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am 31. Januar 2008
Wollten Sie schon lange mal wieder hemmungslos heulen? Oder haben Sie das Gefühl, dass es höchste Zeit ist, sich mal wieder so richtig in Sentimentalität und Rührseligkeit zu wälzen? Mögen Sie erstklassige Chorgesänge, am besten von süßen, engelsgesichtigen Knaben, die in markdurchdringenden Sopranstimmen von einem besseren Leben trällern? Ja?
Dann sind sie mit diesem wunderbaren, bewegenden, Herz erwärmenden und herrlich kindlichen Film von Christophe Barratier genau richtig bedient.

Obwohl es vordergründig aussieht wie der französische Aufguss von "Club der toten Dichter" oder "Mona Lisas Lächeln", ist dieser Film weit von dieser Art ambitionierter amerikanischer High-School-Schmonzette entfernt. Denn dieser liebenswerte und ausgesprochen schlichte Film erhebt gar nicht den Anspruch auf irgendeine (pseudo)intellektuelle Botschaft, sondern er will einfach nur berühren und unterhalten und das schafft er um Längen besser als ein dauergrinsender Robin Williams, der ein paar Gedichte auswendig gelernt hat oder eine lächelfreie Julia Roberts mit aufgesetztem Emanzengehabe.

Monsieur Mathieu (Gérard Jugnot) arbeitet als Lehrer/Pedell an einem heruntergekommenen und trostlosen Internat für schwer erziehbare Jungs. Mit Hilfe von Musik findet er Zugang zu den Kindern, gründet einen Chor, der über sich hinauswächst und es sogar zu einer gewissen Anerkennung bringt. Der Gesang gibt den "armen" Jungs ein wenig Freude und Hoffnung in ihrem tristen Leben und das war's.

Sehr viel Freude hingegen erfährt das Publikum wenn es dem damals 14jährigen Jean-Baptiste Maunier zuhört. In seiner Rolle als das aufsässige Gesangswunder Pierre Morhange lässt er eine Stimme hören, die direkt aus elysischen Sphären stammen muss - da bin ich mir fast sicher. Er war bis dahin Solist bei dem berühmten Schulchor "Les Petits Chanteurs de Saint-Marc" in Lyon, und ich bezweifle, dass viele Kinderchöre über einen Solisten mit einer SOLCHEN Stimme verfügen. Die geht durch Mark und Bein, direkt ins Herz und rollt einem nebenbei noch die Fußnägel auf. Es dürfte klar sein, dass Jean-Baptiste Maunier inzwischen Karriere gemacht hat und das nicht nur wegen seines begnadeten Gesangs, sondern weil er auch einfach zu süß aussieht.
Natürlich sind auch die anderen "Sängerknaben" Gesangsprofis aus demselben Chor, und das macht die filmische Handlung vielleicht etwas unlogisch. Andere haben's schon erwähnt: Warum sollte ausgerechnet ein abgehalftertes Internat voller Versager, die schönsten Knabenstimmen Frankreichs beherbergen? Aber wen kümmert das eigentlich, wenn man dafür so überragende Gesangskunst und Filmmusik zu hören bekommt, dass einem gelegentlich sogar die Tränen in die Augen treten?
Es steht auch außer Frage, dass der Film voll gestopft ist mit allen nur denkbaren Internats-Klischees und wer gegen so was allergisch ist, der sollte sich vorher wappnen. Dennoch dienen diese Schwarz-Weiß-Klischees als perfekter und gelungener Rahmen um den Chor in Szene zu setzen. Denn es ist doch klar, je trauriger und monotoner die Lebensumstände der Kinder sind, umso schöner und überirdischer erscheint ihr Gesang.

Abgesang:
"Die Kinder des Monsieur Mathieu" ist ein traurig-schöner, angenehm naiver und sehr berührender Film, vorausgesetzt man liebt engelgleiche Stimmen, überwältigende Chormusik und natürlich vorausgesetzt, man möchte sich ganz entspannt in eine Wanne voller Seelenschmalz fallen lassen.

