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53 von 53 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Konventionell und herausragend
"Regietheater findet an der MET nicht statt" schrieb einer meiner Vorgänger. Und in diesem Fall muß ich hinzufügen: Und das ist gut so. Nach vielen "Ach so einfallsreichen" Inszenierungen von Don Giovanni (auf dem Schrottplatz, in der Bar, im Loft beispielsweise) ist es sehr entspannend und unterhaltsam, eine Aufführung zu sehen, in der das Libretto...
Veröffentlicht am 3. Januar 2010 von Emmess

versus
15 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Licht und Schatten
Das gute an dieser Inszenierung sind die Stimmen, sie holen das Letzte an Möglichkeiten heraus und es ist ein unglaublicher Genuß sie anzuhören.
Auch die Kostüme sind hervorragend, die Augen haben viel Futter zum Schwelgen.
Was mir gar nicht gefällt, ist die Darstellungsweise, denn alle Sänger überzeichnen in der Wiedergabe...
Veröffentlicht am 18. August 2011 von Nastro_Adhesivo


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53 von 53 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Konventionell und herausragend, 3. Januar 2010
Rezension bezieht sich auf: Mozart, Wolfgang Amadeus - Don Giovanni [2 DVDs] (DVD)
"Regietheater findet an der MET nicht statt" schrieb einer meiner Vorgänger. Und in diesem Fall muß ich hinzufügen: Und das ist gut so. Nach vielen "Ach so einfallsreichen" Inszenierungen von Don Giovanni (auf dem Schrottplatz, in der Bar, im Loft beispielsweise) ist es sehr entspannend und unterhaltsam, eine Aufführung zu sehen, in der das Libretto 1:1 übernommen worden ist. Wenn die Rede ist von "einem Hut mit weißen Federn", dann trägt der Don einen Hut mit weißen Federn, basta! Die MET ist auf Publikumsgelder angewiesen und huldigt daher dem Publikumsgeschmack - wenn das so geschieht wie hier (und dazu auch auch noch so hervorragend gesungen wird!), habe ich damit kein Problem. Über Terfel, Flemming und die anderen Protagonisten ist genügend geschrieben worden, da kann ich auf die vorherigen Rezensenten verweisen. Furlanetto dürfte der einzige sein, der in derselben Rolle über einen Zeitraum von 13 Jahren dreimal auf DVD festgehalten worden ist. Ein Vergleich zeigt, daß er sich in die Rolle immer mehr eingefunden hat und er mit seiner Performance auch stimmlich allen anderen die Show stiehlt. Alles in allem eine konventionelle - im höchst positiven Sinn - Inszenierung und sehr empfehlenswert.
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15 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hexenmeister Bryn..., 3. November 2010
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Rezension bezieht sich auf: Mozart, Wolfgang Amadeus - Don Giovanni [2 DVDs] (DVD)
Ein Don Giovanni der auf den ersten Blick so spanisch wirkt wie Samson aus der Sesamstraße und so erotisch wie Pu der Bär, kann das gut gehen?
Eigentlich nicht.
Es sei denn, Don Giovanni heißt im angeblich wirklichen Leben Bryn Terfel, ist ein wahrer Hexenmeister und mit einer der schönsten Stimmen unserer Zeit sowie kübelweise Charisma und Bühnenausstrahlung gesegnet.
Ob er wirklich der beste Interpret dieser Rolle seit Cesare Siepi ist (wie im Beiheft behauptet) mögen andere entscheiden, für mich ist er zumindest der ruchloseste, dämonischste Don den ich bisher kenne. Ein Mann ohne Mitleid, ein Mann, der weder vor Mord noch vor Vergewaltigung zurückschreckt um ans Ziel seiner maßlosen Wünsche zu kommen, und der doch über genügend Charme und Einfühlungsvermögen verfügt, die berühmten mille e tre" Spanierinnen zu verführen.
