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16 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Geheimtipp
Elephant - dieser Film ist schwer zu beschreiben, obwohl die Handlung hinreichend bekannt ist. Als ich den Film das erste Mal sah, durchzog mich zunächst ein starkes Gefühl von Langeweile. Achtung: Nicht Gähnen! Reiz dich zusammen! Wenn man sich aber erstmal mit dem ungewöhnlichen, fernab vom Mainstream formalen Aufbau des Films angefreundet hat, ist...
Veröffentlicht am 18. Mai 2007 von Peter-Hans Knöffel

versus
4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen "Elephant", ein Film zwischen Meisterwerk und Unsinn!
Definitiv war für mich nicht nur das Schauen des Films sehr anstrengend, auch Worte zu finden, um dieses Werk zu beschreiben, fehlten mir lange Zeit! "Elephant" ist anders, gut, genial, aber auch schwach und mit wenig Tiefe. Ein Independentfilm vom Regisseur von "Good Will Hunting" (ein definitives Meisterwerk!). Aber worum gehts?

In "Elephant" geht es um...
Veröffentlicht am 6. Oktober 2010 von Sebastian Schlicht


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16 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Geheimtipp, 18. Mai 2007
Rezension bezieht sich auf: Elephant (DVD)
Elephant - dieser Film ist schwer zu beschreiben, obwohl die Handlung hinreichend bekannt ist. Als ich den Film das erste Mal sah, durchzog mich zunächst ein starkes Gefühl von Langeweile. Achtung: Nicht Gähnen! Reiz dich zusammen! Wenn man sich aber erstmal mit dem ungewöhnlichen, fernab vom Mainstream formalen Aufbau des Films angefreundet hat, ist die Wirkung zu Ende des Dramas umso größer. So schnell geht er - eben aufgrund seiner Einzigartigkeit (ob nun positiv oder negativ) - nicht mehr aus dem Kopf. Natürlich spalten sich an diesem Film die Gemüter. Die einen finden ihn ausdrucksstark, die anderen halten ihn für ein Pseudowerk, die anderen schlafen ein. Zu recht erhielt der Film bei TV Movie (Schleichwerbung!) das Prädikat: Geheimtipp. Die Film ist bis zum Ende sehr ruhig erzählt; es wird keine Gewalt verherrlicht (wie es die Medien im realen Leben nur zu gerne tun); es werden keine Antworten auf das Warum?" gegeben; man ist am Ende genau so schlau wie vorher. Und gerade aus dieser Ratlosigkeit schöpft der Film seine Kraft. Denn jetzt ist der Zuschauer gefragt. Die einzelnen Klischees (Nazis, Egoshooter, Mobbing) werden nur gestreift und wirken aufgrund ihrer Fülle und Beiläufigkeit eher ironisch denn erklärend. Das ist auch die Absicht des Regisseurs gewesen. Hypnotisierend wirken die ewig langen Kamerafahrten durch das Schulgebäude; hypnotisierend wirkt aber auch die Musik Beethovens, die entweder direkter Bestandteil der Handlung ist oder meist kontrastierend als Hintergrundmusik dient. Und wie sollte es anders sein - welche Musikstücke werden wohl den Zuhörer berauschen? Natürlich: Mondscheinsonate und Für Elise. Ich weiß gar nicht wie oft ich schon Für Elise in einem Film gehört habe. Und wieder passt sie hervorragend ins Bild und unterstützt eben auch den nachdenklichen Part. Hieraus könnte auch die Kritik entspringen, der Film sei pseudoartig aufgebaut, da er sich umfangreich auf bekannte Musik stützt um intelligent zu wirken und nachdenklich zu stimmen. Mit dem Kauf des Films wäre ich jedenfalls vorsichtig. Das ist kein Popcorn-Kino und nicht für jedermann zugänglich. Empfehlen kann ich ihn aber allemal.
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen A different approach on "Columbine", 22. Juli 2004
Rezension bezieht sich auf: Elephant [UK Import] (DVD)
Some people drew a connection between Van Sant's "Elephant" and Michael Moore's "Bowling for columbine". Actually they're not really wrong: Both movies ask the same question: Why does an average pupil become a killer?
But while "Bowling for Columbine" tries to give you some answers (one could argue about), "Elephant" leaves you alone with the questions. It introduces various characters: A young photographer, a member of the lifeguard or a girl who works at the school's library.
The camera follows them on their ways trough the school, and you have no idea what will happen: Who will be killed, who is the killer, who will survive? Van Sant makes you feel like you were watching the worst horror-movie ever. You know what "Elephant" is about, you know what will happen - but just like the characters in the movie, you have no clue who will be killed.
Finally you'll see the two killers who enter the school, and an endless massacre begins. The killers are merciless, and so is Van Sant: You just got used to the characters, you followed them like you were a part of the scene - and now they are being killed in front of the camera. Suddenly. Without a chance to get away. However, some will survive...
Elephant is different. It's shocking. It's disgusting. It's pure horror. And it's one of the best and most interesting movies I've seen so far.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Vier Fünftel Ruhe und Alltäglichkeit, ein Fünftel Chaos und Gewalt, 10. Oktober 2009
Rezension bezieht sich auf: Elephant (DVD)
Anfangs ist kaum klar, worum es in diesem Film überhaupt geht, was sein Kern ist. Wir folgen über einen Tag hinweg dem Leben verschiedener Schüler einer amerikanischen Highschool, werden Zeuge von ganz alltäglichen Freuden, Sorgen und Ängsten. Verschiedenste Jugendliche werden dem Zuschauer vorgestellt, ihre Irrungen und Wirrungen greifbar gemacht. Amüsant oder gar lustig ist das nicht gerade, immerhin aber unterhaltsam. Erst im letzten Fünftel bricht in diese banale, altbekannte Welt schlagartig das Grauen herein: Zwei Schüler, schwer bewaffnet, betreten die Schule und veranstalten ein Massaker.