DVD:
Bildformat 2.35:1 in 16:9, Sprache: Deutsch, Französisch Dolby Digital 5.1, DVD: Typ 9, Ländercode 2, Laufzeit ca. 93 Min Film, Untertitel: Original deutsche Untertitel für Hörgeschädigte, Menue: Teilw. animiert mit Ton.
Extras: Making of in der franz. Originalfassung mit/ohne dt. Untertitel (27 Min), Interview mit Arthur Cohn (9 Min. Deutsch) Darsteller und Crew, Arthur Cohn bei Johannes B. Kerner (25 Min).

P.S.
Die CD mit dem Soundtrack zu diesem Film ist natürlich das komprimierte Audioglück. Ich kann sie jedem empfehlen, der bei diesem Film den Gesang mehr schätzte als die Handlung. Mein Lieblings-heul-und-Seelenschmalz-Lied (mit einem überirdischen Solo von J-B Maunier) ist "Caresse Sur L'océan" nur falls es jemanden interessiert ;-).
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am 21. Februar 2006
Französische Filme haben ohnehin einen besonderen Charme. Doch dieser Film bekommt durch die Thematik und die eigenwillige Einstellung der Macher noch einen Extrapunkt.
Die Geschichte erzählt von Schuljungen in einem Internat, das mit eiserner Hand von einem gefühlskalten Direktor geführt wird. Das Härte wird aufgebrochen, als der Lehrer Mathieu in die triste Welt betritt und versucht, an die widerspenstigen Jungen heranzukommen. Als er damit zu scheitern droht, versucht er, im Klassenzimmer einen Chor zu gründen, der Kompositionen von ihm selbst einübt. Es ist bewegend zu beobachten, wie sich die rauen Kinder von der Begeisterung ihres Lehrers anstecken lassen und in ihrer abstoßenden Welt einen Ausgleich durch Harmonie und Schönheit erfahren. Selbstverständlich kann Lebensfreude an sich von der Obrigkeit nicht akzeptiert werden, deshalb entwickelt sich Mathieu nach und nach zum Gegenspieler des Direktors. Dem gelingt es allerdings zu beweisen, dass Mathieu einen schädlichen Einfluss auf die Kinder ausübt ...
Im Grunde ein einfacher Film, der sehr mit den üblichen Dualismen arbeitet. Die Grundkonstellation ist durchaus vergleichbar mit ,Das Lächeln der Mona Lisa' oder ,Der Club der toten Dichter'. Die Klischees gewinnen wie in diesem Filmen auch bei ,Mathieu' nicht die Oberhand, sondern dienen nur der Grundaussage: Es lohnt sich, Schönheit in einer dunklen Welt zu verteidigen, weil sie dem Leben eine Qualität zurückgibt. Letztendlich ist dies ein Ziel, das Produzent und Regisseur mit diesem Film verwirklicht haben.
Die Geschichte beginnt als Rückblende: Zwei Schulfreunde, von denen einer Dirigent geworden ist, treffen sich nach Jahren wieder und rufen die alten Erinnerungen ins Gedächtnis zurück. Es überrascht nicht, dass auf diese Weise die Geschichte verklärt und ein wenig unwirklich dargestellt wird - denn so sind schöne Erinnerungen immer. Der Film stellt die Geschichte dar, wie sie die beiden Männer sich wohl gegenseitig erzählen.
Im Mittelpunkt steht jedoch tatsächlich die Musik, der Mathieu selbst staunend gegenüber zu stehen scheint. In der düsteren Umgebung der Schule wirken die Stimmen der Kinder wie überirdisch, als wären sie gar nicht wirklich dort. Mit den Tönen tauchen sie in eine andere, bessere Welt ein, die ihnen Kraft gibt, ihre Umgebung zu ertragen.
Ich will den Film nicht zerreden, dazu ist er mir zu wertvoll geworden. Möglicherweise kann man ihn als etwas kitschig empfinden - das ist mir aber gleichgültig. Auch der Kommentar des Produzenten am Anfang der DVD (der in der Kinofassung nicht vorkam) mag Manchem überflüssig und etwas lehrerhaft vorkommen, doch er wirkt auf mich, wie die ganze DVD, glaubwürdig und echt.
Wenn's nur mehr davon gäbe - aber dazu müsste sich wohl der Durchschnittsgeschmack des Publikums ändern.
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am 4. Mai 2011
Dieser Film ist zu Recht einer der erfolgreichsten Filme Frankreichs. Er beschreibt wie kein Zweiter auf sehr emotionaler Ebene und hautnah an der Realität das Schicksal von abgeschobenen und stereotypisch als unerziehbar abgestempelten Kindern, und einem menschlich herzensguten Pedell, der aufgrund seiner Persönlichkeit weder auf die harten und autoritären Erziehungsmethoden des Direktors, noch auf das vorgeschriebene Aktions- und Reaktionsprinzip angewiesen ist.

