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66 von 76 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wahnsinn
Endlich gibt die vielleicht beste Aufnahme von "Tristan und Isolde" in der schönen und preisgünstigen Reihe "The Originals".
Das Ereignis der Aufnahme ist sicher Carlos Kleiber, dieser unglaubliche Dirigent und Musiker. Sein Tristan-Dirigat ist so ideal, dass man es sich nur schwerlich besser vorstellen kann. Vieles klingt hier, trotz anderer, eminent gut...
Veröffentlicht am 4. März 2005 von Lurcanio

versus
34 von 42 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Wasser im Wein
Zunächst: ich bin ein großer Fan von Carlos Kleiber und finde seine wenigen Aufnahmen brilliant und spannend.
Doch bei diesem TRISTAN handelt es sich um einen Problemfall:
Die Aufnahme fand unter legendär schwierigen Bedingungen statt, die nur zum Teil am notorisch schwierigen Dirigenten lagen.
Die Aufnahmen in der Dresdener Lukaskirche...
Veröffentlicht am 13. Juni 2009 von Leopold Berger


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66 von 76 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wahnsinn, 4. März 2005
Rezension bezieht sich auf: The Originals - Wagner: Tristan und Isolde (Audio CD)
Endlich gibt die vielleicht beste Aufnahme von "Tristan und Isolde" in der schönen und preisgünstigen Reihe "The Originals".
Das Ereignis der Aufnahme ist sicher Carlos Kleiber, dieser unglaubliche Dirigent und Musiker. Sein Tristan-Dirigat ist so ideal, dass man es sich nur schwerlich besser vorstellen kann. Vieles klingt hier, trotz anderer, eminent gut dirigierter Aufnahmen, sei es von Furtwängler, Bernstein oder Thielemann, als höre man zum ersten Mal den Tristan so, wie er sein soll. Es ist natürlich Spekulation, aber ich könnte mir vorstellen, Wagner hätte diese Aufnahme geliebt.
Alles ist ungemein logisch entwickelt, Kleiber kann Zusammenhänge herstellen wie kaum ein anderer. Er läßt die Musik sich ganz natürlich entfalten, ohne jemals die Zügel schleifen zu lassen. Nie verliert er die Spannung, ohne aber in ein langweiliges Dauerespressivo, wie man es gerade beim Tristan häufig hört, zu verfallen. Er steht unter Strom, ohne den Laden zu überhitzen. Er kann feinste Nuancen zeichnen, hat auch die nötige Spannkraft und Ruhe für die langsamen Passagen, etwas im Liebesduett im zweiten Akt, das ihm im wahrsten Sinn des Wortes "traumhaft schön" gelingt. Und natürlich für auch für das Vorspiel oder den Liebestod.
Er hat einen herrlichen Klangsinn, entlockt der wunderbaren Dresdner Staatskapelle unglaubliche Schönheiten. Da fallen kleine, technische Mängel des Orchesters wie im Vorspiel des zweiten Akts wahrlich nicht ins Gewicht - man wird mehr als reich dafür entschädigt. Besonders die Streicher klingen wie aus einer anderen Welt - schöner geht es fast nicht.
Der Grundklang ist eher dunkel und vermeidet allzu große Direktheit, sicher klingt die Partitur bei manch anderen Dirigenten transparenter, aber gerade der etwas verhangene Klang, das nicht ganz Greifbare machen für mich den Reiz, den Zauber dieser Aufnahme aus, und passt überdies hervorragend zu dieser singulären Musik. Die erfordert keinen Technokraten, keinen der die Partitur seziert, sondern einen sensiblen Klangregisseur.
