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12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ich und Ich
Ein faszinierendes Kammerspiel hat Bergman hier entworfen. Die Story: Zwei Frauen, die eine schweigt, die andere plappert, verschmelzen während eines Aufenthalts in einem Ferienhaus zuerst zu einer Person oder Identität, in dieser Erkenntnis fällt die Maske, die am Ende wahrscheinlich wieder von beiden angezogen wird, aber nicht ohne den Augenblick der...
Veröffentlicht am 10. September 2007 von Ray

versus
3 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen keine lesbische Sorry, langweilig, reinste Psychologie
Ich habe mir den Film heute angeschaut und bin mir nicht ganz sicher was ich davon halten sol.
Zunächst bietet er in meinen Augen keinerlei lesbischen Inhalt, verstehe also auch nicht warum er in
diesem Bereich zu finden war.
Der Film begründet sich im Wesentlichen eigentlich auf die Selbstfiundungsphase einer Frau, welche nicht unbedingt
ihr...
Veröffentlicht am 16. Februar 2010 von Melanie Kerz


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12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ich und Ich, 10. September 2007
Von 
Ray "rayw260" (Rheinfelden) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Persona (DVD)
Ein faszinierendes Kammerspiel hat Bergman hier entworfen. Die Story: Zwei Frauen, die eine schweigt, die andere plappert, verschmelzen während eines Aufenthalts in einem Ferienhaus zuerst zu einer Person oder Identität, in dieser Erkenntnis fällt die Maske, die am Ende wahrscheinlich wieder von beiden angezogen wird, aber nicht ohne den Augenblick der nackten Wahrheit, Liebe und Hass zu durchleben, der die Zukunft beeinflussen wird.
Die beiden Schauspielerinnen liefern sensible Höchstleistungen ab, mitunter auch ein Verdienst der Weltklasse Kameraarbeit, dass die Geschichte zwischen Schein und Sein auch so suggestiv funktioniert.
Die Sequenz, in der die missglückten Muttergefühle von Elisabeth gedanklich im Raum stehen und ans Tageslicht kommen, Alma spricht, aber die Kamera zeigt nur Elisabeth, fast so als würde sie die Lebensbeichte ablegen - und nur in der Verschmelzung mit Alma ist diese Offenbarung möglich. Dieser Dialog wird direkt wiederholt, nur diesmal mit einer anderen Kameraeinstellung, die weniger traumhaft, sondern rationaler wirkt, spricht Alma wieder die gleichen Worte an Elisabeth, nur diesmal so als hätte sie deren tiefes Geheimnis aufgedeckt. Und die Kamera zeigt auf Alma...
Ich habe selten so eine faszinierend gute Filmszene gesehen...
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Lieblingsfilm Lieblingsfilm Lieblingsfilm!, 10. Dezember 2008
Rezension bezieht sich auf: Persona (DVD)
Dieser Bergman ist mein absoluter Lieblingsfilm (und konnte sich damit knapp vor Das Schweigen, Das Leben Der Marionetten und Das Schlangenei setzen) - wer, wie es ja manchem zu ergehen scheint, hier einen durchweg naturrealistischen Film erwartet, der hat Pech gehabt. Wer aber sich gerne mit dem Hintergrund der Geschichte auseinandersetzen möchte, der wird diesen Film lieben lernen. Ich hab ihn, nachdem ich ihn das erste mal gesehen hatte, ihn innerhalb einer Woche noch drei weitere Male angeschaut. Fotografisch erreicht sowieso kaum jemand je die Filme Bergmans, die "Dialoge" (hier eher Monologe), sind im Gegensatz zu sonst, würde ich sagen, sogar eher einfach gehalten. Es mag ein paar Minuten dauern, bis sich einem beim Sehen des Films ein Sinn erschließt, aber wenn man diesen gefunden hat, dann sitzt man nur noch überwältigt vor dem hoffentlich möglichst großen Bildschirm, auf dem man die fantastischen Bilder genießen kann.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unerreicht, 6. Februar 2008
Rezension bezieht sich auf: Persona (DVD)
Ingmar Bergman - der Gott des Kinos. Einer der wenigen, der je den Anspruch, des Filmemachens begriff, einer der wenigen, der den Sprung schaffte, vom Buch zum Kino, als ernsthaftes Kommunikationsinstrument, einer, der sozialphilosophisches Denken aus dem Kopf eines Ästheten auf die Leinwand brachte.
Der Anfänger weiß nicht wohin mit Augen und Ohren, zu unüberschaubar und riesig ist das Werk Bergmans. "Persona" aber zählt mit Sicherheit zu seinen erheblichsten, besten Filmen.
Stets ist mit einer Inhaltsangabe über einen Bergman-Film wenig gesagt. Man wird sich sogar, nachdem man die einleitenden Worte gelesen hat, beim Blick auf die ersten Minuten des Filmes, erschrocken umschauen, aufgrund der üblen Verstümmelung, die Worte angesichts jenes Meisterwerkes tun können. Man kann wenig sprechen über die schwarzweißen Fotografien zweier schöner Leidender, kann nur staunen und weinen über den wahrhaftigen, so treffenden Umgang mit den Figuren, über ihre Scharfzeichnung, die gerade ihrer exakten Konturen wegen die Möglichkeit der Wiedererkennung für fast jedes, leidende Wesen bietet - sofern es selbst sehen kann.
Man meint zu oft, Künstler aufgrund ihres hohen ästhetischen (und dadurch scheinbar ablenkenden) Anspruchs den übrigen Philosophen nicht gleichstellen zu dürfen. Dabei verschmäht die Philosophie jedoch Ansätze, die ihre philosophische und analytische Unschuld erhalten haben, da sie sich noch nicht in den Untiefen philosophischeer Formelrezitationen ertränkten. Ingmar Bergman gehört zu diesen Genies. Er wäre es wert, noch viel höher gelobt zu werden.
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nicht einfach nur ein Film, 23. Mai 2007
Rezension bezieht sich auf: Persona (DVD)
Diese Geschichte hat im eigentlichen Sinne keine Handlung. Persona ist nahezu ein reines Dialog-/Monolog-Werk. Die Spannung bei einem solch angelegten Film halten zu können, zeigt die ganz großen Meister des Filmemachens.