Durch Aufmerksamkeit, Wertschätzung und Zuwendung aber vor allem durch sehr viel Liebe gelingt es Mathieu sich einen Platz im Herzen der schwierigen Kinder zu schaffen, und er erzielt damit unglaubliche Resultate. Monsieur Mathieu gespielt von Gérard Jugnot spielt in seiner Rolle genau die Charaktere, die einen sehr guten Sozialpädagogen oder Lehrer von den schlechten unterscheidet. Aufgrund seiner Persönlichkeit, und einer genialen Kontextveränderung - wer ein Problem lösen will, muss weg vom eigentlichen Problem, hin zur Lösung - erreicht Mathhieu mit den Kindern alles, was bisher weder seinen Kollegen, noch dem Direktor mit den autoritärsten Erziehungsmethoden oder den härtesten Strafe gelungen ist.

Das entspicht ganz genau der sozialpädagogischen Praxis, denn anstatt lösungsorientiert mit Kindern zu arbeiten, wird fast überall nur am Problem herumgedoktort, ohne dadurch eine positive Verhaltensänderung der schwierigen Kinder zu erzielen. Man könnte auch von misserfolgsorientiertem Arbeiten sprechen. Ich kenne in Zusammenhang unzählige aber vor allem schlechte soziale Einrichtungen und Heime, in denen die Sozialpädagogen genauso arbeiten müssen, wie es hier im Film gezeigt wird.

Der Film zeigt aber auch ganz exakt und realistisch die Kehrseite des sehr guten Sozialpädagogen, denn anstatt Dank, Lob und Anerkennung erfährt Mathieu Neid, Missgunst und Verachtung seitens der Verantwortlichen, und am Ende siegt leider, wie fast immer im Leben, nicht die Gerechtigkeit oder das Gute, sondern die Macht des Stärkeren. Merke: Das Gute siegt immer nur im Märchen.
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Wunderschön. Grandios. Genial. Großartig. Faszinierend. Berührend. Fabelhaft. Fantastisch. Ganz großes Kino.
Alles zu farblose Wörter, um diesen Film zu beschreiben, der mich so tief bewegt hat.
Ich besuche die 10. Klasse eines Gymnasiums, und wir haben dieses Meisterwerk im Rahmen des Französischunterrichtes gesehen, und wie soll ich sagen.. er hat mich ab da nicht mehr losgelassen.
Kaum zuhause musste die (wahnsinnig emotionale, unfassbar schön gesungene) Musik gekauft werden, und der Film gleich mit dazu.
Die Geschichte ist einfach nur anrührend, selbst wenn sie keine sehr komplexe Handlung zu bieten hat.
Die Tatsache, dass eine Gruppe Problem-Kids sich plötzlich zu einem so formvollendeten Chor wandelt, mag vielleicht etwas unlogisch daher kommen, aber andererseits.. Wer würde gern zuhören, wenn die Musik aus einer Reihe schiefer Töne und Taktfehlern bestehen würde? Richtig: Niemand. Denn besonders die Musik macht den Film in meinen Augen zu dem, was er ist, nicht umsonst wurde sie mit dem Oscar ausgezeichnet. Ganz besonders erwähnen möchte ich in diesem Zusammenhang den jungen Jean-Baptiste Maunier - Er ließ mich darüber nachdenken, ob es nicht doch Engel auf dieser Welt gibt.

