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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Toller Ganz-Spät-Western von Stephen Frears, 11. Januar 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Hi-Lo Country (DVD)
Die 1998 von Regisseur Stephen Frears inszenierte US-Filmproduktion "Hi-Lo Country" erzählt die Geschichte der Freundschaft der beiden Rinderzüchter bzw. Cowboys Pete Calder (Billy Crudup) und "Big Boy" Matson (Woddy Harrelson) im Nachkriegs-New Mexico der zweiten 1940er-Hälfte.
Während Pete eher ein ruhiger und überlegter Typ ist, legt sich Big Boy, der keinem Streit aus dem Weg geht, mit Vorliebe mit dem verhassten neureichen Rinderbaron Jim Ed Love (Sam Elliot), der im Begriff ist das Rindergeschäft im weitem Umkreis an sich zu reißen, und dessen Angestellten an. Zusätzlicher, höchstbrandgefährlicher Zündstoff, auch für die Freundschaft zwischen Pete und Big Boy, bietet dabei Big Boys immer offener ausgelebten Affäre mit der leichtlebigen Mona (Patricia Arquette), der mit einem von Jim Eds Untergegebenen verheirateten Dorfschönheit, auf die allerdings auch Pete eine Auge geworfen hat obwohl er in der hispanischstämmigen Josepha (Penelope Cruz) eine vernünftigere Alternative hat.

Der Film glänzt mit schönen Landschaftsaufnahmen sowie einer "zeitgemäßen" Ausstattung , einer komplexen Liebesaffäre un vor allem einem letzten Aufflackern des alten Westens der kleinen Farmer, Rinderzüchter und Cowboys gegen den neuen des Großgrundbesitz und der durchrationalisierten Großunternehmungen.

Die schauspielerische Leistung ist der eher einfach gestrickten und raubeinigen Landbevölkerung angemessen und die zahlreichen, teils gewaltsam ausgetragenen, Konflikte werden realistisch dargestellt.

Als Extra ist der Trailer zum Film sowie zu einigen anderen interessanten Produktionen enthalten.
Ton- und Bildqualität sind nicht zu beanstanden.