Persona ist sehr künstlerisch (zudem schwarz/weiß) gemacht und hat (bei Bergman selten anders) psychologischen Anspruch. Bergman schaut ganz tief und ziemlich genau in seine Figuren hinein. In seinem Film kehrt er das Innen seiner Figuren nach außen. Er zeigt den Menschen mit seinen Nöten, seinen Schwächen und Verletzbarkeiten, aber auch mit seiner Macht, die er über andere hat, eben gerade weil er auch selbst verletzbar ist.

Der Film hat einen unausweichlichen Sog, der den Zuschauer mitnimmt auf diese geradezu atemberaubende "Reise in das Innere der beiden Frauen", die mit beklemmender, manchmal unangenehm vertraulicher Sensibilität uns auch ein bißchen von uns selbst aufzeigen.

Auch nicht zuletzt durch die Kraft der "analysierenden", umkreisenden Bildeinstellungen, welche ganz nah (und das nicht unbedingt im Sinne eines körperlichen Annäherns!!) an die Protagonisten herangehen, findet eine vollständige Verschmelzung zwischen allen Akteuren mit der "Geschichte" des Filmes statt.

Neben vielen anderen Filmen Bergmans wohl einer derjenigen Filme, die an der obersten Kante der Filmkunst stehen.
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der schwedische Filmkönig krönt sich erneut selbst, 3. Januar 2007
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Persona (DVD)
"Persona" --> eine Geschichte zweier Frauen, eine davon geisteskrank, die uns einmal mehr die Abgründe der menschlichen Seele (auf Bergman-Art) vor Augen führt.

Langwierige Dialoge zwischen den beiden Haupdarstellerinnen (Liv Ullmann und Bibi Andersson) verlieren trotz mehrminütiger Dauer nie ihre Spannung.

Besonders gelungen ist vor allem jener Dialog (der eigentlich eher ein Monolog ist), der einmal die Erzählende zeigt und dann (der Dialog wird wiederholt) die Zuhörende --> in der Fimlmgeschichte einzigartig, soweit ich weiß --> einfach genial!!

Außerdem atemberaubend: die aufregend geschnittenen Szenen gleich beim Filmvorspann.

"Persona" ist Bergmans größtes Werk der 60er-Jahre.

