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4.0 von 5 Sternen Technisch und darstellerisch sehr gut gemachter Klassiker des japansichen Kinos! Lieblose DVD- Aufbereitung!, 14. Mai 2014
Von 
Rezension bezieht sich auf: Nachtasyl - The Lower Depth (DVD)
Der Film des großen japanischen Regisseurs Akira Kurosawa aus dem Jahr 1957 ist eine Adaption des bekannten Bühnenstücks des russischen (sozialistischen) Dramatikers Maxim Gorki (nachdem Kurosawas Regie- Vorbild Jean Renoir bereits ca. 20 Jahre vorher sich ebenfalls an eine Adaption des Stückes versucht hatte), das dieser bereits 1902 verfasst hatte, also gewissermaßen in der "Klassischen Moderne", bzw. "vorrevolutionären Zeit" seinen Ursprung hat (Gorki selbst hatte in seiner Jugend weite Teile Russlands zu Fuß bereist, und hatte ähnliche Verhältnisse in Armutsquartieren kennengelernt, bzw. sich aus diesen seine Inspiration für das Bühnenstück geholt). Das Stück trägt auch den Namen "Am Boden", was vielleicht viel direkter und plastischer beschreibt, worum es hier geht, nämlich "Menschen am Boden", also Menschen, die "ganz unten" stehen.
Der Regisseur übersetzt die Verhältnisse bei Gorki in seine Heimat, nach Japan. Nach der Bekleidung zu urteilen spielt die Szene hier in älterer (japanischer) (vermutlich "vorindustrieller") Zeit. Die Figuren hat der Regisseur natürlich an sein japanisches Umfeld angepasst; es wurden dazu einige geingfügige Veränderungen vorgenommen (z.B. bei den Berufen der agierenden Personen), bzw. die Handlung etwas vereinfacht.
Das Stück ist eines von mehreren aus der "klassisch- modernen" russischen Literatur, der sich der Regisseur offenbar immer gerne angenommen, bzw. diese verfilmt hat.
Die Szenerie spielt sich in einer heruntergekommenen Herberge und dem direkten Umfeld ab.
Das Stück ist ein sozialkritisches, aber auch philosophisches Stück, mit starkem Realitätsbezug, also dem Realismus verpflichtet. Das Drama ist recht dialogreich, dabei relativ handlungsarm.
Der Film ist aufgrund seines Entstehungsjahres (1957) natürlich noch in schwarz- weiß.
Die BILDQUALITÄT ist dafür, dass der Film schon so alt ist, erstaunlich gut. Möglicherweise wurden hier Restaurierungsmaßnahmen vorgenommen; zumindest ist die Bildqualität besser als bei den meisten anderen Filmen aus dieser Zeit, die ich kenne.
Auch die Kameraführung ist recht gut.
Den TON finde ich auch noch zufriedenstellend.