Und weil Bryn ein Hexenmeister ist, nutzt er sogar sein doch eher walisisch-robustes Äußeres zum Vorteil: diesem Don Giovanni sieht man den Tribut an, den sein in jeder Hinsicht ausschweifendes Leben von ihm fordert. Der elegante Edelmann von einst ist bereits seit längerem Vergangenheit. Dazu (und vor allem !) diese Stimme, die wispern und donnern, umwerben und drohen kann...Terfel ist einfach grandios, und bevor das hier noch peinlich wird und ich in teeniehafte Schwärmerei gerate, wende ich mich lieber seinen Bühnenpartnern zu, über die man ebenfalls nur das beste sagen kann:
Ferruccio Furlanatto in einer seiner Paraderollen: dieser Leporello ist nicht nur der geknechtete Diener seines Herrn, sondern macht sich mit ihm auf durchaus unsympathische Weise gemein und ist im Grunde keinen Deut besser als er. Endlich einmal wirkt die Verkleidungsszene nicht völlig albern: dank der gleichen (grauenvollen) Haartracht, einer ähnlichen Figur und dem geschickten hantieren mit Umhängen und Hüten, kommt die Verwechslung zwischen Giovanni und Leporello einigermaßen glaubhaft daher, zumal auf der Bühne tatsächlich das von Mozart vorgeschrieben Halbdunkel herrscht, was ja heutzutage auch keine Selbstverständlichkeit mehr ist...
Nur einmal wird diesem Leporello ganz kurz die Schau gestohlen, und das von Donna Elvira: während der Registerarie reagiert sie so tragisch-komisch, daß es ein bißchen schwer fällt, sich so auf Leporellos Gesang zu konzentrieren wie er es verdient hätte.
Solveig Kringelborn ist eine tolle Elvira, die ständig zwischen hysterischer Wut, schadenfrohem Rachedurst und aufrichtiger Sorge und Liebe hin-und hergerissen scheint.
Mir hat diese Donna Elvira sehr gut gefallen, da sie m.E. die richtige Mischung aus Tragik und Komik in die Rolle bringt.
Renee Flemings Donna Anna ist ganz große Dame: edel in ihrer Trauer und ihrem Wunsch nach Gerechtigkeit fällt sie, anders als Elvira, nie aus der Rolle, sie singt wunderschön und es ist klar, daß sie eines Tages eine friedliche Ehe mit Don Ottavio führen wird. Die immer wieder gern diskutierte Frage, ob da was war zwischen ihr und Don Giovanni oder ob sie sich erotisch von ihm angezogen führt, kann hier mit einem ganz deutlichen "definitiv nicht!" beantwortet werden.
Ihr Don Ottavio ist Paul Groves, der mir gefallen hat, den ich aber nicht außergewöhlnich fand. Er ist treu, ergeben, edel aber gegen die geballte Bühnenpräsenz eines Giovanni, gegen Leporellos gerissene Hinterhältigkeit und auch gegen den zu cholerischen Ausbrüchen neigenden Masetto schon ein bisserl fad.
Es gehört ein großer Sänger dazu, aus dieser Rolle mehr herauszuholen, mein Favorit ist derzeit Michael Schade,der, und ich hätte nicht gedacht, daß ich das mal sagen werde, in dieser Rolle selbst Fritz Wunderlich überragt, aber hier leider nicht singt.
In den Ensembleszenen mit Elvira und Anna hat er mir allerdings sehr, sehr gut gefallen.
Hei-Kyung Hong und John Relyea als Bauernpaar Zerlina und Massetto versprühen Lebensfreude und singen toll. Hei-Kyung Hong ist eine kokette, neugierige Zerlina, die von Giovanni sehr fasziniert ist und mit dem Feuer spielt, umso eindrucksvoller ihr spürbares Entsetzen, als sie sich auf Giovannis Fest mit zerissenen Kleidern, gefesslet und knapp der Vergewaltigung entkommen, weinend in Masettos Arme flüchtet. Massetto ist für einen armen Bauern entschieden zu elegant gekleidet, selbst wenn man bedenkt, daß es sich um seinen Hochzeitstag handelt, ist es schon etwas komisch, daß er stilvoller daher kommt als der Edelmann dessen Gast er ist.

