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22 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen 1938 gedreht und besser als das meiste von heute
Handlung (ohne alle Nebenplots zu verraten):
Als Jugendliche schlagen Jerry Connelly (Pat O'Brien) und Rocky Sullivan (James Cagney) ein wenig über die Stränge. Doch eines Tages kann letzterer nicht schnell genug laufen und landet im Jugendarrest. Etliche Haftstrafen und 15 Jahre später zum Berufsverbrecher geworden kehrt er in die Slums seiner...
Veröffentlicht am 25. Juli 2005 von realkenai & family

versus
2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Richtungsweisender Gangsterfilm, nur...
Die klassische Gangsterballade ist sicherlich mit "Der öffentliche Feind" der richtungsweisendste amerikanische Gangsterstreifen,
nur als arg bedauernswert empfinde ich es, weil diese DVD lediglich die deutsche Tonspur bietet, wohingegen der Film in Originalfassung sicherlich äußerst interessant wäre.
Veröffentlicht am 24. Januar 2011 von Dönef


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22 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen 1938 gedreht und besser als das meiste von heute, 25. Juli 2005
Von 
realkenai & family (Köln) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Chicago - Engel mit schmutzigen Gesichtern (DVD)
Handlung (ohne alle Nebenplots zu verraten):
Als Jugendliche schlagen Jerry Connelly (Pat O'Brien) und Rocky Sullivan (James Cagney) ein wenig über die Stränge. Doch eines Tages kann letzterer nicht schnell genug laufen und landet im Jugendarrest. Etliche Haftstrafen und 15 Jahre später zum Berufsverbrecher geworden kehrt er in die Slums seiner Kindheit zurück und trifft dort zur Freude Beider auf Jerry, der inzwischen als Priester tätig ist und die Sozialarbeiterin Laury Ferguson (Ann Sheridan).
Jeder auf seine Art kümmern sich die drei dort um einige verwahrloste Jugendliche, die Laura und Jerry respektieren, aber Rocky wegen seinem Werdegang und Erfolg zu ihrem persönlichen Helden idealisieren.
Das Rocky weiterhin seinen krummen Geschäften nachgeht und sich dabei erfolgreich mit Chicagos korrupter Polizei, sowie den Gangsterbossen Mac Keefer (George Bancroft) und Jim Frazier (Humphrey Bogart) anlegt nimmt Jerry zähneknirschend zur Kenntnis, doch das er dabei mehr und mehr die Jugendlichen für sich einspannt kann er nicht akzeptieren und erklärt Chicagos Unterwelt - inklusive Rocky - den Krieg.
Kurz darauf landet Rocky in der Todeszelle - doch Jerry hat einen letzten großen Wunsch an ihn.
State:
1938 drehte Regisseur Michael Curtiz (Casablanca) dieses sozialkritische Action-Drama, das sich in keiner Hinsicht vor heutigen Filmen verstecken muss, etliche davon in den Bereichen Spannungsbogen, Handlung, Action und Darsteller bis heute locker toppt.
Allein die Szenen, in denen Jerry erfolglos versucht die Slumkids zum fairen Basketballspiel zu animieren, Rocky dagegen unter Einsatz cleverer Gewalt dieses Ziel erreichen kann, sind wirklich sehenswert. Überhaupt sind die sechs Slumkids darstellerisch und inhaltlich sehr wichtig für den Plot, gefallen in all ihren Sequenzen wirklich gut. Für sie sind nun einmal Gewalt und Verbrechen die einzigen Wege sich in ihrem sozialen Elend zu behaupten - und Rockys Werdegang ist in ihrer Situation nun einmal eine echte Zukunftsperspektive. So springt die Handlung sehr geschickt zwischen ihren kleinkriminellen Tätigkeiten und Rockys Schießereien und lässt dabei erahnen, was aus den Jungs einmal werden wird.
Doch der von Cagney verkörperte Gangster kann tatsächlich als eine echte Identifikationsfigur durchgehen. Charismatisch, planungssicher und vorausschauend legt er sich in einem knallharten Alleingang mit einer großen Verbrecherorganisation an, nutzt extreme Gewalt wo nötig, clevere Verhandlung wo möglich, verfolgt gradlinig und mutig seine Ziele, und bleibt dabei bis in den Tod loyal gegenüber seinem besten Freund.