Hier stimmt jedes Detail, jede Phrase ist perfekt austariert. Das Verhältnis der Harmonien zueinander, das Verhältnis von Spannung und Entspannung ist ideal gewichtet. Dass Kleiber dies alles gelingt, ohne den Fluss, ohne die Natürlichkeit, ohne die Emotionalität der Musik zu vernachlässigen, ist, denke ich, sein großes Geheimnis. Er hat zunächst akribisch geprobt, aber dann im Konzert - oder hier im Studio - die Zügel locker lassen können. Ich denke mir, er war dann, auch wenn es etwas pathetisch klingt, nicht Orchesterleiter, nicht Dirigent, sondern er wurde hunderprozentig eins mit der Musik. Er war dann "die Musik", hat die Musik in diesem Augenblick so erlebt, als wenn sie gerade von ihm in diesem Augenblick komponiert würde. Wer ihn auf Video sieht, kann das vielleicht nachvollziehen. Man kann sich seiner Austrahlung, seiner sichtlichen Freude an der Musik nicht entziehen. Die Musik steht in seinem Gesicht, in seiner Körperhaltung, in seinen Gesten geschrieben. Die Musiker müssen nur hinschauen und lesen, und wissen ganz genau, welcher Ausdruck gefodert ist. Ein Jahrhundertgenie, ohne Zweifel.
Wie steht es nun aber um die Sänger? Nun, ich finde, überwiegend ganz hervorragend. Die Sensation ist sicher Maragret Price. Sie hat Isolde nicht auf der Bühne gesungen, aber was sie auf dieser CD abliefert, ist ein Lehrstunde in Wagnergesang. Eine besser gesungene Isolde hab ich nie gehört. Ihr Klang ist perfekt, ein bisschen dunkel gefärbt, ideal fokussiert und von berückender Schönhert. Die Resonanz und damit die Tranfähigkeit, die sie erreicht, ist für eine so lyrische Stimme erstaunlich. Ihr Legato ist ohne Beispiel, ihre Phrasierung, ihre Musikalität sind nahezu ideal. Eine der ganz großen Sängerinnen ihrer Zeit! Natürlich hat sie keine hochdarmatische Röhre wie Birgit Nilson, aber gerade das macht den Zauber ihrer Isolde aus. Jugendlich, bei aller Perfektion dennoch emotional, dennoch sowohl fesselnd als auch anrührend, ist hier endlich eine singende Isolde. Eine Isolde, die in erster Linie wunderbar singt, wunderbar musiziert, nicht nur den Text heftig deklamiert. Sie macht einem dabei allerdings auch schmerzlich bewußt, mit was für rohen Klängen wir uns heutezutage oft zufrieden geben müssen. Wo sind heute Sänger vom Format einer Maraget Price? Viele gibt es leider nicht!
Ihr ebenbürtig ist die sensationelle Brigitte Fassbaender als Brangäne. Trotz Christa Ludwig ist sie für mich die beste Brangäne, die ich je gehört habe. Und sie passt mit ihrer eminent musikalischen und herrlich gesungenen Brangäne ideal zur Isolde von Margaret Price. Auch klanglich mischen sich diese beiden Stimmen wunderbar. Ich bin ein großer Fan von Brigitte Fassbaender und halte sie für eine der vollkommensten Sängerinnen ihrer Zeit. Was für eine Sängerin, aber auch was für eine Darstellerin. Bei ihr gibt es praktisch nichts zu kritisieren, sie ist der Perfektion nahe! Von welchem Sänger kann man das schon sagen?
In der gleichen Liga agiert der wunderbare König Marke von Kurt Moll. Ihm kann von den jüngeren Sänger (wenn man nicht bis Kipnis zurück gehen will) vermutlich einzig Karl Ridderbusch in der Karajan Aufnahme das Wasser reichen. Ein Marke, herrlich gesungen, voll Emotionalität, voll Ausdruck, auch voller Entäuschung über den Betrug, voller stiller Wut und tiefer, innerer Trauer. Aber auch ein Marke der herrlichen musikalischen Nuancen, ein Marke, dem man auch 10 Stunden statt der 10 Minuten im 2. Akt zuhören könnte.
Etwas problematisch ist die Leistung von Dietrich Fischer-Dieskau, der im ersten Akt die Spottgesänge des Kurwenal ein bisschen arg derb, ja, eher deklamiert als singt. Seine besten Momente sind die Lyrischen, etwas im dritten Akt sein "Bist Du nun tod? ...". Da zeigt sich, welch eminenter Sänger er auch 1982 immer noch war.