Fazit: mich hat dieser Opernabend vor dem Fernseher gepackt wie lange nichts mehr. Zum Thema Traditionell vs. Regietheater: Regietheater muß nicht schlecht sein, und traditionelles Theater muß nicht langweilig sein, wichtig ist, daß die Geschichte gut und glaubhaft erzählt wird, und das war hier der Fall.
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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Don Giovanni ist auch in New York ein Wüstling..., 24. Mai 2011
Von 
Andre Arnold "Lateingott" (Rödental, Bayern) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
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Rezension bezieht sich auf: Mozart, Wolfgang Amadeus - Don Giovanni [2 DVDs] (DVD)
Wolfgang Amadeus Mozart schrieb in seinem kurzen Leben verhältnismäßig viele Opern. "Don Giovanni", dieses "Dramma giocoso in due atti" KV 527, gilt von jeher als seine gelungenste Oper, mehr noch: Sie gilt als eines der vollkommensten Werke der Musikgeschichte. Und in der Tat gelingen Mozart hier viele unvergleichliche Meisterstücke. Er findet einige seiner schönsten Melodien und konzipierte wundervolle Arien, welche auch Menschen, die normalerweise keine klassische Musik hören, geläufig sind.
Die Handlung der Oper nach einem Libretto von Lorenzo da Ponte dreht sich um den Wüstling Don Giovanni, der durch zahlreiche Ränkespiele und andere Hinterlistigkeiten sowie die widerwillige Mithilfe seines Dieners Leporello die Gunst vieler Frauen erlangt. Doch nach kurzen Abenteuern verliert Don Giovanni die Lust an seinen Eroberungen. Die geschundenen, entehrten Frauen lässt er zurück, schreckt selbst vor Mord nicht zurück. Als er den Komtur ermordet, schwören seine Tochter Donna Anna und sein Schwiegersohn Don Ottavio Rache. Auch Donna Elvira, ein früheres Opfer Giovannis, beteiligt sich an der Racheaktion, ebenso wie das gepeinigte Bauernpaar Zerlina und Masetto. Doch die Statue des Komturs, die der furchtlose Don Giovanni zu einem Diner einlädt, kommt den Eifrigen zuvor und verschlingt Don Giovanni in einem Feuerwirbel.

Die vorliegende New Yorker Einspielung durch The Metropolitan Opera Chorus and Orchestra unter der Leitung von James Levine mit Bryn Terfel in der Hauptrolle entstand 2000. Die Bild- und Tonqualität sind hervorragend.
Zunächst einmal sollte die bombastische orchestrale Leistung Erwähnung finden: James Levine ist einer der führenden Dirigenten von Opernaufführungen und liefert auch hier einen genialen Vortrag. Farbenreichtum, Charme und Esprit beseelen seine Interpretation. Sein Orchester verwirklicht seine Vorstellungen grandios mit viel Liebe und Hingabe. Akzente werden zuhauf gesetzt, ohne dass sich die Akteure zu weit von der Partitur entfernten. Vor allem ist es gelungen, die Handlung differenziert zu begleiten und absolute Transparenz zu gewährleisten.
Sowohl die gesangliche als auch die schauspielerische Leistung sind (nahezu) perfekt. Bryn Terfel als Don Giovanni halte ich für eine der besten Verkörperungen, die man hätte vornehmen können. Terfel steht die Rolle des Bösewichts einfach wunderbar zu Gesichte. Nicht umsonst lobte die Presse diese Aufführung in erster Linie wegen der phantastischen Leistung des Briten. Sein Gesang - genau wie der aller anderen - ist glasklar, rein und inbrünstig. Er beweist eindrucksvoll, dass er sich intensiv mit der Materie auseinander gesetzt hat. Ferruccio Furlanetto als sein Diener Leporello kann dasselbe von sich behaupten. Er ist ein herrlich spöttischer und dabei reizend selbstironischer Leporello, dessen Charakterzüge zwischen Aporie und Sarkasmus angesiedelt sind. Die Rolle der Donna Anna übernimmt Renée Fleming, die den Gram und die Verzweiflung ihrer Rolle authentisch und gesanglich einwandfrei zur Schau stellt. Noch besser ist die Leistung der gedemütigten Donna Elvira, die durch Solveig Kringelborn brillant verkörpert wird. Die liebreizende Bäuerin Zerlina wird durch das unvergessliche Recital Hei-Kyung Hongs geadelt und ihr täppischer, eifersüchtiger Ehemann Masetto wird zynisch von John Relyea dargestellt. Gesanglich astrein kann Paul Groves als Don Ottavio schauspielerisch nicht Schritt halten mit seinen Gefährten. Sein über weite Strecken völlig emotions- und mienenloser Gesichtsausdruck verleiht seinem Vortrag eher den Anschein eines Trauerspiels - auch wenn er als Verlobter Donna Annas auftritt. Diesem Odel fällt Sergej Koptchak als Komtur niemals anheim.
Zuletzt noch ein Lob an die Bühnen- und Maskenbildner: Von der MET ist man ja traditionelle, ich möchte sagen: konservative Aufführungen gewohnt. Auch hier darf sich der Hörer auf eine historisch informierte Darbietung freuen, die dem Geiste des Werkes und Mozarts aber in allen Belangen verpflichtet ist. Opulente Bilder und üppige Staffagen ergänzen das Bild und runden das Programm ab, das lange seinesgleichen suchen wird...
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14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen MET, 15. September 2009
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Mozart, Wolfgang Amadeus - Don Giovanni [2 DVDs] (DVD)
Wofür steht MET ?

Erstens sind es meistens Inscenierungen, die opulent sind, aber natürlich niemand weh tun. Regietheater findet dort nicht statt. Nein, ich kenne keines, Vorsicht. Die DVDs, die ich aus der MET kenne, sind meist traditionell.

Da die MET sich ja jetzt in die Kinos der Welt verbreitet, habe ich in der vorigen Saison eine Somnambula gesehen, die immerhin einer gewissen Regie-Idee folgte, und nicht nur Ausstattungstheater war.

Damit will ich keine Lanze für Regietheater brechen. Lieber eine höchst konventionelle Ausstattungsoper als irgendeine Regieidee eines Selbstverwirklichers.

Zweitens steht MET für ein immer hohes, um nicht zu schreiben, höchstes Niveau.

Anfangen will ich mit Levine, der ja viel Mozart in NY dirigiert hat. Sein Giovanni gefällt mir ausserordentlich gut. Wenn man traditionell dirigiert und nicht der historischen Spielweise huldigt, dann gehört sein Dirigat zum besten, was es gibt.

Und die Sänger ?

Terfel und Flemming waren die bekanntesten. Terfel wurde als bester Giovanni seit Siepi bezeichnet. Dem würde ich nicht uneingeschränkt zustimmen. Er hat eine wunderbare Stimme, aber im dramatischen Bereich, der in der Schluss-Scene unbedingt gefordert ist, ist ihm Nicolai Ghiaurov zum Beispiel unbedingt über.

Kringelborn und Flemming gefielen mir beide sehr gut. Ich würde da keine Abstufungen machen. Ja, non mi dir ist hinreissend gesungen von Frau Flemming. Aber auch Solveig Kringelborn hat absolut MET-Niveau. Wer dort singt, hat es normalerweise als Sänger, Sängerin geschafft.

Paul Groves als Don Ottavio erreicht diese Hürde knapp. Da gibt es eindeutig bessere Protagonisten, wie Nicolai Gedda etwa.

Furlanetto als Leporello füllt seine Rolle selbstverständlicher aus als Terfel die seine. Sowohl stimmlich als auch schauspielerisch.

Hong als Zerlina und Koptchak als Commendatore sind sehr gut. Ohne die anderen genannten ganz zu erreichen.

Fazit: Musikalisch hochwertig, die Inscenierung konventionell.

Und das zu einem Preis, zu dem früher einen Querschnitt dieser Oper bekam.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zeffirellis zeitloser "Stil", 2. April 2011
Von 
Hans-Georg Seidel "opera" (Düsseldorf) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
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Rezension bezieht sich auf: Mozart, Wolfgang Amadeus - Don Giovanni [2 DVDs] (DVD)
Eine Zeffirelli Inszenierung von klassisch bildhafter Opulenz, da stimmt einfach jedes Detail, eine quasi zeitlose, keine angestaubte Inszenierung. Eben nicht von einem "Zeitgeist"-Regisseur. Sängerisch ist jede Rolle hervorragend besetzt. Renee Flemming singt eine stimmtimbremäßig "warm strömende" Donna Anna. Solveig Kringelborn insbesondere in der letzten Arie der Donna Elvira ganz großartig. Ob das Wagnerfach für sie erstrebenswert ist, stelle ich anheim. John Relyea ist ein kraftvoll sonorer Masetto. Umwerfend bassbaritonal profund singt Feruccio Furlanetto den Leporello, ein großartiges Rollenporträt. Bryan Terfel singt den Don Giovanni besonders in den dramatischen Akzenten der Rolle sehr überzeugend und fulminant. Sein Timbre empfinde ich allerdings nicht wirklich ideal für den Don Giovanni. Aber das ist natürlich reine Geschmacksache. Ich habe Terfel in anderen Rollen erlebt, in denen er großartig agiert(Falstaff,Mephisto). Auch Paul Groves als Don Ottavio kann insgesamt gefallen. Den sängerischen Höhepunkt sehe ich in der Interpretation der Zerlina durch Hei-Kyung-Hong mit liebreizendem, feinziselierten Sopran, wie "Porzellan" vom Timbreparfüm. Eine Idealbesetzung für diese Rolle.
James Levine dirigiert ambitioniert und mit "Herzblut".
Insgesamt eine empfehlenswerte "zeitlose" Inszenierung. Wer Regietheater braucht, sieht allerdings etwas anderes. Da gibt der Markt ja genug her an Neudeuter-Ideen.
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14 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Odd, flawed, but very amusing, often outstanding, 15. Juni 2006
Rezension bezieht sich auf: Mozart, Wolfgang Amadeus - Don Giovanni [2 DVDs] (DVD)
The staging here is excellent: the singers are placed just right, and move around in fun and interesting ways (the end scene of dinner-plus-Commendatore is especially effective). The stage director got all the sexuality he could out of the quadrangle Giovanni-Elvira-Anna-Zerlina: everyone wants at Giovanni, and Giovanni is quite willing to let them all have a try. This is fun, especially after Harnoncourt's very chaste interpretation of the various roles (especially Donna Anna's). -- Bryn Terfel as D.G. is indeed a sight for sore eyes. He is large, round, and beetle-browed: looks quite frog-like: and is very, very interesting in the part. He brings, unsurprisingly, a boyish impudence to the role, a bullying self-absorption, which goes excellently with his own particular style of stage-acting. Kringelborn is one of the best Donna Elviras since Schwarzkopf. She can act, and what a voice! The big star, Fleming, is quite all right: the orchestration doesn't give her a proper chance. Groves as Ottavio and Relyea as Masetto are rather wooden and forgettable (especially the latter), but then they so often are. The only really objectionalbe casting is poor Hei-Kyung Hong as Zerlina. It is simply not her part at all - and she is not up to a duet with Terfel. His warm, sweet, deep, expressive voice makes hers seem painfully sharp, frightened and thin; and she is a poor actor. Finally, I object to Levine's pacing in the arias. He plods pedantically when he is not pompous, and several arias, which should be beautiful and moving - Giovanni's, Elvira's - lose interest and contour. If you like Gardiner and Harnoncourt and Abbado, Levine seems obvious and insensitive. But this is, as are so many things, a matter of taste.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen DIES GIBT ES BALD NICHT MEHR-WERKTREUE FÜHRT ZUM ERFOLG, 21. Oktober 2010
Von 
Brasier "pappageno" (BERLIN) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Mozart, Wolfgang Amadeus - Don Giovanni [2 DVDs] (DVD)
Gehen wir mal davon aus, das wenn wir von einer Oper sprechen, wir meistens den Komponisten nennen - schließlich handelt es sich um ein Komplexes Werk das literarisches dramatisches Geschehen - durch die Musik des Komponisten sublimiert, erhöht.