Warum der Film sich soviel Zeit nimmt für die Einführung von einem knappen Dutzend an Charakteren, und warum er so karg inszeniert ist, auf Humor weitesgehend verzichtet, und auch sonst die Geschichte nicht wesentlich aufpeppt, wird einem klar, sobald die Gewalt ausbricht. Ebenso unerwartet wie die Schüler im Film trifft nämlich den Zuschauer dieser plötzliche Ausbruch perfider, sinnloser Gewalt, und die Menschen die im Kugelhagel ihr Leben verlieren, sind keine Unbekannten mehr.

Fassungslos folgt man dem Treiben der beiden Täter, die wahllos und mit großer Lust töten, ohne daß Ambitionen oder Motive erkennbar werden. Der Regisseur versucht nicht, ihr Handeln zu erklären oder greifbar zu machen, seine Inszenierung ist einem Dokumentarfilm sehr ähnlich, und indem er nichts erklärt, zeigt er eben auch, daß es keine Erklärung gibt, die Tat ist sinnentleert, bricht wie ein Sturm herein und lässt den Zuschauer erschüttert zurück. Gerade angesichts der inzwischen mehrfach aufgetretenen Amokläufe an Schulen weltweit ist dieser Film ein beklemmendes, aufwühlendes Seherlebnis.

Ein Film der Kategorie "Sieht man nur einmal". Ein mit stoischer Ruhe inszeniertes Drama, das sich viel Zeit nimmt für die Charaktere, das ruhig erzählt und ohne Effekthascherei auskommt, und einen am Ende mit unerwarteter Wucht trifft und einmal mehr den Glauben an die Menschen ins Wanken bringt.

Vielleicht kein Meisterwerk, angesichts der unbequemen Thematik aber gelungen. Muss man nicht gesehen haben, es schadet aber auch nicht, wenn man sich ab und an auch Filme dieser Kategorie gönnt.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen "Elephant", ein Film zwischen Meisterwerk und Unsinn!, 6. Oktober 2010
Von 
Sebastian Schlicht "Bumblebee" (Neuwied) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Elephant (Special Edition) (DVD)
Definitiv war für mich nicht nur das Schauen des Films sehr anstrengend, auch Worte zu finden, um dieses Werk zu beschreiben, fehlten mir lange Zeit! "Elephant" ist anders, gut, genial, aber auch schwach und mit wenig Tiefe. Ein Independentfilm vom Regisseur von "Good Will Hunting" (ein definitives Meisterwerk!). Aber worum gehts?