Fehlt noch Rene Kollo von den Hauptdarstellern. Er ist der am meisten kritisierte Sänger dieser Aufnahme, und kein Zweifel, sein Trisan ist sicher nicht ideal. Aber welcher Trsitan ist das schon? Sicher, wie gut hätte ein Fritz Wunderlich, wenn er nicht so früh gestorben wäre, in das Konzept dieser Aufnahme gepasst. Aber, leider hat das nicht sollen sein. Und ohne Zweifel war Rene Kollo der beste Tristan seiner Generation und sicher auch der beste, der 1982 verfügbar war. Seine größte Schwäche ist für mich, dass er die Phrasen nicht wirklich klangvoll und entspannt durchsingen kann. Der Klangstrom kling immer ein bisschen gepresst und reisst beim Wechseln des Tones für einen Augenblick ab. Das fällt natürlich besonders neben dem idealen Singen von Margaret Price ein bisschen negativ auf. Aber Rene Kollo hat auch sehr viel zu bieten: ein echt temorales Timbre, dass immer noch recht jugendlich klingt, die gute Durchschlagkraft seiner eigentlich nicht allzu großen Stimme, seine exzellente Diktion. Und vor allem seine unbestrittene Musikalität, mit der er vieles wett macht. Er prasiert vielleicht nicht immer gesangstechnisch ideal, aber immer sehr musikalisch. Er kennst und versteht die Rolle und das Stück aus dem FF - war immer ein ungemein intelligenter Sänger. Und nicht zuletzt, gerade im letzten Akt: er opfert sich voll und ganz in der Rolle auf, er durchleidet die Leiden Tristans. Ohne Zweifel war er einer der großen Singschauspieler seiner Generation. Wer das nicht glaubt, der sehe sich seinen Bayreuther Tristan in der Ponnelle-Inzeneierung an. Wen das nicht rührt, der hat kein Herz.
Die übrigen Sänger sind OK, nicht mehr, aber auch nicht weniger. Ob ihrer kleinen Rollen fällt das aber nicht allzusehr ins Gewicht. Die Klangtechnik ist nicht ideal, ein wenig zu indifferent und entferntm finde ich. Was mir aber gut gefällt ist, dass die Sänger nicht so penetrant nach vorne gezogen werden, um uns größere Stimmen vorzugaukeln als wirklich vorhanden, wie das in vielen Aufnahmen neueren Datums der Fall ist. Der Balance zwischen Orchester und Sängern kommt ziemlich gut an eine Live-Aufführung hin. Allenfalls Maraget Price wurde vielleicht ein klein bisschen nach vorne gezogen, könnte ich mir vorstellen.
Als Fazit bleibt mir nur zu sagen, dass dieser Tristian für mich ein singulares Ereignis ist! Achtung, Suchtgefahr!
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr gute Alternative, 17. August 2012
Von 
opernfan - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: The Originals - Wagner: Tristan und Isolde (Audio CD)
Ich habe schon ausgeführt, warum ich die alte Furtwängler-Aufnahme für immer noch unerreicht halte (s. dort). Nichts desto trotz halte ich auch diese Aufnahme sehr in Ehren, weil sie so völlig anders als die Deutung unter Furtwängler ist. Und diese somit wunderbar ergänzt. Kleiber bevorzugt nun eine absolut lyrische, poetische Deutung, es ist ein traumumflorter, melancholischer Tristan, wo von vornherein klar ist, dass das Liebespaar in der Realtität keine Chance haben kann, weil die Realität gar nicht wirklich relevant ist (ganz anders bei Böhm, hier wird gekämpft, gelitten). Fast könnte man sagen, Debussy meets Wagner. Eine sicherlich extreme Deutung, in sich aber absolut schlüssig und überzeugend. Und welche Orchesterfarben findet Kleiber dabei.