So ist bei Anhörung der Komposition, dabei dem Libretto folgend, im Gesamtresultat eine Vorstellung des Geschehens möglich, weil bei seriösen Komponisten die Symbiose von Wort und Aktion (oft mit Kämpfen von Komponist/Librettist erreicht) stringent stattfindet. dies wurde bei Mozart von Richard Strauss gerade im Don Giovanni besonders bewundert. (Maskentrio)

Das Argument das die zwischen Menschlichen Verhaltungsstränge dann Zeitlos seien, somit sich ins Heutige transportieren lassen, stimmt nur bedingt.

Musikstil, Lebensformen, Gesellschaftsstrukturen, Geschichte (Kunstgeschichte) sind miteinander verbacken...Somit ist eine Transposition nur von Realisatioren glaubhaft, die behutsam uns durch Intelligentes agieren , ohne den Pfad der Autoren zu verlassen, möglich. Dies gelingt leider nur selten.

Wenn auf dem Bühnengraben die Barockmusik schwelgt, kann das Geschehen schlecht auf der Bühne sich in einer Wohnküche von 1960 abwickeln.

So liegt zur Realisation eines Werks der Opernliteratur alles vor , wer liest und vor allem hört, braucht nur zu realisieren. (Das liest sich einfacher als es ist.)

Der Regisseur, einem Dirigenten gleich, hat die Aufgabe dieser 'Gesamtpartitur' von Text und Musik zu folgen, die Personen bis ins feinste Detail zum Leben zu erwecken im Kontext mit den anderen Protagonisten.
Striche etwa in Musik und Text zu machen - da er sich in ein Konzept versteift hat die mit der Partitur und Libretto teilweise konkurrieren sind von vornherein zum scheitern verurteilt.

Arbeit genug - eine Psychologisieren jeder einzelnen Figur zu realisieren. Diese Vertiefung ist schon Schwierig genug und wird heute als Konvention beschimpft - ist aber bei 200 Jahren alten Werken die stringente Regel.

Ein bekannter Regisseur dieser Richtung ist der Deutsche Peter Stein der seit 50 Jahren dieser Linie folgt

Einer dieser Meister ist Franco Zeffirelli (war J.P.Ponelle).

Seine Inszenierungen sind absolut Werkgetreu, folgen dem Roten Faden von Text und Musik - und - da er auch sein eigener Bühnenbildner ist , stimmt auch der Zeitliche Kunsthistorische Kontext auf der Bühne. Insgesamt zeitloses gutes Handwerk .

So auch dieser Don Giovanni den er seit 1955 immer wieder inszeniert hat und die Interpretation durch die Jahrzehnte verfeinert überarbeitete. Dadurch agieren Figuren mit einer Spontanität als würde alles eben zum ersten mal stattfinden.

Diese gelungen Aufführung ist eine Wiederaufnahme einer MET Produktion von 1990 die in einer Besetzung in der Samuel Ramey herausragte durch die TV Anstalten der USA lief. (kursiert in Sammlerkreisen)
Dies wurde leider nicht auf DVD veröffentlicht - aber wir haben mit der vorliegenden Wiederaufnahme von 2000 einen Adäquaten Ersatz.