Fazit: Ein wahres Stück Kunst in Sachen Gefühl und bleibendem Eindruck.
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am 16. Mai 2010
aber auch eine ganz und gar unwahrscheinliche Geschichte: Eine Horde schwer erziehbarer Jungs in einer heruntergekommenen Erziehungsanstalt unter der Fuchtel eines autoritären, unfähigen und vom Leben enttäuschten Direktors entwickelt sich dank eines neuen, einfühlsamen Lehrers, Monsieur Mathieu, und dank der Macht der Musik zu einem Knabenchor, dessen Gesang nicht nur in die Ohren geht, sondern direkt ins Herz und in die Seele.
Unwahrscheinlich ist diese Geschichte schon, weil es in ihr zunächst nur gut und böse gibt, schwarz und weiß, ohne Zwischentöne. Unwahrscheinlich auch deshalb, weil es ein wahres Wunder wäre, wenn auf der ganzen Welt auch nur e i n so chaotisches Internat existieren würde, in dem es nur Jungs mit s o l c h e n Engelsstimmen gäbe. Aber was solls:
Man muss gewissermaßen die Ratio ausschalten, wenn man diesen Film sieht, der es fertig bringt, den Zuschauer von Minute zu Minute mehr in seinen Bann zu ziehen.
Die Geschichte beginnt damit, dass sich zwei ehemalige "Zöglinge" der oben genannten Anstalt als Erwachsene treffen, und - angeregt durch die Lektüre des Tagebuchs von Monsieur Mattheu - ihre gemeinsamen Erlebnisse im Internat Revue passieren lassen.
Und dann sieht der Zuschauer 75 Minuten lang Rückblende. Er erlebt fast hautnah das Elend dieser Jungs mit, die unter der brutalen und sadistischen Autorität des Direktors zu leiden haben, mit der dieser seine pädagogische Unfähigkeit zu kaschieren versucht. Man erlebt die zunächst zögerlichen Versuche Monsieur Mathieus, mit denen er das Vertrauen seiner Schüler zu gewinnen sucht, man erlebt aber auch seine wachsenden Erfolge und daraus resultierend die zunehmende Ablehnung des Direktors, der dem Neuen seine Erfolge neidet. Und man erlebt staunend, wie aus dieser Horde von angeblich schwer erziehbaren Jungen ein Chor wird, der sich wahrhaft hören lassen kann, und man erlebt die wachsende Freude dieser Kinder an der Musik.
Was macht es schon aus, wenn einem manches bekannt vorkommt in diesem Film, wenn manches beispielsweise an den "Klub der toten Dichter" erinnert, oder wenn die Chor- und vor allem die Sologesänge der Jungs so unwahrscheinlich engelhaft schön werden, dass der eine Zuschauer eine Gänsehaut und nasse Augen bekommt und der andere dabei an Kitsch denkt. Der 14-jährige Pierre Morhange (Jean-Baptiste Maunier, wie die anderen mitspielenden Kinder Sänger des in Frankreich berühmten Chors "Les Petits Chanteurs de Saint-Marc" in Lyon) singt so unwahrscheinlich schön und glockenrein, dass dem Zuschauer und Zuhörer wahrhaftig das Herz aufgeht!
Wer Freude hat am Zauber guten Chorgesangs mit erstklassigen Knabenstimmen, für den ist dieser Film ein Muss. Von mir bekommt er uneingeschränkt 5 Sterne
eboku
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TOP 1000 REZENSENTam 14. Oktober 2014
Dieser Film hat mich von der ersten bis zur letzten Minute total fasziniert. Hier wurde ein Meisterwerk mit Tiefgang geschaffen.

Ich glaube das Dieser Film einer der besten Drama der letzten Jahre ist. So bieder die Moral auch erscheint, wenn man sie auf ihre Kernaussage reduziert, so grandios ist sie in diesem Drama umgesetzt. Der Film bietet differenzierte Charaktere, die von grandiosen Schauspielern ergreifend dargestellt werden. Der Film ist dabei sehr gut besetzt und das bis in die Nebenrollen. Ein sehr emotionaler Film mit sehr guter Musik.

Die Blu-ray bietet eine deutliche Verbesserung der Schärfe im Vergleich zur DVD, die gerade in Nahaufnahmen sehr deutlich auffällt, in denen selbst feine Details haarscharf dargestellt werden! Der Deutsche DTS-HD Ton kann vollstens überzeugen. Der Film bietet einen sehr weiträumigen Soundtrack mit hoher Dynamik & die räumliche Abmischung wird vor allem durch die Musik bestimmt, die sehr prägnant aus allen Kanälen erklingt!

