskrise) mag dieser Film aktuelle Parallelen haben. Wenn die damalige Wirschaftskrise die Farmer zu Flüchtlingen macht, die nirgends willkommen sind. Wenn die Arbeitgeber die Masse an Arbeitsuchenden für einen Hungerlohn (und dann für die Hälfte des Hungerlohns) ausnutzen. Wenn die subtile Brutalität und die Selbstgerechtigkeit der Gewinner umschlagen in echte Gewalttätigkeit. Wenn als Hoffnung nur die Flucht bleibt, doch das gelobte Land nicht mehr weiter im Westen liegen kann. - Authentische Atmosphäre, sehr gute Schauspieler, praktisch keine (filmtypischen) Banalitäten. Und Henry Fonda ist der Star, der nötig ist, damit man im 21ten Jh. leichter einen Zugang findet.
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9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Prima Verfilmung - Auch wenn das Ende nicht unbedingt mit dem Romanende übereisntimmt., 24. November 2010
Rezension bezieht sich auf: Früchte des Zorns (DVD)
Ich hatte die Verfilmung bereits bei der TV-Ausstrahlung vor Jahren auf Video aufgenommen. Leider war die Cassette zwischenzeitlich so stark "abgenudelt", dass ich mich endlich dazu aufraffen musste, diesen Methusalem unter den Literaturverfilmungen käuflich zu erwerben.
Und ich hab's nicht bereut. Die DVD wurde sofort nach Aufreißen der Packung "vernascht" - obwohl ich an betreffendem Abend eigentlich genug andere Sachen zu tun gehabt hätte.
Natürlich darf man sich von dieser Verfilmung kein modernes Action-Kino erwarten. Und selbstverständlich gibt's keine Bonusteile auf der DVD. Aber die Adaption des Romans ist - bis auf den ziemlich schrägen Schlussteil - gut gelungen.
Für Steinbeck Fans oder Freunde des jungen Henry Fonda - ein MUSS!
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Meisterwerk !!!, 13. August 2011
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Früchte des Zorns (DVD)
Der Film ist ein echtes Meisterwerk von John Ford. Spannend und packend nimmt einen der Film gefangen und ist, obwohl über 2 Stunden, keine Sekunde langweilig. Er ist aber auch bedrückend, beschreibt er doch die wahre Geschichte der Ausbeutung der Farmer und einfachen Leute in den 30er Jahren. Ein brilliantes Meisterwerk wie es nur John Ford in Szene setzen kann.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zeitloser Film, wie das Thema selbst !, 24. Juni 2011
Von 
W. Walz "RW" (Rheinland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Früchte des Zorns (DVD)
Als junger Mensch in Fernsehn und das Buch in der Schule diskutiert, erinnerte ich mich nur Bruchstückhaft daran.
Das aber John Steinbecks Roman noch bedrückender ist und über das Ende des Films hinausgeht, ist mir nach knapp 35 Jahren noch schemenhaft in Erinnerung.

Heute, als Erwachsener, zieht man nach dem Abschalten der DVD Bilanz.
Ich sah einen äußerst, abseits des gefilmten Alters, brisantes und immer bleibendes aktuelles Gesellschaftsdrama.
Entwurzelte Menschen, den Verfall der Familie und die immerwährende Existenzangst, hervorgerufen durch den Wandel der Zeit, beeindruckten mich in diesem Drama zutiefst. Als Ma Joad (die unübertroffene Jane Darwell) mit Wehmut, aber nicht anklagend, über den Zerfall der Familie und den Sinn der "Vererbung" sprich, stockte mir der Atem.
Letztlich wird die Familie/der Mensch dann doch von den Zeitgeschehnissen, dem gesellschaftlichen Wandel mit dessen Abgründe beschädigt.
Wie die Familie immer mehr an Angehörige durch die Wirtschaftskrise verliert, die MUTTER aber den Rückhalt, den Fels in der Brandung, mit dem stoischen Blick nach vorn gerichtet und die Hoffnung nie verlierend, den Zusammenhalt der Gemeinschaft schmiedet, ist der Regie und den Drehbuchschreibern mehr als gelungen.
Mutter Joads Rückhalt ist wiederum der älteste Sohn (meisterlich in Underacting-Manier gespielt vom großen Henry Fonda), der versucht sich gegen die Auswüchse der Gesellschaft, gegen sein (Okie)Schicksal zu stemmen. Das dies dann sehr "amerikanisch" ist, sprich: "sein Schicksal in die Hand nehmen", zeigt den Natrual-Charakter der amerikanischen Seele, der durch die Pioniere, den Cowboy, dem Land-of-the-Free-Geist, hier weiter "gepflegt" wird. Nicht umsonst führte hier ein John Ford Regie.

