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am 4. Oktober 2004
Nach dem nunmehr dritten Kinobesuch möchte ich auch gerne einige Eindrücke zum Besten geben und diesen Film rezensieren:
"Der Untergang", dessen Regisseur Oliver Hirschbiegel im wahrsten Sinne des Wortes untergegangen ist - alles redet nur über Eichinger und Bruno Ganz, - ist ein in höchstem Maße beeindruckender Film. Er enthält Szenen, die - völlig ohne Worte - unglaublich dicht dargestellt und sehr bewegend sind. Die gewaltige Bunkeranlage mit ihrem Tunnelsystem bietet viel Atmosphäre, während in den Außenszenen der Häuserkampf von Berlin tobt. Doch Kampfszenen sind auf ein Minimum zurückgefahren, wichtigster Bestandteil des Films sind die unglaublichen schauspielerischen Leistungen; zwar wird Bruno Ganz es womöglich mit einer Oscarnominierung schwer haben, aber verdient hätte es diese Leistung auf jeden Fall!! Er zeigt Hitler als Menschen, ja, aber dieser Mensch bleibt einem unentwegt fremd: Das dramatische Verlusterlebnis, das es immer beim Tod von Hauptfiguren gibt, setzt in seinem Fall nicht ein! Und dennoch spielt Ganz sich in Hitlers cholerischen Wutausbrüchen wortwörtlich die Seele aus dem Leib. Daneben spielt die 25-jährige Alexandra Maria Lara einen entscheidenden Part, nämlich Traudl Hums (die spätere Traudl Junge), Hitlers Sekretärin: Durch ihre Augen nehmen wir ihre Sorgen, die Wirren, die letzte Hoffnung, die Faszination Hitlers, aber auch ihren Überlebenswillen wahr. Corinna Harfouch in der Rolle der Magda Goebbels spielt sensationell; sie redet nur wenige Worte, vermittelt aber eine eisige erhabene Kälte, eine ganz beeindruckende Präsenz vor der Kamera. Es ist allerdings fast schon unfair, nur diese Rollen hervorzuheben - alle, wirklich alle spielen ausgesprochen gut und eindringlich; ein in jeder Hinsicht erstklassiges Ensemble!!!!
Der Film selbst basiert auf Joachim Fests Buch "der Untergang", das die letzten Tage des Regimes beschriebt, sowie Traudl Junges Lebensbericht "Bis zur letzten Stunde". Allerdings hat Bernd Eichinger ein fantastisches Drehbuch daraus gemacht und mit Hirschbiegel einen Regisseur verpflichtet, der ein gutes Gefühl für dunkele "Kelleratmosphäre" hat, was er in "das Experiment" bewiesen hatte.
Die in einigen Fällen nicht allzu positive Kritik an diesem Film erscheint völlig unverständlich, man fragt sich, ob diese Stimmen den Film tatsächlich in voller Länge gesehen hatten, ich möchte es bezweifeln. Der grausame Nihilismus der feigen Naziführung ist allerbestens dargestellt. Die Schauspieler füllen die Rollen mit Leben, sie werden dennoch nicht greifbar und bleiben einem in ihrer Grausamkeit (Hitler), in ihrer Kälte (Magda Goebbels), in ihrem Wahn (Joseph Goebbels) und in ihrer Verblendung (Eva Braun) doch sehr fremd. Trotz aller unermesslicher Schandtaten waren dies Menschen und man darf der Geschichtsaufarbeitung Eichingers dankbar sein, dass ihm ein Maß an Psychologie gelungen ist und der Film in kein Schwarzweißgemälde verfällt.
Endlich mal wieder ein wirklich hervorragender DEUTSCHER Film, endlich ein Beitrag aus diesem Land zu seiner eigenen Geschichte, der in guten Einblick in die Führungsriege erlaubt. Es ist schön zu wissen, dass auch in Deutschland noch große Filme gemacht werden können.
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am 18. Dezember 2005
Über den Film braucht man keine Worte zu verlieren, eine ganz ausgezeichnete, historisch korrekte Darstellung der letzten zehn Tage im Führerbunker mit einem in einem brillianten Ensemble über sich hinauswachsenden Bruno Ganz. Dem Film gelingt es in beeindruckender Weise, die apokalyptische Atmosphäre dieser "letzten Tage" authentisch wiederzugeben. Pauschallob dafür an Regie, Kamera, Musik und Produktionsdesign.
Jetzt zur Downside, und das ist die Bild- und Tonqualität dieser Extended Edition DVD, die weit unter der der DVD mit der Originalkinofassung liegt. Die Extended Version DVD entspricht nicht annähernd dem Qualitätsniveau, das von DVD Veröffentlichungen neuer Filme erwartet werden kann. Das Bild ist durchgehend verrauscht, was
vor allem bei dunklen Szenen ausgesprochen störend wirkt. Man hat hier offensichtlich die ARD Abtastung fürs Fernsehen 1:1 übernommen anstatt die neueingefügten Szenen auf ähnlich hohem Niveau zu mastern, wie die ursprüngliche Kinofassung. Der Ton ist ebenfalls auf Fernsehniveau im schlechtesten Sinn. Das liegt nicht nur am Format (Dolby Digital 2.0 anstatt DD 5.1. bzw dts 5.1). Man kann auch mit Stereosurround einen sehr guten Ton machen, da gibt es viele Beispiele dafür. Hier ist der Ton wie tot, das liegt in erster Linie an der Abmischung und nicht am Format.
Ich habe beide Versionen auf DVD und es tut mir auch nicht leid, dass ich zusätzlich zur Originalfassung auch noch die Langfassung gekauft habe. Allerdings sei Leuten, die das Geld nur einmal ausgeben wollen und die auf Bild-und Tonqualität wert legen, die DVD mit der Kinofassung ans Herz gelegt, zumal die zusätzlichen Szenen den Film nicht wirklich aufwerten, teilweise stören sie sogar das Pacing des Films, etwa die Szene mit den Rotarmistinnen. Die DVD mit der Originalfassung bietet exzellente Bild- und Tonqualität und auch bei den Extras braucht die 2-Disk Ausgabe den Vergleich mit der 3-Disk Extended Version nicht zu scheuen.
Fazit: Dem Käufer sei die Kinofassung empfohlen
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am 19. März 2005
Mir stellte sich spontan die Frage: Kann man Hitler überhaupt verfilmen? Ist es möglich, diese Bestie in Menschengestalt glaubhaft zu spielen? Ein begründete Frage, wegen der Hitler in bisherigen filmischen Auftritten meist nur kurz oder von hinten zu sehen war. Ich persönlich habe es bisher nur sehr selten erlebt, dass ein Schauspieler derartig mit seiner Rolle verschmolz, dass ich nur noch die Figur und nicht mehr den Schauspieler sah. Was Bruno Ganz hier jedoch abliefert, raubt einem schier den Atem und stellt die Leistungen seiner Kollegen um Längen in den Schatten.
Sein Hitler ist in Punkto Aussehen, Verhalten und Sprechweise nicht mehr vom seinem Vorbild zu unterscheiden. Wenn man es sich nicht ständig vor Augen halten würde, man könnte glatt vergessen, dass es sich um einen Schauspieler handelt. Kein Wunder, dass Ganz die Dreharbeiten zwischendurch abbrechen wollte, da die notwendige Identifikation mit der Rolle, soweit das in diesem Zusammenhang überhaupt möglich ist, für ihn zu stark geworden war: Man kann niemanden spielen, den man nur hasst.
Dennoch, trotz der grenzenlosen Nähe durch das „Was", die hier auf diese Weise gegeben ist, besteht weiterhin eine grenzenlose Distanz zu Hitler, denn das „Warum" kann auch Ganz nicht beantworten.
Einige werden dem Film ankreiden, er lasse zu viele zu wichtige Dinge aus, z.B. die Judenvernichtung werde völlig außen vor gelassen. Doch genau das will der Untergang nicht sein, ein weiterer Film, der das Leiden der Opfer zeigt. Trotzdem gibt es zumindest eine Anspielung: Wenn Magda Goebbels (unbeirrbar fanatisch gespielt von Corinna Harfouch) kaltblütig Mord an ihren sechs unschuldigen Kindern begeht, weil sie sie nicht in einem Land ohne nationalsozialistischen Gedanken aufwachsen lassen möchte, dann ist das Holocaust im Kleinformat.
Begeistern konnte mich der Untergang auch auf technischer Ebene: Die meisten deutschen Filme erkennt man bereits an ihrer Bild - und Tonqualität, die IMO einfach nicht mit der der Traumfabrik mithalten kann. Ganz anders hier: Ich habe selten eine nicht-amerikanische Produktion gesehen, die mit soviel Aufwand daherkam. Und auch Bild und Ton lassen nichts zu wünschen übrig, bei dem permanenten Donnergrollen im Hintergrund und den vielen Kulissen zerstörter Gebäude habe ich mich streckenweise an Der Soldat James Ryan erinnert gefühlt.
Den Kritiken, Produzent Bern Eichinger habe hier zu vieles zu verarbeiten versucht und somit am Ende viel halbes, aber nichts ganzes erzielt, kann ich in keinster Weise zustimmen. Meiner Ansicht nach wird der Film in jeder Hinsicht seinem Titel gerecht und zeigt zudem noch den Wahnsinn „hinter den Kulissen", von der beispiellosen Darstellung Hitlers ganz zu schweigen.
Fazit: Ein Must-Have für jeden!!!
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Um von Anbeginn weg gleich Klarheit zu schaffen: Der Film ist KLASSE und darf eigentlich an niemandem spurlos vorübergehen - deshalb auch klare 5 Sterne!!