In "Elephant" geht es um den Amoklauf, der von zwei Schülern geplant und inszeniert wird. Ob es sich dabei um den originalen Amoklauf von Columbine handelt ist nicht klar, aber dieser Film bemüht sich auf dieser Weise sehr real zu bleiben.
An Story gibt es eigentlich nicht viel zu erzhlen. Der Film ist 78 Minuten lang und in dieser Zeit werden jede Menge Figuren vorgestellt, darunter auch die Täter. Man erlebt den D - Day aus mehreren Perspektiven, bis hin zum angedeuteten Massaker...

!SPOILER!

"Elephant" klingt so einfach, ist er aber nicht! Der Regisseur Gus Van Sant ging mit diesem Streifen in eine ungewohnte Richtung: Er präsentiert seine Charaktere so einfach und subtil, dass er sie genau so einfach wieder sterben lassen kann. Die Erzählweise des Films ist sehr interessant: Eigentlich jede Figur wird in langen Kamerafahrten verfolgt und der Zuschauer sieht die Charaktere fast nur beim Gehen. Ansonsten erfahren wir nur am Rande, wer oder was John, Elias, Michelle usw eigentlich für eine Person ist.
Beeindruckend ist, dass Sant eine ganze Stunde lang eine ungewöhnliche Ruhe in der Schule zeigt. Man erfährt schon ziemlich früh, dass eine Katastrophe sich anbahnt, aber diese erleben wir nur in den letzten Minuten. Der aprubte Wechsel zwischen Dasein und Nichtdasein, zwischen Alltag und Terror, zwischen Leben und Sterben ist der Wahnsinn! Plötzlich schießen die Täter um sich, alle schreien, es gibt Tote und viele Figuren, die uns in der letzten Stunde vorgestellt wurden und für die wir sogar Mitgefühl aufgebaut haben, werden plötzlich getötet.
Dieses Massaker, bekommt durch die Planung der beiden Täter eine noch bösartigere Stimmung. Wir sehen nur kurz, wie beide vorgehen, was sie vorhaben usw. Auch, dass zwischen beiden vielleicht eine homosexuelle Beziehung stattfand, wird nicht ausführlich erklärt. Insgesamt nutzt Sant dieses Stilmittel, um deutlich zu zeigen wie sich die Schüler gefühlt haben müssen, als plötzlich Alles keinen Sinn mehr hatte. Dass Alles wie immer war und plötzlich sterben Leute, Explosionen sind zu hören und man weiß nicht mehr, ob man diesen Tag überlebt. Genau dieses beklemmende Gefühl wollte der Regisseur vermitteln und das hat er auch zum größten Teil geschafft...

Nur leider scheitert der Film, besonders im Ende, an den einfachen Dingen: Den Schauspielern und der Reaktion der Mitmenschen.
Einige Schauspieler waren deutlich mit ihrer Rolle überfordert, aber auch durch diese seltsame Stimmung am Ende kam bei mir kein Gefühl von Terror hoch. Die bedrückende und dennoch faszinierende Atmosphäre der ersten Stunde verfliegt in Sekunden, wenn dutzende Schüler vor der qualmenden Schule stehen und so bedrückt sind, als ob nur ein Brand ausgebrochen wäre.
Es ist echt seltsam, aber durch die unnatürlichen Reaktionen der Figuren (einer der Schüler geht durch die Schule und sucht anscheinend nach den Amokläufern, findet schließlich einen, nur um dann stupide von ihm erschossen zu werden...) leidet der ganze Film am Ende! Da hat die Präzision der Sinnlosigkeit gefehlt, die Tiefe, der Wechsel zum Amoklauf... Alles wirkte am Ende einfach zu unglaubwürdig... Ein weiteres Problem sehe ich in den Kamerafahrten, die zwar innovativ scheinen, aber an vielen Stellen so wirken, als ob sich der Film ganz klar abheben will! Auch wenn das Bild des Amokläufers, der durch die einsamen Flure spaziert, während im Hintergrund Flammen aufsteigen und Schüler panisch versuchen, sich zu retten, sehr beeindruckend ist!