Bryn Terfel ist ein Burschikoser Stimmgewaltiger Don Giovanni
Il Commendatore - Sergei Koptchak
Donna Anna - Renée Fleming
Don Ottavio - Paul Groves
Donna Elvira - Solveig Kringelborn
Leporello - Ferruccio Furlanetto
Masetto - John Relyea Zerlina - Hei-Kyung Hong
sind alle für sich eine Idealbesetzung.

In Sachen Mozart, wie immer Bewährt, James Levine mit dem MET Orchester
DIESE Aufführung verträgt ein öfteres Ansehen !
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zeffirellis verspielte opulente Inzenierung ein Augen und ein Ohrenschmaus, 4. November 2010
Rezension bezieht sich auf: Mozart, Wolfgang Amadeus - Don Giovanni [2 DVDs] (DVD)
Mozarts Don Giovanni ist die Geschichte eines sadistischen Wüstlings, der Frauen nachstellt, Väter der von ihm nachgestellten und verführten Frauen tötet, Ehemänner verprügelt, und sich wie ein Sadist gegenüber seinem Diener Leopello verhält, die Toten stört, der Föllerei fröhnt und andere schlimme Sachen tut. Mozart bewunderte solche Menschen, war er nicht selbst ein so genannter Bad Boy, der bekanntlich kein Kind von Traurigkeit war. Er identifiziert sich mit seiner Hauptperson wie mit keiner anderen seines gewaltigen Opernschaffens. Musikalisch ist die Oper ein Missing Link zwischen der Gesangsoper und dem Wagnerischen Musikdrama, er geht sogar in der Behandlung der Rhythmik über Wagner hinaus. (Ballszene Finale ersten Aktes. Die Oper bricht mit den Konventionen des Dramna Giocoso. Die Titelrolle ist ein Basso Cantate kein Tenor. (Wagner nannte diese Stimmlage hoher Bass Verdi Bassbariton). Diese Stimmlage personifizierten Sänger wie Tito Gobbi, Ruggerio Raimondi, im Verdifach. Franz Mazura, Gustav Neidlinger oder Hans Hotter im Wagnerfach. Es ist daher falsch den Don Giovanni mit einem lyrischen hohen Bariton wie Thomas Hampson oder Thomas Allen oder Dietrich Fischer Dieskau, die ich im Schubert Kunstlied sehr schätze, weiche hohe Baritone. Hier im Don ist es anders, der Sänger muss ein viriler kräfitger Bassbariton sein, der in Rollen wie einem Klinsor, einem Scarpia einem Jago oder Macbeth oder den "Three Devils" beheimatet ist. Wie geschaffen für Bryn Terfel dem "Enkel" des großen Tito Gobbis. Sein rauher und markanter Bassbariton ist wie geschaffen für einen Bösewicht. Er ist der neben Ghiaurov und Gobbi der sadistischste Don, ein wahrer barocker Feudalherr, einfach so tötet er den Stadtkommandanten von Sevilla, er verhält sich wie ein Despot zu seinem Leibeigenen (großartig Furlanetto als Leporello) die Frauen gehören ihm als wären sie seine Sklavinnen, er ist skupelos widerlich und ein absoluter Macho, selbt gegenüber der Kirche hat er keinen Respekt ( die Komturszene ist eine Abrechnung mit dem Austrokatholizismus). Eine überragende Leistung. Das Orchester spielt gut, Levine liefert im Graben eine sehr gute Leistung ab, ein Dirigat, das sich von den überragenden Dirigaten eines Furtwänglers und eines Klemperer nicht verstecken braucht,lediglich in der Komturszene hätte ich das Blech stärker besetzt.Der Don verträgt vierfache Hölzer vier- acht Hörner und Trompeten und sechs Posaunen in der Szene wie bei Klemperer.