ABER: Wer sich die DVD zulegt, sollte gleich zur ausführlicheren 3- oder 2-DVD-Version greifen!
Ich habe den Streifen bereits im Fernsehen gesehen, wo er - in 2 Teile aufgesplittet - gezeigt wurde. Ich habe diese auch auf Videokassette aufgezeichnet. Natürlich habe ich mir auch sofort die DVD zugelegt und griff - wie's als Student halt so ist - zur billigsten Version. Nun bereue ich das aber etwas, da gut 10 bis 20 Minuten des Originals auf dieser DVD einfach fehlen - meiner Meinung nach gerade Szenen, die sehr tief unter die Haut gegangen sind... Bei der ersten weggeschnittenen Szene handelt es sich um einen Dialog zwischen Hitler (von einem hervorragenden Bruno Ganz verkörperlicht) und Eva Braun, wo Hitlers menschliche Seite sehr gut zum Vorschein kommt.
Die zweite, hier entfallene Szene, zeigt wie ein Kind des "Volkssturmes" (das letzte Aufgebot des Regimes, bestehend aus alten Männern, Frauen und Kindern) einen Sowjetsoldaten erschießt, nachdem dieser auf russisch gesagt hatte, er würde nicht gegen Kinder kämpfen (was der Junge natürlich nicht vertsanden hatte...).
Ich bin mir außerdem nicht ganz so sicher, ob nicht auch noch andere Kleinigkeiten fehlen, denn soweit ich mich erinnern kann, betrug die Gesamtspielzeit der Fernseh-version tatsächlich knappe 3 Stunden, während die Einzel-DVD gerade mal mit 2enhalb Stunden am Ende angelangt ist...

Nichtsdestotrotz ist es natürlich trotzdem ein Klasse-Film, der den bestgespielten Adolf Hitler aller Zeiten zeigt. Auch alle anderen Rollen wurden großartig besetzt!

Natürlich ist das Thema an sich bedrückend, nahe gehend, teilweise auch ekelerregend, aber (leider) ist dies (nur ein kleiner Teil) Menschheitsgeschichte, der wohl gar nicht so verabscheuend gezeigt werden kann, als dass er der Realität gerecht werden könnte.

Was mir persönlich sehr an "Der Untergang" gefällt ist die hervorragende Auswahl der Schauspieler bezüglich Aussehen, Statur etc. Die Gesichter der Darsteller kommen den Originalen verblüffend nahe - was ich hier als Lob verstanden wissen will!
Ein absolutes Highlight ist natürlich die Verkörperung Hitlers durch Bruno Ganz, der wirklich das Letzte aus sich herausgeholt hat! Er hat es geschafft, einen stellenweise bemitleidenswerten, kranken, (ge)alte(rte)n Mann zu spielen, dem es egal war, wenn mit ihm noch Millionen andere in den Tod gehen sollten...

Wahrscheinlich zahlt es sich, aus oben genannten Gründen, wohl tatsächlich aus, die ausführlicheren DVD-Versionen zuzulegen... Da auch diese um 13 Euro angeboten werden, kann man da ruhigen Gewissens zugreifen... "Der Untergang" ist ein echtes Schnäppchen - vielleicht derzeit sogar das größte am Markt!!
UNBEDINGT anschaffen - denn ich denke, dass der Preis für diesen Streifen in den nächsten Jahren rapide nach oben steigen wird...

KLARE 5 Sterne für den Film, aber nicht für diese Version!!
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NR. 1 HALL OF FAMEam 11. Oktober 2004
Im Eingang diversester Filmrezensionen stand mit der Veröffentlichung von "Der Untergang" wiederholt die Frage: Darf man? Darf man überhaupt (noch dazu in Deutschland, mit einem deutschen Regisseur, einem deutschen Produzenten) sich dieses Themas bemächtigen?
Die Filmgeschichte zeigt uns: Man darf. Genug oft wurde, meist recht klischeehaft, die Persönlichkeit Adolf Hitlers filmisch thematisiert, inszeniert, oder gar karikiert - wie bei Charlie Chaplin's "The Great Dictator". Doch von dieser schwarzen Komödie mal abgesehen - die als Meisterwerk ihren Stellenwert in der Filmgeschichte Platz gefunden hat - waren die Ergebnisse des Versuchs einer Hitler-Biografie meist klischeehaft verfärbt, historisch verfärbt, oder schlichtweg pauschalierend-verzerrt, um nur ja den Führer als "Monster" darzustellen, damit es auch das dümmste Kind begreift.
Produzent Bernd Eichinger und Regisseur Oliver Hirschbiegel wollten nun einen Neuzugang wagen - und die Figur Adolf Hitler aus einer völlig neuen Perspektive zeigen. Natürlich nutze man zu einem gewissen Grad die gesellschaftliche und mediale Präsenz der Thematik, die, von Autoren wie Jörg Friedrich, zweiter Weltkrieg, Nationalsozialismus, Bomben auf deutsche Städte, etc. zu verkaufsträchtigen Themen stilisiert haben; aber angesichts eines Produktionsbudgets von 12 Mio Euro ist es schon verständlich, nicht nur einen guten, sondern auch an den Kinokassen erfolgreichen Film abzuliefern.
Gestattet die filmische Inszenierung "Der Untergang" als packende Geschichte zu verfilmen, die von den letzten Tagen des 'tausendjährigen Reichs' Zeugnis ablegt, und den 'Führer' als von Krankheit gezeichneten Mann, zwischen 'gutem Onkel' und 'judenhassendem Monster' wandelndes Individuum präsentiert; als Geschichte aber auch, die nicht anklagt, sondern schlichtweg darstellt?
Soll aber auch heißen: Nach welchen Maßstäben soll man einen Film wie "Der Untergang" bewerten - sofern hier eine Bewertung, im Sinne von Sternen, Punkten oder Prozenten überhaupt legitim (moralisch) ist?
Rein von der Inszenierung her, der Intensität seiner Bilder, ist "Der Untergang" mit Sicherheit einer der ausgereiftesten Filme, die in Deutschland seit der Nachkriegszeit produziert wurden. Und auch die Umsetzung der Geschichte weiß zu überzeugen: "Der Untergang" ist da wörtlich zu nehmen, ist zum greifen nah, stets präsent, im Führerbunker der zur letzten Festung für die Letzten an den 'Endsieg' glaubenden, engsten Mitarbeiter Adolf Hitlers wird. Die Angst liegt wie eine bleierne Last in den engen Räumen, menschlicher Wahnsinn und unmenschliche Grausamkeit liegen in ihren letzten Zuckungen, während in den verwüsteten Straßen von Berlin das letzte Gefecht begonnen hat, auch ein Gefecht gegen die eigene Bevölkerung, gegen Dessateure, Alte, Kranke: Der Wahnsinn menschlicher (verzweifelter) Abgründe zeigt seine schwärzeste (makaberste) Seite - wozu ist der Mensch fähig, wenn Wahnvorstellungen sich in die letzten Ritzen der klaustrophobischen Enge eines Bunkers verkriechen? So realistisch, wie Iflandring-Träger Bruno Ganz Adolf Hitler 'darstellt', aber auch Corinna Harfouch als Magda Goebbels (gnadenlos und eiskalt jene Szene, als sie ihre Kinder vergiftet). Da verschwimmen die Grenzen des Schauspiels, da überfällt einen das blanke Entzetzen, und wenn die Goebbel'schen Kinder zum 'Onkel Adolf' drängen, das Mitgefühl. Das ist Kino in seiner pursten Form, die intimsten Momente des Films sind seine Stillen, und die berührendsten liegen in der Ruhe des Führerbunkers, wenn die Granateneinschläge nur als fernes Donnern zu hören sind.
Regisseur Oliver Hirschbiegel begann seine Karriere mit dem ambitionierten TV-Projekt "Mörderische Entscheidung" - der von ARD, ZDF und ORF produzierte Fernsehfilm lief 1991 synchron auf zwei Fernsehkanälen, in der Version eins wurde die Kriminalgeschichte aus der Sicht des Killers, in der Version zwei aus der Sicht der Polizei geschildert. Nicht minder engagiert waren seine "Tatort" Filme, bis er mit "Das Experiment" internationale Aufmerksamkeit erzielte. Kompromißlosigkeit und Geradlinigkeit überforderten zwar das Mainstream-Publikum, filmisch waren es Werke von erster Güte. Oliver Hirschbiegel jedenfalls darf sich als absolutes Ausnahmetalent wähnen - und Deutschland kann gute Filme machen, wenn es will. Wolfgang Petersen, der mit "Das Boot" ein historisches Ereignis in einen Film von bleibendem Wert umsetzte, hat mit seinen neuen Werken 'Made in Hollywood' vielleicht kommerziell erfolgreiche Filme geschaffen, aber der Wert, der Inhalt? Und Roland Emmerich liefert ohendies zwar unterhaltsames (und technisch perfektes) aber inhaltlich anspruchsloses und amerika-patriotisches Mainstrem-Kino.
Nach "Der Untergang" soll jedenfalls niemand behaupten können, es gäbe keine Regietalente in Deutschland (mehr). Wer, wie Hirschbiegel, zu Kompromißlosigkeit und Risiko bereit ist, und den Mut besitzt, 'brisante' Geschichten filmisch zu thematisieren, wird auch international akzeptiert werden - und man sollte nicht den Fehler begehen, sich am 'Mainstream' zu orientieren, oder nach Amerika zu schielen. Das ist eine andere Welt.
Daher darf man nicht nur, man muß sich Themen wie diesem widmen. Konsequent, ehrlich, direkt.
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am 24. März 2012
Was Oliver Hirschbiegel (Rex, Das Urteil, Das Experiment) hier präsentiert ist eine Offenbarung und gleichzeitig eine Hommage an das deutsche Kino, an das gute deutsche Kino. Thema : Der Untergang, der Untergang des deutschen tausendjährigen Reiches. Schon vorher wagte sich der Regisseur George Schaefer an das heikle Thema deutscher Geschichte heran.

Als Vorlage gilt in dieser Verfilmung von Constantin das Buch von Joachim Fest. Nun orientiert sich Echinger getreu an den Roman von Fest, schreibt gleichzeitig das unverkennbare Drehbuch. 13,5 Millionen € Budget hatte das Projekt, dato der drittteuerste deutsche Kinofilm. Was diesen Film ausmacht ist ohne Frage die Besetzung, so Eichinger.

