Kundenrezensionen


2 Rezensionen
5 Sterne:
 (1)
4 Sterne:
 (1)
3 Sterne:    (0)
2 Sterne:    (0)
1 Sterne:    (0)
 
 
 
 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
Eigene Rezension erstellen
 
 
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

17 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Exzellentes Remastering, hochmusikalisches Spiel, 26. März 2005
Von 
Marcel Bartnik (Luxemburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Living Stereo: Brahms/Piano C (Audio CD)
Die sogenannte Super Audio CD (SACD) ist insbesondere in der auch hier eingesetzten Hybrid-Variante (welche ein Abspielen in jedem beliebigen CD-Player ermöglicht) dabei, sich im Bereich der klassischen Musik als hochauflösender Tonträger durchzusetzen und hat jedenfalls den Konkurrenten der ersten Stunde - die DVD-Audio - weit hinter sich gelassen. Neben Neuaufnahmen im Mehrkanalsound wird die SACD auch immer öfter dazu eingesetzt, ältere Aufnahmen möglichst originalgetreu von ihrer analogen Quelle auf ein digitales Medium zu übertragen. So bringt etwa Universal Classics alte Aufnahmen der "Mercury Living Presence"-Serie heraus, die einem neuen Remastering-Prozess unterworfen wurden; BMG verfolgt eine ähnliche Strategie mit der "Living Stereo"-Serie, aus der auch die vorliegende Aufnahme stammt. Hier handelt es sich dabei "nur" um eine reine Zweikanal-Aufnahme, während andere Aufnahmen derselben Reihe (wie auch bei Universal) drei (Front-)Kanäle aufweisen.
Die hier wiederveröffentlichte Einspielung entstand am 17.4.1954 in Chicago und stellt eine der ersten Stereo-Aufnahmen überhaupt dar. Trotz des verhältnismäßig weit zurückliegenden Aufnahmedatums ist die Klangqualität gut; im blinden Hörtest würde man nicht denken, daß es sich um eine schon 50 Jahre alte Einspielung handelt, insbesondere das famos aufspielende Chicago Symphony Orchestra klingt immer noch hervorragend. Es ist auch ein erheblicher Zugewinn an Räumlichkeit, Dynamik und klanglicher Wärme im Vergleich zur (schon erschienenen) normalen CD-Version zu verzeichnen - das erneute Remastering ist also durchaus gerechtfertigt.
Arthur Rubinstein hatte im Laufe seiner Karriere eine besondere Affinität zu Brahms und setzte insbesondere dessen erstes Klavierkonzert unzählige Male auf sein Konzertprogramm. Dies hing auch damit zusammen, daß der Brahms-Freund Joachim sein Tutor an der Musikhochschule Berlin war und ihm dieses Repertoire daher besonders nahebrachte. Rubinstein wählt in den Ecksätzen relativ schnelle Tempi und betont die zwischen Dramatik und Poesie stehende Stimmung des Werkes. Seine warme Tongebung sowie die sparsam, aber sehr effektiv eingesetzten Rubati verleihen dem ersten Satz eine geradlinige Noblesse, die vielen anderen Pianisten als Lehrmodell dienen könnte. Der zweite Satz ist lyrisch, ohne ins Sentimentale abzugleiten und legt beredtes Zeugnis ab von Rubinsteins musikalischer Sensibilität. Das abschließende Rondo hat viel Schwung und profitiert vom sparsamen Pedaleinsatz des polnischen Pianisten. Fritz Reiner begleitet den Solisten reaktionsschnell, mit viel Übersicht und Rhythmusgefühl - es wird nachvollziehbar, warum das Orchester aus Chicago zu dieser Zeit zu den weltbesten Klangkörpern gezählt wurde.