In der Summe ein bis heute wirklich sehenswerter Top-Film aus der Glanzzeit Hollywoods.
Noch dazu mit einem überragenden James Cagney und den ebenfalls bravourös agierenden "Dead End Kids". Doch auch die übrigen Hauptdarsteller lassen keine Wünsche offen.
Die DVD:
Das schwarz/weiß (Voll)bild im Format 4:3 weist leichte altersbedingte Schwächen auf, ist aber - mit Altersbonus - durchaus als Gut zu bezeichnen. Der geneigte Filmfan schaue sich (nicht nur) zum Vergleich mal "Das Totenschiff" aus dem Jahre 1959 an.
Der Ton liegt in Deutsch, Englisch und Spanisch in DD 1.0 vor - bei 5.1 Systemen kommt der Ton also nur aus dem Center. Natürlich alle keine Highlights, empfinde ich im direkten Vergleich die deutsche Tonspur noch am gelungensten, denn sie weist am wenigsten Hintergrundrauschen auf.
Unkolorierte Untertitel für HG gibt's in Deutsch und Englisch - "normale" UT in 14 Sprachen, wobei ich auf Anhieb keine Unterschiede zwischen HG und Normal feststellen konnte.
An Extras - die bis auf den Audiokommentar alle mit deutschen UT versehen sind - werden wir wirklich reich bedient:
--- sehr informativer Audiokommentar (DD2.0) von Filmhistoriker Dana Polan
--- Erläuternde, aufschlussreiche Einleitung von Leonard Maltin (4:13 Min.)
--- sehr interessante Dokumentation zum Film (22:15 Min.)
--- Ausschnitte aus einer zeitgenössischen Wochenschau (2:03 Min.), die sich Mr. Bush einmal anschauen sollte, denn einer seiner Vorgänger sagt dort einige wichtige Worte zum Wert der Bildung in einer Gesellschaft.
--- durchaus gut gemachter und lustiger Musical-Kurzfilm "Out Where the Stars Begin" 1938 (19:12 Min.)
--- lustiger Cartoon mit Schweinchen Dick und Daffy Duck in einer sehr frühen Zeichnungsdarstellung (7:28 Min.)
--- O-Trailer (3:10 Min.)
Die Extras sind tatsächlich derart interessant geraten, dass sie jeder Cineast wirklich anschauen sollte.
Fazit:
Film 5 Sterne - unbedingt sehenswert
DVD 2-3 Sterne (je nach Altersbonus)
Zusatzmaterial 4-5 Sterne
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13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Highlight mit James Cagney, 22. Februar 2005
Von 
Ray "rayw260" (Rheinfelden) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Chicago - Engel mit schmutzigen Gesichtern (DVD)
Rocky Sullivan gespielt von Cagney ist schon als Kid zum Gesetzesbrecher geworden. Nach 15 Jahren Knast treibt es ihn in seine alte Heimat "Slums", wo er von den kleinen Jungs und Möchtegerngangster als cooles Vorbild verehrt wird.
Sein Jugendfreud Jerry (Pat O'Brien) ist inzwischen Priester geworden, steht somit zwischen den Fronten. Auf der einen Seite die Zuneigung zum Jugendfreund, auf der anderen Seite erkennt er aber das bösartige Potential des Idols auf die Jugend fatal einzuwirken.
Dies ist der Ausgangspunkt aus der sich eine sehr schöne Story entwickelt, die immer dann sehr gut ist, wenn die Milieuschilderungen einen breiten Raum einnehmen.
Er ist mit dem Wyler Film "Sackgasse" thematisch sehr verwandt, auch dort trifft man auf die gleichen Darsteller der Jugendlichen, dem damaligen Bratpack Hollywoods.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Klassiker des Gangster Genres- wenn auch kein Meilenstein, 19. Juli 2006
Rezension bezieht sich auf: Chicago - Engel mit schmutzigen Gesichtern (DVD)
Zum Ende der 30er Jahre war es wahrlich nicht einfach einen Gangsterfilm zu drehen. Vorläufer des PMRC und bibeltreue Christen beobachteten den Markt und beugten einer Glorifizierung der Gangster vor. Maschinenpistolen waren verpönt und der Böse musste auch immer seine gerechte Strafe bekommen. Aus diesem Grunde wurde „Angels With Dirty Faces“ auch eher ein Film der mir erhobenen Zeigefinger aufwartete.