Der Film beschreibt (hier stark verkürzt:) das "Leben" in einer einfachen "herberge" (vielmehr ein Schuppen), in dem lauter heruntergekommene Leute wohnen, die ganz am Ende der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Hierarchie Japans stehen: Diebe, Prostituierte, Taugenichtse, ein alkoholkranker Schauspieler, ein Handwerker mit seiner todkranken Frau, Landstreicher, ein heruntergekommener Samurai, ... Die Herbergsherren knöpfen den Beherbergten eine hohe Miete ab, sind aber selbst kaum etwas "Besseres" als die, denen sie Herberge geben. Es ist ein Ort des Elends, der Hoffnungslosigkeit, des Alkoholismus, des gegenseitigen Betruges und des Streits, bzw. der Gewalt. Gegenseitige Sympathie und Solidarität gibt es hier nicht. Jeder denkt in so einer Situation natürlich nur an sich. Dennoch müssen alle auf engem Raum irgendwie miteinander zurechtkommen. Es entstehen Beziehungen, Streit, Diskussionen. Alle Beteiligten versuchen sich einen Rest Würde und Hoffnung zu bewahren; auch mit der Absicht, die gegenwärtigen schlechten Verhältnisse zu verdrängen: so hält sich der Samurai (ist er überhhaupt Einer?) an den angeblichen großen Taten seiner Familie fest (wofür die Anderen ihn aber verhöhnen und ihm vorhalten, dass er jetzt auch nichts Anderes sei als ein armseliger Wicht; egal, was er und seine Familie fürher waren); eine junge Prostituierte träumt von der großen Liebe (wofür sie wiederum von den Anderen verhöhnt wird); Einige haben Pläne wegzugehen. Andere sind schlichtweg niedergeschlagen; Andere schwer krank; Andere suchen im Alkohol Trost; ... Irgendwie kommt aber keiner so recht aus diesem traurigen Ort weg. Zudem scheint hier der Konflikt zwischen individuellen Wunschträumen und Einbildung auf der einen Seite, der (vermeintlich) hoffnungslosen Realität auf der anderen Seite eine Rolle zu spielen. Die vielleicht realistischen, aber lähmenden Ansichten, dass man ohnehin nicht mehr aus der "Gosse" kommen würde, sich mit der traurigen Realität somit abzufinden hätte, und anderslautende Ansichten nur lächerliche Hirngespinste sind, ist natürlich Gift für die Träumer der "Gruppe" ("Samurai", junge Prostituierte), denen ihre Illusionen das Leben erträglicher machen. Es kommt zu Diskussionen unter den Anwesenden, welcher Stellenwert das Lügen - in verschiedener Hinsicht - haben dürfte. Alle sind enttäuscht vom Leben und sehnen sich nach einem besseren Leben, haben dabei die Hoffnung offenbar noch nicht (alle) ganz aufgegeben (denn sonst hätten sie sich ja selbst schon "aufgegeben").
Eines Tages kommt ein (als solcher nicht erkennbarer) Wandermönch in die Herberge. Betroffen von dem Elend, versucht er den Einzelnen in ihren jeweiligen Problemen Trost und Zuversicht zu vermitteln. Dabei scheinen die jeweils anderen Anwesenden wenig Verständnis zu haben, und werfen dem Mönch vor, zu lügen und die Unwahrheit zu sprechen. Dennoch gelingt es dem Mönch, einigen Anwesenden mehr Hoffnung zu machen; so suggeriert er z.B. dem alkoholkranken Schauspieler, es gäbe in einem Kloster für ihn die Möglichkeit zu einer kostenlosen Alkoholrehabilitation.
Die Herbergsmutter ist dabei sehr gehässig und böse (sehr gut gespielt von Isuzu Yamada) und von ihrem Leben offenbar ähnlich enttäuscht wie die Anderen Protagonisten hier. Sie missgönnt ihrer jüngeren, freundlicheren Schwester die Liebe zu ihrem Liebhaber, einem Herbergsgast, weshalb sie ihre Schwester oft brutal verprügelt. Dem jungen Liebhaber gelingt es nur schwer, seine Freundin von einer (vermeintlich) besseren Zukunft, zu der ihn der Mönch ermuntert hat, zu überzeugen. Der Wandermönch hingegen verlässt bald darauf die Herberge.
Als die Herbergsmutter und ihr Ehemann mal wieder auf diese Weise ihre Wut an der Schwester auslassen, eilt der Liebhaber zur Hilfe, der versehentlich dabei aber den Ehemann erschlägt. Der Herbergsmutter gefällt dieses Ende ihres verhassten Mannes, den sie mit für ihr trauriges Leben und ihre enttäuschten Hoffnungen verantwortlich macht. Ihre Schwester allerdings ist darüber sehr verunsichert und misstraut ihrem Geliebten, der so zum Mörder geworden ist, nicht mehr.
Währenddessen erhängt sich der Schauspieler.

Die Handlung/ Behandlung der Thematik dieses "Stücks" wirkt ein wenig "romanhaft" und ist ein m.E. erkannbar typisches Beispiel für die russische Literatur jener Zeit. Der Regisseur selbst hatte ja auch ein Faible für diese etwas tiefgründigere, moralisierend- philosophische Literatur (in der die Handlung nicht besonders stark ausgebaut ist).
Den großen Erfolg, den schon die Theater- Vorlage von Maxim Gorki für diesen Film gehabt hat, kann ich nicht ganz nachvollziehen, da sich mir vermutlich nicht die Bedeutung des Stücks ganz erschließt (Interpretationen aus dem Internet dazu stellen mich auch nicht ganz zufrieden).
Das Bühnenstück selbst (VOrlage zu diesem Film) kenne ich ncith, bzw. nur aus "Sekundärbesprechugnen". - Jedoch geht meine Begeisterung für diesen Film nicht so weit, dass ich das Verlangen verspüre, die "Drehbuchvorlage" unbedingt lesen zu müssen.
Der Film selbst hat mich einerseits beeindruckt, andererseits verwirrt, da für mich die Aussage(ne) des Films nicht ganz klar war. Einerseits soll das Ganze ja eine möglichst realistische Darstellung von den Vorgängen in solchen Verhältnissen sein; andererseits ist das Ganze ein Drama mit tragischem Ausgang (was wiederum irgendwie zur Atmosphäre des Films passt; andererseits sollen hiermit bestimmte Fragestellungen erörtert werden. - Und genau diese "MEssages" werden m.E. hier nicht immer ganz deutlich. Angeblich wollte der Autor der "Vorlage" (Gorki) damit ja aussagen, dass man den Leuten mit falschen Versprechungen und Illusionen ihre Situation nur - langfristig - noch schlimmer macht (Selbstmord des Schauspielers); das wäre "Lüge"; und man sollte lieber frei heraus den Menschen die Wahrheit sagen (was ja in dem Film auch ständig debattiert wird). Der Mönch meint es hierbei zwar gut, macht es mit seinen gutgemeinten "Ilusionen", die er den Leuten vermittelt, aber nur noch schlimmer.
Demnach ist der Film nicht gerade ein Plädoyer für die tröstende Wirkung von Religion; das Wirken des Mönches kommt ja letztendlich hier nicht gut bei weg. "VOrlagen- Lieferant" Maxim Gorki (der ja - zumindest in seiner früheren Phase - nicht unreligiös gewesen sein soll (später allerdings zum glühenden Kommunisten und Anhänger Lenins werden sollte)) kann dieses Stück nicht in einer tiefreligiösen Phase geschrieben haben.
Na ja, so ganz können sich die Absichten von Maxim Gorki in dieser Verfilmung wohl nicht Ausdruck verschafft haben. Gorki selbst soll ja auch beklagt haben, dass sein Stück oft falsch verstanden würde. Tatsächlich wäre das Wirken des Mönchs letztlich negativ. - Kurosawa selbst stellt ihn im Film so dar, wenn er ihn immer in übertrieben- salbungsvollem Gerede sprechen lässt (was ich persönlich aber als eine große Schwäche für diesen Film halte, da das zu nervig- übertrieben- unrealistisch ist; der Mönch ist ein schwache Figur dieses Films).
Der FIlm selbst ist natürlich sehr traurig (wenn auch gelegentlich etwas komisch), da tragischen, hoffnungslosen Ausgangs. Die Sicht der Dinge ist eine pessimistische. Dennoch ist das tatsächliche Ende des Films realistischer als ein naives "Happy End". - Gerade aus diesem Grund kann ich mir nicht vorstellen, dass der Film ein großer Kassenerfolg gewesen ist. - Was aber weniger an seiner Qualität an sich, als vielmehr an seinem (schwierigeren) Thema liegt.
Die DARSTELLER sind dabei sehr gut; offenbar haben wir es hier mit "Vollblutschauspielern" zu tun, die ihr Handwerk bestens verstehen und lebhaft und engagiert spielen. Es macht ihnen einfach Spaß zuzusehen. Allerdings wirken sie eine Spur zu sympathisch und "Gut" für ihre nicht besonders "idealen" Rollen, die sie zu spielen haben. - Das fällt mir insbesondere auch bei Isuzu Yamada auf, die die bösartige Herbergsmutter darstellt, dieses offenbar nicht wirklich ist, aber dennoch die vielleicht beste Leistung bei diesem "Screenplay" abliefert. Auch Kurosawa's Lieblingsschauspieler Toshirô Mifune ist natürlich - hier als Dieb - wieder mit von der Partie.
Auch die KULISSEN/ KOSTÜME u.Ä. sind hier sehr gut geraten, und tragen zur guten Illusion in die Thematik maßgeblich bei.
Typisch für diesen Film sind auch einige, gelegentliche "musikalische Einlagen", die die Darsteller hier mit Instrumenten und Gesang zum besten geben (vermutlich eine

