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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen K U N S T ! ! !, 1. März 2006
Rezension bezieht sich auf: Jesu (Audio CD)
Kaum einen Longplayer habe ich im vergangenen Jahr öfter gehört, als das offizielle Debut-Album von JESU. So ungefähr 70 – 80 mal habe ich die 76 Minuten dieses fantastischen Albums in voller Länge in mich aufgesogen. Und diese Dauerrotation nimmt und nimmt kein Ende...
Die ebenfalls gutklassige 2-Track E.P. „Heartache“ ließ ja schon großes erahnen. Aber was Ex-NAPALM DEATH und GODFLESH Mastermind Justin K. Broadrick auf „Jesu“ abliefert, gehört einfach zum besten, bewegensten, impulsivsten und mitreißendsten, was im Jahr 2005 überhaupt auf CD gepresst wurde. Vielleicht sogar eines der komplettesten und feinfühligsten Alben des 20. Jahrhunderts. Unterstützt durch Ted Parsons, den viele von euch sicherlich aus seiner Zeit als PRONG-Schlagzeuger in Erinnerung haben, zelebriert Broadrick mit JESU auf diesem 8-Tracker ein wirklich unglaubliches Melancholie-Klangerlebnis, dass mich schon seit einer halben Ewigkeit vor Begeisterung dahinfließen lässt.
Dabei überzeugen monotone Übersongs wie „Tired of me“ , „Sun day“ oder „We all faulter“ nicht nur durch ihre Detailverliebtheit, sondern vor allem durch die wohlige Wärme, die den Hörer bei jedem neuen Hördurchlauf überkommt. Andern als bei z.B. GODFLESH, die ihren Sound vorrangig über verstörende und lebensverneinende Industrial-Doom-Walzen definierten, geht es hier nicht um den Abbau destruktiver Aggressionen. Musikalische Schönheit heißt hier das Zauberwort. Auch JESU finden ausschließlich im überaus langsamen Zeitlupen-Tempo statt, sind aber dabei weitaus positiver. Es sind die wundervoll verträumten Melodien, die fein akzentuierten Gitarren, die mitreißenden Programming- u. Sample-Effekte. Und nicht zuletzt die ruhige beschwörende Stimme von Justin Broadrick himself, der seine Stimmbänder ähnlich melodisch klingen lässt, wie Burton C. Bell von FEAR FACTORY.
Schon allein der Opener „The path to divinity“ hat eine derart meditative Wirkung, dass man schnell das Gefühl für Raum und Zeit verliert. Gerade bei diesem Songs habe ich desöfteren den Eindruck, das Intro – also bis der Gesang einsetzt - würde ewig dauern. Als würde es in einer Endlosschleife gespielt. Sooooo lang können 3 Minuten sein...
Mit „Friends are evil“ , "Man / woman“ und der nervenzerreißenden Walze „Walk on water“, welche ebenso gut auf MINISTRYs „Dark side of the spoon“ hätte stehen können, lassen es JESU sogar verhältnismäßig metallisch krachen, ohne dabei das Gesamtkonzept des Albums zu zerstören. Großartige Klangwelten, die meine musikalischen Grenzen komplett neu definiert haben.
Fans von ISIS, PELICAN, (den ruhigen) CULT OF LUNA oder aber auch TYPE O’ NEGATIVE sowie den „White“-Alben von SUNNO))) sollten sich dieses bahnbrechende Stück Klangkunst zulegen. Eine Investition die ihr sicherlich nicht bereuen werdet.
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5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Jesu - Jesu, 15. Februar 2006
Rezension bezieht sich auf: Jesu (Audio CD)
Justin Broadrick. Dieser Name ist aus der Musikgeschichte nicht mehr wegzudenken. War er es doch, der Anfang der 90ér mit Godflesh den Industrial Metal auf eine neues Qualitätslevel erhob, welches bis heute nur sehr wenige Bands zu erreichen vermochten. Und wer ließ die Gitarren bei Napalm Deaths bahnbrechendem Debutwerk kreischen? Richtig! Justin war maßgeblich für "Scum" verantwortlich. Ein Album, welches noch heute in seiner Melange aus Härte, Geschwindigkeit und purer Intensität Maßstäbe setzt.
Broadrick hats irgendwie mit der Religion. Erst Godflesh, dann God und nun Jesu. Wer Godflesh Songs der Marke "Christbait Rising" oder "Streetcleaner" kennt, weiss allerdings, dass er nicht den Kuschelkurs fährt, sondern ziemlich harsche Kritik übt. Bei Jesu entfernt er sich von dieser Thematik. Viel mehr konzentriert sich Broadrick auf den Menschen als Individuum, welcher immer wieder den Erwartungen und Vorgaben von Partnern, Institutionen oder gesellschaftlichen Normen ausgesetzt ist. Versagen, Schuld, Enttäuschung, Trauer, Hoffnung, Liebe, Tod ... all dies verpackt Broadrick in schlaue und interessante Texte, die er, wie bei späteren Godflesh Alben üblich, mit weicher, immer etwas schräger Hall- Stimme vorträgt. Gut singen konnte Broadrick noch nie. Einen gewissen Charme kann man seiner leicht dissonanten Stimme aber nicht absprechen.