Das Sängerensemble ist - hierin nicht unähnlich zu Furtwängler - nicht ganz einheitlich, was aber dem Gesamteindruck keinen Abbruch tut. Mit einer Ausnahme vielleicht. Fischer-Dieskau war nie wirklich ein Wagner-Sänger, aber hier weist er bereits solche stimmlichen Mängel auf, dass es wirklich wenig Freude macht, ihm zuzuhören. Ansonsten wird auf hohem Niveau gesungen.
Nun ist R. Kollo nun wahrlich nicht mein Lieblingssänger, aber in dieser Konzeption ist er ein guter Tristan, der stimmlich durchhält und auch im dritten Akt noch was zu sagen hat. Die Price ist auf ihre Art eine absolut überzeugende, sehr lyrische Isolde. Ganz anders als die Flagstad, stimmlich natürlich kleiner dimensioniert - aber welcher Wohlklang. Ähnliches gilt für die Fassbaender, sicherlich keine genuine Wagner-Sängerin. Aber welche Schönheit im Singen und Ausdruck (man höre nur ihre Brangäne-Rufe im zweiten Akt). Und Moll ist ein überzeugender Marke.
Wie gesagt, als Ergänzung zur Furtwängler-Aufnahme sehr zu empfehlen. Wenn ich nur einen Tristan mit auf die Insel nehmen dürfte, würde mir das Element des Hoheitsvollen, Großen und Dramatischen doch etwas fehlen.
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32 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Klangzauber mit problematischem Tristan, 8. Januar 2005
Von 
vully "vully" (Neuhausen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: The Originals - Wagner: Tristan und Isolde (Audio CD)
Endlich ist die einzige Digitalaufnahme unter den großen Tristan-Aufnahmen in bezahlbarer und technisch noch einmal überarbeiteter Form neu erschienen. Und wie in jeder seiner - leider viel zu wenigen - Aufnahmen macht Carlos Kleiber am Pult den entscheidenden Unterschied aus:

Kein anderer Dirigent hielt sich so genau an die dynamischen Anweisungen der Komponisten, trotzdem wirkt keine seiner Aufnahmen akademisch. Seine Tempi sind immer flott, aber nie überhetzt, sondern leidenschaftlich. Hier wird Wagner auch endlich einmal nicht durchgehend laut gespielt. Und gerade durch diese leisere, unglaublich farbige Grundauffassung wirken die dramatischen Ausbrüche um so brutaler, heftiger. Nach dem Anhören dieser Einspielung wirkt jede andere oberflächlich, unsensibel.

Leider hatte Kleiber das Pech, dass er im Vergleich zu früheren Aufnahmen zwar erheblich bessere technische Voraussetzungen zur Verfügung hatte, aber nur noch bedingt die hierfür geeigneten Sänger:

Während Herbert von Karajan zehn Jahre vorher noch Jon Vickers als Tristan zur Verfügung gehabt hatte, musste Kleiber mit einem Rene Kollo Vorlieb nehmen, der seine besten Jahre hörbar auch schon hinter sich hatte: Hatte er in jungen Jahren (Meistersinger unter Karajan) noch über eine recht freie, in der Höhe sogar leuchtende Stimme verfügt, klingt er hier oberhalb der Mittellage nasal, eng, blechern. Hohe Töne werden - auch und gerade in den lyrischen Passagen - mit Kraft hochgequetscht, klingen hart und flach. Zu Gunsten Kollos muss man sagen, dass er zum einen in den tieferen, leisen Passagen den Text sehr plastisch ausdeutet und v. a. im dritten Akt sehr überzeugend leidet - dies allerdings nicht mit musikalischen Mitteln, sondern durch hörbare Überschreitung seiner stimmlichen Grenzen.