Die Freigabe FSK 16 (!) erstaunt hier etwas. - Was sollte bei diesem Film eine solch "rigide Zugangsbeschränkung" rechtfergtigen? - Liegt es an der schwierigen Story?

Der FIlm ist ca. 125 Minuten lang.

Die verfügbaren SPRACHEN sind hier außer Deutsch auch Japanisch (mit deutschen Untertiteln möglich).

BILDFORMAT: 1:1.33 (Originalformat).

EXTRAS dieses Films gibt es außer einer "Slideshow" mit Bildern aus dem Film (auf die man m.E. aber auch getrost hätte verzichten können) leider sonst keine.
Die Aufmachung der ganzen DVD finde ich daher eher lieblos (trotz des recht guten Bildes). - Was ich auch angesichts des recht HOHEN PREISES für diese DVD etwas enttäsuchend finde.

FAZIT: Der Film wurde in technischer, sowie darstellerischer, also in "filmischer" Hinsicht sehr gut gemacht (in Anbetracht des Erscheinungsjahres). Die Story selbst hat mich hingegen nicht ganz vom Hocker gerissen, was aber daran liegen kann, dass mir nicht alle Bedeutungen dieses Films - trotz meiner ernsten Bemühungen dabei - erschlossen haben mögen, weshalb ich diesen "Klassiker" nicht wirklich genießen konnte.
Die DVD selsbst ist recht lieblos gemacht, was natürlich nicht an den Original- japanischen Filmmitwirkenden liegt. So gleicht die Aufmachung der eines BIllig- Films (trotz des hohen Preises dieser DVD). Man hätte m.E. mehr Hinweise über den Film und vor allem das (nicht ganz leicht zu erschließende) Thema geben müssen.
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5.0 von 5 Sternen Faszinierender Einblick in die Menschliche Seele, 18. März 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Nachtasyl - The Lower Depth (DVD)
Akira Kurosawa zeigt ein Stück Weltliteratur, mit den für ihn typischen stilistischen Mitteln. Im Kern geht es um die Frage, wie schwer es ist, etwas Gutes zu tun. Und was eigentlich etwas Gutes ist. Der Stoff ist also absolut zeitlos, da die Welt auch heute voller Menschen ist, die "Gutes" tun, ohne sich diese Fragen jemals zu stellen.
Der Film ist durchweg spannend, mit überzeugenden Leistungen der Schauspieler. Habe mich keine Sekunde gelangweilt.
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16 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen FILM ALLER FILME, 15. April 2006
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Nachtasyl - The Lower Depth (DVD)
Der hier ist die Quintesenz der Lebensweisheiten und des Leben mit großem Herz. Obwohl von einem Russen und keinem geringerem als Gorki geschrieben (typisch dieses russische Heiterkeit, diese verrückt-geniale Sprüche der Russen), habe ich mich gewundert, was für eine großartige Tradition des Humors un Weisheit Japaner haben. Bis ich schießlich, da ich Slawistik studiert habe, herausfand, dass es Adaption von Gorki's Stück ist. Aber - egal! Es ist so verjapanisiert und so genial dargestellt, dass ich mir von neuem meine Gedanken über das Leben und Tod machte und mich bis heute mit der Frage plage: "Wo sind, verdammt, all diese geniale Schauspieler hin?!"
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Nachtasyl - The Lower Depth
Nachtasyl - The Lower Depth von Maxim Gorki (DVD - 2005)
EUR 29,90
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