Daher auch alle 5 Sterne für diesen ganz gelungenen Film von mir.
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Cowboys im weiten Land...., 25. Mai 2009
Von 
Ray "rayw260" (Rheinfelden) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Hi-Lo Country (DVD)
Zu Beginn steigt der Cowboy Pete Calder (Billy Crudup) mit einem Gewehr in seinen Wagen, um jemanden zu erschießen. Es folgt die Rückblende, Vorhang auf: Das weite Land, der Wilde Westen. Er erinnert sich daran, wie er einige Jahre vorher Big Boy Matson (Woody Harrelson) kennen lernte und sich mit ihm anfreundete, als er sein Pferd verkaufen wollte, weil die Chemie zwischen Reiter und Tier nicht mehr stimmte.
Es ist kurz vor dem zweiten Weltkrieg, aber im Hi-Lo Country scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Lediglich die Autos ersetzen immer mehr die treuen Vierbeiner.
Und immer mehr wird aus der traditionellen Viehzucht inmitten einer prächtigen, imposanten aber ruhigen Landschaft, ganz im Stile der Cowboys, auch eine lediglich auf Kommerz ausgerichtete industrielle Massentierhaltung eines Jim Ed Lowe (Sam Ellito) . Damit müssen die beiden Freudne erst einmal klarkommen, vor allem spitzt sich die Lage zu, als die beiden Freunde als Kriegsheimkehrer Mitte der 40er zurück ins weite Land kommen.
Selbst Big Boys kleiner Bruder Little Boy Watson (Cole Hauser) arbeitet inzwischen für den modernen Viehbaron. Und auch die hübsche Mona (Patricia Arquette) ist inzwischen mit dem alten Les Birk (John Diehl) verheiratet.
Obwohl Petes Jugendliebe Josepha (Penelope Cruz) immer noch die gleichen grossen Gefühle für ihn hegt, begehrt Pete immer mehr die verheiratete "leichte" Mona. Und plötzlich wird er noch damit konfrontiert, dass Mona bereits ein heimlichesVerhältnis mit Big Boy pflegt...
Der 1941 in Leicester geborene britische Filmemacher Stephen Frears gilt mit Meisterwerken wie "Mein wunderbarer Waschsalon", "Sammy and Rosie tun es", "Prick up your ears", die in England entstanden sind und auch durch seine formidablen US-Arbeiten wie "Dangerous Liasons" oder "Grifter" als einer der wichtigsten Regisseure der letzten Dekaden.
1998 entstand der etwas weniger bekannte Neowestern "Hi Lo Country", mit dem er allerdings 1999 bei den Berliner Filmfestspielen den silbernen Bären als bester Regisseur gewinnen konnte.
"Hi Lo Country" ist kein spektakulärer Reisser, eher ein stiller Film, der wie ein ruhiger Fluss fliesst. Er lässt sich Zeit vor grandiosen Bildern des immer noch existierenden Mythos amerikanischer Westen (Kameramann Oliver Stapelton) seine mit Stärken und Schwächen versehenen Figuren vorzustellen. Menschen mit Idealen, mit Leidenschaften, mit unterdrückten Gefühlen...
"Hi-Lo Country" eröffnet aber auf den zweiten Blick eine grosse Wucht, ist somit eine perfekte Hommage an den klassischen Western, aber es geht nicht um Revolverhelden wie einige Jahre zuvor bei der Eroberung des weiten Landes, sondern um Beziehung, um Ehre, um Männerfreundschaft, um Bruderstreit und vor allem um die unaufhaltsame Zerstörung alter Cowboy-Ideale durch den technischen Fortschritt.
Für Fans von anspruchsvollem Kino ein Muss. Ebenso für Fans von bleibenden magischen Kinobildern..."Hi Lo Country" ist klassisches, grosses Kino mit glauwürdigen klasse Darstellungen, unterlegt mit einem stimmigen Countrysoundtrack ala Willie Nelson, Hank Williams oder Carter Burwell.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der ungezähmte Mann, 12. Oktober 2013
Von 
SAINT - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 1000 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Hi-Lo Country (DVD)
Hi-Lo Country ist wohl einer der besten Western die ich je gesehen habe. Das liegt nicht daran das der Film ein mächtig inszenierten Showdown hätte, oder wo es am laufenden Band zu Actioneinlagen kommt.

Nein der Film lebt von seinen zwischenmenschlichen Beziehungen und seiner Charackterstudie über das was den wilden Westen einmal ausgemacht hat und einer sich verändernen Welt.

Das Thema Innitiationsritus fasziniert mich schon lange und auch die Frage danach wann ist der Mann ein Mann. In gewisser Hinsicht repräsentiert die Figur um "Big Boy" den Archetyp dessen was den Mann ausmacht. Hierbei liegt der Focus nicht unbedingt auf den Machotypus, sondern auf der in sich geschlossenen Standhaftigkeit seiner Person. Diese Person, die auch Stillschweigend vergibt, die trägt und sich loyal gegenüber ihrer Sache zeigt.

Die Freundschaft mit dem schüchternen Cowboy-buddy Pete ist wirklich wohltuend inszeniert. Vor allem weil beide Characktere so gegensätzlich sind in ihrer Art und Weise mit dem Leben umzugehen. Hierbei imponiert besonders die von Big Boy getragene Leichtigkeit das Leben zu nehmen wie es kommt.
Während Pete eher einknickt unter dem Druck so mancher Ereignisse und somit selbst von seinem Buddy getragen wird, als er spätestens am Ende restlos erkennt, welche Stärke und Leidenschaft und vor allem Loyalität diesen Mann auszeichneten.

Der Film ist obwohl ich ein Fan vom "Actionwestern" bin, eine großartige Hommage an den Typ Mann, der die Welt zurecht ritt auf das die Zivilisation folgen konnte.
Der Film lebt zu einem großen Teil mit von seiner Filmmusik die wirklich lebendig ist und ein leichten Hauch der majestätischen Größe wiederspiegelt, die jene Wildheit und Schönheit des Westens ausmachen.

Die Bildqualität möchte ich für eine DVD im Mittelfeld anordnen. Es gibt für dieses Medium bessere Paradebeispiele was die Qualität betrifft, sprich die DVD kann noch mehr. Von daher wäre es wünschenswert, wenn der Film in den kommenden Jahren remastert den Sprung auf die Blu-ray schaffen könnte.
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5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zwei Cowboys, eine Frau, eine Männerfreundschaft, 11. Februar 2014
Rezension bezieht sich auf: Hi-Lo Country (DVD)
Diese Rezension enthält keine technischen Angaben über die DVD.

Der britische Regisseur Stephen Frears („Mein wunderbarer Waschsalon“ –„Sammy and Rosie tun es“ - …) filmte 1998 nach einer literarische Vorlage von Max Evans. Es soll auch eines der Lieblingsprojekte von Regisseur Sam Peckimpah gewesen sein, der sich diesem Stoff jedoch nicht mehr in der Hauptsache zuwenden konnte. Das Drehbuch zu „Hi-Lo Country“ hat Walon Green geschrieben, der neben Peckinpah selbst, am Drehbuch für „The Wild Bunch“ mitarbeitete, so dass sich doch ein gewisser Kreis zu schließen scheint.

Als die beiden Freunde und Cowboys Pete (Billy Crudup) und "Big Boy" (Woddy Harrelson) aus dem 2. Weltkrieg nach New Mexico heimkehren, werden sie sich der Risse bewusst, die der große, weite und vor allem wilde Westen bekommen hat und die alten Traditionen gefährden.

Zwar wird im Saloon immer noch gepöbelt und gesoffen, die Karten auf die Tische geknallt, gewettet, getanzt und gelacht, alte Freundschaften begossen und neue Feindschaften mit kräftigen Hieben gepflegt, die meisten Jungs arbeiten aber längst beim neureichen Viehbaron (Sam Elliot), der während des Krieges viele Höfe der Umgebung aufkaufte und eine Monopolstellung einnimmt. Massentierhaltung hält Einzug. Dieser übermächtigen Tendenz stemmen sich die beiden Freund Pete und Big Boy entgegen, betreiben gemeinsam eine kleine Rinderfarm und haben auch einige wenige Leute auf ihrer Seite. Sie wollen noch ganz traditionell den großen Viehtrieb durchziehen, wo längst schon betriebswirtschaftliche Erwägungen den Viehbaron die Tiere mit der Bahn zum Schlachthof bringen lassen, denn auf dem Trieb geht nicht nur Zeit sondern vor allem Schlachtgewicht der Rinder verloren, bares Geld also. Überhaupt, Autos werden modern, es müssen Reifen gewechselt, anstelle Eisen beschlagen werden. Nichts für Big Boy, der ganz gewiss nicht rückwärtsgewandt ist, sondern voller Optimismus und purer Lebensfreude steckt, aber hier hört es auf, hier will er sich nicht umstellen, noch nicht.

Zum großen Ärger von Big Boy arbeitet sogar sein kleiner Bruder Little Boy (Cole Hauser) beim großen Widersacher, dem Viehbaron, und lässt sich dort gleichmütig demütigen. Big Boy ist da aus anderem Holz geschnitzt. Anpackend bei der Arbeit, fürsorglich gegenüber seiner alten Mutter, ein ehrlicher, vertrauensvoller und verlässlicher Freund seinem Compagnon Pete, ist er andererseits ein unverbesserlicher Raufbold, der keiner Schlägerei aus dem Wege geht, provozierend auftritt und sich in seinem Unabhängigkeitsdrang nicht entmutigen lässt. Vielleicht ist er auch so draufgängerisch und überbordend, weil er die schöne Mona (Patricia Arquette) erobert hat.

Mona, ein Weib nicht zum Anbeten, keine Madonna, aber zum Durchknallen sämtlicher Sicherungen, dabei die Frau eines Anderen. Sie ist mit dem Vorarbeiter des Viehbarons verheiratet. Hat sie Big Boy aus lauter Langeweile verführt, eine frustrierte Ehefrau? Man muss es annehmen, denn auch den Freund Pete hat sie mit strahlendem Blick, laszivem Lächeln und unterschwelligen Reden verrückt gemacht. Oder liebt sie doch tatsächlich Big Boy und kann es nur nicht lassen? Sie brennt dem ruhigen Pete und damit Gegenpol von Big Boy dermaßen auf der Seele, dass Pete stets ihre Gegenwart sucht, obwohl er weiß, dass sie die Geliebte seines Freundes ist, und er diesem gegenüber unbedingt loyal bleiben will. Diese Begegnungen zwischen Mona und Pete, sind Gift für ihn, aber er sucht sie immer wieder, kann sich nicht entziehen, wird zum Teil von Bigboy als Liebesbote geheimer Nachrichten geschickt.

Petes Jugendliebe, die nicht weniger hübsche, aber einfacher und bodenständiger strukturierte hispanischstämmigen Josepha (Penelope Cruz), die immer noch an Pete festhält, erscheint ihm gegen Mona wie eine Landpomeranze, bieder und langweilig.

Josepha sucht eine Wahrsagerin auf, will das Schicksal befragen lassen, ob es nicht doch eine Chance für sie und Pete bereithält. Als Wahrsagerin hat der Zuschauer das Vergnügen, noch einmal Katy Jurado zu sehen, die als junge Frau 1954 als erste mexikanische Schauspielerin für ihre Rolle in „Die gebrochene Lanze“, eine Oskar Nominierung erhielt.

Pete wird zerrieben zwischen seiner Sucht nach Mona und der Freundschaft zu Big Boy. So sehr, dass er in einer Kälberfangaktion, als sie vom Schneesturm überrascht werden und Big Boy den Freund zunächst zurücklassen muss, mit der beschwörenden Bitte, sich nicht vom Weidezaun wegzubewegen, vom Gedanken bedrängt wird, sich doch vom Weidezaun weg in den Schneesturm hineinzubewegen, in das orientierungslose Weiß, um irgendwo den Tod und damit Ruhe zu finden. Raus aus dieser Zerreißprobe von Begierde nach Mona und Treue zum Freund.

Diese Mona, wenn sie und Big Boy sich begegnen, gemeinsam im Saloon sind, wirken sie wie Magneten. Sie müssen sich gegen jede Vernunft einander zubewegen, egal ob ihr Mann dabei ist. Egal ob sie Big Boy durch die Öffentlichkeit gefährdet. Es drängen sich die Worte von Goethe in der Ballade vom Fischer auf „ …Sie sprach zu ihm, sie sang zu ihm; Da war's um ihn geschehn; Halb zog sie ihn, halb sank er hin, und ward nicht mehr gesehn …“

Gut, zu sehen ist Big Boy noch, aber verloren ist er dennoch, an Mona. Wer kann auch schon diesen hellen grünen Augen widerstehen, diesem Lächeln, mit dem sie ihre kleinen weißen Eckzähne entblößt, vampirähnlich ist nicht abwegig. Hat Patricia Arquette uns nicht schon in verführerischer und zwiespältiger Pose im „Lost Highway“ von David Lynch irritiert. Hier schafft sie es ebenso mühelos.