Margaret Price war alles andere als eine typische Isolde, sondern eine lyrische Sopranistin und Mozart-Spezialistin, die die Isolde nie auf der Bühne gesungen hat. Ihre Verpflichtung war ein umstrittenes Experiment - und wurde eine Sensation! Sie ist die mädchenhafteste, zarteste aller Isolden, macht aber trotzdem nie den Eindruck, stimmlich überfordert zu sein. Die erfahrene Liedinterpretin lotet die Nuancen der Rolle voll aus und macht dadurch vor allem den ersten Akt - zusammen mit der kongenialen Brigitte Fassbaender - zu einem Psychokrimi. Nach der jungen Kirsten Flagstad (wegen der doch noch größeren stimmlichen Reserven) und neben der glühend dramatischen Birgit Nilsson vielleicht die rundum überzeugendste Isolde überhaupt.

Geradezu tragisch die Leistung von Dietrich Fischer-Dieskau: Dass er einmal ein großartiger Kurwenal gewesen war, trotz seiner dafür eigentlich zu leichten, hellen Stimme, hatte er unter Furtwängler bewiesen - leider schon 30 Jahre früher! Er hätte sich die Neuauflage und damit Kommentare wie "dünn, jammernd, abgesungen" ersparen sollen. Warum Kleiber nicht den damals noch erheblich frischeren Walter Berry oder gleich einen jüngeren Sänger verpflichtet hat, verstehe ich bis heute nicht.

Großartig dagegen die herb-energische Brangäne von Brigitte Fassbaender - fast noch intensiver als, wenn auch stimmlich nicht so souverän wie Christa Ludwig. Überragend auch Kurt Molls väterlicher Marke mit seiner schwarzsamtenen Stimme. Ein König vom Kaliber eines Kipnis, Weber, Talvela. Auch die Nebenrollen sind mehr als nur gut besetzt (besonders beeindruckend: der 72jährige Anton Dermota als "junger Hirt").

Hätte Kleiber einen besseren Kurwenal und einen Tristan von der Klasse eines Vickers, Suthaus oder Melchior zur Verfügung gehabt - er hätte die Furtwängler-Aufnahme von 1953 als beste Studio-Aufnahme ablösen können und wir müssten auch nicht mehr live-Aufnahmen von 1936 hinterhertrauern. So aber bleibt auch bei dieser kostbaren Aufnahme ein unerfüllter Rest.
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34 von 42 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Wasser im Wein, 13. Juni 2009
Rezension bezieht sich auf: The Originals - Wagner: Tristan und Isolde (Audio CD)
Zunächst: ich bin ein großer Fan von Carlos Kleiber und finde seine wenigen Aufnahmen brilliant und spannend.
Doch bei diesem TRISTAN handelt es sich um einen Problemfall:
Die Aufnahme fand unter legendär schwierigen Bedingungen statt, die nur zum Teil am notorisch schwierigen Dirigenten lagen.
Die Aufnahmen in der Dresdener Lukaskirche wurden nie fertiggestellt; denn Kleiber, zunehmend enerviert u.a. von der musikalischen Inkompetenz (sorry) René Kollos, verließ das Studio und floh aus der DDR ...
Was man - aus finanziellen Gründen, um nicht ein paar Millionen in den Sand zu setzen - bei der DGG anschließend zusammenflickte und mit Müh und Not Kleiber zur Veröffentlichung abgerungen hat, ist sehr uneinheitlich und m.E. wenig überzeugend.
Die Besetzung ist sehr unausgeglichen:
Dame Margaret Price, eine lyrische, schön singende, textlich exquisite Isolde, gefällt mir ausgezeichnet - sie hat diese Partie freilich nur auf der CD gesungen.
René Kollo ist im DVD-Mitschnitt aus Bayreuth wesentlich besser.
Brigitte Fassbaender übertreibt und wirkt deshalb keineswegs immer angenehm auf das Gehör.
Dietrich Fischer-Dieskau hätte dieses Casting nie annehmen dürfen! Sein ältlich klingender Kurwenal geht höchstens als pensionierter Haudegen durch.
Kurt Moll singt balsamisch, aber larmoyant. Carlos Kleiber, der Moll sehr schätzte, sagte dazu: "Der singt wie wenn ihm Haus und Hof abgebrannt wären." Das sagt einiges.