Ein TRAKTAT der WÜRDE und MENSCHLICHKEIT bleibt der Film; trotz des Herstellungsjahr 1940
und der, aus heutiger Sicht, eher "schlechten" technischen Umsetzung in Ton, Licht und Schnitt.
Das Werk liegt in der Zuschauergunst laut IMDb auf Platz 154 der (westl.) Filmgeschichte, was eine mehr als stattliche Aussagekraft besitzt.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die handfeste Mutter Erde oder ein flüchtiges Stückchen Papier?, 27. Januar 2014
Von 
Tonio Gas - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Früchte des Zorns (DVD)
Viel Gutes ist über diesen großen Film bereits gesagt worden; ich verweise nur auf die wunderbare Rezension von Isabelle Klein. John Ford hat ein düsteres Stück US-amerikanischer Geschichte nach einem Roman von John Steinbeck verfilmt; die entbehrungsreichen Wanderungen von Familien aus Oklahoma, die ihre Landpacht nicht mehr zahlen konnten, nach Kalifornien. Die Große Depression auch im Kleinen, am Beispiel einer weitverzweigten Familie. Um sie zu zeigen, lässt Ford Gegensätze aufeinanderprallen. Der spätere Meister des Westerns erzählt seine Saga wie diejenige eines "großen Trecks nach Kalifornien", wie in einem Edelwestern, in dem große Teile der Handlung während des Trecks selbst spielen. Aber Ford konterkariert (jedenfalls für des Romans Unkundige) die Genrekonventionen. Verluste, Entbehrungen, Ungerechtigkeiten werden sich häufen; man könnte denken, dass der Film auf der Stelle tritt. Das verheißungsvolle Ziel? Früh ahnen wir, dass es das wohl nicht geben wird. Die Staatsgrenze von Kalifornien ist sehr schnell erreicht, bloß ist es selbst von dort noch ein langer Weg durch die Wüste - und auf den ersehnten Obstplantagen wartet nicht fair bezahlte Arbeit, sondern pure Ausbeutung auf die "Okies". Also ist der Weg das Ziel. Von daher konsequent, dass Ford so lange diesen Weg zeigt. Nur wenn man auf das Erreichen eines Zieles am Ende des Weges wartet, könnte man meinen, dass in diesem Film zu wenig passiert. Sieht man den Weg als Ziel, passiert ganz schön viel.

Ein bisschen penetrant mag vor allem am Anfang die Manie des Drehbuchs sein, seine Figuren alle wichtigen Sentenzen doppelt und dreifach sagen zu lassen, z.B. die Aussage eines Mannes, der sich nicht von seiner Heimat hat vertreiben lassen, dass er "nur ein Friedhofsgespenst" sei. Ein wenig irritierend wirkt auch das Wechselspiel von der großartig im Gegenlicht eingefangenen eintönigen, aber doch erhabenen US-Landschaft und einigen allzu künstlichen Studiokulissen mit mutmaßlich gemalten Hintergründen. Letztlich aber ein grandioser und gleichsam tief bewegender Film, ein mutiger, unkonventioneller Film auch, der gegen alle Hollywoodgesetze 1940 völlig ohne traditionelle Liebesgeschichte auskommt. Am Ende steht nicht das Traumpaar vor untergehender Sonne, sondern (in einer sympathischen capraesken Aussage ohne die übertriebene Penetranz Capras) das Kollektiv: "Wir sind das Volk." John Ford, dem gerade nach diesem Film eine Rechtslastigkeit vorzuwerfen Unsinn ist - ein Linker? Vor allem wohl, wie eben Frank Capra, ein sozialkritischer Patriot. Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten, es erscheint als Land der unbegrenzten Ungerechtigkeiten und Ausbeutungen, aber der echte Amerikaner, der ist jemand, der nicht aufgibt. Wie so oft auch hier: Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Diesen Gegensatz zwischen einem pervertierten Amerika und einem immer noch existenten idealisierten Amerika lässt Ford in grandiosen Bildern und Metaphern aufscheinen. Isabelle hat bereits auf den Kontrast von Weite und Enge auch in der Fotografie hingewiesen. Hinzufügen möchte ich den Gegensatz zwischen Schein und Sein. "Meine Großeltern haben dieses Land urbar gemacht, ich bin hier geboren", wird ein Mann über den realen Grund und Boden sagen, der ihm weggenommen werden soll und auch wird. Dass die Hoffnung falsch sein könnte, zeigt sich daran, dass sie nicht auf guter, realer Erde, sondern auf den falschen Versprechungen eines Blattes Papier beruht. "800 Pflücker gesucht", dabei wurde ein solcher Zettel an Tausende von Menschen verteilt, die sich nun um die Arbeit reißen, sodass die Bosse die Löhne drücken können. "Woran klammert Ihr Euch? An ein Stück Papier", wird ein Mann in einem Camp sagen. Leider wahr! Und Ford findet auch erschütternde Bilder, wenn dieses falsche Versprechen erst einmal traurige Realität ist. Unter die Haut geht, wenn die Familie um den Henry-Fonda-Charakter und wir erstmals die Pflücker sehen, die von ihrem Arbeitslager aus auf die Felder gehen. Vollkommen leere Blicke, entmenschlichte Roboter. Und die Staatsgewalt ist stets auf der Seite der Ausbeuter. Verfassungs- und Gesetzesbindung der Exekutive als rechtsstaatlicher Grundsatz? Das interessiert die hastig einberufenen Hilfssheriffs einen Dreck (einer von ihnen ist der wirkliche Rechtsradikale Ward Bond).