Top-Besetzung, top-Schauspielleistung (vor allem Mimik!)sowie top-Aufnahmen garantieren ein wunderbares Filmerlebnis.

(Einmal mehr) HUT AB vor Ingmar Bergman!!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Bandsalat, 13. April 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Persona (DVD)
Wer intensive Dialoge oder quirlige Episoden erwartet, wird über diesen Ingmar- Bergman- Film vielleicht staunen oder enttäuscht sein. Nach großen Beispielen des europäischen Erzählkinos wie "Wilde Erdbeeren"(1957) und "Die Jungfrauenbrücke"(1960) zeigt sich der schwedische Regisseur hier noch einmal stark vom Expressionismus beeinflusst. PERSONA (1966) hat viel von dem Zeilenstil und den Sprachmontagen eines Jakob van Hoddis, August Stramm oder Georg Trakl, die mit Wörtern und mit Zeilen verfuhren wie es hier mit Bildern und mit Szenenfolgen geschieht. Das Ergebnis ist keine "Menschheitsdämmerung". PERSONA zeigt zwei Frauen, die sich plötzlich verstehen, im "Brain-Storming" noch unverarbeiteter Gefühle und Empfindungen./ Das erste Filmkapitel trägt den Titel "PROJEKTION". Eine Projektion ist nach C.G. Jung ein Vorgang, wo eigene Seelenanteile über bestimmte Menschen und Dinge der Außenwelt geworfen werden. Das Symptom ist ein Gefühl des Mangels und des Unvollständigseins. Die filmische Umsetzung der Projektion, die die Schauspielerin Elisabeth V. aus dem Rampenlicht in den Zuschauerraum wirft, bevor oder während sie so hartnäckig ins Schweigen verfällt, ist ein Schlüssel für ihr Verhältnis sich selbst und der Umwelt gegenüber, als Schauspielerin, Zeitgenossin und Mutter./ In einer kintoppartigen Stummfilmszene springt "der Tod", ein verkleidetes Männchen, im schwarzen Kostüm mit aufgemaltem Skelett aufgeschreckt aus einer Kiste. Wir sehen Elisabeth als WALKÜRE zurechtgemacht, in einer Inszenierung der "Elektra"- Tragödie, die nach Rache und Selbstjustiz schreit. Elisabeths Projektion verleiht dem Theater- Publikum ein langes Gesicht, einen Zug ins Lächerliche. Wir sehen später, wie ihr Gesicht beim Anblick eines brennenden Vietnamesen im Fernsehen selbst lang wird und sprachloses Entsetzen verbreitet. In einer ambiguinen Szene sehen wir hingehaltene Wolle. Aus dem Hintergrund wirft ein Schaf einen manieristischen Blick. Wir sehen, wie auf die Organe des Tieres zugegriffen wird. Ein kleiner Junge, Elisabeths Sohn, macht "typische Handbewegungen", so als prüfe er mit seinen Händen einen Haufen Bandsalat, der nicht zu sehen ist, daraufhin ab, ob es auch Bandsalat ist. / Dann der Schnitt ins neorealistische Kamerabild (Zweites Filmkapitel ff.): Schwester Alma (Bibi Andersson) betritt das Krankenzimmer der attraktiven und bis dato beliebten Schauspielerin Elisabeth V.(Liv Ullmann). Sie begleitet die leicht traumatisierte Frau in den Kuraufenthalt ans Meer. Elisabeth macht Anstalten, auch von privat einen Schlussstrich zu ziehen. Sie zerknüllt den Brief ihres Mannes, den Alma ihr gebracht hat, und zerreißt das Bild ihres Sohnes. Erste Projektion Alma: Die Pflegerin wird plötzlich zutraulich wie eine Patientin, die ihr Herz ausschüttet und erzählt von einer frühen Abtreibung. Sie trägt sich mit dem Gedanken, den möglichen Vater des abgetriebenen Kindes, der ihr Freund geblieben ist, zu heiraten, aber eine Familie mit ihm gründen, sie weiß nicht so recht. Tauge ich als Mutter? Die beiden Frauen haben beide ihre Probleme damit. Auch die beharrlich schweigende Künstlerin tauscht plötzlich die Rolle und wendet sich in einem nüchtern gehaltenen Brief an Almas Chefärztin. Alma fängt den Brief ab. Auf dem Gipfelpunkt der Aufgebrachtheit projiziert sie den eigenen Selbstvorwurf (Ich tauge nicht als Mutter) auf Elisabeth, indem sie ihr vorwirft, ihren eigenen, schwer zugänglichen Sohn nie gewollt zu haben. Aber das Kind ist nun einmal da, und es ist Elisabeths Kind. Elisabeth weiß, dass Almas Lesen in ihren Projektionen selbst nur Projektionen sind und nicht die nackte Wahrheit. Ein rasantes Lächeln ist ihre Antwort. Ich bin Mutter, wenn auch bis jetzt vielleicht eine verdammt schlechte. Die Pflegerin nimmt das so hin wie es in einem Gedicht von Jakob van Hoddis dazu heißt: "Ich bin dir dankbar, da du doch am Ende (männliches Zeilenende)/ Mit einem blöden Lächeln dich verneigst (Ende des Gedichts)." / Die beiden Frauen haben sich am Schluss etwas gegeben und ihre Selbstvorwürfe abgelegt. Jetzt müssen sie ihre eigenen Antworten auf ihre Lebensprobleme finden. Ein Minuspunkt für die Schlusskapitel. Nach dem surrealistischen Auftritt von Elisabeth's Mann plätschert das Kammerspiel nur noch vor sich hin. Da war ich froh, als ich Alma endlich in den Bus steigen sah.
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5.0 von 5 Sternen Abhängigkeit und Grenzüberschreitung, 12. März 2013
Rezension bezieht sich auf: Persona (DVD)
Persona ist ein Kammerspiel mit zwei Personen.
Nach einer Elektra"-Aufführung verstummt die Schauspielerin Elisabeth Vogler vollständig. Die Krankenschwester Alma nimmt sich der apathischen Künstlerin an. Beide verbringen einige Zeit gemeinsam in einem Ferienhaus der Ärztin, die jenen Aufenthalt verordnet" hat.