Bringt die verhängnisvolle Entbranntheit des Pete zu Mona die Freundschaft zu Big Boy zum Einsturz? Ein Ereignis, unverhofft und tragisch, trägt auch eine erschütternde Erkenntnis an die Oberfläche, die die Männerfreundschaft in ihrer Essenz beleuchtet.

Es fehlen klassische Western-Momente um Revolverhelden und die Eroberung des weiten Landes. Hi-Lo-Country macht dieses Fehlen unbemerkt und betört mit der Geschichte um eine besondere und tiefe Männerfreundschaft, um Arbeit und Liebe, Bruderstreit, den unaufhaltsamen Verlust von Traditionen und alten Cowboyidealen, dem vergeblichen Entgegenstemmen gegen die Moderne.

Die Kamera von Oliver Stapleton (-Schiffsmeldungen- Mein wunderbarer Wachsalon- Ein ungezähmtes Leben- Gottes Werk & Teufels Beitrag-Sammy und Rosie tun es- …) lässt herrliche, ruhige Bilder der Landschaft an uns vorbeiströmen, die Weite des Landes und des Himmels werden erlebbar, an eine noch Unberührtheit kann man fast glauben.

Das Schlussbild, mit einem gegen den Horizont fahrenden Auto, lässt jedoch keinen Zweifel an einer Illusion.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "People Still Drive Cattle to Rail Heads." - "Only in the Movies.", 10. Juli 2012
Von 
Tristram Shandy - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Hi-Lo Country (DVD)
(Vorsicht, leichte Spoiler!)

Die Geschichte einer Freundschaft zwischen zwei Männern, die mit einem Pferd beginnt, die zumeist weniger Worte bedarf und die auch nicht durch ein schreckliches Verbrechen und den damit einhergehenden Vertrauensbruch zerstört wird. Ein Abgesang auf das Vergehen des Alten Westens, auf die Freiheit der Cowboys, nicht aufs Morgen zu schauen, auf das Gefühl, eins zu werden mit den grenzenlosen Weiten, das sich beim Viehtrieb einstellt, ein Hymnus auf eine Vergangenheit, die es in der so wehmütig besungenen Form wohl niemals gegeben hat. Ein Plot um Rache, Ehre und das "Nah und doch so Fern" zwischen Mann und Frau ... Man ahnt es schon, es geht um das älteste und gleichzeitig wohl verlogenste wie wahrhaftigste aller Genres - den Western, dessen Geschichten schon an die hundert Male erzählt und wieder erzählt worden sind, mal mit mehr Seele und Verständnis für das, um was es beim Western eigentlich geht, mal mit weniger, wie so oft bei seinem italienischen Vertreter.

So erzählt auch Stephen Frears' Neo-Western "The Hi-Lo Country" (1998), wie so manch anderer Western, eigentlich nichts wirklich Neues, doch darum geht es dem Liebhaber des Genres letzten Endes auch nicht. Im Mittelpunkt dieser Geschichte steht die Freundschaft zwischen zwei auf den ersten Blick eher ungleichen Männern: Pete Calder (Billy Crudup), ein schüchterner, verschlossener junger Mann, hat von seinem Geld eine alte Ranch aufgekauft, auf der er eine Rinderzucht beginnen möchte. Als er beschließt, sein Pferd zu verkaufen, das sich in einer Alltagssituation als zu schreckhaft erwiesen hat, begegnet er Big Boy Matson (Woody Harrelson), dem Archetyp eines Cowboys, der reitet wie ein Teufel und sich auch sonst bestens mit Pferden auskennt, alles über Viehzucht weiß, jede Frau herumkriegt, im Pokerspiel seinen Gegner bis zum bitteren Ende blufft und keiner Prügelei aus dem Wege geht. Zwischen Pete und Big Boy entsteht eine Freundschaft, die auch den kurz darauf über die Vereinigten Staaten hereinbrechenden Zweiten Weltkrieg überdauert. Was dem Krieg mit seinen tausend Gefahren nicht gelingen konnte, das scheint aber in der Macht einer Frau zu liegen - und zwar in der Mona Birks (Patricia Arquette), einer verführerischen Femme fatale, die hinter dem Rücken ihres Ehemannes Les (John Diehl) ungehemmt anderen Männern Avancen macht. Auch Pete verfällt der Lust nach ihr, die ihm das Beisammensein mit der ungleich bodenständigeren und ehrlicheren Mexikanerin Josepha (Penélope Cruz) alsbald schal erscheinen läßt, doch ist es Big Boy, mit dem Mona am Ende eine Affäre eingeht. In einer Schlüsselszene, in der der ahnungslose Big Boy dem eben so ahnungslosen Pete seine neue "Freundin" vorstellt, bringt Frears überdies sehr eindrucksvoll die Verzweiflung Petes und die daraus erwachsende Gefahr für die Männerfreundschaft zum Ausdruck, wenn er nämlich die Kamera sich ganz auf die Großaufnahme von Monas hintergründig lächelndem Gesicht konzentrieren und von den Zügen des neben ihr stehenden Big Boy nur den Mund sehen läßt. Während Big Boy seiner Maitresse Pete als den besten Freund, den er auf dieser Welt habe, vorstellt, hat eben dieser beste Freund nur Augen für Mona.