James Cagney gelang es als eher sympatischer Gangster rüber zu kommen und Humphrey Bogart gelang eine gute Interpretation der Rolle des Bösewichts, wenn man seine Leistung auch in keiner Weise mit seinem späteren Glänzen als Morlow vergleichen kann.

Der Klassiker von Michaele Curtiz weißt eine beachtliche Kameraführung auf und einige sehr von der Intensität geprägte Szenen. Allen voran die Schluss-Szene.

Die Story: Rocky Sullivan (James Cagney) und Jerry Connelly (Pat O’Brien) wachsen in den Slums auf und absolvieren aus der Armutssituation heraus ihre ersten Straftaten. Eines Tages wird Rocky verhaftet und muss ins Gefängnis, aus dem er als eine Art Märtyrer zurückkehrt. Rocky ist mittlerweile das Vorbild für die Jugendlichen in den Slums, sehr zum Entsetzten seines Jugendfreundes Jerry, der Pfarrer ist. Jerry versucht etwas gegen den kriminellen Drang von Rocky zu tun, somit wird eine ehemalige Freundschaft nicht nur auf die Probe gestellt, sondern ist gewissermaßen zum Scheitern verurteil. Dazu kommt noch Bogard als schmieriger Rechtsanwalt, dessen Part dem Film eine besondere Note aufdrückt.

Qualitativ wird hier ein 4:3 Vollbild geboten und zumindest die deutsche und die englische Tonspur. Der englische Ton weißt ein Kratzen auf, der deutsche Ton wurde wesentlich später in den Studios aufgenommen und ist deshalb auch sauber.

Fazit: Pflichtkauf für Nostalgiker und Cineasten. Vor allem für diesen Preis.
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zensur kann ungeahnte kreative Talente befördern, 16. Oktober 2006
Von 
Klein Tonio - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Chicago - Engel mit schmutzigen Gesichtern (DVD)
Von zwei Jugendlichen, die ab und an über die Stränge schlagen, wird einer Gangster, einer Priester. Als Erwachsener treffen sie wieder aufeinander und auf Jugendliche, die genauso sind wie die beiden einst... Mehr soll auch nicht verraten werden über den Inhalt dieses sehr sehenswerten Films. Der Streifen ist einer der besseren der Warner-Brothers-Gangsterfilme. "Besser" heißt in diesem Fall: Schneller Rhythmus, gute schauspielerische Leistungen, für 1938 recht viel Action und dann doch einigermaßen vielschichtige Charaktere. Die gute Extraausstattung und der wirklich einmal hörenswerte Audiokommentar der DVD (leider ohne Untertitel, aber gut verständlich) haben mir insbesondere eines bewußt gemacht: wie genau ins Detail die Zensurauflagen eigentlich gingen. Ich betone das deshalb, weil solche Auflagen einen Film zum Guten oder zum Schlechten wenden können, hier haben sie gezeigt: Zensur kann ungeahnte kreative Talente befördern. Das soll jetzt keine Streitschrift für die Wiedereinführung des Hays Office werden, aber der Regisseur Mike Curtiz (u.a. Robin Hood, Casablanca), der hat sich schon was einfallen lassen... Auffällig oft haben wir z.B. bei den Gewaltszenen Spiegel, Schatten, oder der Film zeigt nur Menschen hinter Milchglastüren etc. Man kann nach dem Audiokommentar vermuten, daß dies gemacht wurde, um die Zensoren zu beruhigen, aber da sieht man mal, wie beschränkt die waren: Die Gewalt wirkt dadurch viel beunruhigender und komischerweise realistischer, als wenn man nur sieht, wie jemand ohne Kunstblut getroffen zusammensackt o.ä. Im Übrigen ist der Film auch um Kreativität bemüht, wenn es mal nicht aus Zensurgründen geschieht. Ein aufwändig eingerichtetes Filmset mit langen Schwenks, bei denen ich-weiß-nicht-wieviele Leute zum richtigen Zeitpunkt das Richtige machen müssen, viele Szenenanfänge mit herausgehobenen Gegenständen oder aus ungewöhnlicher Perspektive, stimmungsvolle Bilder im Gegenlicht, Schattenspiele, schnelle Montagen unter geschickter Einbindung von Zeitungsschlagzeilen (einmal sogar ein Wechsel vom Zeitungsbild zum bewegten Bild, scheinbar ohne Schnitt, sehr gut für 1938), das hebt den Film doch sehr über den Durchschnitt.
Kleine Einschränkungen: 1. Ann Sheridan ist mit einer kleineren Rolle etwas unterfordert, eine wichtige Frauenrolle gibt es eigentlich nicht (das mag man aber goutieren, wenn man sich der Ansicht des Audiokommentators anschließt, die wichtigste Beziehung sei nun mal die zwischen dem Gangster und dem Priester, ohne das jetzt homoerotisch nennen zu wollen) / 2. Das etwas moralinsaure Ende, da hat die Zensur dann doch ein wenig geschadet. Damit im Zusammenhang steht, daß die Charakterisierung der einzelnen Straßenjungs, der "Dead End Kids", hinter den Möglichkeiten zurückbleibt, die etwa in dem Film "Dead End" (USA 1937, Regie: William Wyler) genutzt werden. Dieser ist auch in seinem Fatalismus noch ein wenig eindrücklicher als "Engel mit schmutzigen Gesichtern", bei dem man irgendwie spürt, dass es am Ende noch Hoffnung gibt, weil das einfach so sein musste. Dennoch: Das genügt noch nicht für einen Stern Abzug, es bleibt der Eindruck eines hellwachen, vitalen Streifens auf einer sehr gut ausgestatteten DVD (wenn auch mit kleineren Abstrichen in der Bildqualität). Sehr zu empfehlen!
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4.0 von 5 Sternen Inklusive Botschaft, die sich selbst dementiert, 3. September 2014
Von 
Estragon - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Chicago - Engel mit schmutzigen Gesichtern (DVD)
[Enthält Spoiler]

»Angels with Dirty Faces / Chicago – Engel mit schmutzigen Gesichtern« (1938) hatte ich mir seit Ewigkeiten, das heißt seit mindestens 25 Jahren, nicht angeschaut. Und ich war nun eher positiv überrascht von dem, was ich hier zu sehen bekam. Von der ersten Begegnung mit dem Film war mir natürlich seine aufdringliche Crime-doesn’t-pay-Botschaft im Gedächtnis geblieben. Und weil ich damals zuvor schon »Little Caesar« (1931), »Public Enemy« (1931) und »Scarface« (1932) gesehen hatte, kam mir »Angels with Dirty Faces« doch eher läppisch vor.

Wie ist es heute? Heute fällt mir zunächst die exzellente Regie von Michael Curtiz auf. Gewiss, Curtiz bewegt sich hier durchweg in den Bahnen des voll entfalteten klassischen Stils des Hollywood-Studiosystems. Doch erstens tut er das auf eine äußerst effektive und bisweilen höchst elegante Art, und zweitens geht er oft über den Rahmen des Konventionellen hinaus. Als zweites fällt mir das großartige Spiel der Darsteller auf. Vor allem natürlich: James Cagney. Selbst wenn der ganze Film Mist wäre, müsste man ihn sich wegen Cagneys Leistung anschauen. Die kleinen Manierismen, deren er sich bedient, sind niemals so eingesetzt, dass sie als solche auffällig würden, – immer charakterisieren sie auf gleichsam natürliche Weise die Figur des Rocky Sullivan. Die ein, zwei kurzen Bewegungen, als er nach seiner Gefängnisentlassung zum ersten Mal die Kirche von Pater Jim Conolly betritt, machen unmissverständlich deutlich, dass hier jemand vor Energie fast aus seinem Anzug platzt. In anderen Szenen macht Cagney durch bloße Körperhaltung und kurze unauffällige Gesten spürbar, dass er jemand ist, von dem Gefahr ausgeht. Wo ihm Platz gewährt wird, bewegt er sich mit tänzerischer Sicherheit. Das ist derart überzeugend, dass man sich jederzeit vorstellen kann, wie ein Rocky Sullivan zum Idol werden könnte. Das ist die eine Seite des Films.

