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17 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein unentdecktes Juwel
Der unbescholtene Christopher Emmanuel Balestrero (Henry Fonda), genannt "Manny", Barmusiker im New Yorker Stork Club, bemüht sich redlich seine Frau Rose (Vera Miles) und die zwei Söhne durchs Leben zu bringen. Eines Abends wird er aus heiterem Himmel vor seinem Haus verhaftet und angeklagt, die Kasse einer Versicherungsgesellschaft überfallen und...
Veröffentlicht am 24. Oktober 2007 von Mike Pootemans

versus
3.0 von 5 Sternen Hitchcock mal anders
Das Motiv des zu unrecht verdächtigten und/oder verfolgten Mannes ist ein recht häufiges in Hitchcocks Werk. Aber wohl noch nie hat er es so ernsthaft und realistisch umgesetzt wie in "Der falsche Mann". Hitchcock tritt auch gleich zu Beginn des Films auf und erläutert den Hintergund der Verfilmung dieser wahren Geschichte.
Die Stärke des Films...
Vor 18 Monaten von aberaber veröffentlicht


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17 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein unentdecktes Juwel, 24. Oktober 2007
Rezension bezieht sich auf: Der falsche Mann (DVD)
Der unbescholtene Christopher Emmanuel Balestrero (Henry Fonda), genannt "Manny", Barmusiker im New Yorker Stork Club, bemüht sich redlich seine Frau Rose (Vera Miles) und die zwei Söhne durchs Leben zu bringen. Eines Abends wird er aus heiterem Himmel vor seinem Haus verhaftet und angeklagt, die Kasse einer Versicherungsgesellschaft überfallen und ausgeraubt zu haben. Alle Augenzeugen schwören, ihn eindeutig identifizieren zu können. Nur mit Unterstützung seiner Familie, die die hohe Kaution für ihn aufbringt, kann er der bedrückenden U-Haft entgehen. Fieberhaft versucht er mit Hilfe seiner Frau, Zeugen für sein Alibi zu finden um bis zum Prozessbeginn seine Unschuld zu beweisen. Zwei der Männer, mit denen er an besagtem Tage zusammen beim Kartenspielen war, sind jedoch zwischenzeitlich verstorben, der dritte ist unauffindbar. Mehr und mehr beginnt seine Frau an ihm zu zweifeln und versinkt in eine paranoide Depression, bis sie schließlich in eine Klinik eingewiesen werden muss. Als der Prozess beginnt, kann nur noch ein Wunder den verzweifelten Mann retten...

"Der Falsche Mann" ("The Wrong Man") ist einer der fast vergessenen Hitchcock Filme. Dabei kann er keineswegs zu den schwächeren Werken gezählt werden. Im Gegenteil, dies ist ein ergreifender, von der ersten bis zur letzten Minute fesselnder Film mit erstklassigen Darstellern. Völlig unverständlich, dass er so wenig gezeigt wird.

Es ist aber auch einer der bedrückendsten Hitchcock Filme, dem die humorige Leichtigkeit, die man sonst von Hitch gewohnt ist, abgeht. Dies tut dem Film aber keinen Abbruch und hat wohl seinen Grund darin, dass Hitchcock selbst die Geschichte, die auf einer wahren Begebenheit basiert, sehr ernst genommen hat. So ernst, dass er auf sein traditionelles Cameo, das witzige persönliche Erscheinen im Film, diesmal völlig verzichtet hat. Stattdessen gibt er am Anfang eine düstere persönliche Einführung in die Geschichte.

Hitchcock, den sein Vater als Kind einmal angeblich bei der örtlichen Polizei für eine Stunde in eine Zelle einsperren ließ, hatte immer eine große Reserviertheit vor allen Polizeibehörden, die in seinen Filmen deshalb meist sehr schlecht wegkommen. Das Motiv des unschuldig verfolgten und in Bedrängnis geratenen Individuums hat Hitchcock in unzähligen seiner Filme variiert. Hier zeigt er eindringlich, wie schnell man in die Mühlen der Justiz geraten kann, und wie schwer es dann ist, dem wieder zu entkommen.

Toller Film, gute DVD, interessantes Bonusmaterial, fairer Preis: kaufen!
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Erschreckend, brutal, beeindruckend., 2. September 2012
Rezension bezieht sich auf: Der falsche Mann (DVD)
Der vielleicht grausamste Film von Alfred Hitchcock beginnt mit einer Vorankündigung des Regisseurs: der Film dokumentiert ein reales Ereignis.

Was wir jetzt sehen, ist ein einfacher, aber gutmütiger Mann (Manny Balastrero, wundervoll gespielt von Henry Fonda), der plötzlich für einen Verbrecher gehalten wird. Die Polizei nimmt ihn fest und sperrt ihn ein. "Warum", fragt man sich als Zuschauer, "läßt er sich das gefallen? Er ist doch unschuldig." Ja, er ist unschuldig – er ist aber auch schüchtern und verängstigt. Um ihn herum leiden seine Mitmenschen: seine zwei Söhne und seine Frau, die eine erschreckende Wandlung durchmacht. Und niemand kann ihm helfen (Vera Miles' Darstellung jagte mir einen Schauer nach dem anderen über den Rücken). Es geht immer weiter bergab, der Film dreht sich wie eine Abwärtsspirale immer schneller. Balastreros Lage wird immer aussichtsloser und deprimierender.

THE WRONG MAN ist vielleicht der tragischste Film, den ich jemals gesehen habe. Mich erinnerte diese ausweglose und unverständliche Situation, gepaart mit handlungsunfähigen Protagonisten und gesichtslosen Polizisten sehr an Kafkas PROZESS. Im Unterschied dazu erhebt THE WRONG MAN aber Realitätsanspruch.

Alfred Hitchcock nahm kein Honorar für diesen Film. Er drehte ihn aus purem Idealismus. Ich liebe ihn dafür.
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hitckcock düsterstes Werk, 6. November 2006
Rezension bezieht sich auf: Der falsche Mann (DVD)
Am Anfang des Filmes sehen wir die Silhouette von Alfred Hitchcock, der sich vorstellt und uns sagt, dies wäre ein Film, der sich von all seinen anderen Filmen unterscheidet: Er habe nichts weggelassen und nichts hinzugefügt. Da hat er eineinhalb mal nicht die Wahrheit gesagt.
Erstens stimmt der Schluss nicht. Rose Balestrero wurde nicht geheilt. Dass hier Schlusstitel gezeigt werden, die das Gegenteil behaupten, dürfte allerdings nicht Hitchcocks Schuld gewesen sein, sondern die der Filmfirma, die ihm wohl das damals übliche Happyend vorschrieb.
Es stimmt auch nicht ganz, dass sich dieser Film von all seinen anderen Filmen unterscheidet. Es stimmt insofern, dass Hitch den Film komplett nach einer wahren Begebenheit drehte. Es stimmt auch weiterhin, dass dieser Film sein humorlosester ist. Aber eins der Themen, die er immer wieder aufgegriffen hat, ist hier allgegenwärtig: Die Schuld bzw. die Verlagerung von Schuld und das in doppelter Bedeutung.
Wie in vielen Hitchcocks muss ein zu Unrecht verdächtigter Mann seine Unschuld beweisen, die erste Verlagerung der Schuld. Vor diesem Hintergrund könnten noch viele seiner Filme "Der falsche Mann" heißen, z. B. "Frenzy" oder "Ich beichte". Die zweite Verlagerung der Schuld ist die der Frau des Mannes, die sich die Schuld an allem gibt und daran zerbricht.
Ein weiterer Aspekt, der bei ihm immer wieder auftaucht, wenn auch nicht immer so deutlich, ist die Religion, hier in Form des Rosenkranzes und als zum Schluss Manny Balestrero angesichts eines Heiligenbildes betet und damit tatsächlich ein "Wunder" geschieht.
Formal gesehen ist Hitchcock wie fast immer voll auf der Höhe. Er zeigt die Verhaftung Balestreros fast dokumentarisch, der Stil ähnelt dessen eines Film Noirs und dann wären da noch seine berühmten Kleinigkeiten: Bereits vor Mannys Verhaftung ist die Polizei allgegenwärtig. Als er aus dem Nachtclub kommt, gehen zwei Polizisten vorbei und als er in seinem Cafe sitzt, hört man eine Polizeisirene.
Wie gerade erwähnt, ähnelt "Der falsche Mann" einem Film Noir, was besonders an seiner düsteren Atmosphäre liegt. Mit Henry Fonda als Manny hat er dazu einen kongenialen Hauptdarsteller gefunden. Fonda, der Prototyp des aufrechten Amerikaners, gibt seiner Figur eine gewisse Würde, ähnlich wie es Montgomery Clift in "Ich beichte" tat.
Die beste schauspielerische Leistung bringt allerdings Vera Miles als Rose. Zuerst ist sie eine fröhliche Ehefrau mit all den kleinen Alltagsproblemen. Als Manny verhaftet wird ist sie eine Kämpferin und schließlich ist sie ein völlig zerstörter Mensch, der heftig von Schuldkomplexen geplagt wird und sich komplett in sich zurückzieht.
Das alles macht "Der falsche Mann" zu Hitchcocks düstersten Film. Nicht einmal "Die Vögel" ist so deprimierend.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Wenn Sie nichts zu verbergen haben, brauchen sie doch auch nichts zu fürchten!", 6. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: Der falsche Mann (DVD)
Die Geschichte des Manny Balestrero, unschuldig gefangen im Räderwerk der Justiz, der falschen Verdächtigung, Opfer einer routinierten Polizeimaschinerie.
Hitchcocks Meisterwerk "The Wrong man" gehört zu seinen verstörendsten Alpträumen.
Zusammen mit "Ich beichte", "Vertigo" erlangen wir einen tiefen Einblick in die persönlichen Ängste, Unsicherheiten des Regisseurs. Alle drei gehören zu meinen persönlichen Favoriten.
Nie war Hitchcock so authentisch packend, nie offenbart er so vollkommen ohne humoristische Verwässerung tiefste Grundängste, wie hier in diesem Film.
Wenn die Polizei uns unter einen Generalverdacht stellt, dann werden wir alle wohl nicht zum unfreiwilligen Helden in einem augenzwinkernden Agentenstück werden, wie ein Roger Thornhill in "Der unsichtbare Dritte".
Jeder einzelne wird genauso hilflos, und ungläubig sein bisheriges Leben erschüttert sehen, wie hier der genial aufspielende Henry Fonda.
Somit ist Hitchs ernstester Film, gleichzeitig sein persönlichster.
Für die Leiden, Tragödien, Irrwege der kleinen unbedarften Leute hat er sich immer am meisten interessiert.
Hier ist er bewegender Fürsprecher für den unschuldigen Mann von der Strasse, dessen Leben und das seiner Angehörigen von einigen unkontrollierbaren Zufällen zerstört wird.
Erfreulicherweise ohne Humor, fast im Reportagestil schafft er mit schneidend kontrastierten Bildern, packender Inszenierungskraft, präzisen Klängen von Bernard Hermann und hervorragenden Schauspielleistungen (Vera Miles in ihrer vielleicht besten Rolle) grosse Emotion, grosse Betroffenheit weit über den Abspann hinaus zu erzeugen.
Der letzte Schriftzug des Films, der zumindest noch ein versöhnliches Ende einschließt (die Geschichte basiert auf wahren Hintergründen) kann die bittere Grundaussage des Films nicht mehr beschönigen.
Ein Film, der in seiner Kraft und Klarheit immer wieder neu beeindrucken kann, der immer neue Facetten, Denkanstöße, Blickrichtungen bietet.
Es ist die Angst vor der grossen Unsicherheit des Lebens, die Angst vor der latent vorhandenen Möglichkeit, daß zufällige und banale Verquickungen von Ereignissen, das individuelle Glück und die Zukunft zerstören können- und das in jedem Augenblick und ohne eigenes Dazutun.
Das ist eine menschliche Grundangst, glasklar und kompromisslos hier formuliert.
Hitchs Misstrauen gegenüber den Mühlen eines Justiz-Räderwerks geht auf Kindheitserinnerungen zurück. Ob diese immer so nachvollziehbar sind, spielt eigentlich keine Rolle.
Es geht um das furchterregende Gefühl, die Kontrolle über sein Leben zu verlieren, Spielball zu werden in verzweigten Institutionen, letztendlich auch ein Stück weit entmündigt, gedemütigt und in seiner Persönlichkeit missachtet zu werden.
Und das einhergehend mit dem kalten süsslichen Gesichtsausdruck eines Beamten, der ihnen die Hand auf die Schulter legt, ihnen zuflüstert, "sie haben nichts zu befürchten", und gleichzeitig sich die Gittertür einer Gefängniszelle hinter ihnen schließt.
Manny Balestrero verkörpert uns.
Der Mann von der Strasse. Er führt ein geordnetes Leben, ist Jazzmusiker in einer kleinen Band, hat Frau und zwei Kinder.
Wenn wir nur kurz zu Anfang seine Augen sehen, wie er mit fürsorglich, liebenden Blick auf seine schlafenden Kinder, und seine Frau schaut, dann erleben wir hier grosse Zuneigung und Sensibilität.
Doch wie teuflisch labil ist das aufgebaute kleine Glück.
Manny Balestrero hat eine frappierende Ähnlichkeit zu einem polizeilich gesuchten Kriminellen.
Und so hat er das Pech von mehreren Zeugen an Bankschaltern, in Geschäften als vermeintlicher Täter identifiziert zu werden. Wasser auf die mahlenden Justizmühlen ist auch die Tatsache, daß Balestrero ein paar Schulden hat.
Wie schnell sich die Persönlichkeitsgrenzen verschieben können, wie schnell man nicht mehr Teil der Gesellschaft sondern isoliertes und gedemütigtes Individuum wird, das zeigt die Inszenierung und vor allem die Schauspielkunst Fondas dessen Gesicht und Augen Bände sprechen können hervorragend.
"Gehen Sie doch noch ein zweites mal im Laden auf und ab" verlangt ein Ladenbesitzer hämisch, und wir verspüren fast körperlich die Herabwürdigung.
Von einer Sekunde auf die andere ist für Balestrero in der Riege der Normal- Gesellschaft kein Platz mehr vorgesehen.
Fingerabdrücke werden ihm abgenommen , Taschen werden entleert, Aufstehen, Hinsetzen, Umdrehen- einen Rosenkranz darf er mit in die Zelle nehmen.
Der schockiert, ungläubige Balestrero wird nicht einmal seine Namen behalten.
Nr. 4 ist er nun, von mehreren Zeugen bei der Gegenüberstellung beschuldigt.
Wie ein Judaskuß greift eine Zeugin ihm als Erkennungszeichen an den Ärmel in der finalen Gerichtsverhandlung.
Sein Schicksal bereits routiniert ad acta gelegt.
Einige Staatsbedienstete gähnen unverhohlen im Gerichtsaal, ein Anwalt kritzelt gelangweilt auf einem Notizzettel herum, andere scheinen zu kichern, deuten heimlich auf ihn.
Balestreros Schicksal und das seiner Familie hat keine Bedeutung, ein Aktenvermerk unter vielen.
Hitchcock ist hier einem Kafka so nah wie nie zuvor.
Ein Alptraum.
Bis dahin ist Hitchcocks Film schon überragend. Was ihn zu einem seiner grössten Meisterwerke macht ist nun der nicht erwartete Perspektivwechsel hin zu Balestreros Frau.
Es ist nicht mit einem letztendlichen Freispruch getan. Die Wunden, die Verunsicherung, die tiefe Traumatisierung, die eine solche Verwechselung bei den Geschädigten auslösen kann, erspart uns Hitchcock nicht.
Ist Vera Miles am Anfang des Martyriums die Stärkere, die ihren Mann unterstützt, so wird ihr Nervensystem diesen Belastungen nicht standhalten.
Sie ist ein weiteres Opfer, welches der Justizirrtum einfordert.
Tiefe Depressionen, Schuldübertragungen, Selbstvorwürfe, Apathie sind die Folge.
Hitch illustriert diesen seelischen Verfall in Szenen, die tief berühren und wütend zurück lassen.
Was richtet es im Menschen an unschuldig einer solchen Extremsituation ausgesetzt zu werden.
Der wirkliche Täter wird zwar gefasst, Balestrero freigesprochen, doch zeigt uns Hitch, daß dieser auf dieselbe unsichere und oberflächlichen Art und Weise von Zeugen erkannt wird.
Seine Festnahme ebenfalls Zufall, diesmal jedoch mit der entscheidenden glücklichen Wendung für Balestrero.
Das Leben ein einziges mitleidloses Würfelspiel.
"Sind sie sich klar darüber was sie meiner Frau angetan haben", sind Fondas letzte vorwurfsvolle Worte an seinen Doppelgänger.
Dieser schaut ungläubig. Ein letzter Satz der schaudern läßt, zeigt er doch die unglaubliche Komplexität des Netzes von Schuld, Unschuld, falscher Anklage und seelischer Verstrickung.
Hitchcocks Film ist ein Reflektion über die Angst, über menschliche Unsicherheit im komplexen undurchschaubaren Gesamtzusammenhang.
Ohne aufgesetztem fröhlichen Unterton oder dramaturgischem Film-Happy End.
Hitchcock zeigt sich hier als Mensch mit all sein Unsicherheiten und Befürchtungen, und er spricht hier ohne ablenkende Regiemanipulationen den Zuschauer als gleichsam fühlenden Menschen, Leidensgenossen an.
Wir können uns in Balestrero wieder erkennen, und hoffen das uns selbiges nie geschieht.
"Entscheidend in einem Film ist doch nur eins" hat Hitchcock einmal gesagt,"das es mit dem Leben zu tun hat."
Dies hat er in beindruckender Intensität mit diesem Meisterwerk bewiesen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die wahre Geschichte des Christopher Emmanuelle Balestrero..., 11. Juli 2013
Von 
Ray "rayw260" (Rheinfelden) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Der falsche Mann (DVD)
"Der falsche Mann" ist für Alfred Hitchcock ein eher ungewöhnlicher Ausflug zu einem Kriminalfall aus sehr nüchternem Blickwinkel. Suspence ist nicht das Thema, sondern das Schicksal eines Mannes, der zu Unrecht verdächtigt wird ein Gangster zu sein. Dabei basiert die Geschichte auf einen realen Fall, der dann Maxwell Anderson als Roman "The true story of Christopher Emanuelle Balestrero" erschien.
Und dieser Manny Malestrero wird großartig von Henry Fonda verkörpert. Ihm zur Seite spielt Vera Miles die labile Ehefrau Rose, die durch diese folgenschwere Verwechslung psychiatrische Folgen durchmacht. Aber der Reihe nach: "Der falsche Mann" ist ein stimmungsvoller New York Film, wie man in den ersten Einstellungen erkennen kann, denn der Protagonist verdient sich seine Brötchen als Barmusiker in einem Nachtclub. Darüberhinaus ist er privat aber sehr bürgerlich, ein liebevoller Ehemann und fürsorglicher Vater von zwei sehr netten Jungs. Besonders vermögend sind die Ballestreros aber nicht und darum entschließt er sich die Versicherungsgesellschaft seiner Frau aufzusuchen, um die Versicherung vorzeitig zu kündigen und sich auszahlen zu lassen. Dies hätte er dann wohl besser bleiben lassen sollen, denn als er am Schalter erscheint werden die weiblichen Angestellten der Filiale sehr nervös. Sie meinen den Mann wiedererkannt zu haben, der sie vor einigen Monaten brutal überfallen hat. Dies bringt die Polizei auf den Plan, die Manny kurzerhand vor seinem Haus noch abfangen und ins Präsidium zum Verhör bringen. Der Zufall will es, dass Manny dort auch noch den gleichen Rechtschriftfehler als der Täter macht. Dies führt zur Festnahme und zu einer harten Prüfung für die ganze Familie...
Auch wenn der Film in den Hitchcock-Rankings der Fans nicht ganz oben auftaucht, hat er zweifelsohne eine sehr hohe Qualität und ist durchweg spannend und eindringlich inszeniert. Wie immer liefert der große Bernard Herrmann einen herausragenden Score und Robert Burks liefert die perfekten New York Bilder dazu. Natürlich fiebert man reichlich mit, damit der Beschudligte endlich von diesem alptraumhaften Erlebnis von Verhaftung und Gefangenschaft ausbrechen kann. Aber die Verwechslung hat Folgen für alle: Nervenzusammenbruch und anschliessende Unterbringung in eine Psychiatrie.
Lediglich die Szene kurz vor Schluss, als Manny Balestrero in seinem Zimmer betet und zeitgleich der wahre Täter auf frischer Tat gefasst wird, weicht aus dramaturgischen Gründen von den wirklichen Geschehnissen ab - verfehlt aber seine beklemmende Wirkung nicht.
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5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ... aber die richtige entscheidung, diesen film zu kaufen, 19. November 2004
Rezension bezieht sich auf: Der falsche Mann (DVD)
endlich auf dvd erhältlich ist dieser, da er als einziger von hitchcocks filmen auf einer wahren begebenheit beruht, semi-dokumentarischer thriller.
trotzdem muss man als betrachter auf keine der hitchcocküblichen elemente verzichten: starke charaktere, enorme bildsprache, exzellente dialoge, falsche fährten und sackgassen bis zum fulminanten finale - alles, was der suspense- und hitchcockfan liebt und erwartet.
henry fonda glänzt in der rolle des manny und auch die darstellung seiner ehefrau durch vera miles ist bemerkenswert.
der film wird mit zwei tonspuren, jeweils in dolby digital 1.0 ausgeliefert - deutsch und englisch - wobei ich persönlich immer die originaltonspur bevorzuge; aber dies ist letztlich geschmackssache.
desweiteren ist auf der dvd noch das durchaus sehenswerte special "hitchcock und der falsche mann" enthalten.
für jeden fan von suspense oder zb. regisseuren wie david fincher (panik room), cronenberg (spider) und christopher nolan (memento) eine klare kaufempfehlung.
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4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Henry Fonda ist grossartig !!, 15. Juli 2007
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der falsche Mann (DVD)
Der falsche Mann ist zwar ein Hitchcock Film. Aber muss auch die schauspielerische Leistung von Henry Fonda würdigen. Fonda spielt den Unschuldigen perfekt. Dazu die herrlichen Bilder von Hitchcock die bei "the wrong man" ungeheuer realistisch und dramatisch sind. Auch die anderen Schauspieler und der brilliante Score sind mehr als erwähnenswert. Der Film ist kein Suspense Thriller sondern erzählt eine wahre Begebenheit. Daher eher als Drama oder Krimi zu sehen. Die DVD ist als solches auch mehr als in Ordnung, eine kleine Doku über den Film, Original Sprachfassung und herrvoragend restauriert. Keine weiteren eher nutzlosen Extras die den Film sinnlos verteuern.
Brilliante DVD , mit super Film die man weiterempfehlen kann.
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5.0 von 5 Sternen Hitchcock genial, 10. Februar 2014
Von 
Andre (Auggen, Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der falsche Mann (DVD)
Leider ist der Film nie ins Rampenlicht der Hitchcock Filme geraten. Ganz zu Unrecht. Der Film besticht mit
einer spannend düsteren Atmosphäre und mit Schauspielern auf Weltklasse Niveau.
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3.0 von 5 Sternen Hitchcock mal anders, 14. Juli 2013
Rezension bezieht sich auf: Der falsche Mann (DVD)
Das Motiv des zu unrecht verdächtigten und/oder verfolgten Mannes ist ein recht häufiges in Hitchcocks Werk. Aber wohl noch nie hat er es so ernsthaft und realistisch umgesetzt wie in "Der falsche Mann". Hitchcock tritt auch gleich zu Beginn des Films auf und erläutert den Hintergund der Verfilmung dieser wahren Geschichte.
Die Stärke des Films ist sein Mittelteil, in dem der Musiker Manny Balestrero (Henry Fonda) versucht seine Unschuld zu beweisen und seine Frau (Vera Miles) so langsam dem Wahnsinn verfällt. Der Beginn ist eher dröge und das Ende ziemlich unspektakulär.
Der Film wirkt wie eine Mischung aus Film Noir, italienischem Neorealismus und einer Art Vorläufer der Nouvelle Vague. Mein Geschmack ist das nicht gerade, aber schon allein aufgrund der hervorragenden, sehr nuancierten Darstellung von Henry Fonda sollte man sich den Film mal ansehen.
Bild und Ton der DVD sind für das Alter des Films passabel. Die deutsche Synchro ist sorgfältig. An Extras hat die DVD den USA-Kinotrailer (2 min 27) und eine interessante Doku zum Film (20 min 17) zu bieten.
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4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen It's Not Only a Movie!, 24. Februar 2011
Von 
Tristram Shandy - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Der falsche Mann (DVD)
(Vorsicht, Spoiler!)

Alfred Hitchcocks Film "The Wrong Man" aus dem Jahre 1956 nimmt innerhalb seines Œuvres für mich eine Sonderstellung ein, nicht nur weil er nach Angaben Hitchs viel enger an dem Verlauf des authentischen Falls eines zu Unrecht eines Verbrechens beschuldigten Mannes orientiert ist, als es der Dramaturgie gut tut - über den Gehalt dieser Selbstkritik des Regisseurs ließe sich zudem auch streiten -, sondern auch weil er sich einer der Urängste Hitchcocks in einer Intensität annimmt, die nicht - wie sonst - durch Humor und Geschwindigkeit aufgelockert wird: der Angst, wehrlos einer blinden Staatsgewalt ausgeliefert zu sein.

Hitchcock erzählt die Geschichte des Familienvaters und Nachtclubmusikers Manny Balastrero (glänzend gespielt von Henry Fonda), der eines Abends vor seinem Haus von zwei Polizisten abgefangen und wegen des Verdachts, mehrere bewaffnete Raubüberfälle verübt zu haben, in Untersuchungshaft genommen und später vor Gericht gestellt wird. Anfangs glauben er und seine Frau Rose (Vera Miles) noch, seine Unschuld ohne größere Mühen beweisen zu können, doch unglücklicherweise sind zwei der drei Männer, die ihm ein Alibi verschaffen könnten, verstorben, während der dritte unauffindbar bleibt. Angesichts der Ausweglosigkeit der Situation und weil sie sich selbst die Schuld daran gibt, ihren Mann in das Fadenkreuz der Fahndung gebracht zu haben, verfällt Rose der Paranoia und muß in eine Nervenheilanstalt eingeliefert werden. Einen Ungeduldsausbruch eines der Geschworenen angesichts langwieriger Zeugenbefragungen während der Hauptverhandlung nimmt Mannys Anwalt Frank O'Connor (Anthony Quayle) zum Anlaß, den Prozeß nochmals zur Gänze von vorn aufzurollen, und während der sich daraus ergebenden Verzögerung wird der wirkliche Schuldige bei einem weiteren Raubüberfall gestellt. Mannys Unschuld steht nun fest.