Fazit:

Christophe Barratiernt hatte vor einigen Jahren ein absolutes Highlight in diesem Genre geschaffen und jetzt gut in Bild und Ton auf Blu-ray umgesetzt. Dieser Film ist für mich einer der größten Französischen Filme überhaupt. Ich kann diesen tollen Film nur weiterempfehlen :-))
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TOP 500 REZENSENTam 4. Oktober 2014
"Die Kinder des Monsieur Mathieu" ist ein wunderbarer Film. Bei diesem Titel handelt es sich um ein Remake des französischen Filmes "La cage aux rossignols" ('Der Nachtigallenkäfig') aus dem Jahr 1945. Das Besondere an dem Film ist, dass der Cast bis auf wenige Ausnahmen wie etwa Gérard Jugnot ("Der kleine Nick"), François Berléand ("The Transporter") oder Kad Merad ("Willkommen bei den Sch’tis") überwiegend mit Laien besetzt wurde. Gerade der Chorgesang spielt bei der Handlung eine sehr wichtige Rolle. Regisseur Christophe Barratier, der auch für das Drehbuch mitverantwortlich war, hat bei dieser Geschichte viel Wert auf Emotionalität gelegt und dabei ein wunderbares musikalisches Drama mit leicht heiteren Momenten abgeliefert, das weit entfernt von Rührseligkeit und aufgesetztem Kitsch sich erfreulicherweise stark von der Masse abhebt. Die Musik als zentraler Punkt, als Heilsbringer in einer dunklen Welt, in dem Fall einer Schule. Trostlosigkeit regiert den Alltag, bis die Musik und sämtliche daraus resultierende Reaktionen die Umwelt beeinflusst und daraus etwas besseres werden lässt. Wirklich inspirierend. Dabei steht vor allem der Junge Jean-Baptiste Maunier im Mittelpunkt, dem dieser Film zum Durchbruch verhalf und sich mittlerweile als Schauspieler und Musiker etablieren konnte.

Das Bild liegt im Ansichtsverhältnis 2,40:1 sowie im Codec MPEG-4/AVC vor. Der Blu-ray Transfer ist sehr gut ausgefallen, hat aber doch hier und da ein paar kleine Beeinträchtigungen, die den positiven Gesamteindruck etwas trüben. Die Farben sind leicht entsättigt, kühl, aber stets natürlich und kräftig, bei erhöhtem aber ausgewogenem Kontrast. Der Schwarzwert ist ebenfalls bärenstark und bildet ein tiefes Schwarz ab; allerdings kommt es hier und da vereinzelt zu Durchzeichnungsproblem. In punkto Schärfe gibt es nicht viel zu beanstanden. Insgesamt bewegt sich die Schärfe auf einem guten bis sehr guten Niveeau, auch wenn hin und wieder weichere Abschnitte vor allem in Randbereichen zu erkennen sind. ÄIn Nahaufnahmen werden sämtliche Finessen aber akkurat wiedergegeben. Kompressionsspuren sind nicht aufgefallen.

Der Ton liegt sowohl in Deutsch als auch in Französisch komprimiert in DTS-HD High Resolution 5.1 vor, wobei es noch eine Deutsche Dolb Digital 2.0 Stereo Spur gibt. Bei dem Genre kann man sich schon fast denken, dass der Film grundsätzlich sehr dialoglastig ausgefallen ist. Abgesehen davon sind dennoch, gerade in Szenen im Freien und / oder großen Menschenmassen wie etwa den Auftritten des Chors sehr häufig Surroundeffekte vorhanden, die für eine tolle Räumlichkeit sorgen. Zwar sind die Hintergrundgeräusche auf den Rears in dem Zusammenhang eher diffus, aber dennoch wird eine tolle Klangkulisse erzeugt. Abgesehen davon ist die Abmischung sehr natürlich, klar und dynamisch ausgefallen, so dass auch die Dialoge stets sehr gut verständlich bleiben. Der Soundtrack ist dabei das Glanzstück des Filmes, wobei es sich ohnehin empfiehlt sich diesen separat zuzulegen.

Making of (ca. 27 Min.)
Interview Arthur Cohn
Trailer „Die Kinder des Monsieur Mathieu“

Leider wurde nicht das komplette Bonusmaterial der DVD übernommen. Neben dem tollen Booklet fehlt noch der Beitrag zur TV Sendung mit Johannes B. Kerner, bei der Produzent Arthur Cohn zu Besuch war, sowie dessen ca. 5 minütigen exklusiven Vorworte zur Begrüßung beim Einlegen der DVD. Übernommen wurden immerhin das Making of (in deutsch Untertitelt) sowie ein Interview mit Arthur Cohn. Ein Trailer zum Film selbst sowie weitere Trailer sind ebenfalls vorhanden. Ein Wendecover liegt selbstverständlich ebenfalls mit bei.