Die andere Seite des Films tritt ganz besonders im letzten Drittel hervor. Man muss wissen: Mit »Angels with Dirty Faces« wagten Warner Bros. eine Rückkehr zum Gangsterfilm. Das Genre war Anfang der 1930er Jahre überaus erfolgreich gewesen. Dann kam 1934 die Verschärfung der Selbstzensur der Filmindustrie, die damit auf die öffentlichkeitswirksame Agitation katholischer Verbände reagierte, die Sex & Crime und überhaupt alles verteufelte, was auch nur halbwegs ›frivol‹ aussah. Speziell dem Gangsterfilm wurde vorgeworfen, die Jugend zu verführen und die Jugendkriminalität zu befördern.
Nun, etliche Jahre später, machen Warner Bros. die »Angels with Dirty Faces«. Der Film ist aufwändig produziert und teuer. Er darf kein Misserfolg werden. Das erneute Einschreiten der katholischen Verbände würde zum Misserfolg führen. Also tut man alles, um dieses Einschreiten zu verhindern: Man baut einfach die Stimme der katholischen Kritik mit in den Film ein, – Pater Conolly verkörpert sie. Sein Anliegen ist es, die Verführung der Jugend – im Film verkörpert durch die ›Dead End Kids‹ – zu verhindern. Deshalb muss er den Aufstieg seines Jugendfreundes Rocky verhindern: Rockys Erfolg würde ihn zum Idol der Jugend machen. Dass die Medien eine negative Rolle bei der Idolisierung spielen, wird eigens betont. Auf diese Weise wird im Film ein Lehrstück über den Film aufgeführt.

Und dann kommt der bizarre Schluss: Nach einer ebenso kurzen wie unglaubwürdigen Abfolge von Ereignissen wird Rocky gefasst und zum Tode verurteilt. Die Idolisierungsgefahr ist damit aber noch nicht endgültig gebannt. Denn der hingerichtete Rocky könnte ja in den Augen der Jugend zum Märtyrer werden, der der herrschenden Ordnung, die den Jugendlchen keine Lebenschancen eröffnet, immerhin die Zähne gezeigt hat. Pater Conolly muss also nachbessern. Er besucht Rocky unmittelbar vor der Hinrichtung und bittet ihn, die Märtyrerbildung zu verhindern, indem er sich beim Hinrichtungsvorgang wie ein Feigling aufführt. Im letzten Moment folgt Rocky der Bitte. Pater Conollys Plan scheint aufzugehen: Die Jugendlichen erfahren aus der Zeitung (und von Pater Conolly selbst) von der vermeintlichen Feigheit ihres Idols und sind fortan ›geheilt‹.
Ende des Films. Alles ist gut, und der brave Katholik kann ruhig schlafen, nachdem er den Film gesehen hat. Kann er wirklich? Wohl kaum, denn was zeigt denn das Ende dem Filmzuschauer? Rocky hat seine Gangsterkarriere niemals bereut. Denn selbst wenn Rocky sich am Ende nicht verstellt haben sollte: Das Zeigen von Feigheit wäre keine Reue. Dazu kommt: Im Unterschied zu den Kids im Film weiß der Filmzuschauer, dass die gezeigte Feigheit bei der Hinrichtung aller Wahrscheinlichkeit nach nur Show war. Warum also sollte der Filmzuschauer in dem von Pater Conolly beabsichtigten Sinne beeindruckt sein? Er durchschaut das Spiel doch, und es ist viel wahrscheinlicher, dass die Bewunderung für den Outlaw Rocky dadurch noch steigt. Und Pater Conolly? Seine Autorität wird durch den Schluss klarerweise geschwächt. Denn er belügt die Kids um der guten Sache willen. Er zeigt damit genau jene Unaufrichtigkeit, die er zur Mitte des Films aufs Schärfste verurteilt hatte, als Rocky ihm schmutziges Geld für karitative Zwecke anbot.