Auf der DVD ist noch der Kurzfilm "Elephant" von Danny Boyle zu finden, der als Vorlage diente für Sants Film. Leider ist dies für mich absoluter Schwachsinn! 40 Minuten sehen wir, wie verschiedene Leute namenlose Menschen erschießen. Mehr nicht. Das ist Schwachsinn, auch wenn für Einige dies als gelungene Gewaltdarstellung dient, ich onnte damit Nichts anfangen!

"Elephant" behandelt ein knallhartes Thema! Ein Thema, das von vielen anders interpretiert und angegangen wird. In diesem Fall schafft es der Regisseur sehr natürlich damit umzugehen, aber auch nur bis zum Ende hin. Deshalb scheitert "Elephant" klar für mich. Er ist faszinierend, anders, geht ehrlich an eine ernste und aktuelle Sache heran, schafft es dies aber nicht voll zu behalten. Dennoch sollte man ihn sich mindestens einmal ansehen, es lohnt sich!
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8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nachwirkend, 7. Januar 2006
Von Ein Kunde
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Elephant (DVD)
Ohne moralisierenden Blick zeigt Gus van Sant den Alltag an einer amerikanischen Highschool in all seinen Facetten. Viel Hoffnungsvolles aber auch Hässlich-Abgründiges zeigt sich da dem sensiblen Betrachter. Die Katastrophe bereitet sich zunächst unmerklich, dann aber unaufhaltsam vor. Den subtilen Aufbau der Spannung unterstreichen lange, vordergründig inhaltslose Kamerafahrten durch das Schulgeschehen, die zu den bedrückendsten Momenten des Films gehören. Wenn sich am Ende das Töten vollzieht, sind wir als Zuschauer alleine gelassen. Keine moralinsauren Botschaften, keine eindeutigen Schuldzuweisungen weisen uns den Weg. Darum wirkt der Film lange nach.
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11 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die bunten Farben des Herbstes, 3. September 2006
Von 
Leif Boysen (Wassersleben, Harrislee) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Elephant (DVD)
Von den 78 Filmminuten werden 69 Minuten dazu benutzt, die Charaktere in diesem Film vorzustellen - sowohl die zwei Täter wie auch ihre zahlreichen Opfer. All das geschieht auf wohltuend einfache Weise, die Handlung ist originell und doch passiert nicht viel. Dennoch bleibt der Zuschauer interessiert am Ball. Minimalismus pur. Um die amerikanische Schule, in der das Massaker statfinden wird, blüht der Herbst in den schönsten Farben - ein trügerisches Idyll. Ab Minute 70 beginnen die zwei Täter ihren Schlachtzug durch die Schule - realistisch, erschütternd und überhaupt nicht reißerisch. Mancher Mord wird nur angedeutet und erst im Kopf des Zuschauers vollendet. Ich hatte diesen Film auf gut Glück gekauft - jetzt ist er unter einen Top Ten.
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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Exempel für modernes Sounddesign, 30. November 2004
Von 
E. Hoisl (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Elephant (DVD)
Elephant geht unter die Haut! Warum? Dieser Film zeichnet sich in seiner Ästhetik durch konsequenten Verzicht auf Stellungnahmen aus. Die Inszenierung wirkt sehr echt, die Handkamera vermittelt einen nahezu dokumentarischen Charakter, lange Einstellungen und wenig Schnitte fördern die Konzentration auf die dargestellten Personen. Und in puncto Ton? Verzicht auf Scorings und eine meisterhafte Beschränkung auf das Wesentliche. Leslie Shatz, der als einer der namhafsten Sounddesigner der Filmgeschichte gilt, bringt hier sein Können vollauf zur Geltung. Wer auf die zum Teil sehr mangelhafte deutsche Synchronisation verzichten kann und ein bißchen auf die Stimmung achtet welche die Soundcollagen vermitteln, dem wird alsbald die Sonne aufgehen. Shatz hat es geschafft die subjektive Wahrnehmung der Hörumgebung, die sich tatsächlich bei jedem von uns unterscheidet, in ein sagenhaftes Sounddesign umzusetzen. Man kann nahezu allein durch die auditiven Eindrücke erschließen, was in den Köpfen der Protagonisten vor sich geht. Und auch hier: Verzicht. Wo sie nicht nötig sind, fehlen sogar die eigenen Schritte im Ton - und das Erstaunliche daran: es stört den Zuschauer in keinster Weise, es bringt ihn vielmehr ganz nah an die Schauspieler heran.
Die Aussage dieses Films für mich persönlich? Es zeigt auf die mangelnde Kommunikation, das fehlende Mitgefühl in unserer Gesellschaft - aber schön wie gesagt, dass vermutlich niemand durch filmische Mittel verleitet wird die einzelnen Protagonisten in die alten Gut- und Böse-Schubladen zu legen.
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10 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schlichtweg außergewöhnlich, 19. August 2005
Rezension bezieht sich auf: Elephant (DVD)
Wer sich entschließt, diese DVD zu kaufen oder auszuleihen, sollte sich über eines im klaren sein: „Elephant" ist kein Unterhaltungsfilm. Es gibt bei „Elephant" keine wirkliche Handlung, keine spritzigen Dialoge, keine atemberaubende Action. Die Zuschauer beobachten den ganz normalen Alltag an einer Highschool und sehen zu, wie Schüler Bilder für die Schülerzeitung machen, Sport treiben, in der Kantine essen und die Gänge hinunterlaufen, wobei oftmals minutenlang kein einziges Wort gesprochen wird. Wir lernen die beiden zukünftigen Amokläufer Alex und Eric, sowie ihre späteren Opfer kennen und verfolgen schließlich am Ende das nüchtern inszenierte Massaker. Die Gefahr, dass viele Zuschauer bei diesem Film vorzeitig die Stop-Taste drücken, ist schon recht groß. Man sollte einfach wissen, worauf man sich einläßt, wenn man sich „Elephant" nach Hause holt. Der Film ist eine kompromißlose Milieustudie, die zum Nachdenken anregt. Es ist ein Film, über den man stundenlang diskutieren kann, falls man ihn sich in einer Gruppe angesehen hat(was durchaus zu empfehlen ist). „Elephant" ist schlichtweg außergewöhnlich.
Zu den Extras: Neben einer Reihe von Trailern, finden sich auf der DVD ein Interview mit Regisseur Gus van Sant, sowie ein kurzer Blick hinter die Kulissen, der noch einmal zeigt, dass „Elephant" kein typischer Hollywood-Film ist. Das Menü wurde, gerade für einen so kleinen Film, sehr ansehnlich gestaltet.
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5.0 von 5 Sternen Für Elise..., 24. Februar 2013
Von 
Jürgen Mayer "Pyri" (Österreich) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Elephant (DVD)
Ob die Mondscheinsonate, "Türen der Wahrnehmung" von Hildegard Westerkamp, oder das Burroughs-Gedicht zur "technologischen Psychiatrie" (aus dem "Naked Lunch"), "Elephant" setzt Musik und Sprache bewusst als Dissonanz ein und bleibt dennoch bis zum Schluss von einem ideologischen Realismus getragen, der bewegt, schockiert, nachdenklich Angst macht. Ich habe jedenfalls gezittert als der Abspann lief: die beiden Täter faseln was von "Spaß haben" und küssen sich beim gemeinsamen Duschen zum wohl ersten und einzigen Mal in deren beider Leben.
Auch vor sexistischen Anorexie-Klischees wird nicht zurück geschreckt und alles an der pluralistischen Schule geht ziemlich ruhig und geordnet seinen Gang - was den späteren Terror als kurz aufflackernden Lärm der die Räume leerfegt, wo es vorher zwischen den Pausen bloß die Korridore waren, noch verstärkt. Soll heißen: ein gewisser Zynismus wird doch intendiert sein. Und der kann als billig empfunden werden, muss es aber nicht, während ein Schlendern durch die Zeit an einem eben nicht ganz gewöhnlichen Tag an einer High School das Geschehen dominiert.