Der Aufenthalt beginnt sehr harmonisch, er entwickelt sich aber immer mehr zu einem Psychodrama. Während Alma froh darüber ist, endlich jemanden gefunden zu haben der ihr zuhört (Ich habe mir immer eine Schwester gewünscht, ich hatte nur sieben Brüder"), verharrt Elisabeth in ihrem Kokon des Schweigens. Elisabeths Schweigen wirkt zunächst freundlich und verständnisvoll, und ihre Mimik bringt Alma dazu sich auszuschütten und ihre intimsten Geheimnisse zu erzählen. Als Alma einen Brief von Elisabeth, den diese an die Ärztin geschrieben hat, liest, kommt sie sich hintergangen vor. Sie möchte Elisabeth zum Reden bewegen. Deren Schweigen erscheint ihr zunehmend als Demonstration von Willen und Macht. Alma reagiert mit Wut und Enttäuschung, sie fühlt sich zurück gewiesen und verletzt. Der Zuschauer fragt sich nun: Wer ist denn jetzt die Kranke? Ist es Alma, die Krankenschwester, oder Elisabeth, die verstummte Schauspielerin, deren Schweigen ein bewusstes Rollenspiel zu sein scheint. Oder schweigt Elisabeth aus Scham und Selbstbestrafung, weil sie für ihren Sohn keine liebevolle Mutter sein kann? Die Identitäten von Alma und Elisabeth gehen schließlich ineinander über, Wirklichkeit und Traum verwischen und scheinen ein und dasselbe zu sein.

Die Gesichter der beiden Frauen werden in Großaufnahme gezeigt, ihre Mimik wird so zu einem wortreichen Spiegel der Gefühle, verstörend und beklemmend.

Ich habe mich am Ende des Films gefragt, was das zu bedeuten hat? Ich habe keine Antwort gefunden. Ich stelle mir vor, dass Elisabeth und Alma ein und die selbe Person sind, Persönlichkeitsanteile einer depressiven Persönlichkeit (so einen Gedanken hatte ich auch bei Melancholia"). Aber es ist nur ein Ansatz, der sich aus diesem kunstvollen Film ergibt. Persona eröffnet viele Möglichkeiten zur Interpretation.
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5.0 von 5 Sternen Zwei Frauen aus demselben Ich? Elektra lächelt, Alma wütet, Elisabeth schweigt., 18. Februar 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Persona (DVD)
"Persona" beginnt mit einem Film im Film, der eine psychedelische Abfolge von sonderbaren Bildsequenzen zeigt, die scheinbar in keinem kausalen Kontext zueinander stehen, aber dennoch im Stile einzelner Zeilen eines Gedichtes getaktet sind, die sich in ihrem semantischen Zusammenhang in eine übergeordnete Sinnhaftigkeit fügen. Nachdem sich ein Lichtkegel einen Weg durch das Dunkel bahnt, beginnt in einem Filmprojektor unerbittlich das Zelluloid zu rattern, dissonante Musik ertönt, ein visueller Countdown zählt herunter und wir sehen zunächst einen harmlosen Cartoon. Dann folgt eine Slapstickeinlage aus einem alten Stummfilm. Babyhände spielen. Eine große Spinne tastet sich behutsam über die Leinwand. Ein Lamm wird geschlachtet. Das Blut läuft zähflüssig zur Seite weg. Schließlich wird ein Nagel mit einem Hammer durch eine offene Handfläche geschlagen. Ein Umschnitt leitet in ein Krematorium über. Tote liegen aufgebahrt da. Ein Telefon klingelt. Sie öffnen die Augen. Einer von ihnen ist ein Junge, der auf seinem Bett ein Buch lesen möchte. Aber etwas lenkt ihn ab. Ein überdimensionales Konterfei einer Frau mit zwei Gesichtern baut sich im Hintergrund auf. Sehnsuchtsvoll streichelt er es mit seiner Hand.

Dieser surreale Prolog verweist in seiner metaphorischen Verschlüsselung auf einige Motive, die auch das Handeln jener Frau bestimmen werden, die der Junge versucht zu berühren. Übersetzt man dieses kryptische Bilderrätsel in eine verständliche Sprache, entblößen sich Dinge wie Angst, Opfer, Tod, Wiederauferstehung, Unnahbarkeit, Possenspiel und Maskerade. Dabei wird die gedankliche Transkription dem Zuschauer bewusst aufgezwungen, weil sich die Protagonistin des Films beharrlich ausschweigt, sodass sich nahezu die gesamten 79 Minuten aus einer Flut von Monologen speisen, die meistens auch noch in steril-abstrakte Handlungsräume eingebettet sind. Elisabeth Vogler ist eine erfolgreiche Schauspielerin, der es während einer Aufführung von Elektra mitten auf der Bühne die Sprache verschlägt. Sie kommt in psychologische Behandlung, wo man jedoch ihre geistige Gesundheit feststellt. Warum sie schweigt, weiß man nicht so genau. Offenbar weigert sie sich zu reden, weil sie es leid ist zu lügen, was wiederum mit ihrem kleinen Sohn zu tun hat, dessen Bild sie wütend in der Klinik zerreißt. In der Obhut der noch unerfahrenen Krankenschwester Alma wird Elisabeth zur Erholung in ein abgelegenes Ferienhaus an die Küste geschickt, wo sich unter der Sommersonne langsam die Lethargie in ihr auflöst. Die beiden ungleichen Frauen kommen sich allmählich näher, doch Elisabeth schweigt weiter. Dafür redet Alma und das nicht zu wenig. So erzählt sie von ihrem Verlobten und beweint ihre Sünden. Mit frappierender Authentizität schildert sie eine Sexorgie mit einem fremden Mann und die daraus resultierende Abtreibung des Kindes. Alma verehrt Elisabeth, sie möchte gern so sein wie sie. Eines Nachts erscheint Elisabeth in ihrem Schlafzimmer. Im Halbdunkel winden sich ihre Oberkörper ineinander, so als ob zwei Teile des gleichen Ichs in einer Person verschmelzen. Doch es kommt zu einem radikalen Vertrauensbruch. Als Alma neugierig einen lose kuvertierten Brief liest, in dem Elisabeth gegenüber ihrer Ärztin in spöttischem Tonfall über die Krankenschwester herzieht, fühlt sie sich hintergangen und betrogen. Sie ist nun davon überzeugt, dass Elisabeth sie mit ihrem Schweigen bewusst zum Reden verführt hat. Aus liebevoller Zuneigung wird jetzt beängstigender Hass. Alma wird zur Furie, die Rache nimmt und dabei dem wahren Grund von Elisabeths Schweigen auf die Spur kommt.

Schweigt Elisabeth aus Scham, Selbstzweifel und Strafe, weil sie für ihren Sohn keine Mutterliebe empfindet und ihre Sprachlosigkeit eine Antwort auf die Grausamkeit der Welt sein soll, oder schweigt sie tatsächlich einfach nur aus obszöner Lust am Rollenspiel? Ingmar Bergman nimmt mit zunehmender Dauer des Films Almas Position ein, was auch durch eine süffisant lächelnde Elektra untermauert wird. Möglicherweise spielt auch beides eine Rolle, ebenso wie sich hinter dem Begriff Persona eine doppelte Bedeutung versteckt. Zum einen das individuelle Ich und zum anderen von der etymologischen Herkunft her die zur Schau getragene Maske. Es könnte auch sein, dass Elisabeth lediglich Almas Wiedergängerin ist. Vielleicht war Elisabeth früher einmal so wie sie. Dann wäre Alma das Ich und Elisabeth die aufgesetzte Fassade. Dies bleibt im Unklaren, obgleich alles sogartig ineinanderfließt. Auch die Grenzen zwischen Traum und Wirklichkeit lösen sich allmählich auf. Oft merkt man gar nicht, dass die Handlung aus der objektiven Perspektive in den Innenraum der Figuren wechselt und die verzerrte Sicht des subjektiven Bewusstseins einnimmt. Die Bilder von Sven Nykvist erscheinen in einer zeitlosen Ästhetik, die einfach umwerfend ist. Insbesondere die geschmeidigen Szenen am Strand bestechen durch ihre stilistische Perfektion. Als einziger Makel stößt auch bei diesem Bergman-Film negativ auf, dass im Unterton so ganz latent ein Plädoyer für ein regressives Geschlechterbild mitschwingt. Denn was am Ende bleibt, ist eine Mutter, die ihr Kind nicht nur hasst, sondern regelrecht angewidert von ihm ist, weil sie es als Bedrohung für ihre eigene Karriere sieht. Womit Bergman suggeriert, dass eine Frau, die sich selbstverwirklicht, von vornherein keine gute Mutter ist. Auch eine gewisse Antiintellektualität stellt sich ein, wenn die einfältige Alma gegenüber der hochmütigen Künstlerin Elisabeth verzweifelt resümiert: "Ich will nicht so sein wie du!" Aus heutiger Sicht sind das etwas arg überholte Standpunkte. Die Bilder sind jedoch so schön, die schauspielerischen Leistungen so gut, die visuellen Einfälle für die damalige Zeit derart innovativ und die Inszenierung dermaßen raffiniert und unprätentiös, dass für dieses wunderbare Stück Filmkunst vier Sterne nach meinem Empfinden einfach zu wenig wären.
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5.0 von 5 Sternen Tolle Technik, 6. August 2013
Rezension bezieht sich auf: Persona (DVD)
Ein sehr einfach gehaltener Film ohne "special effects", "nur" in schwarz-weiß, wenig Handlung. Gerade so kommt die eigentliche Geschichte über das Leben von zwei Frauen in den Vordergrund. Ein Film, den nicht jeder sofort versteht, denn es hat viel mit Psychologie zu tun und man muss ihn erst an sich heranlassen. Aber aus dem Grund hat der Autor auf Schnick-schnack wie die erwähnten "special effects" oder protzige Bilder verzichtet. An sich eine schöne Geschichte.
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4.0 von 5 Sternen Bewegend und herzerfreifend, 15. August 2013
Rezension bezieht sich auf: Persona (DVD)
Die junge Schauspielerin Elisabeth Vogler bleibt nach Aufführung ihrer Rolle als Electra im Zustand des Schweigens. Die apathische Schauspielerin wird fortan von einer Krankenschwester namens Alma betreut. Die beiden verbringen einige Wochen zu zweit in einem Ferienhaus und entwickeln dabei eine merkwürdige Beziehung zueinander. Während die eine schweigt, plaudert die andere wahrhaftig aus dem Nähkästchen. Bewegender Film, der von mir mit 4 Sternen bedacht wird.
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Persona
Persona von Bibi Andersson (DVD - 2005)
EUR 6,99
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