Hitchcocks Rückkehr zum Schwarz-Weiß-Film steht diesem Projekt sehr gut zu Gesicht, unterstreicht es doch die bedrückende, erstickende Stimmung, die der Geschichte zu eigen ist und die an keiner Stelle aufgelockert wird. Fonda überzeugt in der Rolle eines Mannes, der zunächst, ausgehend von seiner eigenen Ehrlichkeit und Güte, daran glaubt, daß ein unschuldiger Mensch auf keinen Fall zwischen den Mühlen der Justiz zermalmt werden könne, und dessen schließlich aufkeimende Sorge um sich selbst stets vom Mitleid mit seiner Frau - so fragt er den wahren Täter, als er ihm schließlich gegenübersteht, denn auch sofort, ob dieser wisse, was er seiner Frau angetan habe - überlagert wird. Auch Vera Miles verkörpert die dem Wahnsinn und ihren Selbstvorwürfen verfallende Ehefrau, die sich endlich in die emotionale Isolation flüchtet, aufs beste. Hitchcock gab später im Gespräch mit Truffaut zu bedenken, er habe diesem Handlungsstrang zu Lasten des Suspense viel zu viel Gewicht eingeräumt, doch finde ich, daß diese Kritik ihre Berechtigung nur im Hinblick auf das verschleppte Ende der Geschichte hat.