Ein erschütternder, bemerkenswert amerikakritischer Film, der wohl unter dem McCarthyismus so nicht mehr hätte entstehen können. Und ein bemerkenswert offenes Plädoyer für gemeinhin als "links" bezeichnete Ideen wie faire Löhne, ohne gleich kommunistisch zu sein und die Weltrevolution zu predigen. Gleichwohl: Schon eine Aufforderung, die "Roten" doch wenigstens einmal unbefangen zu sehen und sich zu fragen, ob sie wirklich die gewaltsame Weltrevolution wollen, bevor man sie verfolgt, war wenige Jahre nach Erscheinen des Filmes bereits unmöglich und wohl auch 1940 gewagt. In "Früchte des Zorns" wird am Ende ein Ex-Prediger zum Fürsprecher der Arbeiterrechte und zum Mitinitiator eines Streiks. Er wird sogleich als roter Agitator bezeichnet. Aber der Henry-Fonda-Charakter (eine wunderbare Hauptfigur mit dunkler Vergangenheit, aber in seiner Unbefangenheit fast von einer erhabenen Reinheit) meint immer nur verwundert: "Ich höre immer nur 'rot'; was ist eigentlich ein 'Roter'?" Hat man noch nicht die Vorurteile in sich, kann man Menschen unbefangen beurteilen, und es wird sich herausstellen, dass der als Roter verfemte Mann völlig Recht hatte: Kaum ließen Angebot und Nachfrage es zu, drückten die Bosse die Löhne unter die Unmenschlichkeitsgrenze. Soviel sozial(istische)s Gewissen ist für den klassischen US-Film außerhalb Capras bemerkenswert, und es kommt authentisch statt ideologisch-agitatorisch daher.

Fazit: In allem ein Meisterwerk mit nur winzigen Schwächen, die aber die Fünf-Sterne-Vergabe nicht ansatzweise in Frage stellen. Wegen der klassischen Kriterien wie genauere Handlung, Hauptcharaktere und schauspielerische Leistungen (sie sind durch die Bank hervorragend) verweise ich wiederum auf die Rezension von Isabelle Klein; man muss ja nicht alles wiederholen:-)
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Wir sind die Menschen, die leben. Wir sind das Volk!", 11. Januar 2014
Von 
Isabelle Klein "vintage books" (Würzburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 50 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Früchte des Zorns (DVD)
Ein Mann am Scheideweg, symbolisiert durch eine Kreuzung irgendwo im Nichts, sinnträchtig von John Ford in Szene gesetzt. Wird der junge Tom Joad (Henry Fonda) sich für den richtigen Weg entscheiden?
Tom ist auf Bewährung aus dem Zuchthaus entlassen. Auf dem Weg zur heimatlichen Farm in der Dust Bowl Oklahomas, einem unwirtlichen kargen Landstrich, trifft er auf den Ex-Prediger Casy (John Carradine) - zwei verlorene Seelen auf dem Weg in eine bessere Zukunft? Tom ist geschockt, sein Zuhause, all seine Familienmitglieder haben die Farm verlassen. Nur ein Nachbar treibt sich auf dem gottverlassenem Flecken Erde herum - er offenbart in einer Rückblende das Unglaubliche. Menschen, die nichts anderes kennen als das Stück Land, das sie tagein, tagaus beackern, werden infolge der angespannten wirtschaftlichen Situation der Großen Depression von ihrem Land vertrieben. "Kein Stück Papier kann die alte Wahrheit ausräumen. Wir sind hier geboren und gestorben, haben das Land urbar gemacht." Auch heute läuft einem bei dieser simplen Wahrheit ein Schauer des Mitgefühls über den Rücken, die Zivilisationskritik und vor allem die am Kapitalismus wird in den kommenden 125 Minuten mehr als deutlich.
Tom gelingt es, seine Familie vor ihrem Aufbruch in den goldenen Westen, voller Orangen und Trauben, zu finden. Gemeinsam begibt sich die Großfamilie, geleitet von einem verheißungsvollen Handzettel, der 800 Jobs (Saisonarbeit als Pflücker) verspricht, auf den mühevollen Weg. Hab und Gut und diverse Familienangehörige, samt Casy, finden Platz in dem klapprigen alten Automobil der Familie. Bevor man aufbricht, zeigt Ford uns in einer Szene den ganzen Schmerz und die grenzenlose Traurigkeit der tapferen Mutter, die alles zusammenhält - das Zusammenpacken ihrer wenigen Habseligkeiten. Dinge einer besseren Zeit, lange vorbei. Es ist ein alter kleiner Porzellandhund und ein paar billige Ohrringe. Mit der ihr eigenen Art, und den seelenvollen traurigen Augen, verdeutlicht uns diese Szene all das Leid einer Frau, die nichts anderes kennt als die feindliche Landschaft voller Staub und Wind. Wir erahnen, was der Aufbruch für sie bedeutet.

John Ford gelingt in seinem ersten Roadmovie die beeindruckende Verfilmung des zeitlosen Klassikers von John Steinbeck. Von der kargen Dust Bowl über die Sehnsuchtsstraße in den Westen, der Route 66, zeichnet er eindringlich, einfühlsam und kraftvoll den mühsamen Weg einer Familie, die eines im Überfluss hat: Liebe zueinander und das Gefühl der Zusammengehörigkeit.

Henry Fonda und vor allem Jane Darwell machen diesen Film zu einem unvergleichlich eindringlichen Erlebnis. Darwell erhielt zurecht einen Oscar für ihre Darstellung. Mutter Joad mit den gefühlvollen, traurigen Augen wird ihren geliebten Sohn fragen, ob sie ihn im Gefängnis gequält haben. "Manchmal machen sie einem zu einem gefühllosen Monster." Ihr ist es ein wichtiges Bedürfnis Klarheit darüber zu erhalten, ob dieser Sohn immer noch ein "guter" Mensch ist. Er versichert ihr, es gehe im gut. Es scheint wie ein böser Witz, was wir nun miterleben: Leid, Ausgrenzung, Unmenschlichkeit verfolgen diese Familie, Entbehrungen und Demütigungen. Und doch bewahren die Okies, allem voran Tom, auf dem steinigen Weg in eine vermeintlich bessere Zukunft, die exemplarisch für all die vielen Vertriebenen aus Oklahoma und Arkansas stehen, eines: ihre Menschlichkeit und ihre Würde. Doch auf dem Weg mit vielen Anfeindungen, Enttäuschung und all der Ausgrenzung wird es auch Menschen geben, die unser Vertrauen in die Menschheit bestätigen.

Fords Bildgestaltung, seine Darstellung der kargen Natur ist eindringlich, großartig und expressionistisch. Man ahnt vom ersten Zusammentreffen Toms und Casys, das aus dieser knorrigen Natur nichts Gutes erwachsen kann. Gelungen werden Schatten eingebracht, die umso eindrucksvoller die Weite des Landes und den Himmel verdeutlichen. Alles höchst symbolträchtig. Auch der Auftritt Carradines - gleich einem Friedhofgespenst - zeigt: Sein Geist wird Tom verfolgen bis sich letztlich Toms Schicksal erfüllen wird. Wann und wie dies der Fall sein wird, lässt der Film offen. Doch dass es so kommt wie Tom es gegen Ende vorhersieht, dessen kann man gewiss sein. Zu all den grandiosen Kontrasten zwischen Weite und Enge, Helligkeit und Hoffnungslosigkeit gesellt sich eine wehmütige, ausdrucksstarke Musik, die einmal mehr das Leid und die übermenschliche Kraft, die dieses der Familie abverlangt, auf den Punkt bringt.

Zur DVD: Daumen hoch für ein sehr gutes Bild und diverse Tonspuren und UT.

Fazit: Tieftraurig und beeindruckend. Eine meisterhafte Leistung John Fords, der zurecht einen Oscar erhielt. Wundervolle poetische Bildkompositionen machen den Film zu einem visuellen Erlebnis der Extraklasse. Dazu beeindruckende Leistungen Darwells und Fondas.
"Wir sind die Menschen, die leben. Wir sind das Volk." Kapitalimuskritik vom Feinsten.
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Früchte des Zorns
Früchte des Zorns von John Ford (DVD - 2010)
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