Und der Maestro selbst dirigierte widerwillig eine Studioaufnahme des Wagnerschen Meisterwerks und blieb damit leider unter seinen Möglichkeiten. Die Tempi sind sehr schnell, bisweilen überhetzt und wenig inspiriert. Irgendwie hat man immer das Gefühl, er wollte da nur schnellstmöglich durch!
Summa: Es gibt wesentlich bessere Aufnahmen, auch wenn bekanntlich keine wirklich zu 100% befriedigt - das leidige Sängerproblem!
Von mir ein Geheimtipp:
Sir Reginald Goodalls Aufnahme mit unbekannten Sängern aus der Oper in Cardiff! (Decca)
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23 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine der spannendsten Aufnahmen, 7. April 2005
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: The Originals - Wagner: Tristan und Isolde (Audio CD)
Eine der spannendsten AufnahmenFür diese Aufnahme spricht besonders C. Kleibers fesselnde Interpretation der Partitur, die er auch durch seine Sänger verwirklichen lässt, so gut es denn geht. Am besten vermitteln dies Margaret Price (Isolde), Brigitte Fassbänder (Brangäne) und Kurt Moll (Marke). René Kollo als Tristan ist sehr bemüht um Dynamikwechsel und um die sinnvolle Gestaltung von Phrasen, allerdings fehlen inzwischen die stimmlichen Mittel. Ob es zur Zeit der Aufnahme einen besseren Tristandarsteller gab, ist schwer zu sagen (um Spas Wenkoff beispielsweise machte die Plattenindustrie einen Bogen). Anzumerken ist noch die widersprüchliche Tatsache, dass Margaret Price ihre lyrische Isolde gerade deshalb gelingt, weil sie auf der Bühne keine Wagnerpartien interpretierte, während Kollo wohl gerade durch seine Festlegung auf Wagnerrollen seine Stimme stark beeinträchtigt hat.
Fanatikern sei die von Margaret Price gesungene Variante in Isoldes Klage im III. Akt ("Ganz ohne Huld meiner Leidens-Schuld?") ans Herz gelegt, die ich so in keiner andere Aufnahme gehört habe.
Fischer-Dieskau (Kurwenal) klingt (auch altersbedingt) recht überfordert - Vermutlich hätte er sich mit einer kleineren Rolle bescheiden sollen wie Anton Dermota, der als Hirt noch zu überzeugen weiß. Da die Gesamtkonzeption zählt, gerät die Aufnahme durchaus eindringlicher als beispielsweise Karajans (trotz Jon Vickers` überzeugenderem Tristan). Die gelungenste Aufnahme ist meines Erachtens die unter Karl Böhm (Bayreuth, 1966, Nilsson, Windgassen).
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Nicht ein Höhepunkt in Kleibers Schaffen, 7. Mai 2013
Rezension bezieht sich auf: The Originals - Wagner: Tristan und Isolde (Audio CD)
Selber besitze ich vier Aufnahmen des Tristan, und meine persönliche Rangliste unter diesen lautet seit langem: Böhm - Furtwängler - Solti - Kleiber. Wobei sich zwischen den ersten zwei Plätzen die Vorlieben immer wieder mal abtauschen. Lange habe ich mich gewundert, ob ich bei der Kleiber-Aufnahme ganz einfach etwas Wesentliches nicht verstanden habe, legte die Aufnahme immer wieder ein und war stets auf's Neue enttäuscht. Die sehr aufschlussreiche Rezension von Leopold Berger hier auf Amazon vermochte endlich etwas Licht in diese Angelegenheit bringen und lässt verstehen, warum diese Einspielung problematisch ist. Als ich nun noch via Internet die sehr interessante Diskothek des Kulturradios der Schweiz hörte, welche verblindet verschiedene Aufnahmen des Tristan gegenüberstellte (Thieleman, Belohlavek, Barenboim, Pappado, Kleiber) und die Juroren die Kleiber-Aufnahme früh und doch für viele etwas überraschend als die Schwächste und Uninspirierteste verabschiedeten, habe mich mich entschlossen, mit dieser Rezension meinen alten Eindruck, den ich immer für unpassend hielt, niederzuschreiben. Wenngleich Kleiber einige wirklich tolle Aufnahmen gelungen sind - diese gehört wohl bei aller Hochachtung auch ihrer Qualitäten eher nicht dazu.