Sobald das Verhängnis über Manny hereinbricht, wähnt sich der Zuschauer in einem kafkaesken Alptraum, und ich hegte recht bald meine Zweifel an der Redlichkeit der Polizisten, die Manny unter Verhehlen wichtiger Informationen und des eigentlichen Tatvorwurfs verhaften und verhören und die sich - entgegen ihren Versprechungen - nicht einmal darum kümmern, seine Frau zu benachrichtigen. Hitchcock läßt an dieser Stelle um der besseren Identifikationsmöglichkeit auch den Zuschauer lange über den konkreten Tatvorwurf im dunkeln tappen und macht zudem deutlich, daß die Gegenüberstellung mit den Tatzeugen einer Farce gleicht. Besonders Mannys erste Stunden in seiner Zelle werden von Hitchcock mit eindringlichen Details als Alptraum inszeniert: So blendet die Kamera wiederholt auf Mannys Füße, die seine Zelle mit zwei, drei Schritten der Länge nach durchmessen können, und Großaufnahmen von Mannys Gesicht geben dem Zuschauer ein Verständnis davon, wie empfindlich sich der Musiker in die Enge getrieben fühlen muß.

Eine besonders eindringliche Szene flicht Hitch in die Gerichtsverhandlung ein: Mannys Anwalt versucht in einem ausführlichen Verhör, Widersprüche und Formfehler bei der polizeilichen Vernehmung seines Mandanten nachzuweisen, und währenddessen fängt die Kamera verschiedene Momentaufnahmen von im Saal befindlichen Menschen ein. Einige von ihnen unterhalten sich im Flüsterton offenkundig über Angelegenheiten, die nichts mit der Verhandlung zu tun haben, andere sind mit wieder anderen Dingen beschäftigt - und das, wo es gerade um die Schuld oder Unschuld eines dem Justizsystem ausgelieferten Menschen geht. Hier wird die alptraumhafte Einsamkeit des Protagonisten, dessen Schuldspruch für seine Umgebung anscheinend nur noch eine Frage der Zeit - je schneller, desto besser - ist, in ihrer unbarmherzigen Trivialität vorgeführt.

Ein wenig melodramatisch und für einen agnostischen Zeitgenossen wie mich unerträglich kitschig wird dann die Auflösung in Szene gesetzt: Wir sehen Mannys Gesicht, während dieser gerade vor einem Heiligenbild um Stärke betet, in einer Großaufnahme, die in einer Überblendung in das Gesicht des wahren Schuldigen kurz vor seiner Festnahme übergeht. Fast könnte man meinen, der Katholik Hitchcock wolle hier suggerieren, göttliche Gerechtigkeit könne durch unangefochtenen Glauben heraufbeschworen werden, und diese Naivität - wenn sie denn intendiert ist - wird meiner Meinung nach der bedrohlichen Tragik, die dem Thema des Filmes eignet, nicht gerecht. Stimmiger ist da schon wieder die von Hitchcock gezeigte Reaktion der beiden Frauen, deren Aussage Manny erst in diesen Maelstrom falscher Verdächtigungen hineingeschleudert hat: Unvermittelt auf dem Gang der Polizeiwache dem vermeintlichen Täter gegenüberstehend, senken sie den Blick und weichen ihm aus, eine hebt noch zum Sprechen an, doch vor Scham und Feigheit fehlen ihr die Worte.

Trotz einiger Schwächen gegen Ende des Filmes gehört "The Wrong Man" für mich zu den eindringlichsten und persönlichsten Filmen Hitchcocks - und hat ja heute, in einer Zeit, in der es immer mehr Menschen angesichts der Bedrohung durch Terror oder abscheulicher Verbrechen mit der Forderung, daß nicht der Angeklagte seine Unschuld, sondern das Gericht dessen Schuld zu beweisen hat, nicht mehr so genau nehmen, wieder unversehens an Aktualität gewonnen.
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Der falsche Mann
Der falsche Mann von Maxwell Anderson (DVD - 2004)
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