"Die Kinder des Monsieur Mathieu" ist ein wunderbar schönes, herzeergreifendes und emotionales Drama, das auch nach 10 Jahren den Zuschauer packt, fesselt und berührt. Der Blu-ray Transfer bietet im Vergleich zur DVD gerade in Punkto Bild und Ton eine deutliche Verbesserung. Beim Bonusmaterial fehlen zwar 2 Beiträge, aber ein Upgrade lohnt sich dennoch.
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TOP 1000 REZENSENTam 6. Juni 2006
... die entdeckt werden wollen - das sind die Jungen des Internates für Schwererziehbare, das den Namen Fond de l'Étang trägt. Das erste, was der neue Aufseher und Lehrer Clément Mathieu in seiner Schule kennen lernt ist, dass seine neuen Schützlinge jede Menge Unfug im Kopf haben. Dennoch glaubt er an das Gute in ihnen und gibt sie trotz einiger Rückschläge im Laufe seiner ersten Wochen im Fond de l'Étang nicht auf. Er entdeckt sogar etwas, was sie besonders gut können, nämlich Singen. Endlich hat der verkannte Komponist sowohl eine Möglichkeit gefunden, an die Kinder heranzukommen, als auch seine zum Teil selbst komponierten Werke "singen" zu lassen. Durch die Schule, in der bisher das Motto "Aktion-Reaktion" herrschte, geht quasi ein Ruck. Selbst den cholerischen und seinen Beruf hassenden Schulleiter erfasst letzten Endes die veränderte Atmosphäre.

Letzteres erscheint zugegebenermaßen etwas irreal, aber ich denke nicht, dass der Film "Die Kinder des Monsieur Mathieu" Anspruch darauf erhebt, zu 100 Prozent realistisch zu sein. Er möchte uns träumen und fühlen lassen und dies ist ihm gelungen, wie auch schon so vielen französischen Filmen zuvor (man denke beispielsweise an "Die fabelhafte Welt der Amélie" oder "Mathilde - eine große Liebe"). "Die Kinder des Monsieur Mathieu" steckt voller Leichtigkeit, voller Überzeugung an das Gute und voller Gefühl. Wer würde nicht am liebsten den Schüler Pépinot unter den Arm klemmen und mit nach Hause nehmen, z. B. wenn er sagt "Ich kenn kein Lied, Monsieur!" (im französischen Original klingt es noch niedlicher: "Je ne sais pas de chonson!").