Hauptdarsteller ist Bruno Ganz, der sich als Theater und Filmdarsteller bereits etabliert hat und so eine interessante Besetzung für diese doch sehr schwere Person ist. Bruno Ganz versetzt sich sozusagen in die Rolle des Diktators. Hirschbiegel sagte einmal "Bruno ganz ist Hitler". Dem kann ich und der Zuseher ohne Frage zustimmen. Außerdem fungiert Alexandra Maria Lara als Traudl Junge, Corinna Harfouch als Madga Goebbels, Ulrich Matthes als Joseph Goebbels, Thomas Kretschmann als Hermann Fegelein, Ulrich Noethen als Heinrich Himmler und Heino Ferch als Albert Speer. Kurz gesagt : die Deutsche Elite des Filmes.

Die letzten Tages des NS-Regimes kommen in einem komplett neuen Gewand über die Leinwand. Der Film ist nahezu ein Gesamtwerk : Die "Kostüme" sind alle perfekt, die Kamera ist einzigartig und das wie zuvor angesprochene Drehbuch ist einmalig.

"Der Untergang" hätte den Oscar ohne auch nur einmal nachzudenken verdient. Wäre das ein amerikanischer Film, wäre Ganz ohne Zweifel mit dem Oscar als bester Hauptdarsteller ausgezeichnet worden und noch viel mehr.

Die Blu-ray wiedergibt kristallklares Bild und einen wuchtigen Ton. Bei den Bomben-Explosionen kommt dies in einer Wucht rüber, dass man sich noch mehr in das Jahr 1945 hineinversetzt. An einigen kleinen Stellen ist ein Bildrauschen zu sehen, was jedoch nicht von großer Bedeutung ist.

Die Extras sind ebenfalls toll : Ein umfangreiches Making of, Interviews mit den Darstellern zu ihren Figuren, ein virtueller, netter Rundgang um den Bunker, Ein Blick hinter die Kulissen, Biografien und einen Audiokommentar von Benrd Eichinger
16:9, Deutsch DTS-HD 5.1/Hörfilm Dolby Digital 2.0
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am 7. Oktober 2004
Nach dem nunmehr dritten Kinobesuch möchte ich auch gerne einige Eindrücke zum Besten geben und diesen Film rezensieren:
"Der Untergang", dessen Regisseur Oliver Hirschbiegel im wahrsten Sinne des Wortes etwas untergegangen ist - alles redet nur über Eichinger und Bruno Ganz, - ist ein in höchstem Maße beeindruckender Film!!! Er enthält Szenen, die - völlig ohne Worte - unglaublich dicht dargestellt und sehr bewegend sind. Die gewaltige Bunkeranlage mit ihrem Tunnelsystem bietet viel Atmosphäre, während in den Außenszenen der Häuserkampf von Berlin tobt. Doch Kampfszenen sind auf ein Minimum zurückgefahren, wichtigster Bestandteil des Films sind die unglaublichen schauspielerischen Leistungen; zwar wird Bruno Ganz es womöglich mit einer Oscarnominierung schwer haben, aber verdient hätte es diese Leistung auf jeden Fall!! Er zeigt Hitler als Menschen, ja, aber dieser Mensch bleibt einem unentwegt fremd: Das dramatische Verlusterlebnis, das es immer beim Tod von Hauptfiguren gibt, setzt in seinem Fall nicht ein! Und dennoch spielt Ganz sich in Hitlers cholerischen Wutausbrüchen wortwörtlich die Seele aus dem Leib. Daneben spielt die 25-jährige Alexandra Maria Lara einen entscheidenden Part, nämlich Traudl Hums (die spätere Traudl Junge), Hitlers Sekretärin: Durch ihre Augen nehmen wir ihre Sorgen, die Wirren, die letzte Hoffnung, die Faszination Hitlers, aber auch ihren Überlebenswillen wahr. Corinna Harfouch in der Rolle der Magda Goebbels spielt sensationell; sie redet nur wenige Worte, vermittelt aber eine eisige erhabene Kälte, eine ganz beeindruckende Präsenz vor der Kamera. Es ist allerdings fast schon unfair, nur diese Rollen hervorzuheben - alle, wirklich alle spielen ausgesprochen gut und eindringlich; ein in jeder Hinsicht erstklassiges Ensemble!!!!
Der Film selbst basiert auf Joachim Fests Buch "der Untergang", das die letzten Tage des Regimes beschriebt, sowie Traudl Junges Lebensbericht "Bis zur letzten Stunde". Allerdings hat Bernd Eichinger ein fantastisches Drehbuch daraus gemacht und mit Hirschbiegel einen Regisseur verpflichtet, der ein gutes Gefühl für dunkele "Kelleratmosphäre" hat, was er in "das Experiment" bewiesen hatte.
Die in einigen Fällen nicht allzu positive Kritik an diesem Film erscheint völlig unverständlich, man fragt sich, ob diese Stimmen den Film tatsächlich in voller Länge gesehen hatten, ich möchte es bezweifeln. Der grausame Nihilismus der feigen Naziführung ist allerbestens dargestellt. Die Schauspieler füllen die Rollen mit Leben, sie werden dennoch nicht greifbar und bleiben einem in ihrer Grausamkeit (Hitler), in ihrer Kälte (Magda Goebbels), in ihrem Wahn (Joseph Goebbels) und in ihrer Verblendung (Eva Braun) doch sehr fremd. Trotz aller unermesslicher Schandtaten waren dies Menschen und man darf der Geschichtsaufarbeitung Eichingers dankbar sein, dass ihm ein Maß an Psychologie gelungen ist und der Film in kein Schwarzweißgemälde verfällt.
Endlich mal wieder ein wirklich hervorragender DEUTSCHER Film, endlich ein Beitrag aus diesem Land zu seiner eigenen Geschichte, der in guten Einblick in die Führungsriege erlaubt. Es ist schön zu wissen, dass auch in Deutschland noch große Filme gemacht werden können.
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am 20. August 2006
Ich habe von diesem Film kein 100% korrektes Geschichtswerk erwartet, denn dann wird man immer enttäuscht. Stattdesen hoffte ich auf ein Stimmungsbild. Diese Erwartung wurde voll erfüllt.