Zeffirellis Inzenierung ist absolout werkgetreu, verspielt mit opulenten Kostümen und pittoresken Barockkulissen (und nicht im Wald wie bei Guth). Wenn es steht der Don trägt einen Hut mit weißer Feder dann trägt er einen Hut mit weisser Feder. Wenn der Don Giovanni Masetto die Waffen abnimmt, dann nimmt er ihm eine Pistole und eine Muskete keinen Golfschläger oder ähliches ab. Der Komtur ist ein steinernder Gast beim Festmahl, eine barocke Kapelle ist tatsächlich eine barocke Kapelle und keine Hardrock Band, und wenn es heisst exellente Mazeninho dann trinkt Bryn Terfel einen Wein und kein Energy Drink oder Cola oder ähnliches. Und wenn er sich mit seinem Leibeigenen Leporello am Friedhof trifft, dann trifft er sich am Friedhof und nicht in einem Discounter. Don Giovanni und Leporello haben wirkich eine Herr-Leibeigenen Beziehung und nicht etwa eine latent homoerotische, wie es in manchen Regietheaterinzenierungen durchaus en vogue ist. Und Masetto und Zerlina sind ein Bauernpaar nicht ein Zuhälter und eine Nutte im Minikleid (Zugegeben bei Kusej konnte die Sängerin es tragen). Wer also Mozarts Opus Maximum wirklich von Mozart sehen und hören will, der ist bei Franco dem großen Zeffirelli bestens bedient. Vielleicht noch vor der Boheme seine beste Inzenierung.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Don Giovanni, 4. Juni 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Mozart, Wolfgang Amadeus - Don Giovanni [2 DVDs] (DVD)
Das ist genau die Aufnahme aus der Metropolitan Opera, die ich mir vorgestellt habe. Konventionell und der Zeit Mozarts angepasst.
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15 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Licht und Schatten, 18. August 2011
Rezension bezieht sich auf: Mozart, Wolfgang Amadeus - Don Giovanni [2 DVDs] (DVD)
Das gute an dieser Inszenierung sind die Stimmen, sie holen das Letzte an Möglichkeiten heraus und es ist ein unglaublicher Genuß sie anzuhören.
Auch die Kostüme sind hervorragend, die Augen haben viel Futter zum Schwelgen.
Was mir gar nicht gefällt, ist die Darstellungsweise, denn alle Sänger überzeichnen in der Wiedergabe der Charaktere, eigentlich schrammen sie allesamt hart am Comedy-Niveau vorbei.
Allein schon Leporello versucht ständig seinen Herrn an Frivolität und Verderbtheit zu übertreffen und ein Bryn Terffel ist schon anstrengend genug. Letzterer hat eine hervorragende Stimme, aber wer schon so gewöhnlich und verderbt aussieht, muß nicht noch spielen wie ein Ferkel, sorry. Dieser Charakter hat doch gar nichts verführerisches mehr an sich, er ist nur noch grob, plump und gemein und da kann man den Frauen, die auf ihn "hereinfallen" nur zurufen:
"Ihr seid doch selber schuld, diesem Kerl stehts doch auf der Stirn geschrieben."

Auch die Zerlina ist anstrengend, nicht nur, daß ein asiatisches Gesicht bei einer Figur, die als ländliche Italienerin angelegt ist, schon eine Zumutung darstellt, sie überspielt wie eine Comic-Figur, sie ist grotesk überzeichnet angelegt.

Auch Donna Elvira nimmt man die tragische Figur nicht ab, sie muß sich die ganze Zeit über mühsam beherrschen, Don Giovanni nicht an Plumpheit zu überspielen, sie anstrengend und aus-der-Rolle-fallend.

Wir haben nach einer Stunde ausgeschaltet, Stimmen und Kostüme hin oder her.
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Mozart, Wolfgang Amadeus - Don Giovanni [2 DVDs]
Mozart, Wolfgang Amadeus - Don Giovanni [2 DVDs] von Metropolitan Opera Orchestra (DVD - 2005)
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