Doch nicht nur Mona und das wachsende Mißtrauen des gehörnten Ehemanns bergen eine Gefahr für die beiden jungen Männer - auch ihr Leben als selbständige Viehzüchter wird bedroht von dem gierigen Jim Ed Love (Sam Elliott), für den Rinderwirtschaft nichts mit Romantik und der Verbundenheit mit dem Land zu tun hat, sondern dem das alles nichts weiter als ein einträgliches, mit Rücksichtslosigkeit gegen seine Nachbarn betriebenes Geschäft ist. Zwar schließen sich die beiden Freunde und einige weitere junge Männer, deren Familien von Love um ihren Grund und Boden gebracht worden sind, unter Führung des alten Ranchers Hoover Young (James Gammon) zusammen, allein die Zeiten scheinen es mit sich zu bringen, daß sich die Viehzucht nur noch für Großkapitalisten mit entsprechenden Flächen zu rentieren beginnt.

So höhnt Jim Ed Love gegenüber dem idealistischen Pete, Cowboys, die das Vieh von der Ranch zur Station treiben, gebe es doch nur noch im Kino, und er scheint auf lange Sicht Recht zu behalten, denn die Erwägung, daß ein Rind während des Viehtriebs wertvolles Gewicht verliert, während es, im Zug stehend, auf der Fahrt in die Schlachthöfe kaum etwas abnimmt, legt nahe, daß die Moderne nun endgültig im Leben der Cowboys Einzug gehalten und den traditionellen Viehtrieb à la "Red River" - in diesem Film sieht man übrigens, daß ein solches Unterfangen alles andere als Romantik, sondern vielmehr knallharte und gefährliche Arbeit war - überflüssig gemacht hat. Immer und immer wieder diskutieren die Cowboys in der Bar darüber, ob sie eine Zukunft haben oder ob sie nicht doch besser lernen sollten, wie man Radios repariert, um im Notfall ein anderes Auskommen zu finden, und schließlich ist es auch Big Boy selbst, der solche Überlegungen doch stets keck vom Tisch wischte, der sich und Pete diese Frage stellt. Doch sein fruchtloser Versuch, einen Reifen zu wechseln und seine wutentbrannte Abrechnung mit den Autos zugunsten der Pferde zeigen, daß er wohl Schwierigkeiten haben dürfte, sich einer anderen als der ihm gewohnten Lebensweise anzupassen.