Die auch nach einem halben Jahrhundert noch höchst überzeugenden musikalischen Qualitäten dieser Aufnahme können einige kleinere Kritikpunkte dennoch nicht ganz überdecken: So kann die Klangqualität mit aktuellen Aufnahmen - etwa Andsnes/Rattle (EMI) oder Oppitz/Davis (RCA) - fraglos nicht mithalten, und die Spielzeit ist mit 48 Minuten doch sehr kurz geraten (warum keine Solo-Stücke als Ergänzung?). Andere Pianisten wie Gelber/Decker (EMI), Andsnes oder auch Ashkenazy/Haitink (Decca) verfügen auch über hörbar größere manuelle Reserven, obgleich die wenigen Ausrutscher bei Rubinstein das Hörvermögen nicht zu trüben vermögen. Eine Kaufempfehlung ist die vorliegende Aufnahme dennoch in jedem Falle wert.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wuchtig und leidenschaftlich, 14. November 2006
Rezension bezieht sich auf: Living Stereo: Brahms/Piano C (Audio CD)
Mit Produktionen der Klavierkonzerte von Brahms war und ist der Tonträgermarkt seit jeher reich gesegnet. Allein Artur Rubinstein hat nach dem Krieg drei Einspielungen realisiert.
Die erste davon, 1954 in Chicago als eine der allerersten Stereoaufnahmen entstanden, ist für mich seine beste, obwohl seine nächste mit Erich Leinsdorf (Boston 1964, RCA) und auch die letzte mit Zubin Metha (1976, Decca) ebenfalls ihre Meriten haben. Besonders die Bostoner Produktion mit dem unvergessenen Erich Leinsdorf ist sehr gut geraten, während die Altersaufnahme, 1976 in Israel entstanden, deutliche Spannungseinbußen und auch technische Nachlässigkeiten erkennen läßt, was wohl der inzwischen erfolgten fast vollständigen Erblindung des damals über 80-jährigen Pianisten zuzuschreiben war. Aber auch hier war seine Gesamtleistung insgesamt immer noch staunenswert.
Kommen wir zur vorliegenden Aufnahme von 1954: Die klangliche Seite ist nach nochmaliger Digitalisierung im neuen SACD-Verfahren überraschend gut, der unbefangene Hörer würde nicht vermuten, daß sie inzwischen über ein halbes Jahrhundert alt ist. Rein musikalisch ist sie von großartiger Präsenz: In Fritz Reiner hatte Rubinstein den kongenialen Partner für dieses Werk gefunden, und das Chicago Symphony Orchestra war schon damals eines der besten Orchester der Vereinigten Staaten. Der Kopfsatz setzt schon sehr prononciert und leidenschaftlich ein, und es kommt im Verlauf des gewaltigen Satzes zu wild dramatischen Ausbrüchen, am Ende des Satzes mit seinen wuchtigen Oktavgängen hält man unwillkürlich den Atem an. Der zweite Satz, Adagio, vom Komponisten im Gedenken an seinen verstorbenen Freund und Mentor Robert Schumann mit "Benedictus qui venit in nomine Domini" überschrieben, wird von Rubinstein in recht lebhaftem Tempo genommen, er braucht gut 13 Minuten, während Clifford Curzon in seiner Aufnahme mit George Szell (Decca) 16 Minuten benötigt und auch Arrau mit Giulini (EMI) etwa 15 Minuten beansprucht. Trotzdem trägt Rubinstein den herrlichen Satz mit kontemplativer Ruhe und sehr abgeklärt vor, pianistisch könnte sein Vortrag nicht vollkommener sein. Das abschließende Rondo wird kraftvoll und grandios gestaltet und rundet eine ganz wunderbare Leistung wirkungsvoll ab.
Das Booklet gibt ausreichende Informationen zu Werk und den beteiligten Künstlern. Eine sehr empfehlenswerte Veröffentlichung, die den Vergleich selbst mit neuesten Aufnahmen nicht zu scheuen braucht.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

Dieses Produkt

Living Stereo: Brahms/Piano C
Living Stereo: Brahms/Piano C von Artur Rubinstein (Audio CD - 2005)
In den Einkaufswagen Auf meinen Wunschzettel
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen