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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eines der 10 außergewöhnlichsten Debütalben der Rockgeschichte, 15. Juni 2012
Von 
M. Robert Ganser "robertissimo" (Apetlon, Burgenland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Diese Behauptung ist kühn, ich weiß. Schon gut, Bob Dylan, die Beatles, die Rolling Stones, die Kinks, die Beach Boys, Laura Nyro, Joni Mitchell, Procol Harum, Neil Young, Caravan, Radiohead, Nirvana und einige 100 andere waren es nicht, die mit ihrer ersten Langspielplatte schon ihr Meisterwerk, oder zumindest eines ihrer zwei oder drei besten Alben ablieferten. Die Doors, Velvet Underground, Moby Grape, Ramones, Television, Kate & Anna McGarrigle und gar nicht so wenige andere allerdings schon, und One-Album-Acts mit kleinen oder größeren Geniestreichen (Sex Pistols, Modern Lovers etc.) können da sowieso nicht mitgezählt werden. Diese Acid-getränkte fünfköpfige wilde Horde aus Austin in Texas kam Zeit ihres Bestehens auf drei Alben (das Fake-Live-Album, das die Plattenfirma 1968 auf den Markt warf, darf dabei getrost übersehen werden), das letzte war 1969 unter dem Titel "Bull Of The Woods" erschienen, eine Scheibe, der ich nicht mehr als 3 Sterne geben könnte. Die normalerweise nach einem hervorragenden Debüt schwierige, jedenfalls ganz schön herausfordernde zweite Platte war im Herbst 1967 erschienen, ein 5-Sterne-Geniestreich mit dem Titel "Easter Everywhere". Das Debütalbum wurde in Texas im November 1966 erstveröffentlicht - "The Psychedelic Sounds Of The 13th Floor Elevators".

Ob die Elevators wirklich die Allerersten waren, die den Begriff "Psychedelic" verwendeten, ist strittig, aber auch relativ uninteressant; Tatsache ist, dass sie die erste Band waren, die ihre Musik so bezeichnete und einem Album den entsprechenden Namen gab. Was aber das Wichtigste war: Ihr Sound war unverkennbar und einzigartig, und das war das Verdienst der beiden tragenden Bandmitglieder Roky Erickson und Tommy Hall. Erikson klang als Sänger wie eine irre Mischung aus James Brown, Mick Jagger und Van Morrison, das verlieh der Musik Schärfe und geballte Energie. Hall spielte ein Instrument, das es weder davor noch danach in der Rockmusik wieder gab, nämlich einen elektrisch verstärkten Tonkrug, in den er hineinblies, und den ein amerikanischer Musikjournalist als "amoklaufenden Synthesizer" zu umschreiben versuchte - bizarre, blubbernde Geräusche, die man gelegentlich für E-Gitarren mit damaligen Fuzz-Boxen halten konnte, aber wenn man genau hin hörte, war es etwas anderes. Stacy Sutherland spielt eine heiße Leadgitarre, während Erickson gerne in Buddy Holly-Manier Rhythmusgitarre schrammelte, und der Bassist wie der Drummer legten einen ordentlichen Beat hin. Spielten sie schnell und hart, waren sie wie die Stones, Pretty Things und Them in deren stärksten Phasen, und stimmte sie ruhige Stücke an, dann konnten sie mit den Byrds und mit Love locker mithalten. Bootlegs aus 1966 stellen unter Beweis, was für eine phänomenale Live-Band sie waren, und live reiften ihre Songs auch entsprechend.

Das Album beginnt mit ihrem Smash Hit (kam bis Platz 54 in den Billboard Singles Charts!) "You're Gonna Miss Me", von Erickson als 17-Jähriger geschrieben, ihr bekanntestes Stück, ich war nicht der einzige, der die Gruppe mit dieser Nummer kennen lernte. Ein R & B-Fetzer, aber der Wahnsinn folgt in den kommenden 5 Minuten: "Roller Coaster" ist wirklich wie eine Fahrt auf der Hochschaubahn, da nach einer gesungenen Einleitung, die von einem hypnotischen Riff bestimmt ist, der Rhythmus angezogen wird, und die Nummer dann regelrecht explodiert. Hier liefern sich Gitarre und Jug regelrechte Soundschlachten, irrer geht's nimmer, für 1966 war das wahrhaftig "far out", und die Refrainzeile "Come on, and let it happen to you" ist hier mehr als eine nette Empfehlung. Chill-out, bitteschön: "Splash 1 (I've Seen Your Face Before" ist eine ruhige, bezaubernd schöne Ballade, wo Erickson seine romantische Seite zum Vorschein bringt. Fuzzsound bei schnellem, federndem Sound, und nicht ohne spritzige Electric Jug-Einlagen bietet der vierte Track "Reverberation", und das getragene, fast schon hymnische "Don't Fall Down" beschloss damals die erste Seite der LP. Feuerwehrsirenen eröffneten die zweite Seite: "Fire Engine" ist wieder ein Kracher, während "Thru The Rhythm" etwas verhaltener ist, die unauffälligste Nummer des Albums, aber wahrhaftig kein Füller. Die nächsten drei Songs stammen von einem texanischen Rockmusiker namens xxx St. John, der mit der Band Mother Earth spielte: "You Don't Know How Young You Are", "Kingdom Of Heaven" und "Monkey Island", letztgenannter Song ist wieder swingender R & B, stark interpretiert hier, die beiden anderen Songs stehen aber wieder für Außergewöhnliches: "You Don't Know How Young You Are" hat herrliche Hooklines, Tommy Hall in Höchstform (eines der stärksten Beispiele dafür, wie er einen Song veredeln kann), und eine Melodie, die sich schwer vergessen lässt. Und "Kingdom Of Heaven" ist tatsächlich eine Vertonung des Jesuswortes, wonach das "Königreich des Himmels in dir/euch" ist - eine ruhige, mit Hall angereicherte Nummer, wo Erickson wie ein intensiver, aber auch wieder unaufdringlicher Prediger klingt. Die Schlussnummer kommt dann schon, das explosive "Tried To Hide", nochmals Gitarre- und Jug-Gefechte, und so klingt die Platte dann aus.

Musikalisch allein hätte dieses Album schon einen gewaltigen Status, selbst bei einem uninteressanten Cover. Aber da hat diese Platte das totale Gegenteil: Die vielschichtige "Augen"-Grafik mit den psychedelischen Schriftzügen, und dann erst die Rückseite! Wo sonst ein paar nette Bandfotos waren, standen hier großteils philosphische Ergüsse zu den Songtiteln! Dass der Verfasser Tommy Hall war, erfuhr man erst viel später, und wer die Platte produziert hatte, und mit welchem Toningenieur und Studio, stand abgedruckt. Angaben zur Besetzung, geschweige denn ein Foto der Band suchte man aber vergeblich, und das war volle Absicht, so etwas hatte es bei einer Langspielplatte von Newcomers bis dahin nicht gegeben. Lelan Rogers, Bruder des Countrysängers Kenny Rogers, hatte die Platte nicht nur produziert, sondern auch ein eigenes Label mit dem leicht größenwahnsinnig klingenden Titel "International Artists" gegründet, "Psychedelic Sounds" kriegte die Bestellnummer 1. Internationale Karriere machten die Elevators (und alle anderen auf diesem Label) freilich nie, sie kamen nur bis nach Kalifornien und blieben sonst in Texas.

Die Maßstäbe, welche die Gruppe mit diesem Album gesetzt hatte, reichten weit über den Psychedelic Rock hinaus, und die Songkollektion von außerordentlicher Qualität, und last but not least der Sound der Gruppe, hier unterstrichen durch die roh klingende Aufnahmetechnik - das alles zusammen macht diese Platte für meine Begriffe zu einem der 10 besten und wichtigsten Debütalben der Rockgeschichte. Come on, and let it happen to you, indeed!!! Selbst viereinhalb Jahrzehnte später immer noch intensiv!
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12 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen This is the real Psychedelic Garage Rock - PERFECT!, 17. März 2004
Von 
Toshé "Toshé" (Inner Outer Space) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Psychedelic Sounds of (Audio CD)
Roky Eriksson, der Erfinder des Garagen-Rocks, bevor es überhaupt Autos gab...
Die Elevators sind die absolute Climax des psychedelic Garage-Rocks. Was die Burschen aus Texas, Ende der 1960er Jahre auf die Bänder geschossen haben, ist der pure Wahnsinn!
Wilde Fuzzgitarren, Kryptische Texte, Schiere Melodieführung und eine halluzigene Überdosis Wahnsinn. Psychedelic Rock von der hochkarätigsten Sorte! Müssen ganz schön die Faxen gehabt haben, da unten in "cleanshit" Texas. Wild, rebellierend und mit heftiger Kante zelebrieren sie Ihr Repertoire.
Eine Band, die es so nicht wieder gibt! Ein Gigant am Rockhimmel!!! Pflichtmeilenstein für hartgesottene Freaks und Fans der extremeren Vergnügen!
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16 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sounds quite strange ..., 23. Oktober 2000
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: The Psychedelic Sounds of: (Audio CD)
1966 begann LSD oder Acid Einzug in die Musikszene zu halten. Die erste Platte der Elevators zeigt, was die damals übrigens noch legale Droge bei den jungen Teenage-Garagenbands anrichtete. Der zuvor gerade hingeknüppelte Rock'n'Roll mutierte zum Acid-Punk: Sägende Gitarren; dazu der bizarre, blubbernde Klang des von Terry Hall gespielten Jugs sowie natürlich die Stimme von Roky Erickson machten die Elevators über Nacht bekannt. Ein Meilenstein, an dem sich viele US-Bands der 60er-Jahre orientierten. Für die Thirteenth Floor Elevators begann eine Reise, die 1969 endete, als Erickson als Drogenwrack zeitweise in der Klapse landete: ein Außerirdischer, verfolgt vom Satan. Kennt übrigens noch jemand den Country-Schnulzer Kenny Rogers? Sein Bruder, Lelan Rogers, produzierte diese Platte, bevor auch er dem LSD Tribut zollen musste und ausstieg.
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The Psychedelic Sounds of
The Psychedelic Sounds of von 13th Floor Elevators (Audio CD - 2007)
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