Die Gewaltdarstellung ist an Beiläufigkeit kaum zu überbieten, die Waffen kommen aus dem Versandhandel, und obwohl er auch ein Videospiel zeigt, diffamiert der Film dieses ästhetisch nicht: in seiner weißen Gestaltung wirkt es eher wie eine Installation, die zwar das spätere Gewaltgeschehen schon vorweg nimmt, aber auch nicht unbedingt vorzeichnet. Hitler läuft auch einmal im Fernsehen, aber als so wichtig erscheint der ebenfalls nicht.
Dafür ergeht immer wieder ein fragender Blick in den Himmel, einem gemäß dem Lärm in der Schule bedrohlichen Himmel: was geschieht hier auf Erden eigentlich?
Nachhaltig beeindruckend auch wie der Film den Alkoholismus eines Vaters darstellt und wie nicht vorhanden die Eltern der Täter in deren Szenen sind. "Elephant" mag sowohl kein Film sein der Antworten liefert, als auch keiner der wirkliche Fragen stellt. Geschweige denn die "richtigen" - dennoch hat sich das Thema School Shooting damit filmisch wohl ein für allemal erledigt.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen In mancher Hinsicht besser als Columbine, 29. März 2005
Rezension bezieht sich auf: Elephant (DVD)
Bevor ich 'Elephant' gesehen hatte wusste ich nur relativ wenig über diesen Film. Vielleicht war das auch besser so, denn dadurch war die Wirkung die ich beim Ansehen empfand umso grösser. Anfangs wird in kurzen Abschnitten das Leben von Schülern an einer Highschool in Portland portraitiert- die typischen Clichés finden sich wieder, doch die Laiendarstellern geben ihren Figuren im Laufe des Films eine immer grössere Tiefe. Hervorragend fand ich den Einsatz der Farben die den Zuschauer in eine beklemmende "Ruhe vor dem Sturm"-Stimmung versetzen. Die melancholische Musik von Beethoven's "Für Elise" begleitet einen ungefähr ab der Mitte des Films und kontrastiert unglaublich mit dem düsteren Ende. Am meisten haben mich jedoch die langen, ungeschnittenen Steady-Cam-Fahrten beeindruckt, die immer wieder kurze Einblicke in das Schulleben zeigen. Die Dialoge sind größtenteils gut gesprochen, wenn man auch den Laiendarstellern anmerkt, dass sie ein erst während des Drehs entwickeltes Drehbuch bekamen. Vielleicht wurde dies aber in der deutschen Synchronisation verbessert.
Zur Handlung möchte ich nichts weiter sagen, um nichts vorwegzunehmen. 'Elephant' versucht nicht zu erklären, sondern zeigt uns die Ohnmacht mit der man in so einer surreal wirkenden Situation wahrscheinlich konfrontiert werden würde. 'Elephant' ist nicht investigativ wie Columbine, aber viel näher an den Charakteren, ohne die typischen Heulereien und wirkt dadurch bei weitem realistischer. Ein paar mal übertreibt es Gus Van Sant vielleicht mit der Erklärung der Hintergründe oder der Portraitierung seiner Charaktere (sicherlich bedingt durch das hastig geschriebene Drehbuch), doch besticht er dann umso mehr mit einer hervorragenden Regie.
'Elephant' ist ein beeindruckender Film der grossen Spielraum für Diskussionen lässt und meiner Meinung nach auch diskutiert werden muss.
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Elephant (Special Edition)
Elephant (Special Edition) von Alex Frost (DVD - 2004)
EUR 22,00
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