Stephen Frears erzählt diese altbekannte Geschichte in großartigen Bildern, in denen er das weite und gewaltige Land, das doch schon hinter der nächsten Anhöhe von einer Straße durchkreuzt werden kann, zum heimlichen Hauptdarsteller werden läßt - ein Hi-Lo Country eben, ein äußerlich erhabenes Land, das durch den Lauf der Dinge, durch das Tun von Ausbeutern wie Jim Ed Love, allerdings nicht mehr in der Lage ist, denen, die es lieben, ihre Zukunft zu sichern. Frears malt mit satten Farben eine Elegie des tragischen Untergangs, dem einzig die Erinnerungen an Freundschaft und bessere Tage nicht zum Opfer fallen und an dessen Ende dann doch wieder die Suche des Überlebenden nach einer zweiten Chance steht, ein neuer Aufbruch, dem allerdings - dies zeigt das Auto, das am Ende in den Sonnenuntergang fährt - nichts Pionierhaftes mehr anhaftet, gibt es doch keine terra incognita mehr zu erschließen.

Kurzum, mit "The Hi-Lo Country" ist Frears ein fesselnder und doch über weite Strecken ruhig erzählter Neo-Western gelungen, der ein gefühlvolles Sittengemälde vom ersterbenden Westen zeichnet und uns mit differenzierteren Charakteren überrascht, als wir sie normalerweise in diesem Genre antreffen. In einer kurzen Gastrolle sehen wir, dies sei noch kurz erwähnt, zudem Katy Jurado, eine der Grandes dames des Westerns, als mexikanische Seherin - übrigens ihr vorletztes Auftreten auf der Leinwand. "The Hi-Lo-Country" überzeugt zudem nicht nur visuell, sondern auch durch einen gewaltigen Score.
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5.0 von 5 Sternen Liebe Drama Western, 28. Juni 2014
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Rezension bezieht sich auf: Hi-Lo Country (DVD)
2 Freunde lieben die gleiche Frau. Hält das die Freundschaft aus. Verletzte Gefühle bei "Aussenstehenden" in der Kulisse eines Westerns in Kriegszeiten.
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5.0 von 5 Sternen Klasse Film, 7. September 2014
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Rezension bezieht sich auf: Hi-Lo Country (DVD)
Einfach ein guter Film,

Woody du bist hier einfach klasse.

Bild und Ton alles Top.

Gut und günstig und Top Unterhaltung
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0 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gut gemachter Countryfilm, der die Sozialisierung in Amerika aus einer bestimmten Perspektive gut darstellt, 4. August 2013
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Rezension bezieht sich auf: Hi-Lo Country (DVD)
Der Film ist nicht einfach zu konsumieren, sondern erfordert viel Konzentration und Mitgefühl den Protagonisten. Die Handlung ist nicht Schwarz-Weiß, sondern legt offen wie vielfältig die Menschen sind und neben hilfreichen States auch die egoistischen und narzisstischen States in uns vorhanden sind. Ein gut gemachter Film, der nicht dem mainstream folgt und viele (un)angenehme Überraschungen bereit hält. Sehr sehenswert und er gibt einen tiefen Einblick in einen bestimmten Teil der amerikanischen Seele.
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0 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen gute Arbeit, 7. April 2013
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Rezension bezieht sich auf: Hi-Lo Country (DVD)
ausgezeichneter Service das ist ein sehr ergreifender Film . Alleine die Landschaften waren ein Erlebnius.Danke das das Fernsehen solche Filme mit in Ihr Programmm aufnahme und bei Ihnen kann ich es mit besten Service bestellen.. Sowie ich es will..Danke
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4.0 von 5 Sternen Sehr gut, 6. Januar 2013
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Rezension bezieht sich auf: Hi-Lo Country (DVD)
Sehr gut
Sehr guter Film nur zu empfehlen. Ich schliesse mich den positiven Empfehlungen an, denn ich habe keine Lust auf eine Umfangreichere Bewertung, ich sehe mir den Film lieber noch einmal an.
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Hi-Lo Country
Hi-Lo Country von Stephen Frears (DVD - 2005)
EUR 3,99
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