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17 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Vorsicht... (zu lyrisch), 18. Januar 2008
Von 
Manuel Rivera (Heilbronn, Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: The Originals - Wagner: Tristan und Isolde (Audio CD)
Jemandem, der überlegt, sich EINEN "Tristan" zuzulegen, möchte ich definitiv von dieser Aufnahme abraten. Sie hat ihre Stärken, präsentiert aber keineswegs Wagners dramatische Handlung so bündig und packend wie einige andere Einspielungen.

Kleibers Dirigat macht viele Funde in den Details; es gibt eine Stelle im Vorspiel z. B. die ich in ihrer sexuell gequälten Iterativität noch nie so gehört habe, und im 3. Akt gibt es Instrumentalwirkungen von überraschendster Plastizität. Trotzdem finde ich seine Auffassung des Werkes insgesamt zu "romantisch", zu statisch-lyrisch, meinethalben auch episch (in der Gesamtschau), aber kein bisschen dramatisch. Und das MUSS in meinen Augen der Tristan sein: dramatisch. Denn es vollzieht sich ja keine bloße Raumschiff-Zweier-Apotheose, sondern der Crash des Raumschiffs im höchst irdischen Raum.

Kollo, wiewohl sehr bemüht und manchmal sehr textintensiv, streift mit seinen Intonationsproblemen und seinem Stimmgequetsche oft das Unerträgliche. Kein empfehlenswerter Tristan. Margaret Price ist als Isolden-Variante definitiv ein Grund, diese Aufnahme zur Kenntnis zu nehmen; ich wüsste eigentlich nichts gegen ihre schöne Interpretation zu sagen wenn nicht wieder dasselbe: zu lyrisch. Ich glaube ihr nicht recht dass sie ein furchtbares Schicksal erlebt, und zwar WÄHREND des Verlaufs der Oper. Fassbänder hingegen IST dramatisch (jedenfalls im 1. Akt), aber dafür sind ihre Phrasierungen mir oft zu diskontinuierlich, rein musikalisch gibt es bessere Brangänen. Fischer-Dieskau ist abgesungen und versucht das durch prätentiöse Grimassen wieder wettzumachen; eine Unverschämtheit. Die anderen, kleineren Rollen sind gut besetzt.

Wegen der Staatskapelle Dresden und Margaret Price, sodann wegen bestimmter Eigenheiten im lyrischen Detail ist diese Aufnahme von Kleiber durchaus hörenswert - als Ergänzung zu anderen Tristan-Einspielungen. Als "Referenz"aufnahme hingegen würde ich sie nimmermehr empfehlen.
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4.0 von 5 Sternen Eine schöne und ausgewogene Aufnahme., 7. Juli 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: The Originals - Wagner: Tristan und Isolde (Audio CD)
Aufnahme sehr empfehlenswert.
Musikalisch sowohl von der Seite des Dirigates als auch der Sänger!
Ein sehr lyrischer und "fliessender "Tristan!
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Jetzt haben wir eine Probleme, 1. Juni 2008
Von 
Dag Kyndel "Kottebo" (Stockholm, Sweden) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: The Originals - Wagner: Tristan und Isolde (Audio CD)
Ich mag es nicht, wo Aufnahmen erscheinen Sänger, dass absolut nicht singen konnte ihre Rollen auf der Bühne. Ein Beispiel ist Turandot auf Decca, mit Joan Sutherland - ein Koloratursopran als der eisigen Prinzessin. Ich habe erlebt, Dame Joan leben bei mehreren Gelegenheiten und ich weiß, sie hatte eine wunderbare und sehr großen Klang den ganzen Weg bis in die strasosphere, aber warum glaubst du, diese clevere Dame sang nie Turandot auf der Bühne? Weil sie wusste, dass es möglicherweise haben sie höchsten Tönen beschädigen. Aus dem gleichen Grund, warum sie nie nahm Abigaille in Nabucco. Hier, wie Isolde, haben wir die schönste Stimme von Margaret Price, aber sicher konnte sie nie die Rolle der Isolde auf der Bühne gesungen haben, beeing eine wunderbare Mozart, Verdi und Strauss auch Sänger. Sie hatte nie die Teilnahme an einem szenische Aufführung, sicher zu wissen, dass sie ihre Stimme nach dem dramatischen ersten Akt verloren haben, so wie Helga Dernesch tat, in die tatsächliche Leistung. Dernesch auch losed ihr Kopfnoten allzu früh in ihrer Karriere. Für lange, versucht Carlos Kleiber, die schwedische Wagnersopranistin Catarina Ligendza als seine Isolde zu bekommen, aber sie verweigert, was bedeutet - nach ihren Erfahrungen mit der Aufnahme des DG Meistersinger -, dass die Art und Weise Aufnahmen heutzutage gemacht werden, auf kleine Stücke von Klebeband zusammen ohne ein Gefühl der Kontinuität in der Herstellung, war so unnatürlich, dass sie nie mehr ein Teil von Studio-Aufnahmen sein. Kollo ist akzeptabel, da Tristan, nicht mehr. Kleiber dirigiert wunderbar und der Klang ist sauber, das Orchester in Top-Form. Aber weil der Sänger in den Hauptteilen, sollte dies nie die erste Wahl eines Tristan Aufnahme sein. Es könnte aber passen wie eine schöne zweite oder dritte Wahl, vielleicht nach Nilsson (und Flagstad) ... Kleiber wollte nie diese Aufnahme veröffentlicht werden. Der Tag, an dem DG bekam Dr. Kleiber "Ja" war, wie in ausgezeichneten Biografie Alexander Werner erzählt wird, der unglücklichste Tag im Leben des Dirigenten...
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7 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Beste, 1. April 2011
Rezension bezieht sich auf: The Originals - Wagner: Tristan und Isolde (Audio CD)
Diese Aufnahme von "Tristan und Isolde" ist die beste, die erhältlich ist. Carlos Kleiber dirigiert ein Orchester, welches die fiebrigen, rauschartigen Klänge in allen Nuancen ausspielt. Er wählt in jeder Szene, in jeder Situation die perfekten Tempi und wogt das Orchester in gigantische Höhen.

Es fällt schwer, unter all den Höhepunkten einen auszuwählen. Ist es Kurt Moll als König Marke, der in einer so herzzerreissenden verletzten Art seinen Monolog im 2. Akt gestaltet ? Oder Brigitte Fassbänder als Brangäne mit ihrer aussergewöhnlich schönen Mezzosopran-Stimme, die diese eigentlich eher im Schatten stehende Rolle perfekt ausfüllt ? Oder das Liebespaar selbst: Margaret Price als Isolde und Rene Kollo als Tristan ? So ein kongeniales Tristan/Isolde-Paar gibt es nur in dieser Aufnahme. Nicht nur als Solisten sind beide Weltklasse, sondern gerade im Zusammenspiel, wenn ihre Stimmen sich zu "O sink hernieder, Nacht der Liebe" oder "So stürben wir, um ungetrennt" vereinen, heben sich beide in den absoluten Wagner-Himmel. Margaret Price hat eine sehr klare, helle Stimme; Rene Kollo ist sehr zart, sehr innig, selbst sein 3. Akt ist äusserst gefühlvoll gestaltet.

So entsteht durch dieses Zusammenspiel von Orchester und Solisten ein Tristan, der Rausch ist, Fieber. Ich könnte mir auch gut vorstellen, daß Wagner-Neulinge durch diese Interpretation zu Wagner finden. Daher auch eine Kaufempfehlung für sich "herantrauende" Neu-Wagnerianer. Das vollständige Libretto ist im Booklet enthalten.
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