Soundtechnisch knüpft Broadrick zwar an seine frühere Band an, betont aber verstärkt die langsamen, sphärisch-schleppenden Elemente des ursprünglich für Godflesh charakeristischen Sounds, während die aggressiven Parts in den Hintergrund treten. Schwere Industrielle Töne sind auch hier noch gegeben, ja. Solch brachialen Soundwände wie man sie bei Jesu vorfindet, hört man wirklich nicht aller Tage. Aufgrund der sich ständig wiederholenden Gitarren- und Bassläufen, die den Hörer durch den zusätzlichen Einsatz von Echo, Hall- und Verzerreffekten nach und nach förmlich einzuhüllen beginnen, hat das ganze aber eher Anleihen bei Ambient und Drone, anstatt, wie bei späteren Godflesh Alben sehr gut hörbar, in zb. fast schon Grindcore-artige Klänge abzugleiten.
Die Produktion ist sehr dicht und warm, insbesondere dann, wenn einzelne kurze Passagen nur von Piano und Broadricks Stimme domninert werden. Abgesehen davon, bleibt der Sound aber immer der gleiche, wenn Justins typische Feedback-Gitarren auf wummernden Bass und die schleppend, langatmigen Rhythmen seitens der Drumfraktion treffen. Da macht sich beim hören eine gewisse Gleichförmigkeit breit. Merkwürdigerweise ist dies aber glatt die Stärke von Jesu. Denn wie ich schon erwähnte, besitzt die Scheibe einen sehr einlullenden Charakter, welcher durch Andersartigkeiten im Sound erst garnicht seine volle Wirkung würde entfalten können. Dieses immer wieder genutzte Schema wirkt geradezu hypnotisierend. Variationsreichtum beweist Broadrick dann schon eher bei den Melodien. Überhaupt ist Jesu fürs ungeübte Ohr zwar auf den ersten Blick Recht ungewöhnlich, aber, im Gegensatz zu solch Genre-ähnlich, aber doch wesentlich extremeren Bands wie Khanate oder Teeth of Lions Rule the Divine als geradezu "Ohrenfreundlich" zu bezeichnen. Da könnte man schon eher einen Vergleich mit Neurosis bemühen, aber selbst das würde nicht wirklich hinkommen. Aufgrund der einen oder anderen wirklich wunderschönen Melodie, welche bisweilen durch den Krach scheint wie die Sonne durch dunkle Wolken, wirken manche Momente gar schon harmonisch. Jesu ist so gesehen wohl Broadricks bisher "positivstes" Projekt ... und das will schon was heißen. Denn auch wenn er nicht anders kann und Passagen wie ... And I'm, so tired of me, withered and unclean. I'm too blind to see, the shit that is me ... eine eindeutige Sprache sprechen, so gesteht Justin dem Hörer zumindest ein schwaches Licht am Ende des Tunnels zu.
Was letzlich bleibt sind 8 alles zermürbende Dampfwalzen. Schon seit langem wurde Depression nicht mehr so konsequent und großartig vertont. Ich bin verliebt, obgleich dieser Kraft und Emotionalität. Danke Broady!
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3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Musikalisches Hochwasser, 1. September 2005
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Jesu (Audio CD)
Dies gehört zu den langsamsten Platten der Welt. Niemand muss hier etwas beweisen. Die meisten Gitarren- und Bassbreitwände (mit einigen Keyboardlichtern) wurden ohnehin von einem einzigen Menschen aufgetürmt: Justin Broadrick, ehemals bei Godflesh und Techno Animal. Hilfe holte er sich beim Schlagzeug, das dann aber weit, weit nach hinten gemischt wurde und meist nur den Puls markiert. Wie bei fast allen Bands dieser Art (Isis liegt etwa auf der Linie) bleibt der Gesang spartanisch und unverständlich. Die Stimme erinnert gelegentlich an Peter Hammill. Schlammige Urgewalten in Zeitlupe - ein Äquivalent zu den Hochwässern, die diese Erde heimsuchen. Was in Dreiteufelsnamen aber hat Jesus damit zu tun? Wir werden es noch erfahren.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Emotion pur, 15. März 2006
Von 
Rezension bezieht sich auf: Jesu (Audio CD)
Wer nach zig genialen GODFLESH-Alben Justin Broadricks Kreativität erschöpft vermutete, wird hier eines besseren belehrt. Langsame Tracks mit ultra-tiefen Gitarren überwältigen den Hörer in Kombination mit wahnsinnig schönen Melodien und sehnsuchtserweckendem Gesang. Trotz aller Schwere und Monotonie ist dieses Debut emotional ohne Ende - ich habe noch nie ein so ehrliches Album gehört. Weltklasse!
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1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Doom - nicht ganz..., 13. Januar 2006
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Jesu (Audio CD)
Diese Platte schlicht als Doom zu bezeichnen wäre ein bißchen zu einfach. Sicher werden Doom Fans (vor allem aufgeschlossene Funeral Doomster) ihre Freude an dem selbstbetitelten Longplay-Debüt von Jesu haben. Stellenweise erinnern Justin Broadrick's Kompositionen aber an eine ultralangsame Version von Fear Factory (ja, in der Tat bzw. zumindest mich) - vor allem die verzerrten Bässe, die tieftönenden Gitarren und die cleanen Gesangslinien. Trotzdem sollte ein Fear Factory Fan hier nicht unbedingt unbedacht zugreifen.
In aller Kürze: ein monotones, enigmatisches, be-(un?!)-ruhigendes und zugleich aufwühlendes Werk.
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Jesu
Jesu von Jesu (Audio CD - 2005)
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