Fazit: Ein starker Beginn und ein bizarres Ende, das man aus der Entstehungszeit heraus verstehen muss. Bei genauer Betrachtung steht Pater Conolly am Ende als der Verlierer da. Mit Blick auf die weitere filmhistorische Entwicklung ist das eine unbeabsichtigte, aber durchaus zutreffende Prognose.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Filme aus einer ganz anderen Zeit, 16. November 2004
Von 
A. Ortlep "Sraddhabandhu" (Düsseldorf, NRW) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Die Gangster-Filme der 30er Jahre waren hart und schnell. Weniger brutal als "White Heat" fesselt "Angels with dirty faces" eher durch diese interessante Darstellung des ewigen Kampfs von Gut und Böse: James Cagney und Pat O'Brian waren Jugendfreunde, bis James Cagney später Gangster wurde und Pat O'Brian Priester. Beide kämpfen um die Seelen einer Jugendgang.
Am Ende wird James Cagney zum Tod auf dem Elektrischen Stuhl verurteilt. Der Pater bittet ihn, auf dem Gang zum Stuhl Angst zu zeigen, damit die Jugendgang ihn nicht noch nach seinem Tod als Held verehrt. Cagney lehnt ab. Danach folgt einer der Höhepunkte der Filmgeschichte, den ich hier nicht verrate.
Bemerkenswert ist hier weiter Humphrey Bogart in einer Nebenrolle.
Aber Achtung: Man sollte schon verdammt gut amerikanischen Slang verstehen. Ich kann ziemlich gut Englisch, aber beim ersten Sehen hatte ich eine Menge einfach nicht verstanden.
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4.0 von 5 Sternen Vorbilder...., 16. Februar 2014
Von 
Frank Linden (Troisdorf) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Nachdem der legendäre Gangster Rocky Sullivan aus dem Gefängnis entlassen wurde zieht es ihn in sein altes Wohnviertel.
Eine heruntergekommene Gegend wo Gangster wie Helden verehrt werden.
Dort trifft er auf seinen alten Kumpanen Jerry, der mittlerweile Priester ist und versucht Jugendliche und Kids von der Strasse zu holen.
Und mit dieser Klientel macht er auch Bekanntschaft.....eine Gang beklaut ihn, aber sie ahnen nicht wen sie da vor sich haben.
Nachdem das klar ist freundet sich Rocky mit den Jungen an und sie sehen in ihm ihr Vorbild.
Aber Rocky hat auch noch eine Rechnung mit Kriminellen Anwalt Frazier offen wegen dem er im Bau saß und der ihm nunGeld schuldet.
Dieser will aber nicht bezahlen und hetzt ein paar Killer auf Rocky.
Ein Fehler.....

Dieser Mix aus Krimi, Drama und Gangsterfilm aus dem Jahr 1938 hat es Inhaltlich in sich.
Er prangert ziemlich unverblümt die Heldenverehrung von Gangstern an die teils noch heute in Amerika und anderswo betrieben wird.
Auch eine Portion Gesellschaftskritik schwingt mit wenn man den Nährboden der Kriminalität sieht....genannt Wohnviertel der Unterschicht.
In diesen Schmelztiegeln der Großstädte entstanden halt Gangster und Mobster und dieser Film macht das sehr deutlich.
Darsteller sind u.a. Jim Cagney, Die Dead-End Kids, Humphrey Bogart und Pat O'Brien.
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5.0 von 5 Sternen Ein Klassiker, 10. Januar 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Chicago - Engel mit schmutzigen Gesichtern (DVD)
Super Film auch nach sovielmal Jahren immer noch gerne anzuschauen. Qualität auch super wer auf Klassiker steht wird dieser Film bestimmt gefallen
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Richtungsweisender Gangsterfilm, nur..., 24. Januar 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Die klassische Gangsterballade ist sicherlich mit "Der öffentliche Feind" der richtungsweisendste amerikanische Gangsterstreifen,
nur als arg bedauernswert empfinde ich es, weil diese DVD lediglich die deutsche Tonspur bietet, wohingegen der Film in Originalfassung sicherlich äußerst interessant wäre.
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Chicago - Engel mit schmutzigen Gesichtern
Chicago - Engel mit schmutzigen Gesichtern von Michael Curtiz (DVD - 2005)
EUR 29,99
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