Kürzlich kam dieser Film bereits im TV und einige Bekannte haben sich durch den Titel "Musikfilm" abschrecken lassen. Aber auch gerade die Musik ist es, die den Film in seiner Wirkung unterstützt und unvergesslich machen lässt! Die Lieder - die mir inzwischen sogar schon ohne den Film eine Träne ins Auge steigen lassen - sind seitdem sicher nicht mehr wegzudenken. Auch deshalb war und ist dieser Film meiner Meinung nach eine große Bereicherung für die Menschheit!
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TOP 500 REZENSENTam 1. März 2012
"Sie haben als Anfänger natürlich noch Illusionen, mein Guter. Wir kommen in einer Woche darauf zurück." Das sind mit die ersten Worte, die Clément Mathieu hört, als er Anfang 1949 seine neue Stelle in einem Erziehungsheim für Kinder aus schwierigen Verhältnissen beginnt. "Aktion - Reaktion" ist die erklärte Erziehungsdevise der Anstalt: Auf jede Untat erfolgt eine Sanktion, die in der Regel auch mit körperlicher Gewalt und sozialen Einschnitten verbunden ist.
Monsieur Mathieu, der neue Pedell, tritt die neue Position zuversichtlich, mit Humor und vielen guten Vorsätzen an. Als die Jungs ihm als erstes die Tasche klauen, werden diese sehr schnell desillusioniert. Es sind keine einfachen Kinder, die man leicht gewinnen kann. Dennoch unterbricht Mathieu den strengen Grundsatz "Aktion - Reaktion" erstmals, denn die barbarischen Methoden widerstreben ihm. Das führt zum Erstaunen der Kinder und einer kurzen Unterbrechung des Kreislaufs. Dabei ist dies nicht so unrealistisch dargestellt, dass die Kinder sich um 180° wandeln, sondern oft nur kurz irritiert sind und dann auch wieder in alte Verhaltensmuster zurück fallen. Aber immerhin gibt es diese kurze Irritation, die immer wieder in kleinen Stücken auch dazu führt, dass die Kinder Vertrauen zu dem neuen Pedell aufbauen, der sich durch Humor, ein großes Herz und Menschlichkeit auszeichnet. Und dann startet er ein Experiment: Vielleicht kann die Musik, die er selbst so liebt und auch eigens komponiert, auch diesen jungen Menschen helfen. Und tatsächlich beginnt eine Veränderung einzusetzen: Die Disziplin bessert sich, die Kinder bekommen ein Gefühl für Zusammengehörigkeit, Gleichklang und an einem Strang Ziehen.
Den Direktor, der nur auf seine Karriere aus ist und dem die Schicksale der Jungen dabei herzlich egal sind, ändert es leider nicht. - Im Gegenteil, bezüglich des Chores hängt er wie gewohnt sein Fähnlein nach dem Wind, verbietet ihn intern, schmückt sich mit fremden Lorbeeren extern. Doch der Chor besteht weiter, notfalls sogar "im Untergrund" und die Jungen singen...
Und sicherlich macht diese Musik einen Großteil des Erfolgs des Films aus. Liebevoll komponiert und eingängig trägt sie den Film und bringt die Stimmen voll zur Geltung. Auch nach dem Film klingt sie im Zuschauer weiter. Als perfekt hätte ich es empfunden, wenn die deutsche Übersetzungen der Texte noch eingeblendet worden wäre, denn die Texte machen ebenfalls einen Teil der Faszination aus.

Die Geschichte im Erziehungsheim rund um die Kinder und Monsieur Mathieu ist eingebettet in einen Rückblick, der erfolgt, als zwei ehemalige Schüler von dort aufeinander treffen. Dabei handelt es sich um den kleinsten Waisenjungen und Pierre, den der damalige Pedell als Solist entdeckt und motiviert hat. Dass dieser sich vor dem Rückblick nicht einmal an den Namen seines einstigen Förderers erinnern konnte, ließ mich anfangs doch etwas an der Geschichte zweifeln. Auch die Wendung, nachdem der Chorgesang ins Spiel kommt, ist etwas zu unrealistisch von Schwarz auf Weiß und von Böse auf Gut, hier gibt es keine Zwischentöne. Klammert man aber einmal die kleinen zu vernachlässigenden Schwachpunkte im Kontext des Gesamtkunstwerks aus, so kann man sagen: Der Film vermag es, den Zuschauer für seine Dauer in seinen Bann zu ziehen. Sieht man die grausamen und gleichgültigen Erziehungsmethoden der Vierziger-Jahre läuft einem ein Schauer über den Rücken. Sieht man den guten Pedell, keimt aber die Hoffnung. - Oder um es mit Clément Mathieus eigenen Worten zu sagen: "Man soll niemals nie sagen. Es gibt immer einen Grund für einen neuen Versuch."

Das ZUSATZMATERIAL bietet noch ein interessantes "Making of" (mit deutschen Untertiteln), ein Interview mit Produzent Athur Cohn, Informationen zu Darstellern und Crew, einen Ausschnitt aus einem Auftritt Arthur Cohn bei Johannes B. Kerner und natürlich weitere Filmvorschauen.
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am 14. Mai 2006
Ein wunderbares Kleinod über Menschlichkeit in einem unmenschlichen System, die kleinen Dinge des Lebens, die es erst so wertvoll machen, die ewige Suche nach einem kleinen bisschen Glück und nach Liebe und Nähe. Dazu die wundervolle Musik mit den tief berührenden Stimmen, allen voran natürlich Jean-Baptiste Maunier.

Was mich besonders fasziniert ist, dass es den Franzosen mal wieder gelungen ist diese schwere Thematik trotz allem mit der ihnen typischen Leichtigkeit zu verfilmen und somit dem Ganzen ein Abdriften ins Kitschige oder zu Rührselige ersparen. Es passiert einfach, ganz wie im richtigen Leben.

Wirklich ein Juwel der Filmgeschichte!
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