Die schaupielerischen Leistungen sind wirklich beachtlich (erst recht für eine Deutsche Produktion) und tragen die Atmosphäre hervorragend weiter.

Ich finde es wichtig, dass Hitler und seine Schergen menschlich dargestellt werden, denn das waren sie. Für mich ist die Hauptbedrohung des Faschismus, dass es keine unmenschlichen Monster braucht, damit er entsteht. Faschismus bedient sich ganz gewöhnliche menschlicher Gefühle und Verhaltensmuster. Wer die Täter des 3. Reiches leichtfertig zu andersartigen Monstern macht, verdrängt, dass 99% (d.h. du und ich) wahrscheinlich genauso gehandelt hätten.

Die Vegetarier-Diskussion finde ich geradezu lächerlich. Als wäre es ein Makel der Esskultur, dass Hitler sich dazu bekannt haben soll. Ich denke, die Aussage wird im Film nur beiläufig von einer Nebenrolle gemacht - jemand, der vielleicht auch nur der Goebbels'schen Propaganda vom asketischen Führer erlegen war. Dass Hitler im Film meist vegetarisch isst, lässt sich gut damit erklären, dass er einen ohnehin sehr empfindlichen Magen hatte und sich deshalb in seiner schlechten körperlichen Verfassung erst recht weitgehend vegetarisch ernährte. Damit könnte man die unterschiedlichen Aussagen der Biografen und Leibärzte harmonisieren. Dazu würde passen, dass seine "Henkersmahlzeit" fleischhaltig aussah (er würde ja nicht lange genug leben, um Magenbeschwerden zu bekommen.)

Ich bin Mitglied einer vom NS-Regime hart verfolgten Minderheit. Man kann mir daher schwer NS-Sympathien vorwerfen. Aber ich Hasse sie auch nicht. Im Krieg gibt es fast nur Opfer, doch während Hitler als verbitterter, hoffnungsloser und manisch-depressiver Mensch, der Millionen Menschen für einen gescheiterten Plan opferte, letztlich einen feigen Selbstmord beging, sind meine Leute mit reinem Gewissen und Überzeugung in den Tod gegangen.

Vielleicht ist das schwer nachzuvollziehen, aber wenn ich mir den Untergang dieser (geistig und moralisch) armseeligen Kreaturen ansehe, die damals die Elite unseres Landes darstellten, ist ein aufrechter Tod im KZ nicht die schlechteste Alternative.
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am 21. Dezember 2005
Da ich es versäumt hatte mir den Film im Kino anzusehen habe ich mir diese DVD gekauftund legte sie mit einer gewissen Skepsis in meinen DVD-Player. Zwar hatte ich von aus Fachzeitschriften und von Bekanten schon sehr viel positives gehört, jedoch kannte ich viele andere Filme über das 3.Reich und war von den wenigsten überzeugt. Ich machte es mir also an einem Abend auf dem Sofa bequem, hatte das Licht gedemmt und drückte gespannt auf "Play".
Ich war von der 1. Minute an gefesselt, mitgerissen und zugleich erschüttert. Ich habe den 2. Weltkrieg zwar zum Glück nicht selbst aktiv miterleben müssen, jedoch habe ich mir in den letzten Jahren meiner Meinung nach soviel Wissen darüber angeeignet, dass ich folgendes beurteilen kann.
Der Film schildert die damalige Zeit sehr realistisch und korrekt und ich finde es schade, dass manche Bewerter ihm dieses vorwerfen. Ich gebe zu, dass der Film einer Dokumentation sehr ähnelt und vielleicht als eine Mischung zwischen Dokumentation und Spielfilm betrachtet werden kann. Dies sehe ich jedoch keineswegs negativ, da es für mich wichtig ist, das Geschehen von damals so genau es möglich ist zu begreifen und ich es schade Finde, wenn in manchen Film über ähnliche Themen sehr viel erfunden und gelogen wird um den Unterhaltungswert zu steigern.
Bei den Schauspielern merkt man, dass sie sich anscheinend sehr gut auf ihre Rollen vorbereitet haben und ein sehr ausgeprägtes Können besitzen. Besonders sticht dabei Bruno Ganz hervor, der Adolf Hitler authentisch und dabei nicht zu extrem (in beide Richtungen gemeint) spielt. Adolf Hitler wird keineswegs als nett oder sympathisch dargestellt, jedoch auch nicht als Mensch, der seine Mitarbeiter, Freunde..... pausenloas anschreit. Denn dies ist wirklich niht der Fall gewesen. Besonders gut spielt Herr Ganz die Tobsuchtanfälle Hitlers, die auch orginalen Reden des echten Hitlers sehr ähneln.
Ich betrachte "Den Untergang" als einen überdurchschnittlich gelungenen Film`. Davon überzeugt war ja auch eine neutrale europäische Jury, die den Film bei der Oscar-Verleihung als besten Nicht-englischsprachigen Film ins Rennen geschickt hat. Ich bedaure sehr, dass die gesamte Film-Crew nicht mit diesem Preis ausgezeichnet worden ist.
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am 8. Januar 2016
Der umstrittene Film zeigt die letzten Tage von Adolf Hitler und seinem Gefolge im Bunker in Berlin, das bereits vollständig eingekesselt ist. Bald schlagen die ersten Artilleriegranaten in der Stadt ein, von den Detonationen wird auch der Bunker gelegentlich erschüttert.
Der Film endet mit dem Selbstmord von Hitler und Eva Braun, kurz darauf der Tod der Familie Goebbels.
Hitlers Sekretärin Traudl Junge kann durch den Ring der Siegertruppen fliehen, als Hauptfigur neben Hitler wirft der Film aus ihrer Sicht ein fiktionales Bild auf die Ereignisse.

In Kritiken wurden sachliche Fehler kritisiert, die m.E. nicht schwerwiegend sind. Giftkapsel oder Schuß durch den Kopf, das Ergebnis zählt.
Schwerwiegender wiegt die Kritik, das einzelne Personen, auch Hitler, zu sehr beschönigt oder verharmlost würden. Gerade was Adolf angeht, teile ich diese Kritik nicht. Ich habe erst vor einigen Tagen Margarethe von Trottas Film über Hannah Arendt gesehen, in dem in Bezug auf Adolf Eichmann und seinen Prozess in Israel der Ausdruck "Banalität des Bösen" kreiert wurde. Egal wie authentisch oder raffiniert vorgetäuscht Eichmannns Aufrerten war, wir verdanken Hannah Ahrend die Erkenntnis, das ein Verbrecher wie er eben nicht das Monster war, das man dann ja eigentlich schon auf den ersten Blick hätte erkennen können, sondern dass es ausreichte, ohne zu denken, was Hannah Ahrendt einen kritischen inneren Dialog definierte, in strenger Pflichterfüllung unter Berufung auf Gesetze und Befehle zu handeln, egal was die Konsequenzen dieses Handelns sind.
Und so wird auch Hitler nicht nur als "Giftzwerg", keifendes und gefühlloses Monster dargestellt, sondern als Mensch, der in der Menge untergehen könnte, der charmant sein konnte. Hitler hat, ohne seine schreckliche Rolle in der Geschichte verharmlosen zu wollen, wie viele vergleichbare Personen eine menschliche Seite gehabt und war nicht die Mensch gewordenen Gestalt der Summe aller schrecklichen Eigenschaften, die Menschen , und wenn man daran glaubt, wie der Teufel haben können. Er hat die "Rassenhygiene", den Wahn der Überlegenheit der arischen Rasse, den Sozialdarwinismus mit der Rechtertigung des Recht des Stärkeren, der sich in der Natur durchsetzen und Schwächeres ausmerzen müsse, nicht erfunden, und genausowenig Antisemitismus. Er wurde durch die Krise der Weimarer Republik an die Macht gespült, unterstützt durch zahlreiche Helfer wie seinen Chefdemagogen, den Propagandaminister Josef Goebbels, und wieviele Industrielle verdanken ihm ihren Reichtum.
Auch hat nicht er ALLEINE 6 Millionen Juden in den KZs sterben lassen, Massenerschießungen und andere Gräueltaten wurden auch außerhalb der Lager nicht nur von der SS begangen, auch "normale" Menschen haben ohne Not aus materieller Gier Juden verraten und ans Messer geliefert oder selbst umgebracht, nicht zu vergessen auch über 100.000 Sinti und Roma, "minderwertiges" Leben, Kommunisten und andere politische Gegner. Er hat den Weg gebahnt, die verbreitete Abneigung gegen Juden kanalisiert, er war Repräsentant einer politischen diktatorischen Ordnung, Teil eines Systems, wie dies auch für Stalin oder Mao gilt. Er war das Gesicht einer Ideologie, nicht der fast allmächtige Böse. Das soll ihn nicht entschuldigen, aber es ist fehlerhaft, Geschichte auf einzelne Personen zu reduzieren.

Die letzten Tage im Bunker zeigen, von Bruno Ganz als Hitler grandios gespielt, einen bald gebrechlichen Mann mit Hemiparkinson (Schüttellähmung des linken Armes), der den Bezug zur Realität verloren hat. Wie auf die Raketen setzt er auf die Fähigkeit der Me 262, ernennt einen Luftwaffengeneral zu Himmlers Nachfolger, der mit über Tausend Strahlbombern eine neue Luftwaffe aufbauen werde, wo wahrscheinlich schon seit längerer Zeit kein deutsches Kampfflugzeug in der Luft war. Er wartet auf den Angriff der "Gruppe Steiner", beugt sich über Karten, die mit roten Pfeilen den sich dem Zentrum Berlins nähernden Ring zeigen und spinntisiert permanent über die Dritte und Neunte Armee, die den Gegner in einer mächtigen Zangenbewegung zwischens sich zerquetschen würden. Fast alle hohen Generäle wie Jodl und Feldmarschall Keitel sehen die Lage realistisch hoffnungslos, fühlen sich aber ihrer Gehorsamspflicht gegenüber dem Führer und dem Eid verpflichtet oder verstecken sich dahinter, niemand hat den Mumm, dem sinnlosen Treiben ein Ende zu setzen.

Gezeigt wird, wie der Irrsinn auch auf andere Menschen im Bunker Macht gewinnt, es wird gesoffen, Feste werden gefeiert, Selbstmordmethoden mit Gift (Zyankali) oder Kopfschuss diskutiert, besondere Günstlinge haben von Hitler, der sich von fast allen Weggefährten verraten sieht, persönlich Ampullen in kleinen Metallröhrchen erhalten.

Neben Hitler und seinen Schergen sehen wir besonders Traudl Junges Erleben der Zeit von November 1942, als sie noch in der Wolfschanze engagiert wurde. wie sie Hitler als höflich und charmant erlebte, dann die Zeit im Bunker der Reichshauptstadt, sie verehrt ihn noch immer, aber wiederholt sehen wir, wie die von Alexandra Maria Lara vorzüglich als Naivchen dargestellte hübsche junge Frau nur durch ihre Augen zeigt, welches Entsetzten sie empfindet, wenn er einen seiner Wutanfälle hat und schrecklichste Drohungen ausstößt.

Beruhend auf dem Buch des Historikers Joachim Fest und sicher den Erinnerungen von Traudl Junge ist in erster Linie ein vorzüglich inszenierter und mit vielen der besten deutschen Darstellern gespickter beeindruckender Spielfilm und ganz und gar keine Dokumentation entstanden. Zurecht wird moniert, dass der SS-Mann und Vorzimmer -Zerberus Rochus Misch (Heinrich Schmieder), zur Zeit des Drehs noch lebender engster Zeitzeuge, nicht bei Gestaltung des Filmes gehört wurde. Wir sehen Hitler, der den Bezug zur Realität fast völlig verloren hat, Joseph und Martha Goebbels als die letzten glühenden Anhänger, Martha als Frau, die sich ein Leben ohne Nationallsozialismus nicht vorstellen kann und deshalb ihre 6 Kinder mit einem Schlafmittel einschlafen lässt und ihnen dann eine Giftkapsel zwischen die Kiefer steckt und diese zusammendrückt. Von sonst vielen Getreuen wie Göring verlassen sind da noch die Speichellecker von der obersten Generalität, die sich zum Teil selbst umbringen und wie schon geschildert hinter soldatischem Gehorsam verstecken, was sie in den Nürnberger Prozessen nicht vor dem Tode bewahrt hat. Zusätklich das Leid der Zivilbevölkerung, die sich unter Lebensgefahr in der Stadt bewegen muss, einen Volkssturm, der den regulären Truppen eher in der Schussbahn steht und Schergen, die bis zuletzt noch Jugendliche und alte Männer wegen Fahnenflucht hinrichten, eifrig werden noch Eiserne Kreuze verteilt und Hitlerjungen vom Führer über den Kopf gestreichelt.

Mit beeindruckenden Darstellern, über einem Dutzend großartiger Stars und authentisch wirkender Kulisse und Zerstörung des Zentrums durch Artillerie, deren Einschläge die Subwoofer-Membran fast ans Tanzen bringt, ist ein außergewöhnlicher, erfolgreicher und auch ins Oscar-Rennen geschickter Unterhaltungsfilm über ein historisches Ereignis entstanden, der nicht mit einem Dokumentarfilm verwechselt werden darf, ich sehe auch nicht, dass "Der Untergang" diesen Anspruch an sich erhebt, wie ihm auch vorgeworfen wird.

Die Bluray (Fernseh-und 20 Min. kürzere Kinoversion werden von Amazon mal wieder in einen Rezensionstopf geworfen, ich rezensiere die kürzere Version) bietet gut zweieinhalb Stunden großartige Unterhaltung mit einer Darstellerriege vom Feinsten.

Doc Halliday
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